💌 Herzensgrüße vom 17.10.2025 – Mysteriöse Zeichen am Camp
Hallo ihr Lieben,
es gibt Tage, die lassen dich gewissermaßen ratlos zurück. Nicht, weil etwas Schlimmes passiert wäre, kein Feuergefecht, kein Überfall, kein Schrei im Funk – sondern weil man das Gefühl hat, dass etwas geschehen ist, das man nicht greifen kann. Eine Spur, ein Schatten, ein Zeichen vielleicht. Etwas, das jemand hinterlassen hat, um uns etwas mitzuteilen. Nur kommen wir nicht darauf, was gemeint sein könnte.
💥Das geöffnete Tor
Der Morgen begann ruhig, beinahe trügerisch friedlich. Ich zog mich etwas vom Camp zurück, während janinesta (Selina) das Krankenhaus aufsuchte, auf der Suche nach Verbandsmaterial und etwas Normalität. Dort hörte sie Schüsse – erst drei, dann viele – aus Richtung Dubovo oder vielleicht auch Prigorodki. Zunächst klangen sie wie diese typischen „kommunikativen Vanilla-Schüsse“, unaufgeregt und fast beiläufig, doch bald wurden es mehr, und der Rhythmus änderte sich. Sofort brach sie auf, alarmierte dakel und Jannnik und machte sich auf den Weg zum Lager, in der Befürchtung, dass es sich um Raidschüsse handeln könnte.
Bei Jannik und Dakel in der Basis war alles in Ordnung. Also lief sie weiter, direkt nach Prigorodki – und dort fanden die drei etwas, das uns den Rest des Tages beschäftigen sollte:
Das Kochhaus, das wir zuletzt abgeschlossen und mit Metallblechen gesichert hatten, stand offen. Das Zahlenschloss lag mit verstelltem Code am Boden, zwei Stacheldrähte und eine Packung Nägel sowie vier Wellbleche daneben. Der Holzrahmen war noch intakt, aber das Tor tand offen. Es sah nicht nach einem klassischen Raid aus, eher nach einem Versuch, herauszukommen. Vielleicht war jemand im Inneren gewesen und hatte einen Weg gesucht, sich zu befreien.
Aber noch etwas gab uns Rätsel auf: In der kleinen Holzbox am Schwarzen Brett lag nun ein umgedrehtes „V“ aus Kürbiskernen. Dakel hatte es gefunden. Selina schwor, sie habe genau dieses Symbol am Morgen bereits gesehen und aus Trotz wieder in ein Herz verwandelt. Daneben habe noch ein ruinierter Pistolenschalldämper gelegen. Warum legte jemand so einen Gegenstand in unsere Box beim Schwarzen Brett?
Tja und nun war das umgedrehte V zurück. Beide Male jedoch etwas unterschiedlich gelegt. Vielleicht verschiedene Personen, vielleicht ein Nachahmer. Vielleicht einfach Zufall. Wir grübelten, fanden aber keine Antwort. Hatte die Person, die das Tor aufgebrochen hatte, das Symbol gelegt? Und wenn ja, wie konnte es sein dass die Person eingesperrt gewesen war, aber morgens das Zeichen hatte legen können? Fragen über Fragen.
Das Einzige, worauf wir uns einigen konnten, war, dass dieser Eindringling – wenn er überhaupt einer gewesen war – nichts gestohlen hatte. Im Gegenteil: Im Lager lag eine Feuerwehrjacke, gefüllt mit medizinischen Gütern, wahrscheinlich aus unserem eigenen Zelt. Es war, als hätte jemand etwas genommen, nur um etwas zurückzugeben.
Ich weiß nicht, was mir mehr Angst machte – der Gedanke, dass jemand im Camp war und das Tor zum Kochhaus aufgebrochen hatte, oder die Möglichkeit, dass jemand uns mit derartigen Symbolen versuchte etwas mitzuteilen, wir aber nicht verstanden was er damit sagen wollte.
Buchstabensalat am Schwarzen Brett
🛠️ Zwischen Müdigkeit und Bewegung
Ich erzählte Black Lion von dem Fund. Er hörte zu, nickte und schwieg lange. Man konnte ihm ansehen, wie sehr ihn alles inzwischen anstrengte. Der Verlust seines grünen Sarkas hatte ihm zugesetzt. Es war nicht das Auto selbst – es war das Prinzip. Das Gefühl, dass nichts bleibt, wenn man alles teilt. Er sprach davon, die Auffangzelte an der Küste, sein ganz persönliches Projekt, nicht mehr zu beliefern. Zu tief saß die Enttäuschung, zu schwer wog die Müdigkeit. Ich verstand ihn. Auch ich war müde geworden, von den Kämpfen, den Vorwürfen, den ständigen Prüfungen der eigenen Geduld.
Dann meldete sich überraschenderweise vJoni im Funk. Ich war zunächst misstrauisch – zu viele Geschichten hingen an diesem Namen. Er war mit erschmadiebasics unterwegs gewesen, einer "Renegade-Banane" und dieser hatte unter falscher Fahne mit zwei Kameraden erst die Berezino Boys angegriffen und das dortige Lager sowie anschließend auch in Prigorodki Schaden angerichtet, immer auf der Suche nach Spannung. Zwar hatte Joni mir versichert, er würde nie ein Camp raiden oder auf Leute dort schießen, aber mir hing die Haltung seiner alten Fraktion "El Patron" noch nach. "Keine Freunde, nur Respekt". Ich erinnerte mich daran, wie die Jungs aus der Fraktion die Bambi WG in der vergangenen Season angegriffen hatten und Pinky im Gefecht im Industriegebiet von Prigorodki erschossen wurde. Wie erst am nächsten Tag Joni der Gruppe mitgeteilt hatte, dass es El patron gewesen war und das, obwohl sie noch Hilfe angeboten hatten. Und wie er sich mit den Balzbubis gut gestellt hatte, um das Maximale von beiden Seiten mitnehmen zu können. Ränkespiele... überall. Egal, ob Bambi WG, Banana Ops, die Balzbubis oder El Patron.
Keine Freunde, nur Respekt. Am Ende war es genau das gewesen. Und nun war Joni wieder zurück, sprach schnell und freundlich wie eh und je.
Er lachte, als ich ihn stichelnd fragte, ob ihn ein Bündnis hierher geschickt habe. Er antwortete direkt: Bündnisse seien nichts für ihn. Das war ehrlich, und vielleicht genau deshalb sprachen wir weiter. Ich erzählte ihm, was mit den Banana Ops geschehen war, und zum ersten Mal seit Langem hörte ich Bedauern in seiner Stimme. Vielleicht nicht wegen uns oder weil ihm die Angriffe auf uns leid taten, sondern weil er einen potenziellen Gegner verloren hatte, der ihn lebendig hielt. Er hatte wohl noch eine ganz eigene Rechnung mit ihnen offen. „Man hat mir feige in den Rücken geschossen“, sagte er, und ich dachte: Willkommen im Club – nur dass es bei mir das Gesicht gewesen war.
Am Ende blieb das seltsame Gefühl, dass wir beide müde waren. Nur im Gegensatz zu mir, schien Joni die aktuelle Situation zu gefallen.
🧱 Zwischen Wiederaufbau und Begegnung
Während Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 noch an ihrer "BBA" – der Bambi Besserungsanstalt – arbeitete, streifte ninja2.00926 (UltrA) durch den Containerhafen. Es war einer dieser Momente, in denen man spürt, dass alles gleichzeitig stillsteht und sich doch bewegt. Sie meldete sich kurz im Funk, sah nach dem Rechten, fand ein paar brauchbare Materialien und kehrte schließlich zum Camp zurück.
Dort traf sie auf janinesta (Selina), Pinky und Jannnik. Vier Menschen, vier verschiedene Wege, die sich an diesem Abend kreuzten. Niemand hatte einen Plan, aber alle wussten, dass Zusammenhalt manchmal nicht aus großen Reden, sondern aus stiller Anwesenheit entsteht. Ein Blick, ein kurzes Nicken, das reichte.
Bauarbeiten und am Camp
🚙 Eine Rückführung und eine Rückholaktion
Am Morgen hatte Pinky in einem ausgetrockneten Flussbett einen liegengebliebenen Humvee entdeckt, wie er anschließend berichtete. Über Funk brachte ich in Erfahrung, dass er AMB-Z (Ambo) gehörte, der ihn längst abgeschrieben hatte. Zwei Reifen fehlten, eine Glühkerze, sonst stand das Fahrzeug unversehrt da. Ich bat Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, janinesta (Selina) und Pinky zu begleiten, um den Wagen zurückzubringen – doch ehe sie loskam, hatten die beiden die Mission bereits abgeschlossen. Als sie an die Garage kam, stand der Humvee bereits dort, blitzblank, fast stolz. Selina und Pinky grinsten wie zwei Kinder, die sich gegenseitig übertrumpft hatten. Eine wirklich gelungene Überraschung. Es war ein kleiner Sieg, aber einer, der zählte. Wir boten an, ihnen das Auto zurückzuführen.
Kurz darauf meldete sich erneut vJoni. Er hatte einen grünen Sarka gefunden, mit Verbandstaschen und Teddybären im Kofferraum, unseren Begrüßungsteddys nicht unähnlich. – eindeutig Samariter-Handschrift. Er fragte, ob es unserer sei, und als ich erstaunt bejahte, gab er mir die Koordinaten: Nähe Militärlager Tisi. Er wollte nichts dafür, keinen Tausch, keinen Gefallen. „Du hast uns ja auch immer geholfen“, sagte er, und das genügte. Es erinnerte mich an „Hoffnung“, den roten Sarka aus vergangenen Tagen, der immer wieder von El Patron verloren und doch jedes Mal zurückgeführt wurde. Vielleicht gibt es Dinge, die ihren Weg einfach kennen.
Noch am selben Abend stellten wir ein kleines Rettungsteam zusammen: Jannnik, ninja2.00926 (UltrA), janinesta (Selina), Black Lion und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371. Drei Autos – Suedas gelber Sarka, der Humvee für Ambo und Selinas blauer Gunter – rollten in den Norden. Naja und Cala-j, der gab moralisch im Funkkanal Unterstützung.
Nördlich von Nadezhdino trafen sie auf Ambo und ROS, die ihre Freude kaum fassen konnten, als sie den Humvee zurückbekamen. Sie sagten nur: „Wenn ihr den je braucht, sagt einfach Bescheid.“ So klingt Dankbarkeit in Chernarus.
Überraschung mit dem Humvee
Übergabe des Humvee
Später zog die zweite Gruppe weiter in Richtung Tisi, um den grünen Sarka zu bergen. Jannik wollte zunächst Suedas gelben Sarka fahren, aber sie wehrte ab: "Jannik und gelbe Sarkas? Das geht nie gut! Im Leben nicht! Meine schönes Auto.." Sie und das gelbe Todestaxi hatten so viel gemeinsam überlebt... die Entführung und Diegos Fahrkünste... Sie ließ stattdessen Ultra ans Steuer.
🦌 Zwei Bambis am Camp
Zurück am Camp trafen janinesta (Selina), Pinky und Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 auf zwei neue Gesichter: AndyCandy und sein Begleiter Taddäus. Zwei Bambis, vorsichtig, aber freundlich, noch mit dieser Mischung aus Unsicherheit und Neugier, die den ersten Tagen in diesem Chernarus eigen ist. Trotz Suedas ständigem von Kuru gezeichnetem Lachen waren sie offen und hörten ihrer Einführung zu. Sie erklärte ihnen das Konzept des Camps, das Geben und Nehmen, die einfachen Regeln, die auf Vertrauen beruhten. Sie hörten aufmerksam zu, bedankten sich und fragten, ob es vielleicht ein Taxi, einen Shuttleservice oder ein freies Auto gäbe. Sueda lächelte. Wenn das mit dem grünen Sarka klappen würde, hätten wir tatsächlich eines übrig.
Doch kaum ausgesprochen, brachen sie wieder auf – Richtung Norden, sagten sie, doch die Kompassnadel schien ihnen Streiche zu spielen, denn sie zogen nach Osten. Orientierung ist in Chernarus manchmal auch eine Frage des Glaubens...
AndyCandy und Taddäus am Camp
Später meldete sich AMB-Z (Ambo) noch einmal im Funk:
Zitat„Vielen Dank nochmal an das ganze Team vom ACAC. Coole Aktion. Humvee ist sicher versteckt und wir auf der Couch. Wenn ihr den braucht, sagt einfach Bescheid. LG und ein schönes Wochenende.“
Manchmal ist so eine Nachricht mehr wert als jede Beute. Ein kurzer Moment der Dankbarkeit – und man weiß wieder, warum man tut, was man tut.
Auch für die anderen Gruppe, bestehend aus Black Lion, WhiskeyMixer, Jannnik und ninja2.00926(UltrA) war es ein langer Weg in den Norden, gespickt mit Zwischenfällen und Pannen – ninja2.00926 (Ultra) hatte einen Crash mit Suedas Auto, überlebte aber unversehrt. "Nur zwei Reifen hat's gekostet", lachte Cala-J. Als sie schließlich zurückkehrten, war die Freude groß. Black Lion wollte noch in derselben Nacht den gelben Sarka holen, den ein Freund uns zurückerobert hatte, doch auf der Fahrt durch Chernogorsk kam es zu einem Unfall. Zitat: "Ich bin plötzlich gegen einen Laternenpfahl gefahren." Er überlebte nicht. Ultra barg seine Sachen, fuhr den gelben Sarka zum Camp und parkte ihn dort. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 sicherte den grünen Sarka an der Unfallstelle und brachte auch ihn heim. Etwas später traf Black Lions Reinkarnation ein und konnte sich wieder ausstatten.
Black Lions Unfall
💭 Heimat und Zweifel
Am Abend saßen wir schweigend im Camp. In der Kiste am Schwarzen Brett lagen nun Buchstaben – ein D, ein J, ein S. Vielleicht Zufall, vielleicht Spiel, vielleicht der Versuch, Namen festzuhalten, bevor sie verblassen. Ich blickte auf die zugebauten Häuser und Festungen, die hier entstanden waren. Prigorodki begann, größer zu werden, als ich es je beabsichtigt hatte. Wir sprachen darüber, ob wir das Lager in der nächsten Season an einen anderen Ort verlegen sollten. Weiter weg von der Küste, fern ab von den Konflikten, die hier hochkochten. Aber wie soll man gehen, wenn ein Ort zu einem Teil von einem selbst geworden ist? Ich weiß, dass Prigorodki auch ohne mich weiterbestehen würde, und trotzdem kann ich nicht einfach loslassen. Schutz ist schön – aber um welchen Preis?
Spät in der Nacht traf ich Irina Zamenova auf der Straße. Wir redeten nicht viel. Sie begleitete mich nach Berezino, wo ich Vorräte sortierte, ein paar Kühe jagte und den zurückeroberten gelben Sarka umparkte. Ich hatte AndyCandy angeschrieben, aber leider keine Antwort mehr erhalten. Auch Epo lehnte das Angebot lachend ab. "Ein gelber Sarka? Das wäre kein Upgrade!"
Nun, wer nicht will, der hat schon.
Als ich nach Berezino zurückkam, stand die Garagentür offen. Nicht aufgebrochen, nur offen. Das Tor, hinter dem sich der gelbe Sarka befunden hatte, war noch verschlossen. Vielleicht jemand, der wissen wollte, ob dahinter ein Auto geparkt worden war. Ich beschloss, das Auto weiter in den Norden zu bringen. Nicht aus Angst – sondern, weil ich das Gefühl hatte, beobachtet zu werden.
Unterwegs mit Irina
🌅 Zum Schluss
Es war ein Tag voller Rätsel und Zeichen, aber keines davon war sinnlos. Denn wo Symbole bleiben, bleibt Bedeutung. Und wo Menschen helfen, trotz Müdigkeit, bleibt Hoffnung.
Vielleicht ist das das wahre Herz von Chernarus – nicht das, das schlägt, wenn wir kämpfen, sondern das, das weiterschlägt, obwohl wir längst müde sind.
In diesem Sinne: Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛