💛 Herzensgrüße vom 10.11.2025 – Boxring der Freundschaft
Hallo ihr Lieben,
der Halloween-Spuk war vorüber.
Kein verrottetes Fleisch mehr auf unseren Wangen, kein "Herz-Aus-Holz" mehr, wie mich einige im Spaß nannten. Keine eingefallenen Augenhöhlen, kein schattenhaftes Spiegelbild, das uns anstarrte wie ein Fremder mit trostlosen Augen.
Wir sahen uns wieder ähnlich, waren endlich wieder Menschen.
Ich hisste die REFUGE-Fahne erneut am Camp und es fühlte sich an wie ein neues Kapitel.
Ruhiger.
Heller.
Ehrlicher.
🍫Ein treffen mit Snickers
Am Camp drehte ich meine Runde und traf auf Snickers.
Er machte „Urlaub“, wie es schien und brachte uns Draht, Morphium, eine Batterie
und eine Flasche. Letztere sah definitiv aus, als hätte sie eine Geschichte zu erzählen, aber sie blieb aus.
Snickers hatte nämlich... technische Probleme. Irgendwie konnte er sich nicht mit uns unterhalten, lediglich schreiben.
Einer der seltenen Fälle, bei denen das Schweigen wirkliche Ursachen hatte und nicht einfach ein Akt der Täuschung oder des Unwissens waren.
Doch wir arrangierten uns, unterhielten uns trotzdem irgendwie gut. Wenn man lange genug mit schweigenden Bambis und Personal zu tun hat, dann kommt man auch damit klar.
Nach kurzer Zeit wurde er jedoch bleich und klammerte sich an seinen Bauch.
Ich war nicht sicher: Hatte er sich überfressen am Camp oder die Cholera bekommen? Ihm war wohl nicht bekannt, dass sie seit einiger Zeit ziemlich heimtückisch war und man sehr vorsichtig sein musste. Beides war jedenfalls möglich und so gab ich ihm vorsorglich ein paar Tetracyclin-Tabletten.
Danach ging es ihm auch bald wieder besser und ich konnte wieder weiter am Camp meinen Tätigkeiten nachgehen.
🚚 Ein Boxring für Prigorodki
Pinky kam vorbei, und kurz darauf hörte ich das Dröhnen eines Motors. Zunächst fuhr ein Ada vorbei, dann ein LKW. Darin: WhiskeyMixer .
Das Fahrzeug war vollgestopft mit Baumaterial.
„Herz!", rief er stolz, "Heute bauen wir ihn! Den Boxring vor Prigorodki!“
Nachdem die Jungs sich immer wieder Boxkämpfe geliefert hatten und wir im anderen Chernarus ein richtiges Boxturnier besucht hatten, die "BB Fight Night" (in der NiggoB sogar der Champion geworden war und sich seitdem liebend gern "Niggorodki the Fear" nannte...) war der Wunsch gewachsen auch hier unter kontrollierten Bedingungen Faustkämpfe austragen zu können.
Und so packten viele helfende Hände mit an. Cala-j, ninja2.00926 (Ultra), Jannnik, Locke, Pinky, WhiskeyMixer und ich. Habe ich jemanden vergessen? Falls ja, tut es mir leid. Aber an dem Tag passierten noch so viele Dinge, dass ich mir gerade nicht mehr ganz sicher bin.
Wir alle schleppten Balken, stellten Wände auf, richteten Pfosten aus und bauten die Arena samt Zuschauertribüne.
Aber noch bevor der Boxring richtig stand, war kalr, wer den ersten Kampf haben würde... UltrA geriet mit Locke aneinander. Worum es im Einzelnen ging, weiß ich leider nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass es etwas mit einer Hexte, kurzen Zwergenbeinen und ungenießbaren Äpfeln zu tun hatte.
Als der Ring endlich fertig war,
durfte er eingeweiht werden.
🥊 Der Ring wir eingeweiht
Erst traten ninja2.00926 (UltrA) und Jannnik gegeneinander an.
Ein Kampf mit Herzblut. Jannik war schnell und flink im Ausweichen, aber UltrA zielstrebig und ließ sich nicht einschüchtern.
Aber behielt sie die Oberhand und Jannik verlor.
WhiskeyMixer grinste und sagte zu mir "Ich Wette, der Ring steht bis Donnerstag!"
Wir lachten. Denn wir wussten: In Chernarus war alles nur geliehen. Heute war der Ring hier und morgen konnte ihn schon jemand wegen der Baumaterialien abgebaut haben.
Das wäre zwar schade, denn dieser Ring hatte wirklich Potenzial, aber so liefen die Dinge hier.
Im zweiten Kampf kämpfte UltrA dann nach einer kurzen Pause gegen Locke. Ich war mir nicht sicher, ob sie sich schon genügend erholt hatte, aber UltrA war heiß auf den Kampf und vielleicht auch auf etwas Genugtuung.
Locke war impulsiv wie eh und je. Gut gelaut und voller lockerer Sprüche. Die Fäuse flogen, beide mussten sich bandagieren und nach einer Unterbrechung ging es weiter, eingeleitet von Gewehrschüssen, die WhiskeyMixer abgab.
Beide standen sich gegenüber, schlugen nach einander, trafen sich. Plötzlich fiel UltrA. Locke hatte sie getroffen. ich spurtete in den Ring, um sie zu reanimieren, aber es war zu spät.
Der Schlag hatte sie so heftig getroffen, dass sie starb und an der Küste landete.
Ich seufzte. Aber so war sie, ich musste es akzeptieren. Locke wollte das aber nicht auf sich sitzen lassen und nahm Janniks Ada, um sie abzuholen.
Während er unterwegs war, kam Rio wieder vorbei.
Er hatte die hatte die Schüsse gehört, doch alles war gut.
Locke brachte Ultra zurück und für einen Moment
fühlte sich alles an wie ein kleines, chaotisches Familienfest.
Fast.
🔥 Ein Fremder im Dunkel
Am Leuchtturm fielen plötzlich Schüsse.
Anfangs waren sie noch weit weg, dann kamen sie näher in unsere Richtung; nach Prigorodki.
Ein Fremder schoss offenbar auf Zombies. Sah zu uns, zielte in unsere Richtung.
ninja2.00926 (UltrA) wollte zurückschießen – aber ich rannte dazwischen, hob die Hände und winkte.
Versuchte zu deeskalieren.
Schließlich flüchtete der Fremde.
WhiskeyMixers wachsamer Blick verfolgte ihn ein Stück.
Schließlich sah er einen zweiten Überlebenden mit Kürbiskopf durchs Industriegebeit laufen.
Und dann,
vor Prigorodki,
stand er wieder: Der stumme Fremde, der geschossen hatte. Dieses Mal mit einer Fackel.
Ich sprach mit ihm und entschuldigte mich dafür, dass UltrA vorher auf ihn geschossen hatte.
Er antwortete nicht, sondern sprach nur mit Gesten. Er legte uns Nägel hin. Ich bot ihm Hifle an, aber er schüttelte nur den Kopf. Abschließend erklärte ich ihm,
dass Schüsse in unserer Gegend gefährlich waren, für ihn und für uns.
Er nickte stumm und verschwand erneut.
Später, als es dunkel geworden war, sah UltrA zwei Spieler an einem kleinen Lagerfeuer nahe dem kleinen Militärcheckpoint.
Ich brachte ihnen Äpfel, aber traf nur noch einen an. Den Stillen von vorhin. Ich legte den Apfel vor ihn und ging wieder weg.
Whiskey beobachtete unterdessen jemanden im Tec-Gebäude. Wieder der Kürbiskopf.
Ich wollte Kontakt aufnehmen und traf unterwegs wieder auf den Stillen Fremden. Da er mir seinen Namen nicht nennen wollte, beschloss ich ihn "Fritz" zu nennen. ich fragte, ob das okay war, aber konnte an seiner Geste nichts ablesen. Also blieb es bei "Fritz".
Locke lachte.
„Na toll. Jetzt kann ich ihn gar nicht mehr erschießen! Wenn er doch nen Namen hat..."
Manchmal ist ein Name eben wie ein Schutzschild.
🍏 Der Abend der kleinen Gesten
ninja2.00926 (UltrA) und ich räumten später gemeinsam die Dosen in die "Rostige Axt" ein, die Rio gebracht hatte.
Dann kam Crippsy vorbei, bestaunte den Boxring und trat gegen WhiskeyMixer an.
Whiskey gewann.
Natürlich.
Er hätte beim Kämpfen wohl sogar einen Bären beeindruckt, glaube ich.
Die Stimmung war leicht, freundlich, ungewohnt warm und herzlich trotz der Kämpfe. Einfach sportlich.
Und dann – als hätte der Tag nur auf diesen Moment gewartet –
meldete sich Kallele bei mir.
Er entschuldigte sich. Eine Entschuldigung, die ich in seinem Namen auch an die anderen Campbewohner weitergegeben habe.
Es schien aufrichtig.
Er sagte, er bedauere, dass er mir damals in den Kopf geschossen hatte und dass die Situation ihn zu schnellen Entscheidungen getrieben habe.
Und er sprach offen aus, dass der Raid ein Fehler gewesen war. Ebenso das Terrorisieren der Camps zur eigenen Belustigung.
Zitat
Mit dieser Nachricht würde ich mich gerne bei dir ( und bei den anderen Camp bewohnern ) entschuldigen. Die Sachen die ich gemacht habe wahren oft unüberlegt und nicht nötig. Trotzdem sind sie passiert und ich bin nicht Stolz auf diese Momente und ich bereue sie auch. Ich hoffe du kannst meine Entschuldigung annehmen und wir können in der nächsten Season wieder zusammen am Feuer sitzen.
Was soll ich sagen? Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich räumte ein, dass ich auch in einigen Dingen besonnener hätte agieren müssen und ich nahm seine Entschuldigung an.
Nicht aus Schwäche, sondern weil ich endlich merkte, dass ein Knoten sich lösen wollte, der sich viel zu lange schon viel zu eng um meine Brust geschlungen hatte.
🌅 Zum Schluss…
Der Tag endete spät, aber mein Herz fühlte sich leichter an als sonst.
Wir bekamen unsere Gesichter zurück,
unsere Würde, unsere Kämpfe und unsere kleinen Siege.
Ich ging müde schlafen, aber zufrieden.
Immer in dem Wissen, dass ich manchmal in Chernarus eine zweite Chance bekam und diese ebenfalls vergeben durfte.
Und, dass Vergebung nicht immer ein Geschenk ist, sondern manchmal auch ein Weg, den man gehen kann.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
