💌 Herzensgrüße vom 20.06.2025 – Rache und Renaturierung
Hallo ihr Lieben,
es gibt Tage, an denen sich alles zugleich ereignet – das Bittere wie das Schöne. Und man steht mittendrin, zwischen Gewalt, Kunst, Fisch und...Vertrauen.
🩸 Ein Schuss für Jannik
Es begann mit einem Schock, der sich tief in meine Brust schob: Jannik – unser Jannik, der Berezino-Boy – war in Berezino hinterrücks erschossen worden. Mitten am Auffanglager. Die Nachricht traf mich wie ein Schlag. Er war doch erst kürzlich feierlich in den Kreis der Berezino-Boys aufgenommen worden. Ein Neuanfang. Eine kleine Flamme Hoffnung.
Aber manchmal bedeutet Hoffnung auch endloses Leid, wie jemand mal mir gegenüber zynisch anmerkte.
Hatte er recht?
Jannik zu sehen, so kaltblütig ermordet am Ort unserer Zuflucht, dem Auffanglager in Berezino.... das brach mir fast das Herz.
Ich war zufällig in der Nähe. Die DMR von Rob hatte ich noch auf meinem Rücken. Eigentlich wollte ich sie Sueda geben, aber ich war nicht dazu gekommen.
Mir war, als hätte das Schicksal es so gefügt.
Von oben blickte ich auf das Wohngebiet um unser Camp.
Dann sah ich ihn.
Eine Bewegung zwischen den Häusern. Ein roter Rucksack – eindeutig Janniks. Und die Silhouette eines Mannes, bewaffnet, vorsichtig schleichend, sich sicher wähnend. Es war kein Moment der Wut. Kein Aufbäumen. Nur ein stummes Begreifen: Das ist er. Der Mörder.
Ich hob die DMR. Zögerte.
Denn auch wenn ich wusste, was er getan hatte – es war dennoch ein Mensch, der da stand. Und ich war keine Richterin, keine Henkerin. Ich war Samariterin. Oder… sollte es zumindest sein.
Aber dann dachte ich an Jannik. An seine Fragen, seine Neugier, sein zaghaftes Lächeln. An den Moment, in dem er mit uns den Eid der Berezino-Boys abgenommen hatte. Und an den sinnlosen Tod.
Ich drückte ab.
Der Fremde fiel. Der rote Rucksack sackte mit ihm zu Boden.
Ich rannte hin. Suchte nicht nach Genugtuung, sondern nach Antworten. Oder wenigstens einem Funken Frieden. Ich sicherte Janniks Sachen, denn er hatte nicht verdient, sie zu verlieren – so feige, so brutal.
Als ich alles zusammengetragen hatte, stand ich einen Moment lang schweigend da.
War es Gerechtigkeit?
Oder einfach nur ein weiterer Tod in einer endlosen Kette aus Gewalt?
Ich wusste es nicht. Ich weiß es bis heute nicht.
Aber ich verstand: Ich konnte nicht einfach wegsehen.
Und ich weiß, hätte er sich Janniks Rucksack nicht genommen, wäre er nicht so gierig gewesen, hätte ich ihn bestimmt nicht entdeckt.
Am Ende kam Jannik wieder von der Küste und war froh, seine Armbrust wiederzuhaben. Aber er wirkte verändert. Tode machen dies.
Als wir alle verstaut hatten, machte ich mich schweren Herzens zurück auf den Weg nach Prigorodki.
Still.
Janniks Mörder
🥩 Die dunkle Spur der heiligen Früchte
Zurück am Camp in Prigorodki: Menschenfleisch im Zelt. Gebraten. Gebacken. Und das roch nicht nach Notwehr, sondern nach Absicht. Ich dachte sofort an vonBausch und Nickel. Die beiden waren schon zuvor mit ihrem Glauben an „Morthana“ aufgefallen – samt rituellen Früchten und vermutlich auch potenziell dunklen Praktiken. Ich tat, was getan werden musste: Ich gab dem Fleisch seine letzte Ruhe.
Kaum war das erledigt, traf ich auf Currahee (Tom), der mich besuchte. Ein kurzes Gespräch, dann der nächste Funkspruch aus Berezino: Ein Bambi mit VSD (!) hatte auf den Ada des Juniors geschossen. Doch die Berezino-Boys stellten ihn. Und siehe da – Bruder Nickel und vonBausch kamen ans dortige Camp und redeten mit Jannik. Am Ende übergaben sie ihm einen schwarzen Gunter, vermutlich der, der den Berezino-Boys entwendet worden war… und jede Menge Tomaten.
Als ich Bitwanted (den Junior) fragte, was da in den Tomaten wohl drin sei, lachte er nur: „Ich weiß nicht, was drin ist – aber es ist auf jeden Fall guuuut!“ Manchmal ist es besser, nicht alles zu wissen…
Menschenfleisch in Prigorodki
🐺 Wissenschaft und Würmer
Moon war zurückgekehrt und In Prigorodki forschten er und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 unterdessen an den kulinarischen Effekten von Wolfsfleisch. Moon blieb kerngesund. Sueda… na ja, sagen wir: Sie tat es „für die Wissenschaft“. Eine Salmonelleninfektion war der Preis.
Ich hingegen begegnete etwas später @Duempelmeier, dem einzigen Mitglied des Angelclubs Chernarus. Selbstverständlich gingen wir gemeinsam ans Wasser. Wir angelten, philosophierten – etwa darüber, wohin der Wurm eigentlich verschwindet, wenn man statt eines Fisches einen Kochtopf an der Angel hat. Pinky stieß dazu und erinnerte daran, dass dies ein Naturschutzgebiet sei. Doch wir versicherten ihm: Wir fischten zur Renaturierung der Bambis.
Jammet und Black Lion kamen ebenfalls etwas später hinhzu. Am Lagerfeuer fanden wir alle zusammen. dakel war krank im Norden, aber wir unterstützten ihn über Funk – keine Infektion, zum Glück. Black Lion traf später auf Victor in Kamyshovo. Und Silas? Der wurde wieder zur stillen Konstante, samt Kunstwerken, Lagerfeuer und Fisch. Ein Abend wie er inzwischen zur Gewohnheit geworden ist.
Unser Gast schien es jedenfalls sehr zu genießen und auch wenn ich immer Angriffe fürchtete, so blieb es erstaunlich ruhig.
Angeln mit Duempelmeier
🛡️ Angriffe, Armbrüste und Kunstwerke
NiggoB und sein Team wurden überfallen – doch sie wehrten den Angriff ab. WhiskeyMixer kam mit Losel nach Prigorodki und schenkte mir eine weitere Armbrust. Nach kurzem Zögern gab ich sie an Silas weiter. Ich wusst enichts über ihn. Laß immer nur zwischen den Zeilen. Ja, er half. Ja, er war eine Konstante geworden. Er, der aus dem Wald kam. Der "Erbetene" und "Gewünschte". Und doch... ein Rest-Zweifel blieb. Aber vielleicht tat ich ihm Unrecht und war nur skeptisch, weil er schwieg, während ich redete?
Trotzdem fragte ich mich: Würde er auf mich zielen? Doch dann besann ich mir zur Ruhe. Bisher hatte er fast nichts getan, was mein Vertrauen missbraucht hätte. Im Gegenteil. Seine Taten sprachen bisher eine deutliche und offene Sprache. Er hatte seine BK einst ins Feuer geworfen. Und ich entschied ihm zu vertrauen.
Wir setzten unsere Teddys ans Lagerfeuer. Symbolisch. Für das, was war. Für das, was bleibt. Philipp von MISA tauchte auf, versorgte sich – ebenso wie Victor, dem wir mit Codein halfen. Silas erschuf Kunstwerke aus Essen. „Die Kunst des Essens“, nannte ich es. Er sollte wirklich mal eine Ausstellung machen.
Whiskey mit MISA und Kunst am Camp
🌌 Stille Besucher, stille Hoffnung
Spät in der Nacht war ich allein am Sumpf, als „Held der Arbeit“ vorbeikam. Er sprach nicht – aber schrieb. Ein stiller Besucher. Er nahm, was er brauchte, bedankte sich, verschwand. Keine Worte. Aber ich verstand.
Auch NiggoB s Heim war wieder sicher. Zumindest für den Moment.
Held der Arbeit am Camp
🌅 Zum Schluss…
… weiß ich nur eines: Man kann vieles verlieren. Einen Freund, ein Auto, eine Illusion. Aber solange man gemeinsam fischen, grillen und über Nichtigkeiten philosophieren kann und einander zuhört – ist nicht alles verloren.
Bleibt wachsam. Und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛