💌 Herzensgrüße vom 31.10.2025 – Versöhnung
Hallo ihr Lieben,
Es war einer dieser Tage, an denen Verwirrung, Angst und Hoffnung so dicht beieinanderlagen, dass man kaum unterscheiden konnte, was wovon kam.
Ein Tag, der mit einem Gewehrlauf begann und mit einem Handschlag endete – und irgendwo dazwischen, in all dem Lärm und der Stille, fand ich ein Stück langerhofter Versöhnung.
🔫 Ein Morgen mit Schuss
Ich sah Locke früh am Morgen am Camp.
Vom Turm aus beobachtete ich, wie ein Fremder sich in Richtung des Hügels, den wir scherzhaft „Mordwald“ nannten, bewegte.
Also brach ich auf in Richtung des Brunnens, vielleicht konnte ich ihn erwischen und ansprechen.
Gerade als ich den Kopf vom Trinken hob, sah ich ihn den Hang hinablaufen, direkt auf mich zu.
Er setzte sich ins Feld, hob seine Waffe, und in dem Moment wurde die Welt ganz still.
Ich ging in Deckung hinter das alte Kochhaus und rief ihm zu, dass ich friedlich sei,
dass er bitte nicht schießen solle. Er antwortete nicht, bewegte sich aber mit der Waffe in der Hand zielstrebig weiter nach vorne in Richtung Gleisbett, als wolle er sich an mich anschleichen.
Das Zielfernrohr seiner Waffe blieb dabei stets auf die Richtung gerichtet, in der er mich vermutete.
Er versteckte sich in einem Busch. Ich sprach mit Nachdruck – in Deutsch, dann in Englisch: „Ich kann dich sehen! Leg die Waffe weg. Wir sind friedlich hier.“
Doch er versuchte sich nur noch etwas besser zu verstecken. "Ich kann dich noch immer sehen. Das ist die letzte Warnung, lege die Waffe weg, sonst bist du tot."
Es fiel mir schwer den letzten Satz auszusprechen, aber ich ahnte, dass Locke bereits am Anlegen war. Wir waren zwar nicht im Funk miteinander, aber er hatte auf jeden Fall mitbekommen, was da gerade passierte.
So charmant und humorvoll er auch war – ich wusste, in Bedrohungssituationen verstand er keinen Spaß.
Ich seufzte.
Es war einer dieser Momente, in denen man genau weiß, dass Worte nicht mehr ausreichen.
Ich schlich im Schutz der Mauern an der Seite des Hauses entlang, die DMR, die (MISA) ROB mir einst geschenkt hatte in der Hand – Locke bezog Stellung.
Da, Bewegung am Rand des Blickfelds – ein zweiter Bewaffneter.
Keine blaue Armbinde, sofern ich das erkennen konnte.
Ich preschte den Hang hinauf, suchte Schutz im Gebüsch.
Als ich über die Kante kam, sah ich ihn – das Bambi, in der Hocke, seine Waffe in der Hand und auf uns gerichtet. Er saß in der Hocke, mitten auf dem Feld.
Drei Schüsse hallten, dann Stille.
Dann ein vierter.
Der Fremde fiel.
Ich rannte zurück in Richtung lager. Der zweite Fremde kam auf mich zu, die Hände erhoben.
Eine rote Armbinde. Es war jayphiiyo.
Jay - eines der Gründungsmitglieder der Chicks in Action und ihre zentrale Leitfigur. Ein Wirbelwind aus Mut und Trotz, scharfzüngig und unberechenbar aber mit einem Herz, das oft größer war als sie selbst es zugeben wollte. Die Chicks waren damals gegangen, als es zu laut um sie wurde. Nur um wieder aufzutauchen, wenn man sie am wenigsten erwartete.
„Ich hab drei Warnschüsse abgegeben“, sagte sie grinsend.
Das erklärte einiges. Ich sagte ihr, sie könne die Hände wieder sinken lassen; alles war geklärt.
Locke hatte das Bambi im Fadenkreuz gehabt – ein sauberer Treffer in die Brust.
Nicht geplant, aber unvermeidlich.
Trotzdem fühlte er sich fast schon etwas schuldig, aber die Lage war unübersichtlich. Wir hatten Jay nicht erkannt und der Fremde hatte sich geweigert die Waffe runterzunehmen.
Abgesehen davon sei das Bambi ja auch immer direkt in sein Fadenkreuz gerannt. Egal, was er habe machen wollen, so Lockes Entschuldigung. Er habe gar nicht anders handeln können.
Da war sie wieder. Seine besondere Art von Humor.
Ich atmete tief durch.
Es war vorbei; die Gefahr gebannt.
Nur hätte ich mir gewünscht, dass es anders ausging, dass es ein Gespräch geworden wäre statt einer Belagerung.
Aber manchmal lässt Chernarus einem keine Wahl.
Und dieser Tag fing bereits gut an...
Wir sicherten die Habseligkeiten des Bambis und als ich den Toten untersuchte stellten wir fest, dass er die ganze Zeit mit einer einfachen Sporter auf uns gezielt hatte. Der Arme Tropf... mit einer Sporter auf 300 Meter zu zielen und dabei mitten auf dem Feld zu knien... wer tat sowas? Entweder war er neu und verwirrt oder er hatte keine Ahnung gehabt, was er da tat. So oder so, es wäre alles anders gelaufen, wenn er sich an die Ansagen gehalten hätte. Wer mit der Waffe in der Hand in Richtung des Camps zielte, riskierte sein Leben und das anderer.
Das war eine Grenze, die wir zu verteidigen wussten. Momentan mehr denn je.
Wir liefen zurück und ich stellte Jay Locke vor.
Sie lachte. „Ich rieche die Gefahr.“ Ich konterte schmunzelnd: "Jay, du BIST die Gefahr!"
Wir lachten gemeinsam und es tat gut, sich an die alten Zeiten zu erinnern.
Locke grinste, reichte ihr seine AK und sagte: „Wenn du leere AK-Magazine brauchst oder ne AK – ich bin genau dein Typ.“
Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte, aber das war wohl ganz Locke. Ein Original.
Manchmal war sein Humor genau das, was die Sitatuation brauchte, um nicht völlig ins Melancholische zu kippen.
Jay nahm die Waffe dankend an und wir gingen zum Camp. Dort stattete sie sich mit neuen Kleidern aus, und war mit Armbrust, Scharfschützenwaffe und AK bewaffnet. Ich schlug vor, sie könne die AK ja an PropaGandalf geben. Ihn hatte ich am vergangenen Tag hier in der Gegend gesehen. "Ja, der kurvt hier auch irgendwo rum und kommt gleich", meinte Jay.
Dann zog sie sich zurück, um Gandalf zu treffen.
Fremdes Bambi im Feld
Jay am Camp
💣 Explosionen bei Krona
Später kam über Funk die Meldung: Ein Raidversuch auf die alte Taverne von Cone in Krona.
Ausgerechnet.
Vier Explosionen, heftige Raidschüsse.
Doch am Ende war der Schaden gering.
Irina berichtete, dass @Dakel und Schwester Yeva den Angreifer gestellt hatten.
Der Raider war gefallen, die Taverne blieb wie durch ein Wunder unversehrt. Was auch immer der Raider mit all dem Sprengstoff und der Munition getan hatte, er war nicht einmal durch die erste Wand durchgekommen. Vermutlich hatte er die baulichen Besonderheiten nicht gekannt und sein Angriff war im Leeren verlaufen.
Die Ironie des Tages. So viel Lärm, so viel Aufwand, für nichts. Selbst wenn er durchgekommen wäre.
Ich war aber dankbar, dass Irina heil davongekommen war und sich wieder um die Unterstände dort kümmern konnte.
Raider bei Krona
🐷 Angeln und Alltag
Während ich etwas später in Chernogorsk unterwegs war, meldete Pinky am Camp einen Fremden „mit komischem Lachen“.
Kurz darauf stellte sich heraus: Es war Hainsi.
Whiskey traf ihn erneut in Dubovo, da klärte sich alles.
Komische Lache? Ansichtssache.
Whiskey hatte außerdem einen Unfall in Berezino, aber er nahm kurzerhand eine Zündkerze aus dem dortigen Camp.
Zum Glück hatte jemand dort nach dem Rechten gesehen und die Vorräte aufgefüllt.
Ich hisste die Refuge-Fahne in Prigorodki. Ein Zeichen, dass ich da war, dass wir noch da waren.
Und während Locke ein Schwein erlegte, das sich hartnäckig in sein Fadenkreuz drängte, kam Alex ans Camp und wir angelten gemeinsam.
Die Pause zwischen zwei Atemzügen.
Angeln und Alltag
🚗 Der verunfallte Ada und Veyr/\
Dann die Nachricht von dakel: Sein „hybrider“ Ada – Gustaver – war bei Kamyshovo auf dem Dach gelandet.
Ja wirklich.
Black Lion machte sich zuerst auf den Weg, um zu helfen. Ganz im Sinne des ACAC - dem Allgemeinen Charnarusssichen Automobil Club.
Doch auch er stieß schnell an die Grenzen. Es brauchte vereinte Kräfte und so zogen Alex und ich ebenfalls von Prigorodki aus los.
Unterwegs kamen wir an der Brits Barn vorbei – alles schien ruhig. Die Tore waren verschlossen.
Ich überlegte kurz, ob ich sie öffnen sollte, aber wir mussten weiter. Nur schnell die Fische am Camp hinterlegen und dann auf nach Kamyshovo.
Am Camp dann die böse Überraschung, ein grausamer Fund: Ins Essenszelt hatte jemand Menschenfleisch gelegt. Und daneben das Zeichen, das wir nur allzu gut kannten. Das umgedrehte V.
Die Person hatte also wieder gemordet. Mindestens zwei Leute, denn das Fleisch wies unterschiedliche Stadien der Verwesung auf. Grausam, kalt, geplant.
Und langsam, aber sicher breitete sich ein Name im Funk aus: Veyr/\.
Wir wussten nicht, wie sich die Person tatsächlich nannte. Aber immer wieder, wenn solche Dinge passierten, tauchte der Name auf und das Zeichen deutete in exakt diese Richtung. Das war kein Zufall. Sie wollte entdeckt werden. Sie wollte gesehen werden. Und das in ihrem Tempo. "A wie asozial", sagte WhiskeyMixer erneut. Wenn man in Betracht zog, dass wieder mindestens zwei Menschen gestorben waren, nur damit die Person eine Botschaft senden konnte, traf das zu. Das war alles andere als soziales Verhalten und ich fragte mich, was sie damit bezweckte.
Einige scherzten, dass vielleicht Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 nun völlig durchgeknallt war und Amok lief, aber das wies ich entschieden zurück. Sie übrigens auch, aber ihre Worte möchte ich an der Stelle nicht wiederholen. Sagen wir es so: Als ich sie auf den Verdacht ansprach war sie alles andere als amüsiert und schimpfte wie ein Rohspatz.
Nein, das Ganze trug eine andere Handschrift. Das Problem war: Wir wusste nur noch nicht genau, wessen.
Grausamer Fund in Elektrozavodsk
Alex und ich bestatteten die sterblichen Überreste behuhtsam im Feuer, dann verstauten wir die Fische und brachen auf in Richtung Kamyshovo, als es wieder hell wurde.
Dort standen schon Dakel, Pinky, Black Lion mit Locke.
Wir versuchten alles: Schieben, stemmen, fluchen.
Nichts.
Zwei Schritte nach vorne und drei zurück.
Bis Black Lion schließlich seinen Sarka holte, zwei Lagerfeuer unter den Wagen legte und mit einem gezielten Schub das Auto endlich drehte.
Ich saß drin und zündete den Motor.
Wir jubelten.
Das war vielleicht eine Geburt...
Gutaver rollt wieder
🚜Raid an der Brits Barn
Auf dem Rückweg sah ich noch einmal nach der Brits' Barn.
Diesmal öffnete die Tore und mein Herz rutschte mir in die Knie.
Die Wand war komplett zerstört, der Humvee war verschwunden.
Die Basis aufgebrochen.
Überall Spuren – aber es konnte nicht lange her sein.
Armbrustbolzen und andere Hilfsmittel.
Ein stiller, geplanter Raid.
Ich schauderte.
Vielleicht waren sie hier gewesen, während wir an "Gustaver" gearbeitet hatten.
Alex und ich begannen sofort mit dem Wiederaufbau.
Hainsi kam dazu, und zu dritt schlossen wir die Wunden der Scheune.
WhiskeyMixer wurde nachdenklich im Funk. „Wen hab ich hier letztens mit ’ner Armbrust am Camp gesehen?“
Ich wusste nicht, wen er meinte. Aber mich traf die Erkenntnis wie ein Schlag. Ich wusste, wen ich erst heute am Camp mit einer Armbrust gesehen hatte.
Ein Satz hallte in meinem Kopf: „Typisch Herz – ’ne Sniper und ’ne Armbrust auf dem Rücken. Genau wie ich!“
jayphiiyo ... Sie hatte diesen Satz vor ein paar Tagen gesagt, als wir ihre Freundin Leonie am Camp begrüßt hatten. Lachend.
Damals hatte ich mir nichts dabei gedacht. Aber jetzt…
„Jay“, flüsterte ich, „sie hatte eine Armbrust.“
Ich schüttelte den Kopf.
Das allein war kein Beweis.
Ich wollte niemanden verurteilen.
Nicht mehr.
Nicht nach allem, was gewesen war.
Und auch wenn ich Raiden zietiefst verabscheute, weil es immer die Faslchen traf, so musst eich doch sagen, dass das für viele zum Überleben dazugehörte.
Ja, es schien in der Tat plausibel, dass die Chicks dahintersteckten. Sie verfügten über jede Menge Know-How um eine Basis still und leise zu knacken und wenn ich so an PropaGandalf dachte, war er der perfekte Kandidat dafür. Trotzdem... das allein waren keine Beweise und ich wollte kein falsches Bild auf ihre Gruppe werfen. Aber es war auch wichtig, dass wir uns klar machten, dass die "Chicks" alles andere als eine verpeilte, harmlose Truppe waren. Im Gegenteil.
Ich erinnerte mich an Schlachten, als sie die Leute MISA nächtelang an ihrer Basis bekämpft hatten. Als sie geholfen hatten, Rheingausers Piratennest zu verteidigen und am Ende eine Festung von MISA nach der anderen einnahmen. Da wirkte so eine kleine Scheune fast etwas bescheiden und unterdimensioniert.
Später, als die Arbeit an der Barn fast getan war, meldete sich Jay über Funk.
Ihre Stimme klang ruhig. Sie wollte über ihren weißen Ada sprechen – das Auto, das sie sich zusammengebaut hatte, das sie mir dann überlassen hatte und das ich dann an Exildor (White Wolf) gegeben hatte. Dort war er gestohlen worden und schließlich in der Nähe von Prigorodki im Wald wieder aufgetaucht und von mir versteckt worden. Ich hatte keine Ahnung, ob das Auto noch in seinem Versteck stand, aber ich hatte gerade andere Dinge im Kopf.
Die Rückgabe müsse warten – wir seien gerade dabei, eine geraidete Basis zu reparieren.
„Armbrustraid. Natürlich öffline...“, fügte ich beiläufig hinzu, vielleicht zu beiläufig.
Ein kurzer Moment Stille im Funk, dann drückte sie ihr Mitgefühl aus. Sagte, sie verstand, fragte ob wir Hilfe brauchten. Ich dankte, aber wir kamen klar. Zu viele Hände wären in der Scheune vermutlich ohnehin kontraproduktiv und so verabschiedete sie sich wieder.
Und ich fragte mich: Sah ich wieder einmal Gespenster und war ich zu paranoid? Wie gesagt, ich hatte keine Ahnung, wer für den Raid verantwortlich war und so wie ich die Chicks bisher erlebt hatte, standen sie zu den Raids, die sie verübten.
Das war etwas, das ich an ihnen sehr geschätzt hatte.
Ich denke, es war einfach ein guter Umgang mit dieser ganzen Thematik, den ich mir wünschte. Dass man zu seinen Taten stand.
Nun war ich aber in letzter Zeit so häufig enttäuscht worden, dass ich nur schwer Vertrauen fassen konnte. Und das war das Traurige an der Sache.
Also versuchte ich mir einzureden, dass es ohnehin nichts am Ergebnis ändern würde und ich meine Energien auf den Wiederaufbau konzentrieren sollte.
Vielleicht war es Zufall.
Vielleicht war es einfach Jay – so schwer zu lesen wie der Wind, der am offenen Tor der Brits' Barn vorbeirauschte.
Und doch, dieses nagende Gefühl ließ mich mal wieder nicht los, aber am Ende änderte es trotzdem nichts.
"Alle raiden!", sagte Whiskey noch mit gespielter Empörung in der Stimme, fast als wolle er meine Gedanken aussprechen.
Vermutlich hatte er recht und wenn ich so darüber nachdachte, dann war es auch ghut möglich, dass Genzo einfach seine Drohung wahrgemacht und die Scheune geraidet hatte.
Vielleicht tat ich Jay gerade Unrecht und dafür schämte ich mich. Ich hatte noch Genzos Worte im Ohr, die er an Black Lion gerichtet hatte, als er beim Raid der Brits' Barn überrascht worden war.
"Wenn das hier nicht gut ausgeht, ist das Ding halt früher oder später auf", hatte er gesagt. Das war definitiv ein Motiv.
Es half alles nichts. Wir bauten weiter, ich schleppte mit Hainsi Nägel, eine Fahne und jede Menge Wellbleche nach Elektrozavodsk.
Dort reparierten wir die Tore, hissten eine neue Fahne und bauten Unterstände.
Als der letzte Nagel saß, fühlte es sich an, als hätten wir zumindest etwas wieder gutgemacht und ich dankte Alex und Hainsi für ihre tatkräftige Unterstützung.
Wiederaufbau der Scheune
🎯Wegelagerer an der Küstenstraße
Während wir noch mit Brettern und Nägeln kämpften,
kam über Funk plötzlich eine aufgeregte Stimme.
Black Lion – er war nach der erfolgreichen Rettung von Gustaver auf Versorgungstour in seinem Wagen gewesen, irgendwo zwischen Three Valleys und Solnichniy.
Schüsse.
Zuerst nur einzelne, dann viele. Gezielt.
Jemand hatte auf sein Auto gefeuert.
Er konnte sich retten, doch kurz darauf meldete sich @WhiskeyMixer.
Gemeinsam mit @Dakel und Locke war er losgezogen, um die Schützen zu stellen.
Es dauerte nicht lange, da entdeckte Locke am Straßenrand einen Schützen und sie wurden ebenfalls beschossen.
"Wir werden Beschossen! Das ist so schön!", frohlockte er und er schien die Situation sichtlich zu genießen.
dakel fuhr rechts ran und die Jungs stiegen aus, um die Täter zu erwischen. Whiskey verlor dabei leider sein Leben, als er ans Auto zurückkehren wollte.
Mir blieb die Luft weg.
Für einen Augenblick war es, als stünde die Welt still.
Ich konnte nur zuhören, wie Dakel und Locke versuchten, die Lage unter Kontrolle zu bringen und jeden Augenblick genossen.
Sie nahmen die Spur der Angreifer auf, verfolgten sie über den Hang, durch den Wald und am Ende wieder bis zur Straße und wieder in den Wald.
Am Ende erwischte Dakel die beiden und Whiskey kam von der Küste her zurück.
Er war blass, erschöpft, aber er lebte wieder.
Die Küste wieder sicher, nur Locke war etwas enttäuscht. Er hätte heute gerne auch noch einen Zweiten Bösewicht erwischt, aber dieses Mal wollte er ihm leider nicht direkt vors Fadenkreuz rennen.
Als wir am Camp ankamen, war am Schwarzen Brett war wieder ein "Hi" hinterlegt worden. Ein stummer Gruß. Dort begrüßten wir auch Whiskey wieder in den Reihen der Lebenden.
Wegelagerer
Treffen am Schwarzen Brett
🐦🔥 Versöhnung
Am Abend kam Crippsy ans Camp und ich erzählte ihm, was geschehen war.
Er dankte uns für die schnelle Hilfe. Kurz darauf kam auch @Davus – zum ersten Mal seit der "Zwangsräumung" seines Hauses vor ein paar Tagen.
Nachdem ich seine Berichte gelesen hatte, hatten wir uns Briefe geschrieben; er und ich. Uns darüber ausgetauscht, worin der eigentlich Konflikt bestand und es freute mich, dass wir beide offenbar beide an einer Lösung interessiert waren und den Zustand jetzt als belastend empfanden.
Schließlich saßen wir am Feuer und der Moment war gekommen.
Wir redeten über alles.
Crippsy verstand natürlich kein Wort, aber bekräftigte uns immer wieder mit bestätigten Kommentaren wie "I couldn't have said it better myself!"
Wir sprachen über den Überfall, den Vandalismus am Camp, den auch Davus verurteilte, den vereitelten Raidversuch, die versuchten Sabotageakte sowie über den Zorn und die Wut, die am Ende in Enttäuschung gemündet waren.
Und wir hörten einander zu. Wirklich zu.
Er entschuldigte sich aufrichtig, ohne Ausflüchte. Er gab zu, aus Wut gehandelt zu haben. Sah ein, dass sie ein schlechter Ratgeber gewesen war.
Dass er uns bewusst habe treffen wollen.
Er sagte, sie hätten ein Zeichen setzen wollen. janinesta (Selinas) Haus habe man geraided bzw. "getrollt", weil es gerade neben dem Camp war und da man die Fahne dort nicht habe stehlen können (ich hatte sie vorsorglich abends mitgenommen), war man eben dort eingebrochen.
Immer im Glauben es würde eines unserer Lager treffen. Er bschrieb, wie überrascht sie alle gewesen waren, als sie bemerkten, dass es sich um Selinas Haus gehandelt hatte.
Selina sei aber nie Ziel gewesen.
Wie so oft bei einem Raid: Es hatte die Falsche getroffen und es tat ihm leid.
Ich hatte keinen plausiblen Grund an seiner Aufrichtigkeit zu zweifeln.
Er konnte und wollte nicht für seine "Komplizen" sprechen, wie er sie nannte, aber er für seinen Teil war bereit für seine Fehler einzustehen und Haltung zu zeigen.
Das bedeutete mir unglaublich viel.
Er war es auch gewesen, der uns am Ende schließlich die Baukiste zurückbrachte und mir verriet, wie er an den Code zum Grillhaus gekommen war.
Sein "Berufsgeheimnis".
Die Lösung war simpel und raffiniert zugleich: Ich hatte den Code versehentlich in meinen Aufzeichnungen übermittelt. Kein Spion, kein mühsames Knacken. Ich selbst hatte den Schlüssel geliefert und ich musste lachen. Jemand aus ihrern Reihen - und ich ahnte schon wer - hatte meine Berichte besonders aufmerksam verfolgt und ich fand, das verdiente Respekt.
Und in diesem Moment fiel so vieles von mir ab.
Ich reichte ihm die Hand, übergab ihm einen Begrüßungsteddy, sah ihm am Feuer in die Augen und sagte "Ich vergebe dir."
Und ich meinte es.
Wir sprachen über meinen Teil der Eskalation. Über Missverständnisse, über alte Wunden, über die Rettungsaktion für Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 in der Nähe von Myshkino, über schlechte Kommunikation aber auch über Greeny, mehr gewusst hatte, als er sagte sowie über all das, was hätte anders laufen können und sollen.
Und ich verstand.
Nicht alles.
Aber genug.
Wieder einmal hatten Annahmen zu einer Eskalation geführt und ich war froh, dass die Sache zwischen Davus und mir nun bereinigt war.
Jeder hatte seinen Teil ausgesprochen und dafür Verantwortung übernommen und um Verzeihung gebeten.
Er hatte es wiedergut gemacht und die Kiste zurückgebracht.
Als er ging, war nichts mehr zwischen uns.
Nur noch das, was wir beide übereinander gelernt hatten.
Crippsy am Camp
Versöhnung
🎃 Ein Herz aus Kürbissen
Crippsy hatte am Ende noch eine Idee. Er wollte ein Herz graben – aus Kürbisfeldern.
„It's halloween afterall“, sagte er grinsens.
Wir gaben ihm die Gartenharken, und gemeinsam lachten wir über die Absurdität des Moments.
Halloween.
Ein Herz aus Kürbissen in einer Welt voller Waffen.
Und trotzdem – es fühlte sich richtig an.
Ein Kürbisfeld zu Halloween
🔥Ausklang am Feuer
Später saßen wir wieder am Feuer – Crippsy, WhiskeyMixer, Davus und ich. Sogar jayphiiyo war vorbeigekommen.
Der Abend verlief ruhig und das Feuer spiegelte sich in Jays Augen, als Whiskey sie fragte: „Also, seid ihr Chicks jetzt wieder zurück?“
Sie grinste. "Waren nie wirklich weg.“
Ich sah ins Feuer und lächelte wissend.
Vielleicht hatte sie recht.
Vielleicht waren wir alle nie wirklich weg gewesen.
Nur zwischendurch verloren.
Abendrunde am Feuer
🌅 Zum Schluss
Es war die Nacht von Halloween, und der Himmel über Prigorodki war voller Rauch und Sterne.
Ich dachte an den Fremden am Morgen,
an den Schuss,
Den grausamen Fund in Elektro, den der Unbekannte namens "Veyr/\" hinterlassen hatte,
den Raid der Brits' Barn
an den Autounfall,
an den Beschuss durch die Wegelagerer,
an Davus’ Entschuldigung,
an das Herz aus Kürbissen im Feld.
Und ich spürte, dass der Oktober endete, wie er begonnen hatte:
mit Schmerz – aber auch mit Hoffnung.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛