Beiträge von Herz-Aus-Gold

    💌 Herzensgrüße vom 31.10.2025 – Versöhnung

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    Hallo ihr Lieben,

    Es war einer dieser Tage, an denen Verwirrung, Angst und Hoffnung so dicht beieinanderlagen, dass man kaum unterscheiden konnte, was wovon kam.
    Ein Tag, der mit einem Gewehrlauf begann und mit einem Handschlag endete – und irgendwo dazwischen, in all dem Lärm und der Stille, fand ich ein Stück langerhofter Versöhnung.


    🔫 Ein Morgen mit Schuss

    Ich sah Locke früh am Morgen am Camp.
    Vom Turm aus beobachtete ich, wie ein Fremder sich in Richtung des Hügels, den wir scherzhaft „Mordwald“ nannten, bewegte.
    Also brach ich auf in Richtung des Brunnens, vielleicht konnte ich ihn erwischen und ansprechen.
    Gerade als ich den Kopf vom Trinken hob, sah ich ihn den Hang hinablaufen, direkt auf mich zu.
    Er setzte sich ins Feld, hob seine Waffe, und in dem Moment wurde die Welt ganz still.

    Ich ging in Deckung hinter das alte Kochhaus und rief ihm zu, dass ich friedlich sei,
    dass er bitte nicht schießen solle. Er antwortete nicht, bewegte sich aber mit der Waffe in der Hand zielstrebig weiter nach vorne in Richtung Gleisbett, als wolle er sich an mich anschleichen.
    Das Zielfernrohr seiner Waffe blieb dabei stets auf die Richtung gerichtet, in der er mich vermutete.
    Er versteckte sich in einem Busch. Ich sprach mit Nachdruck – in Deutsch, dann in Englisch: „Ich kann dich sehen! Leg die Waffe weg. Wir sind friedlich hier.“
    Doch er versuchte sich nur noch etwas besser zu verstecken. "Ich kann dich noch immer sehen. Das ist die letzte Warnung, lege die Waffe weg, sonst bist du tot."
    Es fiel mir schwer den letzten Satz auszusprechen, aber ich ahnte, dass Locke bereits am Anlegen war. Wir waren zwar nicht im Funk miteinander, aber er hatte auf jeden Fall mitbekommen, was da gerade passierte.
    So charmant und humorvoll er auch war – ich wusste, in Bedrohungssituationen verstand er keinen Spaß.
    Ich seufzte.
    Es war einer dieser Momente, in denen man genau weiß, dass Worte nicht mehr ausreichen.

    Ich schlich im Schutz der Mauern an der Seite des Hauses entlang, die DMR, die (MISA) ROB mir einst geschenkt hatte in der Hand – Locke bezog Stellung.
    Da, Bewegung am Rand des Blickfelds – ein zweiter Bewaffneter.
    Keine blaue Armbinde, sofern ich das erkennen konnte.

    Ich preschte den Hang hinauf, suchte Schutz im Gebüsch.
    Als ich über die Kante kam, sah ich ihn – das Bambi, in der Hocke, seine Waffe in der Hand und auf uns gerichtet. Er saß in der Hocke, mitten auf dem Feld.
    Drei Schüsse hallten, dann Stille.
    Dann ein vierter.
    Der Fremde fiel.

    Ich rannte zurück in Richtung lager. Der zweite Fremde kam auf mich zu, die Hände erhoben.
    Eine rote Armbinde. Es war jayphiiyo.
    Jay - eines der Gründungsmitglieder der Chicks in Action und ihre zentrale Leitfigur. Ein Wirbelwind aus Mut und Trotz, scharfzüngig und unberechenbar aber mit einem Herz, das oft größer war als sie selbst es zugeben wollte. Die Chicks waren damals gegangen, als es zu laut um sie wurde. Nur um wieder aufzutauchen, wenn man sie am wenigsten erwartete.

    „Ich hab drei Warnschüsse abgegeben“, sagte sie grinsend.
    Das erklärte einiges. Ich sagte ihr, sie könne die Hände wieder sinken lassen; alles war geklärt.
    Locke hatte das Bambi im Fadenkreuz gehabt – ein sauberer Treffer in die Brust.
    Nicht geplant, aber unvermeidlich.
    Trotzdem fühlte er sich fast schon etwas schuldig, aber die Lage war unübersichtlich. Wir hatten Jay nicht erkannt und der Fremde hatte sich geweigert die Waffe runterzunehmen.
    Abgesehen davon sei das Bambi ja auch immer direkt in sein Fadenkreuz gerannt. Egal, was er habe machen wollen, so Lockes Entschuldigung. Er habe gar nicht anders handeln können.
    Da war sie wieder. Seine besondere Art von Humor.

    Ich atmete tief durch.
    Es war vorbei; die Gefahr gebannt.
    Nur hätte ich mir gewünscht, dass es anders ausging, dass es ein Gespräch geworden wäre statt einer Belagerung.
    Aber manchmal lässt Chernarus einem keine Wahl.
    Und dieser Tag fing bereits gut an...

    Wir sicherten die Habseligkeiten des Bambis und als ich den Toten untersuchte stellten wir fest, dass er die ganze Zeit mit einer einfachen Sporter auf uns gezielt hatte. Der Arme Tropf... mit einer Sporter auf 300 Meter zu zielen und dabei mitten auf dem Feld zu knien... wer tat sowas? Entweder war er neu und verwirrt oder er hatte keine Ahnung gehabt, was er da tat. So oder so, es wäre alles anders gelaufen, wenn er sich an die Ansagen gehalten hätte. Wer mit der Waffe in der Hand in Richtung des Camps zielte, riskierte sein Leben und das anderer.
    Das war eine Grenze, die wir zu verteidigen wussten. Momentan mehr denn je.

    Wir liefen zurück und ich stellte Jay Locke vor.
    Sie lachte. „Ich rieche die Gefahr.“ Ich konterte schmunzelnd: "Jay, du BIST die Gefahr!"
    Wir lachten gemeinsam und es tat gut, sich an die alten Zeiten zu erinnern.

    Locke grinste, reichte ihr seine AK und sagte: „Wenn du leere AK-Magazine brauchst oder ne AK – ich bin genau dein Typ.“
    Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte, aber das war wohl ganz Locke. Ein Original.
    Manchmal war sein Humor genau das, was die Sitatuation brauchte, um nicht völlig ins Melancholische zu kippen.
    Jay nahm die Waffe dankend an und wir gingen zum Camp. Dort stattete sie sich mit neuen Kleidern aus, und war mit Armbrust, Scharfschützenwaffe und AK bewaffnet. Ich schlug vor, sie könne die AK ja an PropaGandalf geben. Ihn hatte ich am vergangenen Tag hier in der Gegend gesehen. "Ja, der kurvt hier auch irgendwo rum und kommt gleich", meinte Jay.
    Dann zog sie sich zurück, um Gandalf zu treffen.

    Fremdes Bambi im Feld


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    Jay am Camp


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    💣 Explosionen bei Krona

    Später kam über Funk die Meldung: Ein Raidversuch auf die alte Taverne von Cone in Krona.
    Ausgerechnet.
    Vier Explosionen, heftige Raidschüsse.
    Doch am Ende war der Schaden gering.

    Irina berichtete, dass @Dakel und Schwester Yeva den Angreifer gestellt hatten.
    Der Raider war gefallen, die Taverne blieb wie durch ein Wunder unversehrt. Was auch immer der Raider mit all dem Sprengstoff und der Munition getan hatte, er war nicht einmal durch die erste Wand durchgekommen. Vermutlich hatte er die baulichen Besonderheiten nicht gekannt und sein Angriff war im Leeren verlaufen.
    Die Ironie des Tages. So viel Lärm, so viel Aufwand, für nichts. Selbst wenn er durchgekommen wäre.

    Ich war aber dankbar, dass Irina heil davongekommen war und sich wieder um die Unterstände dort kümmern konnte.

    Raider bei Krona

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    🐷 Angeln und Alltag

    Während ich etwas später in Chernogorsk unterwegs war, meldete Pinky am Camp einen Fremden „mit komischem Lachen“.
    Kurz darauf stellte sich heraus: Es war Hainsi.
    Whiskey traf ihn erneut in Dubovo, da klärte sich alles.
    Komische Lache? Ansichtssache.

    Whiskey hatte außerdem einen Unfall in Berezino, aber er nahm kurzerhand eine Zündkerze aus dem dortigen Camp.
    Zum Glück hatte jemand dort nach dem Rechten gesehen und die Vorräte aufgefüllt.

    Ich hisste die Refuge-Fahne in Prigorodki. Ein Zeichen, dass ich da war, dass wir noch da waren.

    Und während Locke ein Schwein erlegte, das sich hartnäckig in sein Fadenkreuz drängte, kam Alex ans Camp und wir angelten gemeinsam.
    Die Pause zwischen zwei Atemzügen.

    Angeln und Alltag


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    🚗 Der verunfallte Ada und Veyr/\

    Dann die Nachricht von dakel: Sein „hybrider“ Ada – Gustaver – war bei Kamyshovo auf dem Dach gelandet.
    Ja wirklich.
    Black Lion machte sich zuerst auf den Weg, um zu helfen. Ganz im Sinne des ACAC - dem Allgemeinen Charnarusssichen Automobil Club.
    Doch auch er stieß schnell an die Grenzen. Es brauchte vereinte Kräfte und so zogen Alex und ich ebenfalls von Prigorodki aus los.

    Unterwegs kamen wir an der Brits Barn vorbei – alles schien ruhig. Die Tore waren verschlossen.
    Ich überlegte kurz, ob ich sie öffnen sollte, aber wir mussten weiter. Nur schnell die Fische am Camp hinterlegen und dann auf nach Kamyshovo.

    Am Camp dann die böse Überraschung, ein grausamer Fund: Ins Essenszelt hatte jemand Menschenfleisch gelegt. Und daneben das Zeichen, das wir nur allzu gut kannten. Das umgedrehte V.
    Die Person hatte also wieder gemordet. Mindestens zwei Leute, denn das Fleisch wies unterschiedliche Stadien der Verwesung auf. Grausam, kalt, geplant.
    Und langsam, aber sicher breitete sich ein Name im Funk aus: Veyr/\.
    Wir wussten nicht, wie sich die Person tatsächlich nannte. Aber immer wieder, wenn solche Dinge passierten, tauchte der Name auf und das Zeichen deutete in exakt diese Richtung. Das war kein Zufall. Sie wollte entdeckt werden. Sie wollte gesehen werden. Und das in ihrem Tempo. "A wie asozial", sagte WhiskeyMixer erneut. Wenn man in Betracht zog, dass wieder mindestens zwei Menschen gestorben waren, nur damit die Person eine Botschaft senden konnte, traf das zu. Das war alles andere als soziales Verhalten und ich fragte mich, was sie damit bezweckte.

    Einige scherzten, dass vielleicht Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 nun völlig durchgeknallt war und Amok lief, aber das wies ich entschieden zurück. Sie übrigens auch, aber ihre Worte möchte ich an der Stelle nicht wiederholen. Sagen wir es so: Als ich sie auf den Verdacht ansprach war sie alles andere als amüsiert und schimpfte wie ein Rohspatz.
    Nein, das Ganze trug eine andere Handschrift. Das Problem war: Wir wusste nur noch nicht genau, wessen.

    Grausamer Fund in Elektrozavodsk


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    Alex und ich bestatteten die sterblichen Überreste behuhtsam im Feuer, dann verstauten wir die Fische und brachen auf in Richtung Kamyshovo, als es wieder hell wurde.
    Dort standen schon Dakel, Pinky, Black Lion mit Locke.
    Wir versuchten alles: Schieben, stemmen, fluchen.
    Nichts.
    Zwei Schritte nach vorne und drei zurück.

    Bis Black Lion schließlich seinen Sarka holte, zwei Lagerfeuer unter den Wagen legte und mit einem gezielten Schub das Auto endlich drehte.
    Ich saß drin und zündete den Motor.
    Wir jubelten.
    Das war vielleicht eine Geburt...

    Gutaver rollt wieder

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    🚜Raid an der Brits Barn

    Auf dem Rückweg sah ich noch einmal nach der Brits' Barn.
    Diesmal öffnete die Tore und mein Herz rutschte mir in die Knie.
    Die Wand war komplett zerstört, der Humvee war verschwunden.
    Die Basis aufgebrochen.
    Überall Spuren – aber es konnte nicht lange her sein.
    Armbrustbolzen und andere Hilfsmittel.
    Ein stiller, geplanter Raid.

    Ich schauderte.
    Vielleicht waren sie hier gewesen, während wir an "Gustaver" gearbeitet hatten.

    Alex und ich begannen sofort mit dem Wiederaufbau.
    Hainsi kam dazu, und zu dritt schlossen wir die Wunden der Scheune.
    WhiskeyMixer wurde nachdenklich im Funk. „Wen hab ich hier letztens mit ’ner Armbrust am Camp gesehen?“
    Ich wusste nicht, wen er meinte. Aber mich traf die Erkenntnis wie ein Schlag. Ich wusste, wen ich erst heute am Camp mit einer Armbrust gesehen hatte.

    Ein Satz hallte in meinem Kopf: „Typisch Herz – ’ne Sniper und ’ne Armbrust auf dem Rücken. Genau wie ich!“
    jayphiiyo ... Sie hatte diesen Satz vor ein paar Tagen gesagt, als wir ihre Freundin Leonie am Camp begrüßt hatten. Lachend.
    Damals hatte ich mir nichts dabei gedacht. Aber jetzt…

    „Jay“, flüsterte ich, „sie hatte eine Armbrust.“

    Ich schüttelte den Kopf.
    Das allein war kein Beweis.
    Ich wollte niemanden verurteilen.
    Nicht mehr.
    Nicht nach allem, was gewesen war.

    Und auch wenn ich Raiden zietiefst verabscheute, weil es immer die Faslchen traf, so musst eich doch sagen, dass das für viele zum Überleben dazugehörte.
    Ja, es schien in der Tat plausibel, dass die Chicks dahintersteckten. Sie verfügten über jede Menge Know-How um eine Basis still und leise zu knacken und wenn ich so an PropaGandalf dachte, war er der perfekte Kandidat dafür. Trotzdem... das allein waren keine Beweise und ich wollte kein falsches Bild auf ihre Gruppe werfen. Aber es war auch wichtig, dass wir uns klar machten, dass die "Chicks" alles andere als eine verpeilte, harmlose Truppe waren. Im Gegenteil.
    Ich erinnerte mich an Schlachten, als sie die Leute MISA nächtelang an ihrer Basis bekämpft hatten. Als sie geholfen hatten, Rheingausers Piratennest zu verteidigen und am Ende eine Festung von MISA nach der anderen einnahmen. Da wirkte so eine kleine Scheune fast etwas bescheiden und unterdimensioniert.

    Später, als die Arbeit an der Barn fast getan war, meldete sich Jay über Funk.
    Ihre Stimme klang ruhig. Sie wollte über ihren weißen Ada sprechen – das Auto, das sie sich zusammengebaut hatte, das sie mir dann überlassen hatte und das ich dann an Exildor (White Wolf) gegeben hatte. Dort war er gestohlen worden und schließlich in der Nähe von Prigorodki im Wald wieder aufgetaucht und von mir versteckt worden. Ich hatte keine Ahnung, ob das Auto noch in seinem Versteck stand, aber ich hatte gerade andere Dinge im Kopf.

    Die Rückgabe müsse warten – wir seien gerade dabei, eine geraidete Basis zu reparieren.
    „Armbrustraid. Natürlich öffline...“, fügte ich beiläufig hinzu, vielleicht zu beiläufig.

    Ein kurzer Moment Stille im Funk, dann drückte sie ihr Mitgefühl aus. Sagte, sie verstand, fragte ob wir Hilfe brauchten. Ich dankte, aber wir kamen klar. Zu viele Hände wären in der Scheune vermutlich ohnehin kontraproduktiv und so verabschiedete sie sich wieder.
    Und ich fragte mich: Sah ich wieder einmal Gespenster und war ich zu paranoid? Wie gesagt, ich hatte keine Ahnung, wer für den Raid verantwortlich war und so wie ich die Chicks bisher erlebt hatte, standen sie zu den Raids, die sie verübten.
    Das war etwas, das ich an ihnen sehr geschätzt hatte.

    Ich denke, es war einfach ein guter Umgang mit dieser ganzen Thematik, den ich mir wünschte. Dass man zu seinen Taten stand.
    Nun war ich aber in letzter Zeit so häufig enttäuscht worden, dass ich nur schwer Vertrauen fassen konnte. Und das war das Traurige an der Sache.
    Also versuchte ich mir einzureden, dass es ohnehin nichts am Ergebnis ändern würde und ich meine Energien auf den Wiederaufbau konzentrieren sollte.

    Vielleicht war es Zufall.
    Vielleicht war es einfach Jay – so schwer zu lesen wie der Wind, der am offenen Tor der Brits' Barn vorbeirauschte.

    Und doch, dieses nagende Gefühl ließ mich mal wieder nicht los, aber am Ende änderte es trotzdem nichts.
    "Alle raiden!", sagte Whiskey noch mit gespielter Empörung in der Stimme, fast als wolle er meine Gedanken aussprechen.
    Vermutlich hatte er recht und wenn ich so darüber nachdachte, dann war es auch ghut möglich, dass Genzo einfach seine Drohung wahrgemacht und die Scheune geraidet hatte.
    Vielleicht tat ich Jay gerade Unrecht und dafür schämte ich mich. Ich hatte noch Genzos Worte im Ohr, die er an Black Lion gerichtet hatte, als er beim Raid der Brits' Barn überrascht worden war.
    "Wenn das hier nicht gut ausgeht, ist das Ding halt früher oder später auf", hatte er gesagt. Das war definitiv ein Motiv.

    Es half alles nichts. Wir bauten weiter, ich schleppte mit Hainsi Nägel, eine Fahne und jede Menge Wellbleche nach Elektrozavodsk.
    Dort reparierten wir die Tore, hissten eine neue Fahne und bauten Unterstände.
    Als der letzte Nagel saß, fühlte es sich an, als hätten wir zumindest etwas wieder gutgemacht und ich dankte Alex und Hainsi für ihre tatkräftige Unterstützung.

    Wiederaufbau der Scheune



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    🎯Wegelagerer an der Küstenstraße

    Während wir noch mit Brettern und Nägeln kämpften,
    kam über Funk plötzlich eine aufgeregte Stimme.
    Black Lion – er war nach der erfolgreichen Rettung von Gustaver auf Versorgungstour in seinem Wagen gewesen, irgendwo zwischen Three Valleys und Solnichniy.
    Schüsse.
    Zuerst nur einzelne, dann viele. Gezielt.
    Jemand hatte auf sein Auto gefeuert.

    Er konnte sich retten, doch kurz darauf meldete sich @WhiskeyMixer.
    Gemeinsam mit @Dakel und Locke war er losgezogen, um die Schützen zu stellen.
    Es dauerte nicht lange, da entdeckte Locke am Straßenrand einen Schützen und sie wurden ebenfalls beschossen.
    "Wir werden Beschossen! Das ist so schön!", frohlockte er und er schien die Situation sichtlich zu genießen.
    dakel fuhr rechts ran und die Jungs stiegen aus, um die Täter zu erwischen. Whiskey verlor dabei leider sein Leben, als er ans Auto zurückkehren wollte.

    Mir blieb die Luft weg.
    Für einen Augenblick war es, als stünde die Welt still.
    Ich konnte nur zuhören, wie Dakel und Locke versuchten, die Lage unter Kontrolle zu bringen und jeden Augenblick genossen.
    Sie nahmen die Spur der Angreifer auf, verfolgten sie über den Hang, durch den Wald und am Ende wieder bis zur Straße und wieder in den Wald.
    Am Ende erwischte Dakel die beiden und Whiskey kam von der Küste her zurück.
    Er war blass, erschöpft, aber er lebte wieder.

    Die Küste wieder sicher, nur Locke war etwas enttäuscht. Er hätte heute gerne auch noch einen Zweiten Bösewicht erwischt, aber dieses Mal wollte er ihm leider nicht direkt vors Fadenkreuz rennen.

    Als wir am Camp ankamen, war am Schwarzen Brett war wieder ein "Hi" hinterlegt worden. Ein stummer Gruß. Dort begrüßten wir auch Whiskey wieder in den Reihen der Lebenden.

    Wegelagerer


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    Treffen am Schwarzen Brett

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    🐦‍🔥 Versöhnung

    Am Abend kam Crippsy ans Camp und ich erzählte ihm, was geschehen war.
    Er dankte uns für die schnelle Hilfe. Kurz darauf kam auch @Davus – zum ersten Mal seit der "Zwangsräumung" seines Hauses vor ein paar Tagen.
    Nachdem ich seine Berichte gelesen hatte, hatten wir uns Briefe geschrieben; er und ich. Uns darüber ausgetauscht, worin der eigentlich Konflikt bestand und es freute mich, dass wir beide offenbar beide an einer Lösung interessiert waren und den Zustand jetzt als belastend empfanden.

    Schließlich saßen wir am Feuer und der Moment war gekommen.
    Wir redeten über alles.
    Crippsy verstand natürlich kein Wort, aber bekräftigte uns immer wieder mit bestätigten Kommentaren wie "I couldn't have said it better myself!"
    Wir sprachen über den Überfall, den Vandalismus am Camp, den auch Davus verurteilte, den vereitelten Raidversuch, die versuchten Sabotageakte sowie über den Zorn und die Wut, die am Ende in Enttäuschung gemündet waren.
    Und wir hörten einander zu. Wirklich zu.

    Er entschuldigte sich aufrichtig, ohne Ausflüchte. Er gab zu, aus Wut gehandelt zu haben. Sah ein, dass sie ein schlechter Ratgeber gewesen war.
    Dass er uns bewusst habe treffen wollen.
    Er sagte, sie hätten ein Zeichen setzen wollen. janinesta (Selinas) Haus habe man geraided bzw. "getrollt", weil es gerade neben dem Camp war und da man die Fahne dort nicht habe stehlen können (ich hatte sie vorsorglich abends mitgenommen), war man eben dort eingebrochen.
    Immer im Glauben es würde eines unserer Lager treffen. Er bschrieb, wie überrascht sie alle gewesen waren, als sie bemerkten, dass es sich um Selinas Haus gehandelt hatte.
    Selina sei aber nie Ziel gewesen.
    Wie so oft bei einem Raid: Es hatte die Falsche getroffen und es tat ihm leid.
    Ich hatte keinen plausiblen Grund an seiner Aufrichtigkeit zu zweifeln.
    Er konnte und wollte nicht für seine "Komplizen" sprechen, wie er sie nannte, aber er für seinen Teil war bereit für seine Fehler einzustehen und Haltung zu zeigen.
    Das bedeutete mir unglaublich viel.

    Er war es auch gewesen, der uns am Ende schließlich die Baukiste zurückbrachte und mir verriet, wie er an den Code zum Grillhaus gekommen war.
    Sein "Berufsgeheimnis".
    Die Lösung war simpel und raffiniert zugleich: Ich hatte den Code versehentlich in meinen Aufzeichnungen übermittelt. Kein Spion, kein mühsames Knacken. Ich selbst hatte den Schlüssel geliefert und ich musste lachen. Jemand aus ihrern Reihen - und ich ahnte schon wer - hatte meine Berichte besonders aufmerksam verfolgt und ich fand, das verdiente Respekt.
    Und in diesem Moment fiel so vieles von mir ab.

    Ich reichte ihm die Hand, übergab ihm einen Begrüßungsteddy, sah ihm am Feuer in die Augen und sagte "Ich vergebe dir."
    Und ich meinte es.

    Wir sprachen über meinen Teil der Eskalation. Über Missverständnisse, über alte Wunden, über die Rettungsaktion für Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 in der Nähe von Myshkino, über schlechte Kommunikation aber auch über Greeny, mehr gewusst hatte, als er sagte sowie über all das, was hätte anders laufen können und sollen.
    Und ich verstand.
    Nicht alles.
    Aber genug.
    Wieder einmal hatten Annahmen zu einer Eskalation geführt und ich war froh, dass die Sache zwischen Davus und mir nun bereinigt war.
    Jeder hatte seinen Teil ausgesprochen und dafür Verantwortung übernommen und um Verzeihung gebeten.
    Er hatte es wiedergut gemacht und die Kiste zurückgebracht.

    Als er ging, war nichts mehr zwischen uns.
    Nur noch das, was wir beide übereinander gelernt hatten.

    Crippsy am Camp



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    Versöhnung


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    🎃 Ein Herz aus Kürbissen

    Crippsy hatte am Ende noch eine Idee. Er wollte ein Herz graben – aus Kürbisfeldern.
    „It's halloween afterall“, sagte er grinsens.

    Wir gaben ihm die Gartenharken, und gemeinsam lachten wir über die Absurdität des Moments.
    Halloween.
    Ein Herz aus Kürbissen in einer Welt voller Waffen.
    Und trotzdem – es fühlte sich richtig an.

    Ein Kürbisfeld zu Halloween

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    🔥Ausklang am Feuer

    Später saßen wir wieder am Feuer – Crippsy, WhiskeyMixer, Davus und ich. Sogar jayphiiyo war vorbeigekommen.
    Der Abend verlief ruhig und das Feuer spiegelte sich in Jays Augen, als Whiskey sie fragte: „Also, seid ihr Chicks jetzt wieder zurück?“

    Sie grinste. "Waren nie wirklich weg.“

    Ich sah ins Feuer und lächelte wissend.
    Vielleicht hatte sie recht.
    Vielleicht waren wir alle nie wirklich weg gewesen.
    Nur zwischendurch verloren.

    Abendrunde am Feuer


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    🌅 Zum Schluss

    Es war die Nacht von Halloween, und der Himmel über Prigorodki war voller Rauch und Sterne.
    Ich dachte an den Fremden am Morgen,
    an den Schuss,
    Den grausamen Fund in Elektro, den der Unbekannte namens "Veyr/\" hinterlassen hatte,
    den Raid der Brits' Barn
    an den Autounfall,
    an den Beschuss durch die Wegelagerer,
    an Davus’ Entschuldigung,
    an das Herz aus Kürbissen im Feld.

    Und ich spürte, dass der Oktober endete, wie er begonnen hatte:
    mit Schmerz – aber auch mit Hoffnung.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 30.10.2025 – Schatten unter der Haut

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    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, da geschieht wirklich nicht viel.
    Und doch bleibt am Ende etwas zurück, das man nicht greifen kann.
    Aber man kann es fühlen.
    Kein Schuss, kein Feuer, aber etwas wie ein Schatten, der sich leise in ddeinen Verstand legt.
    Heute war so ein Tag.


    🪖 Ein alter Bekannter kehrt zurück

    Am Camp war ich gerade in meinem Turm und sortierte einige Verbände, da hörte ich hastige Schritte im Camp. Ich beobachtete, wie sich jemand die Zelte näher ansah und sich bediente.
    Ich blieb vorsichtig und schaute zunächst nur. Offenbar kannte sich der Fremde gut aus.
    Kaum hatter er das Lager verlassen, nahm er seine Waffe in die Hand und rannte über das Feld.
    Ich war alarmiert. Für einen Moment dachte ich, es stünde wieder ein Überfall bevor. Ich legte die DMR an, zielte auf den Fremden.
    Aber ich schoss nicht. Ich ließ ihn am Horizont verschwinden, denn er hatte nichts Verwerfliches getan, außer sich außerhalb des Camps etwas zu fest an seine Waffe zu klammern.

    Die Zeit verging und es blieb ruhig. Dann schließlich kam jemand über den Sumpf und ich erkannte in ihm den Überlebenden von zuvor.
    Ich fasste Mut, winkte ihm zu und sprach ihn vom Turm aus an.
    Er grüßte freundlich zurück, die Waffe nun wieder auf dem Rücken verstaut.
    Ich erkannte seine Stimme. Sie weckte alte Erinnerungen; Rau aber mit einer Spur von Wärme: PropaGandalf. Einer der Fraktion, die sich früher "Chicks in Action" genannt hatte. Ich musste lächeln. Seinerzeit hatte ich HellhoundSamuel und ihn die "Jayhuahuas" getauft, weil sie wie zwei Schoßhündchen immer wieder vor ihrer Anführerin jayphiiyo liefen und sich kläffend in jede Schlacht stürzten. Naja... kläfftend ist zu viel gesagt, aber sie waren einem guten und fairen Kampf nicht abgeneigt.

    Wäre Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 hier gwesen, so hätte sie ihn locker-flockig begrüßt, denn sie hatten über mehrere Monate hinweg Seite an Seite gekämpft und die Basis der Chicks in Novodimitrovsk gegen Angriffe verteidigt. Einmal hatte sie ihn dabei sogar versehentlich erschossen... ihr erster Fall von "Friendly Fire", aber dies basierte auf einem nicht eingespielten Call. Danach kam es nie wieder zu einem solchen Zwischenfall. Und auch wenn ich manchmal meine Schwierigkeiten mit seinen übermütigen Handlungen hatte - so hätte er mich einmal fast überfahren oder in seiner Base eingeschlossen - so waren wir uns nicht böse.

    Darum grinste ich und rief ihm scherzend zu "Alterdiggerjungebrudi, was geht?" Zweifelsfrei würde er mich erkennen.
    Er grinste breit zurück und hob seine Hand zum Grüß.
    Ich sagte ihm, dass er großes Glück gehabt habe. Die Zeiten seien angespannt und viele deuteten eine gezogene Waffe vor dem Camp bereits als potenziellen Angriff. Aber er grinste nur weiter schelmisch weiter. Als könne man jemandem wie ihm verbieten eine Waffe in Händen zu halten.

    Er fragte nach den Mönchkapuzen und ich antwortete ruhig: „Zieh sie besser nicht an. Es gibt Leute, die das als Vorwand nehmen, um zu töten.“
    Warum wollte zur Zeit nur alle diese Kapuzen tragen? Ich konnte nur jedem davon abraten, seit E.C.H.O. nachweislich Jagd auf Leute mit dieser Kopfbedeckung machte und der militante Arm der Kirche die Kontrolle über die Kirche von Morthana zu übernehmen schien.
    Er verstand, nickte, verabschiedete sich und ging dann am Ende schweigend weiter. Wohin, das wusste ich nicht.

    Ich sah ihm nach, wie er kleiner und kleiner wurde im Nebel und ich war mir sicher, dass das nicht das Letzte gewesen sein würde, das ich von ihm gesehen hatte.
    Er hatte schon immer seinen ganz eigenen Kopf gehabt, aber im Ernstfall hatte sich Jay auf ihn verlassen können. Und vor allem fand er immer irgendwie seinen Weg.

    Gandalf am Camp


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    📄 E.C.H.O. und die Akten

    Kaum hatte PropaGandalf das Camp verlassen, kam etwas später tatsächlich @E.C.H.O. ans Camp.
    Er brachte wieder Fleisch mit, das er grillen wollte und legte mir einen braunen taktischen Rucksack vor die Füße. Eine Art Geschenk, das ich dankend annahm.
    Ich bot ihm an, das Kochhaus aufzuschließen, denn wir hatten den Code geändert und er kannte den neuen noch nicht, aber er lehnte ab und schüttelte nur den Kopf. Die Sauna war ihm genug.

    Ich sprach ihn auf die siebenundachtzig Zettel an. Nicht auf deren Inhalt.
    Einerseits wollte ich ihn nicht in Bedrängnis bringen und es schien mir, als habe er uns einen verletzlichen Teil seiner Selbst präsentiert, mit dem ich behutsam umgehen wollte.
    Andererseits, was hätte er mir antworten sollen, außer traurig auf den Boden zu blicken? Gut gelaunt war er mir lieber.
    Also fragte ich ihn lediglich, ob es seine Akten gewesen waren.
    Er nickte nur und verbrannte einige weitere Papiere demonstrativ, als wolle er auf diese Weise mit den Akten abschließen.
    Sonst kein Wort, wie immer.
    Aber ich sah in seinem Blick, dass er wusste, was ich meinte.
    Und die Schweißermaske, die trug er nicht mehr. Nur noch die Schweinemaske.

    Natürlich hatte ich Frage, aber was hätte ich sagen und wie er antworten sollen?
    Manche Wunden brauchen keine Worte.
    Ich nickte nur, und er nickte zurück. Wir verstanden uns.
    Dann drehte er sich um, nahm sein gegrilltes Fleisch vom Feuer und verschwand wieder in der Ferne.

    E.C.H.O. am Camp


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    🪓 Zwischen Alltag und Andeutungen

    Kurz darauf kamen @Black Lion und Pinky ans Camp.
    Sie sahen einen Überlebenden auf dem Feld.
    WhiskeyMixer, der auch in der Nähe war, sprach ihn an.
    Es war Rio – unser stiller Helfer, der immer wieder am Camp vorbeikam und Vorräte von seinen Reisen mitbrachte, die er selbst nicht brauchte.

    Wir dankten ihm.
    Solche selbstlosen Gesten sind selten geworden, aber ich freue mich jedes Mal, wenn auch andere bereit sind zu teilen und zu helfen.
    Schließlich sind es diese kleinen Dinge, die uns immer iweder vor Augen führen, dass zwar die alte Welt nicht mehr existiert, aber dass wir trotzdem noch aufeinander achten.

    Später ging ich mit @NiggoB und Whiskey auf Tour.
    Das Ziel: Die Gefängnisinsel. "Kostüme" für die BBA und das Liebesnest besorgen. Es war meine Idee gewesen, also luden sie mich ein mit ihnen zu kommen. In Ihrem grünen Ada.
    So ganz wohl war mir nicht... diese Adas ware irgendwie immer wie Fallen, denn wenn man hinten saß, kam man nicht so einfach wieder raus.
    Obwohl ich ihnen vertraute, blieb ein seltsames Ziehen in meiner Brust.
    Niggo schien das zu merken und grinste. „Wir entführen dich jetzt!“, scherzte er.
    Whiskey lachte. „Ich hab gehört, da ist eine Rechnung noch offen...", meinte Niggo und spielte auf den "Schlüsseldienst" bei SneakySnake an.
    janinesta (Selina) winkte noch und versprach, sie würde mich retten. Ich wusste, dass sie das ernst meinte, wenn es hart auf hart kam. Sie hatte es bereits getan. Damals, als mich viele meiner Freunde aus der Gewalt von Chucks befreit hatten und zurück nach Prigorodki gebracht hatten.

    Ich versuchte zu lächeln, aber in meinem Kopf hallten noch die Zeilen aus E.C.H.O.s Akten vermischt mit meinen eigenen Erlebnissen und der Sache mit Sueda nach.
    Isolation. Langzeitversuch. Subjektreaktionen.
    Mir wurde kalt, obwohl es nicht an der Temperatur lag.

    Als sie beim Zugevent hielten, deutete Niggo spielerisch auf die Tür.
    „Ich schließ jetzt ab!“, sagte er lachend.
    Ich wusste, es war Spaß – aber mein Herz verstand das nicht.
    Ich saß da, im Auto, wie ein Tier, das sich an seine Ketten erinnert.
    Nie mehr.
    Nie mehr.

    Als sie kurz darauf wieder losfuhren, hatte ich beschlossen: Ich musste hier raus.
    Nicht aus Angst vor ihnen, sondern vor dem Gefühl in mir selbst.

    Beim zweiten Halt an einem Zug-Event vor Komarovo nutzte ich den Moment, schob den Sitz nach vorne und schlich aus dem Wagen.
    Ich atmete tief ein und rannte.
    Einfach nur fort.
    Durch das Gras, durch die Stadt, den Berg hinauf und über die Felder.
    Ich kannte diese Gegend gut. Damals hatten wir Samariter in der Nähe unser Lager aufgeschlagen. Bei Onkel Boris.
    Es schien mir fast als sei ein ganzes Leben seit dem vergangen. Damals, als wir noch ein Team waren. Howl, Nyashia, Jammet, Black Lion und ich.
    Genau hier waren wir von Opi angegriffen worden, der später dann ein wertvoller Freund geworden und mit uns in dieses Chernarus gekommen war.
    Wie es ihnen allen jetzt wohl ging?
    Meine Schritte führten mich zu eben jenem Denkmal, das wir liebevoll "Onkel Boris" nannten. Egal, ob das nun eigentlich General Guba war oder nicht.
    Manchmal braucht man einfach eigene Begriffe für die Dinge, um sich die Welt zu erschließen.

    Ja, ich wusste, das gerade von den Jungs war nur ein Scherz gewesen.
    Aber ich konnte das nicht.
    Nicht nach dem, was ich gelesen hatte, nicht mit dem, was E.C.H.O. mir mit den Berichten gezeigt hatte.
    Ich kauerte setzte mich bei der großen Statue zusammen, atmete faltete meine Hände und zählte.
    Bis die Welt wieder still wurde.

    Im Funk fragte man natürlich nach mir. Ob ich nicht mit zur Gefänfnisinsel kommen wolle.

    „Nein… Fahrt ohne mich“, sagte ich ins Funkgerät,
    Whiskey war überrascht aber akzeptierte es.
    Sie fuhren weiter, und ich ging allein.

    Zuerst wollte ich Richtung Norden, nach Pulkovo oder Rogovo.
    Aber am Ende zog es mich doch zurück nach Prigorodki.

    Die Fahrt im Ada und Onkel Boris


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    💬 Eine neue Botschaft am Schwarzen Brett

    Auch Locke war unterwegs.
    Er wollte den Weg zum Camp finden, lief aber in die falsche Richtung.
    „Ich hab ein Talent dafür“, sagte er lachend über Funk.

    WhiskeyMixer holte ihn schließlich ab, und ich fand auf meinem Heinweg ein paar Wellbleche, die ich NiggoB für das Liebesnest überreichte.
    Sie brachten etwas später ein paar Kleidungsstücke für die BBA mit.

    Als ich später am Schwarzen Brett vorbeikam,
    sah ich eine Nachricht in der Kiste:
    ein einziges Wort – „Hi“.

    Ich lächelte.
    Vielleicht war es PropaGandalf gewesen.
    Vielleicht jemand anderes.
    Wer es gewesen war, spielte eigentlich keine Rolle. Aber es war eine spielerische, ungezwungene Geste.
    Genau das, was dieser Tag gebraucht hatte.

    Wellbleche und eine Botschaft


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    🌅 Zum Schluss

    Ich saß noch lange am Feuer.
    Die Flammen warfen träge Schatten über die Zelte,
    und in meinem Kopf mischten sich die Stimmen des Tages:
    Gandalfs Begrüßung, Echos Schweigen, Niggos Scherze.

    Ich dachte an Vertrauen, an Angst, an das, was wir uns gegenseitig zumuten – und daran, wie wenig oft nötig ist, um alte Wunden wieder aufzureißen.
    Aber auch daran, dass vieles oft nicht böse gemeint ist und man trotzdem weitergeht.
    Weil wir alle in dieser Welt unser Päckchen zu tragen, mit unseren inneren Dämonen zu kämpfen und mit unseren Narben zu leben haben.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 29.10.2025 – Zwischen Funksprüchen und Feuerstellen

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    Hallo ihr Lieben,

    auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, aber heute war mal wieder ein Tag ohne große Katastrophen.
    Dafür aber mit umso mehr Alltag.
    Ein seltsam schräger, aber menschlicher Alltag.
    Und ich erfuhr heute mehr über E.C.H.O., als mir lieb war.
    Aber es war nötig.


    📡 Routinen an der Küste

    GraveDigger meldete sich als Erster.
    Seine Nachricht in unserem Funkkanal war wie immer ruhig und gelassen:

    Zitat

    „Hallo Herz! Habe heute mal im Camp Nizhnoye vorbeigeschaut,
    das vergammelte Essen in den Ofen geschmissen,
    ein bisschen sortiert und Medikamente reingepackt.
    Auch ein paar Snacks und Spite.
    Morgen gehe ich eventuell noch jagen
    und in den Camps Berezino und Nizhnoye auffüllen.“

    Ich lächelte.
    Es gibt Menschen, die nicht viel reden, aber einfach anpacken und weitermachen. Genau solche braucht diese Welt.
    Ich dankte ihm, wie so oft, für die stille, aber unermüdliche Arbeit.


    🧱 Das „Liebesnest“ wächst

    Unten in Prigorodki waren WhiskeyMixer und NiggoB völlig aus dem Häuschen.... buchstäblich.
    Im Funk klang es wie ein kleines Feuerwerk aus Stolz und Übermut, als Whiskey voller kindlich reiner Begeisterung verkündete: „Herz, ich hab das Liebesnest absolut krank ausgebaut!“,

    Ich musste benfalls grinsen und würde es mir später ansehen, diese "Festung der Freundschaft", die sie da so liebevoll aufgebaut hatten.

    Das Liebesnest wächst weiter


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    Auf dem Weg nach Elektrozavodsk sprang Whiskey wohl vor lauter Vorfreude aus seinem grünen Ada...
    Er überlebte. Das Auto auch.
    Und wir? Wir lachten – weil in dieser Welt schon das Grund zur Freude ist.

    Dann kam der Scherz des Tages: Wir waren uns plötzlich alle einig,
    dass @Jannnik heimlich derjenige war, der nachts immer Loot in die Gaszonen von Riffy und Pavlovo legte.
    Ein heimlicher Wohltäter. Unser Lootgoblin, wie wir ihn liebevoll nannten.
    Natürlich war das Unsinn – aber ein schöner Gedanke.
    Denn irgendwie braucht jede Welt ihre kleinen Mythen, oder nicht?


    🗣️ Funkrauschen und Chaos

    Vor Nizhnoye trafen NiggoB und WhiskeyMixer auf einen Überlebenden namens Richard.
    Das Gespräch verlief… sagen wir: technisch herausfordernd.
    Whiskey verstand ihn perfekt, Niggo dagegen hörte gar nichts. Dafür hörte Whiskey sich und Niggo wiederum doppelt.
    Ein ganzes Funkorchester aus Fehlübertragungen, wenn ihr mich fragt.

    Trotz allem verlief das Treffen friedlich. Kein Schuss, kein Streit.
    Nur eine Verabschiedung, wie man sie früher vielleicht ganz normal genannt hätte.

    Etwas später hatten die beiden dann einen Unfall – der perfekte Anlass, endlich unsere frisch gesammelten Kühler unser die Leute zu bringen.
    Chernarus hat eben seinen ganz eigenen Sinn für Timing.

    Treffen mit Richard


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    🔐 Ein Schloss zu viel

    Dann meldete sich vJoni über Funk.
    Vor seiner neuen Basis hing plötzlich ein Schloss, das er selbst nie angebracht hatte. So glaubte er zumindest.

    Er klang verwirrt: „Sag mal, Herz… war das einer von euch?“

    Ich verneinte. Von uns war es keiner gewesen. Wozu auch? Ich war mir nicht einmal sicher, wo sich seine Basis genau befand.
    Aber wer dann? Chernarus spielt manchmal seine eigenen Streiche, und nicht alle sind bösartig.
    Lästig, das konnten sie jedoch trotzdem sein, wie ich aus eigener Erfahrung wusste.


    🎣Anglerglück und die Erinnerungsbox

    Zwischenzeitlich ging ich mit janinesta (Selina) noch etwas angeln, um das Camp aufzufüllen und besuchte auf dem Weg nach Chernogorsk noch die Erinnerungsbox von Cone. Dort füllte ich die Vorräte auf und gedachte all jener, die uns im Stillen verlassen hatten.

    Angeln mit Selina und Cone-Box

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    🥊 Boxkampf in Prigorodki

    Am Nachmittag brachten WhiskeyMixer und NiggoB einen neuen Bekannten ans Camp – Locke.
    Ich lernte ihn dort kennen.
    Ein angenehmer Kerl, wachsam, aber freundlich, mit diesem leichten Lächeln, das man bei Menschen sieht, die noch an Humor glauben.

    Wir alberten ein wenig herum, und schließlich forderte Niggo Whiskey zu einem Boxkampf heraus.
    „Ich will meinen Titel verteidigen!“, rief er.
    Die beiden stellten sich auf dem Feld auf, Schritt für Schritt, Fäuste oben.
    Was folgte, war ein Kampf, der eher nach Freundschaft als nach Gewalt aussah.
    bis Whiskey den entscheidenden Schlag landete.

    Niggo ging zu Boden.
    Ich rannte hin, versuchte ihn zu reanimieren – vergeblich.
    Er war schon an der Küste.
    Wir sammelten seine Sachen ein, verschlossen sie sicher im Kochhaus.
    Ich wusste, er würde zurückkehren.
    Er tat es immer.

    Locke am Camp und der Boxkampf


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    🔥 Kalle am Feuer

    Und dann kam Kallele.
    Ausgerechnet.
    Er wollte am Camp übernachten.
    Ich blieb ruhig, aber bestimmt: „Du hast am Feuer nichts verloren“, sagte ich schroff, „nicht, solange die Dinge noch unausgesprochen zwischen uns stehen.“

    Er nickte kaum merklich und setzte sich an den Straßenrand, direkt vor den Tutorial-Turm.
    Dort blieb er.
    Wir sahen ihn aus der Ferne, während wir am Feuer saßen.
    Ich würde gerne sagen, dass es mir leid tat, aber er hatte es selbst in der Hand.

    Im Morgengrauen holte ihn eine Olga ab, vermutlich weitere ehemalige Banana Ops.
    Kein Streit, kein Blut.
    Ein geordneter Abzug unter Hupen. Kalle hatte unser Camp respektiert und sich nicht aufgedrängt.
    Und er hatte mich nicht wieder angeschossen. Das allein waren schon gute Zeichen.
    Vielleicht hatten auch sie von den ewigen Konflikten hier genug. Ich hoffte es, denn ich war von allem hier so müde geworden.

    Locke fragte noch, ob er schießen solle. Wir lehnten ab.
    Es war schon zu viel Blut vergossen worden hier am Camp.

    Kalle am Camp


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    🏠 Das Liebesnest – und ein Lächeln

    Später folgte Locke  WhiskeyMixers und NiggoBs Einladung ins „Liebesnest“.
    Was dort genau geschah, bleibt ihr Geheimnis – und vielleicht ist das auch gut so.
    Als sie zurückkehrten, trugen sie dieses verschmitzte Grinsen, das man nicht so recht deuten, aber auch nicht übersehen kann.

    Ich saß noch lange am Feuer, hörte die Schritte der drei, das Lachen in der Ferne.
    Und ich dachte bei mir: Vielleicht ist das zwischen all dem Chaos und den Narben einfach das, was Leben heißt.
    Den Moment genießen und gemeinsam die Sorgen vergessen.

    Locke im Liebesnest


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    🗂️ Was die Akten berichteten

    Tja und am Endes des Tages saß ich mit den gefundenen Akten im Schoß vor dem kleinen Lagerfeuer in der „Sauna“.
    Ich hatte die Papiere behutsam geordnet. Eine Arbeit, die länger gedauert hatte, als ich erwartet hatte. Immerhin waren es siebenundachtzig Seiten!
    Sie wirkten schwerer, als Papier sein durfte; als läge in ihnen nicht nur Schrift, sondern etwas, das durch die Schrift durchdrang.

    In der Art, wie sie platziert worden waren, lag etwas Endgültiges.
    Als hätte jemand damit Abschied genommen – nicht nur von einer Geschichte, sondern von sich selbst.
    Vielleicht war es ein stilles Loslassen, vielleicht auch ein Hilferuf, den nur jemand verstehen konnte, der selbst einmal so tief gefallen war.

    Ich nahm das Deckblatt zur Hand, jenes, das er ans Schwarze Brett geheftet hatte –
    und mir blieb der Atem stehen.

    Patient 5-3-8-15 – Subjektbeobachtung im Langzeitisolat.“

    Damit war er gemeint.
    E.C.H.O.

    Ich blätterte weiter, und mit jeder Seite zog sich mein Magen enger zusammen.
    Die Worte waren sachlich, klinisch, gefühllos – geschrieben von Ärzten, Forschern, Psychologen,
    die über ihn sprachen, als wäre er kein Mensch mehr, sondern ein Versuch.
    Ein Ding,
    Ein Etwas, das man testen, messen und am Ende brechen durfte.

    Ich las von Beobachtungen, von Experimenten, von Tagen ohne Licht, von Nächten in Stille, von Wochen ohne Antwort.
    Von einem Mann, der gezwungen wurde zu schweigen, bis selbst seine Gedanken zu flüstern begannen.
    Von langen Stunden, in denen er nur noch die Schrauben an der Wand zählte, bis er irgendwann das Lachen lernte, weil es das Einzige war, das ihm noch blieb.

    Ich gebe zu ich legte die Blätter irgendwann weg.
    Oh sie interessierten mich, aber sie rissen auch sehr viel auf.
    Zu viel Erinnerung; zu viel Wiedererkennen.

    Ich kannte diese Dunkelheit.
    Ich wusste, wie sich Einsamkeit anfühlte, wenn sie nicht mehr nur Stille war, sondern ein Wesen, das mit dir sprach.
    Ich wusste, wie es war, wenn man anfing, mit Dingen zu reden, nur um sicherzugehen, dass man noch existierte.
    Ich wusste, wie sich Ausgeliefertsein anfühlte.
    Wie es war, wenn jemand anderes über dein Leben entschied, Über dein Denken, dein Atmen, dein Sein.

    Man hatte ihn missbraucht.
    Nicht nur als Mensch, sondern als Beweis, wie weit man gehen konnte, bevor jemand zerbrach.
    Und er war gebrochen worden, aber nicht gestorben.
    Er hatte überlebt, weil er sich in das verwandelt hatte, was sie in ihm sehen wollten: einen Attentäter.
    Doch einer mit Gewissen.
    Einer, der in der Nacht vielleicht nicht betete, aber bereute.

    Er tat mir unendlich leid.
    Denn ich erkannte in ihm kein Monster mehr.
    Ich sah nur das, was von einem Menschen übrig bleibt,
    wenn man ihm alles nimmt und er trotzdem weiteratmet.

    Und doch war er gefährlich, weil er gelernt hatte, Gefahr zu sein, um zu überleben.

    Ich denke, er wusste das.
    Vielleicht hat er die Akten deshalb zurückgelassen.
    Weil er wollte, dass jemand sie fand.
    Dass jemand laß.
    Dass jemand verstand.

    Die Schweißermaske, die einst sein Gesicht verborgen hatte, lag demonstrativ neben den Akten.
    Ich glaube, er hatte sie bewusst abgelegt; vielleicht nach Elektrozavodsk, nach dem Vorfall mit Mawa und ihrem Sohn.
    Zwei Leben, ausgelöscht durch einen Irrtum.
    Zwei Schüsse, die nie hätten fallen dürfen.

    Vielleicht konnte er die Maske seitdem nicht mehr tragen.
    Vielleicht erinnerte sie ihn zu sehr an die Augen hinter dem Glas, an das kalte Metall, an das, was er dort geworden war.
    Jetzt trug er nur noch die Schweinemaske.
    Und als ich sie sah, musste ich an seine Worte denken, die er einst aufgeschrieben hatte:
    „Schweinchen kennen keine Scham.“

    Aber ich glaube, das war gelogen.
    Denn ich spürte, dass er sich sehr wohl schämte.
    Nicht für das, was man ihm angetan hatte, aber für das, was er selbst dadurch geworden war. Alles nur, um zu überleben.

    Ich würde die Blätter nicht verbrennen.
    Ich glaubte, dass sie das Letzte waren, was er uns noch zu sagen hatte – ein stummes Bekenntnis, geschrieben in der Sprache derer, die ihn gebrochen hatten, aber mit seiner Handschrift durchzogen.

    Und während der Wind die Ecken der Seiten hob und sie leise rascheln ließ, war mir, als hörte ich eine Stimme flüstern.
    Ein Rauschen über Funk, nicht laut, nicht klar. Aber menschlich.

    Und das allein reichte, um zu wissen, dass E.C.H.O. noch irgendwo da draußen war.
    Nicht verloren.
    Nur anders.

    Sueda sagte später, sie habe auch in die Akten geschaut, aber auch sie hatte Mühe gehabt da weiterzulesen.
    "Das ist so ein kranker Scheiß, Herz...", meinte sie grummelnd, "was die Schweine ihm angetan haben."
    Das war, als würde jemand versuchen, die Seele zu sezieren oder zu katalogisieren. Als würde man Schmerz messen wie bei Leuten die Temperatur.... Das war ein anderes Level an Scheißigkeit, als das was die Kirchenheinis mir angetan haben. Auch krank auf seine Weise, aber das bei ihm ging tiefer. Viel tiefer... Tief wie in ich-will-eigentlich-gar-nicht-hinschauen-so-tief. Und weißt du, ich glaub, sie haben ihm das Menschsein rausgeprügelt, Stück für Stück, bis nur noch das übrig blieb, was sie gebraucht haben: jemanden, der gehorcht.

    Und trotzdem war er keiner von denen, die einfach töten, weil sie’s können.
    Ich hab’s gesehen, als er mir das Grab seines Freundes gezeigt hat.

    Da war dieser Blick.
    So ein leeres, gebrochenes Leuchten.
    Wie jemand, der weiß, dass er nie wieder ganz wird, aber trotzdem versucht, richtig zu handeln."

    Ja, sie hatte E.C.H.O.erlebt, wie er diese leise Art hatte, die einem das Gefühl gab, dass hinter all der Kälte noch etwas war, das warm glühte, wenn man nur nah genug an ihn heran kam.
    Die Maske war fort, um Menschen auf Abstand zu halten. Er hatte sich ein Stück weit geöffnet.

    Ja, sie haben ihn verdammt nochmal kaputt gemacht, Herz.
    Aber nicht ganz. Ein Stück von ihm hat überlebt. Und das Stück wollte, dass jemand - das wir - hinschauen...“

    Dann schwieg sie lange.
    Der Blick ins Feuer, die Hände über der Glut.
    Und in der Stille verstand ich, dass sie vermutlich recht hatte.

    Am Lagerfeuer


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    🌅 Zum Schluss...

    Es war ein Tag voller kleiner Dinge: Funkrauschen, Stolz, Missverständnisse, ein Boxkampf, ein Stück Frieden.
    Nichts Großes, nichts Weltbewegendes.
    Aber irgendwie war es genau das, was wir alle gebraucht hatten.

    Denn manchmal ist Menschlichkeit nichts anderes, als miteinander zu reden, sich necken, sich wiederfinden –
    und am Abend noch genug Vertrauen zu haben, um sich gemeinsam ans Feuer zu setzen, statt auf Abstand zu gehen.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 28.10.2025 – Papierregen und Kühlersegen

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    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, die beginnen ganz unspektakulär, aber trotzdem hinterlassen sie Spuren.
    Nicht, weil etwas Schlimmes geschieht, sondern weil man spürt, dass unter all den kleinen Dingen etwas Größeres brodelt,
    etwas, das man noch nicht versteht.
    Doch neben all den Stillen Zeichen hatte dieser Tag noch etwas Besonderes: Kühler und zwar jede Menge von ihnen.
    So lange hatten wir nach ihnen gesucht und an diesem Tag beschloss Chernarus uns alle auf einmal zu geben.
    Aber ich beginne natürlich wieder ganz am Anfang.


    🌲 Ein Toter am Camp

    janinesta (Selina) war wieder früh am Camp. Ich selbst war auf dem Weg von Berezino zurück zum Camp gewesen und fuhr mit dem Auto vor. Selina erschrak, denn ich hatte mich nicht angekündigt. Aber als sie den gelben Patchwork-Sarka sah, erkannte sie mein Auto wieder.
    Wir begannen damit, gemeinsam ein paar Bäume zu fällen.
    Wir wollten noch etwas ausbauen, neue Wände für die BBA, aber vielleicht war es auch einfach nur Beschäftigung.
    Ich trug Stämme zur BBA, der endlose Regen des Vortags hatte den Boden weich gemacht und jeder Schritt hinterließ schwere Spuren in der Erde.
    dakel stieß zu Selina und beide gingen zum Camp.

    Plötzlich folgte ein Ruf im Funk.
    Selina war außer sich: Ein Bambi lag am Boden, mitten im Camp.
    Ihr erster Gedanke war Mord. Ein Scharfschütze, vermutlich vom Berg aus.
    Der Klassiker..

    Dakel sicherte die Umgebung und ich kam so schnell wie möglich ebenfalls ans Camp. Dort sah ich mir den Körper an.
    Die Stellung der Beine, die Art, wie er gefallen war – sie passte nicht zu einem Schuss vom Berg aus.
    Es war komisch, denn man fand keine Tatwaffe, aber ich kam zum Schluss, dass er sich selbst umgebracht haben musste.
    Mit einem spitzen Gegenstand.
    Vielleicht in einem Moment, in dem die Einsamkeit lauter war als der Überlebenswille oder aber in jenen Momenten, in denen man nach einem Neuanfang sucht. Aus welchen Gründen auch immer.
    Hätte er doch nur gewartet, bis wir da waren. Wir hätten bestimmt etwas für ihn tun können.
    Doch nun blieb uns nichts weißer, als seine Überreste still zu begraben.

    Morgendliche Runde mit Bauarbeiten und einem Toten am Camp


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    🚗 Das verschwundene Auto

    Etwas später fand dakel ein verunglücktes Auto weit oben im Norden.
    Vier Reifen fehlten, dazu Batterie und Zündkerze.
    Also beschlossen janinesta (Selina) und ich, mit meinem Wagen dorthin zu fahren und das Auto wieder flott zu machen.
    Vier Reifen waren relativ schnell beschafft auf dem Weg dorthin.

    Die Fahrt führte uns über die alten Zugschienen, vorbei an Riffy, wo wir beim Event-Gelände eine Kiste sicherten.
    Als wir schließlich den Ort erreichten, war kein Fahrzeug zu sehen.
    Nur nach längerem Suchen fanden wir es ein Stück weiter westlich.
    Dakel hatte sich beim Markieren wohl etwas vertan.
    Ein kleiner Irrtum, aber nichts, worüber man ihm böse sein konnte.

    Wir reparierten den Wagen, setzten Batterie und Zündkerze ein und als der Motor zum Leben erwachte, fühlte es sich fast wie ein kleines Wunder an.
    Ein Stück Technik, das der Welt trotzte.


    Autorettung im Norden

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    📄 Akten im Wind

    Zurück in Prigorodki sah janinesta (Selina) vor dem "Pit Stop" eine Schweißermaske.
    Wir wollten sie ins Zelt legen, vielleicht hatte ECHO Interesse daran.
    Doch als ich selbst am Camp eintraf, stockte mir der Atem.

    Überall lagen Blätter, Zettel, Akten, Berichte. Allesamt wild verstreut auf der Straße, vor dem Camp und sogar im Camp, als hätte jemand einen Sturm aus Papier entfesselt.
    In der Mitte auf der Straße lagh die Schweißermaske, die Selina schon gesehen hatte.

    „Selina… hast du das wirklich nicht gesehen?“, fragte ich verwundert.
    Als sie die ganzen Papiere schließlich auch sah, schüttelte sie lachend den Kopf.
    „Nein, ich hab nur den Helm gesehen…“

    Ich sammelte die Berichte und Akten ein und kam mir dabei fast vor wie bei einer Ostereiersuche, die es früher immer gegeben hatte. Damals, als die Welt noch nicht im Chaos versunken war...
    Ich suchte im hohen Gras, zwischen den Büschen und sogar im Kochhaus wurde ich fündig. Am Ende hatte ich einen Stapel aus 87 Papieren, einige davon durchnässt oder geknickt, andere noch glatt. Die nassen Berichte legte ich zum Trocknen aus.
    Offenbar hatte E.C.H.O. hier gewütet, denn anders konnte ich mir das nicht erklären. Die Maske, die Papiere... das alles deutete doch stark auf ihn hin.
    Aber was er damit bezwecken oder uns sagen wollte, das blieb uns allen ein Rätsel.
    "Sei froh, dass er dir den Stapel nicht an den Kopf geworfen hat...", scherzte Ersetzbares Crewmitglied und reif sich ihren Kopf. Ich musste lächeln. Ja, ihr hatte E.C.H.O. eines Abends Papier an den Kopf geworfen... Damals wollte er ihr so zeigen, das sie ein Freund für ihn war. Eine seltsame Art, Zuneigung zu zeigen.
    Aber wozu er jetzt diese Papierflut hinterlassen hatte?
    Vielleicht war es ein Ritual, vielleicht ein Zeichen.
    Oder einfach eine Laune, wie sie Menschen in dieser Welt manchmal überkommt.

    Papierregen in Prigorodki


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    🎁 Geschenke des Himmels

    Als wieder Ordnung eingekehrt war, lieferten WhiskeyMixer und NiggoB, die gemeinsam unterwegs gewesen waren einige Teddys bei mir am Camp ab. Ich wollte sie befüllen und ein Zelt in der BBA mit ihnen ausstatten.
    Ein Gegengeweicht gegen die unwirtkliche Kälte, die innen noch vorherrschte.
    janinesta (Selina) überreichte mir eine Truhe, die wir versteckten. Nach dem Verlust unserer Werkzeugkiste, die ich noch immer vergebens suchte, ein willkommenes Geschenk.

    Tja und dann brachen Niggo, Jannnik, Selina und Pinky gemeinsam auf.
    Ich blieb am Camp, hielt Wache und verräumte ein paar Dinge.

    In Svetlojarsk trafen sie einen Fremden namens Locke, der wohl überrascht war,
    so viele bewaffnete Überlebende auf einem Haufen zu sehen, die ihn nicht gleich über einen Haufen schossen.
    Aber er blieb ebenfalls freundlich und so trennten sich ihre Wege friedlich. Ganz, wie man es sich nur wünschen kann.

    Selina trifft auf Locke


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    vJoni meldete sich über Funk und brachte einen (makellosen!) Kühler vorbei – eine echte Rarität in diesen Tagen.
    Ich brach auf nach Chernogorsk, um ihn in Empfang zu nehmen und bedankte mich herzlich.

    Etwas später traf auch Pinky ein, ebenfalls mit einem Kühler.
    Und Niggo fand den vierten. Whiskey brachte ebenfalls Kühelr und am Ende hatten wir stolze sieben zusammen.

    Ich lachte,
    und zum ersten Mal seit Langem war es, als hätte der Himmel seine Pfoten geöffnet und es Kühler regnen lassen, die er so lange vor uns zurückgehalten hatte.
    Ja, wirklich.
    Kühler.
    So unscheinbar, so banal und doch ein Zeichen dafür, dass hier ständig an allen Ecken und Enden Autos verunglückten.

    Wie lange der Vorrat halten wird? Ich nehme eure Wetten entgegen...

    Kühlersegen

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    🎯 Jannik geht zu weit


    Pinky, Alex und Jannnik gingen noch ans Camp mit einem toten Huhn um zu grillen. Da hatte Jannik nichts Besseres zu tun, als sich eine Blendgranate an die Weste zu helften und mitten in die Gruppe zu laufen. Es gab einen Ohrenbetäubenden Knall, ein greller Blitz erhellte das Kamp und ich war auf 180.
    Die Zeiten waren angespannt und ich hatte Jannik seit dem Vorfall mit ninja2.00926 (UltrA) eingeschärft, dass er am Camp weder Leute fesseln sollte, noch Blendgranaten oder sonst irgendwelche anderen Granaten zünden sollte.

    Und er? Nachdem er gestern offenbar bei dakel seine Grenzen hatte austesten müssen, war nun ich an der Reihe.
    Ich zog meine DMR und setzte ihm nach. Nicht, um ihn zu töten - wohlgemerkt. Ich wollte ihn ins Bein treffen und ihm eine Ansprache halten, die sich gewaschen hatte.
    Er versuchte sich zu verstecken, aber es gelang mir ihn zu treffen. Der Schuss saß.
    Anschließend fesselten wir ihn. Alex zog ihm noch einen Sack über den Kopf und grinste. Eine kleine Genugtuung für den Scherz mit der Blendgranate. Er hatte sie geblendet, sie nahmen ihm nun das Augenlich... zumindest für eine Weile, denn ich achtete darauf, dass alles nicht eskalierte.
    Dann kam die Ansprache.
    Sollte er weiterhin die Regeln des Camps ignorieren, würde das weitreichende Folgen für ihn haben. Egal, ob er uns sonst half oder nicht. Das Camp war kein Ort für solche Spielereien. Besonders nicht in so unsicheren Zeiten wie heute.

    Am Ende setzte er den niedlichsten Hundeblick auf, den er zu bieten hatte und sagte, es täte ihm Leid. Ich hob drohend die Fäuste, versorgte seine Wunden und machte ihn los.
    Momentan weniger denn je.
    Ich hielt ihm meine Rede, immer in der Hoffnung, dass er sich daran auch halten würde. Aber ich war mir nicht mehr so sicher...

    Tja und als ich ihn losband und wir den Sack entfernten, setzte Jannik den bemitleidenswertesten Dackelblick auf, den man sich denken kann und sagte, es täte ihm leid.
    Fast hätte ich das alles schon wieder vergessen. Aber nur fast.

    Vorgetäuschtes Unwissenheit schützt vor Strafe nicht


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    🌅 Zum Schluss

    Am Abend kehrte wieder Ruhe ein.
    Das Camp war aufgeräumt, der Lärm des Alltags verstummte.

    Ich dachte an das tote Bambi, an die verstreuten Akten, an Janniks Grenzübertretung und an die vielen Hände, die uns täglich halfen,
    Vielleicht war das Leben hier nichts anderes als ein ständiges Aufräumen; innerlich wie äußerlich.

    Manchmal sind es nicht die großen Entscheidungen, die uns definieren, sondern die stillen Gesten danach: eine Schaufel Erde über einem Fremden, eine aufgesammelte Akte, ein repariertes Auto oder ein geteilter Kühler.

    Und solange es solche Tage gibt, solange jemand da ist, der Ordnung schafft, selbst wenn die Welt im Chaos versinkt, solange glaube ich, dass auch in der Apokalypse Menschlichkeit nicht verloren ist.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 27.10.2025 – Von offenen und geschlossenen Türen

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    Hallo ihr Lieben,

    manchmal beginnt ein Tag weder mit einem Schuss, noch mit einer Katastrophe, sondern einfach mit einem vergessenen Zahlencode.
    Und doch steckt in solchen Momenten mehr Menschlichkeit, als man in all den Explosionen und Dramen findet, die Chernarus sonst für uns bereithält.


    🔐 Das geknackte Schlangennest

    Der Tag begann mit einem Hilferuf von SneakySnake, der sich mal wieder meldete.
    Er saß fest in seiner eigenen Basis, eingeschlossen in dem, was wir liebevoll als "Schlangennest" bezeichneten.
    Nicht, weil jemand seine Basis aufgebrochen und seinen Code ausgetauscht hatte, sondern weil er schlicht den Code vergessen hatte.
    Das passierte den Besten...

    Ich fragte NiggoB über Funk, ob er helfen könne, und natürlich sagte er zu.
    Er war sofort bereit, eine gute Tat mit Sprengstoff zu begehen. Ein Raid für einen guten Zweck, genau die willkommene Abwechslung in der Wohlstandsdepression.
    Kurz darauf stand er neben mir, bewaffnet mit jeder Menge Munition und Sprengstoff.
    Zwei Tore galt es zu überwinden und die Bauweise ließ uns mehr als einmal fluchen.
    Ich half mit der Armbrust nach, weniger effektiv, aber mit nicht minderer Überzeugung.

    Am Ende standen die Tore offen, Sneaky war frei und Niggo seufzte über den leeren Munitionsvorrat.
    „Und wer ersetzt mir das?“, fragte er halb lachend, halb ernst.
    Ich grinste. "Stell Sneaky ne Rechnung aus."
    Ich wusste, da würde sich schon irgendwann eine Gelegenheit finden.
    Für gute Taten gab es in Chernarus jedoch selten Bezahlung, aber manchmal wenigstens ein gutes Gefühl.

    Prigorodkis Schlüsseldienst


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    🔥 Zwischen Sauna und Gedanken

    Weil der Regen uns völlig durchnässt hatte, trocknete ich meine Kleidung in der kleinen "Sauna" des Camps.
    Es war still.
    Der Dampf zog in Decke des kleinen Schuppens und während ich das Knistern des Feuers hörte,
    dachte ich an Genzo.

    Ob er sich noch einmal melden würde?
    Er hatte in der Brits’ Barn einzubrechen versucht, gedroht und großes Glück gehabt, dass er nicht erschossen worden war. Aber anschließend hatte er sich am Camp korrekt verhalten.
    Er hatte mir den Eindruck hinterlassen, dass hinter seinen Handlungen etwas Menschliches steckte.
    Aber er hatte großen Wert darauf gelegt, seine Waffen wiederzubekommen. Wenn sie ihm so wichtig waren, warum war er dann nicht gekommen, um sie abzuholen?
    Suchte er einen Vorwand, um die Scheune doch wieder zu raiden?
    Oder sah ich wieder Verschwörungen, wo keine waren und seine Abwesenheit hatte ganz andere Gründe?
    Ich beschloss jedenfalls seine Habseligkeiten gut aufzubewahren.

    In der Sauna


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    🚗 Omsen König am Camp

    Während ich so nachdachte, fuhr draußen ein blauer oder ein schwarzer Gunter vorbei. Bei dem Nebel konnte man das schwer erkennen.
    Wer es war, wusste ich nicht. Ich tippe auf dakel oder Cala-j.
    Schließlich kam ein Fremder am Camp vorbei: Omsen König.
    Ich erinnerte mich an seinen Namen. Ein vertrautes Gesicht, zurück an der Küste.
    Er sagte mir nicht, warum, und ich fragte nicht.
    Manchmal war es besser, die Vergangenheit dort zu lassen, wo sie lag.
    Er war jetzt hier und das war es, was zählte.

    Ich lud ihn ein, sich am Feuer zu wärmen und am Ende nahm er sich ein paar Dinge aus dem Camp und zog wieder zurück in den Norden.

    Omsenkönig am Camp


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    📜 Gedanken am Feuer

    Später las ich die Berichte, die wir in Davus’ Hütte gefunden hatten.
    Sie ließen mich nicht los.
    War er wirklich von Kuru befallen?
    Oder war das, wie Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 meinte, nur eine Ausrede?
    Ich wollte es glauben oder vielleicht nur verstehen.

    Irgendetwas in mir hoffte, dass er seine Worte ehrlich gemeint hatte, dass noch eine Möglichkeit zur Aussprache blieb.
    Aber um die zu finden, müsste ich mich zeigen.
    Musste riskieren, dass man mir erneut ins Gesicht oder in den Rücken schoss.
    Und doch: Davus hatte meines Wissens nach nie auf mich geschossen.
    Vielleicht war das Grund genug, ihm noch einmal zuzuhören – wenn sich die Gelegenheit ergab.

    Gedanken am Feuer


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    📦 Verschwundene Dinge und stille Helfer

    Als der Regen nachließ, durchsuchte ich die Umgebung nach unserer Baukiste.
    Doch sie blieb verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt.
    Nicht weggetragen, nicht zerstört. Soviel konnten wir ausschließen. Das hätten wir entweder gesehen oder gehört.
    Sie war einfach fort.
    Chernarus hatte seine eigene Art von Magie...
    Dinge verschwanden, und manchmal Menschen mit ihnen.

    Dann meldete sich BzU_GraveDigger von der Ostküste.

    Zitat

    Hallo Herz, hab in Bere gerade nach dem Rechten geschaut, Flagge am Camp gehisst, Fleisch gebraten, bischen sortiert. Alles ruhig gewesen soweit. 🫡

    Ich lächelte, als seinen Bericht las. Es tat gut, Menschen zu kennen, die nicht nur Dinge für sich taten, sondern auch für andere. Ohne seine UNterstützung würde es um Berezino vermutlich schlecht stehen. Ich bedankte mich herzlich bei ihm und versprach, auch bald wieder in Berezino vorbeizuschauen.


    🎲 Tic Tac Toe und überschrittene Grenzen

    WhiskeyMixer und Jannnik waren unterwegs nach Tisi, dakel wollte sich anschließen,
    doch Whiskey hatte NiggoB eigentlich versprochen, am Liebesnest weiterzubauen, das inzwischen mehr einem Liebesturm oder einer Festung glich.

    Also kehrten sie auf halbem Wege um, warteten auf Dakel und spielten währenddessen Tic Tac Toe. Mit Äpfeln.
    Wirklich.
    Fragt nicht.
    Für einen Moment lachten sie, und alles war leicht.

    Doch Chernarus kennt keine Pausen.
    Das Spiel endete und als Dakel kam, schoss Jannik im Spaß auf sein Bein.
    Whiskey rächte ihn, schoss zurück, direkt in Janniks Bein.
    Und Dakel? Der Schoss ebenfalls auf Jannik. Nicht zum Spaß, sondern mit voller Absicht ihn zu töten.
    Er knurrte: "Ich habe ihm gesagt, wenn er auf mich schießt töte ich ihn."
    Jannik fiel und landete wieder an der Küste.

    In Chernarus, dachte ich, ist der Tod nicht das Ende, sondern nur eine Mahnung, es beim nächsten Mal besser zu machen.
    Ob Jannik beim nächsten Mal Grenzen beachten würde?

    Er kam zurück von der Küste und wurde von den Jungs abgeholt. Ein schwerer Fall von Wundbrand, den er sich zugezogen hatte. Komplett badagiert erschien der Patient am Camp und janinesta (Selina) und ich pflegten ihn gesund.

    Am Ende bekam ich von den Jungs noch zwei Fässer für das Camp. Ich bedankte mich und verräumte alles.

    Jannik am Camp


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    🏥 Alltag zwischen Zerstörung und Wiederaufbau

    Anschließend machte ich mich mit janinesta (Selina) auf den Weg nach Chernogorsk.
    Am Krankenhaus fehlte ein Unterstand, den Selina und ich gemeinsam neu aufbauten.

    In der Rostigen Axt fand sie einen Zombie im Gastraum und nannte ihn „Brunhilde“.
    Ein makabrer Humor, aber manchmal ist Lachen die letzte Verteidigung, die wir haben.

    Wir entsorgten verdorbenes Fleisch, und aus Berezino meldeten WhiskeyMixer und NiggoB
    Zombies zwischen Bretterstapeln. Sie waren unterwegs, um Baumaterial für ihr Liebesnest zu holen.

    Ich reiste später selbst dorthin, prüfte das Camp. Mehr aus einem Gefühl heraus. Aber alles war in Ordnung. Nichts war beschädigt, alles schien ruhig.

    Nur zwei Überlebende sah ich, wie sie am Hang Richtung Nordwesten verschwanden und im Wald fand ich eine Kiste mit ein paar Habseligkeiten.
    Wer sie dort hinterlassen hatte, wusste niemand.
    GraveDigger auch nicht.
    Ein weiteres Rätsel, das Chernarus für sich behielt.

    Ich brachte die Kiste in Sicherheit und verstaunte die darin enthaltenen Medikamente im Camp.

    Spoiler anzeigen


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    🌅 Zum Schluss

    Der Abend war still.
    Der Wind hatte nachgelassen, und die Luft roch nach gebratenem Fisch und Bratäpfeln.

    Ich saß am Feuer und dachte an all das, was dieser Tag gezeigt hatte:
    dass Türen sich öffneten, wenn man bereit war, zu helfen.
    Und dass andere verschlossen blieben, weil man noch den Mut suchte, sie wieder zu öffnen.

    Ich weiß nicht, welche dieser Türen sich morgen vielleicht öffnen wird.
    Aber solange es Menschen wie BzU_GraveDigger, NiggoB, WhiskeyMixer, Jannnik oder janinesta gibt, Menschen die einfach weitermachen, selbst im Regen –
    solange ist unser Chernarus noch nicht am Ende.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    Wenn wir gerade bei den Guano Apes sind:

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    Haha, nicht schlecht.

    Gemäß meinem Übersetzer aus dem Schwedischen:
    Es geht um jemanden, der betrunken ist (oder lass uns lieber sagen "zu dicht“...) und nicht mehr laufen oder nach Hause gehen kann, aber trotzdem weiter feiern / trinken will bzw. bei seinen Freunden bleiben will.

    „kan inte gå“ = „kann nicht gehen“ ^^

    Hat echt was.

    Davus, Vittorio/Heleranos  E.C.H.O.

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    💌 Herzensgrüße vom 26.10.2025 – Zwischen Schutz und Schuld

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    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, an denen die Welt einem wieder einmal zeigt, wie brüchig alles ist.
    Wie zwischen einem „Ich passe auf dich auf!“ und einem Schuss, zwischen Frieden und Schuld oft nur ein Atemzug liegt.
    Ich wünschte, ich könnte sagen, ich sei daran gewöhnt, aber es wäre gelogen.


    🪵 Ein dilettantischer Raid

    Wie in den letzten Tagen so oft, begann der Morgen mit einer seltsamen Meldung von janinesta (Selina).
    Jemand hatte versucht, in Prigorodki zu raiden. Dieses Mal den Wachturm. Mit Speeren. Naja was heißt Speere... es waren angespitzte Stöcke.
    Das muss man sich mal vorstellen. Drei an der Zahl lagen vor dem Tor des Turms.
    Das Tarnnetz war ruiniert, aber der ganze Versuch wirkte eher wie eine unbeholfene Aktion als wie ein ernsthafter Angriff.

    Selina beseitigte die Spuren, ich ersetzte das Netz, und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 kommentierte trocken: „Junge... das war so ziemlich der dilettantischste Raid, den ich je gesehen habe.“
    Ich musste lachen – vielleicht auch, um nicht zu spüren, wie müde mich das alles machte.
    Aber offenbar waren auch der oder die Raider müde geworden und hatten aufgegeben, bevor sie nennenswerten Schaden anrichten konnten.
    Immerhin.

    Fotos vom Raid

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    Alex, der Wolfsmann, kam kurz darauf vorbei und ich zeigte ihm die Sprengfalle, die jemand am Ortsschild hinterlassen hatte. Dilettantische Raids und dilettantische Sprengfallen... wo waren wir da bloß reingeraten?
    Er löste sie absichtlich aus.
    Ein greller Blitz, ein lauter Knall und das Problem war erledigt.
    So kann man es auch machen.

    Am Ende schauten Alex und ich noch bei Ghostsnipers Unterständen vorbei, aber statt seiner Unterstände und dem Zaun standen nur noch die Pfosten in der Landschaft und eine halb abgebaute Wand. Wir beschlossen, das Camp zu räumen und spendierten seiner zweiten Basis mit dem Material zwei neue Wände.

    Alex und ich bei Ghostsnipers Unterständen


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    📦 Von Kisten und kleinen Zufällen

    Über Funk meldete sich _.lOom._ .
    Er erzählte freudig, er habe in Solnichniy eine Kiste gefunden.
    "In einem Haus, erster Stock im Schrank? Bei der Krankenstation?", fragte ich nach.
    Er bejahte und ich musste lächeln. Bert und ich hatten sie dort selbst deponiert, als Vorrat, falls jemand in Not kam.
    Ausgerechnet diese Kiste fand nun Loom. Aber das Camp mit den Unterständen direkt vor dem Supermarkt, das hatte er übersehen.
    Wie auch NoahsZeitreise vor ihm, wie ich später erfuhr.

    Wir sollten wirklich an der Sichtbarkeit arbeiten.
    Die Auffanglager nützten natürlich nur, wenn man sie auch findet.


    💥 Ein Schuss und ein Knall

    Später besuchten Alex, Jannnik und ich die Basis von Exildor (White Wolf), das Astloch.
    Die Mine, die dort lag, war mir noch immer ein Dorn im Auge.
    Jannik wollte sie entschärfen, mit einem Schuss.
    Der erste Versuch beschädigte die Mine. Der zweite brachte sie zur Explosion.
    Ein ohrenbetäubender Knall.
    Jannik wurde zu Boden geschleudert, blieb bewusstlos liegen.
    Ich rannte hin, brachte ihn wieder zu Bewusstsein.
    Einmal mehr war Glück sein ganz persönlicher Schutzengel. Der aber die Plattenweste...

    Am Astloch


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    🏕️ Begegnungen und alte Namen

    Zurück in Prigorodki traf ich Fabse_Lehrling vom CRK.
    Ein ruhiger Mann, der Gesellschaft suchte. Ich freute mich immer, wenn in gewisser Weise Kollegen vom CRK aus dem anderen Chernarus bei uns zu Besuch kamen.
    Ich bot ihm an, uns bei einer Mission zu begleiten, doch heute stand nichts an.
    Er lächelte dankbar, und ich spürte, dass er einer derjenigen war, die lieber anpackten, als zu reden.
    Am Ende versprach ich ihm mich bei ihm zu melden und er zog weiter.

    Später fuhren Jannnik und Alex nach Berezino.
    Ein Unfall, zwei geplatzte Reifen, ein defekter Kühler.
    Typisch Jannik...
    Cala-j fuhr los und brachte Ersatzteile, und so wurde auch daraus kein Drama.
    Manchmal sind es genau diese kleinen Gesten, die alles zusammenhalten.

    Ich blieb in Prigorodki, fing einen Hahn und grillte das Fleisch am Feuer.
    Ein stiller Abend – oder zumindest hätte er das werden können.

    Treffen mit Fabse


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    🎯 Der Schuss

    Am Camp begegnete ich mit Pinky E.C.H.O. und wir setzten uns ans Lagerfeuer, wo wir die Nacht verbrachten.
    Im Morgengrauen ging ich auf meinen Beobachtungsposten und Pinky verabschiedete sich.

    Grillen am Camp


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    Ein Bambi tauchte am Camp auf, sprach kurz mit E.C.H.O., der grillte.
    Dann zog der Fremde weiter zu einem leerstehenden Haus beim Bahnhof.
    Ich beobachtete, wie er Bäume fällte, Bretter trug, sich etwas aufbaute.
    Als er losgezogen war, legte ich einen weißen Teddy vor die Tür, neben die Kürbislaterne, die dort platziert worden war.
    Ich wusste nicht, wer es war. Aber es sollten ein stiller Willkommensgruß sein; ein Symbol für Frieden.

    Fremder am Haus


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    Etwas später sah ich ihn zurückkommen und einen weiteren Fremden. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
    Auch WhiskeyMixer beobachtete die beiden,
    Er war überzeugt, dass es sich um @Kalle und Davus handelte und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir der Gedanke nicht selbst gekommen war.
    Als ich sie beide so sah...was also tun?
    Der Teddybär war bereits platziert worden, aber nach Davus' tödlichen Schüssen auf den Fremden am Brunnen und einer möglichen Bedrohung von Mawa durch Kalle gestern, konnten wir es nicht riskieren, sie in unserer Nähe zu wissen. Wir hätten keine ruhige Minute mehr und würden ständig auf der Hut sein müssen.

    Wollten sie wirklich Frieden mit uns schließen und Seite an Seite wohnen? Ich wusste nicht, wie oft ich schon gesagt und geschrieben hatte: Zuerst musste das Ungleichgewicht ausgeräumt werden. Zunächst musste Versöhnung her. Nicht zwischen Tür und Angel und potenziellen Bedrohungen am Camp, sondern aufrichtig und ehrlich. Vielleicht durch einen Brief oder ein Funkgespräch.
    Erst danach würde der Weg frei sein für weitere Kontakte.
    Aber so langsam hatte ich das Gefühl, dass man das gar nicht hören wollte. So nach dem Motto: Wir könnten ja froh sein, dass wir nicht "richtig" angegriffen wurden von ihnen und alles sei wieder gut.
    Nein. Nichts war gut.
    Vertrauen, das zerstört war, musste erst wieder gewonnen werden.
    Und es lag nicht am mir, das zu vollbringen. Ich hatte mir aus meiner Sicht nichts zu Schulden kommen lassen. Hatte stets das Camp und seine Bewohner verteidigt, während sie eingedrungen waren und Leute erschossen, nachdem sie sich freundlich gaben. Nein, Vertrauen wieder aufbauen, das konnten nur die ehemaligen Banana Ops selbst.

    Aber ein mulmiges Gefühl blieb. Trotzdem, ich sagte es allen im Funk: Das Haus befand sich nicht im Camp, daher wollte ich nicht bestimmen, wer wo einzog. Aber wir sollen alle vorsichtig sein.
    Schließlich zog Whiskey los, um eine „Gefährderansprache“ zu halten. Immerhin waren sie seine potenziellen neuen Nachbarn und er hatte da ein großes Wörtchen mitzureden.
    "Ich pass auf dich auf!", versprach ich und ging auf Position.

    Ich blieb zurück und beobachtete alles aus einiger Entfernung. Whiskey zog sich aus dem Funkkanal zurück, sodass ich mich nur noch auf meine Augen verlassen konnte, denn sie waren alle zu weit weg, um verstehen zu können, was gesprochen wurde.

    Ich sah, wie er in das Haus ging, hörte einen Schuss.
    Zwei Gestalten rannten heraus. Eine hob die Hände,
    Whiskey, - oder zumindest glaubte ich, dass er es war -, sprach mit ihr, dann rannte der Fremde los hinter ein Gebüsch.
    Und in mir spannte sich alles an.

    Vielleicht war es Instinkt, vielleicht Angst,
    vielleicht einfach die Erinnerung an zu viele Situationen, in denen ein falscher Moment den Tod bedeutete.
    Ich dachte an Jannnik, an damals, als Kalle die Hände sinken ließ und sofort auf ihn geschossen hatte.
    Damals hatte er zum Glück nur seine Waffe getroffen und Jannik konnte das Feuer erwidern. Aber es zeigte, zu welchen Mitteln gegriffen wurde.
    Ich konnte nicht zulassen, dass Whiskey einem solchen Angriff zum Opfer fiel.

    Ich legte an.
    Schoss.
    Er fiel.

    Erst als ich näherkam, sah ich, wen ich getroffen hatte: Kalle.

    Er hatte mich einst erschossen direkt im Gebäude daneben. Nun lag er da, und ausgerechnet ich hatte ihn getötet.
    Nicht aus Rache, sondern aus Angst.
    Aber das machte für mich keinen Unterschied.

    Ich wusste, was geschehen war.
    Und ich wusste auch, was Whiskey später sagte.
    Er nahm die Schuld auf sich, aus Loyalität, nicht aus Lüge.
    Vielleicht wollte er mich schützen – vor Gerede und vor mir selbst.
    Ich war mein schärfter Richter.
    Vielleicht tat er es, weil er wusste, dass ich unter dem, was geschehen war, bereits schon genug litt.
    Oder vielleicht, weil diese Wahrheit für die beiden leichter zu begreifen war, als dass jemand wie ich einen solchen Schuss hatte abgeben können.
    Sie hätten es vermutlich ohnehin nicht geglaubt und es für einen Versuch gehalten, Whiskeys Ehre zu retten.
    Denn nun waren sie verständlicherweise sehr sauer auf ihren ehemaligen Fraktionskollegen.

    Whiskey war ein Mann des Wortes. Einer, dem man bedingungslos trauen konnte. Wenn er solche Dinge erzählte, dann hatte er sehr gute Gründe, soviel war mir klar.
    Also ließ ich es für den Moment so stehen.
    Nicht, weil ich mich verstecken wollte, sondern weil seine Geste aufrichtig war.

    Aber in mir blieb die Wahrheit.
    Ich hatte geschossen.
    Ich hatte entschieden, in einem dieser Sekundenbruchteile, in denen Panik lauter brüllt als Vernunft.
    Und so trug ich diese Tat von nun an mit mir. Eine Erinnerung daran, dass selbst Schutz zur Sünde werden kann, wenn man zu schnell abdrückt.

    Alex und ich sicherten die Ausrüstung, beerdigten den Leichnam, Whiskey half uns dabei.
    Wir trugen die Kisten aus dem Haus an die Straße, damit sie abgeholt werden konnten.
    Inklusive dem weißen Teddybären.
    Kalle kam zurück und holte einige seiner Sachen ab, aber er gab an der weiße Teddybär sei verschwunden.
    Eigenartig, am Ende des Tages fand ich ihn wieder in der Kiste.

    Ich seufzte.
    Wer hätte geahnt, dass sich die Geschichte so entwickeln würde?
    Ein stilles Ende.
    Eines von vielen.

    Der Schuss


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    🚚 Zwischen Hilfe und Gewalt

    Am Abend meldete sich jayphiiyo .
    Ihre Freundin Leonie war neu in Chernarus und in Elektrozavodsk angekommen.
    Natürlich machte ich den gelben Sarka sofort startklar und wir holten sie ab.

    Kaum unterwegs, meldeten WhiskeyMixer und NiggoB Beschuss zwischen Elektro und Kamyshovo.
    Man schoss auf ihren LKW, ein Hinterhalt.
    Whiskey wurde getroffen und war kurz bewusstlos, aber er kam schnell wieder zu sich und sie versuchten den Angreifer zu stellen.
    Aber dieser hatte sich sofort zurückgezogen.
    Etwas später kam ein Bambi an den LKW, der noch immer am Straßenrand stand.
    Es kam zum Kampf und Niggo drückte ab.
    Sie glaubten, es war Davus gewesen.

    Wir kamen mit dem Auto jedoch unbeschadet durch Elektrozavodsk.
    Zurück im Camp rüsteten wir Leonie aus.
    Jay grinste und sagte: „Jays Einführungen sind beste!“
    Ich lachte,und für einen Moment fühlte es sich an,
    als sei alles wieder leicht.

    Bis wir merkten, dass unsere Werkzeugkiste fehlte.
    Jemand hatte sie gestohlen, während wir fort waren.
    Keiner hatte etwas gesehen.
    Ich seufzte.
    Noch ein Problem, um das wir uns kümmern mussten.
    Später.

    Leonie am Camp


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    🔫 Ein Fremder namens Genzo

    Später meldete jemand einen Raider vor der Brits’ Barn.
    Ein Schloss wurde aufgebrochen., der Raider quasi auf frischer Tat ertappt.

    Black Lion, Jannnik und Jammet zogen von Prigorodki aus los.
    Alex beobachtete die Küstenstraße von einem Beobachtungspunkt aus.
    Wir waren zwei eigentlich keine Kämpfer, aber ich hatte Crippsy versprochen, auf seine Bleibe aufzupassen, nachdem er wieder eingezogen war.
    Wir wollten aber kein Feuergefecht, kein sinnloses Töten. Klare Worte waren uns lieber.

    Black Lion schoss dem Fremden auf den Helm und als dieser dann am Boden lag bedeutete er ihm liegen zu bleiben. "Was willst du hier?" fragte er in strengem Ton.
    "Die Base raiden.", gab er trotzig aber gefasst zurück. Als sei es das Natürlichste der Welt.
    "Falsche Base," knurrte Black Lion, die Waffe noch immer in der Hand.
    Der Fremde ließ seine Langwaffe fallen, aber Black Lion wollte den Fremden fesseln und durchsuchen.
    Immerhin konnte er noch eine Waffe irgendwo versteckt haben und wir hatten schon mehr als einmal in solchen Situationen das Nachsehen gehabt.
    Aber sein Gegenüber dachte gar nicht daran, sich das gefallen zu lassen. Ich verstand ihn, aber ich sah auch die Notwendigkeit für eine Kontrolle.
    Das Ganze erinnerte mich sehr an die Begegnung mit Nscheiss vor ein paar Tagen.
    Damals lief alles zum Glück ohne Tote ab. Würden wir das heute auch wieder schaffen?
    "Du bist nicht in der Position, Forderungen zu stellen!", hörte ich Black Lion schroff im Funkkanal. Er legte wert darauf, dass wir mitbekamen, was geredet wurde.
    Aber der Fremde schüttelte nur den Kopf: "Ich glaube doch!"

    Alles schrie nach Provokation. Besonders, dass er damit drohte die Basis sei früher oder später offen, wenn sie ihn jetzt töten würden.
    Mir fielen viele Leute ein, die ihn an Ort und Stelle erschossen hätten und mich wunderte, dass Jannik sich so gut unter Kontrolle hatte.
    Er schoss lediglich einmal warnend in die Luft.
    Respekt für seine Zurückhaltung.
    Die Warnschüsse brachten jedoch nicht die gewünschte Einsicht.
    Plötzlich folgte ein Schuss vom Hügel aus, direkt in das Knie des Raiders.
    Beinahe mit chirurgischer Präzision brach der Knochen.
    Der Fremde? Fiel auf den Boden und lachte....
    "Letzter Versuch...!" rief er noch mahnend, dann wurde er ohnmächtig.
    Das war die Gelegenheit.
    Jannik war zur Stelle, fesselte ihn und schließlich konnte Black Lion ihn vollständig entwaffnen.
    Eine FNX und eine Granate nahmen sie an sich. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
    Ich seufzte.

    Anschließend wurde der Fremde medizinisch versorgt, bekam eine improvisierte Schiene und er wurde nach Prigorodki begleitet, wo man sich aussprechen wollte.
    Neutraler Grund und Boden.

    Dort begrüßte ich ihn am Camp. Er nannte sich Genzo.
    Ich hielt ihn für einen erfahrenen Überlebenden, der mich gleich als "Sanitöterin" bezeichnete – vermutlich im Spaß. Aber er ahnte nicht, wie recht er gerade heute mit diesem Begriff hatte und ich war nicht stolz darauf.
    Aber ich stand dazu, betonte jedoch, dass ich nur zur Waffe griff, wenn es nötig war und in der Regel erst das Gespräch suchte.
    Wie alle Samariter. Dass er uns zuerst von der forschen Seite kennenlernen musste, nun das war seinem Einbruchsversuch geschuldet.
    Aber ganz im Ernst: Wer von euch hätte unter diese Bedingungen noch geredet und nicht geschossen? Ich muss für meine Jungs und Jannik eine Lanze brechen, denn trotz der Vorfälle in den letzten Wochen haben sie umsichtig gehandelt und nicht mehr Schmerz zugefügt, als absolut notwendig war. Black Lion hatte sein Gegenüber mehrfach hingewiesen, dass Kooperation wichtig war und dieser hatte sich der Fremde vehement verweigert.
    So ungern ich es zugab: Das hier war immernoch die Apokalypse und kein Wellness-Urlaub, wie Sueda sagen würde.

    Aber am Camp heiterte sich die Laune des Fremden auf. Ich besorgte ihm auch gleich eine neue Hose als Ersatz für seine ruinierte. Eine blaue Cargohose.
    Er erzählte von Natti, dem Israeli, der ihn hierher nach Chernarus geführt hatte.
    Ich kannte den Namen von janinesta (selina) und NiggoB .
    Aus der alten Zeit, als sie sich in Vysotovo ihre erste Basis gebaut hatten. "Die fünf Deutsche und der eine Israeli - Die DFDUDES", so hatte ich sie genannt.
    Damals waren sie von NWAC-Urlaubern aus dem anderen Cherrnarus angegriffen und ausgeraubt worden.
    Wir waren in der Nähe gewesen und wurden natürlich auch prompt erschossen.... aber wir hatten zumindest versucht zu helfen.

    Wie viel Zeit seit all dem vergangen war und wie sich die Kreise auf die komischte Weise oft schlossen.

    Wir redeten lange.
    Ich erklärte, wer wir waren und was wir hier taten und ich glaube, am Ende verstand er.
    Ich versprach, ihm später seine Waffe zurückzugeben, wenn alle anderen das Camp verlassen hatten.
    Zur Sicherheit.
    Er nickte. "Ich werde euch nicht erschießen", sagte er noch, "ich bin ein Mann des Wortes."
    Ich war bereit das zu glauben.

    Als es dunkel wurde und ich mit Alex am Lagerfeuer saß, legte sich Genzo in einen Unterstand, schien zu schlafen.
    Ich wartete, gemainsam mit Alex und wir grillten in der Nacht am Feuer.

    Rio kam am nächsten Morgen wieder vorbei, brachte Feldflaschen und lächelte wie immer freundlich.
    "Wo hast du die immer her?", wollte ich wissen. Da wandelte sich sein lächeln zu einem geheimnisvollen Grinsen: "Ich gehe an Orte, wo sonst keiner hingeht.“
    Ich dankte ihm für die Spende und etwas später blieb ich allein am Lagerfeuer zurück.
    ALs ich in den Unterstand blickte, in den sich Genzo gelegt hatte, war der Schlafplatz leer.
    Er kam nicht mehr zurück.
    Seine Waffe behielt ich bei mir. Ich würde ihn irgendwie kontaktieren müssen, denn auch ich war jemand, der sein Wort halten wollte.

    Zum Abschluss jagte ich noch ein Schwein, das einfach durch Prigorodki stapfte und briet sein Fleisch.
    Genug für diesen Tag.

    Genzo vor der Basis der Briten


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    Genzo am Camp


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    Rios Lieferung


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    🕯️ Zwei Tote in Elektro

    Dann, spät in der Nacht, las ich eine Nachricht in unserem Kommunikationkanal.
    Von E.C.H.O.: Zwei Tote in Elektrozavodsk. Er hat sie getötet. Versehentlich. Dachte, sie seien jemand anderes.
    Ich stutze. Elektrozavodsk... nein... bitte, bitte nicht.

    Sofort versuche ich Kontakt aufzunehmen zu Mawa und ihrem Sohn.
    Tatsächlich, sie waren die Opfer gewesen... was für ein tragisches Schicksal. Sie hatten sich endlich wiedergefunden und waren dann zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.
    Eine Mönchkapuze wurde zum Verhängnis, denn E.C.H.O. auf die reagierte der Auftragskiller allergisch.

    Er schien erst zu spät gemerkt zu haben, dass er da die Falschen vor sich hatte.
    Nun bereuhte er es aus tiefster Seele und bot ihnen Wiedergutmachung an.
    Ich schrieb ihnen, bot an, sie abzuholen, sie in Sicherheit zu bringen.
    Mawa bedankte sich, aber sie wollte noch warten.
    Ich verstand das.
    Manche Wunden brauchen Zeit, nicht Gesellschaft.

    Und so hoffte ich, dass wir die beiden eines Tages wieder in Prigorodki würden zusammenführen können.
    Was für eine Geschichte sie dann zu erzählen hatten...


    🌒 Zum Schluss

    Der Tag endete still.
    Ich saß lange am Feuer, hörte das Knacken der Glut und dachte über all das nach, was Schutz kostete und was Schuld bedeutete.

    In Davus' Hütte hatte ich einige Schriftstücke entdeckt, die sein Freund Kalle nicht mitgenommen hatte.
    Ich würde sie studieren. Vielleicht trugen sie ja zur Klärung bei.
    Für heute hatte ich jedoch genug getan.
    Müde ließ ich mich in mein Nachtlager fallen.

    Ich dachte an Nscheiss und Genzo, die versucht hatten die Basen unserer Freunde zu raiden.
    Am Ende war niemand gestorben und man hatte sich friedlich getrennt.

    Dann dachte ich an Kalle und Davus.
    Whiskey hatte geschossen. Warum, das würde ich ihn noch fragen müssen.
    Auch ich hatte geschossen.
    Nicht aus Hass oder Wut, sondern aus Angst.
    Und doch – ein Leben ist ein Leben.

    Vielleicht sind wir alle nur hier, weil jemand irgendwo die richtige Entscheidung getroffen hat.
    Wie Sekunden von Licht in einer dunklen Welt, die längst vergessen hat, was Gnade und Vertrauen heißt.

    Aber solange ich am Ende des Tages noch sagen kann: "Heute habe versucht zu helfen, zu schützen und nicht zu zerstören", solange ist noch nicht alles verloren.
    Ich werde mit meiner Schuld leben müssen und es wird Konsequenzen geben. Dessen bin ich mir sicher.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 25.10.2025 – Zwischen Zeichen und Schüssen

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    Hallo ihr Lieben,

    es sind oft nicht die lauten Momente, die den Tag verändern.
    Heute jedoch schon.
    Und sie kamen mit dem durchschlagenden Getöse eines ganzen RAK-Magazins, das in den Körper eines Unschuldigen entleert wurde.


    ⚠️ Das umgedrehte V und die heiße Spur

    Der Morgen begann mit janinesta (Selinas) Stimme im Funk.
    Wieder ein umgedrehtes V am Schwarzen Brett.
    Am Boden des Camps lag ein wasserdichter roter Rucksack – darin nur eine einzige .380er Patrone.
    Ein stilles Zeichen, das mehr sagte als tausend Drohungen.
    Bestimmt.
    Wir wusste nur noch nicht so genau, was.

    Ein Fremder war vom Sumpf aus beobachtet worden, schlich sich bis zum Rohbau vor.
    Selina behielt ihn vom Turm aus im Auge, schoss aber nicht.
    Dann floh die Gestalt zurück in den Sumpf.
    Pinky und WhiskeyMixer suchten nach Spuren.
    Ich selbst beteiligte mich im Industriegebiet an der Suche, doch wir fanden nichts.
    Die Person war wie vom Erdboden verschluckt.

    Vielleicht war es derselbe Fremde, der am Vortag Davus erschossen hatte.
    Und als wäre das nicht genug, fand sich plötzlich eine LKW-Batterie im Essenszelt.
    Alles wirkte zusammenhanglos – und doch war da dieses Gefühl, dass alles miteinander verbunden war.
    Irgendwie.
    Als wolle uns jemand vorführen.


    🔥 Ein stiller Gast, Davus auf Versöhnungskurs und jede Menge altes Misstrauen

    Am Feuer traf ich auf einen Mann, der sich „Ernst Eisw“ nannte – später stellte er klar: Er hieß "Ernst Einwürfel".
    Okay...
    Der Eiswürfel wärmte sich an unserem Ofen in der provisorischen Sauna auf, trug seine Waffen auf dem Rücken, nicht in der Hand.
    Als ich sah, dass er eine blaue Armbinde trug – unser Zeichen –, bat ich ihn, sie abzunehmen.
    Er gehorchte sofort, und janinesta (Selina) nahm sie an sich.
    Einziges Problem nur: Er war wieder eines jener Bambis, die nicht redeten. Aber zumindest schrieb er.
    Okay... Der Begriff "Bambi" ist wohl etwas übertrieben. Gemäß @Dakels neuen Kategorien war er zumindest ein "Bambi++", denn er trug Tarnkleidung und Waffen.

    Dann kam Davus dazu. Fragte, ob er ins Kochhaus könne. Ich lehnte ab, denn ich war noch immer misstrauisch und natürlich hatten wir den Code inzwischen geändert.
    Ja, er war freundlich gewesen gestern und es war zu keinem Zwischenfall gekommen. Zum Glück.
    Doch die erhoffte Versöhnung war ausgeblieben, denn der entscheidende Schritt fehlte.

    Wie als Zeichen lag über seinem Gesicht eine Pantomimenmaske – eine, wie sie einst die Leute von El Patron getragen hatten.
    Trotzd es wärmenden Feuers fröstelte es mich und ich beobachtete ihn aufmerksam und mit Nachdruck.
    Sollte er ruhig wissen, dass man ihn hier im Auge behielt.
    Auch Jannnik schwänzelte um ihn rum, mit der Waffe in der Hand. Ich wusste, er war bereit zu schießen, sollte Davus uns versuchen zu hintergehen.
    Die Frage war nur, wen es zuerst erwischte.
    Die Situation war angespannt und ich hatte alle Mühe, die Finger der umliegenden am Abzug zurückzuhalten.
    Immerhin war Davus gestern friedlich gewesen. Aber das hieß nicht, dass ich ihn hier am Camp willkommen hieß.
    Ich sagte ihm, dass wir keine Freunde waren. Freunde raideten sich nicht die Basen. Schon gar nicht in Abwesenheit. Freunde versuchten sich nicht zu schaden oder das zu sabotieren, was ihnen heilig war.
    Ich zeigte ihm jedoch die Feuerstelle im Schuppen, der "Sauna", wo er sein Hühnchen grillen konnte und legte selbst noch eines dazu.

    Er trat ein und deutete an, er erwarte nichts. Kein Willkommen, keine Freundlichkeit.
    Aber heute, so sagte er, sei er friedlich.
    Davus trug seine Waffen offen sichtbar – auf dem Rücken, jedoch nicht in der Hand.
    Ich sprach nicht viel und hielt Abstand. Mir war nicht wohl mit ihm allein im engen Schuppen zu sein und noch unwohler bei dem Gedanken mich arglos mit ihm ans Feuer zu setzen.
    Die Erinnerung an seinen Freund KALLE, der mir beim gescheiterten Raidversuch ins Gesicht geschossen hatte und der versucht hatte mit enem Trick Jannik am Camp zu erschießen, saß zu tief.
    Ich hielt Abstand und sprach wenig.
    Das war alles, wozu ich bereit war.

    Davus und Ernst am Camp


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    💀 "Das war ja so klar..."

    Dann gingen Davus und Ernst zum Brunnen, um zu trinken.
    Jannnik war in der Nähe, Pinky hielt Wache von seinem Aussichtspunkt aus.
    Ein ruhiger Moment – bis plötzlich Schüsse durch Prigorodki hallten.
    Laut, hastig, unkontrolliert.

    „Was ist da los?!“ rief ich in den Funk.
    Jannik antwortete: Davus hat das Bambi erschossen! Mit einer Rak! Ich habe zurückgeschossen, er flieht!“
    Und ich dachte noch so bei mir: "Das war ja so klar..."

    Ich schnappte meine Waffe und rannte los.
    @janina (Selina) und Jannnik kümmerten sich um den Toten.
    Ich hatte nur noch ein Ziel: Davus.

    Ich sah ihn über das offene Feld sprinten.
    In mir flackerte dieser Gedanke auf: Ich wusste es. Ich habe es geahnt.
    Er hatte unser Vertrauen ausgenutzt – und ein Leben ausgelöscht. Wer weiß, was passiert wäre, wenn einer von uns allein mit ihm gewesen wäre.

    Ich lief, bis mir die Lunge brannte, doch die schwere Ausrüstung zog mich zurück.
    Er war klar im Vorteil, was das anging.
    Bei den Unterständen der unseres Ghostsnipers blieb ich keuchend stehen.
    Ich überlegte, wohin er fliehen könnte.
    Dubovo? Zu offensichtlich.
    Die neue Bleibe der Banana Ops? Möglich, aber er war nicht der Typ, der einfach verschwand.
    Er wollte es auskosten, was auch immer das war.
    Immerhin hatte Jannik schnell reagiert und er war abgehauen, bevor er sich Ernst' Ausrüstung schnappen konnte.
    Die Ausrüstung... das war es!
    Vielleicht war das Sommercamp bei Mogilevka sein Ziel?
    Immerhin hatte er gerade ein ganzes Magazin verschossen und benötigte nun vielleicht Nachschub.

    Also sprintete ich los. Ich durchsuchte das Camp, fand aber nichts – keine Spuren, keinen Hinweise.
    Nur Zombies.
    Also kehrte ich unverrichteter Dinge zurück.
    Selina und Jannik hatten Ernst inzwischen beerdigt und seine Sachen sicher verwahrt.

    Attentat am Brunnen

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    🩸 Ein Zucken der Hand

    Ich war gerade auf dem Rückweg vom Sommerlager durch den Nordwald zum Camp, da zeigte sich erneut Bewegung.
    Ein Bambi kam aus Richtung des Hügels, schlich am Brunnen vorbei und wurde von janinesta (Selina) gehört.
    Doch es war kein Neuling, sondern @Davus. Dessen waren wir uns sicher, denn er suchte nach dem Körper.
    Ernst konnte es nicht gewesen sein, der wäre nicht sofort wieder weggerannt in Richtung Westen.
    Nein, ganz klar: Davus war zurückgekehrt. Aber warum als Bambi? Um seine Ausrüstung nicht zu verlieren?

    Ich sah, wie er etwas ins Camp warf und anschließend weiter den Hang hinauflief und folgte ihm aus dem Nordwald heraus, die Armbrust im Anschlag.
    Immer darauf bedacht, dass er mich auch ja sah.
    Plötzlich blieb er stehen und wandte sich um. Ich ging wieder auf Abstand und wir standen uns gegenüber.
    Ich keuchte mit einem Unterton, der Frustration und Unglauben ausdrückte: "Und das war jetzt warum nötig?“

    Er lief in kleinen Schritten hin und her. Wiggelte, schwankte, wirkte nervös, fahrig – und sagte dann nur mit einer Spur von Gleichgültigkeit in seiner Stimme, wie sie sonst nur Henrik an den Tag gelegt hatte: „Meine Hand hat gezuckt.“ Es hätte nicht viel gefehlt, dann hätte er auch mit den Schultern gezuckt.
    Das war keine Entschuldigung. Das war keine Rechtfertigung. Das war ein Schlag ins Gesicht.
    Ein Mensch war gestorben, weil seine Hand gezuckt hatte.

    Ich spürte, wie mir das Blut in die Schläfen stieg.
    So viel Selbstgefälligkeit, so wenig Reue.
    Ich hob meine Armbrust an, aber zielte auf die Beine.
    Ich wollte ihn nicht töten, nur festsetzen, ihn zur Rede stellen.
    Dann drückte ich ab.
    Natürlich traf ich nicht.

    Ich spannte die Sehne erneut und rief: "Meine zuckt gleich auch, weißt du?“
    Für einen kurzen Moment dachte ich daran, ihn einfach mit meiner Blaze zu erschießen. An Ort und Stelle.
    Das wäre ein Schuss, den selbst jemand wie ich hinbekommen hätte auf diese Entfernung. Ich wusste das, ich hatte schon einmal jemanden mit der Blaze erwischt.
    Aber ich brachte es nicht fertig. Denn nein, ich wollte nicht, dass Davus starb.
    Doch ich setzte ihm nach: „Du bist ein mieser Kerl!“
    Allerdings musste ich mir eingestehen, das hier war ein Kampf, den ich auf irgendeine Art würde gewinnen können. Ich seufzte und war bereit umzudrehen.
    "Du weißt doch eh, dass ich dich nicht treffe!", rief ich ihm noch mit einer Spur von Resignation hinterher.
    Und dann kam wieder so ein Moment, wie er für Chernarus typisch ist.
    Ein Moment, in dem das Schicksal dir einfach lachend ins Gesicht schaut und dir das Unmögliche präsentiert, nur um zu sehen wie du wie ein begossener Pudel davor stehst.

    Ein Knall.
    Ein Schuss.
    Leise. Präzise.
    Direkt vor mir.
    Blut spritzte.
    Davus sackte zusammen.
    Leblos.

    Ich blieb in meiner Bewegung stehen. Starrte auf das, was ich gerade gesehen hatte.
    Was zum...?
    Mein erster Gedanke war, dass @NiggoB vielleicht geschossen hatte, doch er hatte gemeint er sei zu weit entfernt.
    Nein, es war @Jannnik gewesen.
    Ein sauberer Schuss vom provisorischen Rohbau aus.
    Er grinste breit.

    Und ich? Ich löste mich aus meiner Erstarrung.
    Rang nach Luft und Fassung.
    Da stand ich nun vor Davus’ Körper und wusste nicht, was ich fühlen sollte.
    Erleichterung, dass es vorbei war?
    Wut darüber, dass es überhaupt so weit hatte kommen können?
    Frust darüber, dass nicht ich es gewesen war, der ihn getroffen hatte?
    Oder Scham darüber, dass ich in diesem Moment dachte: "Er hat es sowas von verdient!".

    Ich fluchte leise, wandte mich ab zum Gehen, aber kehrte dann zurück.
    Denn egal, was er getan hatte: auch er verdiente eine Beerdigung.
    Ich grub das Loch selbst, dort, wo er gefallen war.

    Davus wird gestellt

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    🧸 Vertrauen, das sich auszahlt

    Auf dem Rückweg sah ich erneut ein Bambi in Prigorodki.
    Es stand reglos vor Hainis Haus, direkt am Zahlenschloss, den Kopf leicht gesenkt, die Hände leer.
    Unbewaffnet, soweit ich erkennen konnte – aber das hatte in Chernarus nie etwas zu heißen, wie ich unlängst am eigenen Leib hatte erfahren müssen.

    Ich sprach es an.
    Einmal.
    Dann noch einmal.
    Freundlich, vorsichtig, in mehreren Sprachen.
    Keine Reaktion.
    Nicht einmal ein Zucken.
    Es sah mich an als sei es ein Reh im Scheinwerferlich.
    Große Augen, verständisloser leerer Blick.
    Das Schweigen war unheimlich und ich kannte viele Leute, die jetzt einfach geschossen hätten.
    "No Mic, no life!" war die Goldene Regel. Eine, der ich mich beharrlich verweigerte.

    Ich hörte Jannik hinter mir.
    Er hob bereits die Waffe.
    „Das ist bestimmt wieder Davus!“ rief er triumphierend.

    Ich hob die Hand.
    „Nicht schießen,“ sagte ich ruhig. „Nicht, solange wir uns nicht sicher sind.“

    Ich ging ein paar Schritte näher, blieb aber auf Abstand.
    „Kannst du mich hören? Can you hear me?“ fragte ich.
    Stille.

    Ich redete weiter.
    Erklärte, dass es gefährlich war, hier zu stehen.
    Dass wir gerade einen Angriff hinter uns hatten.
    Dass niemand ihm etwas tun würde, wenn sie nur ein Wort sagte.
    Doch mein gegenüber schwieg. Minutenlang.
    So lange, dass sogar ich begann, an mir zu zweifeln.

    Da kam ein Laut.
    Erst kaum hörbar, dann deutlicher aber irgendwie seltsam verzerrt: „Hallo.“

    Ich atmete aus, nickte leicht.
    „Gut. Das ist schonmal ein Anfang...,"

    Doch bevor ich noch etwas sagen konnte, rannte das Bambi plötzlich los.
    Ohne Vorwarnung, vorbei an mir, direkt in Richtung Camp.
    Jannik und ich hinterher.

    Sie erreichte den Platz vor dem Tutorial-Turm, blieb dort stehen, atmete schwer und blickte sich unsicher um.
    Ich stellte mich ein Stück vor sie, zwischen sie und Jannik, der noch immer seine Waffe in der Hand hatte.

    „Jannik,“ sagte ich leise "pack bitte die Waffe weg. Das macht mich nervös..."
    Er tat wie geheißen und sah das Bambi neugierig an.

    Lange antwortete es nicht.
    Dann, ganz zögerlich, kam die Stimme wieder:
    „Ich… ich hab ein bisschen Angst.“ Sie, es war offensichtlich eine Frau, lachte nervös.

    Ich nickte.
    „Das kenne ich,“ sagte ich. „Mir geht’s grad nicht anders...“
    Ich erklärte ihr, dass wir gerade angegriffen worden waren und dass jemand einen Fremden vor unserem Lager erschossen hatte.
    Sie nickte "Ich verstehe."

    So standen wir da und keiner von uns wusste, ob das hier ein Anfang oder ein Fehler war.
    Ich fragte sie gerade, ob sie wisse, wo sie hier gelandet sei, da ging sie schon wieder los in Richtung Elektrozavodsk.
    Schnell rannte ich ihr noch hinterher und dann war mir, als würde sie mit jemand anderem reden.
    Vielleicht stand sie mit noch jemandem über Funk in Kontakt?
    Möglich war es, aber das alles kam mir sehr seltsam vor. Warum sprach sie nicht richtig mit mir?
    Und schon brach sie wieder auf. In Richtung Elektrozavodsk.
    Ich spurtete hinterher, rief ihr noch zu, dass sie gerne wiederkommen könne, falls sie es sich anders überlegte. Wir waren hier um zu helfen.

    Das schien dann doch etwas in ihr zu bewegen und sie kam wieder auf mich zu.
    Sie nannte ihren Namen: Mawa und sie erzählte nun angeregt, dass sie auf der Suche nach ihrem Sohn war – dass sie im Funk miteinander in Kontakt standen. Das erkärte es.
    Nur, wo er war, das wusste sie nicht.
    Aber sie waren auf der Suche nach einem Ort, der sicher war.

    Ich bot ihr an, mitzukommen.
    Sie folgte mir, langsam und zögerlich.
    Ich gab ihr Fleisch, Jannik reichte ihr eine Axt, damit sie sich gegen Zombies wehren konnte und ich zeigte ihr, wie man aus Knochen Messer fertigte.
    Sie beobachtete mich aufmerksam, dann lachte sie, plötzlich hell und echt.
    „Das ist ja wie im Paradies hier,“ sagte sie.
    Und für einen kurzen Augenblick glaubte ich ihr. Ich bot ihr an, einen Überlebensgrundkurs für sie und ihren Sohn abzuhalten. Einen "Schnupperkurs", wie ich ihn nannte.
    Da lachte sie erneut, während sie ihr erstes Knochenmesser anfertigte. "Warum sind wir uns nicht schon früher begegnet?" Ich zuckte mit den Schultern. "Schicksal..." Sie nickte. "Stimmt wohl."
    Doch so friedlich es momentan hier auch schien, ich warnte sie eindringlich vor den Scharfschützen, vor den Leuten, die schneller schießen als dachten.
    Sie nickte, bedankte sich, und sagte, sie müsse weiter – ihren Sohn finden.
    Und ich war froh, dass wir trotz aller Verdachtsmomente nicht auf sie geschossen hatten und unserer Linie treu geblieben waren.
    Nachdenklich und etwas erleichtert sah ich ihr nach, wie sie in Richtung Chernogorsk aufbrach.
    Ich hoffte, sie würde ihren Sohn finden.

    Mawa am Camp


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    🔫 Gefährdersituation

    Später tauchte ein weiterer Fremder auf – Kallele , wie es schien.
    Nach allem, was gerade geschehen war, sagte ich ihm deutlich, er solle das Weite suchen. Er tat, wie ihm geheißen, und lief in Richtung Chernogorsk davon.
    Ich hatte sofort ein ungutes Gefühl. Mawa war in dieser Richtung unterwegs, hilflos und allein, und das ließ mich nicht los. Also behielt ich Kalle im Auge, während er am Zug looten ging und dann zum Containerhafen vorrückte.

    Am Hafen beobachtete ich, wie er tatsächlich mit Mawa sprach. Ich konnte nicht verstehen, was sie sagten. Ich war zu weit weg.
    Aber ich blieb vorsichtig. Rechnete mit dem Schlimmsten, denn ich traute ihm nicht über den Weg. Schon gar nicht nach Davus heutiger Aktion.
    Es sollte nicht noch ein Unschuldiger heute durch einen von ihnen zu Tode kommen.

    Ich sah, wie sie sich verabschiedete und ihm den Rücken zuwandte – und für einen kurzen Augenblick sah es so aus, als würde etwas in die Hand nehmen und auf sie richten. Eine Handfeuerwaffe vielleicht? Er bezog hinter dem Container Stellung und blickte in ihre Richtung.

    Mein Instinkt übernahm, ehe ich etwas tun konnte. Ich legte meine Blaze an, zielte weit über seinen Kopf und feuerte. Zu spät sah ich, dass er die Bewegung abbrach und sich wegdrehte.
    Trotzdem hatte ich ihn bereits abgegeben, meinen Warnschuss. Ich wollte ihn erschrecken und Mawa Zeit zur Flucht verschaffen. Dieses Ziel war erreicht. Kalle sprang zurück, Mawa geriet in Panik.

    „Mach, dass du wegkommst, der will dich erschießen!“ schrie ich ihr zu. Sie rannte erst in die falsche Richtung. „Nein, andere Richtung! Hierher! Hier rüber!“, rief ich ihr zu.
    Wir rannten gemeinsam in eine nahe Lagerhalle und schlossen die Tür hinter uns ab. Dort keuchten wir, lauschten auf jeden Schritt.
    „Ich habe einen Warnschuss in seine Richtung gegeben…“ sagte ich. Sie bedankte sich mit zitternder Stimme. „Na, das geht ja gut los… was war das denn für ein Kunde?“ fragte sie, noch immer außer Atem. "Einer von denen die immer wiederkommen..." stöhnte ich.
    Ich war mir unsicher. Vielleicht war es ein Missverständnis gewesen und er hatte sie wirklich ziehen lassen. Vielleicht hatte er keine Waffe auf sie gerichtet. Dennoch wollte ich kein Risiko eingehen nach allem, was zwischen und passiert war.

    Wir warteten, bis uns NiggoB und Pinky im Funk sagten, dass die Luft rein war. Sie hatten ihn noch einige Zeit beobachtet, wie er vom Containerhafen zu uns hinübergeblickt hatte, als würde er uns suchen. "Seid vorsichtig, jetzt schießt er bestimmt...", hatte Pinky noch gesagt. Ich bedankte mich.
    Zum Glück folgte kein weiterer Schuss. Hatte er wirklich vorgehabt, sie zu töten? Ich konnte es nicht sagen.
    Möglicherweise tat ich ihm Unrecht. Und doch: lieber ein Warnschuss zu viel und eine Gefahr abgewendet, als ein unschuldiges Bambi zu wenig.
    Und Mawa war eines der bambigsten Bambis die ich seit langem gesehen hatte.

    Aber wieder einmal wollte ich nicht töten, ich wollte schützen. Das hatte mich daran gehindert, wirklich auf ihn zu zielen.

    Als es wieder ruhig war, begleitete ich Mawa zurück zum Camp, gab ihr etwas zu trinken und wir verabschiedeten uns schließlich. Sie lief nun in Richtung Elektrozavodsk;
    Ich sah ihr nach, bis sie hinter der nächsten Biegung verschwand, und blieb stehen mit dem Gefühl, dass wir heute wieder einmal sehr knapp an etwas Schlimmem vorbeigeschrammt waren.

    Im Containerhafen


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    🪶 Abschalten vom Alltag

    Am Abend kehrte Ruhe ein.
    Hainsi kam vorbei, Rio kam vorbei, stellte sich Jannnik kurz vor und brachte Feldflaschen und Nägel – kleine Dinge, aber von großem Wert.
    Vielleicht würden wir sie einem Neuankömmling schenken. Vielleicht Mawa, wenn sie mit ihrem Sohn zurückkam.

    Später spielten Jannik und Hainsi Fangen zwischen den Zelten.
    Ihr Lachen hallte über das Camp und ich setzte mir eine Hexennase und eine Maske auf.
    "So werden mic Davus und Kalle bestimmt nicht erkennen!", lachte ich schallend und für einen Augenblick schien die Welt wieder im Gleichgewicht.

    Besuch von Hainsi und Rio samt Albernheiten am Camp


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    🌅 Zum Schluss...

    Ab Abend saß ich am Feuer.
    Die Nacht war still, der Rauch zog langsam in den Himmel.
    Ich dachte nach.

    Ein roter Rucksack.
    Ein umgedrehtes Zeichen.
    Ein Mord von Davus.
    Warnschüsse.
    Und dazwischen – wir.

    Menschen, die versuchen, Gutes zu tun in einer Welt, in der Gutmütigkeit zu einer Art Zerreißprobe geworden war.

    Ich wusste nur eines:
    Ich würde wachsam bleiben.
    Für sie. Für die, die kommen.
    Und für das goldene Herz, das noch schlägt –
    selbst im tiefsten Nebel des Misstrauens.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    OOC: Inzwischen sind Davus' Berichte und seine Version der Geschichte aus mir unbekannten Gründen aus dem Forum verschwunden. Ich hätte sie sonst an dieser Stelle als Ergänzung meiner Sichtweise verlinkt. Da aber die Entwicklung meines Charakters auch auf Informationen aufbaut, die man in diesen Berichte erhält, gehe ich an dieser Stelle kurz aus der Sicht meines Charakters auf die "Davus-Besuche" ein.
    Sollte das nicht im Sinne des Erstellers sein, darf er sich gerne bei mir schriftlich melden und ich werde diesen Beitrag dann selbstverständlich entsprechend anpassen.

    ~Herz



    BIC:

    📝 Nachricht in den Nebel des Misstrauens vom 24.10.2025

    Tage später, als sich der Staub gelegt hatte, fand ich in Davus ’ Hütte einige Aufzeichnungen.
    Die Schrift war ruhig, fast sorgfältig.

    Oben stand ein Datum: 24.10.2025.
    Es war der Tag vor allem, was folgte.

    Davus schrieb, er sei „auf dem Weg zu seinen Freunden in Prigorodki“ gewesen.

    Er beschrieb den Marsch von Kamyshovo über Elektrozavodsk bis zum Camp in Prigorodki, das er still und menschenleer vorgefunden hatte.
    Ich war dort gewesen. Hatte ihn schweigend beobachtet, vom Turm aus. Verborgen hinter einem Tarnnetz.
    Ich wollte wissen, was ihn antrieb und wollte wissen, wer er war, wenn kein Mensch hinsah.
    Sicherheit ging vor.

    Er aß Rindersteaks, trank vom Brunnen, briet ein Hähnchen in unserem Kochhaus, wie er stolz beschrieb. Er hängte sogar noch ein Foto an, wie zum Beweis, dass er unsere Barriere überwunden hatte.
    Die Barriere, die wir schweren Herzens errichtet hatten, damit er und seine Kameraden sich dort nicht verstecken und auf uns schießen konnten.

    Dann traf er, wie er notierte, auf Jannnik, auf janinesta (Selina) – und schließlich auf mich.
    Er schrieb, dass er gute Absichten gehabt habe, dass er die Waffen abgelegt hätte, um die Situation zu entspannen.
    Dass ihm aber nur das "für Prigorodki typische", kalte Misstrauen entgegengeschwappt war.

    (Nr. 371: "Herz... ich hab nicht die geringste Ahnung warum...!")

    Und dass er gegangen sei, weil ihm irgendwann langweilig geworden war.

    (Nr. 371: "Klar ... langweilig. Oh Mann, Herz! Das ist die beste Ausrede für alle, die von dieser verdammten Wohlstandsdepression betroffen sind. Langweile erklärt einfach alles!
    Ich mein, schau dir mal Jannik an...find dich einfach damit ab: Wir sind hier der veradmmte ganz persönliche, allabendliche End-Season-Unterhaltungszirkus für die Leute hier...We love to entertain you! Lass uns Fässer mit Scharfschützengewehren und Ghillies aufstellen im Nordwald und Eintriff verlangen.")

    Er schrieb, er habe sich verabschiedet und WhiskeyMixer , der ihn zuvor als "hohen Besuch" bezeichnet hatte, sei ihm nachgelaufen und habe ihm ein Zahlenschloss übergeben.
    Wozu, das wusste er nicht, aber er zog die Möglichkeit in Betracht, dass es ein Zeichen war. Eine Geste, dass er sich in der Gegend niederlassen sollte.

    Ich las diese Zeilen mit einer merkwürdigen Ruhe.
    Sie klangen fast harmlos, fast banal – als wäre das alles nur ein Spaziergang gewesen, ein Tag voller Begegnungen, kleiner Missverständnisse und belangloser Zufälle.

    Und ehrlich? Ich musste fast an manchen Stelle fast lachen. Nicht, weil es witzig war, sondern weil es einfach so typisch war.

    Er schrieb von Freunden, von Rindersteaks und klaren Quellen, so, als wäre das alles ein Sonntagsausflug gewesen.
    Kein Wort über das, was er zuvor getan hatte.
    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 nannte es eine "Inszenierung". Davus – der Genießer. Der Unschuldige. Der Missverstandene.

    Er schrieb, dass an diesem Tag „gute Absichten“ gehabt hatte.
    Ich glaube ihm das sogar – das hatte er bestimmt. Auf seine Weise.

    Aber, wie Sueda es treffend formulierte: "Das Problem ist nur: Seine guten Absichten sind dann meistens das Letzte, was man noch mitbekommt, bevor Davus dann den Abzug drückt...".
    Ich sagte ihr, dass sie ihm damit Unrecht tat. Immerhin hatte er an dem Tag nachweislich wirklich nichts unternommen, um uns zu schaden.
    Sie fragte mich dann jedoch, ganz in ihrer sarkastisch-bissigen Tonlage, woran man denn bitteschön erkennen solle, ob der "feine Herr Davus", der da mit einer Waffe auf dem Rücken oder in der Hand vor ihr stand, nun gerade einen seiner "guten" oder einen seiner "weniger guten Tage" hatte. Am Schuss in den eigenen Kopf vielleicht?
    Ich winkte ab. Das war kein Zeitpunkt für ihre Späßem dazu war die Lage zu ernst.
    Ihre Frage hallte jedoch noch einige Zeit bei mir nach und so sehr ich mich sträubte gegen ihre zynischen Unterton, sie hatte recht.

    Davus nannte den Tag abschließend „witzig“.
    Ich fragte mich, was daran so lustig gewesen war.
    Dass er in fremden Lagern kochte, in denen er offensichtlich wegen seines Fehlverhaltens in Vergangenheit nicht mehr willkommen war?
    Dass er sich an fremdem Feuer wärmte und es dann „Freundschaft“ nannte, obwohl man nicht bereit war, es mit ihm zu teilen?
    Dass er bewusst Grenzen übertrat und so tat, als sei alles in Ordnung?

    Ich suchte nach Bedeutung in seinen Worten. Las zwischen den Zeilen, als gäbe es da noch etwas zu retten – eine Spur, die erklärte, warum er sich so verhielt.
    Aber Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 glaubte im Gegensatz zu mir nicht, dass da noch etwas zu finden war. "Manche Leute verlieren sich nicht, Herz. Sie wählen ihren Weg.", sagte sie bitter, "Davus hat ihn mit offenen Augen gewählt."

    Er wollte verstanden werden, ja.
    Aber nicht, weil er Reue fühlte.
    Vielleicht hat er gedacht, wenn er sie so aufschreibt, klingt sie irgendwann wie Vergebung.
    Dann könne er sich erklären, etwas gut machen.
    Doch Worte ohne Taten waren nur Tinte oder Kohle auf Papier.

    So verstand ich beispielsweise nicht, warum er von "Freunden" sprach. Meinte er damit auch mich?
    Freunde raideten sich nicht einfach so gegenseitig ihre Basen, schon gar nicht wenn diese nicht da waren um sich zu verteidigen.
    Freunde schossen nicht aufeinander und zerstörten oder sabotierten, was ihnen heilig war.
    Nein, Davus war vieles aber gewiss nicht mein "Freund".

    Dennoch hatte ich für den Moment ein kleines Stückchen Hoffnung, dass er sich vielleicht geändert hatte.
    Dass er vielleicht wirklich an einem Neuanfang interessiert war und nur noch nicht die richtigen Worte gefunden hatte, um auf mich zuzukommen.

    Noch wusste keiner von uns, dass nur wenige Stunden nach diesen Notizen mehrere Schüsse am Brunnen fallen würden und jemand sterben würde.

    Davus’ Aufzeichnungen gaben keine Hinweise auf das, was kam.
    Keinen Zorn, keinen Plan, keine Andeutung.
    Nur diese beiläufige Stimme, die von Essen, vom Feuer, vom Brunnen sprach.
    Von Alltag, als wäre alles in Ordnung.
    Und vielleicht war das die größte Täuschung überhaupt – nicht für uns, sondern für ihn selbst.

    Ich fragte mich, ob er ahnte, dass diese Ruhe nur die Stille vor dem Sturm war.
    Ob er wirklich glaubte, dass man einfach an alte Orte zurückkehren konnte, nach allem, was geschehen war, und dass die Dinge dort auf ihn warten würden wie früher.

    Seine Notizen waren kein Geständnis.
    Sie waren auch keine Lüge.
    Sie waren das, was Menschen schreiben, wenn sie versuchen, sich selbst zu überzeugen, dass noch alles irgendwie gut werden könnte.

    Ich legte die Blätter zurück, wo ich sie gefunden hatte.
    Nicht, weil ich sie verstecken wollte, sondern weil ich spürte, dass sie nicht für mich bestimmt waren.
    Vielleicht hatte er sie selbst dort gelassen, für jemanden, der ihn eines Tages verstehen würde.

    Ich tat es jedenfalls nicht. Noch nicht.
    Aber ich behielt sie in meinem Herzen. Wort für Wort.
    Denn manchmal bleibt nur das Erinnern, um zu begreifen, dass selbst der friedlichste Text am Vorabend einer Tragödie stehen kann.


    💌 Herzensgrüße vom 24.10.2025 – Schatten über Prigorodki

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    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, an denen sich die Dunkelheit nicht durch Schüsse oder Schreie ankündigt, sondern durch ein leises Ziehen im Bauch.
    Ein Gefühl, dass irgendwo etwas geschehen ist.
    Etwas, das die Welt ein Stück kälter macht, selbst wenn man noch nicht genau weiß, warum.


    ⛈️ Beunruhigendes aus Prigorodki

    Ich war noch im Wald, nicht weit von Solnichniy, beim Camp von Exildor (WhiteWolf) – dem Astloch.
    Der Regen tropfte gleichmäßig auf das Dach des Unterstands, ein geduldiges Trommeln, das den Herzschlag der Stille nachahmte.
    Ich hatte gerade begonnen, mich an dieses Schweigen zu gewöhnen, als über Funk die Nachricht kam.

    Etwas stimmte in Prigorodki nicht.

    janinesta (Selina) meldete sich – stockend, ihre Stimme zitterte, noch immer hörbar unter Schock.
    Am Schwarzen Brett war eine neue Kiste aufgetaucht, gefüllt mit persönlichen Dingen...
    ...und mit Menschenfleisch.

    Mir drehte sich der Magen um, als ich es hörte.
    Zum Glück hatte Selina sofort reagiert, alles ordnungsgemäß entsorgt, bevor jemand es sehen oder Schlimmeres tun konnte.
    Doch die Symbolik war deutlich.
    Neben der Kiste prangte wieder dieses Zeichen: /\. Das umgedrehte V.

    Das war keine Spielerei mehr.
    Wer auch immer dahintersteckte, war über eine Grenze gegangen und ich stufte die Person nun offiziell von „nervig, aber harmlos“ zu „potenziell gefährlich“ ein.
    Ab jetzt war am Camp besondere Vorsicht geboten.

    Dann kam die zweite Nachricht: Die REFUGE-Fahne war verschwunden.

    Ich schlug mir mit der Hand gegen die Stirn.
    Natürlich. Ich hätte sie gestern mitnehmen sollen...

    Jetzt hing dort eine andere Fahne – schwarz, mit Totenkopf: Eine Piratenflagge.
    Ein Schlag in unser Gesicht.

    Was sollte das?
    Von mir aus konnte er meinetwegen jeden Tag eine Piratenfahne hissen, aber musste er unbedingt unsere wegnehmen?

    Schlechte Nachrichten am Camp


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    🦴 Ein Tod im Schatten der Nacht...

    Dann erreichte uns über Umwege eine weitere Nachricht.

    Wir wussten nun, wer der Tote gewesen war, dessen Überreste janinesta (Selina) so pflichtbewusst entsorgt hatte.
    Es war Davus.

    Er war in der Nacht ins Industriegebiet gegangen – allein, während wir schliefen.
    Warum? Das konnte nur er sagen.
    Und ehrlich gesagt: Ich wollte mir an dieser Stelle kein Urteil erlauben.

    Seit ich ihn zu Beginn der Season kennengelernt hatte, war Davus ein Rätsel geblieben.
    Ein Mann mit vielen Schichten – manche hell, manche dunkel.
    Er hatte früher geholfen, wenn man ihn darum bat, aber nun sprach sein Verhalten lauter als jedes Wort.

    Vielleicht hatte er nur schauen wollen, was am Camp geschah.
    Vielleicht suchte er etwas – oder jemanden.
    Vielleicht suchte er nur nach einer Wahrheit, die er selbst nicht kannte.

    Davus erinnerte mich an Janus, den römischen Gott des Anfangs und des Endes.
    Ein Gesicht, das in die Zukunft blickt, und eines, das sich nicht vom Vergangenen lösen kann.
    Und vielleicht war das kein Zufall.
    Denn auch sein Name war wie ein Omen – Davus, der listige Diener.
    Der, der seine Herren austrickst, der die Wahrheit kennt und sie schweigend trägt.
    Ein Beobachter, der die Welt durchschaut und doch nie ganz dazugehört.

    Ich begriff nicht, auf welcher Seite er wirklich stand – vielleicht wusste er es selbst nicht.
    Aber all unsere Konflikte, wie der gescheiterte Raidversuch, spielten in diesem Moment keine Rolle.
    Davus war erschossen worden.

    Erschossen in der Nacht, auf einem dieser Aussichtspunkte, die Scharfschützen gern nutzen.
    An einem Platz, der in dieser Nacht schon besetzt gewesen war.

    Der Fremde hatte ihn offenbar entdeckt – und abgedrückt.
    Kalt. Präzise. Ohne Warnung.

    Und dieser Fremde – dessen Schritte niemand gehört hatte, dessen Blick uns alle beobachtet haben musste – war vermutlich derselbe, der seit Tagen um das Camp strich.
    Das umgedrehte V.
    Die Zeichen.
    Die Kisten.
    Alles fügte sich plötzlich zu einem düsteren Muster.

    Was geschehen war, war schlimm – nicht nur, weil jemand gestorben war, sondern weil jemand da draußen beschlossen hatte, ein Spiel zu spielen.

    Ein Spiel mit Angst.
    Ein Spiel mit Symbolen.
    Ein Spiel mit uns.

    Jemand hatte Davus’ Tod wie eine Botschaft hinterlassen, so, wie man ein Zeichen in den Sand ritzt
    – nicht, um etwas zu sagen, sondern um zu zeigen, dass man es kann.
    Dass man die Macht hat.
    Dass man jederzeit zuschlagen kann, wenn man will.

    Und genau das war es, was mir den Atem nahm:
    Nicht der Tod an sich.
    Sondern die Gewissheit, dass jemand da draußen mit Leben spielte –
    wie mit Figuren auf einem Brett, das nur er allein überblickte.


    🏳️ Die Fahne im Versteck

    Ich machte mich auf den Weg zurück nach Prigorodki.
    Der Wald roch nach feuchtem Laub, der Himmel war grau, und jeder Schritt fühlte sich an, als würde ich auf Erinnerungen treten.

    Zuhause angekommen durchsuchte ich meine Sachen – und da lag sie: die REFUGE-Fahne.
    Nicht gestohlen, nur abgenommen und versteckt.
    Ein perfides Spiel.
    Denn das bedeutete, dass jemand wusste, wo im Camp ich meine Dinge aufbewahrte.
    Ein Gedanke, der mich frösteln ließ.

    Sah er mir gerade jetzt über die Schulter?
    Wusste er, wohin ich ging, was ich schrieb?
    Vielleicht genoss er das Spiel – die Kontrolle, das Schweigen, die Unruhe, die er säte.

    Ich beschloss, mir nichts anmerken zu lassen.
    Solange er nicht auf einen am Camp schoss, war er nur ein Schatten.
    Aber einer, der näher kam.

    Ich ging meiner Arbeit am Camp nach und hisste wieder unsere Fahne. Anschließend beschloss ich auf Loottour zu gehen und die umliegenden Häuser zu durchsuchen.

    Im Camp


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    🔥 Ein unerwarteter Besucher am Camp

    Während ich unterwegs war, trafen janinesta (Selina) und Jannnik im Camp auf Davus.
    Er war von der Küste zurückkehrt und sagte, er wolle keinen Krieg.

    Ich hatte ihm in meinen Berichten einen offenen Brief geschrieben, ihn gebeten, ohne Maske zu kommen, wenn er wirklich Frieden wollte.
    Nun stand er dort, zunächst vor Selinas Haus.
    Ich kam zurück und trat näher.
    Und doch spürte ich, wie sich etwas in mir sträubte.
    Er musste es auch gemerkt haben.
    Ich blieb auf Abstand.

    Ich wollte glauben, dass er es ehrlich meinte.
    Aber Glauben und Vertrauen sind zwei verschiedene Dinge.
    Er hatte versucht mit seinen Freunden Greeny und Kallele das Camp zu raiden, hatte auf das Kager und seine Bewohner gezielt und unsere Arbeit gefährdet.
    Jetzt tat er, als könne man all das mit einem Satz ausradieren. „Ich will keinen Krieg.“
    Als wäre das genug.

    Nein, das war es nicht.
    Nicht, solange er sich nicht erklärte,
    nicht, solange er die Verantwortung für das, was geschehen war, nicht wirklich übernahm.
    Ich wartete noch immer auf eine Entschuldigung und zwar nicht zwischen Tür und Angel, voller Misstrauen, sondern in geschütztem Raum.

    Ich kam zum Camp und sagte ihm offen, dass Vergebung Arbeit bedeutete. Ich würde mich nicht wieder mit ihm ans Feuer setzen und auf "Friede, Freude, Eierkuchen" machen, solange nicht von seiner Seite eine offene und ehrliche Entschuldigung kam. Aber natürlich folgte nichts dergleichen an diesem Abend.
    Man hatte sich vertraut, sich geholfen. Und in einer Nacht war das alles weggeworfen worden.
    Etwas war in die Schieflage geraten. Und solange das Gleichgewicht nicht wieder hergestellt worden war, misstraute ich ihm weiterhin.
    Das sagte ich ihm auch offen und vermutlich mit etwas mehr Vehemenz als mir eigentlich zu eigen war.
    "Ich trau dir kein Stück mehr!", rief ich.

    Er dagegen blieb ruhig und gab an, dass er verstand.
    Anschließend betrat er das Camp und kochte später dort im Kochhaus, dessen Schloss er auf unerklärliche Weise geöffnet hatte.
    WhiskeyMixer, der nun auch ankam und den "hohen Besuch" begrüßte, fragte, wie er an den Code gekommen war.
    Davus lächelte nur: „Berufsgeheimnis.“
    Whiskey nickte, halb belustigt, halb misstrauisch.

    Vielleicht war das Schloss nicht angebracht gewesen.
    Vielleicht war der Code zu einfach gewesen.
    Oder jemand hatte ihn ihm verraten.
    Ich wusste es nicht.

    In Prigorodki



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    🌾 Ein Angriff und ein S

    Später, als ich durch Prigorodki strich, begegnete ich einem Bambi im Industriegebiet.
    Ich ging ein paar Schritte auf ihn zu, blieb stehen und grüßte. Als ich mein Gegenüber fragte, ob er Englisch oder Deutsch sprach, zog er plötzlich seine Heugabel und stach in meine Richtung.

    Ich wich zur Seite aus,
    Dann stolperte er, fing sich wieder – und rannte.
    Blind.

    Zwei Zombies hatten das Geräusch gehört und kamen aus den Schatten.
    Bevor ich reagieren konnte, waren sie bei ihm.
    Ich versuchte ihm zu helfen, schoss auf die Zombies, aber er blieb stehen. Rührte sich nicht.
    Die Zombies schlugen auf ihn ein.
    Dann fiel er. Ich erledigte den zweiten Zombie, rannte los, um ihm zu helfen. Aber es war zu spät. Er war bereits seinen Verletzungen erlegen.

    Ich bestattete seine Überreste im nahegelegenen Teich.

    Zurück am Camp blieb ich still. Und später, als Davus sich verabschiedete, fanden wir in der Box beim Schwarzen Brett ein neues Zeichen.
    Ein S aus Kürbiskernen. janinesta (Selina) hatte es gelegt – ein stilles Gegengewicht zu dem umgedrehten V.
    Ich lächelte.
    Manchmal braucht es keine Waffen,
    nur ein bisschen Symbolik, um Haltung zu zeigen.

    Bambiangriff


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    ☣️ Zwischen Gas und Geistern

    Später hörte ich, dass Jannnik und WhiskeyMixer in Stary Sobor eine Panne hatten.
    Ich machte mich auf den Weg, brachte zwei Reifen und einen Kühler.
    Doch Janniks Auto stand mitten in einer temporären Gaszone.
    Whiskey fuhr los, um Ersatz zu holen, während Jannik – todesmutig oder töricht –
    mit den Teilen in die Zone rannte, um seinen Wagen zu reparieren.

    Er schaffte es tatsächlich, das Auto fahrbereit zu machen –
    doch in dem Moment, als er sich ans Steuer setzte, brach er zusammen.
    Das Gas hatte ihn erwischt.

    Ich wartete, bis die Wolke sich verzog, dann brachte ich den Wagen in Sicherheit.
    Sein lebloser Körper saß noch immer aufrecht im Sitz.
    Und ich schwöre: Ich sah, wie sich sein Brustkorb hob und senkte.
    Langsam, gleichmäßig.
    Als würde er nur schlafen.

    Ein Anblick, der mir unter die Haut ging.
    Denn in Chernarus weiß man nie, wo Leben endet und etwas anderes beginnt.

    Später holte Whiskey ihn aus Solnichniy ab.
    Ich glaube, Jannik hat am Ende seine eigene Leiche beerdigt.
    Ein unheimlicher Gedanke, selbst für diese Welt.

    Rettungseinsatz in Stary Sobor


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    Auf dem Heimweg, irgendwo zwischen Dolina und Prigorodki, dachte ich an ravini01 – unseren König von Dolina, der irgendwo da draußen sein musste, in einem anderen Chernarus vielleicht.
    Ich hoffte, es ging ihm gut.

    Auf dem Heimweg sah ich mit Whiskey noch eine eigenartig platzierte Stolperdrahtfalle mit Blendgranate.
    Direkt vor dem Ortsschild... Wer sie dort platziert hatte und warum? Ein Rätsel.

    Blendgranate vor dem Ortsschild


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    🌒 Zum Schluss

    Als ich schließlich das Camp erreichte, legte sich die Müdigkeit über mich wie ein Mantel.
    So viele Fragen, so viele Schatten, so viele Dinge, die uns prüfen, ob wir immer noch glauben, dass Menschlichkeit etwas wert ist.

    Ich setzte mich ans Feuer, sah den Flammen zu und wusste:
    Auch wenn der Tag voller Dunkelheit war, war er nicht verloren.
    Solange wir uns erinnern, dass Vertrauen nicht Naivität ist, und dass Vergebung keine Schwäche bedeutet, gibt es noch Hoffnung.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 23. 10. 2025 – Sonderbare Zeichen, freundliche Begegnungen und stille Schatten

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    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, an denen man spürt, dass man nicht allein ist – selbst wenn kein Mensch in der Nähe steht.
    Nicht, weil jemand bei einem wäre, sondern weil etwas da ist.
    Ein Blick, ein Abdruck, ein Zeichen, das einem folgt, egal, wohin man geht.
    Chernarus hatte wieder diese Art von Stille, die nicht leer ist, sondern aufgeladen.
    Als würde die Welt etwas flüstern, das man nicht versteht – und doch genau weiß, dass es an einen gerichtet ist.


    🎃 Das /\ aus Kürbiskernen

    janinesta (Selina) erzählte mir am Morgen aufgeregt von ihrer Runde durch Prigorodki.
    Als sie zum Camp zurückkam, stand neben dem Schwarzen Brett eine Baustellenleuchte.
    Davor ein Rucksack, ordentlich hingelegt, fast schon drappiert.
    Darin ein Waffenpflegeset, eine Dose Thunfisch, etwas getrocknetes Fleisch.
    Und in der Kiste lag wieder das umgedrehte V, gelegt aus Kürbiskernen.
    So schlicht, und doch so gezielt.

    Jemand musste sie beobachtet haben.
    Jemand, der wusste, wann sie fort war.
    Vielleicht war es nur ein Spiel.
    Vielleicht war es eine Botschaft.
    Vielleicht war es der Versuch, uns zu zeigen, dass man uns beobachtete und jederzeit zuschlagen konnte.

    Ich verstand ihren Schauder.
    Solche Zeichen sind schlimmer als offene Drohungen – weil sie leise sind.
    Und leise Dinge brennen länger nach.

    Zeichen am Schwarzen Brett


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    🌊 Ein Bambi namens Noah

    Ich selbst war nach den gestrigen Ereignissen in Berezino und Svetlojarsk wieder unterwegs, auf dem Weg nach Süden.
    Der Schock über die Begegnung, die zum Glück glimpflich ausgegangen war, steckte mir noch in den Knien.
    In Solnichniy sah ich nach dem Camp, füllte die Unterstände auf, so gut es eben ging,
    und kurz vor dem Industriegebiet begegnete ich einem Bambi.

    Ein Zombie hetzte hinter ihm her.
    Er drehte sich, ruhig und gezielt, schlug zu, bis der Untote fiel.
    Ich blieb stehen, beobachtete ihn einen Moment.
    Dann hob ich die Hand zum Gruß, und er erwiderte die Geste, bevor er davonlief – ein zweiter Zombie schon dicht hinter ihm.

    Ich hob die Armbrust, zielte auf den rennenden Zombie, schoss und traf.
    Der Untote sackte zusammen, und das Bambi blieb stehen, verwirrt.
    Als ich näherkam, sah ich den Ausdruck in seinem Gesicht – Überraschung, Erleichterung, ein Rest Vorsicht.

    Ich grüßte und sprach ihn an, bereit für das übliche Schweigen, das so viele Neue mit sich tragen.
    Aber zu meiner Überraschung antwortete er.
    Seine Stimme klang ruhig, hell und freundlich – so, als hätte sich die Welt für einen Moment daran erinnert, was Menschlichkeit bedeutet.

    Er stellte sich vor: NoahsZeitreise (Noah).
    Ein Neuankömmling, wie er sagte, doch die Art, wie er sich bewegte, verriet Stärke und Ruhe.
    Er brauchte keine Hilfe, lehnte sie höflich ab, aber es war diese Höflichkeit, die mich rührte –
    dieses ehrliche Danke zwischen Fremden.

    Wir sprachen kurz über die seltsame Krankheit,
    die uns alle entstellt hatte, über die fahlen Gesichter und die fremden Augen, die einem nun aus dem eigenen Spiegelbild entgegenblickten.
    Ich erklärte ihm, wo er unsere Lager finden konnte, falls er sich eines Tages doch Begleitung wünschte.

    Er nickte, lächelte – ein warmes, aufrichtiges Lächeln, wie man es in dieser Welt selten sieht.
    In ihm war nichts Falsches, kein Argwohn, kein Trotz.
    Nur dieser stille Wille, seinen Weg zu finden.

    Als wir uns verabschiedeten, spürte ich, dass er besonders war –
    einer von denen, die leise einen Unterschied machen, ohne es selbst zu merken.

    Ich war dankbar für diese kleine Begegnung ohne Furcht,
    ohne Hintergedanken – nur zwei Menschen, die sich zufällig begegneten und ein Stück Hoffnung tauschten,
    ohne es auszusprechen.

    Dann gingen wir unserer Wege, jeder in eine andere Richtung, aber beide ein bisschen weniger allein.

    Treffen mit Noah


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    🏳️ Ein Stück Hoffnung im Wind

    In Nizhnoye fand ich eine alte Bambi-Fahne.
    Ich hisste sie dort am CAmp, als stilles Zeichen.
    Nicht, um Besitz zu markieren, sondern um zu sagen: Hier versuchen wir einen Anlaufpunkt für Bambis zu schaffen.
    Und vielleicht hilft er noch jemandem.

    In Nizhnoye

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    🏕️ Begegnungen im Camp

    Zurück in Prigorodki sah ich eine Gestalt zwischen den Zelten.
    Ein Bambi – eine Frau.
    Ich sprach sie an, vorsichtig, aber hinter einem Zelt versteckt. Sie legte sofort das Messer beiseite und ich glaube wir hatten beide gleichermaßen Angst voreinander.
    Dann trat ich hervor und versuchte freundlich zu sein und sie meine Unsicherheit nicht spüren zu lassen.
    Sie nannte sich Lysann und wartete auf ihren Freund.
    In ihrer Stimme lag kein Hinterhalt, kein Argwohn. Nur diese leise Unsicherheit, die alle mit sich tragen, die noch lernen müssen, hier zu überleben.

    Bald kam ihr Freund Fabi dazu, mit einem Fuchs als Geschenk.
    Eine kleine Geste, und doch so selten in dieser Zeit.
    Ich erklärte ihnen das Konzept unserer Lager, sie hörten zu, bedankten sich und zogen weiter.
    Ich sah ihnen nach und dachte: Vielleicht ist es genau das – die Kunst, weiterzuziehen und sich selbst eine eigene Existenz aufzubauen.

    Pinky und Black Lion versuchten anschließend, den Fuchs „würdig“ zu platzieren.
    Am Ende landete er auf dem Dach des Tutorial-Turms.... fragt nich wie.
    Ich musste lachen – weil es solche Momente sind, die uns am meisten am Leben halten.

    In einem der Zelte fanden wir einen Ghillieanzug.
    Wir entsorgten ihn.
    Er passte nicht hierher.

    Kanu arbeitete am Turm, machte ihn sicherer.
    Jemand hatte das Partyzelt mit Rucksäcken gefüllt – eine anonyme Gabe, für die ich im Stillen dankte.
    Und Pinky brachte eine Kürbislaterne, deren flackerndes Licht den Abend weicher machte.

    Treffen am Camp

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    🌩️ Donner über dem Wald

    Später zog ich noch einmal nach Solnichniy, in der Hoffnung, NoahsZeitreise(Noah) vielleicht wiederzusehen.
    Stattdessen traf ich zwei Bambis – IcedCoffe (Erik) und Bochi.
    Sie waren im Norden erschossen worden und wussten nicht, von wem. Es war aber nicht einer der typischen Orte, an denen Gefahr lauert, sondern mehr ein Durchgangsort.
    Das zeigte, dass man immer vorsichtig sein musste.

    Ein Fremder lief an uns vorbei, in Richtung Dolina. Er sah uns nicht.
    Vielleicht war er es.
    Vielleicht auch nicht.
    In Chernarus gibt es oft mehr Fragen als Antworten.

    Ich verabschiedete mich von den beiden und angelte am kleinen Teich am Ortsrand.

    Dann kam das Gewitter.
    Ich suchte Zuflucht beim Camp von Exildor (WhiteWolf), dem "Astloch", wie er es liebevoll nannte.
    Man hatte gesagt, es sei geraided worden und ich bereitete mich auf das Schlimmste vor.
    Doch die Unterstände standen wieder.
    Er hatte neu aufgebaut.
    Ich spürte Dankbarkeit, als ich die Spuren seiner Arbeit sah – dieses stille „Ich bleibe trotzdem“.

    Aber dann entdeckte ich sie:
    Stolperdrahtfallen mit Rauchgranaten zwischen den Tannen, und eine Landmine.
    Ich entschärfte sieben der Fallen,
    ließ die Mine unberührt.
    Man muss nicht jeden Beweis dafür bringen, dass man mutig ist.

    Außerdem verschloss ich die Lücke zu seiner Basis, durch die die Raider vermutlich gekommen waren und sortierte seine Unterstände.

    Nach getaner Arbeit grillte ich meine Fische und wartete das Ende des Unwetters ab.
    Später schrieb ich WhiteWolf, um ihn vor den Sprengfallen zu warnen.
    Er lachte.
    Die Rauchfallen waren von ihm – ein kleines "Geschenkt" an eventuelle Raider.
    Von der Mine wusste er jedoch nichts.
    Scheinbar hatten seine Raider auch Humor. Einen besonders scharfen und dunklen...

    An WhiteWolfs Camp

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    🌅 Zum Schluss

    Ich blieb über Nacht.
    Im Unterstand roch es nach Regen und nassem Holz, nach Erde und Ruhe.
    Ich dachte an janinesta (Selina) und das umgedrehte V aus Kürbiskernen, an NoahsZeitreise (Noah), an Lysann und Fabi, an Exildor (WhiteWolf), sein Camp und seine Fallen.
    So viele Zeichen an einem Tag – und doch keine eindeutige Botschaft.

    Vielleicht geht es gar nicht darum, sie zu verstehen.
    Vielleicht geht es nur darum, sie nicht zu übersehen.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    Huch... was ist denn da passiert, The Mighty Quin?

    Zum Thema Autos hab ich auch was:

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    PS: an alle stillen Mitleser, stimmt doch bitte für euren Lieblingsclip im Oktober ab, indem ihr auf die Clips reagiert :)
    Der Clip mit den meisten Reaktionen gewinnt.

    🇩🇪 🇦🇹 🇨🇭 ACHTUNG ACHTUNG! 🇨🇭 🇦🇹 🇩🇪

    Heute wurde von unserem Samariter-Autorettungsteam (auch bekannt als "Allgemeiner Chernarusssicher Automobil Club" kurz: ACAC) wieder ein Auto gegen 13:30 Uhr gefunden, das potenziell Opfer eines Lagunfalls im hohen Norden geworden ist.

    Der Fahrer konnte trotz angemessener Wartezeit nicht mehr angetroffen werden. Daher wurden die vier beschädigten Reifen ausgetauscht sowie eine neue Zündkerze und eine neu Batterie eingesetzt.

    Das Auto befindet sich nun in unserer Aufbewahrungsstätte und kann vom ehrlichen Besitzer abgeholt werden.

    Zur Sicherstellung, dass es an den rechtmäßigen Besitzer überführt werden kann benötigen wir Informationen zu:

    • Unfallort
    • Fahrzeugart
    • Lackfarbe
    • besondere Kennzeichen oder ggf.. Inventarinhalt angeben

    Wir hoffen das Auto bald wieder seinem rechtmäßigen Besitzer zuführen zu können.

    Bitte meldet euch bei mir per Discord oder PN zwecks Übergabe.

    Sollte sich binne 14 Tagen niemand melden, geht das Auto in die Hände der Fahrschule "Bambini" über.


    gez.

    Herz-Aus-Gold


    🇳🇿 🇦🇺 🇺🇸 🇬🇧 ATTENTION ATTENTION! 🇬🇧 🇺🇸 🇦🇺 🇳🇿

    Today at 1:30 PM, our Samaritan Vehicle Rescue Team (also known as "Allgemeiner Chernarusssicher Automobil Club", abbreviated as ACAC) discovered a car that appears to have been involved in a lag-caused roadside accident, somewhere in the upper north.

    Despite an appropriate waiting period, the driver could no longer be located. Therefore, four damaged wheels were replaced and a new spark plug and a battery were installed.

    The car is now in our storage facility and can be collected by its rightful owner.

    To ensure the vehicle is returned to its legitimate owner, we require the following information:

    • Accident location
    • Type of vehicle
    • Paint color
    • Distinguishing features or any items contained within the vehicle

    We hope to reunite the car with its rightful owner soon.

    Please contact me via Discord or private message to arrange everything.

    If no one claims the car within 14 days, it will be transferred to the "Bambini" driving school.

    Signed,

    Herz-Aus-Gold

    💌 Herzensgrüße vom 22.10.2025 – Unbekannte Krankheit und Hexenwesen

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    Hallo ihr Lieben,

    etwas stimmt nicht mit uns.
    Ich sehe es in den Gesichtern – diesen fahlen Schimmer, das graue, aufgequollene Fleisch, die trüben Augen.
    Als hätte uns jemand die Menschlichkeit aus dem Spiegel genommen und nur die Hülle dagelassen.

    Niemand weiß, was es ist.
    Eine Krankheit vielleicht, oder nur ein weiterer Scherz dieser Welt, die uns manchmal so gern an der Grenze zwischen Leben und Tod tanzen lässt.
    Wir spüren nichts. Kein Fieber, keine Schmerzen.
    Nur das Bild, das uns verrät.

    Manche lachen darüber, nennen es den „Halloween-Effekt“.
    Andere vermummen sich mit Schals oder Skimasken.
    Ich weiß nur, dass es mich mehr beunruhigt als jeder Schuss, weil es etwas zeigt, das sonst verborgen bleibt –
    wie leicht wir das Menschliche verlieren können, wenn uns die Welt nur lang genug mit ihrer entsetzlichen Fratze in die Augen sieht.

    Und trotzdem:
    Wir leben noch.
    Wir bauen, jagen, helfen und lachen.
    Wir tun, was wir immer tun –
    nur dass wir uns dabei selbst kaum wiedererkennen.


    🚗 Von Schienen und Schrammen

    Der Tag begann mit ein paar Unfällen.
    Jannnik fuhr seinen Ada auf Schienen. Ja, das ist nicht unbedingt die beste Idee.
    Er verlor die Kontrolle über das Fahrzeug und fuhr gegen eine Hochspannungsleitung. Der Kühler wurde ruiniert, und auch die Zündkerze war hinüber. Zum Glück war janinesta (Selina) auf Abruf und sie folgte seinem Hilferuf bis tief hinein in den Westen. Sie brachte ihm Ersatz und half ihm, den Wagen wieder in Gang zu setzen. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 sagt es ja immer wieder: "Sie ist ne verdammte Heilige und Jannik ist ein verdammter Chaot!"

    Ein kleines Wunder, dass das Auto noch zu gebrauchen war. Ein Glück im Unglück. Viel schlimmer hätte es enden können.
    Tja aber was soll ich sagen? Etwas später dann der nächste Unfall: Janniks Ada überschlug sich auf einem Feldweg. ZUm Glück konnte er sich einen improvisierten Wagenheber aus einem Lagerfeuer basteln und das Auto wieder umdrehen. Dann setzte er seinen Weg fort. Dieses Mal ohne weitere Autounfälle.

    Aber die Sache zeigt klar, warum es um unsere Vorräte an Kühlern am Camp wieder schlecht bestellt ist. Okay okay... der Korrektheit halber muss ich anfügen:
    Es war sein eigener Kühler. Aber ihr wisst ja, wie ich das meine ;)

    Es scheint, als würde Chernarus selbst immer neue Wege finden, um uns daran zu erinnern, dass nichts ewig hält – nicht einmal die Autos, die uns von A nach B bringen.

    Janniks Unfallserie

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    🏕️ Ein Herz aus Kürbiskernen und Zeichen am Schwarzen Brett

    Am Camp traf ich zuerst auf Hainsi. Zunächst bekam ich einen Schrecken, als ich ihn sah, denn er trug eine rote Hexenhaube, wie sie der militante Arm der Kirche von Morthana bei der Entführung von Sueda ( Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371) getragen hatte. Er trug auhc eine Hexennase, wie Greeny sie in der vergangenen Season am Camp gerne zur Schau gestellt hatte. So kam ich anfangs nicht darauf, dass es sich lediglich um unseren Hainsi handelte, aber zum Glück klärte sich das schnell auf. Genau wie mein Gesicht war auch seines durch diese eingangs erwähnte merkwürdige Krankheit gezeichnet. Blass, schal. Als wäre sämtliches Leben aus unseren Wangen gewichen. Und dennoch waren wir da.

    Hainsi mit Hexenhaube und seltsame Krankheit

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    Später traf dann Alex, der Wolfsmann am Lager ein.
    Er grüßte freundlich, und ich war froh, ihn zu sehen.
    Es tat gut zu wissen, dass sein Weg ihn wieder zu uns gefunden hatte, nach so viel Einsamkeit im Wald.

    Alex am Camp

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    Im Zelt mit dem Kürbisherz lag eine Bambi-Armbinde mitten im Kürbisherz.
    Fast wie ein Geschenk.
    Fast.

    Die Bambifahne war einst eines unserer Symbole gewesen – neben der Refuge-Fahne.
    Ein Zeichen für Neuanfang, für Unschuld, für die, die nichts hatten als Hoffnung.
    Aber ich ahnte, woher die Armbinde vermutlich stammte.
    Eine Bambi-Fahne war uns vor nicht allzu langer Zeit gestohlen worden.
    Vielleicht brachten die Täter sie nun Stück für Stück zurück, so wie auch die Refuge-Fahne ihren Weg in Stückchen wieder zu uns gefunden hatte.
    Ich biss die Zähne zusammen und verstaute die Armbinde.

    Armbinde im Herz

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    Am Schwarzen Brett lagen zwei neue Buchstaben: M und C.
    Ich weiß nicht, was sie bedeuten sollten.
    Manchmal ist Unklarheit hier gefährlicher als Bedrohung – weil sie sich festsetzt im Kopf und man immer und immer weider darüber nachdenkt, was das alles wohl zu bedeuten hat.

    Buchstabensalat

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    Alex schien meine Nachdenklichkeit zu bemerken.
    Er brachte versuchte mich aufzumuntern und brachte mir eine neue Fahne, ein stilles Angebot.
    „Falls euch die jetzige mal geklaut wird…“
    Ich nickte dankbar. Es fühlte sich an wie eine Geste von jemandem, der mehr verstanden hatte, als er sagte.

    🐗 Jagd und Fettregel

    Etwas später gingen Alex und ich gemeinsam jagen. Für mich war es kein großer Erfolg, denn ich scheuchte zunächst das Wildschwein viel zu früh auf und verfehlte dann auch noch, wie so oft.
    Aber Alex traf.
    Er erlegte zwei Schweine, wir zerlegten sie und brachten das Fleisch zurück ins Camp.
    Nach dem Grillen sah ich, wie er Fett ins Essenszelt legte.
    Ich winkte ab.
    „Bitte kein Fett in die Zelte“, sagte ich nur leise mehr zu mir selbst als zu ihm.
    Man konnte bei Fett nie sicher wissen, ob es nicht von Menschen stammte, wenn man nicht selbst bei der Verarbeitung Hand angelegt hatte.
    Darum gab es die "Fettregel". Sollte jemand am Camp Fett im Essenzelt finden, so was es nicht von uns dort hineingelegt worden und potenziell gefährlich.
    Das war eine dieser stillen Regeln, die wir uns selbst setzten, um eventuellen Gefahren entgegenzuwirken.

    Später stellte ich aus dem Wildschweinleder Rucksäcke her, spendete noch etwas Blut und hoffte, dass wenigstens das den Tag nützlich machte.

    Auf der Jagd

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    🎃 Von Hexen, Gesichtern und Schatten

    Jannnik kam später mit einem Hexenbesen zum Camp.
    Wir lachten darüber, denn all seine Bemühungen, das Ding zum Fliegen zu bringen, scheiterten. Eine kleine Absurdität im Alltag, und es tat gut, gemeinsam so zu lachen.
    Doch das Lachen blieb mir bald im Hals stecken.

    Am Feuer erzählte ich Alex die Geschichte von "Nscheiss", dem Mann, den wir hatten ziehen lassen.
    Er schien nachdenklich. Schließlich tauschten wir Pfannen: alt gegen neu.
    Manchmal ist das alles, was man tun kann – etwas Altes loslassen, etwas Neues beginnen.
    Kurz darauf brachen er und Jannik auf, um nach Konvois zu suchen.

    Hexenbesen und andere Dinge

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    🚙 Vom Witwenmacher und Buchstabensalat

    Etwas später kam Hainsi wieder.
    Jannik übergab ihm den Witwenmacher 2.0, einen gelben Sarka.
    Hainsi freute sich ehrlich, und es tat gut, das zu sehen.
    Gemeinsam grillten wir die letzten Fleischreste,
    und Jannik fand sogar noch einen Hexenhut.
    Er setzte ihn auf, grinste, und für einen Moment schien alles wieder leicht.

    Am Schwarzen Brett lag ein neuer Buchstabe: J.
    Vermutlich für Jannik.
    Und am Abend sah ich in einer der Kisten ein kleines Herz aus Kürbiskernen.
    So viele Nachrichten an einem Tag.
    Ich wünschte, ich wüsste, welche davon ernst gemeint waren.

    Jannik am Camp

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    🏚️ Das Schloss und der Scherzkeks

    In der Rostigen Axt entsorgte ich verdorbenes Fleisch.
    Bei der Garage in Chernogorsk wurde ein Fremder gesehen.
    Man hielt Abstand.
    Etwas später dann am Camp die Überraschung, es war Melo Katar gewesen. Er besuchte uns wieder und wir unterhielten uns kurz.

    Kaum war Melo Katar jedoch wieder fort,
    war ein dreistelliges Schloss am Tor zum Kochhaus angebracht worden.
    Ich hätte es mir ja denken können....
    Ich seufzte.
    Melo der alte Scherzkeks...
    Jannnik war so freundlich und setzte sich daran, das Schloss zu knacken – und bei 666 sprang es auf.
    So ein kleiner Teufel...
    Ich lächelte, trotz allem iregndwie.

    Melo am Camp


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    🌆 Verfolgung bei Dämmerung

    In Berezino sah ich später eine Leiche auf den Gleisen liegen.
    Ein anderer Mann huschte in der Nähe in einem Gebüsch in Deckung. Sein Mörder oder sein Freund?
    Ich weiß bis heute nicht, was mich dazu veranlasst hatte, aber ich folgte ihm, vorsichtig und mit Abstand. Immer weiter, bis nach Svetlojarsk, wo er sich mit einem zweiten Überlebenden traf.
    Ich beobachtete sie von einem Wohnhaus aus, wie sie bei der Kirche auf Zombies schossen.
    Sie bemerkten mich nicht.

    Eigentlich hätte ich da umdrehen können. Aber ich entschied mich dagegen und folgte ihnen weiter bis zur Klinik, dann verlor ich sie jedoch aus den Augen.
    Im Containerhafen sah mich dann aber einer von ihnen.
    Die Waffe im Anschlag.
    Ich duckte mich hinter eine Mauer.
    Es dämmerte bereits.
    Ich hob die Hände über den Kopf und rief, so ruhig ich konnte, dass ich friedlich sei und sie bitte nicht schießen sollten.
    Nichts geschah.

    Dann rannte einer von ihnen an mir vorbei, so nah, dass ich seinen Atem hörte.
    Der andere blieb stehen, sah mich an, zielte – und ließ die Waffe sinken.
    Er drehte sich um und lief.
    Einfach so.

    Ich dachte an damals – an Prigorodki, an die Balzbubis, an das Lachen, das Schießen, das Schweigen danach.
    Und ich war ihnen dankbar, dass diese beiden hier anders entschieden hatten und mich unbehelligt weiterziehen ließen.

    Ich blieb noch eine Weile liegen, wartete, bis das Zittern in meinen Beinen nachließ und setzte dann meinen Weg fort.

    Auf leisen Spuren

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    ⚒️ Nachklang

    Später hörte ich noch von BzU_GraveDigger.
    Er war wieder in Berezino aktiv, baute, half, räumte auf –
    wie jemand, der nie müde wurde,
    die Welt ein kleines Stück zu reparieren.

    Zitat von HC_GraveDigger

    Hallo Herz, habe in Bere, frisches Fleisch im Camp aufgefüllt, Verbände und Klamotten durch sortiert. [...] Flagge wieder gehisst, und die Flagge an der kneipe in Bere auch wieder gehisst. Habe vorhin auch Schüsse gehört nahe Berenzino, richtung Kehlm oder Krasnostav. Das Wars Soweit.

    Ich zog weiter.
    Von Svetlojarsk zurück nach Berezino, von dort über Nizhnoye nach Solnichniy.
    Dort suchte ich mir ein Haus, legte die Waffen beiseite und atmete durch.
    Zum ersten Mal an diesem Tag wirklich.

    Der Weg zurück

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    🌅 Zum Schluss...

    Chernarus war still geworden, aber es war keine friedliche Stille.
    Eher die, die bleibt, wenn man zu viel gesehen hat.

    Heute hatte ich viele Zeichen gefunden –
    eine Armbinde, Buchstaben, Kürbiskerne.
    Und doch war alles, was zählte, das, was ich nicht verlor: die Hoffnung, dass selbst in dieser Welt noch jemand die Waffe senken kann.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 21.10.2025 – Fremde Fahnen im Wind

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    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, da wacht man auf und spürt, dass die Welt sich zwar weiterdreht, aber irgendetwas nicht mehr ganz im Takt ist.
    Die Sonne scheint, die Luft riecht nach Regen und Eisen, und doch liegt etwas Unsichtbares in der Luft – wie ein unausgesprochenes Wort,
    das man schon auf der Zunge spürt, lange bevor man vollends versteht, was es eigentlich bedeutet.

    Ich stand am Rand des Camps und sah, wie sich die Bäume leise im Wind wiegten.
    "Frieden", dachte ich. Zumindest für den Moment.
    Und dann sah ich sie.


    🏴‍☠️ Die Piratenfahne

    Da, wo gestern noch unsere REFUGE-Fahne hing, flatterte nun etwas anderes.
    Schwarz. Frech.
    Ein Stück Stoff, das mir wie blanker Hohn entgegenwinkte.
    Ich empfand es nicht als triumphierend, eher spöttisch – wie von einem Sieger, der ein Spiel gewonnen hatte, das niemand hatte spielen wollen.
    Erinnerungen kamen zurück. An die Hütchenbande, die vor einigen Seasons fast täglich unsere Fahne gestohlen und sie immer wieder durch eine Piratenfahne ersetzt hatten.
    Oder die ehemaligen Bananen, die unser Tor aufgebrochen und eine Kannibalenfahne gehisst hatten.

    Ich eilte zum Tor, doch das war noch intakt. Zitternd stellte ich das Zahlenschloss ein. Ich erwartete nicht, dass mein Code noch funktionierte.
    Doch überraschenderweise hörte ich ein lautes Klacken und das Schloss öffnete sich. Der Code war nicht geändert worden.
    Jemand musste am Vormittag das Schloss geknackt haben – vier Stellen. Das war nicht unmöglich, aber ziemlich lästig. Wer nahm sich die Zeit für so etwas?

    In der Kiste am Schwarzen Brett lag ein neues Zeichen.
    Ein umgedrehtes V – wieder einmal.
    Ich betrachtete es nachdenklich.
    Vielleicht ein Code, vielleicht eine Handschrift, vielleicht auch nur Langeweile oder ZUfall.

    WhiskeyMixer trat hinter mich, verschränkte die Arme und sagte trocken: „Ein A wie asozial.“
    Ich lachte nicht. Stattessen überlegte ich, ob mich das nun ärgern oder betrüben sollte.

    Manchmal war das hier das Schlimmste an Chernarus: Nicht die Gewalt, sondern die kleinen steten Nadelstiche von allen Seiten.
    Die Beweise dafür, dass Menschen Zeit fanden, Unruhe zu säen – selbst dort, wo endlich Frieden wachsen wollte.

    Piratenfahen und Zeichen am Camp

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    🧱 Zwischen Mauern und Mut

    Im Camp ging das Leben weiter.
    So war das hier immer – während du noch grübelst, sägen andere schon Bretter zurecht, und der Klang des Hammers übertönte den eigenen Ärger.
    Hainsi baute weiter an seinem kleinen Haus.
    Dann beshcloss er, auch Jannniks altes Haus wieder ansehnlich zu machen.

    Ich half den beiden, stellte die Räuberleiter, als sie aufs Dach klettern wollten.
    Die Sonne fiel durch die Ritzen der Palisaden, und für einen Moment sah alles aus, als könne es wirklich halten –
    als könne man aus Brettern, Nägeln und Vertrauen ein neues Zuhause gestalten.

    NiggoB , der das Ganze beobachtete, rief über Funk:
    „Soso, Jannik… für sowas hast du Zeit, aber mir helfen kannst du nicht? Das merk ich mir, wenn deine Base mal wieder angegriffen wird!“
    Wir lachten alle.
    Es war dieses Lachen, das man braucht, wenn die Welt zu viel geworden ist.
    Dieses leise, ehrliche Lachen, das nicht spottet, sondern heilt.

    Doch das Glück hielt nicht lange.
    Jannik hatte sich nun doch dazu entschlossen, Niggo beim Bau des Liebesnests zu unterstützen.
    Dabei kam es, wie es kommen musste: Er verlor das Gleichgewicht und stürzte tragisch vom Liebesnest in die Tiefe.

    Dieses Mal war Black Lion auf Abruf und holte ihn von der Küste mit dem Auto ab, versorgte seine Wunden und brachte ihn zurück ans Camp.
    Jannik grinste nur, als hätte er den Himmel kurz berührt und beschlossen, dass der Boden gemütlicher war.
    Gut, wenn man solche Freunde hat. Das war soweit mal wieder nicht so wirklich Janniks Tag gewesen.

    Bauarbeiten


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    🚗 Der Norden ruft

    Am Nachmittag beschlossen Jammet, Black Lion, Pinky und s-tlk, mal etwas Neues zu tun.
    Mal nicht die üblichen Versorgungsfahrten nach Myshkino ins Sommerlager, sondern die Karte erkunden.
    Alte Erinnerungen aufleben lassen.
    Ihr Ziel war unter anderem Turovo – ein Ort, an dem wir zweiteise unser Lager aufgeschlagen hatten.
    Lange, bevor wir uns in Prigorodki niedergelassen hatten.
    Damals, als wir alle noch wandernde Samariter gewesen waren, wo kein Camp uns schützte, aber auch keines an einen Ort band.
    Damals, als sich jedes gemeinsame Lagerfeuer wie "zuhause" angefühlt hatte.

    Manchmal brauchte man Erinnerung, um sich selbst nicht zu verlieren oder sich neu auszurichten und auf das Wesentliche zurückzukommen.

    Aufbruchstimmung am Camp

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    🌊 Sturz, Geister und die Küste

    Während sie unterwegs waren, geschah im Süden anderes.
    WhiskeyMixer musste Jannnik abholen – er war bei voller Fahrt, mit 120 über die Küstenstraße, aus dem Auto gefallen. Kein Witz...
    Jannik hatte es heute wirklich nicht leicht. „Ich hab F gespammt“, sagte er später in seiner typischen lakonischen Ton. Was auch immer er damit meinte. WhiskeyMixer schüttelte nur den Kopf.
    Er fand ihn schließlich bei Svetlojarsk, benommen und ausgehungert, aber lebendig. Es dauerte nicht lange, da trafen sie dort auf einen Überlebenden namens Ghostie.
    Bisher war noch keinem von uns ihm begegnet.
    Man unterhielt sich kurz, aber dann hielten es die beiden für sicherer, mit dem Auto weiterzufahren.

    Jannik stürzt aus dem Ada


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    🕵️ Zwei Schatten bei Nizhnoye

    Nicht lange danach sahen die beiden an der Küste zwei vollausgestattete Überlebende an der Küstenstraße. Sie folgten ihnen in sicherem Abstand aber verloren sie.
    Anschließend hörten sie einen Schuss und folgten dem Geräusch in Richtung Nizhnoye.

    Dort fanden sie in der Nähe des Brunnens die Leiche eine sBambis. Vielleicht war es einer von ihnen, vielleicht jemand ganz anderes.
    Niemand konnte es sagen.
    Aber der Gedanke lag in der Luft: Waren es zwei der Bananen und wollten sie an die Küste kommen, um Prigorodki wieder heimzusuchen?

    Später, als sie ihren Weg fortgesetzt hatten, stieß Jannnik noch auf einen Fremden an der Küste – einen, der ihn freundlich grüßte. Aber etwas an ihm kam unserem Jungspund komisch vor. Hatte er mit den beiden zu tun? War es vielleicht das Bambi, was unterwegs gewesen war nach Prigorodki?
    Er zog seine Waffe und schoss.

    Als ich davon hörte, blieb mir das Herz schwer.
    Ich mochte es nie, wenn auf Bambis geschossen wurde.
    Egal,w as anderes sagen über Bambis, die nichts mehr zu verlieren und alles zu gewinnen haben.
    Meiner Ansicht nach tragen nichts außer Angst – und Hoffnung.
    Und manchmal frage ich mich, wann wir aufgehört haben, den Unterschied zu sehen.


    🕵️Schwester Ewgenija, ein Hans Nagel und ein Mann namens Thomas

    Währenddessen kehrte Schwester Ewgenija aus Chernogorsk zurück.
    Sie hatte dort nach den Ereignissen mit Nscheiss die Zeit verbracht und nun beschlossen, wieder an der Küste zurückzulaufen.
    Unterwegs, so berichtete sie später, traf sie mitten im Feld auf einen Mann namens Hans Nagel.

    Vorsichtig, skeptisch, aber freundlich. Nach einem unglücklichen Scherz über Menschenfleisch am Camp ihrerseits "Musst nur vorsichtig sein... die essen Menschenfleisch am Camp." "Wie echt jetzt?" "Nee... ist nur Spaß. Die mit dem Menschenfleisch, das sind wir." (Sie hat nie ganz das richtige Gespür für Timing...)
    musste sie ihn erst wieder... einfangen.. für sich gewinnen. Aber sie schaffte es, wie immer und zeigte ihm das Auffanglager.

    Dort trafen sie auf einen weiteren Fremden, der sich „Thomas“ nannte.
    Er sprach ruhig und erklärte Hans, dass er sich bedienen könne. Er gab an, dass er gerade erst wieder in dieses Chernarus gekommen sei, aber er bewegte sich im Lager, als würde er sich gut auskennen.
    Etwas an ihm stimmte nicht.
    Wir beobachteten alles aus der Ferne und doch ließen wir ihn gewähren. Er verbrachte einige Zeit am Camp, dann zog er weiter nach Chernogorsk. Von dort kam er einige Zeit später zurück, mit einer Baustellenlampe in der Hand, die er am Camp aufbaute. Soweit, so ungewöhnlich...
    Anschließend zog er weiter nach Elektrozavodsk. Tja und da traf er dann auf Jannnik, der noch immer auf der Jagd nach den augestatteten Überlebenden gewesen war.
    Und da stellte sich heraus: Dieser „Thomas“ war eigentlich @Davus – mit falschem Namen und verstellter Stimme.
    Vielleicht ein Hinterhalt, vielleicht wollte er aber auch einen Neuanfang. Dieser war meinerseits jederzeit möglich, aber es fehlte der entscheidende Schritt aus seiner Richtung: Offen, ohne Maske und
    mit der nötigen Entschuldigung. Doch die blieb bis heute aus und ehrlich gesagt, ich rechnete schon gar nicht mehr damit. Manche Leute verstehen einfach nicht, was sie anderen mit ihrem Verhalten antun. Fakt war: Er hatte bei einem Raid gegen unser Lager mitgemacht, uns von den Wäldern heraus beobachtet - vielleicht sogar beschossen und uns nun getäuscht, oder es zumindest versucht.

    Jannik traf ihn in Elektrozavodsk.
    Er schoss. Davus rannte, aber Jannik setzte ihm nach. Am Ende lag er auf dem Boden. Es war ein ungleicher Kampf gewesen und ich wünschte, es wäre anders gekommen.

    Aber es ging weiter. Davus kam zurück und Jannik schoss erneut. Keine Zeit für Mitleid. Ingsgesamt zweimal ging das so.
    Ja, ich hieß seine Aktionen nicht gut. Nur, auf ein Bambi zu schießen... das war etwas, das ich einfach fast nicht übers Herz brachte. Wohin das führte, hatte man ja in der Nacht des vereitelten Raids gesehen. Ich ahnte jedoch, dass dies wieder auf uns Samariter zurückfallen würde.

    Kurz darauf hörte ich es im Funk:
    „Jetzt wird man schon von Samaritern gespawncampt!", entrüstete sich Davus.

    Ich setzte zu einer Antwort an, aber behielt den Brief dann doch für mich.

    Brief an Davus


    „Hallo Davus,

    ich habe deine Worte gelesen – und sie haben mich ehrlich gesagt getroffen.
    Nicht, weil sie laut waren, sondern weil sie so falsch klangen.

    Du warst am Camp. Unter falscher Flagge, als Thomas.
    Und trotzdem hat dir keiner etwas getan.
    Keiner hat dich festgehalten, keiner hat geschossen.
    Man hat dich ziehen lassen – so wie wir es immer tun, wenn jemand einfach nur gehen will.

    Was später in Elektrozavodsk geschah, lag nicht mehr in unserer Hand.
    Jannik ist kein Samariter, und auch wenn wir viele Freunde in Chernarus haben,
    tragen wir nicht die Schuld für alles, was irgendwer da draußen tut.

    Wir campen keine Spawns ab.
    Wir verteidigen keine Egos.
    Wir verteidigen Leben – unseres und das derer, die uns anvertraut sind.

    Wenn du also wieder an die Küste kommst, dann komm als du selbst.
    Nicht als jemand anderes. Und vor allem komm in Frieden.
    Dann bekommst du – wie jeder hier – Wasser, Bandagen und vielleicht auch ein warmes Wort.

    Bis dahin:
    Bleib am Leben.
    Und lern zu unterscheiden, wer wirklich auf dich schießt –
    und wer nur hofft, dass auf ihn nicht geschossen wird.“

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    Ich legte das Funkgerät beiseite.
    Jannik war kein Samariter, was er auch sofort klarstellte.
    Aber er hielt sich oft bei uns auf und offenbar reichte das schon, um alles, wofür wir standen, in Frage zu stellen.

    „Eigene Medizin soll gut schmecken“, hatte Jannik grinsend gesagt und war stolz auf seine Erfolge.
    Ich schwieg.
    Manche Lektionen schmecken bitter, besonders dann, wenn man sie nicht bestellt hat.

    Hans Nagel mit Thomas am Camp und später mit Jannik in Elektrozavodsk

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    🎣 Wiedersehen mit einem alten Bekannten

    Ich beschloss, in den Osten zu ziehen.
    Weg vom Lärm, weg von den Schatten.
    Nur ein Rucksack, etwas Proviant, kein Plan, keine rote Uniform.
    Einfach mal "ich" sein.

    Dann, in Solnichniy, fand ich ihn: @Bert.
    Eine vertraute Stimme wie aus einer anderen Zeit.

    Wir setzten uns gemeinsam ans Wasser, warfen die Angeln aus.
    Der Himmel spiegelte sich in den Wellen, und für einen Moment war alles ruhig.

    Er erzählte, dass er in Nizhnoye erschossen worden war.
    Von zwei Fremden.
    „Sie sagten ‘Flossen hoch’“, meinte er. Er aber konnte nicht schnell genug reagieren und seine Stimme hatte man nicht gehört. Dann haben sie auf ihn geschossen.
    Ich drückte ihm mein Bedauern aus, aber nun fügte sich alles zu einem Bild zusammen. Ich ahnte, dass die beiden die gewesen sein mussten, die WhiskeyMixer und Jannnik verfolgt hatten.
    Also war das in der Nähe wirklich ein Bambi gewesen und keiner der beiden anderen Überlebenden.

    Wir verbrachten die Nacht in Solnichniy und suchten am nächsten Morgen seine Leiche, fanden jedoch nur seine alte BK.
    Seine Armbrust war verschwunden und etwas trauerte er ihr nach, lehnte es aber ab, dass ich ihm eine neue geben wollte.

    Am Abend grillten wir die restlichen Fische, und der Rauch stieg träge in den Himmel.
    Es roch nach Salz, nach Erde und ein bisschen nach...einer besseren Zeit... damals, als wir gemeinsam in der Chickbase in der Kantine gesessen hatten.
    Und zum ersten Mal an diesem Tag voller Unfälle, Misstrauen und vorschneller Entscheidungen war ich zufrieden.

    Wiedersehen mit Bert


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    🌅 Zum Schluss...

    Als ich zurück zum Camp kam, wehte die Fahne wieder –
    unsere Fahne.
    Die Piratenflagge war verschwunden, wir hatten sie abgenommen und die REFUGE-Fahne erneut gehisst.
    Wie es sich gehörte.

    Dieser Tag hatte mir wieder gezeigt, wie fragil Frieden ist.
    Wie schnell Vertrauen reißt und wie leise Verrat sich anschleicht.
    Aber er hatte mir auch gezeigt, dass es immer noch Menschen gibt,
    die bleiben oder wiederkommen – trotz allem.
    Die helfen, ohne zu fragen.
    Die lachen, während sie bauen, und glauben, obwohl sie zweifeln.

    Chernarus veränderte uns.
    Und vielleicht war das gut so.
    Denn Stärke wuchs nicht aus Rache, sondern aus der Entscheidung, Mensch zu bleiben,
    selbst wenn alles in dir nach Aufgeben schrie.

    Ich atmete tief ein, sah zum Feuer und dachte:
    Solange diese Fahne steht,
    solange einer noch mitanpackt ist unser Chernarus nicht verloren.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 20.10.2025 – Von missglückten Raidversuchen, Vorahnungen und Erinnerungen

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    Hallo ihr Lieben,

    der Tag begann auf die übliche Art: kleine sichtbare Spuren davon, dass die Welt sich trotz des ausbleibenden Wipes weiter dreht, und einige unsichtbare, die uns gewiss noch eine Zeit lang nachhängen werden.

    🐾 Wunsch nach Aufmerksamkeit

    Beim ersten Blick in die Kiste am Schwarzen Brett lag ein schlichtes „D“, gelegt aus Kürbissamen. "D wie @Dakel", dachte ich. Ein Buchstabe, nichts weiter, und doch so viel: Zeichen, Namensnennung, eine kleine Forderung um Aufmerksamkeit im Durcheinander des Alltags. Man merkt daran, wie sehr wir versuchen, uns zu finden — mit Buchstaben, mit Zeichen, mit Armbinden.
    Tja und ninja2.00926 (UltrA) begann den Tag damit, um in aller Ruhe am Teich zu angeln und ihre Fische für das Camp zu braten. Ein kleiner aber wichtiger Dienst und ich dankte ihr dafür, nichtsahnend, dass wir die Fische noch würden brauchen können.

    Das D wie Dakel

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    🪶 Geschichtsträchtige Armbinde und Blut an den Händen

    Als der grüne Ada am Nachmittag vor dem Camp hielt, stand die Sonne schon tiefer. E.C.H.O. stieg aus, wie immer ruhig, aufmerksam, in seiner eigenen, fast zurückhaltend aber doch irgendwie spielerischen Art, - falls man von jemandem hinter einer Schweißermaske so etwas behaupten konnte. Ich begrüßte ihn und wollte ihm gerade vom Fortschritt an der BBA erzählen, als mir sein neues Armband auffiel: ein kleiner Stoffstreifen, grob vernäht, darauf das Symbol eines Hahns.

    Ich blieb einen Moment stumm.
    Manche Zeichen sind zu unscheinbar, um zufällig zu sein.

    Der Hahn – es war mehr als nur ein Witz, mehr als ein Erkennungszeichen. Es war ein Relikt aus einer Zeit, die längst vergangen schien, und doch tief in mir weiterlebte: die Zeit der Chicks in Action.

    Ich erinnere mich noch, wie sie damals Chernogorsk durcheinanderbrachten – ein wilder Wirbel aus Chaos und Fürsorge, zwischen Leichtsinn und unbändiger Lebenslust. Wo sie auftauchten, war nie klar, ob danach Ordnung oder Chaos herrschte, aber es war immer… Leben. jayphiiyo , @Olga2667 , Eli, Cala-j, HellhoundSamuel, Samuel, Der Bertder Baumeister, PropaGandalfund am Ende auch Deko, Karotte und Cliffz.... – jeder von ihnen trug etwas bei, das größer war als sie selbst. Sie waren wie ein Sturm, der alles durcheinanderwirbelte und dabei die Luft auf unerklärliche Weise wieder klar machte.

    Und dann kam der Bruch.
    Sie gingen. Manche blieben weg. Andere kamen wieder, aber still. Im Verborgenen.

    Ich hatte lange gebraucht, um zu begreifen, dass es nicht das Ende einer Fraktion war, sondern das Ende einer Ära – jener kurzen Zeit, in der Hoffnung noch so aussah, als könne man sie mit gemeinsamen Events retten.

    Und nun stand E.C.H.O. vor mir, mit diesem Armband, und ich fragte mich, ob er die Bedeutung überhaupt kannte. Ob er wusste, was er da trug – oder ob es einfach nur ein Stück Stoff war, das er am Wegesrand gefunden hatte.

    Ich überlegte, ihn darauf anzusprechen. Ihm zu erzählen, was es bedeutet hatte, damals ein Chick zu sein. Doch heute war nicht der Tag für Geschichten über verlorene Zeiten.
    Heute war einer dieser Tage, an denen Gegenwart wichtiger war als Erinnerung.

    Stattdessen sagte ich nur: „Du hast Blut an den Händen, E.C.H.O.“
    Er blickte auf, und ich fügte hinzu: „Wasch es ab. In Unschuld, wenn’s geht.“

    Er nickte, tat es wortlos, und begann danach zu grillen – ruhig, fast andächtig. Der Rauch stieg in den Himmel, und für einen Augenblick roch es wieder nach damals. Nach Feuer, Freundschaft und der Art von Chaos, das Leben bedeutete.

    Am Ende hatten wir so viel Fleisch, dass ich ein Partyzelt von Jannnik aufstellen und einen anderen Unterstand verschieben musste. Danke!

    E.C.H.O. grillt am Camp

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    🧩 Der Fall "Nscheiss"

    Am späten Nachmittag meldete sich eine Reisende der Kirche von Morthana, Schwester Ewgenija, über Funk: Sie habe in Chernogorsk seltsame Geräusche gehört, rhythmisch, metallisch – eindeutig ein Abbaugeräusch. Kurz darauf bestätigte E.C.H.O., der ebenfalls in der Stadt unterwegs war, dieselbe Beobachtung. NiggoB und janinesta (Selina) reagierten sofort und brachen auf, um das zu untersuchen. Die Wohnung, aus der das Geräusch kam, gehörte vermutlich einem unserer Freunde. Sie wollten nachsehen, vorsichtig, mit mehr Sorge als Wut.

    Was sie fanden, war fast grotesk: ein Mann, der mit einer Axt gegen eine Wand schlug, während bereits ein halbes Tor fehlte. Später erzählte er, er sei versehentlich hinter der Tür festgesteckt und habe sich befreien müssen – doch warum dann das zweite Tor auch noch abbauen? Gelegenheit macht Diebe, und vielleicht war das einer dieser Momente, in denen man aus einem Fehler eine Entscheidung macht, weil man zu weit gegangen ist, um einfach aufzuhören.

    Er nannte sich „Nscheiss“, und der Name passte, als wäre er ein Augenzwinkern des Schicksals. Als Niggo und E.C.H.O. ihn stellten, brachte ihn ein Beinschuss des Auftragskillers zu Fall. Schwester Ewgenija fesselte den Bewusstlosen und die anderen beiden legten ihm eine improvisierte Schiene an. Als er wieder zu sich kam, stellten sie ihn zur Rede. Warum er eingebrochen sei, was er hier wollte und wer er eigentlich sei. Schließlich brachten sie "Nscheiss" gefesselt, aber nicht misshandelt – in den grünen Ada von E.C.H.O. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nichts davon, hörte nur die knappen Funksprüche: „Ziel gesichert. Keine Gegenwehr.“

    Als sie in der BBA ankamen, stand die Sonne schon tief. Ich stieß dort zu ihnen, als sie den Verwirrten aus dem Auto begleiteten. Die BBA war noch nicht fertig – Zäune halb gebaut, Türen provisorisch, der Code des Tores irgendwo verschollen... einmal mit Profis arbeiten oder so. Man könnte sagen: es war ein Ort der absolut nicht für die Unterbringung dieses Fremden geeignet war.

    Niggo wollte ihn einsperren. „Er hat mich bedroht“, sagte er, „er hat’s verdient.“ Doch der Mann versuchte sich zu rechtfertigen. "Ich hab nur gesagt, dass je nachdem wie sich die Dinge hier noch entwickeln, dass das dann dementsprechend rückzuverfolgen sein wird." Okay... gut. Damit konnten wir leben. Jeder kannte hier jeden und es war klar, dass ein Fehlverhalten Konsequenzen haben würde. Aber generell versuchte ich es erstmal mit Freundlichkeit: Ich fragte, ob er denn neu hier sei. Er bestätigte. Tja und Niggo? Der grummelte: "Jetzt kommt wieder das gute Gelaber von ihr...Kennen wir ja schon." Aber mir war das egal.
    Ich sah kein Zucken bei meinem Gegenüber, kein Widerwort, nichts von der Aggression, die sonst bleibt, wenn jemand beim Raiden erwischt wird.
    Ich stand vor ihm und fragte: „Warum?"
    Er hob die Schultern, fast entschuldigend. „Ich steckte fest. In der Tür. Ich wollte nur raus.“
    „Und das zweite Tor?“
    Er senkte den Blick. „Ich dachte, wenn ich schonmal hier bin...“

    Wenigstens war er in diesen Punkten ehrlich.
    Da befreite er sich von seinen Fesseln. Ich wollte ihn wieder fixieren, aber da hob er abwehrend die Hände. Ich erkärte ihm, dass wir vorsichtig sein mussten nach den ganzen Angriffen durch Bambis hier. Er legte daraufhin seine Sachen alle ab und ließ sich anstandslos durchsuchen. „Ich hab nichts. Schaut.“ Keine Waffen, kein Diebesgut.

    Ich spürte, dass wir an dieser Grenze standen – der, wo Gerechtigkeit auf Menschlichkeit trifft. Und ich wusste, dass ich mich für Letzteres entscheiden musste.

    Er hatte sich trotz seines Einbruchsversuchs äußerst kooperativ verhalten. Also verzichtete ich auf die Fesseln.
    „Du darfst gehen“, sagte ich. „Aber zuerst zeigen wir dir noch unser Camp. Da kannst du dir dann eine neue Hose mitnehmen, deine ist leider ruiniert..."
    Er nickte, und bedankte sich auf seine Weise. Wir begleiteten ihn noch bis zum Camp, erklärten ihm, wer wir sind, was die Samariter tun, und dass wir keine Richter, aber auch keine Narren sind.

    Ich ließ ihn sich an den Vorräten bedienen.
    Er nahm sich eine Hose, und bevor er ging, sah er mich an, als wolle er fragen, ob das hier wirklich passiert.
    „Geh schon“, sagte ich. „Und bleib am Leben“

    Dann verschwand er im Wald.

    Ich blieb noch eine Weile dort stehen, bis nur noch das Knacken der Äste zu hören war. Vielleicht war er schuldig. Vielleicht nicht. Aber an diesem Tag war Mitleid die sicherere Entscheidung als falscher Stolz. Und manchmal reicht das, um zu wissen, dass man noch auf der richtigen Seite steht.

    Nscheiss und der Raid


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    Nscheiss stattet sich aus

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    🚗 Kühlerfahrt und alte Geister

    Kurz darauf funkte E.C.H.O. aus Berezino: Kühlerpanne. NiggoB und ich sprangen in den gelben Sarka, fuhren los, über Solnichniy. Dort begegneten uns Zombies am Rand der Straße, und für einen Moment saß die Erinnerung an Tabasko s Schüsse tief in mir: die Sinne schärfen sich, und die Vergangenheit klopft unerwartet an den Rücken. Echo hatte zwischenzeitlich doch noch selbst einen Kühler gefunden — Chernarus legt einem die Lösungen manchmal vor die Füße, wenn man nichts mehr erwartet.

    Auf dem Rückweg entschied ich mich dazu, einen Umweg zu fahren. Ich hatte kein gutes Gefühl bei den Zombies in Solnichniy gehabt. Jemand ging dort um. Also fuhren wir über Polyana, Staroye und schließlich nach Pusta und Prigorodki. Unterwegs erzählte ich Niggo von alten Missionen in Staroye, und ich dachte, wie seltsam es ist, dass Freundschaft hier oft zur Rettung wird.

    Kühlermission


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    🌅 Zum Schluss...

    Bau an der BBA

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    Am Abend baute ich weiter an der BBA; schweren Herzens, weil ich nicht gern Mauern und Zäune baue, aber mit der Überzeugung, dass ein Ort, an dem Verletzte versorgt und Menschen gehalten werden, manchmal einen Rahmen braucht, damit er nicht alles verliert, was er sein will. Ich bin nicht bereit, Menschen ohne Grund festzuhalten. Das sage ich laut. Und dennoch: die Welt hier macht manchmal aus Schutz eine Frage der Notwendigkeit.

    Zum Schluss blieb ein Gefühl: Heute zeigte sich, was wir sein können — eine Gemeinschaft, die Wunden verbindet, die Türen sichert und manchmal auch loslässt. Ich hoffe, dass „Nscheiss“ einen Weg findet, der weit weg von unseren Häusern führt, und dass E.C.H.O. das Hühnchen nicht unbedacht trägt, sondern als Erinnerung daran, wie nah Freundschaft und Verantwortung beieinander liegen.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.

    Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 19.10.2025 – Zwischen Regen und Erinnerung

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    Hallo ihr Lieben,

    manchmal beginnt ein Tag schon mit einem schlechten Gefühl im Funk.
    Ich wurde geweckt von einer Nachricht im Funk, die zwischen Rauschen und Ahnung schwankte: Raidschüsse aus Vybor. Was es da wohl noch zu holen gab? Die nördliche Basis der Briten war seit Wochen verlassen. Crippsy hätte es mir gesagt, wenn dort jemand Neues eingezogen wäre. Aber der Funk blieb ruhig – und doch hatte jemand wohl dort wieder etwas aufgebrochen.

    🌧️ Regen über Prigorodki

    Am Camp traf ich Alex, den Wolfsmann, und einen Fremden. Die Stimme des Fremden kam mir bekannt vor – dieser helle aber doch bestimmte Unterton, als könne er kein Wässerchen trüben. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 aber kannte ihn gut, war mit ihm zusammen auf einem Einsatz auf DeerIsle unterwegs gewesen. Ihrer Ansicht nach verstand er es, dich in ein Gespräch zu verwickeln, während er dir heimlich die Hose klaute... Aber als ich ihn so reden hörte, da klang es eher, als spräche jemand gleichzeitig mit dir und mit den Schatten seiner Vergangenheit. Es war der Mann, dessen Name nicht genannt werden darf. Er selbst hatte das so gewollt. „Immer wenn jemand meinen Namen sagt“, hatte er einmal zu janinesta (Selina) gesagt, „passieren Tote. Oder ich sterbe.“ Ich weiß nicht, ob ich an so etwas glaube, aber in Chernarus sollte man abergläubische Menschen nie belächeln. Schon gar nicht, wenn sie so sind wie er.

    Der Regen hatte inzwischen eingesetzt, also gingen wir ins Kochhaus und ich erklärte ihm, dass wir es hatten verschließen müssen. Aus Schutz, weil Leute uns hier aufgelauert hatten. „Soso“, meinte er, „jetzt also alles vor den Leuten verschließen, wie?“ Unerwartet traf er einen wunden Punkt, und ich nickte nur. „Ich wünschte, es wäre anders...“, sagte ich. „..aber wir müssen uns schützen.“

    Es dauerte nicht lange, da prasselte ein wärmendes Feuer im Kamin und der Ungenannte kontne sich aufwärmen. Es roch nach nassem Holz und Rauch. Wir redeten über das Camp, über alte Zeiten, und zwischen den Tropfen, die auf das Dach prasselten, begann ein Gespräch, das mir noch lange nachgehen sollte.

    Alex und der Ungenannte am Camp


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    🪶 Von Flüchen und Freundschaften

    Ich bot dem Fremden den gelben Sarka an, der noch im Camp stand – das Auto, das wir gefunden, verloren und wiedergefunden hatten. Er lehnte ab. „Ich hab gehört, auf dem Wagen liegt ein Fluch. Wer sich reinsetzt, stirbt.“ Ich musste lächeln. Ein wenig übertrieben, dachte ich, doch in Chernarus war nichts unmöglich. Schließlich war auch schon einer der Autodiebe darin ums Leben gekommen.... Ich erzähle ihm die Geschichte und wie wir den Sarka wiederbekommen haben. Dank ein paar guter Freunde.

    Er zögerte keine Sekunde: „Du hast ganz schön viele 'gute Freunde'..."
    "Jaa...", antworte ich etwas verlegen.
    "Sind das nur gute Freunde oder Zweckfreundschaften?"
    Das saß.
    Ich sah ihn an, suchte nach einer ehrlichen Antwort. Wann, fragte ich mich, wird aus Freundschaft Zweckmäßigkeit? WhiskeyMixerhatte einmal gesagt, wir Samariter seien eigentlich die Mächtigsten hier – nicht, weil wir Waffen hätten, sondern weil wir Einfluss besäßen. Vielleicht wollte er sagen: Hilfe erzeugt Schuld. Und ja, vielleicht sahen das einige so. Aber ich sah es eher pragamtisch:
    Hilfe erzeugte für mich immer noch Würde und Menschlichkeit mit einer Hoffnung auf gegenseitigen Respekt. Und diese "Macht" fühlte sich für mich nicht nach Stärke an. Eher nach Verantwortung. Nach einer Last, die man sich selbst auflegt, damit sie niemand anders tragen muss.

    „Gute Freundschaften“, sagte ich schließlich ruhig und dachte an die jüngsten Ereignisse. Mit einem gewissen bitteren Untertons fügte ich etwas leiser hinzu: „Zweckfreundschaften lösen sich ganz von allein. Was bleibt, sind die guten Freundschaften.“

    Er nickte nachdenklich "TJa...", und für einen kurzen Moment schien er wirklich zu verstehen. Dann erhob er sich, streckte sich, zog den Rucksack zurecht. „Ich werd’ mal wieder was Kleines, Feines für zwischendurch suchen“, sagte er mit einem schelmischen Grinsen. „Nur was Kleines.“ Ich ahnte, was er meinte. „Ich verrate keine Basen“, sagte ich. „Die Großen findest du sowieso, wenn du lange genug suchst.“ Er lehnte ab. Die waren ihm zu viel Arbeit. Er blieb bei seinem "Snack" für Zwischendurch. Als er in den Regen trat, dachte ich, dass er sich wohl nie ändern würde.

    Am Lagerfeuer
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    🔫 Ein Schuss im Industriegebiet

    Später meldete sich WhiskeyMixer. Einer der Unterstände an der "Rostigen Axt" war verschwunden. Dahinter stand das Tor, das ich dort aufgestellt hatte, um den Ort vor Scharfschützen zu schützen. Fast gleichzeitig meldete sich ninja2.00926 (UltrA). Sie war im Industriegebiet auf einen Fremden gestoßen. Kein Wort, kein Zögern – er schoss sofort.

    Sie hatte nur ein Nähkästchen in der Hand.
    Zum Glück verfehlte er, und sie konnte sich wehren. Der Angreifer fiel. Als ich später seine Leiche sah, stockte mir der Atem: die Feldweste, die Statur, die Haltung – es war er. Der Unbenannte.

    Das „kleine, feine für zwischendurch“ war also die "Rostige Axt" gewesen. Er hatte versucht, das Tor zu öffnen, ohne das Schloss zu entfernen – ein Fehler, den viele aus dem anderen Chernarus machen, wo manches einfacher funktioniert. Ich schüttelte den Kopf. Er fand den Tod schneller, als er ihn verdient hatte. Und dabei hatte ich noch nicht einmal seinen Namen ausgesprochen...

    Ich begrub ihn ordentlich. Keine Waffe, kein Spott. Nur ein stilles Grab und das Gefühl, dass vielleicht selbst er irgendwann Frieden finden würde. Aber ich war mir sicher, dass dies nicht das Letzte war, das wir von ihm zu sehen bekamen.

    WhiskeyMixer baute den Unterstand wieder auf. Ich dankte ihm. Die "Rostige Axt" stand wieder – und alles war, als wäre nichts gewesen.

    Opfer im Industriegebiet


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    🙂 Ein Smiley in der Kiste

    Später fand ninja2.00926(UltrA) in der Kiste am Schwarzen Brett ein Smiley. Jemand hatte es hineingelegt, ohne eine Nachricht, ohne Absender. Vielleicht ein Gruß. Vielleicht Spott. Ich nahm es als Zeichen, dass man noch gesehen wurde.

    Dann kam Hainsi vorbei – bleich, aber lächelnd. „Ich würd gern einziehen“, sagte er, „vielleicht das Haus beim Brunnen ein bisschen schön herrichten?“ Ich konnte ihn kaum daran hindern. Das Camp war groß geworden, zu groß vielleicht. Aber wer Frieden sucht, soll ihn finden dürfen, selbst hier.

    Alex brachte mir ein paar Federn für meine Pfeile und half Hainsi beim Bauen. Gemeinsam schleppten sie Baumstämme, und ich war überrascht, wie schnell sich Alex, der sonst eher ein Einzelgänger war, in die Gemeinschaft einfügte.

    Smiley in der Kiste


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    🩸 Zwischen Leben und Glitch

    Dann geschah das Merkwürdigste des Tages: WhiskeyMixerhatte einen Lagunfall – mitten auf dem Feld vor Prigorodki. dakel und Jannnik wollten seinen Körper aus dem Auto ziehen, doch die er atmete noch. Dabei war Whiskey schon längst an der Küste wiedergekehrt... alles sehr unheimlich, das könnt ihr mir glauben!
    Als Dakel den Körper „aufschnitt“, zerfiel er zu Knochen und Fleisch, als wäre das Leben schließlich doch verschwunden. Sein ganzes Hab und Gut war jedoch weg. Whiskey fand sich schlielich in der Nähe von Prigorodki wieder, verwirrt, aber lebendig. Zum Glück. Das Auto hatte überlebt – immerhin das.

    Ultra und ich fuhren hin, um es zu sichern. Doch Ultra war aufgebracht, weil Dakel die ganze Zeit auf uns zielte. Sie drohte, ihn zu erschießen, sollte er das wieder tun. Ich versuchte sie zu beruhigen. In Chernarus braucht es nicht viel, damit aus Misstrauen eine Tragödie wird.

    vJoni war kurz im Funk, meldete sich mit knappen Worten. Ich wusste nicht, was ihn umtrieb, aber solange er niemandem schadete, war alles gut. Vielleicht suchte auch er einfach einen Neuanfang und ich gönnte ihm diesen.

    Whiskey grüner Ada

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    🐗 Jagd und Erinnerung

    Auf dem Rückweg jagten Alex, ninja2.00926 (UltrA) und ich zwei Wildschweine. Ich verfehlte, wie so oft, doch die beiden anderen trafen. Wir grillten das Fleisch im Kochhaus, während der Regen aufs Dach trommelte.

    Crippsy funkte aus Elektrozavodsk: Er habe die Pfosten vor ItsSniper55 s alter Basis entfernt – der Weg zum dortigen Camp sei wieder frei. Ich musste lächeln. Er hatte Wort gehalten.

    Am Feuer erzählte Alex von seinen Begegnungen mit Bären, und Hainsi, der inzwischen das halbe Camp auf den Kopf gestellt und fast alle Bäume im Umkreis von mehreren Metern gefällt hatte, setzte sich zu uns. Ich erzählte von der großen Bärenjagd, die wir einmal veranstaltet hatten – und wie wir damals keinen einzigen fanden. Am Ende wurde die Frist verlängert, und der Tiroler Chris hatte den Bären erlegt. Mit seinem weißen Ada. Was für Zeiten...

    Jannnik, der kaum stillsitzen konnte, fragte Alnitak nach einer Base, die er raiden könne. Typisch Jugend... Alni grinste nur. „Willst Beschäftigung?“ – „Ja.“ – „Na dann beschäftige dich doch mal mit Suchen...“ Wir lachten alle, und für einen Moment war die Welt wieder einfach.

    Auf der Jagd


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    🔥 Zum Schluss

    Der Regen hatte aufgehört. Nur das Knistern des Feuers blieb.
    Und vielleicht war das schon genug.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.
    gez. Herz-Aus-Gold 💛

    💌 Herzensgrüße vom 18.10.2025 – Zwischen Feuer und Frieden

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    Hallo ihr Lieben,

    der Morgen kam leise. Ich hatte die Nacht im Wald bei Svetlojarsk verbracht, eingehüllt in Nebel und Gedanken, und fuhr mit dem ersten Grau des Tages nach Berezino zurück. Ich wollte dort nach dem Camp sehen, nach den Unterständen. Die Berezino Boys waren momentan mit anderen Dingen beschäftigt und es tat gut, mal etwas Abstand vom Süden zu gewinnen.


    🩹 Rückkehr nach Berezino

    Als ich in Richtung des Camps einbog, sah ich einen Überlebenden auf der Straße, wie er gegen Zombies kämpfte. Gut ausgestattet, einen grünen taktischen Rucksack auf dem Rücken. Und am Arm, - ich traute meinen Augen nicht, - pangte ein blaues Armband. Die Farbe ließ mich aufhorchen; sie gehörte zu uns, zu den Samaritern. Aber das da war definitiv keiner meiner Kollegen!
    Doch irgendetwas an seiner Haltung wirkte nicht feindlich, eher...suchend. Und er brauchte augenscheinlich HIlfe.
    Ich hielt an, den Fuß noch immer über dem Gaspedal und rief ihm zu: "Komm spring rein!" Er grüßte zurück und hievte sich auf den Rücksitz. Dabei rief er "Hallo, Herz!". Er kannte mich... und die Stimme... sie weckte Erinnerungen. Meine Anspannung fiel ab, aber ich wollte sicher sein: "Guten Morgen! Wen haben wir denn da?"
    " vonBausch", antwortete er und ich konnte sein breites Grinsen fast schon hören. VonBausch... ein alter Bekannter, der viel gesehen und in all der Zeit wohl noch mehr verloren hatte.

    Ich erinnerte mich daran, wie ich ihn eines Nachts nahe Riffy einen Kühler für sein Auto vorbeigebracht hatte, als er kurz vorm Verhungern gewesen war. Er hatte sogar Menschenfleisch grillen wollen... einen "Me-Burger" hatte Sueda das genannt. Sie ahnte nicht, dass sie das Schicksal einmal auch treffen würde - wenn auch unfreiwillig.
    Zum Glück kam am Ende bei VonBausch alles wieder in Ordnung.

    Später hatte ich ihn gemeinsam mit Nickel als Vertreter der Kirche von Morthana kennengelernt: Bruder Bauschus und Bruder Nickolus, bzw. Erzbischof Bauschus und Erzbischof Nickolus, wie sie mir dann bei ihrem offiziellen Besuch am Camp offenbarten.

    Doch dann war es nach den Angriffen von MISA auf das Kloster der Kirche in Gorka ruhiger geworden, die schließlich in der großen Schlacht in Novodimitrovsk gemündet hatten. Als sich zahlreiche Gruppen zusammenschlossen, um den Raidern aus dem Norden Einhalt zu gebieten.

    Und nun hatten seine Wege hatten ihn nach Berezino geführt, fernab kirchlicher Pflichten. "VonBausch!", rief ich erfreut und konnte es kaum glauben. Er sprach ruhig, fast zaghaft, als wolle er vermeiden, dass die Vergangenheit zu laut wird und als ich seine Blicke sah spürte ich, dass er eigentlich niemanden hatte treffen wollen. Nun war er ausgerechnet auf mich gestoßen, wie das Schicksal es so wollte. Aber am Ende schien er darüber doch nicht mehr ganz so traurig zu sein.

    Am Auffanglager vor der kleinen Klinik trafen wir auch BzU_GraveDigger. Er kümmerte sich seit der vorübergehenden Abwesenheit der Berezino Boys um das Camp und tat das mit erstaunlicher Hingabe. Ich grüßt eihm, dankte ihm für seinen Dienst und packte selbst beim Aufräumen an. Wir füllten das Essenszelt erneut auf und sammelten Holz für ein Lagerfeuer, denn langsam wurde es schon wieder spät. Während wir zwischen Unterständen und Feuerholz arbeiteten, kamen wir ins Gespräch, und die alten Geschichten holten uns schneller ein, als uns lieb war.
    Als wir das Lagerfeuer errichtet hatten, steuerte ich noch ein paar Äpfel aus dem Apfelhain bei und wir setzten uns.

    Besuch in Berezino

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    🔥 Gespräche über Schuld und Glaube

    vonBausch erzählte, dass er seit der Schlacht im Novodimitrovsk kaum Neuigkeiten gehört hatte. Ich erzählte ihm, was seither geschehen war – von den Konflikten, die nach dem Raid auf MISA gefolgt waren, von den Fraktionen, die sich gegenseitig in Schatten und Schuld verstrickten.
    Er hörte still zu.
    Man merkte, dass er manches lieber vergessen würde. Er sagte, er habe sich von der Kirche zurückgezogen, zumindest für eine Weile. Unter der Oberfläche brodele es dort gewaltig und auch Erzbischof Nickolus ( Nickel) sei "untergetaucht"... wobei dies nicht das richtige Wort war. Aber ich wusste, was er meinte. Er sei wohl bei einigen Mitglieder des sogenannten "Hohen Rats" in Ungnade gefallen.
    Ich nickte, denn nach all dem, was ich von Sueda gehört hatte, hatte der Hohe Rat hinter ihrer Entführung gesteckt und der Erzbischof hatte uns zu helfen versucht.
    Ja. die Kirche war nie nur Segen gewesen.
    Ich berichtete VonBausch von Suedas Entführung durch Bischof Diego Corvianus Virgo, der dem militanten Arm der Kirche angehört hatte und im Auftrag des Rates Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 entführt und im Wald nahe Myshkino eingesperrt hatte. Ich erzählte ihm auch, wie sie gezwungen worden war, Menschenfleisch zu essen, um „gereinigt“ zu werden. Diese „Reinigung“ vertieb jedoch lediglich das letzte bisschen Vertrauen in die Kirche. Sueda ertrug die Krankheit so gut es ging mit Würde. Doch der Fleck blieb; auf der Kirche und auf allen, die in ihrem Namen auftraten.
    Und das alles nur, weil Sueda in Ausübung ihrer Plficht als Campwache hier in Berezino auf einen Fremden geschossen hatte, der aus dem Wald heraus zuerst ein Bambi erschossen hatte.
    Schlimme Geschichte, keine Frage und VonBausch erinnerte sich an den Vorfall mit Bruder Erascus. Er war, laut Erzbischof Nickolus, ein fehlgeleitetes Mitglied der Kirche gewesne. Aber er beharrte darauf, dass Sueda sich nicht in kirchliche Angelegenheiten hätte einmischen sollen. Unsere Haltung war jedoch klar: Wer das Leben am Camp gefährdet oder nimmt, muss mit Konsequenzen rechnen.

    BzU_GraveDigger hörte sich alles schwiegend an und nickte hier und da. Ich glaube mit diesen Details hatte er die Geschichte auch noch nicht gehört.

    Anschließend sprachen wir über die Banana Ops - oder das, was noch von ihnen übrig war. Dass zu ihren Hochzeiten drei von ihnen nach dem Kampf in Novidimitrovsk unter falscher Fahne nach hierher Berezino gezogen waren, um die Berezino Boys anzugreifen. Dabei war auch jemand am Camp getötet worden. War es sogar GraveDigger gewesen? Ich wusste es nicht mehr.
    Aber es waren stürmische Zeiten. Anschließend folgten seitens der Clanleitung Dementis und anschließendes Schweigen, doch die Wahrheit kam über Umwege ans Licht. Vielleicht hätte ich nicht so viel forschen sollen. Vielleicht hätte ich die Dinge einfach auf sich beruhen lassen sollen und all das wäre nicht passiert. Aber ich konnte nicht anders. Die Warheit musste ans Lich und einmal ausgesprochen, folgten gezielte Vandalismus-Aktionen an unseren Camps in Chernogorsk, Prigorodki. Einmal aufgedeckt führte dies zu dem medienwirksamen Rauswurf dreier - oder zumindest zweier Mitglieder, die ich von da an "Renegade-Bananen" nannte. Oder waren sie freiwillig gegangen? Ich wusste es nicht. Aber ich spürte, wie es mir beim Erzählen schwerfiel.
    Wir waren einst Verbündete gewesen – vielleicht sogar Freude mit einigen von ihnen. Und dann hatten ein paar von ihnen alles mit einem Schlag zerstört.
    Weiter ging es mit einem Raid an unserem Camp in Abwesenheit, bei dem unsere Fahne gestohlen wurde sowie diverse andere Kleinigkeiten und schließlich kam es zu einem vereitelten Raid mitten in der Nacht durch drei Mitglieder, die noch immer zu den Banana Ops gezählt worden waren. Von da an eskalierte alles und das ziemlich schnell. Im zuge der Ereignisse kam dann auch raus, dass sie Selinas Haus neben unserem Lager aufgebrochen und geplündert hatten. Selina war eine Verbündete gewesen und dies schien alles nichts mehr wert zu sein.

    Ich konnte verstehen, wenn jemand müde war, immer nur der Gute zu sein – aber dann sollte man wenigstens ehrlich kämpfen, mit offenen Karten und nicht erwarten, dass man mitten in der Schlacht noch friedlich zusammen am Lagerfeuer oder im Funkkanal sitzen konnte. Man konnte nicht aus jeder Position immer nur das Beste mitnehmen. Manchmal musste man auch mit den Folgen seiner Entscheidungen leben.

    Der Abend senkte sich über Berezino, als wir am Feuer saßen. Grave Digger briet Äpfel und lachte hier und da ungläubig über die Geschichte und mein Pathos. Tja und ich dachte, dass Frieden manchmal in den kleinsten Gesten liegt. Wie jetzt am Lagerfeuer und ich war sehr dankbar für diese kleine Atempause, auch wenn es schmerzte über all das zu reden.

    Gespräch am Lagerfeuer

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    🚗 Roter Sarka und Seelenfrieden

    Am nächsten Morgen beschloss ich, den roten Sarka weiterzugeben, den jemand vor unser Lager in Prigorodki gestellt hatte.

    Er gehörte zwar BzU_GraveDigger, aber er war bereit ihn gerne weiterzugeben und hatte ihn mir überlassen. Und ich schenkte ihn vonBausch.
    Seine Augen leuchteten kurz auf bei dem Angebot– nicht nur wegen des Autos, sondern wegen der Erinnerung: Der rote Sarka war für ihn und Nickel immer ein Symbol gewesen, fast wie ein wandernder Altar, der sie begleitete.
    Ich wünschte ihm, dass dieses Auto wenigstens ein Stückchen Seelenfrieden für ihn werden konnte.

    Mit dem Morgengrauen brach er auf Richtung Prigorodki, wo das Auto auf ihn wartete. Ich begegnete unterwegs Irina Zamenova, die mich mitnahm in den Süden. Der gelbe Sarka musste zurück in vertraute Gefilde. In Elektrozavodsk fanden VonBausch und ich einen LKW, halbverrostet, aber noch voller Möglichkeiten. Er begann sofort, ihn wieder flottzumachen, während Irina und ich einen Reifen und eine Batterie beisteuerten. Als wir später gemeinsam nach Prigorodki fuhren, staunte VonBausch über das, was dort entstanden war. „Das Haus ist ja eine richtige Festung“, murmelte er. dakel, der sich zu uns in den Funkkanal gesellt hatte, grinste: „Das ist Selinas Kummerbunker.“
    Ich musste lachen – und fragte mich gleichzeitig, ob nicht etwas Wahres darin lag. Prigorodki war gewachsen, größer, sicherer, vielleicht auch schwerer.

    Und in mir wuchs die Frage, was nach dem Wipe von all dem bleiben würde; wo ich bleiben würde.

    Aufbruch und Rückweg

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    🧭 Begegnungen und neue Wege

    Am Camp übergab ich schließlich vonBausch den roten Sarka und janinesta (Selina) grüßte uns freundlich. Sie überreichte die weiße Fahne vom Camp an @Irina Zamenov. Sie hatte vor mit VonBausch zu fahren und sie oben zu nutzen. Ein Zeichen für den Frieden, den wir alle so dringend brauchten.

    Übergabe des Sarkas


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    Ich beschloss, nicht länger Zeit mit Grübeln zu verschwenden und machte mich auf den Weg nach Vybor, um vJoni abzuholen. Wohin er wollte, wusste er selbst nicht genau.
    Wir endeten an der "Rostigen Axt", grillten die drei Kühe, die ich kurz zuvor erlegt hatte, aber redeten nicht viel. Ich war dankbar für die Ruhe, auch wenn ich wusste, dass sie zerbrechlich war.

    Währenddessen fuhren Pinky, Cala-j, Irina Zamenova und vonBausch mit dem roten Sarka und seinem LKW nach Norden. dakel und Jannnik machten eine Tour in den Westen, ninja2.00926(UltrA) blieb zur Wache am Camp. Die Gruppe kam gut voran, auch wenn der LKW träge war, und durchquerte sogar die Gaszone bei Chernogorsk. Pinky verband Irina sofort, und sie konnten weiter. Sie passierten das alte Kloster – die Mauern standen noch, Schwester Yeva hatte sich liebevoll um den Garten gekümmert. VonBausch verharrte kurz, sichtlich bewegt und beeindrickt, dass alles die vielen Angriffe überdauert hatte. Aber in seiner Stimme, die ich über Funk vernahm, schwang auch etwas Wehmut mit. Es war nicht mehr sein Zuhause. Und vielleicht war es das auch nie wirklich gewesen.

    Der Weg in den Westen


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    🏕️ Ein stilles Camp

    Als ich meine Reise beendet hatte und von der "Rostigen Axt" zurück nach Prigorodki kam, begegnete ninja2.00926 (UltrA) am Camp einem Fremden, der nicht sprach. janinesta (Selina) und ich stießen ebenfalls dazu. Auch Pinky war inzwischen zurückgekehrt und hielt Wache. Der Unbekannte schrieb schließlich, dass er kein Deutsch könne. Ich versuchte es auf Englisch. Er nannte sich Acapulco. Er fragte, ob das „mein Haus“ sei. Ich erklärte ihm das Konzept des Camps – das Teilen, das Vertrauen, das offene Feuer für alle. Er nickte langsam, verstand nicht jedes Wort und sagte "Ich spreche alle Spachen schlecht", aber ich glaube den Sinn hat er verstanden. Dann bedankte er sich für „die Aufmerksamkeit“ und verschwand – einfach so, vor unseren Augen. Wir hörten auf, uns über solche Dinge zu wundern, aber sie hinterließen jedes Mal ein ungläubiges Staunen.

    Acapulco am Camp


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    Später lieferten sich Ultra und Jannnik noch einen kurzen Boxkampf, mehr zum Spaß als aus Wut. Manchmal ist selbst das ein Zeichen von Leben.
    Ich zog mit Ultra zur Rostigen Axt und wir bauten zwei neue Unterstände für Autoteile – eine Art Pit Stop in Chernogorsk. Es fühlte sich gut an, wieder etwas aufzubauen, das anderen helfen könnte.

    Kleine Gefechte am Camp

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    Mehr Unterstände für die "Rostige Axt"

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    🌆 Abendruhe

    Spät am Abend war ich allein in Prigorodki, als ich im Funk die Stimmen von WhiskeyMixer, Crippsy und Jannnik hörte. Sie waren aufgebrochen zur ehemaligen „Brits' Barn“, die nun tatsächlich eine „Brit’s Barn“ geworden war, um eine Garage für Crippsys LKW zu errichten. Sie sammelten, wie Whiskey sagte, „stumpfs“ – Baumstämme, bis zur Erschöpfung.

    Ich traf noch auf ein Bambi++, gut ausgerüstet, das sich erschrocken abwandte und in den Norden rannte, als ich es ansprach. Ich ließ es ziehen. Manche Begegnungen sollten besser flüchtig bleiben.

    Schließlich machte ich mich auf nach Elektrozavodsk, um mir das neue Werk anzusehen. Whiskey grinste: „Du wirst nie erraten, was wir da drin versteckt haben!“
    Ich lachte. Es tat gut, ihn so zu sehen – lebendig, verschwitzt und zutiefst zufrieden.
    Die Welt war für einen Moment in Ordnung.

    Austrian Quality Work

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    Gemeinsam mit Whiskey ging ich zurück nach Prigorodki.
    Die Nacht war still, der Himmel klar, und als ich mich in mein provisorisches Nachtlager legte, roch alles nach Holz und Ruhe.

    Ich war müde, aber friedlich. Und ja, für den Moment war die Welt in Ordnung.


    🌅 Zum Schluss

    Wie heißt es doch so schön?
    "Frieden ist kein Zustand, sondern ein Atemzug.
    Er hält nur, solange man ihn nicht festzuhalten versucht."

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛