Beiträge von Herz-Aus-Gold

    Samstag, 22.08.2026 – Tag 009 – Als Angst und Zorn mich leiteten

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    Hallo ihr Lieben,

    Angst kündigt sich nur selten mit zitternden Händen und einem offen ausgesprochenen „Ich fürchte mich“ an. Manchmal nennt sie sich Vorsicht, Erfahrung oder...Pflichtgefühl. Sie flüstert uns ins Ohr; erinnert uns an all jene Augenblicke, in denen wir zu langsam waren, zu lange gesprochen oder einem Menschen einmal zu oft vertraut haben. Dann beschwört sie uns, dass wir dieses Mal schneller sein müssen, entschlossener und bereit, das zu tun, was wir beim letzten Mal nicht getan haben.

    Das macht sie so gefährlich, denn Angst kann uns tatsächlich schützen. Sie schärft unsere Sinne, lässt uns Motorengeräusche in der Ferne hören und Bewegungen wahrnehmen, die wir sonst übersehen hätten. Aber wenn wir ihr lange genug zuhören, beginnt sie irgendwann, unsere Entscheidungen für uns zu treffen. Dann halten wir Entschlossenheit für Klarheit und merken erst später, dass wir in Wahrheit längst nicht mehr wussten, was richtig war.

    An diesem Tag habe ich verteidigt, was mir anvertraut worden war. Ich habe einen Lastwagen gerettet, für den The_GraveDigger lange gearbeitet hatte, und mich zwischen unser Lager und Menschen gestellt, die es ausräumen wollten. Gleichzeitig habe ich auf einen Mann geschossen, der die Hände erhoben hatte, und später mit einer Brechstange auf ein Bambi eingeschlagen, als er mir unbewaffnet an der Küste begegnete und ich ihn für den Täter hielt.

    Ich kann erklären, wie es dazu kam.
    Aber eine Erklärung macht noch keine Entschuldigung.


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    📻 "Herz hat uns geschickt!"

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    Ich erwachte, weil Cypress mich anfunkte. Es war viel zu spät, als hätte mein Körper beschlossen, wenigstens für einige Stunden so zu tun, als gäbe es außerhalb des Schlafes keine Probleme.

    „Herz, hast du jemanden zu uns geschickt, der uns irgendetwas überbringen sollte?“ Beinahe gleichzeitig meldete sich WhiskeyMixer mit einer ähnlichen Frage. Er wollte wissen, wer die Männer vom Vorabend gewesen waren, denn offenbar standen sie erneut vor der Basis und behaupteten, ich hätte sie geschickt.

    Ich hatte niemanden geschickt.

    Die vermeintlichen Besucher waren mindestens zu zweit und hatten wenig später auf die Reifen des roten Ada von Felixwert100 und Cypress geschossen. Zum Glück hatten die beiden bereits gewusst, dass ich mich zur Ruhe gelegt hatte. Außerdem wussten sie, dass ich ihnen Bescheid gegeben hätte, wenn tatsächlich jemand in meinem Auftrag zu ihnen unterwegs gewesen wäre. Sie ließen sich deshalb nicht überrumpeln, schlugen die Angreifer in die Flucht und hatten vermutlich einen von ihnen getroffen.

    Ich dachte an Olli und Franzi, die ich am Vortag kennengelernt hatte, konnte mir jedoch kaum vorstellen, dass ausgerechnet sie hinter dieser Geschichte steckten. Das hätte zu unserem Gespräch und zu dem Eindruck, den sie bei mir hinterlassen hatten, nicht gepasst. Sicher wissen konnte ich es natürlich nicht.

    WhiskeyMixer hatte eine andere Theorie: Er vermutete alte Bekannte. Mit diesen Leuten hatte es bereits in der Vergangenheit Schwierigkeiten gegeben, und sie hatten darum gebeten, nicht mehr in meinen Berichten aufzutauchen. Daran hatte ich mich gehalten. Ebenso deutlich hatte ich ihnen jedoch gesagt, dass man zwangsläufig wieder Teil unserer Geschichte wird, wenn man unsere Camps, meine Leute oder meinen Namen hineinzieht. Sollten tatsächlich Menschen unterwegs sein, die behaupteten, in meinem Auftrag Autoreifen zu zerschießen, musste ich das richtigstellen.

    Damals waren sie wieder verschwunden, aber einen der Männer glaubte WhiskeyMixer nun erkannt zu haben. Doch ich selbst hatte keinen von ihnen gesehen und konnte seine Vermutung deshalb weder bestätigen noch widerlegen. Vielleicht hatte all das nichts miteinander zu tun. Vielleicht war es Zufall, dass diese Männer kurz nach meinen Berichten über das falsche Herz auftauchten und nun ebenfalls meinen Namen benutzten. Doch jemand versuchte offenbar, Misstrauen zu säen, und hätte Cypress mich nicht sofort gefragt, wäre am Ende womöglich die Geschichte geblieben, Herz-Aus-Gold schicke bewaffnete Männer zu den Garagen anderer Überlebender, damit sie dort die Reifen zerschießen.

    Allein dieser Gedanke machte mich unruhig.



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    🚤 Eine Flucht über das Wasser

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    Eine Weile später schien sich die Lage wieder beruhigt zu haben, bis Jannnik in der Basis unserer Freunde plötzlich erschossen wurde. Der Angreifer trug eine Presseweste und wirkte auf den ersten Blick wie ein besser ausgerüstetes Bambi, ein Bambi+. Bevor Jannnik fiel, soll der Fremde noch darüber geschimpft haben, wie feige es sei, zu zweit gegen einen vorzugehen.

    I.K.E.A. rückte umgehend aus, und auch Cypress und Felixwert100 machten sich bereit. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 fuhr gemeinsam mit WhiskeyMixer in einem Boot die Küste entlang, als ihr bei Kamyshovo eine Ansammlung von Infizierten auffiel. Zu dieser Uhrzeit war dort ungewöhnlich viel Bewegung. Sie beobachtete das sumpfige Gelände von einem Boot aus und entdeckte schließlich einen Überlebenden mit Plattenweste und guten Waffen, der mit großer Eile an der Küstenstraße entlanglief.

    Sie gab seine Position durch und nahm die Verfolgung auf, verlor ihn jedoch zunächst zwischen Wasser, Schilf und den Gebäuden aus den Augen. Erst als sie ein Motorengeräusch hörte, verstand sie, wohin er verschwunden war. Von der kleinen Insel aus sah sie ein blaues Boot, mit dem der Flüchtende offenbar davonkommen wollte.


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    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 eröffnete das Feuer. Ihre ersten Schüsse trafen mehr Wasser als Boot, was sie in ihrer eigenen Zusammenfassung vermutlich entweder als "Warnschüsse" oder als taktische Einschüchterung des Chernarussischen Meeres bezeichnen würde. Der Fremde wich aus, doch irgendwann traf eine Kugel den Motor des Boots. Der Fahrer sprang ins Wasser, während von mehreren Seiten geschossen wurde. Schließlich wurde er getroffen, sein beschädigtes Boot versank und er ertrank.

    Es war kein besonders rühmliches Ende. Jannnik erhielt zumindest einen Teil seiner Ausrüstung zurück, doch wer der Angreifer gewesen war, wussten wir weiterhin nicht. Gegen WhiskeyMixers erste Theorie sprach, dass unsere alten Bekannten nach einem Gefecht vermutlich kaum offen und schwer bewaffnet an der Küste entlanggelaufen wären. Zumindest hätten wir ihnen mehr Vorsicht zugetraut.

    Damit blieb auch dieser Vorfall ohne eindeutige Antwort.

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    🐺 Fahnen, Wölfe und neue Gerüchte

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    Zwischen all diesen Meldungen ging das gewöhnliche Leben in den Camps weiter, soweit man in Chernarus überhaupt noch von gewöhnlichem Leben sprechen kann. Vezir fand Überreste des Loots vom Helikopterabsturz und tauschte mit Kallele von CHAOS eine Fahne, die er dringend benötigte. Vezir sprach von seiner "Wolfsbande" und "seinem Rudel", und erste Ideen nahmen langsam Gestalt an. CHAOS wollte er sich jedoch nicht anschließen. Vorerst zog es ihn allein durch das Land, auf der Suche nach Rudelmitgliedern.

    Interception (Tim) brachte uns dreistellige Zahlenschlösser, Nägel, Sägen und Äxte und spendete alles dem Camp. Gerade an einem Tag, an dem so vieles auseinanderzufallen drohte, war es gut, zwischendurch auch Menschen zu begegnen, die etwas brachten, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten.

    NiggoB und Ikarus_98 (Pascal) trafen in Berezino auf zwei Bambis mit blauen Armbinden. Diese berichteten von einem Gespräch in Solnichniy und erzählten weiter, Autos finde man nicht im Norden, sondern an der Küste. Außerdem werde man in Chernogorsk sofort erschossen. NiggoB hielt das für falsche Informationen, und ganz richtig war diese Darstellung sicherlich nicht. Trotzdem musste ich zugeben, dass in den vergangenen Tagen durchaus dieser Eindruck entstanden sein konnte. Wer nur einzelne Schüsse hörte und nie die ganze Geschichte erfuhr, musste Chernogorsk inzwischen für eine Stadt halten, in der Wegweiser überflüssig waren, weil ohnehin jede Straße in den Tod führte. Das sagte ich NiggoB auch und nahm Der Bert gewissermaßen in Schutz, von dem die drei Bambis die INformationen erhalten haben wollen. Der Bert stellte auch klar, dass er das mit den Autos so nie gesagt habe. Allerdings hatten die drei Bambis ihm gegenüber behauptet, dass es Autos gab, die wie Taxis aussahen und nur einen Tag überdauern würden... Das alles klang mir mehr nach Geschichten aus dem anderen Chernarus. Ob die drei da etwas verwechselt hatten? Wir hatten ja auch kürzlich ein Bambi am Camp, das felsenfest gegenüber janinesta (Selina) behauptet hatte, ich hätte ihnen gezeigt, wie man Autos aus einem Terminal holen und spawnen lassen konnte und mein Name sei Naddel... Man sollte nicht alles glauben, was Bambis so erzählen.

    Blitzo meldete unterdessen, dass das blaue Zelt an der Rostigen Axt abgebaut worden war. Es ging also wieder los...
    Interception (Tim) fand zwei Leichen mit einem Messer am Camp, ohne dass wir wussten, was dort zuvor geschehen war. Dazu erreichten mich Grüße von "Jeremy White", deren Zusammenhang mir ebenfalls nicht ganz klar wurde. An manchen Tagen bestand mein Leben zu einem erstaunlich großen Teil daraus, Nachrichten entgegenzunehmen, deren Anfang oder Ende offenbar irgendwo dazwischen verloren gegangen war.

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    🩺 Zweimal Irina, ein Keks und ein Mann in Feuerwehrkleidung

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    I.K.E.A. traf auf ein Bambi, das sich bei der Feststellung seiner Personalien als "Irina" vorstellte. Der Name weckte Erinnerungen und sorgte deshalb zunächst für Unruhe, doch die Frau verhielt sich kooperativ und durfte weiterziehen.

    Später führte eine Überlebende, die sich ebenfalls "Irina" nannte, eine andere Frau namens ZuzuCookie, kurz "Cookie" genannt, von Elektrozavodsk bis zu unserem Camp. Nonverbal. Nur mit Gesten und... Vertrauen? Ob es dieselbe Irina war oder Chernarus plötzlich beschlossen hatte, Irinas ebenso großzügig zu verteilen wie Tims, Toms, Tommys, Kevins, Janniks und Maxe, wusste ich nicht. Solange beide friedlich blieben, war mir das allerdings wesentlich lieber als eine weitere Person, die meinen Namen zur Täuschung verwendete.

    Dann wurden wir von mehreren Seiten vor einem Überlebenden in Feuerwehruniform gewarnt, der bei Nacht unterwegs war. Er würde auf die Regeln hier pfeifen und war nur darauf aus "Stress" zu machen. Wir räumten das Camp vorsorglich geordnet und brachten die Menschen fort, die sich dort aufhielten. Der Mann zog schließlich weiter, ohne jemanden anzugreifen. Später erfuhren wir, dass Vezir im Funk beruhigend auf ihn eingeredet und ihn offenbar davon abgehalten hatte, etwas Dummes zu tun. Danke! Das war gut. Einen neuen Toah brauchten wir hier wirklich nicht...

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    🥒 Eine Lektion in Anstand

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    Auch Mischa kam an diesem Tag zu uns. Nein, nicht die Gruppe aus Tschechen und Slowaken namens MISA unter @(MISA) RO. Dieser Überlebende hier namens Mischa war neu in Chernarus, sprach in einer Jugendsprache, bei der Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 vermutlich kurz überlegte, ob sie inzwischen zu alt oder die Welt endgültig zu jung geworden war, und aß eine erstaunliche Menge Zucchini. Wenigstens hungern musste er danach ganz sicher nicht mehr.

    Bei seiner Verabschiedung zeigte er Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 allerdings den Stinkefinger. Sie schimpfte mit ihm, woraufhin er erklärte, er müsse noch viel lernen, schließlich sei er zum ersten Mal in Chernarus.

    „Jau, fang bei den Manieren an!“, gab sie ihm mit auf den Weg.

    Mischa lachte, zeigte ihr erneut den Stinkefinger und ging.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 schoss auf ihn. Mit Gummigeschossen, wohlgemerkt.

    Er verlor das Bewusstsein. Sie wollte ihn fesseln und zur Rede stellen, doch bevor es dazu kam, wählte er den Freitod. Damit endete eine Begegnung, die mit gespendeten Zucchini begonnen hatte, mit einem Toten vor dem Camp. Es war wieder eine jener Situationen, bei denen man sich hinterher fragen musste, wann genau aus einer Unverschämtheit eine Gefahr geworden war und warum der Griff zur Waffe inzwischen so viel schneller geschah als ein weiteres Wort.

    Aber der Tag war noch lange nicht vorbei...


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    🏗️ Überfall auf GraveDiggers Turm

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    Damit hätte der Tag vorbei sein können. Doch ich hatte The_GraveDigger versprochen, während seines Urlaubs nach dem Camp in Berezino zu sehen. NiggoB hatte außerdem von einem Trio mit blauen Armbinden berichtet, das dort unterwegs gewesen war, und deshalb wollte ich vor Einbruch der Nacht wenigstens noch eine Runde um den Turm machen und schauen, ob noch alles in Ordnung war.

    Am Vormittag hatte ich das Lager mit Zucchini und Nägeln versorgt. Ich war durch die Unterstände gegangen, hatte The_GraveDiggers Ordnung bewundert und mich über den Lastwagen gefreut, den er mit so viel Mühe fahrbereit gemacht hatte. In diesem Turm steckte noch nicht viel Material, verglichen mit den gewaltigen Festungen anderer Gruppen, aber dafür umso mehr Arbeit und Herzblut. The_GraveDigger hatte dort etwas begonnen, das einmal ein weiterer sicherer Ort für Überlebende werden sollte.


    Kaum hatte ich am Abend das Haus in der Nähe des Camps erreicht, hörte ich einen Motor aufheulen.

    Ich kannte dieses Geräusch.

    Der Lastwagen.

    Jemand versuchte, ihn zu stehlen!

    Ich nahm die Pioneer, die The_GraveDigger mir anvertraut hatte, und rannte zum Camp. Der Motor heulte auf, Reifen drehten durch, und gleich darauf krachte der LKW gegen eine Wand des Bere-Towers. Zwischen dem Fahrzeug und den Gebäuden sah ich einen ausgerüsteten Überlebenden.

    „Lass das und verschwinde von hier!“, rief ich ihm zu.

    Der Mann sah mich an und hob die Hände.

    Er rannte nicht fort. Er ging auch nicht langsam zurück oder versuchte, Abstand zu gewinnen. Er stand einfach da und sah mich an. Hinter ihm röhrte weiterhin der Motor des Lastwagens, der gegen die Wand gedrückt wurde. Spätestens da wusste ich, dass er nicht allein war. Irgendwo saß oder stand mindestens ein zweiter Mann, der noch immer versuchte, den LKW aus dem Camp zu bekommen. Ich kletterte auf ein abgestelltes Auto, um einen besseren Überblick zu bekommen, richtete die Pioneer auf ihn und rief noch einmal, dieses Mal so laut und deutlich, wie ich konnte:

    „Verschwinde von hier! Letzte Warnung!“

    Der Fremde lief langsam auf mich zu.

    Ja, der Überlebende vor mir hatte die Hände erhoben. Das ist die Wahrheit, und ich werde sie nicht kleiner machen, nur weil sie schwer auf mir liegt. Vielleicht hörte er meine Aufforderung wegen des Motors oder der Entfernung nicht. Vielleicht verstand er nicht, was ich von ihm wollte. Vielleicht hatte er Angst, ein Weglaufen könne mich erst recht zum Schießen bringen. Vielleicht wartete er lediglich darauf, dass sein Begleiter eine bessere Position erreichte.

    Ich wusste es nicht.

    Über seiner Schulter hing ein länglicher Gegenstand, den ich in diesem Augenblick für eine Waffe hielt. Erst bei einer späteren Betrachtung erkannte ich darin ein Dreibeinstativ. Doch dort, zwischen dem beschädigten LKW und den Trümmern des Turms, sah ich nur etwas, das wie eine Langwaffe aussah, und einen Mann, der trotz meiner Warnungen nicht ging, sondern auf mich zukam.

    Ich dachte an The_GraveDigger. An seine Freude über den Lastwagen, an die Nägel, die Zucchini und die sauberen Unterstände. Ich sah vor mir, was aus dem Camp werden sollte, und gleichzeitig hörte ich Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 beinahe in meinem Kopf: „Du redest zu viel, Herz!“

    Ich dachte an Toah. An all jene Male, in denen Menschen ihre Hände gehoben und anschließend doch zur Waffe gegriffen hatten. An die drei Gespräche, nach denen Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 in der vergangenen Season erschossen worden war. Ich dachte daran, dass ich in diesem Augenblick die einzige Person war, die noch zwischen den Raidern und The_GraveDiggers Lastwagen stand. Wenn ich sie nicht aufhielt, wer dann?

    Die Angst flüsterte mir zu, dass ich keine weitere Gelegenheit bekommen würde.

    Also schoss ich.

    Der Mann sackte leblos zusammen.


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    Für einen Moment war außer dem verhallenden Schuss nichts mehr zu hören. Dann rannte ich los, suchte Deckung und kletterte auf das Dach des Krankenhauses, um den zweiten Angreifer zu finden. Ich sah niemanden. Der LKW stand jedoch noch immer im Camp, und mir kam eine Idee, die wenigstens Zeit gewinnen würde: Ich schoss auf einen der Vorderreifen.

    Danach umrundete ich das Gebäude, weil ich nach dem Mann sehen wollte, den ich erschossen hatte. Dabei entdeckte ich den zweiten Raider. Wieder suchte ich die erhöhte Position auf dem Dach und rief auch ihm zu, er solle verschwinden.

    Er ging nicht.

    Diesmal schoss ich nicht sofort. Ich hätte es gekonnt. Aber ich tat es nicht. Ich schimpfte auf die Raider, auf die Situation und darüber, dass ich das alles gar nicht wollte.
    Doch der Mann hob seine Mlock und zielte hinter einem Zaun hervor auf mich. Sein Schuss streifte mich nur, traf jedoch dabei den Gaskanister in meiner Jacke, mit dem ich eigentlich eine Lampe für das Camp hatte betreiben wollen. Licht in der Dunkelheit...

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    Ein greller Blitz. Dunkeltheit um gab mich.

    Es gab einen ohrenbetäubenden Knall, und die Welt verschwand.

    Während ich bewusstlos dalag, traf mich wohl noch ein weiterer Schuss.

    Man sagt hier "Karma regelt".

    Tut es.

    Immer.

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    🔧 Blinde Wut

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    Als ich wieder zu mir kam, lag ich in Nizhnoye. Ich suchte das dortige Camp auf, doch auch dieses wirkte verlassen. Kein Essen, keine Bandagen... nichts.
    Am Brunnen trank ich, bis mein Körper sich wenigstens wieder halbwegs lebendig anfühlte.

    Dort sah ich ein Bambi, das mit Infizierten kämpfte. Eigentlich wollte ich helfen. Ich ging mit meiner Brechstange dazwischen und traf den Fremden dabei zweimal. Wirklich versehentlich. Er rannte daraufhin schnurstracks in Richtung Berezino.

    Ich folgte ihm eine Weile, machte jedoch noch einen Abstecher zum Lebensmittelladen, weil ich dringend etwas zu essen brauchte. Leider fand ich nichts.


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    Später trafen wir uns in der Nähe einer Scheune und eines Hauses erneut. Die Route, die er nahm und die Eile, die er an den Tag legte... Es ergab nun alles Sinn. Das musste er sein; der Mann, den ich am Turm erschossen hatte.

    Scham stieg in mir auf, doch gleichzeitig war da noch immer dieser Zorn. Warum waren sie nicht gegangen? Warum hatte er mit erhobenen Händen vor mir gestanden und nicht auf meine Aufforderung reagiert? Warum hatte sein Begleiter weiter versucht, den LKW zu stehlen? Warum hatten sie mich in eine Lage gebracht, in der jede Entscheidung falsch wirkte?

    Heute weiß ich, wie bequem diese Fragen für mich waren. Sie machten ihn zum Verantwortlichen für das, was ich tat.
    Dabei hielt nicht er in diesem Augenblick die Brechstange.

    Nein.

    Ich hielt sie.


    Ich war nicht mehr Herrin meiner Gedanken. Alles fühlte sich an wie ein Fiebertraum, als hätte die Reise an die Küste nicht nur meine Ausrüstung, sondern für einen Moment sogar mein Aussehen und den Menschen darunter verändert. Ich wollte nur zurück nach Berezino. Wollte den Lastwagen retten, den Turm halten und meinen Fehler mit dem Gaskanister irgendwie dadurch ungeschehen machen, dass ich wenigstens die Aufgabe erfüllte, an der ich zuvor gescheitert war.

    Also schlug ich nach ihm.

    Dieses Mal geschah es nicht versehentlich.

    Er wehrte sich, doch am Ende lag er vor mir. Als ich ihn dort sah, wurde mir übel. Mit dem Schutz des Camps hatte dieser Angriff nichts mehr zu tun. Er war kein ausgestatteter Raider mehr, kein Mann mit einem vermeintlichen Gewehr über der Schulter und kein Teil einer Gruppe, die gerade einen Lastwagen stahl. Er war ein Bambi, und ich hatte aus Wut, Scham und Angst auf ihn eingeschlagen.

    Auch diese Wahrheit werde ich nicht kleiner machen.


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    🍎 Der schlechteste Rat ist immer der eigene...

    Trotzdem trieb mich nur ein Gedanke weiter: zurück nach Berezino.

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    Ich sage anderen immer, sie sollen nach einem Erwachen an der Küste nicht blind zum Ort ihres Todes zurückrennen. Sie sollen zuerst trinken, etwas essen und sich wenigstens so weit ausrüsten, dass sie nicht beim ersten Infizierten erneut zusammenbrechen. Es ist ein guter Rat.

    Ich selbst schlug ihn an diesem Abend in den Wind.

    Als ich Berezino endlich erreichte, war ich halb verhungert und kaum noch bei Kräften. Damit war ich niemandem eine Hilfe und vermutlich ging mein Gejammere den anderen im Funkkanal auf die Nerven. Ich war eine weitere Person, um die man sich im schlimmsten Fall hätte kümmern müssen, während am Turm noch immer mindestens ein bewaffneter Angreifer lauerte.

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    I.K.E.A. war inzwischen mit WhiskeyMixer und dreizehnzwoelf (Max) unterwegs nach Berezino. Auch vor ihrer eigenen Basis hatte es erneut Schwierigkeiten mit einem Bambi gegeben, doch trotzdem kamen sie. Die Apfelbäume am Rand des Feldes waren für mich zum Greifen nah, aber irgendwo in der Nähe des Turms schien der Schütze noch immer auf seine Gelegenheit zu warten.

    So saß ich hinter einem Heuballen, hungrig, erschöpft und beinahe bewegungsunfähig. Ich konnte nicht vorwärts, ohne über das offene Feld zu müssen, und jeder weitere Schritt fühlte sich an, als würde mein Körper darüber abstimmen, ob er mich noch ein paar Meter tragen wollte.

    Mühsam arbeitete ich mich bis zu den nächsten Obstbäumen vor und fand schließlich eine getrocknete Birne.

    Es war die beste Birne, die ich je gegessen hatte.

    Vermutlich war sie trocken, zäh und kaum der Rede wert. In diesem Augenblick schmeckte sie nach einem weiteren Versuch.


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    ⚔️ Der Sturm auf den Turm

    Dann hörte ich die anderen.

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    WhiskeyMixer, dreizehnzwoelf, Jannnik und sogar Mauersegler (Lehmi), Interception (Tim) und Cypress. Sie alle rückten auf den Turm vor. Schüsse hallten zwischen den Gebäuden wider, während ich noch immer versuchte, genug Kraft zu sammeln, um wenigstens nicht auf dem Feld umzufallen.

    WhiskeyMixer wurde unglücklich am Kopf getroffen und verlor das Bewusstsein. Jannnik starb und fand sich wieder an der Küste. Auch Interception (Tim) setzte sein Leben aufs Spiel, damit die anderen vorankamen. Schließlich gelang es WhiskeyMixer, den verbliebenen Schützen zu erwischen.

    Danach wurde es langsam ruhiger.

    Wir atmeten durch, obwohl kaum jemand von uns wirklich unverletzt war. I.K.E.A. sicherte das Lager, während ich versuchte, den Lastwagen aus seiner verkeilten Position zu befreien. Mauersegler (Lehmi) und Cypress brachten mir einen Ersatzreifen, obwohl sie selbst aussahen, als könnten sie jeden Augenblick umfallen.


    Gemeinsam schafften wir es, den LKW wieder flottzumachen. Ich verlud, was wir retten konnten, verschloss den beschädigten Turm und setzte mich schließlich hinter das Steuer. Der Motor sprang an. Langsam fuhr ich aus Berezino hinaus und folgte der Küstenstraße bis nach Prigorodki, wo der Lastwagen vorerst unterkommen sollte, bis The_GraveDigger wieder zurück war.

    Als der Berezino-Tower im Rückspiegel kleiner wurde, wurde mein Herz schwer. Wir hatten das Fahrzeug gerettet, aber der Turm war beschädigt, Menschen waren gestorben und etwas von der Zuversicht, mit der The_GraveDigger dort zu bauen begonnen hatte, blieb zwischen den Trümmern zurück.

    Im Augenblick fehlten uns die Mittel, um jedes Camp gleichzeitig zu halten. Das bedeutete jedoch nicht, dass wir Berezino aufgaben.


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    🐺 Ein ruhigeres Ende in Solnichniy

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    Wenigstens aus Solnichniy kamen bessere Nachrichten. Der Bert Bert ging es gut, und er hatte viel Besuch an seinem Camp empfangen. Es seien vor allem jüngere Leute gewesen, erzählte er. Eine Gruppe passte auf die Beschreibung von Franzi, Olli und vermutlich Stumpfi.

    „Scheinen nette Leute zu sein“, meinte Der Bert.

    Ich nickte. Diesen Eindruck hatte ich ebenfalls gewonnen, als ich Franzi und Olli getroffen hatte.

    Für den Moment waren wir in Prigorodki in Sicherheit. Trotzdem ließ mich das Gefühl nicht los, dass die fremden Raider weitermachen würden. Vielleicht hatten sie sogar etwas mit den Leuten aus Elektrozavodsk zu tun. Sie waren erstaunlich beharrlich gewesen. Vielleicht waren es aber auch voneinander völlig unabhängige Gruppen, und wir versuchten nur, aus zu vielen losen Fäden ein einziges Muster zu knüpfen. Ich wusste es nicht.


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    🌅Gedanken zum Schluss

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    An diesem Tag wurden in meinem Namen Reifen zerschossen, Jannnik wurde in seiner Basis getötet und ein Mann ertrank bei seiner Flucht vor Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 und I.K.E.A. Im Camp begegneten uns zwei Frauen namens "Irina" und ZuzuCookie , ein Mann in Feuerwehrkleidung ließ sich von Vezir beruhigen, und Mischa lernte auf denkbar harte Weise, dass Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 den ausgestreckten Mittelfinger nicht als landestypische Grußformel anerkennt.

    Am Ende führte mich der Tag nach Berezino, wo ich The_GraveDiggers Turm und den Lastwagen verteidigen wollte. Ein Mann hob vor mir die Hände, und ich erschoss ihn trotzdem. Sein Begleiter tötete mich, und als ich dem ersten später als Bambi wiederbegegnete, griff ich ihn mit einer Brechstange an. Danach kehrte ich halb verhungert zum Turm zurück, während andere ihr Leben riskierten, um den verbliebenen Angreifer zu stoppen. Gemeinsam retteten wir schließlich den LKW und brachten ihn nach Prigorodki.


    Ich habe dafür Kritik bekommen, und ich muss sie mir gefallen lassen. Warum habe ich auf einen Menschen geschossen, dessen Hände erhoben waren? Warum habe ich nicht länger gewartet? Warum bin ich nach meiner Niederlage sofort zurückgelaufen, obwohl ich es jedem anderen verbieten würde? Und wie konnte ich schließlich auf einen Menschen einschlagen, der mir an der Küste ohne seine Ausrüstung gegenüberstand?

    Auf manche dieser Fragen habe ich keine gute Antwort.

    Der Mann hat meine Aufforderung vielleicht nicht gehört. Vielleicht hatte er Angst. Vielleicht wollte er Zeit für seinen Begleiter gewinnen. Ich werde vermutlich nie erfahren, was in diesem Augenblick in ihm vorging. Ich weiß nur, was in mir vorging: Ich sah einen bewaffneten Raider, obwohl über seiner Schulter lediglich ein Dreibeinstativ hing. Ich hörte den Motor des Lastwagens, sah The_GraveDiggers Arbeit in Trümmern und glaubte, die einzige Person zu sein, die noch etwas retten konnte.

    Das erklärt meinen Schuss. Es macht ihn nicht richtig.

    Noch schwerer wiegt der Angriff mit der Brechstange. Dort kann ich mich auf keinen vermeintlichen Gegenstand über seiner Schulter und keinen röhrenden Lastwagen berufen. Ich war wütend, beschämt und überzeugt, sofort nach Berezino zurückkehren zu müssen. Ich machte den anderen dafür verantwortlich, mich in diese Lage gebracht zu haben, obwohl ich selbst entschied, die Brechstange zu heben.

    Auch Menschen, die helfen wollen, können Unrecht tun. Vielleicht müssen gerade wir uns dieser Möglichkeit besonders offen stellen, weil gute Absichten so leicht zu einer bequemen Rechtfertigung werden. Ich möchte nicht eines Tages behaupten, alles sei erlaubt gewesen, nur weil ich ein Camp verteidigte oder das Eigentum eines Freundes schützen wollte.

    Trotzdem kann ich nicht versprechen, künftig niemals wieder zu schießen. Wenn meine Freunde, unsere Schutzbefohlenen oder unsere Camps unmittelbar bedroht werden, werde ich sie weiterhin verteidigen. "Samariter schaden nicht ohne Grund", so habe ich es im Eid geschworen.
    Aber ich muss lernen, den Augenblick zu erkennen, in dem Schutz in Vergeltung übergeht und Angst nicht mehr warnt, sondern befiehlt.

    Der gerettete Lastwagen steht nun in Prigorodki. Wenn ich ihn ansehe, freue ich mich, dass The_GraveDigger ihn nicht verloren hat. Gleichzeitig weiß ich, welchen Preis dieser Erfolg hatte.

    Vielleicht besteht Verantwortung nicht darin, jede Entscheidung im Nachhinein zu verteidigen.
    Vielleicht beginnt sie dort, wo man aufhört, vor den unangenehmen Fragen davonzulaufen.

    Diesen Fragen stelle ich mich.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    Freitag, 21.08.2026 – Tag 008 – Eine Frage der Perspektive

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    Hallo ihr Lieben,

    wir bauen Mauern, weil wir Angst vor dem haben, was von außen kommen könnte. Wir verschließen Tore, bewachen Zufahrten und lernen irgendwann, bei jedem fremden Motorengeräusch aufzusehen. Das ist verständlich in einer Welt, in der ein einziger unachtsamer Augenblick genügt, um alles zu verlieren, was man sich über Tage aufgebaut hat.

    Doch wie ich schon in meinen letzten Beiträgen sagte, besitzt Angst die unangenehme Eigenschaft, den Bereich, den sie schützen möchte, immer weiter auszudehnen.
    Zuerst gehört einem nur das Haus hinter der Mauer, bald darauf die Straße davor und irgendwann vielleicht ein ganzes Viertel oder eine ganze Stadt...
    Wer sich nicht ankündigt, wird zur möglichen Bedrohung, und wer im falschen Augenblick den falschen Weg nimmt, gerät zwischen Fronten, von denen er womöglich nichts wusste.

    So ist es bereits mehrmals passiert und gerade passiert es wieder. An diesem Tag habe ich mehrfach erlebt, wie verschieden ein und dieselbe Situation aussehen kann. Für die einen war es notwendige Verteidigung, für die anderen ein Angriff aus dem Nichts. Dazwischen standen Menschen, die nur helfen, grillen, nach Hause gehen oder einen Freund aus der Schusslinie holen wollten.

    Vielleicht war das Schwierigste daran, dass vermutlich jeder von ihnen nur seinen Teil der Geschichte kannte...


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    🏚️ Frühe Nachrichten und ein Beinaheunfall

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    WhiskeyMixer berichtete mir am Morgen, dass die Basis von CHAOS in den frühen Stunden vollständig geraidet worden war. Wer dafür verantwortlich war, wusste ich nicht. Es wurde vermutet, dass Menschen aus dem Umfeld der C.I.A. dahinterstecken könnten, doch eine Vermutung blieb auch an diesem Morgen eine Vermutung. Für mich hätte es genausogut jeder andere gewesen sein können, denn während all das passierte, war ich noch im Land der Träume unterwegs. Ich hatte also weder gesehen, wer dort gewesen war, noch wusste ich, was genau geschehen war. Die großen Gruppen und Fraktionen hatten auch noch keine Stellungnahme veröffentlicht und so blieb es erst einmal bei diesen äußerst beunruhigenden Gerüchten aus dem Norden.
    Während anderswo Zäune fielen, errichtete ich mit @Vezirs Hilfe einen Unterstand. Es war eine wohltuend einfache Arbeit: Äste sammeln, Material zusammentragen und etwas schaffen, das einem Menschen später Schutz vor Regen und Kälte bieten konnte. Für eine Weile bestand die Welt nur aus dem nächsten Arbeitsschritt.

    Interception (Tim) brachte kurz darauf allerdings wieder Bewegung in die Ruhe. Er erzählte in der Runde, ein Humvee hatte ihn beinahe überfahren. Ob der Fahrer ihn nicht gesehen hatte oder ihm lediglich zeigen wollte, wie knapp man in Chernarus an einem Menschen vorbeifahren kann, wusste Interception (Tim) wohl selbst nicht genau.

    Immerhin stand er noch vor mir und konnte davon erzählen.

    Also alles gut?

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    🚁 Der Kampf um das Sahnehäubchen


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    Bei Zelenogorsk war im Rahmen eines "Events" ein Helikopter abgestürzt, und wie zu erwarten verwandelte sich das Gebiet rasch in einen Treffpunkt für alle, die sich für seltene Ausrüstung interessierten und bereit waren, diese Begeisterung mit Waffengewalt zu unterstreichen.

    I.K.E.A., die CIA, zwei Leute von CHAOS und mehrere Einzelspieler lieferten sich dort ein Gefecht um die Beute. Am Ende sicherte sich I.K.E.A. wohl die Sahnehäubchen, während andere mit weniger, mit leeren Händen oder erneut an der Küste erwachten.


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    Cala-j zog später noch gemeinsam mit Solid zu dem abgestürzten Helikopter. Beide fanden dort die verbliebenen Teile der Beute und konnten sie ohne weitere Schwierigkeiten sichern. Es war beinahe beruhigend zu hören, dass man einen solchen Ort offenbar auch besuchen konnte, ohne zwangsläufig erschossen zu werden. Man musste nur warten, bis alle anderen ihre ... Meinungsverschiedenheiten beendet hatten.

    Weniger Glück hatte Mauersegler (Lehmi) bei Kamyshovo. Er wurde im Bahnhof von einem vollständig ausgerüsteten Überlebenden erschossen. Warum jemand mit voller Montur an der Küste Jagd auf Menschen machte, die dort gerade erst wieder zu sich gekommen waren, konnte mir niemand sagen. Vielleicht gab es eine Vorgeschichte. Vielleicht auch nicht. Gerade an der Küste ist der Unterschied von außen kaum zu erkennen.

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    🏙️ Ich möchte nicht um Einlass bitten müssen

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    Während rund um den abgestürzten Helikopter bei Zelenogorsk um Waffen und Ausrüstung gekämpft wurde, gerieten auch .chantal2000 und Interception (Tim) in Chernogorsk in eine Schusslinie, von der sie nichts gewusst hatten. Die beiden waren gemeinsam unterwegs, als plötzlich auf .chantal2000 geschossen wurde. Wer genau den Abzug betätigte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mit Sicherheit sagen; offenbar wurde I.K.E.A. an diesem Abend wieder in der Stadt belagert, und zwischen denen, die eine Stellung verteidigen, und jenen, die bloß zur falschen Zeit eine Straße betreten, bleibt manchmal nur ein viel zu schmaler Unterschied.

    .chantal2000 überlebte, aber war vor Schmerz und Schock so gelähmt, dass sie erst einmal regungslos liegen blieb. Interception (Tim) kam zurück, als er das bemerkte und schrie sie an, ihr zu folgen, sich zu verstecken, wobei er aber auch beschossen wurde. Das hatte sie beide gebraucht und sie schafften es, sich in ein Haus zu retten.
    Als ich davon erfuhr, machte ich mich auf den Weg, um die beiden aus der Stadt zu holen.
    Unterwegs traf ich auf WhiskeyMixer, von dem ich mir wenigstens eine Erklärung erhoffte. Stattdessen rief er nur: „Herz, sie haben sich halt nicht angemeldet...“


    Vielleicht war dieser Satz weniger gleichgültig gemeint, als er in diesem Augenblick bei mir ankam. Vielleicht war WhiskeyMixer selbst noch zu sehr in der Anspannung der vergangenen Kämpfe gefangen. Trotzdem machte er mich wütend, denn in mir waren sofort die Erinnerungen an jenen ersten Tag nach einem früheren Wipe zurück, als in Chernogorsk von Freunden auf Black Lion, Jammet und Pinky geschossen worden war. Wieder war da dieses befremdliche Gefühl, jemand könnte eine ganze Stadt für sich beanspruchen und von allen anderen erwarten, vorher höflich um Erlaubnis zu bitten, nur um sie betreten zu dürfen. Eine Stadt, die zu unserer Heimat gehörte.

    Ich verstehe, dass I.K.E.A. sein Zuhause verteidigen muss, besonders wenn ringsum Scharfschützen lauern und niemand mehr sicher sagen kann, wer lediglich vorbeikommt und wer eine Schwachstelle sucht. Vielleicht müssen wir unseren Samaritern und vor allem unserer Azubine .chantal2000 künftig deutlicher sagen, dass Chernogorsk an solchen Abenden ein Risikogebiet ist. Dennoch weigere ich mich, um Einlass in eine Stadt zu bitten, die auch für mich ein Stück Heimat ist, in der das Krankenhaus steht und in der ich regelmäßig die "Rostige Axt" aufsuche.

    Zumindest hatten beide überlebt und kamen mit dem Schrecken davon. Interception (Tim) erzählte mir später, dass in ihm zunächst alles danach gedrängt hatte, sie zu beschützen. Als er sie fallen sah, war er jedoch davongerannt. Er schämte sich beinahe dafür, doch ich konnte ihm keinen Vorwurf machen. Manche Menschen bleiben in einer solchen Lage stehen, andere greifen zur Waffe, und wieder andere rennen, bevor der Kopf überhaupt verstanden hat, was geschehen ist.

    Entscheidend war, dass Tim .chantal2000 nicht wirklich zurückließ. Aus sicherer Entfernung hielt er über Funk Kontakt zu ihr, gab ihr klare Anweisungen und half ihr damit, sich aus ihrer Schockstarre zu lösen. Vielleicht hat er sie auf diese Weise vor weit Schlimmerem bewahrt. Mut sieht nicht immer so aus, wie wir ihn uns vorher ausmalen. Manchmal besteht er nicht darin, unter Beschuss neben jemandem stehen zu bleiben, sondern darin, trotz der eigenen Angst eine Stimme zu sein, an der sich ein anderer Mensch festhalten kann.

    Am Ende gelang es mir, beide aus Chernogorsk herauszubringen. Zurück blieb jedoch ein bitteres Gefühl, denn niemand von uns hätte dort um sein Leben rennen müssen, nur weil er vergessen hatte, sich für das Betreten einer Stadt anzumelden.

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    🍐 Eine Entschuldigung mit Stiel

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    Später begegnete WhiskeyMixer einem Cypress mit gelber Armbinde. Nach den Vorfällen an der I.K.E.A.-Basis war er verständlicherweise vorsichtig, doch im Gespräch stellte sich zumindest heraus, dass diese Leute nach eigener Aussage in der letzten Zeit nicht vor der Basis gewesen waren. Ob damit alle Fragen geklärt waren, wusste ich nicht, aber immerhin wurde gesprochen, bevor jemand schoss. Und wir wussten nun, dass es noch mindestens eine andere Gruppierung mit gelben Armbinden geben musste.

    WhiskeyMixer suchte schließlich auch .chantal2000 auf und entschuldigte sich bei ihr. Als Zeichen des Friedens brachte er eine "Birne der Versöhnung" mit. Eine Friedensbirne also....

    Vielleicht war sie nicht ganz so feierlich wie ein weißes Tuch und vermutlich auch weniger lange haltbar, aber auch wenn die Geste komisch wirkte, kannte ich WhiskeyMixer inzwischen gut genug um zu wissen, dass er es ernst damit meinte. .chantal2000 nahm die Entschuldigung an, und ich war froh darüber. WhiskeyMixer hatte die Lage aus der Perspektive eines Belagerten gesehen, .chantal2000 aus der einer Unbeteiligten, die plötzlich beschossen wurde. Beides war real und eine einzelne Birne löste diesen Widerspruch nicht. Die Geste und die Entschuldigung an sich waren jedoch ein Anfang.


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    🩸 Eine bittere Erkenntnis

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    In Solnichniy war jayphiiyo mit einem Humvee unterwegs gewesen, als zwei vollständig ausgerüstete Überlebende auf sie schossen. Später kam sie erneut am Camp an, wo sich auch Cypress, Interception (Tim), .chantal2000 und Mauersegler (Lehmi) aufhielten. Dabei wurde jayphiiyomal wieder zunächst für einen Mann gehalten, was sie vermutlich weniger störte als der Umstand, zuvor samt Humvee unter Beschuss geraten zu sein...

    Am Camp lag außerdem Wolfsfleisch verteilt. Schließlich stellte sich heraus, dass Interception (Tim) es dort abgelegt hatte. Offenbar war ihm nicht bewusst gewesen, dass bei diesem Fleisch ein wenig Vorsicht angebracht war. Chernarus besitzt viele Möglichkeiten, Menschen zu töten; es wäre beinahe beleidigend gewesen, hätte ausgerechnet ein gut gemeintes Abendessen nicht ebenfalls dazugehört. Und daher war seit einiger Zeit Wolfs- und Bärenfleisch dafür bekannt, Krankheiten zu übertragen. Warum sie Interception (Tim) nicht betroffen hatten, der munter von dem Fleisch gegessen hatte, war uns ein Rätsel.

    jayphiiyos Verhalten am Camp gab uns auch Rätsel auf. Sie verletzte sich und wollte ausbluten und sich das Leben nehmen. Mitten im Camp unter Freunden... Als ZUreden und Verbinden nichts half, versuchte ich, sie mit meiner R12 und Gummigeschossen aufzuhalten. Ich traf sie schließlich, doch gerade als wir sie am Boden liegend bandagieren wollten, entschied sie sich dennoch für den Freitod.

    Chernarus ist nicht mehr das, was es einmal war“, sagte sie zuvor bedeutungsschwer und fast wehmütig. „Früher wurde nicht auf Bambis geschossen....“

    Wir beide wussten, dass sich die Zeiten verändert hatten. Vielleicht war es früher tatsächlich anders gewesen, vielleicht erinnerte man sich im Rückblick auch deutlicher an die guten Begegnungen als an all jene, die schon damals an der Küste geendet hatten. Doch ich verstand, was sie meinte. Etwas war rauer geworden. Die Menschen erwarteten Gefahr früher, und wer Gefahr erwartete, begann irgendwann, sie überall zu sehen.

    Ich hatte versucht, jayphiiyo aufzuhalten, obwohl zwischen uns vieles ungeklärt war. In diesem Augenblick spielte das keine Rolle. Man muss einem Menschen nicht vollkommen vertrauen, um nicht tatenlos dabei zuzusehen, wie er sich aufgibt. Ich konnte ihre Entscheidung trotzdem nicht verhindern.

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    🌃 Die Schüsse aus Elektro

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    In der Nacht hielt Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 Wache am Camp, als sie aus Richtung Westen Schüsse und Explosionen hörte. Sie zog los und entdeckte bei unseren neuen Freunden mehrere Menschen mit orangefarbenen Armbinden. Zunächst fürchteten wir, es sei I.K.E.A., die nun doch die Leute mit den gelben Armbinden "befragen" wollten. Doch eine Nachfrage bei I.K.E.A. ergab, dass die Gruppe nicht zu ihnen gehörte. Wer auch immer es war, sie hatten wohl auch vor den roten Sarka der Jungs zu stehlen. Ein Auto, das in unserem Chernarus eine bemerkenswerte Geschichte hinter sich hat. Kein Wunder, das Sueda "rot" sah... im wahrsten Sinne des Wortes.

    WhiskeyMixer brach dann sogar mit seinem roten Gunter auf und bezog ebenfalls Stellung. Der Kampf verlagerte sich in die örtliche Schule. Es fielen einige Warnschüsse seitens Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 (sie kann hervorragend daneben schießen, wenn es drauf ankommt...) , die offenbar erwidert wurden, bevor es ihm gelang, alle drei Fremden zu erwischen. Wie genau er das geschafft hatte, konnte ich nur seinem späteren Bericht entnehmen, doch selbst Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 sprach von einem bemerkenswerten Manöver, und aus ihrem Mund ist das beinahe ein Ritterschlag.

    Sie rückte nach und sicherte die Ausrüstung, während WhiskeyMixer den Wagen startklar machte und die benachbarte Basis überprüfte. Nach allem, was sie erkennen konnten, waren die Fremden offenbar nicht in die Basis unserer Freunde hineingelangt.

    Gerade als beide damit begannen, die vermeintlich gerettete Beute einzuladen, kehrten zwei Bambis zurück. WhiskeyMixer behielt die Nerven und versuchte zunächst, mit ihnen zu sprechen, doch einer der Fremden nahm eine Waffe aus dem Fahrzeug. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 ging in Stellung, hatte allerdings nur eine AK in den Händen, die sie kurz zuvor vom Boden aufgehoben hatte, um sie wegzubringen. zum Wechseln der Waffe zu ihrer geliebten DMR blieb keine Zeit mehr.

    Der Bewaffnete stürmte ins Gebäude und versuchte, auf sie zu schießen. Sueda eröffnete das Feuer, doch der Gegner wich aus. Von draußen glaubte sie noch etwas wie „Such bitches“ zu hören, bevor eine Frauenstimme wiederholt rief: „Friendly, friendly! Don’t shoot!“


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    Die Mischung aus einer Beleidigung, dem Griff zur gestohlenen Waffe und der anschließenden Versicherung vollkommener Friedfertigkeit trug verständlicherweise wenig dazu bei, unser bereits gestresstes Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 zu beruhigen. „Jaja, friendly, don’t shoot. You tried to raid us!“, grummelte sie.

    Warum sie in diesem Augenblick von „uns“ sprach, konnte sie später selbst nicht genau erklären. Es war nicht ihre Basis. Nicht ihr Auto. Doch sie hatte die Wache übernommen und glaubte, gerade das Eigentum unserer neuen Freunde zu verteidigen. In diesem Moment genügte ihr das offenbar, um sich verantwortlich zu fühlen.

    Draußen wechselte jemand unvermittelt ins Deutsche. „Oh, ein Deutscher? Hey, what’s up?“ Kurz darauf spazierte eine Überlebende einfach in das Gebäude hinein.

    „Hands up! Hands up!“, fauchte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371.

    Sie hatte in der vergangenen Season mehr als einmal erlebt, wohin Freundlichkeit gegenüber scheinbar harmlosen Bambis führen konnte. Als die Frau ihre Aufforderung nicht befolgte, schoss Sueda. Die Überlebende starb noch an Ort und Stelle.

    Daraufhin stürmte wieder ihr Begleiter mit einer KA-101 herein und versuchte nochmals, Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 zu töten. Sie forderte auch ihn auf, die Hände zu heben, doch er schoss und verfehlte sie. Sueda erwiderte das Feuer, traf ihn zunächst nur leicht und zwang ihn zum Rückzug. Als er erneut angriff, traf sie besser, und der Mann brach zusammen.

    „Mensch, Leute, ihr solltet hier nicht raiden! Das ist nicht euers!“, fauchte sie wieder wie eine wildgewordene Katze.

    Als der Bewusstlose sich wieder zu bewegen begann, schoss sie noch einmal. Erst hinterher kam ihr der Gedanke, dass sie ihn besser gefesselt und befragt hätte. Doch da war das Adrenalin längst schneller gewesen als jede vernünftige Überlegung. Hinzu kam eine fremde AK, die sie eigentlich nur hatte wegtragen wollen und mit der sie sich nun gegen mehrere Angreifer verteidigte. Es waren keine guten Voraussetzungen für besonnene Gesprächsführung, die ohnehin nicht ihr Fall war...

    WhiskeyMixer und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 luden schließlich die Ausrüstung in den Wagen. Sie gingen davon aus, dass sie den Opfern des Raids gehörte und man besprech, wie man die Dinge zurückführen konnte. Anschließend verließen sie den Ort.

    So wurde mir diese Nacht zunächst erzählt. Aber wie so oft, gibt es zweit Seiten einer Geschichte...

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    🎣 Die andere Seite der Geschichte

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    Später ging ich in Prigorodki angeln und traf auf dem Weg ins Industriegebiet Neuzgang Olli und seine bessere Hälfte Franzi. Beide hatten bereits von unseren Camps gehört, und während unseres Gesprächs stellte sich heraus, dass ausgerechnet sie zu den Menschen gehörten, die in Elektrozavodsk erschossen worden waren.

    Und was soll ich sagen? Ihre Geschichte klang...anders.

    Sie erzählten, sie hätten in der Schule gegrillt. Dies bestätigte ein Lagerfeuer und zahlreiches Fleisch, das gefunden worden war. Dabei hätten sie etwas später eine Basis entdeckt und sich diese einfach einmal angesehen. Sie seien nur auf der Suche nach einem Auto gewesen. Dann sei auf sie geschossen worden, weshalb auch sie ihre Waffen gezogen hätten und natürlich das Feuer erwiderten. Sie hatten sogar noch versucht zu reden. Am Ende waren sie gestorben.

    Ich hörte ihnen zu und dachte an all die Dinge, die in ihrer Erzählung offenblieben: die Schüsse und Explosionen zu einer unchristlichen Uhrzeit, die orangefarbenen Armbinden, den Griff nach der Waffe im Fahrzeug und die wiederholten Angriffe auf Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371. Vielleicht ließ sich manches davon erklären. Vielleicht hatten Missverständnisse und Warnschüsse eine Situation geschaffen, die anschließend auf beiden Seiten nur noch wie ein Angriff aussehen konnte.
    Ich wusste es nicht.

    Olli und Franzi standen nun jedenfalls ruhig vor mir und wirkten nicht wie jene gesichtslosen Raider, die WhiskeyMixer und @Ersetzbares Nr. 371 in dieser Nacht vor sich gesehen hatten. Das machte ihre Geschichte nicht automatisch zur einzigen Wahrheit. Es erinnerte mich lediglich daran, dass hinter den Silhouetten, auf die nachts geschossen wird, am nächsten Tag Menschen mit Namen und einer eigenen Erinnerung an das Geschehen stehen können.

    Ich versprach, mit ihnen in Kontakt zu bleiben und ihnen ein Auto zu vermitteln, wenn ich eines finden sollte. Damit sprach ich niemanden von etwas frei und erklärte auch Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 nicht zur Schuldigen. Sie hatte in einer Situation gehandelt, in der ein Mensch nach einer Waffe griff, auf sie schoss und ihre Aufforderungen ignoriert wurden. Dass sie sich verteidigte, konnte ich nach all dem, was sie bereits erlebt hatte sogar verstehen. Auch wenn es komisch klingt...

    Ob der letzte Schuss auf den Bewusstlosen noch notwendig gewesen war, darüber würde sie vermutlich selbst länger nachdenken müssen.

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    🛠️ Ein paar weitere Bretter

    Anschließend kehrte ich zur Leitstelle zurück und baute weiter. Holz, Nägel und die nächste Wand waren an diesem Abend leichter zu verstehen als die Menschen.

    Eine Wand steht dort, wo man sie errichtet. Bei ihr weiß man, welche Seite innen und welche außen liegt. Menschen wechseln diese Perspektive manchmal innerhalb weniger Augenblicke, ohne es selbst zu bemerken.

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Dieser Tag hatte mit der Nachricht über eine vollständig geraidete Basis begonnen und führte weiter zu einem umkämpften Helikopterabsturz, einem erschossenen Mauersegler(Lehmi) an der Küste und Schüssen mitten in Chernogorsk. Ich hatte .chantal2000 und Interception (Tim) aus der Stadt geholt, während alte Erinnerungen in mir aufstiegen und ich mich gegen den Gedanken wehrte, für den Besuch einer ganzen Stadt um Erlaubnis bitten zu müssen. Später entschuldigte sich WhiskeyMixer bei .chantal2000 mit einer Friedensbirne, jayphiiyo sprach von den veränderten Zeiten und wählte trotz meines Versuchs, sie aufzuhalten, erneut den Weg an die Küste.

    In der Nacht verteidigten WhiskeyMixer und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 eine fremde Garage gegen Menschen, die sie für Angreifer hielten. Am folgenden Tag erklärten mir zwei der Getöteten, sie hätten dort nur gegrillt und sich umgesehen. Zur falschen Zeit, am falschen Ort.

    Nun sitze ich wieder in der Leitstelle und weiß noch immer nicht, wo genau die Wahrheit dieser Nacht liegt. Olli und Franzi mögen ihre Gründe gehabt haben, das Gelände zu betreten und nach den ersten Schüssen selbst zu den Waffen zu greifen. Gleichzeitig weiß ich, dass Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 trotz ihres Temperaments und losen Mundwerks nicht ohne Anlass feuert. Ein Mann hatte eine Waffe aus dem Fahrzeug genommen, auf sie gezielt und auch Aufforderungen, die Hände zu heben, beendeten die Gefahr nicht.

    Vielleicht war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr entscheidend, mit welcher Absicht jemand ursprünglich gekommen war. Nachdem die ersten Schüsse gefallen waren, sah jede Seite in der anderen nur noch den Beweis für die eigene Angst.

    Ich verstehe den Wunsch, das Eigene zu beschützen. Unsere Camps wurden angegriffen, ausgeräumt und mit Fallen versehen. Ich kenne das Geräusch von Schüssen vor einer vertrauten Mauer und weiß, wie schnell sich der Gedanke festsetzt, dass diesmal niemand entkommen darf. Trotzdem bereitet mir Sorge, wie rasch Schutz zu Besitzanspruch wird und wie leicht aus einem unbekannten Menschen ein Feind entsteht. Auch ich bin davor nicht geschützt.

    Chernogorsk gehört nicht nur I.K.E.A. und Prigorodki gehört nicht nur den Samaritern. Aber wir dürfen unsere Lager verteidigen.
    Doch ich wünsche mir, dass die Straßen, Häuser und Städte dazwischen Orte bleiben, an denen Fremde einander zunächst als Menschen begegnen können. Wer allerdings eine fremde Waffe an sich nimmt, Aufforderungen ignoriert und angreift, darf sich nicht darauf verlassen, dass ein gerufenes „Friendly“ alles Vorherige ungeschehen macht.

    Vielleicht war die Friedensbirne deshalb wichtiger, als sie zunächst wirkte. Sie erklärte nicht, wer recht gehabt hatte, und machte keinen Schuss ungeschehen. Sie sagte lediglich: Ich erkenne an, dass dir etwas geschehen ist, auch wenn ich diesen Augenblick anders erlebt habe.

    Davon könnten wir im Augenblick mehr gebrauchen.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    Auswertung LKI Reloaded: Manueller Airdrop (Zelenogorsk)

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    Event-Details:
    • Map: Chernarus+
    • Ort: Zelenogorsk
    • Gesamtkills: 6
    • Koordinaten: 1737.06, 4955.85
    • Radius: 3000m


    🏆 Top 5 Killer:
    1. R*diger Rammel - 3 Kills
    2. Siuuuuu - 1 Kills
    3. 1312_radical - 1 Kills
    4. Survivor (3) - 1 Kills


    🎯 Weiteste Kills:
    1. R*diger RammelSurvivor (3) mit Vikhr aus 7.0m
    2. R*diger RammelGraveWalker mit LAR aus 4.8m
    3. 1312_radicalError-404 mit KA-74 aus 3.8m
    4. Survivor (3)[I.K.E.A.] NiggoB mit M4-A1 aus 2.8m
    5. Siuuuuu$pa@ueBeldiCht! mit AUR A1 aus 2.6m

    Die gesamten Kill-Logs
    21:08:27Siuuuuu$pa@ueBeldiCht!AUR A12.6m
    21:14:421312_radicalError-404KA-743.8m
    21:15:06R*diger RammelGraveWalkerVikhr2.1m
    21:21:01Survivor (3)[I.K.E.A.] NiggoBM4-A12.8m
    21:21:44R*diger RammelSurvivor (3)Vikhr7.0m
    22:08:41R*diger RammelGraveWalkerLAR4.8m


    Bilder hinter dem Cut

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    Donnerstag, 20.08.2026 – Tag 007 – Was mir auch eine Niederlage nicht nimmt

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    Hallo ihr Lieben,

    manchmal trägt man einen kleinen Ärger länger mit sich herum, als es von außen vernünftig erscheint. Für andere ging es vielleicht nur um einen Reifen, der kurz von einem Auto genommen und anschließend wieder angebracht worden war. Für mich steckte darin jedoch mehr, denn ich hatte in diesem Augenblick Hilfe angeboten und musste zusehen, wie ausgerechnet diese ausgestreckte Hand zum Anlass für den nächsten Scherz wurde. Außerdem stand ich mitten auf einer offenen Straße und wäre jedem Schützen ausgeliefert gewesen, während PropaGandalf an meinem Wagen herumschraubte.

    Der Reifen war aufgrund von jayphiiyos beherztem Eingreifen schnell wieder dort, wo er hingehörte. Das Gefühl, das Gandalfs Verhalten bei mir hinterlassen hatte, blieb.

    Vielleicht hätte ein weiteres Gespräch genügt. Wir hatten allerdings schon gesprochen, in der Vergangenheit und ich hatte ihm damals deutlich gesagt, dass seine Streiche irgendwann Folgen haben würden. Wenn Worte mehrfach ausgesprochen werden und trotzdem nichts verändern, verlieren sie allmählich ihr Gewicht. Ich wollte nicht, dass das auch mit meinen geschah.

    Deshalb sollte es einen Boxkampf geben. Eine begrenzte, sportliche Auseinandersetzung, bei der wir beide wussten, worauf wir uns einließen und nach der die Sache erledigt sein konnte. Dass ich diesen Kampf verlieren würde, wusste ich zu Beginn des Tages noch nicht. Dass ich mich danach trotzdem ruhiger fühlen würde, ebenfalls nicht.

    Zunächst verlief der Tag ohnehin sehr viel friedlicher.

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    🏳️ Fahnen für ihre künftigen Besitzer

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    The_GraveDigger befand sich im wohlverdienten Urlaub, was ich ihm von Herzen gönnte (Anmerkung von Nr. 371: Haha...).
    Nach allem, was er seit dem Wipe in Berezino und Prigorodki aufgebaut, geschleppt und organisiert hatte, durfte auch er sich einmal eine Weile von Brettern, Nägeln und unserer kaum überschaubaren Baustellenplanung entfernen.

    Dafür kamen Bitwanted und LadyBitStorm nach Prigorodki und brachten mir drei Fahnen mit. Ich bedankte mich und war zuversichtlich, für jede von ihnen die richtigen Menschen zu finden. Fahnen sind schließlich nicht bloß Stoff, den man an einem Mast befestigt. Sie zeigen Zugehörigkeit, erzählen etwas über ihre Besitzer und verwandeln einen zufälligen Ort manchmal erst in einen Platz, an den jemand zurückkehren möchte.

    Solid lief ebenfalls am Camp vorbei, doch ich sah ihn nur aus einiger Entfernung und konnte ihn nicht mehr ansprechen. Zwei Neuankömmliche: Micha und Flo blieben etwas länger, wobei Flo vor allem die Wärme suchte. Dafür war unser Feuer da, und ich mochte diesen einfachen Gedanken: dass niemand eine lange Erklärung braucht, wenn er friert und sich für eine Weile zu uns setzen möchte.


    Ein fremdes Bambi sah das offenbar anders. Es rannte am Camp vorbei, als wäre der Leibhaftige hinter ihm her, trug einen roten Rucksack und ließ sich auch durch meine Rufe nicht aufhalten. Vielleicht hatte es Angst, vielleicht hatte es ein dringendes Ziel oder vielleicht war es in dieser Welt einfach klüger geworden, nicht jedem freundlichen Ruf zu vertrauen. Ich wusste es nicht und ließ es ziehen.

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    🔥 Nachrichten am nächtlichen Feuer

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    In der Nacht saß ich mit .chantal2000 und Pinky am Lagerfeuer und wir grillten, als Browney zu uns kam. Er war wieder an der Küste gelandet, und das offenbar sehr oft in der letzten Zeit. Seinem Bericht nach hatte CHAOS seine Leute überfallen, weil sie in deren Nähe gebaut hatten. Wie genau es dazu gekommen war, wusste ich nicht, doch ich hörte ihm an, dass diese Wiederholungen an ihm zehrten. Es ist schwer, an einem Ort heimisch zu werden, wenn man ständig an der Küste erwacht und erneut beginnen muss und es dann nichts mehr gibt, wohin man zurückkehren könnte.

    Auch von I.K.E.A. erreichten mich beunruhigende Nachrichten. Man wollte sich mit den Besitzern der gelben Armbinden „unterhalten“, nachdem Jannnik an ihrer Basis angeschossen und eine Blendgranate über die Mauer geworfen worden war.

    WhiskeyMixer formulierte es auf seine Weise: „Die Jungs waren heute nämlich ganz schön frech!“

    Ob die angekündigte Unterhaltung tatsächlich bei Worten bleiben würde, konnte ich nicht einschätzen. Ich hoffte es, auch wenn die Erfahrung zeigt, dass Gespräche in Chernarus schnell eine beträchtliche Reichweite und ein gefülltes Magazin entwickeln können. Was mich aber mehr besorgte war die Tatsache, dass ich solch ein Verhalten CypR3ss und Felixwert100 gar nicht zugetraut hätte.
    Sie hatten auch gar keinen Grund, aktiv nach Streit zu suchen. Sie waren vom Pech verfolgt gewesen und der Streit hatte sie ohnehin immer gefunden. Gab es möglicherweise noch andere Leute, die eine gelbe Armbinde trugen?

    Daneben hörte ich aus mehreren Richtungen, Greeny_29 sei wieder im Land. Persönlich gesprochen hatte ich ihn noch nicht, weshalb ich auch darüber nicht mehr sagen konnte. Im Augenblick kehrten viele alte Namen zurück, manchmal zunächst nur als Gerücht und erst später als Mensch, der tatsächlich vor einem stand. Bis dahin wollte ich abwarten.


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    🚙 Eine abendliche Kontrolle

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    Ich war gerade damit beschäftigt, einige Baumstämme zu fällen, als eine weinrote Olga vor dem Camp hielt. Zwei Überlebende mit grünen Armbinden stiegen aus, und kurz darauf hörte ich jayphiiyos vertraute Stimme.

    „C.I.A. Wir dachten, wir machen mal eine abendliche Kontrolle. Ob die Uniform und die Schühchen richtig sitzen...“, sprach sie in gespieltem Ton. „Bei dir scheint ja alles zu sitzen“, erwiderte ich ruhig.

    PropaGandalf war ebenfalls dabei. Trotz unserer noch offenen Angelegenheit lud ich beide zum Event am folgenden Abend ein. Sie hatten ein Auto gefunden, benötigten allerdings eine Zündkerze, bevor daraus mehr als ein stehendes Wrack werden konnte.

    Wir setzten uns in der Dunkelheit ans Lagerfeuer, während PropaGandalf sein Fleisch grillte. Die Szene war beinahe gewöhnlich: Holz knackte in den Flammen, jemand kümmerte sich um sein Essen und zwischendurch wurde darüber gesprochen, welche Farbe man künftig am Arm tragen wollte. Gerade diese gewöhnlichen Augenblicke hatte ich vermisst.

    Ich fragte, ob die grünen Armbinden nun offiziell seien. jayphiiyo erklärte, dass sie diese lediglich trugen, weil sie zuvor am Airfield gewesen waren. Eigentlich gehörte Grün nicht zu ihnen. Schwarz hätte ihnen gefallen, doch diese Farbe war bereits von I.K.E.A. besetzt, weshalb die Chicks offenbar noch überlegten, wie sie künftig auftreten wollten. Vermutlich mit einer "Chicks"-Fahne.

    Aus dem Nachbarort waren einige Schüsse zu hören gewesen, denen jayphiiyo und PropaGandalf nachgegangen waren. Der Bert und Voiid hatten dort ebenfalls einen Überlebenden gesehen und mussten schließlich feststellen, dass jemand ihre Fahne entwendete. Voiid kämpfte mit dem Fremden und brachte ihn schließlich zur Strecke. Dann meldete sich Cable98 (Tom) sich bei Jay meldete. „Ah, ihr seid doch aktiv“, schrieb er.

    Manchmal genügt in Chernarus offenbar schon eine gestohlene Fahne, um die Rückkehr einer ganzen Gruppe offiziell zu bestätigen. Aber ganz ehrlich? Das hätte man auch ohne Fahne schon gemerkt, wenn man nur einigermaßen aufmerksam durch die Lande streifte.

    Von den Überlebenden mit Pantomimemasken, die immer mal wieder in der Nähe des Camps gesehen wurden, wussten jayphiiyo und PropaGandalf Gandalf nichts. Vielleicht war Stimmuuung wieder im Land, wurde vermutet, doch sicher war sich niemand. Ich erzählte von den Bambis, die mit solchen Masken gesehen worden waren. Mehr als einzelne Beobachtungen hatten wir allerdings nicht, und eine Maske verrät wenig über das Gesicht darunter.

    PropaGandalf erkundigte sich außerdem nach einem Bambi, das in Solotar erschossen worden war. Für diesen Menschen hatte er eine Nachricht: „Arbeite an deinen Augen!“

    Ich nahm sie zur Kenntnis, ohne zu versprechen, künftig als Überbringerin von PropaGandalf s pädagogischen Empfehlungen durch Chernarus zu reisen. Dafür hatte ich nämlich noch meine eigene an ihn...

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    🎭 Eine Maske und eine Fahrt zum Airfield

    WhiskeyMixer hatte derweil Taxi gespielt und war zum nordwestlichen Airfield gefahren, nachdem jayphiiyo dort erschossen worden war. Gemeinsam hatten sie sich anschließend auf die Lauer gelegt, doch niemand kam zurück. Stattdessen gerieten sie in eine Gaszone und zogen sich eine Vergiftung zu. PropaGandalf rettete den Tag schließlich mit Blut der Gruppe 0 negativ.

    Das war eine jener Geschichten, die gut zu ihm passten. Zuerst brachte er einen Menschen beinahe dazu, ihn wegen eines abgeschraubten Reifens zu erschießen, wenig später rettete er mit seinem eigenen Blut andere vor dem Tod. Vielleicht war gerade das ein Grund, weshalb ich ihm trotz allem nicht dauerhaft böse sein konnte. Seine guten Seiten waren ebenso wirklich wie der Unsinn, den er mit erstaunlicher Zuverlässigkeit und nennen wir es mal "zielstrebigkeit" veranstaltete.

    WhiskeyMixer kam später ebenfalls ans Camp und hatte eine Pantomimemaske bei sich. Er hatte sie bereits zwei Tage zuvor einem Bambi abgenommen.

    „Das war auch ganz schön frech“, erklärte er.

    Worin genau die Frechheit bestanden hatte, blieb dabei fast ebenso unklar wie die Frage, warum überhaupt so viele dieser Masken auftauchten. Wir hatten nun eine zum Ansehen, aber noch immer keine Antwort.


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    🥊 Was noch zwischen uns stand

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    Irgendwann sprach PropaGandalf den Boxkampf an, den ich für den folgenden Abend angesetzt hatte. Danach sollte noch „Lass krachen in...“-Event stattfinden, weshalb er fragte, ob wir unseren Kampf vielleicht verschieben könnten.

    „Kein Problem“, sagte ich. „Ich kann dir auch jetzt auf's Maul geben.“

    Das betroffene Schweigen der Umsitzenden war beinahe lauter als jeder Kommentar. Offenbar hatte niemand damit gerechnet, diesen Satz ausgerechnet von mir zu hören. Ganz sicher war ich selbst nicht, ob ich damit gerechnet hatte. Aber da war er nun.

    Er war ausgesprochen, und kurz darauf standen PropaGandalf und ich einander gegenüber. WhiskeyMixer übernahm den Posten des Schiedsrichters und wurde zugleich mein persönlicher Trainer, während jayphiiyo ihrerseits PropaGandalf anleitete.

    Vor Beginn erklärte ich noch einmal, worum es ging. Sollte PropaGandalfgewinnen, durfte er mich die ganze Season damit aufziehen.

    Das änderte jedoch nichts daran, dass meine Reifen künftig an meinem Auto blieben. Sollte ich gewinnen, würde ich mir eine Wiedergutmachung aussuchen.

    PropaGandalf kämpfte zunächst sehr defensiv. Er hielt Abstand, wartete ab und zwang mich dazu, auf ihn zuzugehen. Bald traf mich sein erster Schlag und ich begann zu bluten. Von diesem Augenblick an wusste ich, dass mir nicht unbegrenzt Zeit blieb, also griff ich entschlossener an.

    Ich wollte nicht aufgeben. Ich kam durch seine Deckung, landete selbst einige Treffer und sah schließlich auch bei ihm Blut. Dabei spürte ich, wie etwas von dem angestauten Ärger aus mir wich. Es war kein Hass und auch keine Freude daran, ihm Schmerzen zuzufügen. Es war eher die Erleichterung darüber, dass ich nicht erneut lächelnd über etwas hinwegging, das mich verletzt hatte.

    WhiskeyMixer erinnerte mich immer wieder an meine Deckung. Ich hörte ihn, doch meine Kraft ließ schneller nach, als mir lieb war, und mit der Erschöpfung wurde ich unvorsichtig. PropaGandalf fand seine Gelegenheit und traf mich so hart, dass der Kampf für mich endete.

    Als ich wieder zu mir kam, lag die Küste vor mir.

    WhiskeyMixer erzählte mir später, dass auch bei PropaGandalf nicht mehr viel gefehlt hatte. Womöglich wäre er nach einem weiteren Treffer ebenfalls zusammengebrochen. Es änderte nichts am Ausgang, doch es tröstete mich ein wenig. Ich hatte verloren, aber ich hatte es ihm nicht leicht gemacht.

    jayphiiyomeldete sich über Funk und lobte meinen Einsatz. Meine Chancen seien allerdings von Anfang an gering gewesen, erklärte sie, schließlich habe PropaGandalf ja sie als Trainerin gehabt. Ich entgegnete, dass WhiskeyMixer mich betreut hatte und immerhin das "Two-To-Tango-Turnier" der letzten Season gewonnen hatte.

    „Ja“, konterte Jay. „Weil ich nicht mitgemacht habe.“

    Ich zuckte mit den Schultern. „Die Entscheidung lag bei dir.“

    „Ja“, erwiderte sie grinsend. „Ich habe halt die Season ausgesetzt. Aber nun sind wir wieder am Start.“

    Das waren sie tatsächlich. Welche Folgen ihre Rückkehr noch haben würde, wusste ich nicht. Für diesen Abend genügte mir, dass wir wieder gemeinsam an einem Feuer gesessen, miteinander gescherzt und einen alten Streit offen ausgetragen hatten.

    Auch PropaGandalf Gandalf gratulierte mir mit einem "GG". Er gestand, vor dem Kampf großen Respekt gehabt zu haben, weil er fest davon überzeugt gewesen war, ich würde ihn in Grund und Boden stampfen. Ich musste über diese Vorstellung lächeln. Ausgerechnet ich. Offenbar wirkte ich auf andere gelegentlich gefährlicher, als ich mich selbst empfand.

    Sein Sieg gab ihm nun das Recht, mich damit aufzuziehen. Das störte mich nicht. Wichtiger war mir, dass er meine Grenze verstanden hatte und nun wusste, dass ich bereit war, für sie einzustehen, selbst wenn ich damit scheiterte. Meine Reifen blieben von nun an hoffentlich an meinem Auto.

    Sollte er sie noch einmal anfassen, würde ich ihn allerdings direkt erschießen. Das ersparte uns beiden einen weiteren Boxtermin und war als Versprechen gemeint, was WhiskeyMixer den beiden dann auch lachend ausrichtete.

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    🚶 Der Weg nach Hause

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    Ein Taxi zurück nach Prigorodki lehnte ich ab. Ich wollte meinen Heimweg selbst antreten, vielleicht aus Stolz, vielleicht weil ich nach diesem Kampf eine Weile allein sein musste. Also schlug ich mich durch Chernogorsk und suchte unterwegs das Krankenhaus auf, wo ich einige Hilfsgüter für das Camp einsammelte.

    Erst kurz vor Prigorodki nahm WhiskeyMixer mich in seinem Ada mit und setzte mich freundlicherweise am Camp ab.

    Es tat gut, wieder etwas Vertrautes zu tun. Medikamente und Verbände einzupacken war einfacher, als darüber nachzudenken, ob ich richtig gehandelt hatte. Ich konnte weiterhin nicht sagen, ob ein Faustkampf wirklich die beste Lösung gewesen war. Ich wusste nur, dass PropaGandalf und ich nun beide verstanden hatten, was zuvor zwischen uns gestanden hatte.

    Während ich nach Prigorodki zurückkehrte, fuhren die Chicks weiter nach Solnichniy zu Der Bert. Ihm hatte ich noch eine weiße Fahne versprochen, doch im Augenblick brauchte er dringendere Hilfe. Er litt an einer Lebensmittelvergiftung und benötigte Medikamente, die jayphiiyo und PropaGandalf ihm vorbeibrachten.

    So wurde aus dem Mann, der mich kurz zuvor an die Küste geschickt hatte, wieder jemand, der einem Kranken half. Daran musste ich auf meinem Rückweg öfter denken. Menschen lassen sich nicht auf ihre schlechteste oder beste Tat reduzieren. Man kann sich über jemanden ärgern, ihm misstrauen und dennoch wissen, dass auch etwas Gutes in ihm liegt.

    Vielleicht gilt das ebenso für mich.

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Dieser Tag hatte mit Besuchern, geschenkten Fahnen und einem Platz am warmen Feuer begonnen. Später waren Berichte über Überfälle, Schüsse und fremde Armbinden hinzugekommen, während sich die Chicks in Action mit einer weinroten Olga und noch ungeklärter Farbe an den Armen zurückmeldeten. Am Ende hatte ich gegen PropaGandalf gekämpft, verloren und mich anschließend zu Fuß von der Küste zurück nach Prigorodki geschlagen. Währenddessen hatten ausgerechnet jayphiiyo und PropaGandalf Gandalf Medikamente zu Der Bert gebracht.

    Nun sitze ich wieder im Camp und merke jeden Treffer, sobald ich mich bewege. Aber ich glaube, meinem Kontrahenten geht es ebenso.
    Der Kampf ist vorbei, und trotzdem beschäftigt mich weniger die Frage, wer am Ende noch stand. Ich frage mich vielmehr, weshalb ich diesen Kampf brauchte und warum es mir so wichtig war, nicht noch einmal nur zu lächeln und weiterzumachen.

    Ich möchte meine Hilfsbereitschaft nicht verlieren. Sie gehört zu mir, auch wenn andere sie gelegentlich mit Schwäche verwechseln oder ausprobieren, wie weit sie gehen können. Gleichzeitig darf sie nicht bedeuten, dass ich alles hinnehme. Eine ausgestreckte Hand bleibt meine Entscheidung, und niemand erhält dadurch das Recht, an ihr zu ziehen, bis ich das Gleichgewicht verliere.

    Vielleicht hätte ich PropaGandalf in einem weiteren Gespräch erreichen können. Vielleicht hätte er wieder gelacht, ich hätte mitgelacht und der Ärger wäre geblieben. Ich weiß es nicht. Heute haben wir eine andere Sprache gewählt, und obwohl sie aus Fäusten bestand, war sie klarer als vieles, was zuvor zwischen uns gesagt worden war. Keiner von uns musste den anderen hassen, um diesen Kampf ernst zu nehmen.

    Ich habe verloren, doch meine Grenze ist dadurch nicht kleiner geworden. Gandalf weiß nun, wo sie liegt, und ich weiß, dass ich sie verteidigen kann, auch wenn ich dabei falle.
    Das fühlt sich nicht wie ein Sieg an, über den man jubeln müsste. Es fühlt sich eher wie etwas an, das endlich zur Ruhe kommt.

    Für heute reicht mir das völlig.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    🎞️ Video-Clip:

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    Mittwoch, 19.08.2026 – Tag 006 – Was sich nicht einfach auffüllen lässt

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    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Dinge, die lassen sich wieder auffüllen. Ein leerer Vorrat braucht Zeit, einige helfende Hände und jemanden, der bereit ist, mehr mitzubringen, als er selbst verbraucht.
    Nägel finden ihren Weg zurück in die Kisten, Fleisch kann neu gejagt werden, und selbst ein vollständig geplünderter Unterstand sieht irgendwann wieder so aus, als könnte damit tatsächlich jemand versorgt werden.

    Mit Vertrauen ist es schwieriger. Auch dort kann etwas verschwinden, manchmal langsam und beinahe unbemerkt, manchmal durch einen einzigen Vorfall. Man kann neues Vertrauen aufbauen, doch es liegt nicht am nächsten Morgen ordentlich gestapelt im Regal, nur weil man sich Mühe gegeben hat.

    An diesem Mittwoch waren unsere Vorräte erneut leer, während andere Menschen Nägel, Fahrzeuge, Westen und ihre Zeit mit uns teilten. Gleichzeitig erreichten mich Nachrichten, die meine Zweifel an alten Bekannten weiter nährten. Vielleicht war deshalb ausgerechnet ein Begrüßungsteddy mit zwei Tomaten das ehrlichste Geschenk des Tages: nicht besonders hilfreich gegen Blutverlust, aber immerhin alles, was wir in diesem Moment noch geben konnten.


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    🚗 Die Jagd nach der schwarzen Olga

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    Felixwert100 berichtete von einer schwarzen Olga, die am Morgen immer wieder an der Küste auf und ab gefahren war. Kurz darauf hörte ich selbst von der Leitstelle aus ein Motorengeräusch, setzte mich in den Gunter und fuhr los. Auch Felix nahm mit seinem Sarka die Verfolgung auf.

    Auf Höhe des Zugevents bei Skalisty Island holte Felix die Olga ein und sprach den Fahrer an, während ich an beiden Wagen vorbeizog. Was zunächst wie eine verdächtige Küstenpatrouille ausgesehen hatte, entpuppte sich schließlich als niemand geringeren als den Rheingauer! .

    Er beklagte, dass Prigorodki beinahe leer sei. Medizinisches Versorgungsmaterial fehlte, das Fleisch war verschwunden und von den Vorräten, die eigentlich für Neuankömmlinge und Verletzte gedacht waren, war kaum noch etwas übrig. Ich konnte ihm nur zustimmen. Noch in der Nacht hatte ich die Bestände aufgefüllt, doch wenige Stunden später sah es wieder aus, als hätte jemand unsere Zelte bis auf die letzte brauchbare Kleinigkeit durchsucht.

    Vielleicht waren es viele Bambis, von denen jeder nur ein wenig mitnahm.

    Vielleicht kam immer dieselbe Person zurück und bediente sich regelmäßig. Ich erinnerte mich jedenfalls an frühere Zeiten, in denen ich irgendwann überzeugt gewesen war, jemand müsse mit unseren Vorräten heimlich ein vollständiges Krankenhaus an einem unbekannten Ort errichten.

    Sollte dieses Krankenhaus tatsächlich existieren, verfügte es inzwischen vermutlich über eine ausgezeichnete medizinische Abteilung und eine recht gut bestückte Kantine...


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    🛞 Reifen für niemanden

    Der Rheingauer! erzählte außerdem von einem Überlebenden, der am ersten Tag nach dem Wipe sämtliche Reifen von mehreren Fahrzeugen abmontiert und zum Despawnen auf den Boden gelegt hatte. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass andere (vor allem aber die großen Fraktionen) die Wagen einfach reparierten und mitnahmen. Das erklärte, warum ich einen roten Sarka sowie eine schwarze Olga ohne Reifen vorgefunden hatte.

    Wer dafür verantwortlich gewesen war, wollte der Rheingauer! nicht verraten. Ich respektierte das, auch wenn mir zwei Personen einfielen, zu denen eine solche Aktion durchaus passen würde.

    Welcher von beiden es gewesen war, wusste ich nicht. Die eigentliche Nachricht lag für mich ohnehin woanders: Wer auch immer es gewesen war von den beiden, er war zurück.


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    🤠 Ein Sanitäter mit Cowboyhut

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    Einen Sanitäter in meinem Erscheinungsbild hatte der Rheingauer! nicht gesehen. Dafür meldete sich Der Bert und fragte, ob er das Lager in Solnichniy übernehmen und dort Sanitäterkleidung tragen dürfe. Das Ganze sollte nicht unter der Flagge der "Chicks in Action" stattfinden, sondern war gewissermaßen Vater Berts Herzensprojekt.

    Ich freute mich über die Frage, obwohl er meine Erlaubnis für seine Kleidung natürlich nicht brauchte. Jeder darf tragen, was er möchte. Ich bat ihn lediglich darum, mein Erscheinungsbild nicht vollständig zu kopieren und auf die blaue Armbinde zu verzichten, denn diese ist bei uns an den Eid der Samariter gebunden.

    Der Bert verstand das und übernahm das Lager. Schon bald entstanden dort mehrere Unterstände, und Rio lobte seinen Eifer. Der Bert trug eine rote Sanitäteruniform, ohne sich dadurch als etwas auszugeben, das er nicht war. Genau darin lag für mich der entscheidende Unterschied.

    Ich versprach ihm außerdem, nach einem Cowboyhut Ausschau zu halten, den er vor zwei Seasons so gerne getragen hatte. Ein Sanitäter in Rot mit Cowboyhut dürfte selbst in unserem Chernarus ausreichend eindeutig sein.


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    🎁 Pressewesten und ein LKW für alle

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    I.K.E.A. spendete uns zwei Pressewesten, über die ich mich sehr freute. Gerade in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen zwischen Gefechten, Gerüchten und wechselnden Fronten bewegten, konnte eine deutlich erkennbare Presseweste vielleicht wenigstens für einen kurzen Moment erklären, weshalb jemand wie beispielsweise Rita Kimmekorn neugierig in der Nähe von Schüssen herumstand.

    WhiskeyMixer beziehungsweise I.K.E.A. überließ uns außerdem einen LKW. Wir nahmen ihn als Community-Fahrzeug in die Leitstelle auf, damit er nicht nur einer einzelnen Gruppe diente, sondern möglichst vielen beim Aufbau helfen konnte.

    Die Zeiten wurden härter, und gerade deshalb bedeutete mir dieses Geschenk viel. Ein LKW ersetzt kein Vertrauen, doch er kann Bretter, Fässer, Zelte und manchmal sogar die Menschen transportieren, die es wieder aufbauen.

    Cypress und Felixwert100 liehen sich das neue Community-Fahrzeug wenig später aus, um an ihrer Basis zu bauen. Sie brachten es heil zurück, womit die wichtigste Regel für gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge bereits erfüllt war.


    Auch janinesta (Selina) und Pinky waren unterwegs und kehrten mit Nägeln zurück.
    Dank ihrer Ausbeute entstanden zwei weitere Wände in der Leitstelle. Zwischen all den verschwundenen Vorräten wuchs unser Camp also trotzdem weiter.


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    🤫 Der schweigende Fremde

    janinesta (Selina) begegnete am Camp einem stummen Fremden, der nicht mit ihr reden wollte. Nach den vergangenen Tagen war ein unbekannter schweigender Besucher nicht gerade geeignet, sofort ein Gefühl völliger Entspannung auszulösen.

    Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass von ihm keinerlei Bedrohung ausging.

    Es war Rio.

    Weshalb er schwieg, wusste ich nicht. Vielleicht wollte er lediglich prüfen, wie lange es dauerte, bis man ihn erkannte. Vielleicht hatte er einfach keine Lust zu reden. Nach Gandalf, Assault und meinem eigenen Testkäufer konnte man inzwischen jedenfalls niemandem mehr verdenken, bei ungewöhnlichem Verhalten zunächst etwas genauer hinzusehen.

    janinesta (Selina) brach anschließend in Richtung Airfield auf.


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    🐺 Cobaltblau gibt nicht auf

    Auch Cobaltblau;P meldete sich zurück und berichtete von einer bemerkenswert gründlichen Folge persönlicher Katastrophen. Zunächst war er Wölfen zum Opfer gefallen, anschließend verblutet und schließlich auch noch an der Gaskrankheit gestorben.

    Andere Menschen hätten nach einer solchen Bilanz vielleicht beschlossen, sich für eine Weile an einen sicheren Brunnen zu setzen und ihre Lebensentscheidungen zu überdenken. Cobaltblau;P träumte weiterhin vom Eigenheim.

    Man muss Prioritäten haben.

    Später traf er gemeinsam mit Felixwert100 und Tim – diesmal tatsächlich Interception – am Camp auf einen Überlebenden namens Solid, beziehungsweise SolidSecondhand. Die drei begrüßten ihn, während ich in einem eher unpassenden Zustand hinzukam.

    Ich blutete und hatte keine Bandage mehr bei mir. Im Camp fand sich ebenfalls keine einzige. Unsere medizinische Versorgung war erneut so gründlich geleert worden, dass die Samariterin sich an ihrem eigenen Camp notdürftig mit einem Stofffetzen verbinden musste.

    Zum Glück entzündete sich die Wunde nicht.

    Für Solid hatte ich trotzdem ein Begrüßungsgeschenk: einen Teddy und zwei Tomaten. Eine Bandage wäre in diesem Augenblick zweifellos sinnvoller gewesen, aber man kann nur verschenken, was nicht bereits aus den Zelten verschwunden ist.

    Solid nahm es hin, und Cobaltblau;P zog anschließend mit ihm los, um ihm die Grundlagen des Überlebens zu zeigen. Damit gab der Mann, der kurz zuvor noch Wölfen, Blutverlust und Gas zum Opfer gefallen war, bereits wieder sein Wissen an einen Neuen weiter.


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    🎯 Was vor zwei Tagen geschah

    Inzwischen bestätigte sich, dass CHAOS vor zwei Tagen I.K.E.A. angegriffen hatte. Allerdings waren offenbar noch weitere Personen als Zaungäste oder Beteiligte vor Ort gewesen. Von zwei Scharfschützen war die Rede, die Armbinden mit einem Zielfernrohrsymbol trugen und ihre Stellung durch eine Sprengfalle abgesichert hatten, deren Granate sie am Ende selbst zur Strecke brachte.

    Wer diese beiden waren und in welchem Verhältnis sie zu den übrigen Angreifern standen, wusste ich nicht. Die Information machte den damaligen Überfall nicht übersichtlicher, erklärte aber zumindest, weshalb sich die Ereignisse nicht sauber nur einer einzigen Gruppe zuordnen ließen.

    Es wurde immer schwieriger, zwischen festen Bündnissen, kurzfristigen Gelegenheiten und Menschen zu unterscheiden, die einfach dort auftauchten, wo bereits geschossen wurde.


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    🌙 Drei kommunikative Schüsse

    In der Nacht meldete Blitzo mehrere Baitschüsse. Die ungefähre Position ließ sich im Bereich der "Rostigen Axt" verorten.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 rückte aus und gab drei, wie sie es nannte, „kommunikative Vanillaschüsse“ ab, um Kontakt aufzunehmen. Diese besondere Form der Gesprächseröffnung führte zunächst zu keiner sichtbaren Antwort. Erst etwas später fielen erneut Baitschüsse aus westlicher Richtung.

    Sueda sicherte die Umgebung, fand jedoch niemanden, den sie zu einem vertiefenden Austausch über die Bedeutung einzelner Gewehrschüsse hätte einladen können. Dafür entdeckte sie an der Klinik ein vierstelliges Zahlenschloss, das jemand wohl liegengelassen hatte.

    Dieses tauschte sie später bei I.K.E.A. gegen eine Packung Nägel und einige Trockenfrüchte ein. Damit hatte die nächtliche Suche am Ende immerhin Baumaterial und Verpflegung eingebracht, auch wenn das ursprüngliche Gespräch weitgehend aus Schüssen bestanden hatte.

    Für Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 war das vermutlich ein vergleichsweise diplomatischer Abend.


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    🧩 Hinweise, die noch keine Antworten sind

    Im Laufe des Abends erreichten mich weitere Berichte über einen anderen Angriff auf einen LKW und einige der geraubten Dinge, die danach wieder in den Händen anderer bekannter Personen aufgetaucht sein sollen. Es gibt Überschneidungen, die Fragen aufwerfen, vielleicht sogar Verbindungen, die man sich genauer ansehen sollte. Mehr möchte ich darüber im Augenblick nicht schreiben, denn Hinweise sind noch keine Gewissheiten und ein öffentlich ausgesprochener Verdacht lässt sich nur schwer wieder einfangen. ABer ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich die Sache nicht beschäftigt.

    Ich nehme ernst, was mir anvertraut wurde, und ebenso ernst nehme ich die Möglichkeit, dass wir noch nicht das ganze Bild kennen.
    Deshalb werde ich genauer hinsehen, ohne vorschnell Namen in dieses Logbuch zu setzen. Misstrauen mag manchmal notwendig sein, doch es sollte nicht lauter werden als die Tatsachen.


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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Dieser Tag begann mit der Verfolgung einer schwarzen Olga und endete mit Gesprächen, aus denen mehr Fragen hervorgingen, als mir lieb waren. Dazwischen wurden Vorräte vermisst, Fahrzeuge verliehen und heil zurückgebracht, ein neues Lager aufgebaut, Nägel gegen ein Zahlenschloss getauscht und ein verwundeter Mensch mit einem Stofffetzen verbunden, weil ausgerechnet in unserem Sanitätercamp keine einzige Bandage mehr lag. Immerhin konnte ich Solid einen Teddy und zwei Tomaten überreichen. Medizinisch fragwürdig zwar, aber es kam von Herzen. (Anmerkung von Nr. 371: Haha..)

    Was von diesem Tag bleibt, lässt sich nicht in Kisten lagern. Vertrauen kann man nicht nachts auffüllen wie Fleisch, Medikamente oder saubere Verbände. Es entsteht dort, wo Der Bert Bert Verantwortung für ein Camp übernimmt, wo Cobaltblau;P nach all seinen Rückschlägen einem Neuen die ersten Schritte zeigt und wo ein Community-LKW tatsächlich zurückgebracht wird, statt auf rätselhafte Weise samt Reifen und Inhalt aus Chernarus zu verschwinden.

    Gleichzeitig liegen Dinge vor mir, die ich nicht einfach übersehen kann. Ich kenne noch nicht alle Zusammenhänge, und genau deshalb möchte ich weder jemanden verurteilen noch mich mit einer bequemen Erklärung beruhigen. Ich bleibe aufmerksam. Ich höre zu. Und ich versuche, zwischen dem zu unterscheiden, was ich weiß, was andere vermuten und was meine eigenen Erfahrungen mir zuflüstern.

    Vielleicht ist das gerade die schwierigste Form des Vertrauens: nicht blind zu glauben, aber auch nicht jeden Menschen schon im Voraus schuldig zu sprechen.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    Dienstag, 18.08.2026 – Tag 005 – Kleider machen Leute

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    Hallo ihr Lieben,

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    manchmal erkennen wir einen Menschen schon, bevor wir sein Gesicht sehen. Eine farbige Armbinde, eine bestimmte Waffe auf dem Rücken oder eine vertraute Jacke genügen, und in unserem Kopf entsteht augenblicklich eine ganze Geschichte. Wir glauben zu wissen, wer dort vor uns steht, zu wem diese Person gehört und, ganz wichtig, ob wir ihr vertrauen können.

    In Chernarus sind solche Zeichen notwendig, weil für lange Erklärungen nicht immer Zeit bleibt. Eine Armbinde kann verhindern, dass Freunde aufeinander schießen, eine Sanitäterjacke kann einem Verletzten zeigen, dass Hilfe naht, und eine Farbe genügt manchmal, um mitten in einem Gefecht über Leben und Tod zu entscheiden. Doch Stoff besitzt kein Gedächtnis und keine Moral. Jeder kann eine Armbinde herstellen, einen Helm aufsetzen oder eine fremde Silhouette nachbilden, während die Folgen am Ende bei dem Menschen landen, dessen Geschichte bereits mit diesem Bild verbunden ist.

    Dieser Tag war voller Farben und Verwechslungen. Gelb kämpfte gegen Grün, ein blauer Ada verschwand, ein blauer Sanitäter wurde erschossen, zwei verschiedene Tims begegneten einander, und über allem hing weiterhin die Frage, wer in einer Kleidung durch das Land zog, die der meinen beinahe bis ins Einzelne glich.

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    🎭 Gelb gegen Grün in Polesovo

    Felixwert100 und Cypress legten ihre grünen Armbinden ab und gelbe Armbinden an. Trotzdem gerieten sie nahe Polesovo mit bewaffneten Überlebenden aneinander, die grüne Armbinden und Pantomimemasken trugen. Zunächst war von zwei Gegnern die Rede, doch am Ende lagen offenbar drei von ihnen am Boden. Auch Felix und Cypress überlebten den Kampf nicht, konnten ihr Fahrzeug jedoch sichern.

    Nachdem ihre Basis bereits geraidet worden war, erwies sich Polesovo damit erneut nicht unbedingt als der friedlichste Ort für einen Neuanfang.

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    🚙 Ein früher Überfall auf I.K.E.A.

    Auch I.K.E.A. hatte keinen ruhigen Morgen. Ihre Basis wurde überfallen, und Ikarus_98 (Pascal) war mitten drin, als er die Garage öffnete. Die Angreifer stahlen einen blauen Ada, in dem sich eine große Menge Ausrüstung befand.

    Mehr als einen Verdacht auf einen Täter gab es nicht. Sicher war nur, dass der Ada verschwunden und I.K.E.A. um eine weitere Erfahrung reicher war, bei der das Öffnen einer Garagentür deutlich aufwendiger endete als vorgesehen.



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    🛠️ Ein grüner Ada und zwei verschiedene Tims

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    Während an anderen Orten geschossen und geraidet wurde, machten Black Lion, Pinky, s-tlk und Jammet gemeinsam einen grünen Ada nahe Pusta fahrbereit. Solche Arbeiten wirkten beinahe beruhigend, weil ein kaputtes Auto wenigstens ein ehrliches Problem darstellt; es verlangt Teile, Wasser, Werkzeug und gelegentlich eine gewisse Geduld, versucht aber in der Regel nicht, sich als jemand anderes auszugeben.

    Ich fuhr unterdessen nach Svetlojarsk, um einen Neuzugang namens ranchosanchoabzuholen, und brachte ihn nach Prigorodki. Am Camp zeigte ich ihm die wichtigsten Grundlagen, damit er sich künftig selbstständiger durch das Land bewegen konnte. Wenig später kam ein weiterer Neuzugang hinzu: Tim. Noch einer. Richtig gelesen.

    Zur Sicherheit sei erwähnt, dass es sich dabei um einen neuen Tim handelte und nicht um Interception, den bisherigen Tim. Chernarus hatte nun also zwei davon, denn offenbar waren die vorhandenen Namen inzwischen ebenso knapp geworden wie Nägel und Zahlenschlösser...

    Der Bert schaute ebenfalls am Camp vorbei und brachte uns ein Zahlenschloss sowie Draht, bevor er sich auf den Weg in den Norden machte. Rio erschien später mit einigen Fahnen, für die sich allerdings niemand so recht begeistern konnte. Damit besaßen wir vorübergehend eine kleine Auswahl textiler Ladenhüter, die sicherlich irgendwo ganz ausgezeichnet ausgesehen hätten, nur offenbar bei keinem der Anwesenden. Aber ich würde schon die richtige Gruppe dafür finden.

    Im Industriegebiet begegnete ich Stefan, einem weiteren Neuzugang. Auch Tobi erschien am Camp, wobei es sich ausdrücklich nicht um den + CRK + Tobi vom Chernarussischen Roten Kreuz von DeerIsle handelte. Zwischen dem neuen Tim, dem alten Tim und dem anderen Tobi begann unser Lager langsam eine zusätzliche Namensverwaltung zu benötigen.


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    🏕️ Ein volles Camp und eine schweigende UltrA

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    Schließlich kam ninja2.00926 (UltrA) als Bambi nach Prigorodki. Ausgerechnet an diesem Tag hätte ich gern mit ihr über die Gerüchte und Sichtungen gesprochen, doch zunächst konnte sie nicht reden. Ich konnte sie deshalb kaum zu etwas befragen, das ohnehin schon schwierig genug einzuordnen war.

    Nach und nach kehrten auch Pinky, Black Lion und Jammet zurück. Für Jammet waren es offenbar ein paar Menschen zu viel auf einmal, denn er erschrak über die unerwartete Ansammlung und zog sich wieder zurück. Vielleicht hatte er gehofft, ein Samaritercamp bestehe hauptsächlich aus Gebäuden, Vorräten und höchstens zwei sorgfältig verteilten Bambis... nun heute Abend leider nicht.

    Ich zeigte dem neuen Tim noch einige Grundlagen, bevor er schließlich mit dem alten Tim loszog. Damit war zumindest gewährleistet, dass einer von beiden wusste, wer der andere war und auch das Vorstellen lief ungewohnt schnell. "Hi, wir sind die Tims!" oder "Hi ich bin der Tim und das ist auch der Tim."


    Auch Cypress und Felixwert100 kamen noch einmal vorbei. Sie nahmen zwei Zahlenschlösser in Empfang und überließen uns dafür eine weiße Fahne und ein Wagenzelt. Nachdem der frühere Tausch noch am fehlenden Schloss gescheitert war, konnten wir das Geschäft dieses Mal tatsächlich abschließen.

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    🚕 Drei Fahrgäste und Browney vor der Motorhaube

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    Später fuhr ich an der Küste entlang und sammelte Mauersegler (Lehmi) ein, der mich erneut bis zum Camp begleitete. In Kamyshovo holte ich Sense ab, und gemeinsam fuhren wir einige Zugevents an, bevor es weiter in Richtung Berezino ging. Unterwegs stieß auch cookfrags zu uns, sodass mein Gunter sich allmählich wieder in jenes öffentliche Verkehrsmittel verwandelte, als das andere Menschen meine Fahrzeuge offenbar grundsätzlich betrachteten.

    In Berezino ließ ich Mauersegler (Lehmi), Sense und cookfrags aussteigen und wollte gerade weiterfahren, als Browney vor meinen Wagen sprang. Sein Verhältnis zum eigenen Überleben schien in diesem Augenblick eher theoretischer Natur zu sein, denn er wirkte, als wolle er sich überfahren lassen...

    Auch WhiskeyMixer stand dort. Ihn überfuhr ich nicht, sondern nahm ihn mit. Man tut schließlich etwas für seine Freunde, und in Chernarus kann ein Freundschaftsdienst bereits darin bestehen, zwischen einem Menschen und einer fragwürdigen Begegnung mit der eigenen Motorhaube zu unterscheiden.

    Von WhiskeyMixer erfuhr ich, dass sich gerade in Chernogorsk ein Raid abspielte. Vermutlich standen sich dort CHAOS und I.K.E.A. gegenüber, doch offenbar waren noch weitere Personen beteiligt. Wer zu welcher Seite gehörte und wer lediglich die Gelegenheit nutzte, ließ sich aus der Entfernung nicht sicher sagen.

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    🔫 Wenn jedes Bambi zum Feind wird

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    I.K.E.A. wurde zu dieser Zeit immer wieder von Bambis angegriffen. Als Reaktion darauf schossen ihre Leute in der Stadt nun offenbar auf jeden Bambi, dem sie begegneten.

    Diese Entwicklung erinnerte mich unangenehm an das, was vor etwas mehr als einem Jahr im Umfeld der Chicks in Action in Chernogrosk geschehen war. Wenn Angreifer wiederholt dieselbe unauffällige Erscheinung benutzen, wird irgendwann nicht mehr auf das Verhalten eines Einzelnen reagiert, sondern auf eine ganze Gruppe. Aus dem vorsichtigen Blick auf eine Person wird ein Misstrauen gegen jeden, der dieselbe Kleidung trägt oder ähnlich harmlos aussieht, bis schließlich jeder verdächtig ist und man sicherheitshalber gleich schießt.

    Unter den Erschossenen soll sich auch eine Sanitäterin in Blau befunden haben.

    Wieder jemand, der sich als einer von uns auszugeben versuchte oder wirklich eine Kollegin?


    Vielleicht. Vielleicht aber auch nur ein Mensch, der medizinische Kleidung trug und zur falschen Zeit durch die falsche Stadt lief. Ich wusste es nicht. Nach den Sichtungen der vergangenen Tage reichte die Nachricht dennoch aus, um das ungute Gefühl zurückzubringen.

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    🩺 Ein klärendes Gespräch mit UltrA

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    Später meldete sich ninja2.00926 (UltrA) schließlich bei mir schriftlich und entschuldigte sich aufrichtig für die Dinge, die in der vergangenen Season schief gelaufen waren. Sie sprach auch den Raid auf I.K.E.A. an.
    Ein wichtiger Punkt aber fehlte mir: Die Sache mit der Doppelgängerin. Nach den Zeugenaussagen hatte eine Person Kleidung und Ausrüstung getragen, die meinem Erscheinungsbild ungewöhnlich nahekam, und ninja2.00926 UltrA wurde mit dieser Gestalt in Verbindung gebracht.

    Sie bestritt kategorisch, in meiner Uniform geraidet zu haben, und erklärte, dass sie niemals so etwas tun würde. Ihrer Darstellung nach hatte sie lediglich eine rote Jacke, einen Rucksack und einen blauen Helm getragen.

    Ich wollte ihr glauben, doch ihre Erklärung ließ für mich einige Lücken offen. Die Ähnlichkeit hatte sich nach den Berichten nicht auf eine rote Jacke und einen blauen Helm beschränkt. Auch Plattenweste, R12 und kleine Details sollen nahezu genau meinem Erscheinungsbild entsprochen haben. Jede einzelne Übereinstimmung konnte Zufall sein, doch zusammen ergaben sie ein Bild, das sich nur schwer mit einer beiläufig ähnlichen Kleiderwahl erklären ließ.

    Das bedeutete noch immer nicht, dass ninja2.00926 (UltrA) unter meinem Namen geraidet oder bewusst versucht hatte, mir etwas anzuhängen. Vielleicht war sie tatsächlich nur in eine Situation geraten, die anschließend von anderen falsch eingeordnet wurde. Vielleicht hatte jemand anderes die Kleidung getragen. Ebenso war denkbar, dass sie mein Erscheinungsbild als Scherz nachgebaut hatte, ohne darüber nachzudenken, was währenddessen geschehen könnte.

    Ich wusste es nicht.

    Deshalb warf ich ihr keine Tat vor, die ich nicht beweisen konnte. Ich sagte ihr jedoch, dass ich mir wünschte, sie und die anderen würden uns einfach in Frieden lassen. Ich wollte nicht ständig in Auseinandersetzungen gezogen werden, die ich weder begonnen noch gesucht hatte. Ich hatte ihr nichts getan, und dennoch musste ich nun darüber nachdenken, ob andere Menschen vielleicht glaubten, mich bei einem Raid oder mitten in einem Gefecht gesehen zu haben. Und am Ende hatte ich unnötig viel damit zu tun, diese Missverständnisse aufzuklären, denn Vertrauen war nach wie vor unsere wichtigste Währung am Camp.

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    🌱 Cala-J und die freundlichere Erklärung

    Cala-j versuchte später, mich wieder etwas zu erden. Er glaubte, die Verkleidung sei wahrscheinlich nur ein Scherz gewesen, ohne böse Absicht und ähnlich unbedacht wie Assaults Inszenierung vor unserem Camp (die er im Übrigen auch sehr witzig fand... bis auf die Schüsse natürlich und die Tatsache, dass sie im Camp mit Waffen in der Hand herumgelaufen waren...)
    Sie habe einen LKW an Jannnik und I.K.E.A. geben wollen und fand es lustig, dies in meiner Uniform ausgerechnet am Airfield zu tun. Dafür hatte sie einiges an Anstrengung unternommen, denn dem LKW fehlten wohl Reifen.

    Bestimmt hatte er damit recht.

    Es war durchaus möglich, dass hinter allem keine große Absicht steckte, sondern lediglich eine Idee, die im eigenen Kopf lustig gewirkt hatte und draußen in Chernarus plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekam. Menschen denken oft an das, was sie tun wollen, und deutlich seltener an all die Dinge, die andere anschließend darin erkennen könnten.

    Trotzdem hatte ich gehofft, dass wenigstens eine der anderen Chicks ihr gesagt hätte, wie unklug es war, in beinahe vollständiger Herz-Ausrüstung durch Konfliktgebiete zu ziehen. Selbst wenn ninja2.00926 (UltrA) niemanden angreifen wollte, konnte sie erschossen, in einen Raid verwickelt oder mit einer Tat in Verbindung gebracht werden, die später mir zugeschrieben wurde. Sollte sie selbst auf jemanden schießen, würde möglicherweise nicht ihr Name fallen, sondern meiner.

    Vielleicht verlangte ich zu viel. Vielleicht sahen die Chicks darin wirklich nur einen Scherz und gingen davon aus, dass schon nichts passieren würde. Allerdings besaßen sie seit jeher ein besonderes Talent dafür, irgendwo ein Tor zu entdecken und erst hinterher zu überlegen, ob die Gelegenheit tatsächlich ergriffen werden musste.

    Chicks waren eben Chicks.

    Das machte sie manchmal liebenswert. Und gelegentlich ausgesprochen anstrengend...

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Dieser Tag hatte mit gelben und grünen Armbinden, zwei Toten in Polesovo und einem Überfall auf I.K.E.A. begonnen. Später war unser Camp voller neuer und vertrauter Gesichter gewesen, ein grüner Ada war wieder gefahren, ranchosancho und der neue Tim hatten ihre ersten Grundlagen gelernt, und aus einer Küstenfahrt war einmal mehr ein kleiner Sammeltransport nach Berezino geworden. Gleichzeitig hatte sich die Sache mit dem "falschen Herz" verdichtet, während in Chernogorsk bereits Bambis aufgrund der Taten anderer Bambis erschossen wurden.

    Jetzt bleibt mir vor allem die Frage, wie viel Verantwortung ein Mensch für das Bild trägt, das er bewusst nach außen zeigt. Niemand besitzt eine Farbe, eine Jacke oder einen Helm, und ich kann niemandem verbieten, eine R12 zu tragen oder sich ein Funkgerät an die Weste zu hängen. Dennoch wissen wir alle, dass bestimmte Kombinationen irgendwann zu einem Erkennungszeichen werden und andere Menschen darauf reagieren.

    Cala-Js freundlichere Deutung hilft mir, wenigstens eine andere Möglichkeit im Blick zu behalten. Vielleicht ist die ganze Sache tatsächlich als harmloser Scherz gedacht. Doch auch ein Scherz besitzt Folgen, sobald andere Menschen ihre Waffen danach ausrichten. Wer wie eine bekannte Samariterin aussieht, trägt für diesen Moment einen Teil des Vertrauens, aber auch einen Teil der Konflikte mit sich, die an diesem Bild hängen.

    Gerade deshalb macht mir die Entwicklung bei I.K.E.A. Sorgen. Wenn Angriffe durch Bambis dazu führen, dass jedes Bambi vorsorglich erschossen wird, verlieren am Ende die Falschen ihr Leben. Dass unter ihnen möglicherweise ein Sanitäter in Blau gewesen ist, zeigt, wie wenig eine Uniform noch schützt, sobald Angst alle Menschen darunter gleich aussehen lässt.

    Ich möchte weiterhin anhalten, wenn jemand an der Küste Hilfe braucht. Ich möchte neue Menschen nach Prigorodki bringen, ihnen die Grundlagen zeigen und ihnen eine Chance geben, bevor ihre Armbinde oder ihre Kleidung bereits das Urteil für sie spricht. Gleichzeitig merke ich, dass jeder dieser Schritte mehr Vorsicht verlangt als früher.

    Vielleicht erkennt man einen Menschen tatsächlich zuerst an seiner Kleidung. Kennenlernen kann man ihn jedoch erst an dem, was er tut, wenn niemand ihm die passende Rolle vorschreibt.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛


    🎞️ Video-Stream vom 18.08.2026:

    ⚒️DayZ mit Herz - Rettet RANCHO! (Herzzeitl #034) #gdz #dayz
    Hallo ihr Lieben,Der Wipe ist durch – Chernarus steht wieder auf Anfang. Und wir holen Neuzugang Rancho von der Küste ab...In diesem Sinne:Passt auf euch auf...
    youtube.com

    Montag, 17.08.2026 – Tag 004 – Zwischen Verdacht und Gewissheit

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    Hallo ihr Lieben,

    Angst ist nicht grundsätzlich eine schlechte Ratgeberin. Sie lässt uns aufhorchen, wenn irgendwo Rauch aufsteigt, sie hält uns hinter einer Deckung, während draußen Schüsse fallen, und manchmal bemerkt sie eine Kleinigkeit, über die ein sorgloser Mensch einfach hinwegsehen würde. In Chernarus kann genau diese Vorsicht darüber entscheiden, ob man am Abend noch am Feuer sitzt oder am nächsten Morgen wieder an der Küste erwacht.

    Schwierig wird es dort, wo Angst die Lücken zwischen dem, was wir wissen, und dem, was wir lediglich vermuten, eigenmächtig ausfüllt. Plötzlich besitzt jedes fremde Auto eine Bedeutung, jede Armbinde erzählt eine Geschichte und aus einem Verdacht wird im eigenen Kopf eine Gewissheit, obwohl draußen noch immer dieselben offenen Fragen warten.

    Dieser Tag verlangte uns einiges ab. Es gab eine Gestalt, die mir ähnelte, einen Mann mit Granaten in einem Kochhaus, einen Wolfsmenschen, einen sorgfältig geprüften Testkäufer und vier Granaten, die aus reiner Panik über eine Mauer flogen. Dazwischen versuchten wir, herauszufinden, wann Vorsicht uns schützt und wann sie selbst beginnt, gefährlich zu werden.

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    🎭 Das falsche Herz

    Felixwert100 und Cypress waren hoch oben im Norden geraidet worden und versuchten noch, ihren roten Sarka in Sicherheit zu bringen. Im Zusammenhang mit dem Überfall fiel die Beschreibung einer in Rot gekleideten Person. Für sich genommen hätte das vieles bedeuten können, doch nach janinestas (Selinas) Nachricht vom Vortag ließ sich diese Beobachtung nicht mehr so leicht beiseiteschieben.

    Jannnik bestätigte mir gegenüber, dass er und sein Begleiter bereits am Airfield jemanden gesehen hatten, der rote Sanitäterkleidung trug und mir offenbar auffallend ähnlich sah. Damit gab es nun zwei voneinander getrennte Sichtungen einer Person, die zumindest auf den ersten Blick für mich gehalten werden konnte.

    Als Felixwert100 wenig später von erschossen wurde und Cypress daraufhin seinerseits den Killer tötete, wurde der Tag nicht gerade übersichtlicher. Ob diese Schüsse unmittelbar mit dem Raid, der rot gekleideten Person oder einem anderen Konflikt zusammenhingen, wusste ich nicht. Ich wollte die einzelnen Ereignisse deshalb nicht miteinander verbinden, solange mir dafür mehr fehlte als ein ungutes Gefühl.

    Trotzdem beschäftigte mich das "falsche Herz". Meine Kleidung ist kein geheimer Besitz, und jeder Mensch darf in Rot durch Chernarus laufen. Eine Sanitäteruniform allein macht noch keine Doppelgängerin, ganz zu schweigen einen Samariter. Sollte jedoch jemand bewusst mein Erscheinungsbild benutzen, während in der Umgebung geraidet, geschossen oder anderweitig Unruhe gestiftet wird, könnte daraus ein Schaden entstehen, den man später nicht einfach mit einem Kleiderwechsel rückgängig macht.

    Ich verfasste deshalb eine möglichst neutrale Stellungnahme, schilderte nur, was berichtet worden war, und ließ alles offen, was wir nicht belegen konnten. In meinen eigenen Gedanken tauchte dennoch ninja2.00926 (UltrA) auf, von der ich wusste, dass sie gerne Sanitäterkleidung trug. Vielleicht tat ich ihr damit Unrecht; ich wusste es nicht. Sollte sie aber tatsächlich hinter der Verkleidung stecken, verstand ich nicht, wozu das alles dienen sollte. Gerade sie und die Chicks in Action wussten doch, wie viel mir meine Aufgabe, die Samariter und das Vertrauen der Menschen bedeuteten. Der Gedanke, dass ausgerechnet aus diesem Kreis jemand mit meinem Erscheinungsbild spielen und damit gefährden könnte, wofür ich seit so langer Zeit stand, machte mich wütend und traurig zugleich.

    Doch auch ein schmerzhafter Verdacht bleibt ein Verdacht. Ich wollte ninja2.00926 (UltrA) nicht allein deshalb zur Täterin erklären, weil ihre Beteiligung für mich besonders verletzend wäre.

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    🧭 Arndt und der WITTWENMACHER

    Als ich Arndt von meinem Verdacht erzählte, dass CHAOS möglicherweise etwas mit dem WITTWENMACHER-Immitat von gestern am Camp zu tun haben könnte, wurde er neugierig. Er erklärte mir, alle regulären Mitglieder von CHAOS wüssten, dass die Samariter blaue Armbinden trugen. Lediglich bei den Anwärtern und Mitgliedern auf Probe könne er dafür nicht garantieren.

    Das beantwortete allerdings nicht die Frage, weshalb das betreffende Fahrzeug anschließend in Richtung ihrer Basis gefahren war. Auch Arndt hatte darauf keine eindeutige Antwort. Stattdessen fragte er sich, woher ich den Standort der CHAOS-Basis kannte. Er vermutete I.K.E.A. könne ihn mir weitergegeben haben. Dass Menschen gelegentlich selbst durch das Land ziehen und dabei Dinge entdecken, schien in dieser Überlegung eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.

    Soweit ich wusste, hatten I.K.E.A. und wir jedenfalls keine Basen verraten, es sei denn sie waren schon bekannt. Wir kannten unsere Konflikte, tauschten Informationen aus, wenn es notwendig war, aber wir lieferten uns nicht gegenseitig die Standorte fremder Lager frei Haus. Mehr konnte ich dazu nicht sagen. Die Fahrtrichtung blieb auffällig, bewies für sich allein jedoch nichts.

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    🏕️ Rückkehrer, Besucher und ein fehlendes Schloss

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    Zwischen all den Gerüchten und Verdächtigungen gab es auch erfreulichere Nachrichten: .chantal2000 war wieder im Land (und sie sah dabei GUT aus!). Dass sie ausgerechnet an diesem Tag zurückkehrte, sollte sich wenig später als hilfreich erweisen.

    LiquidNexxus von RAC war ebenfalls zurück und kam zum Camp. Dort tauschte ich bei ihm meine Plattenweste gegen seine Presseweste ein.

    Auch Der Bert schaute am Camp vorbei, und mit Vezir begegnete uns ein Überlebender wieder, den man den "Wolfsmenschen" nannte. Weshalb er diesen Namen trug, war eine andere Geschichte, die an diesem Tag zunächst nicht erzählt wurde. Cypress und Felixwert100 wollten außerdem eine Fahne gegen ein Zahlenschloss tauschen. Grundsätzlich konnten wir die Fahne gut gebrauchen, nur fehlte uns zu diesem Zeitpunkt noch das passende Tauschstück, sodass auch dieses Geschäft vorerst offenblieb.

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    💨 Wieder Rauch am Kochhaus

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    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 entdeckte bei der Heimkehr von ihrer Lootrunde durchs Industriegebiet erneut Rauch an einem Camp. Nach dem, was sie mit der Sprengfalle am Stolperdraht erlebt hatte, rechnete sie offenbar sofort mit einem weiteren Angriff. Dieses Mal, so musste es sich für sie angefühlt haben, würde sie nicht wieder abwarten, bis jemand anderes den ersten Schritt machte.

    Mit der DMR, die Rio ihr zuvor gegeben hatte, zielte sie durch ein Fenster des Kochhauses. Sie besaß weder ein Zielfernrohr noch ein Magazin, doch die Waffe war geladen, und der eine Schuss genügte. Sie traf den Mann im Gebäude und stürmte anschließend hinein.

    Eine Sprengfalle fand sie dort nicht. Der Tote trug jedoch Munition bei sich und hatte eine abgesägte BK-12. Überall verteilt lagen medizinische Güter, von denen wir glauben sie stammten aus unseren Zelten. Außerdem entdeckte Sueda sechs Blutbeutel mit Blut der Gruppe 0 positiv sowie geräuchertes Wolfsfleisch, das ans Camp gelegt worden war. Wollte uns jemand falsche Blutgruppen und schlechtes Fleisch, das krank machte ans Camp bringen, um uns zu schaden? Für Sueda war jedenfalls klar, dass sie denjenigen erwischt hatte, der auch für jene Falle verantwortlich gewesen war, die sie zuvor das Leben gekostet hatte. Und wenn nicht dann zumindest jemanden, der dem Camp schaden wollte. Mission erfüllt.

    Ich konnte diese Gewissheit nicht teilen. Ein Mann mit Rauch-Granaten und einer abgesägten Schrotflinte ist gewiss kein beruhigender Anblick, doch er ist damit noch nicht automatisch der Täter eines früheren Anschlags. Vielleicht hatte Sueda recht. Vielleicht hatte sie in diesem Augenblick tatsächlich verhindert, dass erneut jemand zu Schaden kam. Es war aber ebenso möglich, dass ein Gespräch noch etwas anderes ergeben hätte.

    Weil ich Sueda kannte, glaubte ich nicht, dass sie leichtfertig einen Menschen erschossen hatte. Ich wusste, was die frühere Falle mit ihr gemacht hatte und weshalb der Rauch für sie nicht einfach nur Rauch gewesen war. Gerade deshalb wollte ich weder ihr Urteil ungeprüft übernehmen noch sie vorschnell verurteilen.

    .chantal2000 erklärte sich bereit, als neutrale Beobachterin auf die Sache zu schauen. Sie sollte Zugang zu den vorhandenen Aufzeichnungen erhalten und anschließend einen eigenen Untersuchungsbericht veröffentlichen. Das erschien mir gerechter, als wenn jeder von uns nur jene Einzelheiten herausgriff, die ohnehin zur eigenen Meinung passten.

    Eine Frage blieb trotzdem: Darf die Angst vor einer Gefahr selbst eine neue Gefahr auslösen?

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    🥽 Der schweigende Testkäufer

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    Später kamen Pinky, janinesta (Selina) und s-tlk zum Camp. Auch Vezir war bei ihnen, und wenig später erschien ein schweigendes Bambi mit einem Schweißerhelm. Es antwortete nicht auf Fragen, trug jedoch eine Waffe bei sich, in der sich noch ein einzelner Schuss befand.

    janinesta (Selina) und Pinky sicherten das Bambi, durchsuchten es und nahmen die Waffe an sich. Niemand schrie, niemand verlor die Geduld, und vor allem griff niemand voreilig zum äußersten Mittel. Die Situation wurde nach unseren bekannten Abläufen behandelt, ruhig und aufmerksam, bis feststand, dass vom Besucher keine unmittelbare Gefahr ausging. Anschließend durfte das Bambi weiterziehen.

    Erst danach löste ich auf, dass unter dem Schweißerhelm die ganze Zeit ich gesteckt hatte. Ich war gewissermaßen als "Testkäuferin" in unser eigenes Camp gekommen, um zu prüfen, ob die alten Routinen noch funktionierten. In einer Zeit, in der gerade ziemlich vieles im Argen lag, wollte ich wenigstens wissen, ob wir bei einer unbekannten Person noch immer besonnen handelten.

    Pinky und janinesta (Selina) hatten den Test bestanden. Meine Waffe war weg, mein schweigsames Bambi unbehelligt am Leben, und genau so sollte es sein.


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    🛰️ Konvois und verlorenes Glück

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 zog später noch einmal los und suchte nach den zurückgelassenen Konvois. Tatsächlich fand sie ein Nachtsichtgerät und sogar ein passendes Kopfband, verlor Letzteres jedoch wieder durch einen dummen Fehler. Chernarus schenkt einem manchmal genau das, wonach man sucht, und nimmt anschließend aus reiner Gewohnheit die Hälfte davon zurück.

    Ein Magazin für ihre DMR fand sie ebenfalls nicht. Damit blieb ihr immerhin die bemerkenswerte Fähigkeit, auch ohne Zielfernrohr und Magazin sehr unangenehme Argumente durch Kochhausfenster zu schicken.


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    💣 Vier gute Gründe für eine schlechte Nachbarschaft

    Ein Besucher in der Nachbarschaft von CHAOS hatte bei seiner Suche wesentlich mehr Glück, konnte es anschließend jedoch nicht lassen, die Basis zu beobachten. Irgendetwas an der Situation versetzte ihn in Panik, und diese Panik führte zu einer Entscheidung, die sich nur schwer unter dem Begriff „unauffällige Erkundung“ einordnen ließ: Er warf vier Granaten über die Mauer.

    Vier Granaten sind selbst für Chernarus eine beachtliche Menge für eine spontane Panikreaktion. Was der schweigende Besucher in diesem Augenblick genau gesehen, vermutet oder befürchtet hatte, wusste ich nicht. Sicher war nur, dass Granaten selten dabei helfen, eine ohnehin angespannte Nachbarschaft zu beruhigen.

    Später kam Davus am Camp vorbei und grüßte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, die gerade an der Leitstelle baute. Für einen Moment bestand die Welt wieder aus Brettern, Werkzeug und einem gewöhnlichen Gruß, obwohl wenige Stunden zuvor noch vier Sprengkörper über die Mauer seiner Leute geflogen waren. Chernarus...wo der alltägliche Wahnsinn unmittelbar neben den gewöhnlichen Alltag gestellt wird.


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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Heute hatte mit einem Raid und den Berichten über eine Frau begonnen, die mir ähnlich sah. Er hatte mich zu einem schwierigen Gespräch mit Arndt geführt, während Ersetzbares Crewmitglied an einem anderen Ort aus Angst vor einer weiteren Falle einen bewaffneten Mann erschossen hatte. .chantal2000 hatte sich bereit erklärt, die Aufzeichnungen neutral zu prüfen, unsere Abläufe am Camp hatten einen unangekündigten Test bestanden, und ein schweigsamer Besucher hatte am Ende des Tages eindrucksvoll bewiesen, dass Panik und vier Handgranaten keine besonders glückliche Verbindung eingingen.

    Jetzt bleibt mir vor allem die Erkenntnis, dass Vorsicht allein noch keine Besonnenheit bedeutet. Vorsicht lässt mich genauer hinsehen, während Besonnenheit mir erlaubt, auch nach dem zweiten Blick noch zu sagen, dass ich mich irren kann. Genau dieser kleine Abstand zwischen Verdacht und Gewissheit schützt nicht nur diejenigen, denen wir begegnen, sondern auch uns selbst vor Entscheidungen, die sich später nicht mehr zurücknehmen lassen.

    Ich weiß weiterhin nicht, wer in meiner Kleidung am Airfield unterwegs ist. Ich weiß nicht, ob ninja2.00926 (UltrA) etwas damit zu tun hat, ob der WITTWENMACHER eine Verbindung zu CHAOS besitzt oder weshalb das Fahrzeug in Richtung ihrer Basis fährt. Diese Ungewissheit ist unangenehm, besonders weil mein Name und meine Kleidung für etwas stehen, das mir wichtig ist. Dennoch entsteht aus meinem Unbehagen kein Beweis.

    Dasselbe gilt für Suedas Entscheidung. Ich kenne ihre Angst, die Erinnerung an die Sprengfalle und ihren Wunsch, dieses Mal schneller zu sein als derjenige, der ihr schaden will. Ich nehme all das ernst und vertraue trotzdem darauf, dass .chantal2000 genau hinsieht. Freundschaft zeigt sich für mich auch darin, einen Menschen nicht vorschnell zu verurteilen und zugleich bereit zu sein, sein Handeln ehrlich prüfen zu lassen.

    Der Test am Camp gibt mir Hoffnung, denn Pinky und janinesta (Selina) zeigen, dass Aufmerksamkeit und Zurückhaltung nebeneinander bestehen können. Sie sichern eine unbekannte Person, nehmen ihr die geladene Waffe ab und lassen die Lage dennoch nicht eskalieren. Darin erkenne ich die Samariter wieder, die wir sein wollen: hilfsbereit, ohne sorglos zu werden, und vorsichtig, ohne jeden Fremden schon im Voraus zum Feind zu erklären.

    Vielleicht trägt irgendwo tatsächlich jemand meine Kleidung. Was diese Person daraus macht, liegt nicht in meiner Hand. Was ich selbst in dieser Kleidung tue, entscheide weiterhin ich, und am Ende erkennen Menschen ein Herz hoffentlich weniger an einem roten Oberteil oder einem blauen Helm als an den Spuren, die es in ihrem Leben hinterlässt.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    Sonntag, 16.08.2026 – Tag 003: Wieder unterwegs

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    Hallo ihr Lieben,

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    wir sprechen oft davon, anderen zu helfen, als wären die Rollen dabei eindeutig verteilt. Auf der einen Seite steht jemand, der stark genug ist, etwas zu geben, auf der anderen jemand, der es gerade nicht allein schafft. Doch so einfach ist es selten, und in Chernarus schon gar nicht.

    Manchmal steigt man in ein Fahrzeug, weil irgendwo ein Freund auf Hilfe wartet, und wenig später ist man selbst diejenige, die am Straßenrand festsitzt. Manchmal lehnt ein Fremder jede Unterstützung höflich ab, weil er seinen eigenen Weg gehen möchte, und begegnet einem wenige Stunden später wieder, erschöpft, blutarm und von Infizierten bedrängt. Selbst jene, die heute Nägel, Nahrung oder einen sicheren Platz bringen, können morgen diejenigen sein, für die wir losfahren.

    Vielleicht liegt darin etwas Beruhigendes, auch wenn wir es nicht immer gern zugeben: Keiner von uns muss für alle Zeiten der Starke sein. Hilfe verliert ihren Wert nicht, nur weil sie ihre Richtung wechselt, und wer sie annimmt, steht deshalb nicht tiefer als derjenige, der sie anbietet. Wir halten uns nicht aufrecht, indem einer immer alles trägt, sondern indem wir bemerken, wann jemand anderes die Last gerade nicht mehr allein tragen kann.


    Dieser Tag erinnerte mich gleich mehrfach daran. Er begann mit einer Rettungsfahrt, führte über verlassene Waffen, einen hartnäckigen Mauersegler (Lehmi) und eine Samaritergemeinschaft, die langsam wieder zusammenfand, und endete mit einer jener bitteren Verwechslungen, bei denen Angst schneller handelt, als Menschen miteinander reden können.



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    🚑 Wer rettet hier wen?

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    Der Tag begann mit einer Nachricht von WhiskeyMixer, wie mir janinesta (Selina) später berichtete. Er hatte einen Unfall und benötigte Hilfe, woraufhin janinesta (Selina) sich sofort auf den Weg zu I.K.E.A. machte. Für die Rettungsmission stellte man ihr einen Humvee zur Verfügung, mit dem sie zu ihm fahren sollte.

    Bis Kamenka kam sie damit immerhin.

    Dort verunglückte janinesta (Selina) jedoch selbst, während zugleich die Nacht hereinbrach. Weil eine Weiterfahrt im Dunkeln kaum sinnvoll gewesen wäre, beschloss sie, bis zum Morgen zu warten. Aus einer Rettungsmission waren damit vorübergehend zwei gestrandete Fahrzeuge und mindestens eine weitere hilfsbedürftige Person geworden.

    Schließlich kam NiggoB zu ihr. Die beiden tauschten ihre Fahrzeuge, und janinesta (Selina) konnte ihre Fahrt zu WhiskeyMixer fortsetzen. Nachdem sie ihn erreicht hatte, kehrten sie gemeinsam nach Prigorodki zurück.

    Dort wartete bereits die nächste Überraschung auf janinesta (Selina): In einem der Unterstände lag eine DMR, doch von einem Besitzer war weit und breit nichts zu sehen. Niemand meldete sich, niemand suchte danach, und so nahm sie die Waffe zunächst an sich. Ob jemand sie bewusst dort abgelegt oder lediglich vergessen hatte, wussten wir nicht.

    Es war ein eigenartiges Geschenk, sofern es überhaupt eines gewesen war. In Chernarus konnte eine offen herumliegende Waffe ebenso gut eine freundliche Gabe, ein Versehen oder der Anfang einer unangenehmen Geschichte sein. Vorerst blieb die DMR jedoch bei janinesta (Selina).

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    🛢️ Die Samariter auf Tour

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    Wenig später zogen Pinky, s-tlk und janinesta (Selina) gemeinsam los. Am späten Nachmittag bekam janinesta (Selina) von I.K.E.A. ein Fass, das sie zum Camp brachte. Danach setzten Pinky und sie ihre Touren fort und sammelten unterwegs Black Lion ein.

    janinesta (Selina) hatte außerdem Fleisch von ihrer Reise mitgebracht, das sie später in Prigorodki zubereitete. Zwischen all den Fahrzeugen, Waffen und Baumaterialien war der Geruch von frisch gekochtem Essen eine angenehme Erinnerung daran, dass ein Camp nicht nur aus Wänden bestand. Irgendjemand musste schließlich auch dafür sorgen, dass die Menschen zwischen zwei Fahrten etwas Warmes bekamen.

    Jammet war zeitweise mit ihnen unterwegs, ebenso s-tlk, und so fanden immer mehr Samariter wieder zusammen. Selina, Pinky und Black Lion zogen gemeinsam durch das Land, während andere an den Camps arbeiteten oder auf eigenen Wegen Hilfe leisteten.

    Die Samariter waren wieder am Start.

    Dieser Satz klang größer, als es sich im Alltag vermutlich anfühlte, denn niemand war feierlich angetreten und hatte unsere Rückkehr verkündet. Wir waren einfach wieder da, einer nach dem anderen, mit Fahrzeugen, Fässern, Fleisch und den üblichen Umwegen.

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    🏕️ Ankünfte in Prigorodki

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    Später erschien Interception (Tim) am Camp. Kurz darauf brachte I.K.E.A. Browney nach Prigorodki, den sie unterwegs aufgegabelt hatten, und fuhr anschließend weiter. Unser Camp wurde damit erneut zu jener Zwischenstation, die ich mir gewünscht hatte: ein Ort, an dem man jemanden absetzen, versorgen oder für eine Weile (mehr oder weniger...) in Sicherheit wissen konnte.

    Aus Berezino erreichte mich unterdessen die Nachricht, dass The_GraveDigger seine Arbeiten am Tower zunächst unterbrechen musste. Ihm fehlten die Nägel, und ohne sie ließ sich selbst mit noch so viel Geduld kein weiterer Abschnitt errichten.

    Umso mehr überraschte es mich, als er später selbst Nägel nach Prigorodki bringen ließ. Ob er inzwischen neue gefunden hatte oder etwas von seinem eigenen knappen Vorrat abgab, wusste ich nicht. Ich wusste nur, dass seine Baustelle in Berezino ruhte, während unsere mit seiner Hilfe weiterwachsen konnte.

    Auch Davus kam zum Camp. Ich hatte eine Chedaki-Fahne mitgebracht, die er gegen eine Refuge-Fahne tauschte. Währenddessen handelte auch Blitzo in Prigorodki. Für einen Moment standen damit Menschen verschiedener Gruppen bzw. Fraktionen friedlich an demselben Ort, tauschten Gegenstände und gingen anschließend wieder ihrer Wege.

    Vielleicht war genau das eine der Aufgaben unseres Camps. Es musste niemanden dazu bringen, seine Zugehörigkeit oder alte Konflikte zu vergessen. Manchmal genügte es bereits, einen Ort zu bieten, an dem ein Tausch einfach ein Tausch bleiben konnte.

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    🐺 Ersetzbares Crewmitglied und die Wölfe...

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    Auch Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 war wieder im Land. Natürlich begann ihre Reise ausgerechnet im Höllenloch, als hätte Svetlojarsk inzwischen einen eigenen Anspruch auf unsere Neuankömmlinge erhoben.

    Dort traf sie auf ein stummes Bambi. Es erinnerte sie offenbar an den, den wir "den Streicher" nannten, oder zumindest an eine seiner möglichen Inkarnationen, doch sicher konnte sie sich nicht sein. Der Fremde sprach nicht, und bevor sich klären ließ, wer er war oder was er wollte, rannte er vor ihr davon und nahm sich später mit einem Schuss aus seinem Revolver selbst das Leben.

    Für Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 blieb damit eine Begegnung zurück, die mehr Fragen aufwarf, als sie beantwortete. Dennoch zog Sueda weiter. Ihr Ziel war das kleine Militärlager zwischen Chernaya Polana und Krasnostav.

    Kurz bevor sie es erreichte, brach ein Wolfsrudel aus der Umgebung hervor. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 verteidigte sich mit einer Sichel, weil ihr nichts Besseres zur Verfügung stand. Gegen ein ganzes Rudel reichte sie jedoch nicht aus, und sie starb noch vor dem Militärkomplex, den sie beinahe erreicht hatte.

    Als sie erneut erwachte, befand sie sich in Solnichniy. Dort begann sie noch einmal, begenete unterwegs "Peppo", der sie fragte ob sie reden könne. "Klar kann ich. Das Problem ist eher, mich zum schweigen zu bringen...", grinste sie. Peppo hatte wohl umittelbar zuvor einen anderen Überlebenden gesehen, der nicht reden wollte und war entsprechend erleichtert. Aber er machte sich dann auch bald auf den Weg in Richtung Süden. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 errichtete einen Unterstand und begegnete dort einem Überlebenden namens Mauersegler (Lehmi). Er wollte sich allein durchschlagen und lehnte weitere Begleitung ab, bedankte sich jedoch für die angebotene Hilfe.

    Noch etwas missmutig vom erlittenen Wolfsangriff ließ Ersetzbares Crewmitglied ihn ziehen. Wer seinen eigenen Weg gehen wollte, durfte das tun, auch wenn Chernarus gelegentlich sehr schnell prüfte, wie ernst dieser Wunsch gemeint war.

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    🚩 Ein bekanntes Bambi bei Kamyshovo

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    Später war ich selbst mit der Chedaki-Fahne auf dem Weg nach Prigorodki. Bei Kamyshovo entdeckte ich ein Bambi und bot ihm an, ein Stück mitzufahren. Als es einstieg und sich vorstellte, erkannte ich den Namen aus Suedas Bericht wieder.

    Es war Mauersegler (Lehmi).

    Er hatte sich tatsächlich allein auf den Weg gemacht und war inzwischen bis Kamyshovo gekommen. Für die Fahrt nach Prigorodki bedankte er sich, und ich brachte ihn zum Camp. Dass er Hilfe annahm, obwohl er sich grundsätzlich allein durchschlagen wollte, empfand ich nicht als Widerspruch. Selbstständigkeit bedeutete schließlich nicht, jede ausgestreckte Hand ablehnen zu müssen.

    Nachdem er sich erholt hatte, zog Mauersegler(Lehmi) erneut los.

    Unsere Wege trennten sich jedoch nicht lange. Später fand ich ihn in einem deutlich schlechteren Zustand wieder: Er litt unter starkem Blutverlust und wurde zugleich von Infizierten bedrängt. Diesmal ging es nicht mehr nur um eine bequeme Fahrt, sondern darum, ihn überhaupt am Leben zu halten.

    Ich half ihm gegen die Infizierten und kümmerte mich um seine Verletzungen, bis er wieder in der Lage war, weiterzugehen. Danach kehrte Mauersegler (Lehmi) mit mir zum Camp zurück.

    Innerhalb eines einzigen Tages war er Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 begegnet, von mir bei Kamyshovo mitgenommen worden und schließlich erneut auf Hilfe angewiesen gewesen. Vielleicht würde er Chernarus weiterhin allein erkunden, und vielleicht war genau das der Weg, den er für sich brauchte. Zumindest wusste er nun, wo er uns finden konnte.

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    🟢 Zwei Berichte über denselben Tod

    Gegen Ende des Tages meldete sich Cable98(Tom) bei mir. Er berichtete, dass er in der Nähe von Tishina einen voll ausgerüsteten Überlebenden mit grüner Armbinde erschossen hatte. Der Mann hatte auf ihn bedrohlich gewirkt, und Cable98 hatte aus Angst geschossen.

    Nicht lange danach erreichte mich eine Nachricht von baerle. Er erzählte, er sei gerade dabei gewesen, einen Lastwagen aufzutanken, als ihn jemand erschossen habe. Er bezeichnete die Situation als "bodenlos" und erwähnte, dass er eine grüne Armbinde getragen hatte.

    Es dauerte nicht lange, bis ich verstand, dass beide von derselben Begegnung sprachen.

    Für Cable98(Tom) war baerle ein schwer bewaffneter Fremder gewesen, vor dem er Angst hatte. Für baerle war Cable98(Tom) derjenige, der ihn beim Tanken ohne ausreichenden Grund erschossen hatte. Ich war nicht dabei und konnte nicht beurteilen, was in den entscheidenden Sekunden geschehen war. Vielleicht hatte Cable98 eine Bewegung falsch verstanden, vielleicht hatte baerle nicht bemerkt, wie bedrohlich er auf einen anderen wirkte, oder vielleicht fehlte mir ein Teil der Geschichte.

    Beide Berichte klangen aus der jeweiligen Perspektive nachvollziehbar. Gerade das machte die Sache so schwierig.

    Cable98 (Tom) wollte anschließend nach Prigorodki kommen, verlief sich jedoch auf dem Weg und geriet bei Kabanino in ein Gefecht, das I.K.E.A. dort gerade gegen CHAOS führte. Einer von ihnen erschoss ihn. Innerhalb kurzer Zeit war Cable98 (Tom) damit erst derjenige gewesen, der aus Angst schoss, und wenig später selbst derjenige, der an einem fremden Gefecht starb.

    Chernarus lässt dir manchmal nicht die Zeit , das alles zu verarbeiten...Manche nennen das "Serverkarma".


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    🛞 PropaGandalf und die pädagogisch wertvolle Zwischenlösung

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    Spät am Abend traf ich in Solnichniy auf zwei Überlebende mit grünen Armbinden. Nachdem ich mit Mauersegler (Lehmi) so gute Erfahrungen gemacht hatte, hielt ich mit dem Gunter an und fragte, ob ich sie ein Stück mitnehmen könne. Die beiden gaben sich als jayphiiyo und PropaGandalf zu erkennen. jayphiiyo wollte zunächst nicht einsteigen, nahm mein Angebot schließlich aber doch an, sie beide nach Berezino zu bringen.

    Während die beiden zum Wagen kamen, hielt PropaGandalf es für eine hervorragende Idee, mitten auf der Straße einen Reifen von meinem Auto abzumontieren. Bei jedem anderen hätte ich mich vielleicht noch gefragt, was das sollte. Bei PropaGandalf wusste ich es: Es war vermutlich einfach wieder einer jener Einfälle, die für ihn in dem Moment sehr lustig waren und deren mögliche Folgen erst irgendwann später zur Betrachtung anstanden, die mich aber mit Sicherheit unmittelbar betreffen würden.

    Leider hatte er genau solchen Unsinn schon einmal veranstaltet und damit beinahe eine wichtige Mission gefährdet. Noch vor Beginn dieser Season hatte ich ihm deshalb ausrichten lassen, dass es irgendwann Ärger geben würde, falls er sich nicht benehmen konnte. Nun stand ich nachts mit einem fahruntüchtigen Gunter auf offener Straße und wäre möglichen Schüssen ziemlich hilflos ausgeliefert gewesen. Meine Begeisterung hielt sich entsprechend in Grenzen.

    jayphiiyo lachte, schlug ihn dann aber und forderte ihn ebenfalls auf, den Reifen wieder anzubringen. Aber er lief einfach nur wackelnd hin und her. Schließlich hob jayphiiyo den Reifen auf und montierte ihn wieder an. Ich sagte PropaGandalf, er solle nicht die Hand beißen, die ihn fütterte, woraufhin er erwiderte: „Du fütterst mich doch gar nicht.“ Diese bemerkenswerte Auslegung eines Hilfsangebots ließ mich kurz darüber nachdenken, wie gut ihm ein Armbrustbolzen stehen würde. Das Vorhaben scheiterte allerdings bereits daran, dass ich überhaupt keine Armbrust besaß, und vermutlich war das für alle Beteiligten besser so.

    Damit blieben mir im Grunde zwei Möglichkeiten: Ich konnte ihn laufen lassen oder dafür sorgen, dass die angekündigten Konsequenzen endlich eine angemessene Form bekamen. Ich entschied mich für die pädagogisch wertvolle Zwischenlösung und bestellte zur Überraschung aller Anwesenden PropaGandalf für den kommenden Freitag um neunzehn Uhr nach Prigorodki zum Boxkampf. Dort, erklärte ich ihm, würde ich ihm „auf's Maul“ geben. Eine Sprache, die er mit Sicherheit verstand.

    Die Angelegenheit wird damit sportlich und ohne Waffen geklärt. Sollte PropaGandalf verlieren, erhält er die angekündigte Abreibung. Sollte er wider Erwarten gewinnen, ist die Sache mit diesem Reifen für mich erledigt, und ich werde die daraus folgende öffentliche Demütigung mit der mir eigenen Würde ertragen müssen. Das gilt allerdings ausdrücklich nur für diesen einen Reifen und ist keinesfalls als Freifahrtschein für zukünftige Fahrzeugdemontagen zu verstehen.

    Nachdem PropaGandalf den Reifen dann wieder angebracht hatte, setzte ich die Fahrt fort und brachte ihn und jayphiiyo wie versprochen zum Camp nach Berezino. Man muss schließlich auch dann zu seinem Wort stehen, wenn man einen seiner Fahrgäste kurz zuvor noch zu einer Prügelei eingeladen hat.


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    🔫 Ein vermeintlicher Notfall in Prigorodki

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    Der Tag hatte kaum begonnen, als gegen drei Uhr nachts mehrere Schüsse unmittelbar vor unserem Camp in Prigorodki fielen. Ich war unterdessen in der Leitstelle am Bauen, Sarafiya_Nici und WhiskeyMixer sowie Ikarus_98 (Pascal) befanden sich mit mir im Funkkanal. Die Schüsse klangen für mich zunächst nach jenen Schüssen, bei denen man besser nicht neugierig durch das Tor spaziert, um nachzusehen, wer dort gerade was zerlegt. Vor dem Camp stand ein gelber Sarka mit roten Türen, der dem Wagen von Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 aus der vergangenen Season auffallend ähnlich sah, daneben bewegten sich zwei bewaffnete Fremde, und im Fahrzeug lag eine Leiche... mit blauer Armbinde. Dies kontne ich vom Rohbau aus gut beobachten, auf dem ich instinktiv Stellung bezogen hatte.

    Die beiden Angreifer spazierten mit gezogenen Waffen durchs Camp, nachdem WhiskeyMixer die Schüsse für meine kommunikativen Vanilla-Schüsse gehalten und mit drei eigenen Schüssen beantwortet hatte. Wieder wurde geschossen. Dann sah man die beiden nur noch durchs Camp rennen.

    Kurz darauf meldete sich Assault mit der dringenden Nachricht, wir hätten ein übles Problem in Prigorodki und ich solle möglichst schnell zum Camp kommen. Gerade weil die einzelnen Teile der Situation so sorgfältig zusammenzupassen schienen, kam mir die Sache merkwürdig vor. Ich lief deshalb nicht einfach hinaus, sondern blieb zunächst in Deckung, beobachtete und fragte nach, was dort überhaupt vor sich ging. Er wusste ja nicht, dass ich alles beobachtete. Aber auf den ersten Blick schien das sehr nach einer Falle zu riechen und das wäre nicht die erste Falle dieser Art gewesen...

    Als Assault schließlich zu uns in den Funk kam, stellte sich heraus, dass er und sein Begleiter die Szene absichtlich aufgebaut hatten, um mich zum Camp zu locken. Ich ließ beide die Hände heben und teilte ihnen mit, dass auf sie gezielt wurde, was Sarafiya_Nici Nici aus dem Funk dankenswerterweise mit der entsprechenden Überzeugung bestätigte, die keinen Zweifel duldete. Vermutlich deeskalierte das die Situation, denn erst als beide die Hände erhoben hatten, ging ich selbst zu ihnen hinunter, um mir erklären zu lassen, was diese Inszenierung werden sollte.

    Assault sagte, er habe von der Bedeutung der blauen Armbinde nichts gewusst, und auch die Ähnlichkeit des Sarkas mit Suedas altem Wagen sei bloßer Zufall gewesen. Dass die Schüsse, die Bewaffneten und seine alarmierende Nachricht bei mir den Eindruck eines möglichen Angriffs auf das Camp erwecken würden, war ihm allerdings bewusst. Was genau hinter der Aktion steckte, ob lediglich ein missglückter Scherz geplant war, ob man meine Reaktion testen oder sogar eine Eskalation provozieren wollte und ob andere aus den Reihen von CHAOS davon wussten, konnte ich nicht sicher beurteilen. Deshalb möchte ich aus keiner dieser Möglichkeiten im Nachhinein eine Gewissheit machen.

    Die ursprüngliche Idee, mich zu einer Leiche zu rufen und zu fragen: „Kannst du da noch etwas machen?“, fand ich sogar ziemlich... amüsant. Das sagte ich Assault auch, denn mit einer solchen Szene hätte ich durchaus umgehen und vermutlich sogar lachen können. Die Schüsse, die bewaffnete Inszenierung und der Versuch, mich mit einem vermeintlichen Notfall gezielt aus dem Camp zu locken, gingen für mich jedoch deutlich zu weit. An einem Ort, an dem ein Missverständnis genügt, damit mehrere Menschen gleichzeitig ihre Waffen heben, kann ein solcher Scherz sehr viel anders enden, als seine Urheber es vorgesehen haben und viel hätte nicht gefehlt, dann wären die beiden an der Küste erwacht und wir hätten mit den Konsequenzen leben und Missverständnisse ausräumen müssen.

    Ich ließ beide schließlich ziehen, machte Assault gegenüber aber unmissverständlich klar, dass ich einen vermeintlichen Angriff oder Raid auf unser Camp nicht noch einmal als Unterhaltung erleben möchte. Vielleicht war tatsächlich nichts Weiteres beabsichtigt. Ich wusste es nicht, und gerade dieses Nichtwissen blieb unangenehm zurück. Im Umgang mit Assault werde ich künftig jedenfalls vorsichtiger sein.

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    🩺 Ein falsches Herz

    Später berichtete janinesta (Selina) von einer weiteren Beobachtung, die zunächst unscheinbar klang und mir dennoch keine rechte Ruhe ließ. Jannnik und sein Begleiter hatten auf dem Airfield jemanden in Sanitäterkleidung gesehen, der mir offenbar auffallend ähnlich sah. Was heißt "auffallend ähnlich"... dem Erscheinungsbild zu urteilen war ich das gewesen. Zum Glück wussten sie, dass ich dies nicht sein konnte, auch wenn die Person ihnen einen LKW überließ und verschwand.

    Wer diese Person war, wusste niemand. Ebenso wenig wusste ich, ob sie mir absichtlich ähneln wollte oder lediglich Kleidung trug, die in Chernarus schließlich nicht mir allein gehört. Trotzdem bereitete mir der Gedanke Unbehagen. Eine Sanitäteruniform weckt bei manchen Menschen Vertrauen, und mein eigenes Erscheinungsbild ist inzwischen an vielen Orten bekannt. Sollte dort tatsächlich jemand bewusst als Herz-Aus-Gold auftreten, könnten Begegnungen stattfinden, von denen andere später glaubten, sie mit mir erlebt zu haben.

    Bislang blieb es jedoch bei einer Sichtung und einem unguten Gefühl. Mehr wusste ich nicht, also wollte ich auch nicht mehr daraus machen. Vergessen würde ich es trotzdem nicht.

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Wenn ich auf diesen Tag zurückblickte, blieb vor allem ein ständiger Wechsel zwischen Helfen und Hilfe annehmen. janinesta (Selina) war aufgebrochen, um WhiskeyMixer nach seinem Unfall beizustehen, und hatte nach ihrem eigenen Zusammenstoß schließlich selbst Unterstützung von NiggoB gebraucht. Mauersegler (Lehmi) hatte sich zunächst allein durchschlagen wollen, war später jedoch zweimal dankbar für eine helfende Hand. Auch unsere eigenen Leute fanden wieder zusammen, brachten Nägel, Nahrung und ein Fass mit, fuhren gemeinsam durch das Land und gaben Prigorodki langsam wieder das vertraute Gefühl eines Ortes, an dem niemand alles allein tragen musste.

    Gleichzeitig hatte dieser Tag gezeigt, wie schnell aus Angst, Unfug oder einer falschen Einschätzung etwas entstehen konnte, das sich nicht mehr einfach zurücknehmen ließ. Cable98(Tom) hatte bei einen Mann mit grüner Armbinde erschossen, den ich wenig später durch baerles Nachricht aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernte. Assault und sein Begleiter hatten vor unserem Camp einen vermeintlichen Notfall inszeniert, bei dem bewaffnete Fremde, Schüsse und eine Leiche ausgerechnet jene Zeichen bildeten, auf die ich inzwischen besonders aufmerksam reagiere. PropaGandalf hatte mein Hilfsangebot mit einem abmontierten Reifen beantwortet, und irgendwo auf dem Airfield war eine Gestalt in Sanitäterkleidung unterwegs gewesen, die mir offenbar ähnlich sah und Leuten einen LKW schenkte...

    Jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, wird mir bewusst, wie sehr Hilfe von Dingen lebt, die man weder in Kisten lagern noch mit Nägeln an einer Wand befestigen kann. Wenn jemand um Hilfe ruft, muss ich darauf vertrauen können, dass irgendwo tatsächlich ein Mensch auf mich wartet. Wenn ich an einer Straße anhalte und Fremden einen Platz in meinem Wagen anbiete, gebe ich ihnen für einen Moment auch ein Stück meiner Sicherheit. Selbst meine Kleidung trägt inzwischen ein Versprechen, denn Menschen sehen die Farben einer Samariterin und hoffen vielleicht, dass die Person darin gekommen ist, um zu helfen.

    Dieses Vertrauen darf keine Einladung sein, meine Vorsicht abzulegen oder jede Grenzüberschreitung lächelnd hinzunehmen. Ich kann Assault ziehen lassen und ihm trotzdem künftig aufmerksamer begegnen. Ich kann PropaGandalf bis nach Berezino fahren und ihn zugleich für Freitag zum Boxkampf bestellen. Darin liegt für mich kein Widerspruch, denn Hilfsbereitschaft bedeutet nicht, alles hinzunehmen, und Vorsicht macht eine helfende Hand nicht weniger ehrlich.

    Wer die Person am Airfield gewesen ist und weshalb sie mir ähnlich gesehen haben soll, weiß ich weiterhin nicht. Vielleicht war es nur eine zufällige Ähnlichkeit, vielleicht steckt etwas anderes dahinter. Solange ich keine Gewissheit habe, bleibt es bei diesem Unbehagen, und ich achte etwas genauer darauf, welche Geschichten künftig über Begegnungen mit einer vermeintlichen Samariterin erzählt werden.

    Trotz allem überwiegt an diesem Abend nicht das Misstrauen. Ich sehe janinesta (Selina), Pinky, s-tlk, Black Lion und Jammet wieder gemeinsam unterwegs, The_GraveDigger gibt trotz des Nagelmangels Material nach Prigorodki, und ein beinahe blutleerer Mauersegler (Lehmi) findet noch einmal zurück zu unserem Camp. Die Samariter sind wieder da, nicht als unverwundbare Retter, sondern als Menschen, die einander suchen, einsammeln, versorgen und gelegentlich selbst am Straßenrand auf Hilfe warten.

    Genau das reicht: Aufmerksam bleiben, ohne sich zu verschließen, und Grenzen setzen, ohne dabei zu vergessen, weshalb man überhaupt angehalten hat.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    🎞️ Video-Stream vom 16.08.2026:

    ⚒️DayZ mit Herz - Willkommen, Lehmi! (Herzzeitl #033) #gdz #dayz
    Hallo ihr Lieben,Der Wipe ist durch – Chernarus steht wieder auf Anfang. Und wir machen weiter mit Bau und Tausch.In diesem Sinne:Passt auf euch auf – und bl...
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    Samstag, 15.08.2026 – Tag 002: Erste Fundamente

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    Hallo ihr Lieben,

    am zweiten Tag nach einem Wipe beginnt die anfängliche Leere meist schon zu verschwinden.
    Zelte stehen an Orten, an denen am Vortag noch nichts gewesen ist, Fahrzeuge wechseln ihre Besitzer, und aus einzelnen Brettern entstehen die ersten Wände.
    Über Funk hört man nicht mehr nur, wer wo erschossen wurde, sondern auch, wer Nägel gefunden hat, einen Lastwagen repariert oder irgendwo ein neues Zuhause baut.

    Langsam kehrt eine Form von Alltag zurück, auch wenn dieses Wort in Chernarus etwas anderes bedeutet als früher.

    Beim Aufbau eines Camps lässt sich leicht vergessen, dass nicht die Wände entscheiden, ob daraus tatsächlich ein sicherer Ort wird.
    Dafür braucht es Menschen, die etwas bringen, ohne sofort eine Gegenleistung zu verlangen, die ein geliehenes Fahrzeug zurückbringen oder einen langen Umweg auf sich nehmen, weil jemand unterwegs Hilfe benötigt.

    Erst an diesem zweiten Tag wurde mir bewusst, wie viele Hände längst wieder an unseren Camps arbeiteten, obwohl kaum jemand bereits genug für sich selbst besaß. Zwischen Berezino und Prigorodki entstanden die ersten Fundamente. Einige bestanden aus Holz und Nägeln, andere lediglich aus dem stillen Versprechen, einander nicht allein zu lassen.

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    🚚 Ein Lastwagen für Berezino

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    Bitwanted, ehemals Mitglied der schmerzlich vermissten "Berezino Union" war mit seinem "Frauele", LadyBitStorm, zurückgekehrt. Er meldete sich bei mir über Funk und erkundigte sich darüber, ob wir bei Berezino einen Lastwagen fahrbereit gemacht hatten. Ich bejahte, denn The_GraveDigger hatte wieder unglaublich schnell angefangen das dortige Camp samt Grage für den LKW aufzubauen.
    Bitwanted hatte bereits Kleidung für das Camp als Spende in den LKW hineingelegt,. Es war nicht viel, aber gerade in diesen ersten Tagen war eine solche Gabe alles andere als selbstverständlich.

    Auch I.K.E.A. dankte er für die reichlichen zeltspenden, die er sofort am Camp in Nizhnoye aufbaute.

    Außerdem hatte The_GraveDigger seinige Zeit danach einen Überlebenden mit weißer Armbinde am Camp in Berezino gesehen. Zunächst wussten wir nicht, wer er war oder weshalb er sich dort aufhielt. Später stellte sich heraus, dass es sich um TomTeeJay handelte. Gemeinsam mit The_GraveDigger errichtete er einen Unterstand am Camp und spendete zusätzlich Nägel für den weiteren Aufbau.


    The_GraveDigger bedankte sich bei ihm, und ich war erleichtert, dass sich die unbekannte weiße Armbinde auf so friedliche Weise erklären ließ und wir nicht wieder einem Angriff der MISA-Gruppe schutzlos ausgeliefert waren. Seinerzeit waren (MISA) ROB und seine Jungs mit weißen Armbinden durch unser Chernarus gestreift und nach anfgänglichen respektvollen Beziehungen war es zunehmend zu Angriffe aus seinen Reihen und schließlich auch von ihm selbst auf unsere Camps gekommen.
    Doch dieses Mal lief es zum Glück anders. Dennoch waren wir zunächst vorsichtig gewesen. In unserem Chernarus genügte manchmal ein Mensch am falschen Ort, damit aus Vorsicht Misstrauen wurde. Diesmal war der Träger der weißen Armbinde nicht gekommen, um etwas zu nehmen, sondern um beim Aufbau zu helfen.

    Während in Prigorodki die ersten Wände aus Holz wuchsen, legte The_GraveDigger in Berezino zugleich den Grundstein für seinen neuen Tower. Noch bestanden beide Orte nur aus wenigen Bauteilen und vielen Plänen, doch die vertrauten Strukturen kehrten langsam zurück.

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    🚗 Fahrstunden mit Hindernissen

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    Im Laufe des Tages strandeten auch Mora und... ich glaube es war ASSAULT ... (oder war es Arndt? Ich bin mir nicht mehr ganz sicher...) mit einem weißen Ada in Prigorodki.

    Mora hatte nach eigenen Aussagen Fahrstunden erteilt, aber sein Schüler hatte es geschafft, zwei Reifen zum Platzen zu bringen. Mir war nicht ganz klar, ob ihr Aufenthalt bei uns zum geplanten Unterricht gehörte oder ob er eher ein ungeplanter Abschluss war. Immerhin hatten beide das Camp erreicht, und der weiße Ada stand noch in einem Zustand vor uns, der zumindest erkennen ließ, dass es sich einmal um ein fahrbereites Fahrzeug gehandelt hatte.

    Ein Reifen war schnell organisiert und so fuhren Mora und ich dem Fahrschüler entgegen, der in Chernogorsk nach einem Reifen suchte. Am Ende war das Fahrzeug wieder fahrbereit und konnte heimkehren.

    Fahren lernte man in Chernarus schließlich weniger nach festen Regeln als durch Erfahrung. Manche Lektionen endeten am Ziel, andere am Straßenrand – und gelegentlich eben in Prigorodki.

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    🧱 Das Kochhaus bekommt ein Tor

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    Auch in Prigorodki ging die Arbeit weiter. Gemeinsam mit janinesta (Selina) und Pinky baute ich das Tor im Kochhaus zu. Jeder neue Abschnitt verlangte Material, das uns an allen Ecken fehlte, und besonders die Suche nach Nägeln bestimmte inzwischen einen beträchtlichen Teil unserer Tage.

    Trotzdem nahm das Camp allmählich Gestalt an, nicht zuletzt, weil uns NiggoB großzügigerweise eine LKW-Ladung an Baumstämmen und Holz vorbeibrachte. Wo zuvor nur das gelb-rote Partyzelt und die ersten Paprikapflanzen gestanden hatten, entstanden nun wieder geschützte Bereiche. Es war noch lange nicht fertig, doch zwischen Werkzeugen, Holzstapeln und halb errichteten Wänden ließ sich bereits erkennen, was daraus werden sollte.

    Bald kam auch einer unseres neuen Duos vorbei. Ich weiß nicht mehr, ob es Cypress oder Felkixwert100 gewesen war, aber er trug eine grüne Armbinde, weshalb ich ihn zuerst für einen der beiden Berezino-Boys oder das Frauele hielt.

    Ich hätte den ganzen Tag in Prigorodki weiterbauen können, doch im Norden wartete ein gelber Sarka darauf, gesichert zu werden. Ein Tauschgeschäft mit I.K.E.A, denn Jammet, Black Lion und s-tlk benötigten für ihre Touren einen eigenen fahrbaren Untersatz. Da uns kein grüner Sarka vergönnt war, waren wir auch bereit einen gelben zu erwerben. janinesta (Selina) leitete den Handel in die Wege und ich sollte das Auto an einem vereinbarten Ort nahe Stary Sobor abholen.
    Also ließ ich Hammer und Bretter vorerst zurück und machte mich auf den Weg.


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    🩹 Eine infizierte Wunde bei Rogovo

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    Zwischen Kozlovka und Zelenogorsk fand ich unetrwegs eine Olga vor einem Gemischtwarenladen stehen. Kühler, Zündkerze und Batterie fehlte, also ließ ich das Fahrzeug stehen. Ich spielte mit dem Gedanken, den roten Sarka aus Zelenogorsk wieder flott zu machen, aber erstens fanden meine Jungs die Farbe für ihr Versteck gänzlich ungeeignet und zweitens zeigten sich Spuren anderer Überlebender in und um die Stadt. Also beschloss ich, darum erst einmal einen Bogen zu machen.

    In der Gegend um Rogovo wurde mir eine kleine Unachtsamkeit beinahe zum Verhängnis. Ich hatte den Weg soweit zu Fuß zurückgelegt, aber ziemlich viel mit Infizierten zu tun. Immer wieder musste ich meine Wunden verbinden und am Ende hatte ich keine saubere Bandage mehr bei mir. Irgendwie musste meine Wunde trotzdem versorgen. Also biss ich die Zähne zusammen, zerschnitt meine blaue Armbinde und verwendete den Stoff, obwohl ich wusste, dass er dafür nicht geeignet war.

    Es kam, wie es kommen musste: Kurze Zeit später entzündete sich die Wunde.

    Es war eine jener Situationen, die leicht vermeidbar gewesen wären, wenn ich besser vorbereitet aufgebrochen wäre. Ausgerechnet ich, die sonst andere wegen verschmutzter Verbände und mangelnder Vorsicht ermahnte, stand nun selbst mit einer infizierten Wunde bei Rogovo. Medizinisches Wissen schützt eben nicht zuverlässig vor schlechten Entscheidungen, vor allem dann nicht, wenn das notwendige Material fehlt und man trotzdem weiterwill. Natürlich hatte ich auch nichts zum Desinfizieren dabei, also gab ich einen Funkspruch an meine Kollegen ab, die mit dem Auto in der Nähe auf Loot-Tour waren.

    S-TLK, janinesta (Selina) und Pinky kamen gemeinsam mit Jammet vorbei und brachten mir etwas zum Desinfizieren. Sie hätten genügend andere Dinge zu tun gehabt, denn auch sie waren unterwegs und suchten Material für unsere Baustellen. Trotzdem machten sie den Weg zu mir und halfen, bevor aus meiner improvisierten Versorgung ein größeres Problem werden konnte.

    Nachdem die Wunde gereinigt war, setzte ich meinen Weg fort. In Novy Sobor begegnete ich noch einem anderen Überlebenden, doch ich blieb auf Abstand und ging ihr eher aus dem Weg. Die Mission hatte Vorrang. Immer.

    Wenig später fand ich schließlich den gelben Sarka. Der Grund, warum ich überhaupt nach Norden aufgebrochen war.

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    🚙 Der gelbe Sarka

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    Der Sarka war da, aber in seinem Kühler befand sich kein Wasser. Ihn einfach zu starten und loszufahren hätte vermutlich nur dafür gesorgt, dass meine Freude über das neue Fahrzeug ausgesprochen kurz blieb. Also ließ ich ihn zunächst den Berg hinabrollen und nutzte das Gefälle aus, solange der Motor nicht zuverlässig betrieben werden konnte. Ich hielt am kleinen Fluss nahe Novy Sobor und füllte da meine Flasche mit Wasser, das ich sorgfältig in den Kühler kippte. Sechs Flaschen, dann war es geschafft.

    Auf dem Rückweg nahm ich außerdem ein gelbes Fass für Jammet mit. In den ersten Tagen nach dem Wipe schien sich ein erstaunlich großer Teil unseres Lebens um gelbe Fässer und die Frage zu drehen, wie man sie möglichst unbeschadet von einem Ende des Landes zum anderen brachte.

    Schließlich gelangte der Sarka nach Prigorodki. Damit besaßen wir ein weiteres Fahrzeug, das zunächst gesichert und später sinnvoll eingesetzt werden konnte. Wie lange es uns erhalten bleiben würde, wusste niemand. Für den Moment stand es jedoch im Camp, und das genügte.


    Nachdem das Fahrzeug versorgt war, zog ich erneut los, um nach Material zu suchen. Nägel waren weiterhin knapp, und die geplanten Wände würden sich nicht allein durch guten Willen errichten.

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    🧨 Challenge accepted!

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    Während meiner Suche fand ich zwei Dinge, die ich I.K.E.A vorbeibringen wollte. Und, weil janinesta (Selina) scherzte, ich würde es eh nicht schaffen ungesehen bis zu ihrer Basis zu kommen, nahm ich diese Herausforderung an. Ich schlich mich an und legte die Sachen unbemerkt in einen Lastwagen vor ihrer Baustelle. Dann lief ich gut sichtbar weg.

    Ob und wann die Jungs meine kleine Hinterlassenschaft entdecken würden, blieb abzuwarten. Während ich mich in der Nähe aufhielt, rannte ein Überlebender mit gezogener Waffe an mir vorbei. Die Jungs waren so sehr auf ihre Bauarbeiten konzentriert, dass sie von ihm zunächst kaum etwas bemerkten. Ich wusste weder, wer er war, noch was er vorhatte, und zog mich deshalb in ein Gebäude zurück. Dort konnte ich die Umgebung beobachten, ohne mich ihm offen in den Weg stellen zu müssen.

    Wenig später hörte ich WhiskeyMixer rufen, der mich wohl gesehen hatte, als ich weglief.
    Herz, ich komm jetzt rein...erschieß mich bitte nicht …

    Ich sah auf das Werkzeug in meinen Händen und musste lachen. Eine Gartenharke...

    Wie soll ich das denn machen? Mit einer Gartenharke?“, prustete ich.

    Die Anspannung löste sich, und WhiskeyMixer kam zu mir herüber. Er bot mir anschließend eine Room-Tour an, doch ich lehnte dankend ab. Je weniger ich über ihre Räume, Vorräte und Sicherungen wusste, desto besser war es für alle Beteiligten. Wissen konnte in Chernarus schnell zur Belastung werden, besonders dann, wenn Gruppen einander ohnehin aufmerksam beobachteten und jede Nähe irgendwann ausgelegt wurde.

    Also ließ ich I.K.E.A. weiterbauen und kehrte zu meiner eigenen Suche zurück.

    Am Abend fluchte NiggoB noch: "Na immerhin hat sie nichts aus dem LKW genommen, sonst hätte ich sie erschossen..."

    Nun, ich hatte Selinas Herausforderung angenommen und mein Ziel erreicht.
    Nicht ganz wie geplant, zugegeben. Aber ich war schon ein kleines bisschen Stolz darauf und reiste mit einem Grinsen fröhlich pfeifend zurück.

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    👤 Ein Namenloser am Camp

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    In Prigorodki arbeitete ich noch eine Weile weiter. Ich suchte beinahe verzweifelt nach Nägeln und schaffte es schließlich, die geplanten Wände zu errichten. Kaum waren sie fertig, erschien ein stilles Bambi am Camp.

    Ich fragte nach seinem Namen, erhielt jedoch keine Antwort. Als ich wissen wollte, ob es überhaupt mit mir sprechen wollte, schüttelte es den Kopf. Schließlich fragte ich, ob es lieber inkognito bleiben wollte, woraufhin es so heftig nickte, dass wenigstens daran kein Zweifel bestand.

    Ich drängte es nicht weiter. Es war zwar frustrierend, aber wer ohne Namen und ohne Worte durch Chernarus ziehen wollte, hatte vermutlich seine Gründe, auch wenn ich sie nicht kannte.
    Also wünschte ich ihm viel Glück und sah zu, wie es in Richtung Chernogorsk davonlief.

    Kurz darauf tauchten Jannnik und Ikarus_98 (Pascal) mit einem Lastwagen am Camp auf. Jannnik legte sich, müde von seiner Tour am Camp schlafen, während Ikarus_98 (Pascal) weiterziehen wollte. Ich berichtete ihm von dem namenlosen Bambi und warnte ihn, aufmerksam zu bleiben. @Iakrus (Pascal) bedankte sich und fuhr weiter.

    Vielleicht war der Fremde vollkommen harmlos. Schweigen allein machte niemanden gefährlich, und sein Wunsch, unerkannt zu bleiben, musste nichts mit uns zu tun haben. Dennoch blieb ein ungutes Gefühl zurück. In der vergangenen Season hatte ich zu oft erlebt, dass ein freundlicher erster Eindruck oder eine hilfsbedürftige Erscheinung wenig darüber sagte, weshalb jemand tatsächlich an ein Camp gekommen war.

    Ich wollte ihn deshalb nicht verurteilen. Vollkommen ignorieren konnte ich ihn aber ebenso wenig.

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    👣 Die Spur in Chernogorsk

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    Später kehrte ich zum Militärgebiet in Chernogorsk zurück, um einige Sachen zu holen, die ich dort zurückgelassen hatte. Meine Hände waren zuvor durch zwei Tarnnetze belegt gewesen, die ich eingesammelt hatte, sodass ich nicht alles hatte mitnehmen können. Außerdem wollte ich E.C.H.O. ein Paar grüne Dschungelstiefel mitbringen.

    Bereits bei den Militärzelten hatte ich bemerkt, dass jemand vor mir dort gewesen war. Die Spur führte in Richtung Chernogorsk und schien dem Lastwagen von Ikarus_98 (Pascal) zu folgen, der die Route in den Westen genommen hatte. Ob es tatsächlich das stille Bambi war, wusste ich nicht, doch der zeitliche Zusammenhang machte mich vorsichtig.

    Ich gab einen einzelnen Schuss mit meiner Mosin ab. Ein Signal. Wenig später tauchte tatsächlich WhiskeyMixer auf, der auf Loot-Tour gewesen war und ich warnte auch ihn vor dem merkwürdigen Fremden. Er nahm den Hinweis ernst, versprach aufmerksam zu bleiben und bedankte sich.

    Mehr konnte ich in diesem Moment für beide Seiten nicht tun. Ich kannte weder den Namen des Bambis noch seine Absichten, und solange es niemanden bedrohte, gab es keinen Grund, es zu verfolgen oder aufzuhalten. Trotzdem erschien es mir richtig, die anderen zu informieren. Egal, wer das stille Bambi gewesen war, ich wollte weder dass er versehentlich auf jemanden von I.K.E.A. schoss, noch dass er von I.K.E.A. einfach getötet wurde. Die Zeiten waren aufwühlend und die Hand allzu schnell am Abzug. Vorsicht bedeutete nicht zwangsläufig, jemanden schuldig zu sprechen. Manchmal bedeutete sie lediglich, einander nicht blind in eine unbekannte Situation laufen zu lassen.


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    📻 Gerüchte im Funk...

    Im Laufe des Tages hörten wir außerdem Gerüchte, dass Rheingauer! und Stimmuuung wieder in der Gegend sein sollten. Ob daran etwas stimmte, konnten wir nicht sagen. Niemand von uns hatte sie selbst gesehen, und verlässliche Informationen gab es nicht. Deshalb blieb es zunächst bei einem Gerücht und der vorsichtigen Hoffnung, bald mehr zu erfahren.

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Am Abend standen in Prigorodki weitere Wände, das Kochhaus besaß ein Tor. In Berezino hatte The_GraveDigger mit seinem Tower begonnen, während TomTeeJay einen Unterstand errichtet und Nägel gespendet hatte. Ein gelber Sarka hatte seinen Weg über einen Berghang bis zu uns gefunden.

    Dazwischen lagen viele kleine Begegnungen, deren Bedeutung ich noch nicht einschätzen konnte. Ein bewaffneter Fremder war an mir vorbeigelaufen, ein namenloses Bambi hatte jedes Gespräch abgelehnt, und irgendwo in der Gegend sollten Rheingauer! und Stimmuuung unterwegs sein. Vielleicht würden sich manche dieser offenen Fragen schon am nächsten Tag beantworten. Vielleicht blieben sie noch lange bestehen.

    Was mir von diesem Tag vor allem beibt, ist jedoch die Erinnerung an vier Menschen, die ihre eigenen Wege unterbrachen, um mir bei Rogovo etwas zum Desinfizieren zu bringen. Ich hatte mich schlecht vorbereitet und dafür beinahe einen hohen Preis bezahlt. Sie hätten mich dafür tadeln können, doch zunächst halfen sie mir, und genau diese Selbstverständlichkeit berührt mich mehr als jeder Nagelfund.


    Unsere Camps wuchsen heute sichtbar. Was sie tragen wird, entstand allerdings zwischen den Menschen, die Baumaterial teilen oder einem Hilferuf folgten.

    Die Fundamente sind gelegt. Wie stabil sie wirklich sind, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.


    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    💛 Herzenssache – Tagebuch 1.29/2

    Disclaimer


    ⚠️ Hinweis: ⚠️
    Diese Geschichte basiert auf losem Rollenspiel oder Ereignisse auf dem Germandayz.gg Vanilla Chernarus Server in der Version 1.29/2.
    Die Informationen in meinen Berichten basieren ausschließlich auf dem, was meine Figur im Spiel selbst sieht, hört oder von anderen Überlebenden erzählt bekommt.

    Ich habe keinen Zugang zu Admin-Logs, keine Sonderrechte im Spiel und kann daher keine "unsichtbaren Wahrheiten" sehen. In meinen Event-Streams (auf dem GDZ-Twitch-Kanal) verfüge ich zwar über eine freie Kamera, doch im regulären Spiel habe ich diese Möglichkeit bewusst nicht. Wenn also im Rahmen der Geschichte jemand beschuldigt wird, etwas getan zu haben, oder Ereignisse geschildert werden,
    geschieht dies stets aus der Perspektive meiner Spielfigur Herz.
    Ergänzt wird dies durch das, was andere mir berichten und was man sich zusammenreimt.
    Wo ich nicht sicher sein kann, versuche ich dies kenntlich zu machen (z. B. durch Formulierungen wie "vermutlich", "angeblich" oder "man erzählt sich…")
    – denn manchmal bleibt Chernarus einfach ein Mysterium.

    Sollte sich etwas nachträglich als falsch oder missverständlich herausstellen, lasse ich mich gerne korrigieren und stelle die Dinge dann auch richtig.
    Ich bin immer bereit, Berichte zu überarbeiten oder zu ergänzen, wenn dies dem gemeinsamen Storytelling dient.

    Eine Anamerkung zur Transparenz: Zwecks Lesefluss verwende ich beim Verfassen ein KI-Tool als Werkzeug.
    Das hilft mir dabei, euch nicht mit zu viel Text zu belasten, denn ich nehme das Feedback ("Herz! Das ist zu viel... das liest doch keiner!") zu Herzen und da hilft mir das Werkzeug, Dopplungen zu vermeiden.
    Dennoch sind die Notizen, Gedanken und Worte meine eigenen und sorgfältig ausgewählt.

    Ich nehme jede Rückmeldung ernst und passe Dinge respektvoll an.
    Niemand ist verpflichtet, Teil meiner Erzählungen zu sein.
    (Es ist freiwillig. So wie sich hier im Forum anzumelden oder Nr. 371 beim Baustämmeschleppen zu helfen...)

    Diese Texte sollen Freude bereiten, das Gemeinschaftsgefühl stärken
    – und manchmal auch einfach nur unterhalten, während man irgendwo frierend in einem Busch liegt und eine fremde Basis observiert oder sich gerade in der warmen Küche im echten Leben etwas zu Essen kocht...

    Wenn etwas nicht passt:
    Ich ändere es schnellstmöglich. Versprochen :)

    Danke für euer Vertrauen und Verständnis. ~Herz ❤️

    Freitag, 14.08.2026 – Tag 001: Wieder von vorne...

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    Hallo ihr Lieben,

    ein Wipe setzt die Welt zurück. Er entfernt Basen, Fahrzeuge, Vorräte und all die Dinge, die wir über viele Wochen gesammelt haben.
    Plötzlich stehen wir wieder mit leeren Händen an der Küste und freuen uns über einen Apfel, einen kleinen Stein oder eine Jacke, die wenigstens nicht vollkommen durchnässt ist.

    Unsere Erinnerungen verschwinden dabei allerdings nicht.

    Wir nehmen mit, wem wir vertrauen, wen wir vermissen und bei wem wir inzwischen genauer hinsehen. Auch die Orte bleiben nicht einfach leer. In Prigorodki standen zwar keine Mauern mehr, aber für mich war dort noch immer das Camp. Dort hatten Menschen Schutz gefunden, miteinander gegessen, gestritten, gelacht und einander geholfen. Dort waren allerdings auch Dinge geschehen, die ich nicht vergessen konnte.

    Vielleicht wollte ich deshalb so schnell wie möglich zurück. Nicht, um die Vergangenheit wiederherzustellen, sondern um erneut einen Ort zu schaffen, an dem Neuankömmlinge wenigstens etwas zu essen und eine erste Hilfe bekommen konnten. Ich hatte mir vorgenommen, wieder häufiger mit meinen Leuten loszuziehen und Chernarus einfach geschehen zu lassen. Trotzdem wusste ich schon vor meinem Erwachen, dass mein erster Weg wieder nach Prigorodki führen würde.

    Zunächst musste es der neuen Welt allerdings gelingen, überhaupt neu zu werden.

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    🔥 Zweimal neu und einmal Höllenloch

    Der Wipe begann mit einigen Schwierigkeiten. Die alten Basen und Fahrzeuge standen zunächst noch immer an ihren Plätzen, obwohl sie längst hätten verschwunden sein sollen.
    Also kam auf den Wipe wohl nochmals ein zweiter. Als ich schließlich die Augen öffnete, erkannte ich meine Umgebung sofort: Svetlojarsk. Das Höllenloch.

    Ausgerechnet dort hatte ich bereits zu Beginn der vergangenen Season gestanden. Chernarus besaß offenbar eine eigene Vorstellung von Tradition und fand, dass ein Neubeginn für mich grundsätzlich in Svetlojarsk beginnen sollte. Meine Begeisterung hielt sich entsprechend in Grenzen.

    Doch lange musste ich mich darüber nicht ärgern. Es folgte ein weiterer Neustart, und die Welt verschwand noch einmal. Beim nächsten Erwachen lag Solnichniy vor mir. Es war noch immer nicht Prigorodki, doch nach Svetlojarsk fühlte sich beinahe jeder andere Ort einladend an.

    Mein Ziel stand fest: Ich wollte nach Süden, aber dafür brauchte ich zunächst Nahrung und wenigstens ein einfaches Werkzeug. Außerdem hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, an dem Ort, an dem ich erwachte, meinen ersten Unterstand zu bauen. So war es Tradition.
    Also sammelte ich Äpfel und suchte nach kleinen Steinen, aus denen sich ein Messer herstellen ließ. Der große Wiederaufbau der Samariter begann damit, dass ich hungrig über den Boden kroch und hoffte, zwischen den Häusern einen geeigneten Kiesel zu finden.

    Eigentlich war das sogar ganz beruhigend. Am ersten Tag besaß kaum jemand viel, und jede Kleinigkeit hatte wieder einen Wert. Ein Apfel war eine Mahlzeit, ein Stein ein Werkzeug und ein roter Pullover beinahe schon eine vollständige Identität.

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    🥊 Die ersten Begegnungen

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    An der Küste traf ich einen Unbekannten von DeerIsle und Snickers. Für längere Begrüßungen blieb uns wenig Zeit, denn ein Bambi in einem hellgrauen T-Shirt ging plötzlich auf Snickers los und schlug ihn K.O.
    Warum er ihn angriff, wusste ich nicht. Er sprach nicht mit uns und ließ sich auch nicht davon abbringen. Der Unbekannte von DeerIsle, dessen Namen ich im Eifer des Gefechts nicht recht verstanden hatte, hlaf mir den Angreifer von Snickers wegzutreiben.

    Wir verteidigten uns gemeinsam und brachten den Angreifer schließlich zu Boden.

    Für das Protokoll möchte ich ausdrücklich festhalten: Ich habe ihn nicht getötet. Ich war lediglich an der gemeinschaftlichen und ausgesprochen nachdrücklichen Verteidigung von Snickers beteiligt. Mein Begleiter von DeerIsle gab den entscheidenden Schlag. Keuchend stand ich über den am Boden liegenden.

    Damit war die neue Season nur wenige Augenblicke alt und hatte bereits ihren ersten Faustkampf hervorgebracht. Manche Dinge brauchten offenbar weder Ausrüstung noch Vorbereitung, um einen Wipe zu überstehen. Wir ranimierten Snickers und schließlich trennten sich unsere Wege.


    Kurz darauf begegnete ich in der Stadt @Visier und wir grüßten uns Freundlich. Wir trafen einen Neuen namens Alex und 13monk12, der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon einen Boxkampf hinter sich hatte. Während einige von uns noch Steine für ein Messer suchten, hatten andere ihre Fäuste bereits erfolgreich erprobt.

    Zwischen all diesen Begegnungen bekam ich von einem Freund des The_GraveDigger eine rote Sanitäterjacke. Natürlich hing meine Aufgabe als Samariterin nicht an einem Kleidungsstück. Trotzdem fühlte ich mich darin wieder mehr wie ich selbst. In dieser Welt genügte manchmal ein roter Stofffetzen, um sich wieder ein wenig zu Hause zu fühlen.

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    🚙 Rio und das "blaue Wunder"

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    Dann tauchte Rio auf und zweigte mir etwas, womit ich an diesem Tag noch nicht gerechnet hatte: einen fahrbereiten blauen Gunter. Abgestellt vor der Klinik in Solnichniy.

    Während die meisten Überlebenden noch an der Küste nach Essen und brauchbarer Kleidung suchten, stand plötzlich ein vollständiges Auto vor mir. Es hatte Räder, die notwendigen Fahrzeugteile und ließ sich tatsächlich starten. Am Wipe-Day grenzte das bereits an ein kleines Wunder. Der blaue Gunter hatten bei uns eine gewisse Tradition. Er fand als "HERBERT" früher oder später seinen Weg zu janinesta (Selina). In diesem Fall wohl eher früher, Rio sei Dank.
    Wie lange "HERBERT" in Chernarus überleben würde, ließ sich nicht sagen. Bei Fahrzeugen stellte man solche Fragen besser nicht. Für den Moment fuhr er, und das war alles, was zählte.

    Bevor 13monk12 und ich nach Süden in Richtung Prigorodki aufbrachen, wollte ich in Solnichniy noch einen Unterstand als Zwischenlager errichten. Dafür benötigte ich fünfzig lange Stöcke. Solange man diese Zahl nur ausspricht, klingt sie durchaus machbar. Nachdem man eine Weile Büsche bearbeitet, Stöcke herangeschleppt und sich immer die Hände verbunden und nachgezählt hat, entwickelt man allerdings eine sehr persönliche Beziehung zur Zahl fünfzig...


    13monk12blieb bei mir und leistete mir Gesellschaft.
    Als der Unterstand endlich stand, machten wir gemeinsam ein Beweisfoto mit Rio. Nach all der Arbeit sollte wenigstens dokumentiert sein, dass dieses Bauwerk tatsächlich existierte.

    Dann stiegen wir in "HERBERT" ein und machten uns auf den Weg nach Süden. janinesta (Selina) würde Augen machen!


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    🏕️ Die Rückkehr nach Prigorodki

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    Als ich Prigorodki erreichte, war ich nicht die Erste. Cable98 (Tom) hatte bereits ein gelb-rotes Party-Zelt aufgestellt und Paprika angepflanzt. Während ich noch mit meiner roten Jacke und fünfzig Stöcken beschäftigt gewesen war, betrieb er praktisch schon wieder Landwirtschaft.

    Der Anblick tat gut. Das alte Camp war verschwunden, doch an seiner Stelle entstand bereits etwas Neues. Es war noch klein und provisorisch, aber Prigorodki war nicht leer.

    Kurz darauf traf janinesta (Selina) ein und übernahm freudestrahlend ihren "HERBERT". Der blaue Gunter war damit angekommen, wo er vermutlich von Anfang an hingehört hatte. Ich kümmerte mich derweil um den Ausbau des "Pitstops" und begann mit den ersten Arbeiten am eigentlichen Camp.

    Am Camp wurde viele Stimmen laut. Zahlreiche Leute kamen und gingen, sodass ich den Überblick schnell verlor. Aber Prigorodki lebte und atmete wieder und das zählte für mich.

    Auch NiggoB schaute vorbei und gab mir einige Tipps zu Zahlenschlössern am nahe gelegenen Zugwrack. Gerade zu Beginn einer Season war ein gutes Schloss beinahe so wertvoll wie das, was man damit sichern wollte.

    Leider schien das noch jemand zu wissen. Wenig später bemerkte ich, dass ein vierstelliges Zahlenschloss aus dem Camp verschwunden war. Ich verdächtigte ein stummes Bambi, das sich zuvor auffällig verhalten hatte. Beweisen konnte ich ihm allerdings nichts. Vielleicht hatte ich recht, vielleicht war ich inzwischen einfach vorsichtiger geworden.

    Ein ungutes Gefühl war noch kein Beweis, auch wenn es sich gelegentlich sehr überzeugend anfühlte. Aber als ich den Fremden zur Rede stellte und nach dem Zahlenschloss fragte, legte er bedingungslos und schweigend alle seine Sachen ab. Darunter fand sich kein Zahlenschloss. Also ließen wir ihn ziehen. Ganz aus den Augen verlor ich ihn dabei trotzdem nicht.

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    🔨 Ein erstes Geschäft mit I.K.E.A.

    Im Laufe des Tages fuhr die I.K.E.A.-Truppe mit einem roten Gunter vor. Unter ihnen waren WhiskeyMixer und @Jannnick. Die Begegnung verlief respektvoll, doch eine gewisse Anspannung war spürbar. Wir kannten einander und wussten, dass ein Wipe zwar Gebäude entfernen konnte, aber nicht automatisch alles ausräumte, was zwischen Menschen stand. Ein Neustart hier war immer rau, aber die beiden ließen es nicht an Herzlichkeit vermissen.

    Sie suchten eine LKW-Batterie und Nachtsichtgeräte. Beides konnte ich ihnen nicht anbieten. Trotzdem fanden wir eine andere Grundlage für ein Geschäft: I.K.E.A. überließ mir den roten Gunter, und ich versprach ihnen im Gegenzug einhundert Nägel. Ein Freundschaftspreis.

    So wurde aus dem Fahrzeug das "I.K.E.A.-Mobil", das zu gegebener Zeit seinen Namen bekommen sollte.

    Damit besaß das Camp am ersten Tag bereits zwei Autos und ich ein Lieferproblem in Höhe von einhundert Nägeln. Andere Menschen begannen eine neue Season mit einer Apfelplantage.
    Ich begann sie offenbar mit langfristigen Handelsverpflichtungen.

    Trotz der vorsichtigen Stimmung empfand ich den Tausch als gutes Zeichen. Es genügte, respektvoll miteinander zu sprechen, eine Vereinbarung zu treffen und sich daran zu halten.


    🚕 Der erste Taxidienst

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    Browney und "Wolfi" kamen später ins Camp. Beide waren noch relativ neu in unserem Chernarus, also versorgte ich sie zunächst mit gegrillten Paprika. Danach bot ich ihnen an, sie mit dem roten Gunter ein Stück ins Landesinnere zu bringen.

    Das I.K.E.A.-Mobil trat damit seinen ersten Dienst als Bambi-Taxi an.

    Ich fuhr Browney und "Wolfi" sicher bis in die Gegend zwischen Stary Sobor und Rogovo. Von dort wollten sie ihr Glück selbst versuchen. Vielleicht würden wir sie bald wiedersehen, vielleicht erst Wochen später oder gar nicht. Viele Wege begannen am Wipe-Day gemeinsam und trennten sich ebenso schnell wieder.

    Immerhin mussten ihre ersten Kilometer nicht hungrig und zu Fuß beginnen.

    Genau für solche Begegnungen wollte ich das Camp wieder aufbauen. Es ging nicht nur um Mauern, Zelte und Vorräte.
    Manchmal reichten ein paar gegrillte Paprika und eine Fahrt im roten Gunter, um jemandem den Start ein wenig leichter zu machen.

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    🏹 Mein Fund in Zelenogorsk

    Später wagte ich die Fahrt nach Zelenogorsk. Der Weg dorthin war nicht ungefährlich, doch die Stadt selbst lag überraschend ruhig vor mir. Die riesige Basis von CHAOS, die dort in der vergangenen Season gestanden hatte, war verschwunden. Es war ungewohnt, Zelenogorsk wieder so leer zu sehen. Gleichzeitig genoss ich es, mich verhältnismäßig frei bewegen zu können. Zwar vorsichtig, aber frei.

    Dort fand ich schließlich mein persönliches Highlight des Tages: eine Armbrust.

    Andere hätten sich vielleicht mehr über ein Sturmgewehr gefreut. Ich stand zwischen den verlassenen Gebäuden und war mit meiner Armbrust vollkommen zufrieden. Zusammen mit der roten Sanitäterjacke fühlte sie sich beinahe wie ein weiterer Teil meiner alten Ausrüstung an, der seinen Weg zu mir zurückgefunden hatte.

    Außerdem entdeckte ich eine Olga, die fast fahrbereit war. Ich nahm vorsorglich ihren Kühler mit, denn The_GraveDigger arbeitete ebenfalls an einem roten Gunter und konnte ihn gut gebrauchen.

    Auf dem Rückweg hielt ich noch am Brunnen in Pavlovo. Dort fand ich eine Zeltplane und eine Jäger-Hose. Es waren keine spektakulären Schätze, doch am ersten Tag freute man sich über Dinge, an denen man wenige Wochen später vermutlich achtlos vorbeigegangen wäre.

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    🧸 Spenden und Rios Erste Hilfe

    Als ich nach Prigorodki zurückkehrte, war das Camp wieder ein Stück gewachsen. Cobaltblau;P brachte uns eine Mosin und Nägel. S-TLK und Pinky unterstützten uns beim Transport eines gelben Fasses. Fässer besaßen in Chernarus die erstaunliche Fähigkeit, mehrere Menschen über längere Zeit zu beschäftigen, obwohl sie eigentlich nur von einem Ort zum anderen gebracht werden mussten...

    Auch Rio kam erneut vorbei. Diesmal brachte er Teddys und Draht mit. Außerdem erzählte er mir von einer brenzligen Begegnung mit jemanden, den wir "den Pinguin" nannten. Der Pinguin war ihm offenbar beinahe direkt vor die Füße getreten. Rio hatte zweimal auf ihn geschossen, ihn anschließend jedoch verbunden und dadurch verhindert, dass er an den Verletzungen starb.

    Ich war bei dieser Begegnung nicht dabei und konnte nur wiedergeben, was Rio mir später erzählte. Warum er sich am Ende entschied, sein Opfer zu retten, wusste ich nicht. Vielleicht hatte der erste Schreck nachgelassen. Vielleicht tat es ihm leid. Vielleicht wollte er von Anfang an nur verhindern, dass der Fremde ihm zu nahe kam, und hatte die Situation falsch eingeschätzt.

    Das Ergebnis war jedenfalls eine sehr chernarussische Form der medizinischen Versorgung: erst zwei zusätzliche Löcher verursachen und sich danach gewissenhaft darum kümmern, dass der Patient nicht an ihnen verblutete.

    Pinguin lebte noch. Manchmal musste das als Ausgang einer Begegnung genügen.

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    🧱 Die erste Wand

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    Zum Abschluss des Tages stand dann nach einigen Stunden an Arbeit tatsächlich die erste Holzwand des neuen Hauptcamps vor mir.

    Ich schlug die letzten Nägel mit meinem Fleischklopfer und einem demolierten Beil hinein. Ein vernünftiger Baumeister hätte vermutlich einen Hammer verwendet. Nach fünfeinhalb Stunden war mir jedoch jedes Werkzeug recht, solange es die Nägel zuverlässig ins Holz brachte.

    Die Wand war noch kein Camp. Um sie herum fehlten weitere Zäune, Tore, Unterstände und fast alle Vorräte, die dort eines Tages lagern sollten. Trotzdem betrachtete ich sie einen Moment lang mit einem gewissen Stolz.

    Sie war vielleicht nicht schön und schon gar nicht beeindruckend. Aber sie stand. Anschließend konnten wir auch das Autozelt aufstellen, das wir als Spende bekommen hatten.

    Und irgendwo musste jedes Camp beginnen.


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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Als ich mich nach fünfeinhalb Stunden endlich zurückzog, war ich müde, aber glücklich. Wir hatten ein gelb-rotes Party-Zelt, Paprikapflanzen, ein gelbes Fass, einige gespendete Nägel, ein paar Unterstände und die erste Wand von Prigorodki sowie ein Wagenzelt. In Solnichniy stand ein Unterstand, für den ich mühsam fünfzig Stöcke gesammelt hatte. janinesta (Selina) hatte ihren "HERBERT", das Camp sein "I.K.E.A.-Mobil" und ich endlich wieder eine Armbrust.

    Vor allem waren viele Menschen zurückgekehrt.

    Rio, Cable98 (Tom), janinesta (Selina), 13monk12, Interception, Cobaltblau;P S-TLK, Pinky und all die anderen hatten auf ihre Weise etwas zu diesem ersten Tag beigetragen. Zwei neue Überlebende namens Browney und "Wolfi" hatten etwas Warmes zu essen und eine sichere Fahrt ins Landesinnere bekommen. Mit I.K.E.A. war ein friedlicher Handel möglich gewesen. Selbst eine Begegnung, die mit zwei Schüssen begonnen hatte, endete damit, dass jemand verbunden wurde und weiterleben durfte.

    Ein Wipe machte aus uns keine neuen Menschen. Er nahm uns weder unsere Erfahrungen noch unsere Fehler ab. Vielleicht lag genau darin aber auch etwas Gutes, denn ebenso blieben unsere Freundschaften, unsere Hilfsbereitschaft und die Erinnerung daran erhalten, weshalb wir bestimmte Orte immer wieder aufbauten.

    Prigorodki bestand an diesem Abend erst aus wenigen Dingen und einer einzigen Wand. Für mich war es trotzdem wieder ein Camp.

    Nicht wegen dessen, was bereits dort stand, sondern wegen der Menschen, die gekommen waren.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛


    🎞️ Video-Stream vom 14.08.2026:

    ⚒️DayZ mit Herz-Alles weg. Und jetzt? Neustart in Chernarus (Herzzeit-Spezial #032) #gdz #dayz
    Hallo ihr Lieben,Der Wipe ist durch – Chernarus steht wieder auf Anfang. Keine Vorräte, keine Camps, keine Sicherheiten. Nur ein leerer Rucksack und die Frag...
    youtube.com

    🎯 8. Runde 🎯
    LKI – "Lass Krachen In..." miez AIRDROP -
    (Okay, okay..... es wird halt wieder mal ein "manueller" Airdrop... 😉)

    Dein wöchentliches PvP-Feuerwerk auf GermanDayZ.gg

    📅 Freitag, 21.08.2026 | 🕣 20:30 – 23:59 Uhr (Vanilla Chernarus)

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    🔥 Was ist LKI? (für alle, die gerne in den Archiven von GDZ stöbern: So ist es entstanden...)

    Einfach erklärt: PvP, pur und ohne Kompromisse.

    Scopes geputzt? Magazine voll? Rucksack mit Loot? Dann los – ballern, was das Zeug hält!

    Merkt euch Freitagabend mal 20:30 Uhr vor.

    Ganz unkompliziert:

    • Wer kommt, kommt.
    • Wer nicht kommt, hat entweder gute Gründe… oder Angst.
      Im schlimmsten Fall beides. 👀

      Ablauf:
    • 📍 Der Ort wurde aus 35 Möglichkeiten ausgelost und wird nach und nach per Servernachricht in mehreren Schritten bekanntgegeben.
      • 20:30 – Eventstart
      • 20:35 – Erste Sichtung des Helikopters per Chatnachricht auf dem Server
      • 20:40 – Angabe der groben Flugrichtung per Chatnachricht auf dem Server
      • 20:50 – Weitere Positionsmeldung per Chatnachricht auf dem Server
      • 21:00 – Radarkontakt verloren
      • 21:10 – Explosionen gemeldet
      • 21:20 – Absturz bestätigt und benannt per Chatnachricht auf dem Server

    • 🏃‍➡️ Ihr begebt euch zum Zielgebiet
    • 🎯 Das Zielgebiet wird mit einem Reifenfeuer und einem abgestürzten Heli markiert.
    • 🔫Ihr kämpft für die Kills und die Kisten (und natürlich für den Spaß...)
    • 🪙 Der Pilot hat mit letzter Kraft den Loot teilweise versteckt. Bringt ne Schaufel oder sowas mit zum Ausgraben ;)


    🏆 Was gibt es zu gewinnen?

    trophyImage-8.png
    • Derjenige mit den meisten Kills im Eventgebiet (Radius 3km um die Absturzstelle) wird zum Schützenkönig
      und erhält für dieses Event die Forentrophäe "Deathmatch-Sieger" in Bronze.
    • Überraschungsloot, sowie Südfruchte ;) Schnappt sie euch alle! Am Ende der Season werden die Spieler bzw. die Fraktion/Gruppe mit den meisten vorzeigbaren Südfrüchten mit einer Trophäe belohnt.
    • Ruhm und Ehre
    • Und hoffentlich eine Geschichte, die man noch lange erzählt!


    Und aufgrund einiger Nachfragen hier unsere FAQ:

    ❓ FAQ – „Lass krachen in… RELOADED“

    🔸 Muss ich mich anmelden?
    Nein. Einfach auftauchen, kämpfen oder sterben. Ganz unkompliziert.

    🔸 Was genau ist das Event eigentlich?
    Im Prinzip ist es ein manueller Airdrop auf Vanilla:
    Hinrennen, die Kiste sichern, andere nicht an sich vorbeilassen – und dabei möglichst selbst am Leben bleiben.

    🔸 Muss ich die Kiste looten?
    Nein. Du kannst auch einfach nur fürs PvP und Chaos erscheinen. Niemand zwingt dich, die Kiste anzufassen.

    🔸 Was ist in der Kiste?
    Überraschungsloot. Mal mehr, mal weniger wertvoll. Genaues wird vorher nicht verraten.
    Es gibt aber eine Chance auf besondere Items, die man so im "normalen" Spielverlauf nicht bekommen kann.

    🔸 Wie gewinnt man?
    Im Forum wird der „Schützenkönig“ mit den meisten bestätigten Kills im Eventzeitraum aufgelistet. Zusätzlich werden die Killlogs veröffentlicht.

    🔸 Kann man nicht einfach warten bis andere die Kiste looten und sie dann erschießen?
    Doch. Und genau deshalb wird das Ganze vermutlich komplett eskalieren. ;)

    🔸 Darf ich im Team spielen?
    Ja. Solo, Duo oder Gruppe – alles erlaubt.

    🔸 Darf gecampt, gesniped oder Hinterhalt gelegt werden?
    Ja. Das Event ist bewusst offen gehalten. Solange die allgemeinen GDZ-Regeln eingehalten werden, ist nahezu jede Spielweise erlaubt.

    🔸 Wann wird das Zielgebiet bekanntgegeben?
    Nicht sofort.
    Der Eventablauf simuliert einen Helikopterflug und späteren Absturz.

    Die ersten Meldungen starten bereits vor 21 Uhr.
    Erst um 21 Uhr wird das konkrete Zielgebiet bekanntgegeben.

    🔸 Sieht man ingame, wo das Event stattfindet?
    Ja und nein.

    Es gibt:

    • Chatmeldungen im Spiel unten links
    • eine Rauchseule an der Absturzstelle (ähnlich den dynamischen Heli-Crashes)
    • Eine Kartenmarkierung oder Modded-Airdrop-Anzeige gibt es nicht. Es bleibt Vanilla.

    🔸 Was ist, wenn ich die Rauchsäule nicht sehe?
    Dann musst du näher ran und suchen. 😉

    Genau darum geht’s:
    Das Event soll kein Sniper-Schach werden, sondern Bewegung erzeugen.

    🔸 Wo erscheinen die Eventmeldungen?
    Im normalen Vanilla-Chat unten links.
    Also Augen offen halten.

    🔸 Wie groß ist das Eventgebiet?
    Der aktive Bereich umfasst ungefähr 1 km* rund um die Absturzstelle.

    🔸 Was passiert nach dem Tod?
    Es gelten die normalen Vanilla-Spawnmechaniken. Wer stirbt, spawnt ganz normal an der Küste und muss selbst entscheiden, ob er zurückläuft oder sein Schicksal akzeptiert.

    🔸 Gibt es Base-Raids oder Sonderregeln während des Events?
    Nein. Es gelten weiterhin die normalen GDZ-Serverregeln.

    🔸 Wird das Event gestreamt?
    Das hängt davon ab, wie es zeitlich klappt. Falls ja wird es beim germandayz-Twich Kanal (

    Externer Inhalt www.twitch.tv
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    ) übertragen. Streamsniping nicht erlaubt!

    🔸 Werden alle möglichen Eventorte verraten?
    Nein. ;)
    Ein paar Überraschungen müssen für zukünftige „Lass krachen“-Events ja noch bleiben.

    🔸 Warum findet das Event überhaupt statt?
    Weil Sommerloch ist.
    Und weil manche Menschen zu viele Waffen und zu viel Zeit besitzen.

    *Die genaue Zahl kann variieren, je nach Spielgeschehen.

    [gdz]Fraktionen auf Vanilla Chernarus 1.29/2[gdz]

    Hallo ihr lieben Überlebenskünstler da draußen!

    In Anlehnung an Zoppel s legendäres Fraktionsthema auf den Modded-Servern, das Smokey Eyes und Vivi übernommen haben,

    findet ihr hier eine Übersicht der aktuell aktiven Gruppen, Fraktionen und Institutionen auf unserem GDZ Vanilla Server – inklusive ihrer Ansprechpartner.


    Viele dieser Gruppen haben eine eigene Geschichte, die ihr unter Community Storys Vanilla nachlesen könnt.

    Die Kriterien fürs Gelistet werden haben sich in dieser Season etwas geändert.
    Wenn ihr auf der Liste erscheinen wollt, müsste ihr eine Institituions-, Gruppen- bzw. Fraktionsaufgabe lösen und somit zeigen, dass ihr verlässlich "da" seid.
    Die Deadline für die Season 1.29/2 endet am 13.09.2026.

    Falls ihr als neue Gruppe, Instituiton oder Fraktion gelistet werden möchtet, ist das nur noch zu Beginn der neuen Season möglich.
    Alte Gruppen oder Fraktionen können sich beim Wunsch auf Reaktivierung bei mir melden.

    ~ ~ ~

    Vielen Dank an alle, die sich hier öffentlich präsentieren möchten! Davon lebt unser Server und unsere Geschichten :)

    Ein Teil der Spielerschaft bleibt jedoch auch bewusst im Hintergrund – sei es als Einzelspieler, kleine Gruppe oder loser Zusammenschluss.

    Diese Akteure kommen und gehen, manche sind schon länger dabei, wollen aber nicht öffentlich in Erscheinung treten.

    Sie werden im Rahmen meiner serverweiten Erzählungen genannt, aber hier nicht explizit als aktiver Clan oder Gruppe aufgeführt.
    Als "Stimmen aus dem Untergrund" zählen sie zusammen zur sogenannten Dunkelziffer.

    Ob sichtbar oder im Verborgenen: Wir alle prägt den Server auf unsere eigene Weise. Vielen Dank dafür! :)

    Wo wir dann auch schon zur Auflistung der jeweiligen Rubriken für die Season 1.29/2 kommen.
    Auf Geht's!


    Institutionen:


    Zitat

    Institutionen

    Das sind Organisationen oder Einzelspieler, die unabhängig von Fraktionen oder sogar fraktionsübergreifend handeln. Sie übernehmen eine feste Aufgabe zum Wohle des Servers bzw. der Gemeinschaft – dauerhaft und verlässlich. Dabei ist die Anzahl der Mitglieder egal – wichtig ist nur, dass die Aufgabe erfüllt wird.


    ⛑️Die Samariter von Chernarus (SvC)


    Die Samariter von Chernarus

    Bambi_Samariter_small.gif

    Wir, die "Samariter von Chernarus", sind eine Gruppe von Spielern in Chernarus, die sich darauf spezialisiert haben, anderen Spielern zu helfen. Wir versorgen Freshspawns (aka "Bambis") an den eigens dafür gerichteten Bambi-Auffanglagern an der Küste, aber auch Neulinge und erfahrene Spieler erhalten gerne Ausrüstung und Tipps. Wir stehen als Ansprechpartner für Fragen und Unterstützung zur Verfügung. Auch wenn der Finger am Abzug vieler in Chernarus meist locker sitzt, so sind wir in der Regel friedfertig und versuchen Begegnungen zunächst mit Worten zu lösen.

    • Wir bleiben in der Regel neutral
    • Wir reden zuerst
    • Wir sind keine Söldner, die für andere kämpfen
    • Wir helfen jedem, der unsere Hilfe benötigt (außer, er oder sie versucht sie zu töten... dann wünsche wir den Betroffenen schonmal die Salmonellen an den Hals...)
    • Wir haben Freunde und Unterstützer in Chernarus und wollen auch genau das für andere sein
    • Auch zur Vermittlung bei Konflikten werden wir uns gerne beteiligen, sofern Bedarf besteht

    Unsere Organisation besteht aus unterschiedlichen Teilen:

    1. Der "harte Kern"

    Dies sind die Mitglieder, die den Kern des Teams darstellen und sich um Planung, Aufbau und Umsetzung der Idee

    "Bambi-Auffanglager" kümmern. Zu erkennen an den blauen Armbinden.

    Unsere BambiCamps (aktuell im Aufbau):

    • Auffanglager in Chernogorsk
    • Auffanglager in Prigorodki
    • Auffanglager in Elektrozavodsk
    • Auffanglager in Solnichniy
    • Auffanglager in Berezino


    2. Kommissarische bzw. freischaffende Leiter von anderen Auffanglagern:

    Dies sind Einzelspieler oder auch Mitglieder anderer Gruppen oder Fraktionen, die es sich zusätzlich zur Aufgabe gemacht haben, ein bestimmtes Auffanglager zu betreuen und zu versorgen.

    In der Season 1.29

    • N.N

    3. Die Ehrenamtlichen ( "Helfende Hände"):

    Dies sind Einzelspieler oder auch Mitglieder anderer Gruppen, die im Falle eines Hilferufs zur Tat schreiten oder gelegentlich die Auffanglager mit brauchbarem Material wie Essen und Kleidung befüllen.


    ~~~

    Wir freuen uns, anderen Menschen zu helfen, die Apokalypse zu überstehen und den Glauben an das Gute im Menschen nicht zu verlieren.

    ~~~

    ⛺ Tishina Vanilla

    Tishina (тишина) (Vanilla)

    Tishina_Vanilla_Logo_klein.png

    Das friedliche Community-Dorf Tishina wird von sehr vielen Gruppen und Spielern als neutraler Boden genutzt, vergrößert und mit Leben befüllt.

    Diese ehrenhaften Spieler, respektieren das neutrale Dorf und nutzen dies als Ort der Begegnung.

    Tishina sieht in jeder Season anders aus und es gemeinsam aufzubauen liegt in der Verantwortung der einzelnen Spieler, Gruppen und Fraktionen.

    Besonderheit:

    Wie auch auf den gemoddeten Server, beherbergt das gleichnamige, neutrale Dorf seine eigenen Bewohner oder Durchreisenden. Diese Vereinigung bewirtschaftet das geheime und neutrale Dorf Tishina. Das Dorf befindet sich an einem speziellen Ort auf der Karte. Tishina ist aber mehr als nur ein Ort. Es ist eine Verbindung zwischen Freunden.

    Fraktionen:



    Zitat

    Clans/Fraktionen


    Die aktivsten und größten Gruppen auf den GDZ-Servern – die „Königsklasse“. also unsere "Big Player"

    Mind. 4 aktive Spieler sowie ein eigenes Thema im Breich "Vanilla-Community-Story"- Gruppenfoto mit erfüllter Aufgabe zur Aktivitätsprüfung - Gebietseitrag auf der Karte



    Gruppen:


    Zitat

    Gruppen

    • Spielergemeinschaften, die aktiv auf dem GDZ Vanilla Chernarus Server unterwegs sind, aber nicht die Größe oder Ambitionen einer Fraktion haben – oder bewusst einfach eine Gruppe bleiben möchten.
    • Mind. 3 aktive Spieler - Vorstellungstext hier im Them verlangt, Logo optional
    • Ein eigenes Thema im Community Storys-Bereich ist nicht nötig, aber gern gesehen.

    Duos und Einzelspieler:


    Zitat

    Duos und Einzelspieler

    • Sind unsere "Lone Wolves", also Solo-Spieler oder Duos, die sich durch lange Aktivität, Bekanntheit und einem gewissen "Unterhaltungsgrad" hier einen Namen gemacht haben.



    Inaktiv


    Zitat

    Inaktiv oder ausgeschieden

    • Clans oder Fraktionen, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr aktiv sind, gelten als inaktiv. Bei Rückkehr kann der frühere Status wiederhergestellt werden.

    Stimmen im Untergrund:



    Zitat

    Stimmen im Untergrund/Dunkelziffer

    • Der große Teil der Spielerschaft.
    • Diese Spieler, Gruppen oder Zusammenschlüsse kommen und gehen. Manche von ihnen gibt es auch schon länger, aber sie möchten lieber im Hintergrund bleiben und nicht von sich reden machen.
    • Ich benenne diese Gruppen im Rahmen meiner Servererzählungen, aber sie werden nicht auf der Karte gelistet, egal wie groß oder aktiv sie sind. Sie zählen zur Dunkelziffer.

    ~ ~ ~


    Von allen Anderen haben wir aktuell leider keine Rückmeldung bzw. kein Lebenszeichen erhalten, daher werden diese in 1.29/2 auch erst einmal nicht als aktiv aufgeführt.
    Wer hier von den Altbekannten noch als Gruppe oder Einzelspieler gelistet werden möchte, kann sich gerne via privater Nachricht bei mir melden.

    Neue Fraktionen/Institutionen/Gruppen/Einzelspieler sind für die nächste Season 1.30 gerne gesehen und dürfen sich hier selbstverfreilich vorab schon vorstellen!

    Germandayz_gg_Discordicons_gruppen.png


    [gdz]Fraktionen und Gruppen auf Vanilla Chernarus [gdz]
    (Die Sonder-Season 1.29/2)


    Hallo liebe GDZ-Community,

    Die Season 1.29 war mal wieder etwas länger, aber nun ist 1.29/2 ist nun im Start.
    Viele von euch sind bereits vielerorts gut in die neue Season gestartet.

    In dieser Season möchten wir natürlich auch wieder wissen, wer mit uns so den Server belebt:
    Fraktionen, Gruppen, Einzelspieler und Institutionen – zeigt euch!
    Meldet euch hier und lasst uns wissen, dass ihr wieder mit am Start seid :)

    Fraktionen und Institutionen sollten sich der Fraktionsaufgabe stellen, damit sie als Fraktion gelistet werden.
    Für bereits bestehende Gruppen ist ein „Wir sind diese Season wieder dabei!“ ausreichend, wir freuen uns aber auch immer über Fotos!


    ⁉️Verwirrt über die Begriffe "Gruppen", "Fraktionen", "Institution" und "Einzelspieler"?
    ➡️ Dann schau bitte hier: Wie gründe ich eine Gruppe / Institution / Fraktion?

    Season-Aufgabe für die Fraktionen,
    Einzelspieler und Institutionen auf dem GDZ Vanilla Chernarus Server
    (und optional auch Gruppen) in der 1.29/2


    Titel: "Das war knapp!"

    Ihr müsst (oder dürft) für die Teilnahme ein Foto einreichen auf dem Folgendes zu sehen ist:

    - Mindestens 4 Personen (Bei Gruppen 3)
    - Eine Person sollte verletzt sein (z. B. Uncon, geschient, eine Augenklappe tragen bzw. bandagiert sein, oder gebückte Haltung aufgrund niedriger Gesundheit haben)

    Wahlweise:

    - Ein rauchendes oder deutlich beschädigtes Fahrzeug oder einen abgestürzten Helikopter im Hintergrund.

    ODER:

    - Ein Graffiti oder eine bemalte Hauswand im Hintergrund


    Für Einzelspieler und Fraktionen ist das Bild verpflichtend. Für Gruppen optional.
    Ob das Foto episch oder ein Spaßfoto wird, überlassen wir ganz euch ;)

    Wichtig: Die Bilder müssen spätestens bis zum 13. September 2026 hier eingereicht werden,
    damit ihr den Einzelspieler, Institutions- oder Fraktionsstatus behalten oder erlangen könnt.


    Anforderungen - Für Eilige

    • Fraktionen: Für euch ist das Bild verpflichtend, Anforderung siehe oben.
    • Institutionen und Einzelspieler: Für euch ist das Bild verpflichtend, Anforderung siehe oben.
      Einzelspieler, ja… das seid dann ihr selbst. Keine Ausreden. Wichtig ist aber, dass ihr euch schon in den letzten Seasons auf dem Server einen Namen (z. B. in unserer Servergeschichte) gemacht habt und man euch auch kennt 😉
    • Gruppen: Ein Bild ist optional, aber wir freuen uns sehr darüber, wenn ihr eines einreicht. Ihr braucht keinen zusätzlichen Fotografen.
      Drei Personen reichen völlig.


    📝 Eine kleine Erinnerung an Gegenwärtiges und Vergangenes

    Alle Regularien gelten seit der 1.28/2
    Wer sich die Details zu den Rubriken anschauen möchte, findet sie hier: Wie gründe ich eine Gruppe, Institution oder Fraktion?
    Für alle, die gerne in der Vergangenheit wühlen: Archiv – Fraktionen Vanilla Chernarus


    Wir freuen uns schon riesig auf eure kreativen vielleicht auch lustigen Bilder
    ob nun professionell inszeniert oder spontan geknipst.

    Lasst uns gemeinsam eine kurze, aber explosive Season erlebe.

    Eine Klarstellung aus Prigorodki vom 17.08.2026



    Hallo ihr Lieben!

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas noch einmal schreiben muss. Aber die letzten Tage haben offenbar gezeigt, dass es notwendig geworden ist.
    Derzeit laufen Menschen mit blauen Armbinden durch unser Chernarus, die nicht zu den Samaritern gehören.

    Das allein wäre kaum der Rede wert. Missverständnisse passieren.

    Inzwischen wurde allerdings auch eine Person durch mehrere Zeugen in einem Militärgebiet gesehen, die nahezu eins zu eins mein bekanntes Outfit der letzten Season trug.
    Erschwerend kommt hinzu, dass eine entsprechend gekleidete Person auch jüngst eine Rolle in einem Raid gespielt haben könnte.

    Und selbst ein Fahrzeug, das Suedas "WITTWENMACHER" aus der vergangenen Season in Modell und Farbgebung auffallend ähnlich sieht, ist gestern an der Küste gesichtet worden.

    Ich werde an dieser Stelle niemandem irgendwelche Absichten unterstellen, die ich nicht beweisen kann.
    Jeder darf sich anziehen, wie er möchte.
    Jeder darf sein Auto gestalten, wie er möchte.
    Trotzdem hinterlässt die Summe dieser Dinge bei mir inzwischen einen ausgesprochen bitteren Beigeschmack.

    Denn es ist das eine, sich inspirieren zu lassen.

    Es ist etwas anderes, durch Chernarus zu laufen oder zu fahren und dabei den EIndruck zu erwecken es handele sich um uns.
    Insbesondere dann, wenn in diesem Erscheinungsbild Dinge geschehen, mit denen wir nichts zu tun haben und für die wir niemals unseren Namen hergeben würden.


    Deshalb ganz deutlich:

    Nicht jeder Mensch mit blauer Armbinde ist ein Samariter. Nicht jeder Mensch, der aussieht wie ich, hat auch ein Herz aus Gold.
    Es gibt wieder ein falsches Herz. Aber an den Taten werdet ihr es erkennen.
    Und nicht jedes Fahrzeug, das euch bekannt vorkommt, gehört zu uns.

    Ich finde es traurig genug, dass diese Klarstellung überhaupt notwendig ist.
    Jedenfalls wünsche ich mir, dass jeder wenigstens den Anstand besitzt, seine eigenen Entscheidungen unter seinem eigenen Gesicht zu fällen.
    Denn für meine Fehler, meine Entscheidungen und meine Taten stehe ich ein. Für die Dinge, die die Samariter tun, stehen die Samariter ein.

    Für die anderer Menschen lasse ich mich jedoch nicht benutzen.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

    Steam Stable 1.29 Road to Badlands Update 2 - Version 1.29.163709 (Release on 12.08.2026)

    NOTES

    • Consider using the Steam client option to verify the integrity of the local game cache to avoid corrupted data after downloading this update.
    • Consider de-fragmenting your HDD after downloading large updates.
    • In case of problems, please check the Bohemia Interactive support F.A.Q., DayZ F.A.Q., or BattlEye F.A.Q.
    • You can help us to further improve the game by posting your feedback on the Feedback Tracker.

    GENERAL GAME

    CHANGED

    • The Holo Sights reticle is now thinner
    • Small CE tweaks

    FIXED

    • A server crash (T199911)
    • Built-up tents could not be interacted with (T200166)
    • Black variant of SCR 17 had less HP than the default one

    KNOWN ISSUES

    OOC – Wieder geht eine Season geht zu Ende …

    20260420211302_1.jpg

    Abschluss & Dank zur Season 1.29

    Wenn ich auf die 1.29 zurückblicke, fällt mir vor allem eines auf: Wie viele Menschen diese Season geprägt haben.
    Nicht immer auf dieselbe Art und bei weitem nicht immer friedlich. Manchmal als Freunde, manchmal als Gegner, manchmal als Fremde, die irgendwann keine Fremden mehr waren. Und manchmal auch als Menschen, bei denen ich bis zum Schluss nicht so genau wusste, auf welcher Seite wir eigentlich gerade standen.

    Die 1.29 hatte dabei etwas, das ich nach der sehr intensiven letzten Season dringend gebraucht habe. Sie war nicht frei von Konflikten. Ganz im Gegenteil!
    Aber viele dieser Konflikte blieben dort, wo sie hingehören: im Spiel. Wir konnten streiten, kämpfen, uns gegenseitig misstrauen, Autos klauen, Basen auseinandernehmen und uns mit Pfeilen, Kugeln oder ziemlich fragwürdigen Entscheidungen das Leben schwer machen und uns danach trotzdem wieder "normal" und vor allem respektvoll begegnen.

    Vielleicht war gerade das für mich eine der wichtigsten Erfahrungen dieser Season.

    Deshalb wie immer zuerst und ganz bewusst:

    💛 Danke an die Samariter.

    An janinesta (Selina), Pinky, WhiskeyMixer, Black Lion, Jammet, s-tlk, The_GraveDigger.
    Sowie Rio, Jannnik und all die anderen helfenden Hände, die unsere Camps getragen, aufgefüllt, repariert, bewacht und verteidigt haben.

    Prigorodki war auch diesmal nicht deshalb ein Camp, weil dort ein paar Zelte und ein Turm standen. Es war ein Camp, weil Menschen immer wieder dorthin zurückgekehrt sind.

    janinesta (Selina) und Pinky waren gefühlt häufiger gemeinsam auf irgendwelchen Versorgungstouren unterwegs als zu Hause und haben dabei vermutlich einen nicht unerheblichen Teil des Fahrzeugbestandes von Chernarus verschlissen 😅 Dafür wurden Menschen abgeholt, Neulinge gerettet, Konvois abgefahren, Kühler gebracht und Dinge organisiert, von denen ich manchmal erst hinterher erfahren habe.

    Pinky: Danke mal wieder fürs Ranschaffen und Aufstöbern von allem, was nicht festgeschraubt war. Danke für deine Geduld im Umgang mit eigenwilligen Rollenspielern am Camp und dass du einfach nach wie vor der Ruhepol schlechthin bsit.

    Selina: Danke fürs Zusammenhalten, Mitdenken, mit auf Spur bringen, Versorgen und dafür, dass selbst ein verlorener HERBERT irgendwie nie das Ende der Welt war. Es gab schließlich immer noch HERBERTA, HERBERTIUS oder irgendeinen anderen armen Gunter, dessen Schicksal damit bereits besiegelt war.

    Ein großes Danke geht auch an WhiskeyMixer. Nicht nur für deine Hilfe in und um Prigorodki, sondern auch für all die völlig normalen Unternehmungen, bei denen am Ende erstaunlich häufig ein Auto kaputt, jemand tot oder irgendeine neue Geschichte entstanden war. Und natürlich für "Two to Tango". Gemeinsam mit NiggoB hast du da etwas auf die Beine gestellt, das für mich neben dem Sturm auf die CHAOS-Base und dem Abschlussballern zu den schönsten Community-Momenten dieser Season gehört.

    Danke an NiggoB – für I.K.E.A., für Diskussionen, gemeinsame Aktionen im Rollenspiel ( Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 dank!) und dafür, dass wir trotz unterschiedlicher Positionen immer wieder miteinander reden konnten. Und natürlich dafür, beim Abschlussballern irgendwann doch noch zu meinem verdammten Turm zu kommen und mich dann auch noch "versehentlich" zu erschießen. Ich habe gewartet! :D


    💛 Danke an I.K.E.A., CHAOS, W.A.L.T. und RAC.

    Ihr habt einen erheblichen Teil dieser Season geprägt – und vermutlich ebenso viele unterschiedliche Versionen davon, was eigentlich passiert ist. ;)

    Zwischen I.K.E.A., CHAOS, W.A.L.T. und RAC entstanden Konflikte, Bündnisse, Gegenschläge, Flugblätter, Protokolle und Interpretationen, bei denen ich irgendwann den Verdacht hatte, dass drei Leute dasselbe Ereignis beobachten konnten und wir anschließend vier verschiedene Wahrheiten darüber hatten.

    Und genau das mochte ich daran.

    Danke an Kallele, Davus  autisticdeer und Arndt für CHAOS.

    Ihr habt mich in dieser Season mehr als einmal wahnsinnig gemacht. Ich habe an euch gezweifelt, euch misstraut, mich über euch geärgert und mich gefragt, ob frühere Gespräche und Entschuldigungen eigentlich noch irgendeinen Wert hatten. Gerade die Sache mit Chantal hat einiges wieder aufgerissen. Und dann steht ausgerechnet Arndt irgendwann in Prigorodki und verteidigt unser Camp gegen Angreifer. Solche Momente mag ich. Weil Figuren dadurch eben nicht einfach „die Guten“ oder „die Bösen“ sind.

    Kalle und Davus: Danke auch dafür, dass wir trotz allem immer wieder auf Augenhöhe zurückgefunden haben. Spätestens beim Abschlussballern wurde das für mich noch einmal sehr deutlich. Wir haben uns gegenseitig an die Küste geschickt, meinen Turm in ein ziemlich trauriges Stück Architektur verwandelt – und Punkt zwölf gemeinsam aufgeräumt und uns zu guten Aktionen gratuliert. Genau so darf Konkurrenz für mich sein.

    Und Kalle: Ich hoffe, du bist glücklich mit „deiner“ Armbrust. Geschenke scheinen bei CHAOS offenbar nur eine Leihgabe zu sein. Lass mal wieder von dir hören und viel Glück auf deinem weiteren Weg! Ich glaube lange kannst du CHAOS eh nicht fern bleiben ;)

    Auch an RAC geht mein Dank. Gerade die Geschichte um Blitzo, die Rostige Axt, den verschwundenen Schneefuchs und die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Ereignisse hat gezeigt, wie schnell aus Vertrauen Misstrauen entstehen kann – und wie wichtig es ist, irgendwann doch miteinander zu reden. Und die Sache mit den Regenwürmern an den Camps war rollenspieltechnisch ein super Runnin Gag. Daher danke an Sickboy, Homeless , LiquidNexxus und wer sonst noch zu euch gehört.

    Und ja: Ich habe eure Sicht gelesen. ;)

    Danke auch an Crippsy77, Der_Fremde / Heisenberg für unglaublich lustige und wertvolle Rollenspielmomente. Es war mir ein Vergnügen mit euch zu spielen und vor allem Der_Fremde / Heisenberg hat mir gezeigt, wie rücksichtsvoller RP bei GDZ möglich ist und wir konnte eine schwierige Szene mit Bruder_Tommy am Ende sehr gut auflösen. Danke dafür!

    In dem Atemzug auch danke an die Kirche von Morthana und Nickel mit vonBausch sowie dem Austauschakolyten Greeny_29 und natürlich Gustav Gans . Die Kirche ist rollenspieltechnisch aus unserer Geschichte nicht mehr wegzdenken. Mal sehen, wie es mir ihr weitergehen wird.


    💛 Danke an die vielen neuen und alten Gesichter.

    Chantal war für mich eine der schönsten Entwicklungen dieser Season. Von den ersten Schritten über versehentlich selbst abgenommenes Blut, Wundbrand, Zombieprobleme und die Hoffnung, irgendwann einmal 24 Stunden am Stück zu überleben, bis hin zu gemeinsamen Touren und ihrem eigenen kleinen „Beauty Palace“.

    Danke dafür, dass du dich auf uns eingelassen hast. Und ja: Du sahst dabei selbstverständlich gut UND gefährlich aus. ;)

    Danke an Tim ( Interception), unseren "Tomaten-Tim", der aus Elektrozavodsk innerhalb kürzester Zeit gefühlt eine landwirtschaftliche Großproduktion an Tomaten gemacht hat und zwischendurch aus seiner eigenen Basis gerettet werden musste. Danke auch für das Verteidigen des Camps beim Abschlussballern. Es hat ungeheuer Spaß gemacht!

    Danke an baerle für den Beweis, dass man durchaus an der „Ostküste“ sein kann, während man in Elektrozavodsk eine Autohupe hört. GPS à la Selina funktioniert. Und natürlich auch fürs Helfen beim Abschlussballern. Ich hoffe, du hast mit deiner neuen Gruppen, den Chicks in Action, eine tolle Zeit :)

    Danke an die Serben um Luditosha, Tony, Leka und Jaro. Unsere erste Begegnung begann mit einem Armbrustpfeil, der an meinem Kopf vorbeiflog, und endete damit, dass wir euch ein Auto, Baumaterial und Essen organisierten und ihr uns später nach einem Unfall mit einem Kühler ausgeholfen habt. „You helped us, now we help you.“ Manchmal braucht es für gutes Zusammenspiel wirklich nicht mehr.

    Danke an Johann und Trebossa, cookfrags und Sense, Felixwert100, 13monk12, Vezir, Batex, Toah, Erik und seinen Freund und die vielen anderen Menschen, die teilweise nur kurz durch unsere Geschichte gelaufen sind und trotzdem etwas darin hinterlassen haben. Auch wenn ich jemanden vergessen haben sollte, es ist einfach Wahnsinn was diese Season wieder an Begegnungen, Momenten und Geschichten da war.

    Und natürlich danke an "Rosethorn", der mir noch einmal gezeigt hat, wie fremd Chernarus wirken kann, wenn man diese Welt mit völlig anderen Augen betrachtet. Ich hoffe, dein Nest hat gehalten, auch wenn ich sicher bin, dass die Geschichte um dich noch eine andere Wendung nehmen wird. Wir sind gespannt.


    💛 Danke an E.C.H.O.

    E.C.H.O.: Ich werde vermutlich auch nach dieser Season nicht behaupten können, dass ich immer verstanden habe, was du gerade vorhattest. ;)
    Aber seien wir ehrlich: Das gehört bei uns inzwischen dazu.

    Danke für deine Hilfe, deine eigenwillige Art, deine Aktionen und besonders für die stilleren Momente am Lagerfeuer. Dass ausgerechnet jemand, der draußen teilweise eine Spur aus gebrochenen Beinen und verwirrten Gegnern hinterließ, Chantal Felle zum Sitzen brachte und ihr "besondere" Lederschuhe schenkte, passte erstaunlich gut zu dieser Season.

    Und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 möchte anmerken, dass dir die schwarze SK tatsächlich verdammt gut stand. Besser als ihre DMR jedenfalls...

    Danke für ein überragendes non-verbales Rollenspiel und viele krasse Momente!

    💛 Danke an Vittorio.

    Vittorio/Heleranos Deine Geschichte um den Nebel, die Flammen, Theresa und die Vergangenheit deines Charakters hat wieder etwas ganz Eigenes in diese Welt gebracht. Ich mochte besonders, dass sich unsere Geschichten berührt haben, ohne dass eine die andere verschluckt hat.

    Flammen. Nebel. Freiheit.

    Vielleicht begegnen sich unsere Wege irgendwann wieder. Bis dahin, schau uns gut zu durch den Nebel und unser Lagerfeuer wird für dich immer offen sein :)

    💛 Danke auch an Jay und UltrA.

    Dass alte Namen plötzlich wieder auftauchten, hat bei mir einiges ausgelöst – Freude, Unsicherheit und viele Fragen darüber, was von früher eigentlich noch da ist und was sich verändert hat.

    Die Geschichte rund um den Raid auf I.K.E.A. hat das gleich eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ich war froh, dass sich zumindest ein Teil davon durch Gespräche auflösen ließ und aus Vermutungen keine vorschnellen Gewissheiten wurden. Was die beteiligten Fraktionen daraus machen, ist ihre Geschichte. Meine ist vor allem die Hoffnung, dass alte Verbindungen auch Veränderungen aushalten können.

    💛 Danke an alle Teilnehmer unserer Events.

    An alle, die bei den LKIs sowie beim Sturm auf Zelenogorsk, bei Two to Tango und schließlich beim großen Abschlussballern in Prigorodki dabei waren.

    Die Ringzicken, die Angry Birds, die Helfenden Hände, I.K.E.A., CHAOS und alle anderen Teams und Gäste – auch diejenigen von Modded, die für einen Abend wieder auf Vanilla vorbeigeschaut haben. Events funktionieren nicht, weil jemand Regeln schreibt oder einen hübschen Boxring baut. Sie funktionieren, weil Menschen wie ihr kommen und sich darauf einlassen.

    Das Abschlussballern hat mir das noch einmal besonders deutlich gezeigt.

    Prigorodki lag am Ende halb in Trümmern. Die "Zentrale" fiel. janinesta (Selina) wurde zur Geisel. Ich wurde das zweite mal in meiner GDZ Karriere aus meinem Camp "gepoxt", CHAOS eroberte meinen Turm. Ich kam mehrfach wieder, gewann einen Zweikampf mit autisticdeer, der mich zuvor erschoss (ich hatte keine Munition geladen XD) und irgendwann erschoss ich ausgerechnet E.C.H.O.

    Und danach?

    Punkt zwölf war Schluss.

    Wir gingen gemeinsam in den Funk, gratulierten einander, lachten über einzelne Situationen und räumten zusammen das Camp wieder auf, ehe wir gemeinsam von Crippsy77s Turm sprangen. Das war für mich vielleicht der schönste Abschluss, den diese Season bekommen konnte. Wir waren Gegner gewesen, aber keine Feinde.


    💛 Und natürlich danke an das GDZ-Team.

    • Danke an DagiWeh , at3nd0, Urs  zm4ster sowie den guten ErnaVII. in der wohlverdienten Pause. Danke Für eure Arbeit hinter den Kulissen, für die Zeit, die ihr investiert, und dafür, dass wir diesen ganzen Unsinn überhaupt veranstalten können.
      Auch diese Season gab es Situationen, in denen genauer hingeschaut und eingegriffen werden musste. Gerade als alte Schatten noch einmal auftauchten, war ich froh zu wissen, dass ich mich melden konnte und Dinge ernst genommen und geprüft wurden. Nach den Erfahrungen der letzten Season war das für mich alles andere als selbstverständlich bedeutungslos.
    • Danke an die Eventmanager + CRK + Franky und Sarafiya_Nici ! Es war mir eine Wonne mit euch zu arbeiten und toll, dass auch bei Events auf Vanilla unterstützt wurde. Jederzeit gerne wieder :)
    • Danke an Criosdan für das offene Ohr und Wuestenfuchs für die ganze Arbeite hinter den Kulissen der Fraktionen und Gruppen mit dem widerspenstigen ClanTool...
    • Danke auch an Smokey Eyes und Vivi für die Arbeit in der Community, wo ich immer mal wieder gerne spickel und Ideen für Vanilla abgreife ;)

    Und zuletzt:

    💛 Danke an alle Weggefährten, die diese Berichte gelesen haben.

    An diejenigen, die kommentiert haben. Die im Forum mitgerätselt, gelacht oder eine völlig andere Sicht auf manche Ereignisse hatten. An diejenigen, die die "Herzzeit" verfolgt, Streams, Videos oder Shorts geschaut oder einfach irgendwann gefragt haben: „Was ist denn bei euch schon wieder los?“

    Sehr viel, offenbar. Die 1.29 war für mich keine Season der einen großen Geschichte. Vielleicht mochte ich sie gerade deshalb.

    Sie bestand aus vielen kleinen Geschichten. Aus einem gestohlenen Auto, das irgendwann wieder auftauchte. Aus einem Fremden, der zunächst einen Pfeil nach mir schoss und später einen Kühler brachte. Aus alten Gegnern, die plötzlich ein Camp verteidigten. Aus Neulingen, Tomaten, Boxkämpfen, kaputten Guntern, falschen Verdächtigungen, richtigen Verdächtigungen, Lagerfeuern, Misstrauen und immer wieder dem Versuch, trotzdem zuerst miteinander zu reden.

    Genau das nehme ich aus dieser Season mit: Ich habe in den letzten Seasons unglaublich viel aufgebaut. Nicht nur in Chernarus, sondern auch drumherum. Berichte, Videos, Streams, Events und Geschichten sind ein Teil davon geworden und ich möchte nichts davon missen.

    Aber beim Abschlussballern habe ich gemerkt, dass mir zwischen all diesen Dingen manchmal etwas fehlt: Einfach wieder öfter mit meinen Leuten losziehen. Ohne Event. Ohne Aufgabe. Ohne Bericht im Hinterkopf. Irgendwo hängenbleiben. Uns verlaufen. Ein Auto schrotten. Am Lagerfeuer sitzen. Blödsinn reden. Und einfach schauen, was Chernarus daraus macht.
    Danke an Jammet, dass er das auf den Punkt gebracht hat.

    Aber ich habe auch gemerkt, dass mein "Baby" langsam laufen lernt. Es entstehen Geschichten und Berichte durch euch. Sei es nun das Protokoll zur Stabilisierung von Chernarus durch I.K.E.A, der CHAOS-Kurier von CHAOS oder die Flugblätter von RAC oder Bruder_Tommy . Oder in jedem eurer einzelnen Clips oder Streams wie die von cookfrags und 13monk12. Ich mache es nicht mehr allein, ich darf mich nun auch zurücklehnen und auch einmal "konsumieren". Das ist unglaublich schön und wertvoll für mich!
    Danke dafür.

    Vielleicht ist ein Wipe deshalb diesmal genau richtig. Nicht, um alles wieder so zu machen wie früher.
    Sondern um zwischen all dem Neuen ein bisschen von dem wiederzufinden, weshalb wir irgendwann angefangen haben.

    Danke für die Season 1.29. ♥️
    Danke für die Geschichten, die ihr mir gegeben habt.
    Und vor allem danke dafür, dass ihr dieses Spiel immer wieder zu mehr macht als nur "einem Spiel".

    Wir sehen uns in der 1.29/2.

    – Herz 💛

    08.08.2026 – Tag 122 (Samstag) – Zwischen Freunden und Feinden


    Hallo ihr Lieben!

    Da war er also. Der Tag, auf den wir in den vergangenen Wochen hingearbeitet hatten. Waffen waren gesammelt, Munition gehortet, Vorräte angelegt und wahrscheinlich mehr Schießprügel repariert worden, als ein vernünftiger Mensch jemals brauchen sollte.
    Das traditionelle Abschlussballern stand an.
    Und wenn schon alles bald verschwinden würde, dann sollte wenigstens vorher noch einmal ordentlich Gebrauch davon gemacht werden.


    📦 Drei Depots und sehr viel Zeug

    Viele Leute von F.A.T. halfen bei den letzten Vorbereitungen und ich war eine ganze Weile damit beschäftigt, die gesammelten Waffen zu verteilen und drei Depots einzurichten.
    Da war unser „Honigtopf“, die inzwischen bestens gefüllte „Zentrale“ und schließlich Crippsy77 s Scheune beim Brits Tower, die er uns freundlicherweise für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte.
    Damit war alles bereit.
    Zumindest auf dem Papier.
    Denn kaum begann das Abschlussballern, saß ich im Kochhaus und hörte Schritte vor der Tür.


    🏹 Reden kann man ja trotzdem

    Ich nahm meine Armbrust in die Hand und wartete.
    Derjenige draußen musste nur die Tür öffnen. Dann würde ich schießen.
    Eigentlich.
    Während ich dort stand, merkte ich, wie sich in mir alles dagegen sträubte. Abschlussballern hin oder her – das hier war noch immer unser Camp. Und ich war noch immer ich.
    Also senkte ich die Armbrust ein wenig und begann zu reden.
    Zum Glück.
    Auf der anderen Seite stand Tim (Inception).
    Er hatte überhaupt nicht vor, mich zu erschießen. Mehr noch: Er und baerle erklärten sich kurzerhand bereit, das Kochhaus mit allen Mitteln zu verteidigen.
    Ich bedankte mich und überließ ihnen die Stellung. Denn während rund um Prigorodki langsam die ersten Schüsse fielen, hatte ich eine ausgesprochen wichtige Aufgabe zu erledigen.
    Ich ging angeln.
    Was auch sonst?

    🐟 Fischen im Kugelhagel

    Bei Crippsy77 s Scheune schien bereits einiges los zu sein und auch vom Tower waren immer wieder Schüsse zu hören. Ich sah dort oben jemanden herumklettern, wurde aber in Ruhe gelassen und konnte tatsächlich eine ganze Weile angeln.
    Irgendwann hatte ich einen Rucksack voller Fische.
    Den musste ich nun nur noch irgendwie durch ein Gebiet bringen, in dem inzwischen offenbar jeder auf jeden schoss.
    Bei Elektrozavodsk begegnete mir ausgerechnet ein Bambi.
    „Bitte erschieß mich nicht!“, rief ich ihm entgegen.
    Der arme Kerl wusste nicht einmal, dass er überhaupt eine Waffe im Inventar hatte.
    Ich erklärte ihm kurz, was gerade rund um Prigorodki los war, versicherte ihm, dass ich normalerweise zu den eher friedlichen Bewohnern dieses Landes gehörte, und wünschte ihm eine gute Reise.
    Im namenlosen Dorf briet ich meine Fische und schlich anschließend zurück nach Prigorodki. Die Schüsse waren inzwischen deutlich mehr geworden, aber irgendwie schaffte ich es, den Rucksack abzugeben.
    Dann zog ich mich in meinen Turm zurück.
    Und damit fing das Elend eigentlich erst richtig an.


    💥 CHAOS. Also wirklich.

    Zwischenzeitlich rückte ich noch einmal nach Pusta aus, weil vom Berg aus auf mich geschossen worden war. Den Schützen fand ich nicht.
    Als ich zurückkam, hatte ich dafür andere Probleme.
    CHAOS.
    Kallele, Davus und autisticdeer – TruboTommy – gehörten zu denen, die sich offenbar vorgenommen hatten, mir diesen Abend so angenehm wie möglich zu gestalten.
    Kallele hatte sogar ein ganz persönliches Anliegen.
    Er wollte „seine“ Armbrust zurück. Die Armbrust, die er mir geschenkt hatte, die mit der besonderen Färbung.

    Ich weiß nicht, ob Geschenke bei CHAOS grundsätzlich nur Leihgaben mit sehr langer Rückgabefrist sind, aber für Diskussionen war ohnehin wenig Zeit.
    autisticdeer (TruboTommy) hielt ich zunächst für den Küstenreaper. Er versicherte mir natürlich, dass er mich nicht erschießen würde.
    Ich glaubte ihm kein Wort und ich glaube, er wusste, dass ich ihm kein Wort glaubte.
    Und Davus?
    Ich hatte ein wenig den Eindruck, dass Davus einfach das heillose Durcheinander genoss.
    Während über mir Granaten einschlugen und ich teilweise zusammengekauert im Turm saß, versuchte ich noch immer, mit den Leuten draußen zu reden.
    Man kann es ja wenigstens versuchen.


    ⚔️ Die Samariter verteidigen die "Zentrale"

    Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Auch an der "Zentrale" tobte längst ein Kampf.
    Pinky, janinesta (Selina) und Black Lion hatten dort Stellung bezogen und versuchten unser Depot gegen I.K.E.A. zu verteidigen. Von RAC fehlte jede Spur und E.C.H.O. war allein unterwegs.
    Black Lion opferte sich sogar bei einem ziemlich halsbrecherischen Manöver.
    Doch am Ende fiel die "Zentrale".
    I.K.E.A. nahm sie ein und janinesta (Selina) geriet in Gefangenschaft und wurde als Geisel gehalten.
    Von all dem wusste ich nichts.

    Ich saß in meinem Turm und hoffte nur, dass irgendwann jemand auftauchen würde.
    Denn inzwischen lagen überall Leichen. Einen frisch zurückgekehrten Kallele erwischte ich selbst, als er sich wieder am Camp bewaffnen wollte, aber die Angriffe hörten nicht auf.
    Innerlich flehte ich beinahe darum, dass die Samariter und I.K.E.A. ihren eigenen kleinen Krieg um die "Zentrale" irgendwann ruhen lassen und hierherkommen würden.
    Doch zunächst kam niemand.
    Bis NiggoB und dakel auftauchten.


    🩸 Der erste Tod

    NiggoB legte sich mächtig ins Zeug und erwischte mehrere Angreifer. Dann schoss er gegen die bereits schwer beschädigte Wand meines Turms.
    Ausgerechnet in diesem Moment gab sie nach.
    Ein Geschoss durchschlug die Deckung und traf mich.
    Dann wurde alles schwarz.
    Mein erster Tod an diesem Abend.
    Als ich an der Küste wieder zu mir kam, gab es allerdings keine Zeit, darüber nachzudenken. Ich machte mich zurück nach Prigorodki auf, wo NiggoB inzwischen den Turm übernommen hatte, und stattete mich erneut aus.
    Vom Nordwald näherte sich bald der nächste Angreifer.
    Dieses Mal redete er.
    Warum ich eigentlich immer behauptete, friedlich zu sein, wenn ich jetzt hier im Turm sitzen und Leute „abcampen“ würde?
    Die Frage ärgerte mich.
    Vielleicht auch deshalb, weil ich sie mir selbst schon gestellt hatte.
    Ich erklärte ihm, dass ich nach wie vor keinen Menschen töten wollte. Dass ich aber mein Camp verteidigen würde, wenn jemand mit einer Waffe darauf zustürmte. Das eine schloss für mich das andere nicht aus.
    Wenn er meine Aufzeichnungen sehen würde, sagte ich, würde er vielleicht verstehen.
    Seine Antwort kam in einem Ton, der mir gar nicht gefiel.
    "Das hättest du mir besser nicht sagen sollen...".
    Danach wurde es still.
    Kallele hatte ihn erwischt.

    ☣️ Gas

    Dann kam die nächste Welle.
    Wieder verteidigte ich den Turm. Wieder schlugen Geschosse ein.
    Nur dieses Mal kamen Gasgranaten dazu.
    Das Zeug kroch überall hinein. Meine Augen brannten, jeder Atemzug tat weh und ich wusste ziemlich schnell, dass ich ein Problem hatte.
    Ich hatte sogar mein eigenes Blut dabei und wollte es mir als Gegenmittel spritzen. Nur fehlte mir ausgerechnet das IV-Startkit.
    Natürlich.
    Ich übergab mich.
    Dann wurde wieder alles schwarz.
    Zum zweiten Mal Küste.
    Zum zweiten Mal zurück.
    NiggoB und ich preschten wieder in Richtung Turm und liefen autisticdeer (TruboTommy) über den Weg. Dieses Mal dachte ich nicht lange nach. Ich drückte ab.
    Klick.
    Keine Kugel im Lauf.
    Manchmal entscheidet Chernarus solche Dinge mit einem erstaunlichen Sinn für Humor.
    autisticdeer (TruboTommy) schickte mich zum dritten Mal an die Küste.


    🤝 Leute, mit denen man nicht gerechnet hat

    Und irgendwann mischte sich 13monk12 in den Kampf ein.
    Ich hatte ihn erst gestern kennengelernt.
    Nun stand dieser Mann da und warf sich mit allem, was er hatte, in die Verteidigung unseres Camps. Und erstaunlicherweise hielt er sich verdammt gut.
    Es war ohnehin längst unmöglich geworden, Freund und Feind auseinanderzuhalten.
    Vor dem alten Kochhaus sah ich einen Überlebenden mit einer Waffe. Kein Oberteil. Genau wie NiggoB.
    War das vielleicht unser Erkennungszeichen geworden?
    Der Mann stürmte in die Hütte, in der ich stand.
    „Niggo, bist du es?“
    Keine Antwort.
    Stattdessen hob er seine Waffe.
    Dieses Mal war ich schneller.
    Als der Mann vor mir zu Boden ging, erkannte ich @autosticdeer (TruboTommy).
    Warum hatte er nicht geantwortet?
    Warum hatte er mich nicht erkannt?
    Wahrscheinlich aus demselben Grund, aus dem ich ihn nicht erkannt hatte. Prigorodki bestand inzwischen aus Rauch, Schüssen, halbnackten Überlebenden und Menschen, die nach jedem Tod in irgendeiner anderen Kleidung wieder angerannt kamen.
    Niemand wusste mehr so genau, wer hier eigentlich auf wen schoss.


    🏚️ Der letzte Mann im Turm

    CHAOS hatte unseren Turm inzwischen eingenommen.
    Zelte waren zerstört, Unterstände lagen in Trümmern und von manchen Wänden war nicht mehr viel übrig.
    Wir versuchten noch einen letzten Vorstoß.
    Dabei erwischte ich ausgerechnet E.C.H.O., der ebenfalls auf das Camp schoss.
    NiggoB glaubte schon, wir hätten es geschafft.
    Doch oben saß noch Kallele.
    Und Kallele erwischte ihn.
    Als die Zeit schließlich ablief, war er der letzte Mann im Samariterturm.
    Mehr tot als lebendig, aber er saß da oben.
    Dann schlug die Uhr zwölf.
    Und plötzlich war alles vorbei.


    💛 Punkt zwölf waren wir wieder wir

    Vielleicht war das für mich der merkwürdigste Augenblick des ganzen Abends.
    Minuten zuvor hatten wir noch aufeinander geschossen, Granaten durch Prigorodki geworfen, uns gegenseitig an die Küste geschickt und versucht, dem anderen die letzten Stellungen abzunehmen.
    Und nun trafen wir uns im Funk.
    „Gutes Spiel.“
    „Starke Aktion.“
    „Das war knapp.“
    Wir beglückwünschten uns gegenseitig, halfen Kallele (dem meine Sanitäteruniform gar nicht mal so schlecht stand...) und begannen gemeinsam aufzuräumen.
    Die gleichen Menschen, vor denen ich mich Minuten zuvor noch hinter einer Wand geduckt hatte, halfen nun dabei, das wieder herzurichten, was wir gemeinsam zerlegt hatten.
    Und während ich zwischen den Trümmern stand, begriff ich vielleicht endlich etwas, womit ich in dieser Season immer wieder gehadert hatte.
    Man kann gegeneinander kämpfen, ohne einander hassen zu müssen.
    Man kann auf unterschiedlichen Seiten stehen, sich gegenseitig alles abverlangen und sich anschließend trotzdem wieder die Hand reichen.
    Vielleicht war genau das die Grenze, die mir in den vergangenen Wochen manchmal gefehlt hatte.
    Nicht zwischen Samariter, I.K.E.A., CHAOS oder irgendeiner anderen Gruppe.
    Sondern zwischen einem Gegner und einem Feind.
    Und heute Abend waren wir Gegner gewesen.
    Mehr nicht.


    🌻 Die, die einfach gekommen waren

    Der Abend hatte mir noch etwas anderes gezeigt.
    Menschen waren gekommen.
    Vezir, den ich dadurch erst richtig kennenlernte. Auch cookfrags war dabei. 13monk12, den ich gerade einmal seit einem Tag kannte, hatte plötzlich unser Camp verteidigt. Tim und baerle hatten zu Beginn das Kochhaus gehalten.
    Andere kämpften irgendwo zwischen "Zentrale", "Honigtopf", Scheune und Turm.
    Es waren nicht immer diejenigen, mit denen ich gerechnet hätte.
    Vielleicht war gerade das schön.
    Denn so sehr dieser Abend davon lebte, aufeinander zu schießen, lebte er am Ende doch vor allem davon, dass so viele Menschen gekommen waren, um noch einmal gemeinsam etwas völlig Unvernünftiges zu tun.


    🪨 Warum eigentlich immer Stein?

    Nachdem wir gemeinsam die schlimmsten Schäden beseitigt hatten, ging ich mit den Jungs noch zu Crippsy77 s Turm.
    Und dort taten wir das, was vernünftige Menschen am Ende einer langen und erfolgreichen Season eben tun:
    Wir sprangen runter.
    Eine merkwürdige Tradition.
    Aber eine alte Vanilla-Tradition.
    Für mich war damit die Season beendet.
    Herz-Aus-Gold durfte gehen.
    Die letzten Tage würde Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 über Prigorodki wachen.
    Wir hatten darum natürlich nicht lange diskutiert, sondern die einzig vernünftige Methode zur Entscheidungsfindung verwendet:
    Schere, Stein, Papier.
    Sueda verlor.
    Sie hatte Stein.
    Natürlich hatte sie Stein.
    Warum nimmt diese Frau eigentlich immer den Stein?'


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Das Abschlussballern ist vorbei.
    Und irgendwie lässt mich dieser Abend mit einem seltsamen Gefühl zurück.
    Es war laut, chaotisch und ziemlich genau das, was ein Abschlussballern sein sollte. Überall wurde gekämpft, gestorben, gelacht, geflucht und wieder losgerannt. Prigorodki wurde für ein paar Stunden zum Schlachtfeld und mittendrin stand unser alter Samariterturm unter Beschuss.
    Aber während einige meiner Freunde anderswo kämpften, stand ich plötzlich mit Menschen am Turm, mit denen ich sonst kaum oder gar nicht unterwegs bin, und wir verteidigten gemeinsam dieses kleine Stück Prigorodki.


    Eigentlich war das ein schöner Moment.
    Und trotzdem hat er mich nachdenklich gemacht.
    In den letzten Seasons ist unglaublich viel entstanden: Events, Geschichten, Begegnungen. Unsere Camps sind gewachsen, die Samariter haben sich verändert und irgendwo dazwischen ist auch immer mehr Verantwortung entstanden. Für Orte. Für Menschen. Für Projekte. Für Dinge, von denen ich früher vermutlich nicht einmal gedacht hätte, dass ich sie irgendwann machen würde.
    Ich möchte davon nichts missen.
    Aber vielleicht habe ich gestern auch gemerkt, dass ich zwischen all dem manchmal etwas vermisse.
    Nicht das alte Chernarus. Nicht irgendeine bestimmte Season. Und eigentlich möchte ich auch gar nicht zurück.

    Ich möchte nur wieder etwas öfter mit meinen Leuten losziehen, ohne dass es dafür einen besonderen Grund braucht. Gemeinsam Unsinn machen, irgendwo hängenbleiben, am Feuer sitzen, ein Auto gegen einen Baum setzen und anschließend darüber diskutieren, ob es ein Lag gewesen war. Irgendwohin laufen, obwohl keiner so genau weiß, warum wir eigentlich dorthin wollen.
    Einfach schauen, was Chernarus mit uns vorhat.
    Vielleicht war es deshalb gar nicht schlimm, dass an diesem Abend ausgerechnet andere Menschen mit mir unseren Turm verteidigten.
    Vielleicht musste ich erst einmal merken, dass meine Leute inzwischen auch ihre eigenen Wege gehen. Und dass ich mir wünschen darf, wieder häufiger einen Teil davon gemeinsam mit ihnen zu gehen.


    Am Freitag kommt der Wipe.
    Alles auf Null.
    Vielleicht ist das diesmal gar kein schlechter Zeitpunkt.
    Nicht, um wieder von vorne anzufangen.
    Sondern um zwischen all dem Neuen ein bisschen von dem wiederzufinden, weshalb wir irgendwann einmal angefangen haben.
    Und wenn Chernarus uns dabei wieder völlig andere Pläne vor die Füße wirft?
    Nun.
    Dann schauen wir eben, was daraus wird. 💛

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und wir sehen uns nach dem Wipe!

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

    🎞️STREAM vom Samstag, 08.08.2026

    🌿DayZ mit Herz - Heute Abend schützt mich nichts mehr! (Herzzeit #031) #gdz #dayzrp #dayz
    Hallo ihr Lieben,Es ist so weit: Das große Saison-Finale auf dem GDZ-Vanilla-Server steht an! In dieser Folge der „Herzzeit“ lassen wir die Tradition des Abs...
    www.youtube.com

    07.08.2026 – Tag 121 (Freitag) – Die Falle


    Hallo ihr Lieben!

    Es gibt Dinge, an denen man merkt, dass sich eine Season ihrem Ende nähert. Die Vorräte werden großzügiger verteilt, Autos etwas weniger liebevoll behandelt, überall wird darüber gesprochen, was man vor dem Wipe unbedingt noch machen möchte... tja und irgendwann beginnen Menschen dann plötzlich damit, Sprengfallen in Kochhäuser zu legen.
    Offenbar waren wir an diesem Punkt angekommen.


    ⚠️ Ein Draht zu viel

    janinesta (Selina) meldete sich aus Prigorodki mit einer Nachricht, die mir überhaupt nicht gefiel.
    Im Kochhaus war ein Stolperdraht gespannt worden. Und daran hing nicht etwa eine harmlose Rauchgranate, sondern etwas, das einem den Morgen ziemlich nachhaltig verderben konnte.
    janinesta (Selina) hatte die Falle sogar versehentlich ausgelöst.

    Zum Glück bemerkte sie sofort, was passiert war, und schaffte es gerade noch rechtzeitig in Deckung. Die Granate detonierte, janinesta (Selina) blieb am Leben – und zurück blieb vor allem die Frage, wer so etwas mitten in unserem Camp aufbaute.
    Es war wieder diese Zeit der Season. Wohlstandsdepression...Die Zeit, in der man bei jedem fremden Gesicht etwas genauer hinsah und sich bei jedem Geräusch fragte, ob irgendwo wieder jemand eine ausgesprochen kreative Vorstellung von Humor entwickelt hatte, weil ihm einfach langweilig geworden war.
    Natürlich fiel auch Thorns Name.

    Nicht, weil wir irgendeinen Beweis hatten. Eigentlich hatten wir überhaupt nichts. Aber er war neu, er war sonderbar und wir kannten ihn kaum. Das reichte nicht für eine Anschuldigung – und sollte es auch niemals. Aber für einen Gedanken reichte es leider schon.

    🎭 Die verbotene Maske

    Pinky, janinesta (Selina) und unser Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 rückten später gemeinsam aus und entdeckten in der Blutopia-Halle einen Überlebenden.
    Sie sprachen ihn an.
    Keine Reaktion.
    janinesta (Selina) wurde misstrauisch und fesselte den Fremden schließlich, während Nr. 371 bereits versuchte, die Situation irgendwie zu erklären und sich vorsorglich zu entschuldigen. janinesta (Selina) nahm ihm die Waffen ab – und irgendwann erwachte der Fremde aus seiner eigentümlichen Erstarrung.
    Es war Thorn.
    Der verstand die Welt nicht mehr.
    Nr. 371 allerdings auch nicht.
    Denn Thorn hatte eine Maske getragen.
    Eine ganz bestimmte Maske.
    Sueda hatte sie ihm bereits vom Gesicht gezogen und betrachtete sie mit entsprechend wenig Begeisterung. Die Schweinemaske...

    „Forbidden Mask.“, sagte sie.
    Thorn schaute vermutlich ungefähr so verständnislos wie immer.
    „Mask dangerous.“
    Es war eine dieser @E.C.H.O.-Masken.
    Thorn wusste natürlich nichts davon, welche Bedeutung dieses Stück Stoff für andere hatte. Für ihn war es vermutlich einfach nur eine Maske gewesen. Für Nr. 371 dagegen gehörte sie zu jemandem, bei dem man besser nicht ungefragt zu kopieren versuchte.
    Sie banden Thorn wieder los.

    Er erzählte, er habe von seinem Boot aus einen Knall gehört und sei deshalb hergekommen. Mit der Falle habe er nichts zu tun.
    Vielleicht war das tatsächlich alles.


    🐔 Das tote Huhn

    Zurück in Prigorodki machten Thorn und Nr. 371 dann noch eine Entdeckung.
    Am Öltank lag ein totes Huhn.
    Einfach so.
    Tot.
    Man kann in Chernarus vermutlich vernünftigere Dinge tun, als in einem toten Huhn nach einer Botschaft zu suchen.
    Aber nach einer Sprengfalle im Kochhaus betrachtet man selbst Geflügel plötzlich mit einem gewissen Misstrauen.
    War es ein Vorbote?
    Ein Zeichen?
    Eine Warnung?

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 erinnerte sich und sagte bedeutungsschwer "It's a sign!". Sie hatte die Zeit miterlebt, als an den Camps tote Hühner hinterlassen worden waren. Ob das etwas mit der Rückkehr von jayphiiyo zu tun hatte? Hatte sich da jemand einen besonders makaberen Scherz erlaubt?
    Oder war es einfach nur ein totes Huhn?
    Wir beschlossen vorerst, dem Huhn keine größere politische Bedeutung beizumessen. Aber unwohl war uns schon. Wenn jemand dahinter steckte wusste er, wie man uns aus der Reserve locken konnte.

    🔨 Die letzten Vorbereitungen

    Pinky und janinesta (Selina) gingen noch einmal gemeinsam auf Tour. Die Zentrale sollte für das Abschlussballern gefüllt werden und inzwischen wanderte ohnehin alles, was noch irgendwie brauchbar war, dorthin.
    Ich traf unterdessen auf einen Überlebenden namens 13monk12 , der nicht zum ersten Mal in Chernarus unterwegs war. Er wollte sich eine Basis bauen und hatte ziemlich klare Vorstellungen davon, was er anschließend damit anfangen wollte.
    Möglichst schnell möglichst viel raiden.
    Nun ja.
    Jeder braucht Ziele im Leben...

    Ich lud ihn zum Abschlussballern ein. Wenn jemand unbedingt schießen wollte, dann konnten wir ihm wenigstens einen Ort anbieten, an dem das ausdrücklich erwünscht war.

    💥 Prigorodki brennt?!

    Später war Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 in der Zentrale damit beschäftigt, die Sachen für das Abschlussevent zu sortieren, als eine Explosion durch Prigorodki hallte.
    Fast gleichzeitig meldete sich WhiskeyMixer. Schüsse am Camp.
    Sueda ließ alles stehen und liegen und rannte los.
    Als sie sich näherte, sah sie roten Rauch aus dem Kochhaus quellen. Für einen Augenblick sah es aus, als würde das ganze Camp brennen. Dicker Rauch hing zwischen den Gebäuden und machte es beinahe unmöglich zu erkennen, was dort eigentlich passiert war.
    Sie näherte sich vorsichtig.
    WhiskeyMixer versuchte Kontakt aufzunehmen.
    Keine Antwort.
    Auch auf Suedas Rufe reagierte niemand, aber irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht.
    Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 schlich sich ins Kochhaus. WhiskeyMixer rückte nach.
    Und dann bemerkte er den Draht. Zu spät. Er geriet ins Straucheln.
    Wieder eine Falle.
    Direkt am Eingang.
    WhiskeyMixer reagierte schnell genug und brachte sich in Sicherheit.
    Sueda nicht.
    Die Tür zum Kaminbereich war von innen verschlossen und für sie gab es in diesem Augenblick keinen Weg mehr heraus. Sie saß in der Falle und sah der Explosion mit zusammengebissenen Zähnen entgegen.
    Die Granate detonierte und das Kochhaus verschwand für einen Moment in Lärm, Rauch und Chaos.
    Als Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 wieder die Augen öffnete, hörte sie das Meeresrauschen.
    Küste.
    Natürlich.
    Sie rappelte sich auf und machte sich sofort wieder auf den Weg nach Prigorodki.
    Blitzo und WhiskeyMixer hatten inzwischen ihre Sachen gesichert. Vom Verantwortlichen dagegen fehlte jede Spur. Niemand war im Camp. Niemand antwortete. Niemand lief davon.
    Als hätte sich derjenige, der all das vorbereitet hatte, einfach in Luft aufgelöst.
    Und genau das machte mir mehr Sorgen als die Falle selbst.

    🕯️ Wer war hier?

    Erst später fielen uns die kleinen Veränderungen auf.
    Der Steinkreis am Lagerfeuer war zu einem Ofen umgebaut worden.
    Eine Schweißermaske lag im Camp.
    Jemand war also nicht nur für wenige Sekunden hier gewesen, hatte einen Draht gespannt und war wieder verschwunden. Da hatte sich jemand beschäftigt.
    Und unweigerlich fiel wieder Thorns Name.
    Er hatte erzählt, er habe einen Knall gehört. Er hatte seine Unschuld beteuert. Eigentlich gab es keinen vernünftigen Grund, ihm nicht zu glauben.
    Nur kannten wir ihn kaum.

    Gestern hatte ich noch mit ih Paprika gegrillt, ihm gezeigt, wie man baut, ihr einen kleinen Ort zum Leben eingerichtet und versucht, ihm diese für sie völlig fremde Welt zu erklären. Ich mochte den Gedanken nicht, dass ausgerechnet er hinter all dem stecken könnte.
    Vielleicht gerade deshalb beschäftigte er mich.
    Aber ein ungutes Gefühl ist kein Beweis.
    Und nach allem, was in dieser Season passiert war, wollte ich nicht anfangen, jeden Fremden zum Feind zu erklären, nur weil ich keine bessere Antwort hatte.
    13monk12 kam schließlich ebenfalls zum Camp, um zu helfen.
    Und während wir aufräumten, blieb eine Frage zurück, auf die niemand eine Antwort hatte:
    Wer legte diese Fallen und warum?


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht war es bezeichnend, dass mich heute weniger die Explosion beschäftigte als die Ungewissheit danach.
    Eine Granate ist wenigstens eindeutig. Sie explodiert, richtet Schaden an und danach weiß man, womit man es zu tun hatte.

    Misstrauen funktioniert anders.
    Es beginnt mit Kleinigkeiten.
    Ein Fremder, den man noch nicht kennt. Eine Maske, die für ihn nichts bedeutet und für jemand anderen sehr viel. Ein totes Huhn, das wahrscheinlich einfach nur ein totes Huhn ist. Ein umgebauter Feuerplatz. Eine Schweißermaske. Und irgendwann fügt der eigene Kopf all diese Dinge zu einer Geschichte zusammen, obwohl man gar nicht weiß, ob sie zusammengehören.
    Nach dieser Season wäre es leicht, darin immer besser zu werden.
    Vielleicht sogar zu leicht.

    Ich möchte vorsichtig sein. Gerade nach allem, was passiert ist. Ich möchte nicht noch einmal wehrlos dastehen, wenn jemand unsere Hilfsbereitschaft gegen uns verwendet.
    Aber ich möchte genauso wenig irgendwann auf unserem Turm stehen und in jedem Menschen, der sich Prigorodki nähert, nur noch eine mögliche Gefahr sehen.
    Denn dann hätte diese Season etwas mit uns gemacht, das mir sehr viel weniger gefällt als ein Loch im Kochhaus.

    Also werden wir die Augen offenhalten.
    Wir werden Stolperdrähte suchen, bevor wir irgendwo hineinlaufen.
    Und vielleicht behalten wir auch das eine oder andere Huhn etwas genauer im Auge.
    Aber solange ich keinen Grund habe, etwas anderes zu glauben, bleibt ein Fremder zunächst ein Fremder.
    Und nicht automatisch ein Feind.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold