💌 Herzensgrüße vom 24.11.2025 - Über Grenzen und groteske Kunst

Hallo ihr Lieben,
es gibt Tage in Chernarus, da spürt man sehr deutlich, wie nah Frieden und Irritation oder Gefahr und Fürsorge tatsächlich beieinanderliegen.
Der heutige Tag war einer dieser Sorte – nichts Dramatisches, nein.
Auch nichts Weltbewegendes, aber vieles, was nachhallt.
Wieder einmal.
🚗 Ein Geschenk, das keines sein sollte
Davus kam am Morgen ans Camp und brachte mir seine alte weiße Olga vorbei –
eine Schrolga, wie ich sie in Anlehnung an ihr ächzendes Knattern nannte. Ich war nicht da, als er das Auto einfach im Camp parkte, aber er schrieb mir später und erklärte mir alles.
Er hatte einen gelben Sarka gefunden und brauchte sie nun nicht mehr.
„Vielleicht macht sie ja noch jemandem Freude“, sagte er.
Und ich glaube, das meinte er ehrlich.
Doch als ich den Kofferraum öffnete,
sah ich sie:
Ein „D“ aus Kürbiskernen.
Und direkt daneben ein „G“....
G wie Greeny.
Und alles in mir wurde schlagartig still.
Ich habe Grenzen gesetzt.
Klare, notwendige.
"Lass uns Abstand einhalten." Er sagte das sei in Ordnung. Er sagte er verstand und würde es respektieren.
Aber irgendein Teil von ihm verstand nicht, was dieser Abstand alles beinhaltete.
Dass ich Abstand halten wollte war kein Angriff, sondern mein Selbstschutz.
Ich dankte Davus aber sprach ihn auf das Zeichen an.
Er beteuerte sofort, er wisse davon nichts. Greeny habe das Zeichen wohl in seiner Abwesenheit ins Auto gelegt.
Nun…
genau das war ja der Punkt.
Es war diese Art stiller Grenzüberschreitung, dieses „Ich komme einfach trotzdem“, das mich müde machte.
Das konnte noch so freundlich gemeint gewesen sein, es war eine Grenze die nicht geachtet worden war. Ich seufzte.
Ja, ich nahm die Olga dankend an, aber die Botschaft blieb dort, wo sie hingehörte: im Kofferraum der Vergangenheit.
🔫 Schüsse über dem Industriegebiet
Kaum hatte ich mich gesammelt, hallten Schüsse vom Industriegebiet über Prigorodki.
ninja2.00926 (UltrA), Jannnik und ich brachen auf, um herauszufinden was da vor sich ging.
Ich wollte mir von oben einen Überblick verschaffen, doch schon der erste Blick aus dem TEC-Gebeäude endete mit einem Einschlag: Ein Schuss direkt auf mich.
Ich fiel zurück; traumelte. Mein Herz raste wie verrückt und ich zog mich zurück.
Das war knapp gewesen. Ich versuchte mich zu verbinden, aber meine Bandage war durch den Schuss ruiniert worden.
Hastig tastete ich nach einer sauberen Bandage in meinem Begrüßungsteddy.
Ein Glück, dass ich immer einen bei mir trug.
Dann fiel Jannik.
Ein sauberer, tödlicher Treffer.
Wir dachten zuerst, der gleiche Schütze habe ihn erwischt.
Aber dann kam die ernüchternde Wahrheit: Es war E.C.H.O. gewesen.
Er hatte die Schüsse gehört und wollte nach dem Rechten sehen und dabei hatte er Jannik für den Schützen gehalten.
Es tat ihm sichtbar leid.
Und noch während wir versuchten, das Chaos zu sortieren, legte E.C.H.O. sich ins Zeug, den richtigen Schützen zu finden.
Wenige Minuten später hatte er ihn erledigt – präzise, endgültig, bevor UltrA das Gebäude überhaupt stürmen konnte.
Als Wiedergutmachung brachte er Jannik später persönlich mit dem weißen Ada zurück ans Camp
– und schenkte ihm das Auto sogar.
Eine Geste, wie sie nur Echo beherrscht:
Wortlos und schwer, aber doch voller Bedeutung.
🥩 Kuru, der stumme Begleiter
ninja2.00926 (UltrA) wurde auf dem Rückweg unruhig.
Sie zitterte.
Lachte, ohne es zu wollen.
Kuru.
Ein einziger versehentlicher Bissen hatte gereicht, als sie Janniks Fleisch entsorgen wollte.
Ich sah es in ihren Augen: die Scham, der Ärger, dieses „Nein, nicht ich...“.
Aber sie trug es mit Fassung.
Kein Selbstmitleid.
Kein Drama.
Nur die nüchterne Erkenntnis:
„Dann ist das jetzt eben so.“
Ich bewunderte sie dafür.
Ich wusste selbst, wie tief dieses Lachen schneiden konnte – innen wie außen.
Seit Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 mit der Krankheit kämpfte, verstand ich die Erkrankung nun wesentlich besser. Sueda scherzte, sie könnten ja nun einen Club aufmachen und gemeinsam gäb es dann immer was zu lachen...
🔐 Die verriegelte Lagerhalle – und… Kunst?
Am Abend reisten wir nach Svetlojarsk, um die verbarrikadierte Lagerhalle zu öffnen, in der sich die Hütchen am Vortag
verschanzt hatten.
Drinnen fanden wir noch einige Waffen, Munition, leere Fässer und eine Botschaft aus Munition in einem Zelt.
„THX“ …gefolgt von einem...Munitions-Penis.
Ja wirklich. Kein Witz... die Hütchen hatten wohl wieder ihr Zeichen hinterlassen.
Ich stand davor und musste lachen.
Eine Mischung aus Fassungslosigkeit und Humor.
Primitive Kunst, aber irgendwie ehrlich und vielleicht war das einfach ihre Art zu sagen:
„Danke, dass ihr den Wahnsinn möglich gemacht habt.“
So ist Chernarus eben.
Manchmal brutal,
manchmal traurig,
manchmal auf eine verstörend kindliche Weise kreativ.
🌘 Zum Schluss…
Der Tag war wirr und unruhig.
An vielen Stellen auch merkwürdig, und doch:
Wir leben noch.
Wir lachen noch, wenn auch aus verschiedenen Gründen.
Wir streiten, versöhnen uns, verirren uns und finden wieder zurück.
Manchmal ist es das, was sich Leben nennt.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛