💌 Herzensgrüße vom 18.09.2025 – Feuer, Fässer und flüchtige Schatten
Hallo ihr Lieben,
es geschehen noch Zeichen und Wunder: Manche finden Fässer, wo alle meinen, es gäbe keine mehr. Manche bringen Fleisch, wo man Gleichgültigkeit erwartet. Und manchmal sitzt man am Lagerfeuer – mit Menschen, denen man trauen will, und mit jenen, bei denen man es nicht mehr kann. Heute war so ein Tag.
🛢️ Bitwalkers Fässer & alte Begegnungen
Am Morgen meldete Bitwalker, er habe beim Zugevent zahlreiche Fässer gefunden. Und das, wo anderorts schon gejammert wurde, Zelte und Fässer seien gänzlich verschwunden und würden nur noch in den Basen der großen Fraktionen gehortet. Es stimmt, einige Fraktionen haben Material im Überfluss. Aber wenn ich eines gelernt habe: Es gibt immer irgendwo etwas zu finden. Nur der Neid, der wächst schneller als die Hoffnung.
Beim Angeln in Prigorodki traf ich darkfred6669 wieder. Er erkannte mich sofort an meiner Kleidung und grüßte freundlich. Ein kurzer Moment der Erleichterung – er hätte auch anders handeln können, denn bewaffnet war er. Wir sprachen über alte Zeiten, unser erstes Treffen in Gorka vor ein paar Seasons. Es tat gut, ihn wohlauf zu sehen. Danach zog er shweigsam weiter, wie er gekommen war.
Darkfred am Camp
🔥 Am Camp – Grillen, bauen, beobachten
janinesta (Selina) stieß zu uns, brachte Ruhe und Ordnung mit ihrer Art, sich um alle zu kümmern. Wir grillten, verräumten die Fische, und ich nutzte die Zeit, um an der "Rostigen Axt" weiterzubauen.
Dann wieder Neuigkeiten aus Elektrozavodsk: ItsSniper55 (Spacey) meldete, dass jemand in seiner Basis gewesen war. Diesmal war wohl sogar der Code geknackt worden. Er änderte ihn natürlich sofort. Doch alles blieb glimpflich – kein Schaden, nur ein Streich oder eine weitere dieser „Lebenslektionen“.
In Bogatyrka dagegen war es weniger harmlos. Schwester Yeva meldete zahlreiche Explosionen, Sprengladungen, Schüsse. dakels Garage wurde erneut aufgebrochen. Doch was die Raider fanden, war nur eine leere Halle. Vorher hatte schon jemand anderes sich bedient. Am Ende zogen drei vollausgestattete Überlebende zogen mit leeren Händen weiter gen Süden. Gut möglich, dass wir von ihnen noch hören würden.
Drei Fremde in Bogatyrka
👥 Neue Gesichter – alte Zweifel
In Berezino traf Jannnik auf Loom, einen Neuling. Er hielt sich vorsichtig zurück, suchte Anschluss, blieb aber erstmal für sich. Angesichts all der Konflikte und Rivalitäten vielleicht gar keine schlechte Entscheidung. Ich stieg zu ihm am Auffanglager in Berezino und lud ihn ein, unser Camp im Süden bei Gelegenheit auch einmal zu besuchen.
Am Camp in Prigorodki selbst tauchten später zwei weitere Durchreisende auf. janinesta (Selina) begrüßte sie. Sie schwiegen, legten aber die Waffen sofort ab, als sie das Camp betraten.
Am Ende stellt sich heraus, es waren Bitwantedund das Berezino-Girl. Ich war froh, dass es ihnen gut ging, aber ich frage mich, warum sie zunächst geschwiegen hatten. War das inzwischen Mode geworden, dass man erst einmal nichts sagte? Wollte man uns testen oder hatten sie anderes im Schilde und wollte unentdeckt bleiben?
Loom in Berezino
⛺ Echo am Feuer – Erinnerungen an Silas
Während NiggoBim Westwald nach Spuren der Raider suchte, begegnete ich mit janinesta (Selina) am Camp erneut E.C.H.O. Wir grüßten uns. Er legte den Finger auf die Lippen – sein Schweigen. Und wieder fühlte ich mich erinnert: an Silas.
Mein Herz wurde schwer, also tat ich, was ich damals oft tat: Ich entzündete ein Lagerfeuer. Legte Stöcke, richtete die Fischfilets an, setzte Teddybären um den Steinkreis. Echo brachte gegerbte Lederstücke als Sitzgelegenheit. Gemeinsam mit Selina saßen wir da, fast wie früher.
Ich begann zu erzählen. Die Geschichte von Silas. Wie er kam, wie er ablehnte, wie WhiskeyMixer ihm doch den Bratapfel aufdrängte. Wie die Balzbubis uns überfielen, wie Silas in Sicherheit floh, wie er jeden Abend dennoch zurückkam, um schweigend zu helfen. Der stille Hausmeister unseres Camps. Und wie er schließlich ging – nach Westen, in die Taverne, in sein Ende.
Ich ließ die Botschaften weg. Aber Echo hörte zu. Trug Fischerhut und Schweinemaske, keine Schweißermaske. Ein Schatten und doch ein Zuhörer.
Dann ein Funkspruch: 8,5,18,26,19,1,22,5. Ich kannte die Botschaft – „Herz save“. Doch konnte ich wirklich sicher sein? Oder sollte ich jemanden retten? Oder jemand mich? Die Botschaft warf neue Fragen auf.
E.C.H.O. Code #8
8,5,18,26,19,1,22,5.
E.C.H.O. Code #8 - Videoaufzeichnung
Dann das Geräusch eines Adas. Sofort wurden Erinnerungen an alte Überfälle in mir wach – dieses dumpfe Dröhnen von Motoren, das in den ersten Tagen nach dem Wipe fast immer Unheil bedeutete. Doch diesmal war es anders. Es waren nur die Banana Ops, bzw-. Mora und Greeny, die sich unserem Lagerfeuer näherten.
NiggoB begrüßte sie offen und lud sie ein, mit uns zu essen. Ich selbst blieb zurückhaltend. Die Stimmung war merkwürdig, auf eine schwer zu fassende Weise. Seit den Vorfällen mit den Berezino Boys und den Renegade-Bananen war ich zurückhaltender geworden. Und ich wusste, dass mein Gegenüber dieses Misstrauen spürte. Grreny und ich hatten vor einer Season hier am Camp Seite an Seite gearbeitet. Fremden Hilfe und Unterstützung angeboten. Wir beide wussten zu viel voneinander, um einfach unbefangen zu sein. Dennoch hielt ich an einem Mindestmaß an Respekt fest. Manchmal sind es gerade die Worte, die man verschluckt, die ein Feuer ruhig halten.
Und doch gab es einen anderen Schatten über der Szene: E.C.H.O. saß mit uns am Feuer, und ich wusste, dass er über Greeny einen Steckbrief verfasst hatte – wie auch über mich. Die Akten waren irgendwann von irgendwem aufgetaucht. In beiden stand derselbe Eintrag: „Exekution: nicht vorgesehen.“ Ein seltsamer Trost, wenn man bedenkt, dass da jemand irgendwo deine Existenz wie eine Akte in der Hand hält und über dein Leben eine Randnotiz setzt.
Greeny allerdings hatte seine ganz eigene Art, mit dieser Schwere umzugehen. Er setzte sich eine Schweißermaske auf, lief spöttisch und provozierend vor E.C.H.O. herum. Ein Spiel mit der Gefahr, das mir fast den Atem nahm. Doch Echo blieb reglos. Ruhig. Keine Geste, kein Wort. Auch Mora mischte sich nicht ein.
So verging der Abend: angespannt, aber nach außen hin friedlich. Ein Lagerfeuer, das Wärme spendete, aber unter der Oberfläche knisterte es gefährlich. In dieser Stille spürte ich mehr als in jedem Streit, wie dünn die Decke war, auf der wir alle miteinander saßen.
Abend am Camp
Banana Ops am Camp
⚡ Unruhe und Gäste in der Nacht
Jannnik trieb später denselben Scherz wie Greeny, setzte sich eine Schweißermaske auf – und zog E.C.H.O.s Zorn auf sich. Kein Schuss, kein Kampf, nur ein strenger Blick und ein Schlag. Jannik nahm sie wieder ab.
Als die Nacht hereinbrach, kamen noch drei weitere Besucher: IcedCoffe (Erik) , Miriam H. und Bochi. Alle drei auf der Durchreise, vorsichtig, doch freundlich. Sie fragten nach einem Auto, doch ich musste passen. Autos waren noch knapper als Fässer. Greeny, ganz Geschäftsmann, bot ihnen Handel an. Aber die drei winkten ab, man wurde sich nicht wirklich einig. Nun, eine Plastikflasche als Gegenleistung für ein Auto war auch schon ein seltsames Angebot. Ich hatte den Verdacht, dass sie lieber auf anderem Wege an ein Auto kommen wollten. Und sie wussten vielleicht mehr, als sie sagten – vielleicht waren es sogar sie gewesen, die @Dakels Garage aufgebrochen hatten. Aber beweisen ließ es sich nicht und sie waren nach wie vor freundlich und respektvoll am Camp, das rechnete ich ihnen hoch an.
Am Ende zogen sie weiter, so wie alle irgendwann weiterziehen. Auch die zwei Bananen taten es ihnen gleich.
Und dann, mitten in der Nacht über Prigorodki, zündete E.C.H.O. ein Feuerwerk. Ein Bild aus einer anderen Zeit. Ein Moment, in dem die Dunkelheit für einen Herzschlag heller schien.
[spoiler=Bochi, Erik und Miri am Camp]
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🌅 Zum Schluss
Heute gab es vieles: Fässer und Feuer, Fremde und Freunde, Zweifel und Erinnerung. Für einen Augenblick fühlte es sich an, als könnte man am Feuer wirklich Frieden finden. Und doch weiß ich, dass wir in Chernarus nie mehr als Gäste dieser Augenblicke sind.
In diesem Sinne: Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
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