💌 Herzensgrüße vom 04.07.2025 – Zwischen Kunstwerken und Taxifahrten
Hallo ihr Lieben,
an manchen Tagen spüre ich ganz deutlich, wie sehr mein Herz nach Stille ruft.
Nicht nach Einsamkeit oder nach Aufgeben, sondern nach einem Moment, in dem ich nicht kämpfen, nicht erklären, nicht funktionieren muss.
Heute war wieder so ein Tag.
Ich zog mich zunächst zurück. Nein, nicht weil ich die anderen nicht mochte.
Es war eher, dass ich spürte, wie ich kurz vor dem Überlaufen stand.
Zu viele Fragen, zu viele Verluste und zu viel Misstrauen in einer Welt, die eigentlich auf Vertrauen gründen sollte.
Also zog ich mich zurück und beschritt den Weg nach Berezino allein.
Aber natürlich erreichten mich die Neugikeiten auch dort...
🔥 Angriff auf Berezino - und die bröckelnde Wahrheit
Der Morgen begann mit schwerem Herzen, denn die Kunde, die mich erreichte, ließ mich für einen Moment innehalten: Die Berezino-Boys waren erneut Ziel eines Raids geworden
. Mal wieder. Mit einfachsten Mitteln und doch mit so tiefgreifender Wirkung. Oh ja, sie hatten gekämpft und ihr Heim verteidigt, aber am Ende konnten sie den Raub nicht verhindern. Eine schwarze Olga und ihr LKW – verschwunden, gestohlen, geraubt. Einfach weg. Die Spuren der Gewalt sichtbar, die Ohnmacht spürbar.
Doch sie waren nicht allein. janinesta (Selina) war da – rechtzeitig, entschlossen und pragmatisch wie immer. Sie hatte an der Küste zwei Packungen Nägel gefunden und trug sie, zusammen mit einer bemerkenswerten Zuversicht, zurück zur Basis. Und dann legte sie einfach los. Ohne viele Worte, ohne Klage, sondern mit einem Ausdruck im Gesicht, der sagte: Los Jungs, wir packen das!
Stamm um Stamm half sie mit, das zerstörte Zuhause der Jungs wieder aufzurichten, so gut es eben ging.
Und während ich ihnen dabei über unseren Funkkanal zuhörte, rumorte es in mir. Denn mein Kopf war längst woanders.
MISA. Schon wieder. Alles deutete darauf hin. Und wenn es wirklich sie gewesen waren – wie konnte das sein? Hatte (MISA) ROB Rob nicht noch vor wenigen Wochen beteuert, dass es keine Angriffe mehr auf die Berezino-Boys geben würde? Hatte er nicht fast schon gönnerhaft erklärt, sie würden sich nun mit stärkeren Gegnern beschäftigen, sich an ihnen messen, und die „Kleinen“ in Ruhe lassen? Ich hatte ihm geglaubt. Vielleicht nicht ganz, aber ich hatte geglaubt, dass er zumindest für seine Worte einstand.
Und nun das.
Ich fühlte, wie sich etwas in mir regte, etwas Bitteres. Ich musste an Mejt denken – als drohte, dass auch unsere Lager nicht ewig sicher sein würden.
Damals hatte ich noch geglaubt, wenn wir nur weiter freundlich blieben, wenn wir nur fest genug an das Gute glaubten und es taten, dann würde sich das auch in der Welt spiegeln.
Doch heute fiel es mir schwer, diesen Glauben aufrechtzuerhalten.
Vielleicht war dieser Moment tatsächlich gekommen – der Moment, von dem Mejt sprach. Vielleicht war unser Schutzraum längst durchlöchert. Vielleicht hatte (MISA) ROB es selbst nicht mehr unter Kontrolle.
Vielleicht konnte er den Sturm nicht lenken. Vielleicht waren seine Worte damals auch nichts als Nebel gewesen, um die Berezino Boys in Sicherheit zu wiegen.
Und ich bgeann mich wieder zu fragen: Wer war hier noch vertrauenswürdig? Wessen Zusage bedeutete überhaupt noch etwas?
In mir wurde es still. Nicht weil ich gleichgültig geworden war, sondern aus einer tiefen, schmerzhaften Erkenntnis: Manchmal genügt ein einziges gebrochenes Wort, um ein ganzes Vertrauen ins Wanken zu bringen. Und mit ihm die Hoffnung.
🛠️ Stimmuuung, Karotte und der Klang von damals
Aber der Tag brachte auch positive Dinge. Als ich mich wieder in den Funkkanal einschaltete, hörte ich neben janinesta, Jannik und Bitwanted eine andere vertraute Stimme.
@Stimmuuung meldete sich und packte ebenfalls mit an. Und mit ihm kam ein Hauch von "damals".
Als das Lager in Prigorodki noch ein Anfang gewesen war.
Als man sich noch sicher war, auf der richtigen Seite zu stehen.
Auch @karotte tauchte wieder auf – leiser, aber präsent.
Es war gut, sie alle wieder zu hören.
Und doch… ich lächelte, aber ich spürte, wie sich etwas in mir zurückzog.
Etwas brauchte Raum.
Ganz leise, ganz langsam.
🚶 Schatten in Solnichniy
Während ich auf meinem Weg mit meinen Gedanken rang, erreichte mich eine kleine, beinahe unscheinbare Geschichte aus Solnichniy – und doch blieb sie mir besonders im Herzen.
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, unsere Sueda, und janinesta – Selina – begegneten sich dort zufällig in den Straßen der verlassenen Stadt. Zunächst erkannten sie sich nicht. Die Welt hatte sich verändert, Gesichter kamen und gingen, Stimmen schwangen anders. Doch keiner der beiden zog die Waffe, keiner griff an. Und als der Nebel der Unsicherheit sich legte, kämpften sie Seite an Seite gegen die umherstreifenden Zombies – und lachten schließlich, als sie sich endlich wiedererkannten.
Mitten in dieser Szene trat ein Fremder zu ihnen. Ein Mann, der sich als Vlasta vorstellte. Nach eigenen Angaben kam er aus Tschechien, doch war keine Verbindung zu (MISA) ROB oder zu MISA selbst zu erkennen. Keine Armbinde, keine selbstsichere Pose, kein leiser Unterton. Nur Verwunderung in seiner Stimme, als er fragte – ehrlich überrascht:
„Es gibt... Camps zur Versorgung? Und eine große Gruppe mit Tschechen?“
Sueda, mit jener stillen Klarheit, die sie auszeichnet, erklärte ihm, was es mit den Lagern auf sich hatte. Wer wir waren und was wir taten. Und sie sprach auch über MISA – über das, was sie gesehen und erlebt hatte. Vlasta hörte zu. Und dann geschah etwas, das heute selten geworden ist: Er senkte seine Waffe, aus Vertrauen.
Am Ende überließ Sueda ihm eine Packung Chips. Eine kleine Geste vielleicht – und doch eine große in dieser Welt, in der Essen Leben bedeutet. Dann trennten sich ihre Wege.
Als ich ihre Erzählung hörte, hielt ich inne. Und spürte, wie etwas in mir aufstieg: Sehnsucht. Nach dieser echten Überraschung, die in Vlastas Stimme lag. Nach der Verwunderung über das Gute. Nach der Offenheit, mit der Sueda reagiert hatte.
Ich sehnte mich nach Antworten. Nach Menschen, die noch staunen konnten. Die die Welt nicht vollständig verloren hatten. Die nicht nur Fragen stellten, um Vorteile zu erlangen, sondern weil sie ehrlich wissen wollten, ob es noch etwas gibt jenseits von Gewalt und Verrat.
Tja und manchmal genügt ein einziger Fremder, um einem zu zeigen, dass Hoffnung nicht naiv ist – sondern notwendig.
Sueda trifft auf Vlasta
In Elektrozavodsk trafen janinesta (Selina) und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 auf Pinky – und auf einen Fremden, der sich als Pandur_ vorstellte. Er wirkte freundlich, aber Sueda blieb wachsam.
„Solche Typen kenn ich“, flüsterte sie Selina zu.
Als sie ihm vom Auffanglager erzählte, schmunzelte er nur, beinahe ungläubig. Als würde er nicht glauben, dass so etwas wie unsere Lager überhaupt existieren könne. Trotzdem begleitete er sie ein Stück durch die Stadt – dann verschwand er wortlos in der Dunkelheit.
Sueda und Selina wurden vorsichtig, schlichen weiter, blickten sich immer wieder um. Vielleicht war Pandur harmlos. Vielleicht lauerte er schon hinter der nächsten Ecke...
Pandur in Elektrozavodsk
Auf dem Weg nach Prigorodki trafen sie schließlich die Banana Ops, die mit ihrem schwarzen Gunter vorbeirollten.
Sie hielten an, man grüßte sich freundlich und anschließend verabschiedete man sich.
Dann ging es weiter Richtung Prigorodki.
🥣 Silas’ Kunst und Suedas Hunger
Am Camp wartete bereits Silas.
Er hatte das Essen zu einem Kunstwerk arrangiert.
Und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, halb verhungert, brachte es nicht übers Herz, es zu zerstören.
„Na klasse... da bin ich fast verhungert und dieser stille Typ... dieser Silas macht einfach ein verdammtes Kunstwerk aus unserem Essen!“
So typisch Sueda.
So typisch Silas.
Am Ende begnügte sie sich mit Äpfeln, die sie im Apfelhain auflas. Sie hatte einfach ein zu gutes Herz, trotz ihrer harten Schale.
Silas' Kunstwerk
🧰 Die gestohlene Spitzhacke
Dann die Entdeckung: Unsere Spitzhacke war weg.
Ob Diebstahl oder Versehen – unklar.
Aber die Arbeit musste weitergehen.
Und das war der Punkt, wo ich wieder auf den Plan trat. ninja2.00926 (UltrA) hatte einen schwarzen Gunter in ein U-Boot verwandelt, vesehentlich versteht sich. Und nun brauchte sie und ihre Freunde ein Taxi. Ich machte den Unfallwagen wieder flott, dessen Besitzer sich leider noch immer nicht gemeldet hatte und fuhr ihnen entgegen.
Als ich sie am Zielort ablieferte, erhilelt ich eine Spitzhacke und einen Vorschlaghammer ausgeliehen. Mit dem sollte ich nun in der Lage sein, einen Fahnenmast zu errichten. Hofentlich.
Dank an die Banana Ops.
Leihgaben der Banana Ops
🧹 Besen, Begegnungen & ein kleines Beben
Später berichteten ninja2.00926 (UltrA) und Mora, dass Silas sie zuvor am Camp bereits mit dem Besen „begrüßt“ hatte.
„Du hast die Leute mit dem Besen echt verdroschen?“, fragte UltrA Silas neugierig und lachend.
Ein drohender Schlenker von Silas mit dem Besen, mehr Antwort brauchte es nicht.
🏳️ Rückzug & Olaf bleibt verschwunden
Ich errichtete den Fahnenmast in Prigorodki. Zwischendurch kam ein Bambi vorbei, aber es schien so ängstlich zu sein, dass es schnell das Weite suchte.
Vielleicht war es besser so, denn ich gebe zu dass ich schon etwas Angst verspürt hatte. Ich wollte Hammer und Spitzhacke keinesfalls verlieren.
Am Abend fuhr ich zurück nach Berezino.
Dort war alles ruhig.
Endlich.
Und doch… ich zog mich zurück.
Ein Stück weit, ein paar Schritte nur.
Ich brauchte Luft. Raum. Stille.
Zu vieles hatte sich aufgestaut.
Misstrauen. Verlust. Die Nachricht von Silas.
Ich konnte sie nicht abschütteln.
Und ich wollte niemandem zur Last fallen.
Ich dachte an Olaf – den weißen Ada.
Der Bruder von dakel s Rolf.
Vermisst. Wie so vieles.
🌅…zum Schluss
Manchmal braucht selbst ein Herz aus Gold eine Verschnaufpause.
Nicht um aufzugeben, sondern um zu spüren, was noch da ist.
Und was fehlt.
Ich saß allein in Berezino.
Hörte das Knacken des Lagerfeuers.
Und fragte mich, ob wir es schaffen.
Ob ich es schaffe.
Nicht nur, weiterzumachen – sondern dabei das zu bewahren, was mich ausmacht.
Ich dachte an Silas, an Sueda und an Selina.
An Stimmuuung, der wieder da war.
An all jene, die einfach auftauchten, halfen, und wieder verschwanden.
Wie Lichtpunkte in der Dunkelheit.
Vielleicht, dachte ich, ist es genau das, was ich tun muss:
Den Raum halten.
Für alle, die nicht wissen, wo sie sonst hingehen sollten.
Auch wenn ich selbst manchmal nicht weiß, wie lange ich ihn noch halten kann.
Doch morgen ist ein neuer Tag.
Und Herzen aus Gold hören nicht einfach auf zu schlagen.
Auch wenn sie manchmal leiser werden.
In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben!
gez.
Herz-Aus-Gold 💛