Ist das noch Dayz?
Naja.. für Eule ist GENAU DAS Dayz und vorallem ![]()
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Neues Benutzerkonto erstellenIst das noch Dayz?
Naja.. für Eule ist GENAU DAS Dayz und vorallem ![]()
Smokey Eyes wie bereits erwähnt. Ich nehme die Teddyherausforderung an! Am Abend vor dem nächsten Wipe wird gezählt! ![]()
Wahrscheinlich werde ich nicht ansatzweise an Eule herankommen, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt ![]()
Cooles Video!
da könnten wir rein theoretisch mitmachen ![]()
Super idee ❤️ mit der Immo Anzeige, sollte sich jemand für die Immobilie finden.
Gibt es noch ein Update vom + CRK +, um die Sicherheit der Schleuse zu erhöhen 😉
Da es eine meiner ehemaligen Immobilien ist, werde ich mich nicht Lumpen lassen und zum Einzug nen Fass spendieren, Stauraum soll ja auch ausreichend vorhanden sein
So langsam wirds immer voller an dem besagten Ort![]()
Tja...
Was soll der Bob sagen. Ohne lange Worte:
„Zikaden, man.“ Bob, richtete sich auf seinem Stuhl auf und legte die M1911, die er gerade gereinigt hatte, beiseite. „Ich glaube Zikaden heißen die verdammten Drecksbiester.“ Smokey neigte leicht den Kopf um Bob durch ihre Pilotenbrille zu mustern. „Wovon, zum Teufel, sprichst Du ?“. Sie lag mehr auf ihrem Stuhl, als dass sie saß und hatte die Füße inklusive der schweren Kampfstiefel auf dem Tisch abgelegt. Es war ein ungewöhnlich warmer Julitag in Tishina und es ging mittlerweile auf Mittag zu. Zumindest glaubten sie, dass Juli war, denn in den Tagen seit dem Zwischenfall, der nun mittlerweile dreizehn Jahre zurücklag, konnte es schon geschehen sein, dass sie den ein oder anderen Tag in der Zählung verpasst hatten. Aber letztlich zählte das nicht mehr. Es war warm, also war offensichtlich Sommer. Viel genauer musste man es diese Tage nicht mehr wissen. Man hörte nichts weiter, als den Wind in den umgebenden Tannen, das Gezwitscher und Gezirpe der Tierwelt und vielleicht mal eine leise Unterhaltung der Tishinabewohner. Es roch nach Tannen, nach Harz, nach all dem Leben und der Vielfalt, welche man hier antraf. Es war soviel anders, als in der Betonwüste von Chernogorsk.
Frühstück in Tishina
„Na, das ganze, verdammte Gezirpe hier im Hintergrund - Zikaden ! So heißen die Biester.“ Smokey richtete sich ebenfalls auf ihrem Stuhl auf und stellte die Füße geräuschvoll auf dem Boden ab. „Du meinst die Grillen ?“ und sie schaute ihn auf ihre - „Echt jetzt, Bob ?“-Art an. Dieser ließ sich aber wie üblich nicht beirren und begann sich eine Tüte zu drehen. „Ich glaub die besonders lauten Biester nennen sich Zikaden und der Bob, für seinen Teil, findet die gerade verdammt laut.“ Smokey erhob sich leicht schmunzelnd. „Zikaden gibt es nur in Südeuropa. Die brauchen Wärme“ Bob schien darüber nachzudenken. „Dann sind die verdammten Biester hier wahrscheinlich eingewandert. So wie die verdammten Zombies. Wir haben sicher auch schon ein paar italienische Zombies erledigt.“ Bevor sie sich umwendete, um zu der von ihnen bewohnten Hütte zu gehen, hielt Smokey noch einmal inne: „Beschrei’ es nicht. Die letzten Tage hatten wir keinen Besuch von Infizierten. Die Späher stießen auch auf keinerlei Herden in der Nähe.“ Der Bob war inzwischen fertig mit dem Bauen der Tüte, klopfte sie dreimal auf den Tisch und zündete sie an. Er nahm einen tiefen Zug und blies den Rauch genussvoll aus. „Ich sag’s Dir Smokey: Die kommen auch wieder. Nen Haufen italienischer Zombies…Mafiazombies und Pizzabäckerzombies und die bringen ihre verdammten Zikaden mit. Wahrscheinlich ist das auch so ne mutierte Variante. ´Ne Zombiezikade… ZZ und so. Damit ist nicht zu spaßen, werte Smokey.“
Smokey versuchte in Bobs Gesicht zu erkennen, ob er scherzte oder ob er es mit dieser Theorie wirklich Ernst meinte. Das konnte man bei Bob nie so sicher sagen und auch diesmal kam Smokey zu keinem eindeutigen Schluss.
„Ganz wie Du meinst. Vergiss nicht, wir haben heute Nacht Wache. Vielleicht solltest du dich noch ein paar Stunden auf’s Ohr hauen.“ Bob grinste nur, nahm noch einen tiefen Zug von der Tüte und begann sich dann leicht mit linken Hand auf’s Ohr zu hauen. „Alles klar, aber dann jammer’ mir nachher nicht wieder die Ohren voll.“
Aus den Augenwinkeln sah sie noch, wie Bob beschwichtigend abwinkte. Es war nicht weit zu der Hütte, welche VCU zur Verfügung stand. Der Großteil der Gruppe war in den weiten Chernarus unterwegs. Hauptsächlich im Süden an der Küste in Chernorgorsk, welches sie immer noch als ihre Heimat beanspruchten. Momentan waren nur Bob, Rudd Dreibaum und Smokey in Tishina. Während sie zu der Hütte ging, ließ sie den Blick über den kleinen Platz zwischen den Hütten streifen. Was sie erblickte war Anlass zur Hoffnung. DOT, NWAC, UNOC, das CRK und ihre Leute, die Parkranger, meist nur mit ihrem Kürzel VCU benannt, alle friedlich miteinander vereint.
Ihre Vorräte waren wohl gefüllt, und ja, Zombies waren in letzter Zeit wirklich seltener aufgetreten als üblich. Dies gehörte allerdings zu den üblichen Schwankungen. Der Strom der Untoten schien niemals abzureissen, egal wieviele sie von ihnen ausschalteten. Bob hatte mal eine wilde Rechnung aufgestellt: Bei einem Prozent Überlebender wären noch 80 Millionen Menschen irgendwo auf der Welt verstreut. Das würde bedeuten, auf ´ne kleine Gruppe von 20 Überlebende kämen knapp 2000 Infizierte. Da Zombies aber nicht dazu neigten, sich gleichmäßig auf alle Überlebenden der Welt zu verteilen, konnte das auch schon mal anders aussehen. Als sie die Veranda betrat, knarrten die Bodendielen leise. Sie machte sich daran, dass Schloß zu öffnen. Ja, es gab einen Pakt in Tishina, in dem sich alle Unterzeichner zum Frieden in Tishina verpflichteten. Frieden bedeutet aber nicht Vertrauen. In Gedanken versunken nahm sie ihre DMR von der Schulter und warf sie auf’s Bett, als sie verwundert feststellte, dass neben der DMR ein Brief auf ihrem Bett lag. Sie strich sich die langen Dreads hinter’s Ohr, nahm den Umschlag vom Bett und betrachtete ihn stirnrunzelnd von allen Seiten. „Smokey Eyes & Blauer Bob“ war drauf geschrieben. Daneben zierte eine aufgemalte, seltsam bekannt aussehende, Blume mit lachendem Gesicht den Umschlag. Smokey betrachtete den Umschlag nochmals von allen Seiten. Ja, das Schloss war verschlossen gewesen, möglicherweise eine Nachricht von einem der anderen VCUler ? Schulterzuckend öffnete Smokey den Umschlag und entnahm den zusammengefalteten Brief, welcher sich darin befand.
Ein rätselhafter Brief
Schnell überflog sie den Inhalt – Keine Unterschrift. Vielleicht ein Scherz ? Wenn ja, dann handelte es sich um eine seltsame Art von Humor. Nachdenklich tippte sie sich mit dem Briefumschlag an die Lippen. Es würde kaum Schaden, sich am Abend mal nach dem besagten Licht umzusehen. Zuerst einmal sollte sie allerdings Bob informieren, schließlich wurde er ebenfalls ausdrücklich als Empfänger erwähnt…
Es war deutlich kühler geworden. Die Hitze wurde im Lauf des Nachmittags durch ein Sommergewitter unterbrochen, welches sich zum Abend hin wieder beruhigte. Die Luft war noch schwer vor Nässe und in den Gräsern und dem moosigen Waldboden glitzerten kleine Wassertröpfchen. Die Sonne war gerade hinter den Bergen im Westen verschwunden. Ein Blick zum Himmel offenbarte eine Myriade von Sternen. Auch der Mond, im fast vollen Schein, verbreitete sein gelblich blasses Licht und warf lange Schatten. Nichts war zu hören, bis auf die leisen Geräusche der nachtaktiven Waldbewohner. Die Grillen,... oder Zikaden (oder was auch immer), hatten ihre Symphonie der Nacht angepasst und vereinten sich mit dem gelegentlichen Krachen eines Astes, auf den ein Tier getreten war und vereinzelten Rufen eines nahen Käuzchens.
„Weißt Du Smokey, eigentlich sind diese Nachtschichten doch ganz entspannt. Alles schläft, einer wacht und so. Du nimmst das Leben des Waldes in dich auf. Schöpfst gemeinsam mit der Natur, die sich auf einen neuen herausfordernden Tag vorbereitet, neue Kraft. Voll der symbiotische Shit, man.“ Smokey verlagerte mit einem leisen Stöhnen ihr Gewicht. Die Aussichtstürme Tishinas waren so gar nicht dazu geeignet sich bequem einzurichten, „Während du hier die Symbiose lebst, mache ich mir Gedanken zu dem Brief.“ Sie hörte wie sich Bob in seiner Ecke ebenfalls regte. Sie hörte das charakteristische dreimalige Klopfen einer Tüte auf dem Holzboden und dann das Klacken eines Feuerzeuges. „Du weißt doch, dass der OTL das Rauchen auf Wache streng untersagt hat ? Der Feind sieht dich.“, und während sie das sagte musste sie sich ein Schmunzeln verkneifen. Der OTL – oder auch Wüstenfuchs genannt, war für seine akribische Strenge in Sachen Sicherheit bekannt und hatte seinen Trupp, die UNOC gut im Griff. Als sie in Chernarus ankamen, vor nun ziemlich genau drei Jahren, hatten Smokey, Bob und Horst mit dem Gedanken gespielt sich den Leuten von der UNOC anzuschließen. Aber keiner von den Dreien waren wirklich Typen für deren militärische Disziplin. Daher entstanden dann die Parkranger. Die VCU.
„Der OTL ist aber nicht hier.“ antwortete Bob knapp. Eine Sekunde lang beleuchtete ein Lichtschein sein Gesicht und kurz darauf hörte sie das Ausatmen und vernahm den süßlichen Geruch des Selbstangebauten. „Es wird ohnehin Zeit für unsere Runde. Dann kann ich mir beim Umherspazieren auch etwas Gutes tun.“ und mit diesen Worten erhob sich der Bob und machte sich daran die Leiter herabzuklettern. Der Aussichtsturm erzitterte dabei leicht und Smokey schickte sich an, es Bob gleich zu tun. „Jetzt wäre ungefähr die Zeit“, sagte sie, mit einem Blick auf ihre Flic-Flac Uhr. Das Ziffernblatt leuchtete geisterhaft im Dunkeln. „Wenn wirklich irgendwas an diesem Brief ist, dann müsste jetzt irgendwo ein Licht leuchten.“ Bob zog seinen auffälligen Kunstpelzmantel zusammen, den er irgendwo gefunden und seitdem nicht mehr abgelegt hatte. Ein furchtbares Teil im Cruella de Ville Stil. Bob liebte diesen Mantel. „Die ganze Sache gefällt mir nicht.“, begann er von Neuem. „Was soll dieses – kein Teil der Gemeinschaft von Tishina ? Und überhaupt dieser ganze Ton und die Heimlichtuerei. Ist doch irgendwie unheimlich, man.“. Smokey nickte langsam vor sich hin, während sie zum Versorgungsgebäude hinübergingen. Der Kies knirschte leise unter ihren Stiefelsohlen. „Ich stimme dir zu, aber du willst doch genauso wie ich wissen, was dahintersteckt.“. Inzwischen hatte sie das Versorgungsgebäude, in dem die Gemeinschaftsküche und die Vorratslager untergebracht waren, erreicht. „Wahrscheinlich hat sich jemand einen Scherz mit uns erlaubt. Du weißt doch, wie Seelachs ist… der liebt es, uns auf die Schippe zu nehmen.“. „Klingt nicht nach Seelachs“, antwortete Smokey knapp und öffnete die Tür zum Versorgungshaus. Nachdem sie die Tür geöffnet hatte, hielt sie inne und bedeutete Bob mit einem Handzeichen zu warten. „Da ist jemand im Haus.“, flüsterte sie und zog ihre Glock aus dem Holster. Das Versorgungshaus war unbewohnt und eigentlich hätte sich um diese Zeit dort niemand aufhalten sollen. „Wird einer vom CRK sein… Verbände rollen… oder vielleicht hat jemand abendlichen Hunger. Ich hätte übrigens auch Hunger.“ gab Bob ebenfalls flüsternd zurück, zog aber dennoch seinen 1911 Colt. Dieser war mindestens genauso gut getarnt wie der Bob selbst, denn sie leuchtete in einem auffälligen Weiß. „Ich bin direkt hinter dir, Smokey“, flüsterte er. „Sehr beruhigend.“, gab Smokey in leicht sarkastischem Ton zurück.
Langsam arbeiteten sie sich in die Hütte vor. Der Lichtschein kam aus einem nicht einsehbaren Bereich der Hütte und flackerte leicht. Mit der Waffe im Anschlag, Bob im Rücken, trat Smokey um die Ecke, blickte auf den Kamin dort und erblickte - eine Kerze.
Eine Kerze auf dem Sims
Sie schaute sich abermals im Raum um, aber abgesehen von Bob der hinter ihr stand, bereits wieder an seiner Tüte nuckelnd, war niemand anwesend. Draußen zog eine nächtliche Windböe vorbei, welche die Hütte zum Ächzen brachte und die Kerze leicht flackern ließ. Langsam ging Smokey auf die Kerze zu. Jeder ihrer Schritte ließ die Bodendielen knarren. Unter der Kerze befand sich eine Nachricht. Smokey hob fragend eine Augenbraue, zog den Zettel unter der Kerze hervor, präsentierte ihn einmal mit fragendem Blick Bob und begann zu lesen.
Eine rätselhafte Nachricht
„Scheinbar doch kein Scherz, aber dafür ein Rätsel.“, murmelte sie mehr zu sich selbst.
„Ich hasse Rätsel.“ ließ sich Bob vernehmen. „Hab’ ich schon immer gehasst. Egal ob Kreuzworträtsel, Streichholzrätsel, Münzrätsel… Labyrinthe.. . Kennst du diese Dinger mit diesen farbigen Folien die früher im Yps-Heft waren ? Alter, die kann ich auch nicht leiden. Und dann diese-“, da unterbrach Smokey ihn „Bob, ich hab’s verstanden und nun lass mich lesen.“
Bob schürzte beleidigt die Lippen und begann rauchend den Raum auf und ab zu gehen, wie er es oft tat. Ein Rätsel also. Bob hatte nicht Unrecht: Irgendwie wirkte die ganze Geschichte unheimlich. Smokey holte den ersten Brief hervor und begann im Schein der flackernden Kerze Wörter abzuzählen und einzukreisen. „Geht zum Waldweg und dann weiter zur Straße.“,sagte sie nach einer kurzen Weile. „Oh, Oh, Oh.“ intonierte Bob, „Das wird dem OTL auch nicht gefallen. Nachts soll keiner das Camp verlassen.“. Smokey zuckte nur knapp mit den Schultern. „Zuerst einmal, mein lieber Bob, sind wir als Wache eingeteilt. Auffälligkeiten nachgehen, sind Bestandteil unseres Auftrages.“, und sie funkelte ihn mit herausfordernden Gesichtsausdruck an. „Und außerdem ist der OTL nicht hier, wie du ja schon so schön bemerkt hast.“. „Touché“, grinste Bob, „aber Smokey…“, und er wurde Ernst, “lass uns bitte verdammt vorsichtig sein. Mir schmeckt die Sache immer weniger.“ Smokey berührte Bob beruhigend am Arm. „Auf jeden Fall. Ich weiß genau was Du meinst.“
Inzwischen war die nächtliche Dunkelheit vollständig eingetreten. Wie zwei Schatten bewegten sich Smokey Eyes und Bob durch die Schwärze, die hier, wo die überhängenden Bäume sämtliches Mondlicht schluckten beinahe vollkommen war. Während sich Smokey wie eine Katze fortbewegte und kaum einen Laut verursachte, war Bob darin nicht ganz so erfolgreich. Einmal fiel er kurz zurück, als sich sein Mantel in einem der Tannenzweige verfing, was der Bob mit einem leise unterdrückten Fluchen quittierte und ihn mühsam wieder befreite. Smokey spähte voraus in die Dunkelheit und wartete auf ihn. „Ich glaub der Wald hat was gegen mich, Smokey.“, flüsterte er, während er sich noch einzelne Tannennadeln aus dem Kunstpelz zupfte. Das Ding war stellenweise so weiß, dass er selbst in dieser Dunkelheit zu sehen war. Smokey wollte gerade darauf eingehen, als sie in einiger Entfernung den Lichtkegel einer Taschenlampe ausmachte. „Da schleicht jemand durch den Wald.“ flüsterte sie. „Etwa 200 Meter voraus.“. „Dann wird das wohl der oder die sein, die wir suchen.“, raunte Bob, „Die sind immerhin so schlau und benutzen Lampen.“
„Die Nachricht sprach ausdrücklich davon keine Lampen zu benutzen.“, entgegnete Smokey zweifelnd. „Na ja, vielleicht haben die sich auch laufend in den Drecksbäumen verfangen und gehen nun auf Nummer sicher ?“. Smokey schüttelte knapp den Kopf. „Das glaube ich nicht, Bob“, fügte sie knapp hinzu. „Schauen wir uns das mal an, aber leise. Pass mit deinem verdammten Mantel gefälligst auf.“
Leise schlichen sie weiter. Auch der Bob. Zu ihrem Glück schienen die Träger der Taschenlampe, zwei waren es, relativ sorglos zu sein und kümmerten sich nicht darum was hinter ihnen vorging. So gelang es Smokey und Bob sich unbemerkt an die beiden anzunähren. Als der Mond einmal durch die Bäume schien und gelblich die beiden Personen beleuchtete, bedeutete Smokey dem Bob, indem sie ihm eine Hand auf die Brust legte, stehen zu bleiben. „Das ist der OTL mit einem DOTler.“, zischte sie. „Hm,“ brummte Bob, „Kontrolliert uns der alte Fuchs anscheinend.“. Bei diesen Worten erhob sich Smokey und trat offen auf den Weg.
„Was geht denn hier vor sich ?“ verlangte sie mit klarer Stimme zu wissen. Offensichtlich überrascht, drehte sich Wüstenfuchs um und beleuchtet die beiden mit seiner Lampe. Sein Begleiter war Crocodile Dendi, einer der Kommandierenden von Dot. „Smokey. Bob. Euch habe ich eigentlich im Camp erwartet.“. Smokey zog überrascht die Augenbrauen hoch. „Tja OTLchen. Wenn VCU auf Posten ist, dann schauen wir schon mal nach dem Rechten, wenn Lichter durch den Wald wandern.“. Der OTL betrachtete sie abschätzend: „Wir sind eigenlich nur hier, weil wir euch im Camp nicht antrafen. Deswegen schauen wir hier draußen nach.“ Smokey zuckte nur mit den Schultern. „Nun waren wir aber hinter Dir, OTL. Wir kommen also gerade aus dem Camp.“. Mit einem schwer einschätzbaren Blick bedachte der OTL Smokey Eyes. So ganz schien er ihr die Geschichte nicht abzukaufen. „Naaa gut. Wenn hier alles in Ordnung ist, dann gehen wir mal zurück. Passt auf euch auf.“. „Klar OTL – Wie immer OTL“, antworte ihm der Bob und tippte sich zum Gruß lapidar an die Stirn. Wüstenfuchs musterte die beiden noch einmal kurz, nickte dann Dendi zu und die beiden machten sich auf den Rückweg. „Das war, soweit ich das sehe, das einzige Licht hier“, merkte Bob an und deutete mit dem Finger auf Wüstenfuchs und Dendi, die gerade unter den Bäumen Richtung Tishina verschwanden. Smokey schaute suchend den Waldweg ab. „Gehen wir bis zur Straße, falls dort auch nichts ist, gehen wir wieder zurück.“, legte sie fest und wandte sich bereits in besagte Richtung. Schicksalsergeben trottete Bob ihr hinterher. Jetzt wo sie wieder von Dunkelheit umgeben waren, waren die Geräusche des Waldes wieder deutlich zu vernehmen. Gelegentlich konnte man das Knacken von Ästen durch die Bäume hören. Der Wald war voller Leben und einiges davon bewegte sich neben ihnen. „Glaubst Du der OTL steckt dahinter ?“, fragte der Bob hinter Smokey. „Passt irgendwie nicht zum OTL, aber wer weiß das schon. Vertrauen können wir VCUlern. Bei jedem anderen sollten wir extrem vorsichtig sein.“. „Die alte Leier“, murmelte der Bob, „als wenn uns die Infizierten nicht schon genug auf den Zeiger gehen würden. Müssen wir Menschen uns immer noch mit Intrigen, Hass und Missgunst begegnen ?“. Smokey wollte gerade darauf antworten, als sie, noch ein wenig den Weg hinab, einen Kerzenschein erblickte. „Bob – Wieder eine Kerze.“.
Ein Leuchten auf dunklem Waldweg
„Ich seh’s,“, antwortete der Angesprochene, „aber es gefällt mir nicht.“ Smokey konnte es ihm nicht verdenken. Diese ganze Geschichte wurde zunehmend seltsamer. Müde erhellte die Kerze mit fahlem Schein den Waldweg. Mit vorsichtigen Schritten bewegten sich Bob und Smokey auf die Kerze zu. Immer wieder prüfend den Waldrand betrachtend, vor und zurück suchend, aber niemand war zu sehen. Smokey kniete sich nieder und untersuchte die Kerze. „Es ist wieder eine Mitteilung.“, und leise las sie den Inhalt der Mitteilung vor.
Eine weitere rätselhafte Nachricht
„Du weißt schon welches Buch gemeint ist ?“. auffordernd blickte Smokey Bob an. „Tja, soviele Bücher gibt es ja nun nicht, die in diesem Dorf eine Rolle spielen und verboten sind.“, und Bob kraulte sich nachdenklich den Bart. „Weißt du noch wie wir damals eine Ausgabe in unserer ersten Basis in Chernogorsk gefunden haben ? Der OTL ist beinahe ausgeflippt. Wie hieß der Schinken noch ?“.
„Die Stimme der Erlösung“, antwortete Smokey langgezogen und mit einem nachdenklichen Unterton. „Ja richtig. `N echt deprimierender Schmöker. Von… wie hieß er noch…? Kaiser, Kieser, Käser… wie auch immer man diesen Namen ausspricht.“ und der Bob wirkte sichtlich stolz, dass er diese Infos seinem Hirn entwinden konnte. „Aber wurde der nicht von der UNOC geschnappt und weggesperrt ?“.
„So sollte es eigentlich sein.“ entgegnete Smokey und schürzte nachdenklich die Lippen. „Und das auch mit gutem Grund. Man erzählt sich, der hätte nen Haufen kranken Scheiß abgezogen.“. Bob nickte knapp. „Einer dieser Irren, die glauben, dass sie ihre Wahrheit verbreiten müssen. Man, Smokey, ich kann Dir gar nicht sagen wie mir solche Totalitäre auf den Zeiger gehen“. Smokey nickte bekräftigend. „Und genau deshalb müssen wir das Spiel mitspielen.“. Selbst in der Dunkelheit konnte sie sehen, wie dem Bob sämtliche Gesichtszüge entgleisten. „Ich finde eher wir sollten dem OTL den Shit übergeben. Ich glaub’ die Floyds haben gesungen „Begib dich auf das Spielfeld eines Narren und er schlägt dich an Erfahrung“, oder so.“
„Und dann was ? Dann durchkämmen ein Haufen Blauhelme den Wald ?“, und Smokey lachte leise auf, „Bis dahin ist doch, wer auch immer dahintersteckt, über alle Berge.“. Smokey schüttelte den Kopf. „Nein Bob, wenn wir dem ein Ende machen wollen, dann müssen wir das wohl selbst erledigen.“
„Hab mir schon gedacht, dass ich dich nicht davon abbringen kann. Ich bin dabei, aber nur unter Protest, man“. Smokey lächelte. „Ist vermerkt, Bob. Und nun lass uns zurückgehen.“
Der nächste Morgen begann wolkenverhangen und grau. Anstatt des vielstimmigen Vogelgesanges hörte man nur das Rauschen des seichten Windes in den Bäumen. Smokey und Bob hatten nur wenige Stunden geschlafen und waren gerade auf dem Weg zum Frühstück. Schon auf dem Weg zur Versorgungshütte sahen sie wie sich einige Tishinesen in aufgebrachter Unterhaltung vor dem Zelt versammelt hatten. „Das ist unerhört“, konnte Smokey hören, und: „Wer würde sich so einen geschmacklosen Scherz erlauben ?“. Als Smokey und Bob näher kamen, sahen sie, was Grund für den Aufruhr war. Auf dem hölzernen Tisch vor der Versorgungshütten, wo die Tishinesen so viele Mahlzeiten gemeinsam eingenommen hatten, lagen mehrere Ausgaben eines schwarzen Buches. Ein kurzer Blick auf den Einband offenbarte ihnen, was sie bereits befürchtet hatten: Es war die „Stimme der Erlösung“. Jenes Werk, auf welches die Hinweise gestern deuteten. Smokey warf Bob einen vielsagenden Blick zu. Der wirkte mal wieder so, als ob ihn das alles nichts anginge und beteiligte sich direkt an den wilden Spekulationen, welche die Tishinesen so äußerten…Die Meinungen darüber gingen weit auseinander. Manche hielten es für einen dummen Kinderstreich. Andere für eine dreiste Provokation. Smokey beäugte jeden einzelnen der Anwesenden genau. Den Prediger Murphy, Dagiweh, Zm4ster, der wie üblich seine Kommentare von der Tischtennisplatte kund tat, oder auch Criosdan. Sie alle wirkten aufrichtig empört. Währenddessen bemerkte Smokey, wie Bob, von den anderen unbemerkt, eine der Ausgaben unter seinem abgenutzten Kunstfellmantel verbarg. Er wusste also auch, dass es das richtige Buch war. Bei Bob konnte man nie genau wissen, welche Informationen in seinem Kopf erhalten blieben und wie sie sich wandelten.
„Was ist denn hier los ?“, verlangte die Stimme von OTL Wüstenfuchs, der wohl von dem Aufruhr angelockt wurde, zu erfahren. Schon drängte er sich durch die Versammelten und ergriff eines der Bücher. Ohne das Buch eines weiteren Blickes zu würdigen, hielt er es hoch. „Ihr wisst, dass wir dieses Buch in diesem Dorf nicht dulden ?“, und mit einem lauten Schlag ließ er das Buch auf seine belederhandschuhte Hand fahren. Prüfend glitt sein Blick über die Anwesenden. Als von diesen keine Reaktion kam, gab er dem ebenfalls hinzugekommenen Antestor einen Wink. „Oberleutnant, entfernen, sie diesen Dreck.“, und dabei reichte er ihm das Buch. Oberleutnant Antestor nickte nur knapp und sammelte die übrigen Ausgaben ein.
Es dauerte noch ein Weilchen bis sich der Auflauf wieder zerstreute und die übliche Tagesroutine wieder einkehren konnte. Nachdem sich alles wieder ein wenig beruhigt hatte, und Smokey und Bob wieder unter sich waren, begaben sie sich zurück zu ihrer Hütte. Geistesabwesend nickten sie Dendi und ein paar anderen Dotlern zu, welche dort in einer Gruppe standen und die Ereignisse des Tages besprachen. Als diese außer Hörweite waren, sagte Smokey: „Da scheint jemand wirklich sicher stellen zu wollen, dass wir den Hinweisen folgen können.“. „Der Urheber macht es uns in der Tat nicht sonderlich schwer.“, stimmte Bob ihr nickend zu und ging auf ihre Eingangstür zu. „Ehrlich, Bob, sobald ich dahinter komme wer da solche Spielchen mit uns treibt, werde ich der Person gerne mal mittels meines Lieblingsbaseballschlägers vermitteln, was...“, doch weiter kam sie nicht. Bob, welcher sich gerade daran gemacht hatte, das Schloss ihrer Unterkunft zu öffnen, drehte sich um und hielt ihr ein weiteres Stück Papier vor die Nase. Es war auf dem gleichen dunklen Papier geschrieben, wie die übrigen Nachrichten, die sie bisher erhalten hatten. Smokey Eyes schaute sich über die Schulter um, doch nur vertraute Gesichter. Sie bedeutete Bob stumm hineinzugehen.
Noch eine rätselhafte Nachricht
Tishina-Katze ebenfalls ratlos
„Da ist die Rede von schmutzig-gelben Licht, aber auch von einer Lampe.“, mutmaßte Bob nachdenklich und tippte auf den entsprechenden Abschnitt in dem verboten Buch, welches er beiseite geschafft hatte. Sie hatten die Gardinen ihrer Hütte zugezogen und studierten das Buch. „Weißt Du, was mich an der Geschichte am meisten stört, Bob ?“, der Angesprochene schaute Smokey fragend an. „Wer auch immer dahintersteckt, er versucht Misstrauen zu streuen.“, nachdenklich strich sie eine der langen widerspenstigen Zöpfe hinter die Ohren. „Wir sollen nun argwöhnisch auf jeden einzelnen achten, der von schmutziggelben Licht oder einer Lampe spricht ?“.
Der Bob nickte zustimmend. „Da hat jemand Spaß an Spielchen und zwar auf solche von der unlustigen Sorte. Ich habe es Dir schon damals gesagt: Hier in Tishina laufen zum Teil echt seltsame Sachen. Ein Angriff auf die vielzitierte Gemeinschaft.“ Der Bob fuhr sich nachdenklich durch den Bart. „Irgendwie scheint dass die ständige, verdammte Tragödie der Menschheit zu sein: Sobald irgendwo etwas Gutes entsteht, gibt es irgendwo einen Verrückten der es brennen sehen will.“
Smokeys Blick verfinsterte sich. „Und genau deswegen, werden wir der Sache weiter nachgehen. Entweder dieses ganze Tishina ist nichts weiter als eine Farce…“, Bob unterbrach sie: „Ein verdammtes Spinnennest !“. Smokey nickte, in Erinnerung an Bobs letzten Song, „Oder Einzelne treiben hier ein falsches Spiel.“. Während sie sprach band sie sich die langen Dreads zu einem Zopf zusammen. „Was sagst Du immer über Spinnen, Bob ?“. Bob musste kurz nachdenken, aber dann hellte sich sein Gesicht auf: „Nur eine tote Spinne ist ´ne gute Spinne.“, und er ließ kurz seinen typischen dreckigen Bob-Lacher erklingen. „Genau“, stimmte Smokey ihm zu. „Wir halten Augen und Ohren offen. Warten auf die Schlüsselwörter und dann nehmen wir die entsprechenden Leute in die Zange.“. Bob klatschte einmal bekräftigend in die Hände und erhob sich schwungvoll aus seinem Stuhl. „Dann mischen wir uns mal unter’s Volk“, sprach er und machte sich direkt zu den nächststehenden Tishinesen auf, so das Smokey Mühe hatte, ihm zu folgen.
„Nicht den kleinsten Hauch einer Spur, Smokey. Unsere verdammten Hinweise laufen ins Leere, man.“. frustriert fuhr sich der Bob durch das schulterlange graue Haar. Sie hatten tatsächlich mit jedem Tishina-Bewohner gesprochen. Unverfängliche Gespräche, über das Wetter, Infizierte und die Versorgungslage. Die entscheidenden Wörter waren gefallen und sobald dies geschah, bohrten Bob und Smokey genauer nach. Aber alles was sie zur Antwort erhielten war „Ich habe keine Ahnung, wovon ihr redet“ oder „Ich sage nichts ohne meinen Anwalt.“. Das Gefühl, dass manche Bewohner des Dorfes mehr wussten, als sie bereit waren zu sagen, beschlich Smokey fortwährend, wie ein dunkler Schatten. Der Gedanke, dass Tishina von einer geheimen Verschwörung oder gar einem Verräter befallen war, gefiel ihr überhaupt nicht. Sie konnte Bobs Frustration durchaus nachvollziehen. Die Sonne neigte sich bereits zum Horizont und tauchte alles in ein orange glühendes Licht. Die Wipfel der Tannen wirkten, als würden sie in Flammen stehen und die Vögel konzertierten dieses Inferno in ihrer abendlichen Instrumentierung. „Man kommt sich irgendwie vor, wie in einer dieser Soaps - Zeit der Sehnsucht oder Game of Thrones, oder so.“ gab der Bob von sich.
„Dinge die man nach der Apokalypse nicht vermisst, was ?“, warf Smokey mit einem Lächeln ein. „Du sagst es. Warum kommt da irgendein oder irgendeine Dahergelaufene daher und gibt uns Rätsel auf ? Soll das irgendwie eine Art Test, oder so, sein ?“. Smokey wiegte knapp den Kopf. „Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Letztlich soll es uns egal sein.“. Sie legte nachdenklich die Stirn in Falten. „ Heute Abend hat der Prediger zur Andacht gerufen. Ich weiß, was Du von sowas hältst, aber vielleicht sollten wir heute Abend mal teilnehmen. Danach können wir uns nochmal das Buch vornehmen. Vielleicht haben wir etwas übersehen ?“. Der Bob nickte zustimmend. „Aber Du weißt, dass ich bei Predigten immer einschlafe, erwarte also nicht von mir, dass ich da irgendwas zu Tage fördere.“ „Kein Problem, Bob. Ich werde die Augen für uns beide offenhalten. Versuch nur halbwegs meinen Rücken freizuhalten.“ Bob grinste: „Same procedure as ev’ry year, Miss Sophie“.
Eine vielsagende Predigt
Prasselnd loderte das Feuer in der Mitte Tishinas und belegte die Gesichter der Umstehenden Tishinesen mit tanzenden Schatten. Der Prediger war wie immer voller Enthusiasmus und wortgewandt sprach er seine Predigt. Diese rauschte aber am Bob ziemlich vorbei. Schon vor der Apokalypse hatte der Bob nur wenig mit den Religionen seiner Mitmenschen anfangen können und seither hatte sich nicht viel daran geändert. Er schätzte den Prediger als Menschen, aber das hieß nicht, dass er seinen Glauben teilte. Wobei der Glauben an den Gurkenschäler, an den heiligen Gurkenschäler, sich von den meisten Religionen unterschied, die dem Bob bisher in seinem Leben begegnet waren. Trotzdem würde er wohl nie ein Jünger werden. Wie so oft waren diese Worte kryptisch. Sie handelten von Vergebung, von Licht und Schatten und von wegen die unterschiedliche Abzweigungen nahmen. Die Religion des heiligen Gurkenschälers distanzierte sich zwar sichtbar von den „alten“ Religionen, jedoch kam es dem Bob vor, als wenn die verschiedenen Vertreter ihrer Glaubensrichtungen sich alle aus dem gleichen Vokabeltopf bedienten. Völlig in diesen Gedankengang vertieft, rissen ihn die Worte des Predigers aus seinen Gedanken. „Bob ! Ich freue mich, dass auch du bei der Predigt dabei warst. Wie hat sie dir Gefallen ?“ Der Bob fühle sich ein wenig überrumpelt und rang nach Worten: „Tja Murphy… das was du gesagt hast, hatte echte Tiefe, man. Hat den Bob richtig bewegt und so. Über Teile muss ich sicher noch ein Weilchen sinnieren. Echt deeper Shit und so.“. Murphy lächelte milde. „Freut mich, dass es Dir gefallen hat. Noch mehr erfreut es mich, dass ihr nun immer öfter hier in Tishina anzutreffen seid.“ Der Bob grunzte nur zustimmend. „Wie stehst denn du zur Vergebung, Bob ?“ Bob erwiderte seinen Blick. „Wie meinen ?“. Murphy hakte noch einmal nach: „Vergebung, Bob. Glaubst Du selbst an Vergebung ?“ Der Bob fuhr sich einmal nachdenklich durch den Bart. „Also, ich seh’ das so: Jeder kann mal Mist bauen, dann muss man drüber reden. Wichtig ist, dass man zu seiner Scheiße steht, man.“ Der Prediger lächelte freundlich und reichte Bob die Hand. „Ich dachte mir schon, dass Du so denkst. Auf noch eine lange gemeinsame Zeit in Tishina.“ Bob ergriff die Hand. „Und Bob,... folge dem Licht wo immer du es erblickst.“. Nachdenklich erwiderte Bob das Schütteln der Hand. „Ich werde es mir merken, Prediger.“
Später am Abend trafen Bob und Smokey wieder zusammen. „Glaubst du der Prediger steckt mit drin ?“, fragte Smokey, „Immerhin hat er das Signalwort benutzt.“. „Echt `ne harte Nuss.“, murmelte der Bob. „Andererseits war er nicht der Einzige heute.“, gab Smokey zu bedenken. „Bisher hat er sich auch immer als Freund erwiesen. Warum sollte sich das plötzlich ändern ?“ Smokey nickte zustimmend und ihr Blick glitt durch das Dorf. Das Feuer an dem die Predigt statt gefunden hatte war zum größten Teil heruntergebrannt und die Dunkelheit hatte wieder weite Teile des Dorfes ergriffen. Der Platz lag nun relativ leer da und die Tishinesen kümmerten sich alle um ihre jeweiligen Angelegenheiten. Ihre Hinweise schienen alle in Sackgassen zu führen. Genervt pustete Smokey sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, als sich ihre Augen plötzlich verengten. „Siehst du das ? Da drüben bei Z’s Platte ?“.
Licht unter der Platte
Der Bob blickte in die Richtung, die Smokey beschrieb und traute seinen Augen nicht. „`Ne verdammte Kerze !“ und er schaute Smokey auffordernd an. „Na dann folgen wir mal dem Licht.“, antwortete sie. Vorsichtig, darauf achtend, dass sie niemand beobachtet, gingen die beiden zu der Tischtennisplatte hinüber. „Hast Du gesehen, wer die Kerze dahin gestellt hat ?“ fragte Smokey. „Kein Plan, man. Ich habe sie auch erst gesehen, als Du mich darauf hingewiesen hast.“ Flink neigte sich Smokey zu der Kerze, blies das Licht aus und betrachtete sie von allen Seiten – Eine weitere Nachricht.
Wieder eine sehr rätselhafte Nachricht
Schnaubend schüttelte Smokey den Kopf. „Da hat jemand echt Spaß dran.“ stellte sie fest. „Tja,“, ließ der Bob sich vernehmen. „Dann lass uns mal ganz unauffällig die Fundamente umpflügen. Ich hol’ mal den Klappspaten.“. Smokey nickte zustimmend. „Wird Zeit, dass wir der Sache ein Ende bereiten.“
Sie verabredeten, dass sie sich in T -10 Minuten, hinter den Hütten wiedertreffen wollten. Smokey nutzte die Zeit, um noch eine kurze Runde durch Tishina zu drehen und die Ereignisse der letzten Tage noch einmal Revue passieren zu lassen. Wenn der Urheber oder die Urheberin Splitter in die Gemeinschaft treiben will, dann ist in das mit dieser Aktion gelungen. Wo man vorher nur freundliche Gesichter sah, suchte man nun nach Anzeichen des Verrats. Jedes gewöhnliche Wort konnte ein Zeichen sein. Jedes harmlose Gespräch ein Prüfung. Was die Sache am Schwierigsten machte war, dass sie eigentlich jedem Tishinesen vertraute. Tatsache war aber auch, dass irgendwer hier im Namen Keysers, oder vielleicht auch er selbst, sein Unwesen trieb. Smokey war sich sicher, dass sich im Wirken Keysers keine tiefere Wahrheit oder Philosophie verbarg. Nach allem was sie von dieser Person gehört hatte, waren alle seine Rechtfertigungen fragwürdig und seine Taten höchst verurteilenswert. Dass hinter all dem eine tiefere Erkenntnis steckte, welche Menschen zu Monstern und Monster zu bedauernswerten Opfern machte, bezweifelte sie.
Sie passierte das große Lagerfeuer. Wie so oft gab es hier mal wieder eine Diskussion zwischen einigen Dotlern und einem Vertreter von NWAC. Smokey musste schmunzeln. Alles wirkte so wie immer und doch gab es einen Wurm im Apfel. Sie entschied sich kurzerhand zu einem anderen Weg und begab sich zurück zur VCU Hütte. Während sie sich in das Innere begab, sorgte sie dafür, dass ein paar Tishinesen mitbekamen, dass sie sich in die Hütte begab. „Hab noch ein paar Unterkünfte in Chernogorsk zu planen“, sagte sie denen, den sie begegnete und wünschte Ihnen eine Gute Nacht. In der Hütte angekommen, öffnete sie leise das hintere Fenster und glitt in die Nacht hinaus. Bob war bereits vor Ort, gerade dabei den Klappspaten zusammenzuschrauben ohne zu bemerken wie Smokey hinter ihm erschienen war. „Dafür, dass wir hier on a Mission sind, bist du echt unvorsichtig.“ Bob fuhr zusammen und ließ beinahe den Spaten in den Kies fallen. „Gott verdammt, Smokey. Wenn Du Die Sache schnell hinter mich bringen willst, dann solltest Du so etwas öfter machen.“ und er griff sich dramatisch an die Brust. „Das hältst du schon aus. Aber diese ganze Heimlichtuerei geht mir gegen den Strich.“ Bob nickte. „Ich weiß genau, was du meinst.“, raunte er, „aber ich denke auch, dass du absolut recht hast. Wie schon der alte Lenin sagte: Finde heraus wer davon profitiert, und so.“ Smokey nickte knapp. „Die andere Möglichkeit ist die, dass die Person uns genau da hat, wo sie uns haben will.“. Smokey schaut sich auf dem Kiesboden um, der sich hinter den Hütten erstreckte. Dann deutete sie auf einige aufgewühlte Kiesel. „Dort sieht es so aus, als wäre der Kies kürzlich bewegt worden.“. Bob ging zu besagter Stelle und stieß mit einem knirschenden Geräusch den Spaten in den Kies.
Nächtliche Grabearbeiten
Sie mussten nicht allzutief graben, bis der Spaten mit einem dumpfen Schlag auf einen Widerstand stieß. Beim weiteren Graben stellte sich der Widerstand als Kiste heraus. Bob wischte sich mit seinem Ärmel den Schweiß von der Stirn und beugte sich dann schnaufend vornüber. „Ich bin eindeutig zu alt für solchen Scheiß“, schnaufte er. Smokey öffnete währenddessen die Kiste und förderte eine weitere Nachricht zutage. Sie zog eine Taschenlampe aus der Tasche, zog sich ihre Jacke über den Kopf und las in diesem provisorischen Lichtschutz die Nachricht. Abermals war sie in bleichen Lettern auf schwarzem Papier geschrieben.
Eine letzte, zutiefst rätselhafte Nachricht
Sie hatten sich ohne weitere Umschweife auf den Weg gemacht. Gerne hätte Smokey noch eine M4 mitgenommen, irgendetwas, das größer war, als ihre Handfeuerwaffe, aber sie hatte den Eindruck als würde die Zeit drängen. Wenn sie den Urheber des Ganzen enttarnen wollten, dann mussten sie jetzt handeln. Sie versuchten in aller Eile keine Aufmerksamkeit zu erregen und machten sich, so unauffällig wie möglich, auf den Weg zu dem benannten Treffpunkt. Sie durchschritten das Tor mit den Lettern „Tishina“ und wanderten wieder unter den Bäumen, welche die kurze Zufahrt zum Dorf säumten. Das Laubdach war so dicht, dass man nichts als Schwärze wahrnahm. Es war kühl geworden und die Luft fühlte sich klamm an. Als sie das Ende der Zufahrt erreichten wurde das Laub etwas lichter und gab die Sicht auf eine tief lapislazulifarbenen Himmel frei. Die Wolken reflektierten das letzte Licht der untergegangenen Sonne und ließ sie in einem magentafarbenen Ton erleuchten, was sie klar von dem dunklen Himmel abhob. Nebelschwaden zogen sich wie Dampf in einer Waschküche über die anliegenden Felder. Das Rauschen und Knacken des nächtlichen Waldes war so präsent, dass es beinahe in den Ohren dröhnte und mehr als einmal hatten Smokey und Bob das Gefühl, dass sie beobachtet wurden. Bei jedem lauteren Geräusch hielten sie inne und prüften die Umgebung, doch nichts außer dem Wald schien um sie herum zu sein. Als sie bereits den halben Weg zur Landstraße zurückgelegt hatten, sahen sie eine schemenhafte Gestalt am Wegesrand sitzen. Smokey blickte zu Bob, welcher bereits seine Waffe zog. Smokey tat es ihm gleich. Als sie näher herankamen erhob sich die Person. Bob erkannte in ihm einen der Mannschaftsdienstgrade der UNOC. Zudem einen, der immer wieder durch disziplinarische Probleme auffiel. Wie war noch gleich sein Name... ?
Smokey kam direkt zur Sache „Du, steckst hinter all dem hier ?“. Der UNOC Mann schüttelte nur knapp den Kopf. „Ich bin nicht die Person, die ihr sucht.“, sagte er in einem Tonfall, der vermuten ließ, dass er ebenso über dieses Zusammentreffen überrascht war, wie Smokey und Bob. „Mir wurde gesagt, dass ich mich zu dieser Zeit auf diesen Weg begeben soll. Mir würden dort zwei Personen begegnen. Diesen beiden Personen soll ich sagen, dass sie sich weiter zur Landstraße begeben sollen.“ Der UNOCler zuckte bedauernd mit den Schultern. „Mehr weiß ich auch nicht.“
„Okay, man“ und der Bob ließ seine Hand schwer auf der Schulter des Hauptgefreiten landen, „ und das nächste Mal hockst Dich nicht so in den dunklen Wald. Jemand der nicht so eiserne Nerven hat wie der Bob, hätte dich aus Versehen erschießen können.“, und dann schaute er zu Smokey.
„Wir sollten weiter“, sagte diese und nach einer kurzen Verabschiedung, setzen Smokey und Bob ihren Weg fort.
Nach einiger Zeit sahen sie die Landstraße. Zumindest das was mal eine Landstraße war. Der Asphalt war an vielen Stellen, durch Jahre der Witterung und Vernachlässigung brüchig geworden und eine Vielzahl von Schlaglöchern durchzog die Oberfläche. Die Ränder waren weit mit Pflanzen überwuchert und an einigen Stellen hatten Baumwurzeln den brüchigen Asphalt durchbrochen. Der besagte Schotterplatz war nicht weit. Es war der Ort an dem Smokey und Bob eines der VCU-Fahrzeuge geparkt hatten. Eine ehemals rote, nun mit zusätzlichen Rostsprecklern verzierte Limousine aus den 70ern des letzten Jahrhunderts, die sich als erstaunlich robust erwiesen hatte. Ein kurzer Blick im Vorbeigehen offenbarte, dass das Fahrezug unberührt schien. Vorsichtshalber warf Smokey einen Blick in den Kofferraum, fand dort aber nichts, was dort nicht schon vorher gewesen war.
Ahnungslos, aber dafür mir Stil - VCU
Sie warf einen Blick auf die Uhr. „Wir sind pünktlich.“ Bob nickte. „Was mal echt ungewöhnlich ist.“ Dann schaute er sich auf dem Platz um. Niemand war zu sehen. Smokey versuchten die nah stehenden Bäume zu durchdringen. Nichts. Die Minuten verrinnen und ihre anfängliche Wachsamkeit ließ langsam nach. Nach etwa 10 Minuten steckte Smokey ihre Pistole zurück in den Holster. „Vielleicht doch ein Scherz“, verlieh sie einer Hoffnung Ausdruck. Bob nickte zustimmend „Das wäre mir ohnehin das Liebste.“, er begann ungeduldig auf und ab zu gehen. Nach weiteren zehn Minuten schien es sicher, dass niemand mehr erscheinen würde. Bob hatte inzwischen einen kleinen Graben in den Kies gezogen, den er immer wieder auf und abschritt und Smokey blies ungeduldig die Wangen auf. „Wir warten noch zehn Minuten und dann haken wir die Sache ab.“. „Soll mir absolut Recht sein.“, sagte der Bob, immer noch auf und ab gehend. „Vielleicht hat, wer auch immer, kalte Füße bekommen. Vielleicht war es auch die reine Verwirrungstaktik. Da müssen sie beim Bob allerdings schon früher aufstehen. Wie du ja weißt Smokey, hat der Bob seinen Drogenkonsum ganz gut im Griff und deshalb habe ich da echt den Durch…,“ in dem Moment hörte Bob hinter sich, aus der Richtung in der Smokey stand, ein dumpfes Geräusch, wie wenn ein Gegenstand auf dem Kiesboden aufgeschlagen wäre. „Smokey… ?“, fragte Bob noch im Umdrehen, und schon sah er Smokey leblos am Boden liegen. Im gleichen Moment spürte der Bob einen stechenden Schmerz im Hinterkopf und Dunkelheit umfing ihn.
Als er erwachte, hatte der Bob das Gefühl als wenn tausend kleine Kobolde mit silbernen Vorschlaghämmern auf die Innenseite seines Schädels die Odyssee 2001 eintrommelten. Seine Augenlider wollten ihm noch nicht ganz gehorchen und es war als würden blendende Lichter über seine Augen huschen. Seine Ohren gaben nur einen hohen Pfeifton wieder, welcher sich mit wachsendem Bewusstsein immer mehr veränderte. Als nächstes bemerkte er einen brennenden Schmerz auf der Brust. „Verdammt,“, schoss es ihm durch den Kopf, „der erste Herzinfarkt.“. Er zwang sich seine Augen zu öffnen, doch das änderte nichts an den blendenden Lichtern die vor seinen Augen tanzten. Zu den Lichtern gesellten sich nun auch Töne. Rufe und Schreie von Menschen, die anscheinend aufgebracht waren, schwere Stiefel, die durch den Wald rannten, vereinzelt ein Schuss. Dann sackte er wieder in sich zusammen und verlor abermals das Bewusstsein.
Das haben sie nun davon
„Und so fanden wir euch dann.“, endete der Bericht des OTL Wüstenfuchs. „Abgesehen von den Malen und euren Blessuren am Kopf, relativ unverletzt. Wer weiß, was passiert wäre, wenn wir euch nicht rechtzeitig gefunden hätten.“. Ein zustimmendes Raunen ging durch die Anwesenden Tishinesen. „Da habt ihr aber Glück gehabt“, ließ sich einer der DOTler vernehmen. Smokey war sich nicht sicher ob es Glück gewesen war. Rückblickend hatte sie den Eindruck, dass alles so gelaufen war, wie der Strippenzieher, sei es nun Keyser oder irgendein Nachahmer, es gewollte hatte. Bob und sie trugen nun sein Mal. Eine Tätowierung mit der Sensenhand, welche das Zeichen Keysers war. Nachdenklich rieb sie sich die Stelle an ihrem linken Oberarm. Bei Bob fand sich das gleiche Mal auf der Brust. Direkt über dem Herzen. „Und ihr habt nichts gefunden ?“, fragte sie an Wüstenfuchs gewandt. Dieser schüttelte nur bedauernd den Kopf. Wir haben direkt die Umgebung durchkämmt. Wir fanden Spuren, die möglicherweise zu dem oder den Tätern gehören, aber diese verloren sich im Unterholz.“. Smokey deutete dann auf ihre Hütte, die mit einem „K“ versehen war. „Und das da ?“. Wüstenfuchs druckste etwas herum, bevor er antwortete. „Das muss geschehen sein, als wir die Gegend durchsucht haben.“
Smokey wirkte nachdenklich. Sie waren, wie blutige Anfänger, in die Falle getappt. Es stimmte was gesagt wurde, wer weiß was geschehen wäre, wenn die UNOC nicht rechtzeitig aufgetaucht wäre. Was blieb, war die Tatsache, dass wer auch immer hinter dem Anschlag steckte Helfer in Tishina gehabt haben musste. Das warf deutlich mehr Fragen auf, als Smokey lieb war. Wem würde man künftig noch vertrauen können ? War Keyser wirklich sicher irgendwo außerhalb von Chernarus in Verwahrung ? Was war überhaupt der Zweck dieser ganzen Sache ?
Sie würden nun noch aufmerksamer sein. Ein Auge auf die Gemeinschaft haben. Und ganz sicher nicht dem Nagen nachgeben, was sich drohte in ihr auszubreiten. Irgendetwas sagte ihr, dass genau solche Gefühle es waren, die Menschen wie Keyser zum Erfolg verhalfen. Den Gefallen würde sie ihm nicht tun. Sie blickte zu Bob herüber und dieser wirkte so, als wenn gar nichts vorgefallen wäre. Die gewohnte Tüte in der Hand, blickte er lächelnd in die aufgehende Morgensonne, als hätten die nächtlichen Ereignisse ohne ihn statt gefunden.
„Rauchst Du alleine ? Gib mal her das Teil.“. Während sie den Rauch wieder ausatmete wurde ihr klar, warum jemand wie Keyser sie für sein Spielchen ausgewählt hatte. Sie und Bob und somit VCU standen für bedingungslose Gemeinschaft. Der natürliche Feind für Menschen wie ihn. Smokey lächelte finster. Wer auch immer, würde schon bald feststellen, dass er oder sie sich die falschen Überlebenden für das Spiel ausgesucht hat.
Gezeichnete
Ende.... Vorerst.