Austausch zu Raidzeiten im Vanilla-Rahmen von DayZ

  • Hallo an alle Überlebenden,

    ich habe mir jetzt den ganzen Schinken durch gelesen und möchte mal meine Meinung kundtun.

    Ich selbst spiele schon seit geraumer Zeit auf dem Vanilla Server, hatte auch schon etwaige Rückschläge. Doch ich finde dies macht das Spiel ja aus, mann ist unterwegs und muss sich halt wieder aufbauen. Die Zahnräder bleiben in bewegung und das macht das Spiel umso besser.

    Was ich hingegen etwas kritisch sehe sind die Basen größerer Fraktionen (Gruppen), ich habe schon einige Basen gesehen wo ich mir dachte "viel spass beim Munition oder Granaten suchen", meist werden Glitches oder Bugusing benutzt wo ich mir meist an den Kopf fasse. Ich kann mir schon vorstellen woher das kommt. Aber meist Trifft es die Spieler, die Solo sind und nicht in einer Großen gruppe untergekommen, die Geraidet werden.

    Mein vorschlag wäre eine maximal Anzahl an Tore die platziert werden dürfen, kein Bugusing, keine Glitches, denn so bleibt es spannend. Kann sein das ich mit meiner Meinung verspottet werde, doch ich gebe nur meinen Senf dazu.

    Immer Freundlich bleiben.

    Eure Stockenten

  • Ich schließe mich dem Beitrag von Whiskey inhaltlich weitgehend an, weil dort viele Punkte angesprochen werden, die ich genauso empfinde. Vor allem was Fairness, Motivation und tatsächliche Interaktion im Spiel betrifft, finde ich die Gedanken sehr nachvollziehbar.

    Ich persönlich sehe Offlineraids kritisch.

    Für mich entfalten Raids ihren eigentlichen Reiz dann, wenn beide Seiten zumindest die Möglichkeit haben zu reagieren. DayZ lebt von Spannung, von direkten Auseinandersetzungen und von Momenten, in denen man nicht weiß, ob man einen Angriff abwehren kann. Wenn eine Base jedoch nachts geraidet wird, während die Besitzer arbeiten, schlafen oder schlichtweg ein reales Leben außerhalb des Spiels haben, fühlt sich das für mich nicht wie ein verlorener Kampf an, sondern eher wie ein strukturelles Ungleichgewicht.

    Ein wichtiger Punkt ist die berufliche Situation vieler Spieler. Nicht jeder kann oder möchte bis tief in die Nacht online sein, nur um seine Base zu verteidigen. Wer berufstätig ist, vielleicht im Schichtdienst arbeitet oder früh raus muss, hat schlicht nicht die Möglichkeit, rund um die Uhr präsent zu sein. Wenn andere nachts problemlos online sein können und in dieser Zeit mit vergleichsweise geringem Risiko Basen öffnen, entsteht ein Unterschied, der weniger mit Spielweise als mit Lebensumständen zu tun hat.

    Gerade sogenannte Silent-Raids verstärken dieses Gefühl. Wenn eine Base mit relativ geringem Aufwand und ohne Gegenwehr geöffnet wird, fehlt die eigentliche Interaktion. Man loggt sich ein und alles ist weg. Es gab kein Gefecht, keine Verteidigung, keinen Moment, der in Erinnerung bleibt. Für mich geht dadurch ein wesentlicher Teil dessen verloren, was DayZ ausmacht.

    Mir ist bewusst, dass DayZ grundsätzlich hart und kompromisslos ist und Verluste dazugehören. Es geht mir auch nicht darum, Basen unangreifbar zu machen oder jemanden in seiner Spielweise einzuschränken. Vielmehr finde ich es sinnvoll, offen darüber zu diskutieren, ob und wie Rahmenbedingungen gestaltet sein könnten, damit Angriffe häufiger zu tatsächlichen Begegnungen führen und weniger von reiner Online-Zeit abhängen.

    Als mögliche Beispiele – nicht als feste Forderung – könnte man über bestimmte Raid-Tage oder klar definierte Zeitfenster nachdenken, etwa Raids nur am Wochenende oder an ausgewählten Abenden. Das hätte aus meiner Sicht einige Vorteile: Spieler könnten sich bewusst darauf einstellen und ihre Online-Zeiten planen, Raids würden wahrscheinlicher zu echten Gefechten führen und der Druck, ständig online sein zu müssen, würde sinken.

    In diesem Zusammenhang wäre für mich auch das Thema Multiaccounts wichtig. Wenn man beispielsweise feste Raidzeiten oder Raid-Tage einführt, sollte man gleichzeitig überlegen, wie mit Mehrfachaccounts umgegangen wird. Andernfalls könnten sich Spieler zusätzliche Charaktere nur für Raid-Zeiten bereithalten, um Vorteile zu generieren oder Verluste zu minimieren. Das würde den eigentlichen Gedanken von Fairness und Chancengleichheit unterlaufen. Eine begleitende Regelung in diesem Bereich könnte daher sinnvoll sein, falls man an solchen Rahmenbedingungen etwas ändern würde.

    Das würde Basen nicht sicher machen, aber Angriffe planbarer und möglicherweise intensiver, weil beide Seiten vorbereitet sind. Am Ende geht es mir nicht um Schutz, sondern um mehr tatsächliche Interaktion und um ein Gefühl von Fairness innerhalb der Community.

    Ich sehe das daher als Gedankenanstoß innerhalb dieser Diskussion. Vielleicht gibt es einen Mittelweg, der den Vanilla-Charakter bewahrt und gleichzeitig dafür sorgt, dass Verluste häufiger im aktiven Spiel entstehen und nicht primär durch Abwesenheit im echten Leben.

    Erfahrener DayZ Vanilla Spieler & Mitspieler einer größeren Gruppe - Interesse? Schreib mir doch einfach eine PN oder Discordnachricht. :lovedayz:

  • Okay, viel zu lesen gehabt! Doch als aktuell unbeteiligter aber ehemaliger GDZ-Vanilla-Spieler klingt das alles mal wieder nach MIMIMI. Schade, dass sich hier die Gegenparteien so gut wie garnicht zu Wort melden. So aber entsteht aber der Eindruck, es würden viele Unterschiedliche Gruppen hier Disktuieren und Raidzeiten etc. für etwas sinnvolles oder gar tolles empfinden, dabei ist es ein vernetzter Zusammenschluss befreundeter Fraktionen mit den selben Interessen und kein wirklicher Austausch mit andersdenkenden Spielern oder Fraktionen.


    Mir ist das mittlerweile quasi wurscht, auch wenn Dagi mal wieder einen meiner Beiträge, wegen angeblicher Polemik, Selbstdarstellung o.ä. löschen wird - warum auch immer. Es zieht sich wie ein roter Faden seit über einem Jahr auf Vanilla durch. Dabei ist die Lösung für die Betroffenen (die, welche sich Raidzeiten, pseudo-geschützte Basen etc. wünschen) so einfach - wechselt auf den GDZ-modded Server und euren Basen sowie der Inhalt sind sicher. Basebau ist und war in DayZ-Vanilla schon immer optional, es gibt kein Anrecht auf dessen unversehrtheit. Und eines ist doch ganz klar und offensichtlich: Solos, Duos oder kleinere, autarke Gruppen hätten (wie bereits auch angesprochen) bei diesen vernetzten Uber-Basen überhaupt keine Raid-Chance mehr, wenn so etwas wie Raidzeiten etc. eingeführt werden würden. Es käme quasi einem Verbot gleich, als Solo/Duo in eine Base einer größeren Fraktion einzusteigen, da alleine von der Woman/Man-Power bei Angriff keine Chance auf Erfolg bestünden würde - von in und um die Base gebunkerten Multiaccounts spreche ich da noch nicht einmal. Und wer denkt, dass es für einen Solo/Duo-Spieler ein risikoloses, spontanes Kinderspiel ist, in eine solche Base einzusteigen, der hat das selbst noch nie gemacht. Für solch einen Raid benötigt es teils wochenlange Vorbereitungen. Man muss nicht nur alleine(!) ein Haufen Raid-Material beschaffen und vor Ort versteckt deponieren, man muss auch Schwachstellen der Base und Umgebung ausfindig machen und die Spielmechaniken kennen, man muss die Besitzer bei ihren "ritualen" beobachten... ja, man notiert sich Uhrzeiten, Namen und Gewohnheiten um dann, irgendwann, in einem idealen und natürlich UNBEOBACHTETEN Moment zuzuschlagen. All diese Vorbereitungen sind auch schon mit einem nicht unerheblichen Risiko behaftet, entdeckt zu werden. Ein Erfolg ist, trotz langer Planung und Vorbereitung, zudem auch nicht garantiert. Man weiss nie genau, was einem in einer so großen Base erwartet.


    Der einsame Schurke (um ihn mal als solchen zu betiteln), oder das Schurken-Duo hat in DayZ imho genauso seine Daseinsberechtigung, wie Armeen und Fraktionen, sowie deren Zusammenschlüsse. Die Taktiken für ein erfolgreiches Überleben in DayZ, oder das Raiden von Basen, sind naturgemäß jedoch völlig unterschiedlich! Mit festen Raidzeiten würde jedoch ein weiterer Sargnagel für den ersten Spielertyp eingeschlagen werden. Diese kleine Gruppen und Spieler würden nur noch weiter vom Server verdrängt... und sind es ja auch schon zu genüge (Hallo alter Ego und eheml. Weggefährten), denn was sollen sie auch noch tun? Die eigene Base, sofern man denn eine hätte, wäre mangels Man-Power im Nu geraidet (auch mit festen Raidzeiten) und zurückschlagen wäre quasi unmöglich. Man versucht daher schon unauffällig im Untergrund zu bleiben, um nicht durch die übermachtigen Fraktionen komplett entlootet zu werden und muss aus dieser Konsquenz, natürlich einen viel vorsichtigeren und größeren logistischen Aufwand betreiben (z.B. regelmässiges Aus-/Einbudeln von Kisten etc.), statt den Komfort einer Base (womögl. mit Bewachenden Spielern) zu haben.


    Doch statt sich mit der Situaion zu arrangieren und auch anderen Spielertypen einen Leben in DayZ zu lassen, wird mal wieder von den hier am "lautesten" schreibenden versucht, dass System zu ändern und in die gewünschte Richtung zu drücken... eben so, wie es sich persönlich am komfortabelsten und mit noch weniger Risiko der eigenen Spielweise anfühlt. Meiner Meinung nach ein sehr einseitiger Blick auf DayZ mit Fokus auf auschl. große Gruppen und sicherem Basebau... als ob das, dass Meta-Gaming schlechthin wäre. Einfach schade, dass sich aus der anderen Ecke der Spielerschaft, mangels Netzwerk, im Forum so wenig bewegt... aber das liegt wohl auch in der Natur der Sache: Solos/Duo sind halt quasi Einzelspieler und selten laut! Denn als einzelner kann man laut und ohne dickes Fell, im Spiel wie auch im Forum, doch schnell mal unter die Räder geraten.


    PS: Raider (-Gruppen), welche morgens um 4 Uhr in eine Base einsteigen, haben bestimmt auch ein Reallife... und das kann mit Vollzeitjob, Familie etc. durchaus ausgelastet sein. Stichwort Teilzeit/Gleitzeit, Schichtarbeitszeit, Homeoffice, Pflege usw. Auch hier wäre ein Blick über den eigenen Horizont (Alter, Beruf, aktuelle Lebenssituation) nicht schlecht um zu erkennen, dass nicht nur die eigene Sicht auf die Dinge, die der allgemeinen Gültigkeit entsprechen könnte.


    Feste Raidzeiten: Nein, danke!

    "Wenn ihr die letzten Fässer gelootet, die letzten Autos eingelagert und die letzten Häuser in Cherno verbarrikadiert habt, dann werdet auch ihr merken, dass man Blei nicht essen kann!" (Peter der Miese, 12.03.2025) peter_der_miese_grau_k.jpg

  • Danke auch an euch beide für die klare Position und unter anderem auch die ausführliche Einordnung aus der Solo-/Duo-Perspektive.
    Die gehört genauso in die Diskussion wie jede andere.

    Ich möchte nur zwei Dinge kurz einordnen:

    Zum einen: Bitte lasst uns vermeiden, hier Lager zu konstruieren oder Motivationen zu unterstellen. Unterschiedliche Meinungen bedeuten nicht automatisch „vernetzte Interessen“, sondern sind Teil eines offenen Austauschs. Genau dafür ist der Thread da.

    Zum anderen: Moderationsentscheidungen sind keine inhaltliche Wertung von Meinungen, sondern beziehen sich ausschließlich auf Ton und Regelrahmen. Lasst uns die Moderation bitte nicht zum Nebenschauplatz machen. Wenn es dazu Klärungsbedarf gibt, dann gern im geeigneten Rahmen (PN, Ticket...).

    Und vielleicht noch als Erinnerung an den Eingangspost: Es geht hier nicht darum, dass die lauteste Position am Ende „Recht bekommt“ oder automatisch eine Anpassung erfolgt. Der Thread ist bewusst als sachlicher Austausch von Perspektiven eröffnet worden, ohne Anspruch auf Umsetzung. Ich wünsche mir, dass wir diesen gesetzten Rahmen einhalten.

    Was deinen eigentlichen Punkt angeht, Cone: Die Perspektive von Solos und kleinen Gruppen ist absolut relevant. Wenn du das Gefühl hast, dass sich „die Gegenseite“ hier zu wenig äußert, dann bring sie gern mit in die Diskussion. Gerne auch durch deine Weggefährten. Wir versuchen ebenfalls, über verschiedene Netzwerke möglichst viele unterschiedliche Stimmen zu mobilisieren, denn am Ende lebt so ein Austausch davon, dass sich wirklich verschiedene Spielstile beteiligen. Je mehr Perspektiven hier sachlich zusammenkommen, desto besser kann man einschätzen, wie die Auswirkungen tatsächlich wären.

    Darum: Lasst uns bitte beim Thema bleiben und weiterhin respektvoll miteinander umgehen.

  • Einen gesegneten guten Tag an alle noch nicht Zombifizierten,

    auch wenn meine eigene Aktivität auf dem Server aktuell eher etwas zurückgezogen ist, würde ich zu diesem Thema gerne meinen heiligen Tomatenketchup dazugeben.

    Nachdem ich mich in den Thread bzw. die bisherige Diskussion eingelesen habe, ist mir aufgefallen, dass viele Argumente eher sehr deduktiv geführt werden. Meine persönliche Einschätzung und Meinung, die ich hier versuche zusammenzufassen und in die Diskussion einfließen zu lassen, soll bewusst etwas differenzierter und feinteiliger ausfallen, da ich denke, dass dies dem Thema besser gerecht wird. Daraus folgend wird es vermutlich auch mehr neue Fragen als direkte Antworten geben (sorryyyy 😅).

    In DayZ selbst - sowie in anderen ähnlichen Spielen, war ich bereits in sehr unterschiedlichen Konstellationen unterwegs: alleine, als Duo, als kleinere bis mittlere Gruppe und auch als Teil komplexerer Bündnisse bzw. temporärer, deutlich größerer Zusammenschlüsse verschiedener Fraktionen.

    In all diesen Konstellationen spielten Raids und das Geraidet-Werden immer eine Rolle. Ja, ich habe auch selbst schon offline geraidet, vor allem als Solo oder im Duo. Der Hauptgrund dafür liegt auf der Hand: Es ist sicherer und vor allem deutlich einfacher, ohne Gegenwehr etwas aufzubrechen. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass sowohl für einen selbst als auch für andere ein wichtiger Aspekt des Spiels ausgeklammert wird: PvP und die Möglichkeit, sich aktiv zu verteidigen und Allgemeine Interaktionen.

    Genauso war ich aber auch schon häufig in der Rolle des Verteidigers. Der Nervenkitzel, der dabei entsteht, ist einer der Aspekte, die das Spiel für mich so besonders machen. In allen Fällen kommt jedoch auch immer Frust auf, wenn man etwas verliert. Besonders bei Offline-Raids ist dieser Frust bekanntlich groß, da man sich dagegen im Grunde nur mit defensiven Bauweisen schützen kann - wobei selbst diese mit genügend Zeit und Sprengstoff für Angreifer kein unüberwindbares Hindernis darstellen.

    Ich selbst war davon bereits mehrfach betroffen, in unterschiedlichen Gruppenkonstellationen. Entsprechend kann ich sehr gut nachvollziehen, wie frustrierend es ist, sich einzuloggen und eine offene oder zerstörte Base vorzufinden. Nicht nur Loot ist weg und Teile der Base sind zerstört, vor allem fehlt der Spielspaß, den man beim Verteidigen hätte haben können. Offline-Raids haben in diesem Zusammenhang definitiv das Potenzial, Spielspaß zu mindern. Gleichzeitig verstehe ich aber auch, warum sich einige Spielende bewusst für diesen Weg entscheiden. Damit komme ich zu meinem nächsten Punkt.

    Wie bereits von anderen erwähnt, gibt es nicht nur große und kleine Gruppen, sondern auch Solos, Duos und Trios. Diese haben naturgemäß deutlich weniger Möglichkeiten, aktiv gegen größere Gruppierungen oder Zusammenschlüsse vorzugehen. Entsprechend wird hier häufig auf Offline-Raids zurückgegriffen, da direkte Konfrontationen sonst kaum Wirkung entfalten würden, man nervt höchstens ein wenig wie eine Mücke, richtet aber wenig aus.

    Umgekehrt kann eine große Gruppe vergleichsweise leicht über eine kleine hinwegzurollen, wie ein Auto über ein wehrloses Bambi. Dabei gilt meist: Je größer die Gruppe, desto mehr Ressourcen und Manpower stehen zur Verfügung und desto größer ist das Potenzial, entsprechend massive Basen zu errichten. Das ist letztlich Teil des „natürlichen Gleichgewichts“ in DayZ und gehört zum Spiel.

    Daraus ergibt sich für mich die nächste zentrale Frage: Was zählt eigentlich alles als Base, die im Rahmen von Raidzeiten geschützt werden würde? Häufig ist nur allgemein von „Basen“ die Rede, wobei viele dabei an klar erkennbare Konstruktionen denken - Metall- und Holzverschläge oder verbunkerte Industriehallen. Doch was ist mit der „3-Raum-Wohnung im Plattenbau mit Meerblick“, in der man sich eingenistet hat? Oder mit einem kleinen, abgeschlossenen Holzverschlag?

    Basengrößen variieren stark, und damit auch das Gefälle zwischen dem, was raidbar ist und dem, was überhaupt als Base definiert wird. Meiner Meinung nach ist es daher valide, hier auch zu differenzieren. Eine Base erfüllt im Kern zwei Zwecke: Schutz und Versteck für Loot. Entsprechend sollte man bei der Diskussion über Raidzeiten auch berücksichtigen, welchen Einfluss diese Zeiten auf unterschiedliche Basengrößen und die dahinterstehende Gruppierung haben.

    Dabei geht es mir nicht darum, kleine oder große Basen pauschal als mehr oder weniger schützenswert darzustellen, sondern vielmehr um die Frage, welches Potenzial die dahinterstehende Gruppe realistisch hat, eine Base zu verteidigen oder nach einem Raid wieder aufzubauen. Faktoren wie Materialkosten, Zugänglichkeiten und Spieleranzahl spielen hier eine große Rolle, also die gesamte Spannweite zwischen vergrabener Kiste und Monumentalbau.

    In diesem Zusammenhang halte ich auch die Analogie der „Maus im Kornspeicher“ für relevant: Als Solo oder Duo gezielt Schwachstellen auszunutzen, um sich einen Weg in eine Base zu bahnen (insbesondere bei Offline-Raids), um gezielt das zu erlangen, was man benötigt. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass auch große Gruppen nicht alles kampflos verlieren wollen, nur weil niemand online ist.

    Hier kommt für mich der Aspekt des gezielten Schwächens ins Spiel, was ein legitimes Ziel sein kann, im Gegensatz zur mutwilligen Komplettzerstörung, also dem klassischen Griefing. Meiner Ansicht nach sind die Serverregeln in diesem Punkt eigentlich relativ klar. Dennoch möchte ich folgende Fragen in den Raum stellen:

    • Sollte „Teilraiden“ (gezieltes Schwächen) stärker gefördert werden?
    • Sollte die erlaubte Intensität eines Raids vom Basentyp oder der Größe abhängen? (Offlineraids)
    • Wo liegt die Grenze zwischen Schwächen, Behindern von Basefunktionen und unzulässigem Verhalten (z. B. Minen, Fahrzeuge, Infrastruktur)?

    Diese Fragen sollten meiner Meinung nach zumindest Teil der Diskussion sein, insbesondere wenn man über Regelungen zu Offline-Raids oder Raidzeiten nachdenkt. Ziel könnte sein, kleine Basen nicht vollständig zu wipen und gleichzeitig zu verhindern, dass große Gruppen über Nacht kampflos komplett ihrer Infrastruktur beraubt werden. (Autos, Boote, Fässer, Kisten, Steve die Zimmerpflanze etc.)

    Für den Fall von Raidzeiten sollte außerdem bedacht werden, dass Gefechte oder Raids bereits laufen können und dann in eine Offline-Raid-Protection hineinragen. Auch hierfür wären klare Regelungen sinnvoll, um zu verhindern, dass Raids künstlich in die Länge gezogen werden, bis eine Partei offline gehen muss.

    Abschließend noch ein kurzer Exkurs zum Thema Multyaccounting: Persönlich sehe ich darin kein grundsätzliches Problem, solange es in Raids und Gefechten nicht missbräuchlich eingesetzt wird.

    Meine persönliche Meinung zu Raidzeiten:
    Eine solche Regelung hätte Auswirkungen auf verschiedene Dynamiken des Spiels und sollte daher gut abgewogen werden. Falls es Raidzeiten gibt, sollten diese meines Erachtens zeitlich begrenzt sein, etwa unter der Woche in der tiefen Nacht, während am Wochenende keine Einschränkungen gelten. Dabei sollte berücksichtigt werden, wann Spielende arbeiten oder schlafen.

    Eine eingeschränkte Offline-Raid-Regelung, beispielsweise zwischen 2 und 6 Uhr, halte ich persönlich nicht für grundsätzlich ablehnenswert. Der Schutz des Schönheitsschlafs muss nicht zwingend durch einen explodierenden Weckdienst ersetzt werden.

    Fazit:
    Mit diesem Beitrag möchte ich keine festen Antworten liefern, sondern neue Fragen aufwerfen und Denkanstöße geben, um am Ende Lösungen oder Kompromisse zu finden, mit denen möglichst viele Spaß am Spiel haben und sich nicht benachteiligt fühlen.

    Meine Kernfragen sind daher:
    Müssen Raidzeiten an Basen gekoppelt sein? Sollte eine solche Regelung Basegröße, Schutzmöglichkeiten und Anfälligkeiten berücksichtigen? Und wie viel Schutz ist sinnvoll, ohne Raiden sinnlos zu machen?

    Die technische Umsetzung solcher Regelungen sollten letztlich diejenigen beurteilen, die sich mit Servereinstellungen besser auskennen.

    PS: Entschuldigung für den halben Roman - meine Gedanken waren doch umfangreicher als gedacht. Ich bin offen für andere Meinungen, egal ob dafür, dagegen oder ergänzend. :D

    „Morthana, du Mutter im Kalten Schlund,❄️

    Nimm dieses Leben, das wir dir bringen,🥀

    Lass es enden – damit es beginnt.⚰️

    Lass es bluten – damit es getragen wird.🩸

    Lass es reifen, schützend vor Heinendem Hunger. 💀

    Lass es schmecken – damit es bewahrt.“🍅