💌 Herzensgrüße vom 19.05.2026 (Dienstag) – Von neuen Wegen und alten Wunden
Hallo ihr Lieben,
manchmal fühlt sich Chernarus an wie eine große Baustelle.
Und das nicht nur, weil überall Zäune errichtet, Garagen gebaut oder Unterstände ausgebessert werden, sondern weil auch Menschen ständig an sich selbst arbeiten. Manche schaffen es. Andere scheitern. Wieder andere reißen mit einer einzigen Handlung etwas ein, das über Wochen gewachsen ist.
Heute war ein Tag, an dem Hoffnung und Enttäuschung so dicht beieinanderlagen, dass zwischen ihnen kaum Platz blieb.
🪓 Die Rostige Axt wächst weiter
Den Vormittag verbrachte ich gemeinsam mit Sickboy auf der Baustelle der "Rostigen Axt".
Langsam nimmt das Gebäude immer mehr Gestalt an. Diesmal stand vor allem die Garage im Mittelpunkt, damit künftig nicht nur Menschen, sondern auch Fahrzeuge einen sicheren Platz finden können.
Nebenbei liefen bereits erste Überlegungen, welcher gelbe Sarka einmal vor der Axt stehen könnte. Noch war nichts entschieden, aber allein darüber sprechen zu können, fühlte sich gut an. Es sind genau diese kleinen Zukunftspläne, die zeigen, dass die Menschen anfangen, über morgen nachzudenken und nicht nur darüber, wie sie den heutigen Tag überleben.
🚗 Abschied von einer Olga
Während ich hämmerte und Bretter ausrichtete, war Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 unterwegs.
Sie übergab die weiße Olga namens "OLGATA" (Pinky hat sie so getauft) an Der_Fremde / Heisenberg und Crippsy77 .
Nach allem, was die beiden in den vergangenen Wochen verloren hatten, erschien uns das nur gerecht. Natürlich beließ sie es nicht bei der Fahrzeugübergabe.
Heisenbergs Bruder_Tommy bekam ebenfalls eine deutliche Botschaft mit auf den Weg:
Sollte sich ihr Weg noch einmal mit seinem kreuzen, werde sie ihn töten.
Und wenn nötig noch einmal.
Und noch einmal. Und noch einmal, und noch einmal....
Jedenfalls so lange, bis dieser Wahnsinn endlich ein Ende fand.
Zumindest hatte sie eines zurückgewonnen: Den eigenen Verstand. Die Krankheit Kuru war verschwunden. Die Wunden der vergangenen Tage allerdings noch lange nicht.
🚙 Der SCHRUNTER auf großer Fahrt
Meine Bauarbeiten mussten wenig später jedoch leider unterbrochen werden. Jannnik meldete sich über Funk: Bei Riffy hatte er ein Fass entdeckt und brauchte Hilfe beim Transport. Also holte ich den roten Gunter aus der Garage im Turm bei Prigorodki. Inzwischen trägt er nur noch einen liebevollen Spitznamen: der "SCHRUNTER"; Schrott-Gunter.
Und ehrlich gesagt wird er diesem Namen inzwischen mehr als gerecht. Auf dem Weg zu Jannnik stieß ich gleich zweimal leicht gegen Hindernisse. Nichts Dramatisches, aber genug, um mir endgültig klarzumachen, dass ich dieses Auto cookfrags und Sense unmöglich noch guten Gewissens überlassen konnte.
Die beiden wären vermutlich keine hundert Meter weit gekommen. Gemeinsam luden wir das Fass ein und fuhren anschließend weiter nach Novodimitrovsk. Dort übergab ich Jannnik außerdem das Zielfernrohr, das Rio für ihn dagelassen hatte. Im Gegenzug erhielt ich die versprochene REFUGE-Fahne.
Manchmal bestehen die schönsten Tauschgeschäfte nicht aus ihrem materiellen Wert, sondern aus dem Vertrauen, das dahintersteht.
🤝 Freundschaft auf vier Rädern
Zurück in Prigorodki stellte ich den inzwischen reichlich mitgenommenen "SCHRUNTER" endgültig in der BBA ab. Für cookfrags und Sense sollte es etwas Zuverlässigeres sein.
Also räumte ich kurzerhand den zweiten roten Gunter "FREUNDSCHAFT" aus dem Turm und stellte ihn für die beiden bereit.
Kurz darauf trafen sie tatsächlich am Camp ein. Sie nahmen das Auto dankbar entgegen und verabschiedeten sich wenig später wieder. Als sie zurückkehrten, ließen sie den Gunter wie vereinbart am Camp stehen und überreichten uns drei Packungen Nägel. Nicht für uns, sondern für eine neue Gruppe von Überlebenden, die gerade dabei war, sich in Chernarus eine Zukunft aufzubauen.
Solche Gesten zeigen mir immer wieder, dass Hilfsbereitschaft ansteckend sein kann. Wer selbst Hilfe erfahren hat, gibt sie irgendwann weiter.
🌲 Ein Motor in der Nacht
Währenddessen waren Pinky, Jammet und Black Lion gemeinsam mit janinesta (Selina) unterwegs. Als sie sich am Abend in einem kleinen Waldstück zur Ruhe legen wollte, hörte sie plötzlich das tiefe Brummen eines Motors: Ein Humvee.
Ganz in der Nähe. Doch als sie nachsehen wollte, war das Geräusch bereits verstummt.
Kein Licht, keine Stimmen, keine Bewegung.
Erst im Morgengrauen machten sich Jammet, Black Lion und S-TLK gemeinsam auf die Suche.
Und tatsächlich: Nur wenige Meter von janinesta (Selina)s Schlafplatz entfernt stand der Humvee zwischen den Bäumen. Verlassen und unbeschädigt. Sogar Batterie und Zündkerze befanden sich noch im Fahrzeug. Als die drei nähertraten, wurde schnell klar, warum ihnen das Fahrzeug so bekannt vorkam: Es war jener Humvee, der I.K.E.A. vor einiger Zeit gestohlen worden war.
Sie brachten ihn zurück nach Prigorodki, wo Jannnik ihn wenig später erleichtert in Empfang nahm. Vom Dieb fehlte jede Spur. Zurück blieb nur eine Frage: Welche Reise hatte dieses Fahrzeug hinter sich? Und warum wurde offenbar nichts daraus entwendet? Vielleicht ging es tatsächlich nie um den Inhalt. Sondern einzig darum, das Fahrzeug selbst verschwinden zu lassen. Nur hatte man sich dazu den denkbar ungünstigsten Platz ausgesucht...
📸 Eine neue Geschichte beginnt
Später traf ich mich noch mit jener neuen Gruppe, für die die Nägel bestimmt waren. Einen Namen hatten sie noch nicht, aber wir machten gemeinsam ein Gruppenfoto am Denkmal in Chernogorsk. Zum ersten Mal trugen sie alle dieselben gelben Armbinden. Einst ein Zeichen der Banana-Ops und dann eher mit weniger guten Erinnerungen verbunden, hatten sie nun die Chance, ein neues Kapitel aufzuschlgen. Sie schlossen sich der Institution der "Rostigen Axt" an und versprachen, sich mit Blitzo um das Gasthaus zu kümmern. Mit dabei Sickboy, LiquidNexxus und Dr. Locke aka Nockray.
Jede Gemeinschaft beginnt irgendwann mit einer kleinen Gruppe Menschen, die beschließt, gemeinsam ihren Weg zu gehen.
Vielleicht wird man auch von ihnen eines Tages Geschichten erzählen.
🍅 Alte Wunden
Als ich am Abend nach Prigorodki zurückkehrte, fiel mir zwischen den Unterständen etwas auf.
Auf dem Boden lag eine verfaulte Tomate, daneben sorgfältig angeordnete Papiersamen in Form eines Kreuzes.
Ein unmissverständliches Zeichen: Die Kirche.
Vielleicht war es nur eine Botschaft, vielleicht eine Provokation, vielleicht auch etwas völlig anderes. Für mich blieb es zunächst lediglich ein Symbol. Für Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 hingegen war es weit mehr: Die Erinnerungen an Bruder_Tommy, an Gorka und an alles, was in den vergangenen Tagen geschehen war, saßen noch viel zu tief.
Ich sah ihr an, wie sehr sie dieses kleine Arrangement innerlich aufwühlte. Manche Wunden schließen sich eben nicht, nur weil die Zeit vergeht.
🌅 Gedanken zum Schluss
Während ich später noch einmal durch unser Camp ging, dachte ich darüber nach, wie unterschiedlich Menschen mit ihrer Vergangenheit umgehen.
Die einen bauen etwas Neues. Die anderen tragen alte Konflikte weiter.
Vielleicht braucht beides Zeit.
Aber ich wünsche mir, dass am Ende die Baustellen größer werden als die Schlachtfelder. Denn Bretter verbinden Menschen und Schützengräben tun das nicht.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛