Herzzeit vom 01.07.2026 (Mittwoch) – Tag 084: Kein Gastrecht mehr
Hallo ihr Lieben,
es gibt Entscheidungen, die trifft man nicht gern. Heute musste ich zum Beispiel einem Menschen sagen, dass er an unserem Camp nicht mehr willkommen ist. Es nämlich gibt irgendwann einen Punkt, an dem man zuerst diejenigen schützen muss, die einem anvertraut werden. Und der Schutz geht vor.
🎯 Schüsse an der Küste
janinesta (Selina) und Pinky wollten am Morgen lediglich einige Kühler aus The_GraveDiggers Camp in Berezino holen.
Doch schon auf dem Hinweg fielen wieder Schüsse von der Küste. Erneut traf es ausgerechnet "HERBERTS" Heckklappe.
Langsam bekam der alte Gunter mehr und mehr Charakterdellen... Wir vermuteten den "Küsten-Reaper" hinter dem Angriff. Vielleicht war es aber auch Toah oder jemand ganz anderes. Sicher sagen konnten wir es nicht.
Fast zeitgleich meldete The_GraveDigger einen Schuss nahe des Camps in Berezino. Eine Leiche fand er allerdings nicht.
janinesta (Selina) und Pinky beschlossen daraufhin, den direkten Rückweg aufzugeben und stattdessen über Krasnostav Medikamente zu besorgen. Manchmal ist der längere Weg eben doch der sicherere.
🩹 Ein ganz normaler "Chantal-Moment"
Währenddessen kümmerte ich mich in Prigorodki um Chantal. Sie hatte sich eine Wundinfektion eingefangen und brauchte dringend Antibiotika. Außerdem musste ich ihr etwas Blut geben. Sie hatte es irgendwie geschafft, sich versehentlich selbst Blut abzunehmen. Ich musste trotz allem schmunzeln, denn trotz allem sah sie noch immer gut aus und grinste breit, als sei nichts gewesen.
Kaum standen janinesta (Selina), Chantal und ich vor dem Kochhaus, erreichte uns die nächste Meldung: The_GraveDigger hatte in Berezino einen schweigenden aber sich verdächtig verhaltenden Fremden erschossen, auf den Toahs Beschreibung passte. Mir war sofort klar, was das bedeuten konnte.
Wenn er wirklich wieder an der Küste gespawnt war, würde sein Weg vermutlich erneut nach Prigorodki führen. Ich bezog Stellung im Turm und bat janinesta (Selina) und Chantal, sich vorsichtshalber im Kochhaus einzuschließen.
🚫 Das Ende des Gastrechts
Es dauerte nicht lange, dann stand Toah tatsächlich wieder am Camp. Er behauptete, er suche CHAOS und wolle mit ihnen sprechen.
Ich wusste nicht, was mich mehr ärgerte. Die dreiste Selbstverständlichkeit mit der er wieder ans Camp kam und einfach so nach Informationen fragte oder die Tatsache, dass er nicht hier war, um sich zu entschuldigen oder sich mit uns zu befassen. Es war so, als existierten wir gar nicht....
Seine Aufmerksamkeit galt einzig und allein CHAOS, denn ich glaube er hatte seinen Fehler inzwischen bemerkt und wollte ihn wiedergutmachen.
Ruhig erklärte ich ihm, dass er dafür weder mich noch unsere Camps brauchte. Er wusste schließlich selbst, wie er Kontakt zu ihnen aufnehmen konnte.
Ich machte ihm deshalb unmissverständlich klar, dass er in Prigorodki kein Gastrecht mehr besaß und daher am Camp nicht mehr willkommen war. Nicht nach allem, was geschehen war. Nicht, nachdem Menschen am Camp gestorben waren. Nicht, solange er unser Lager immer wieder zum Schauplatz seiner persönlichen Auseinandersetzungen machte und nicht bereit war, sich zu entschuldigen und zu ändern.
Er nickte nur. "Er werde sich das merken", sagte er bestimmt und wandte sich zum Gehen.
🤝 Eine letzte Chance
In diesem Moment kam ausgerechnet Kallele als Bambi den Weg entlang.
Toah freute sich sichtbar. Er wolle die Sache vom Vortag klären. Dann sagte er einen Satz, der mich gleichzeitig traurig und wütend machte.
Hätte er gewusst, dass dort Kalle stand, hätte er nicht geschossen. Mir wurde in diesem Augenblick erst richtig bewusst, was das bedeutete. Es war ihm also keineswegs egal gewesen, wen er erschoss. Er hatte ganz bewusst uns gesucht.
Kallele reagierte wieder einmal erstaunlich ruhig. Er erklärte ihm noch einmal, warum das Verhalten am Camp niemandem etwas brachte.
Warum all das sinnlos war. Toah hörte tatsächlich zu. Er sagte sogar, er wolle gehen. In ein anderes Chernarus.
„Joah... das passt“, antwortete Kalle trocken.
Für einen kurzen Moment glaubte ich wirklich, dass diese Geschichte vielleicht doch noch ohne weiteres Blutvergießen enden könnte.
Doch dann drehte sich Toah plötzlich um.
Er schlug Kalle mit der Faust ins Gesicht.
Und machte anschließend Anstalten, einfach zu verschwinden.
In diesem Moment war mir klar, dass sich nichts geändert hatte.
Ich schoss einen Pfeil ab.
Dann noch einer.
Dann ein dritter.
Auch @janinste (Selina) war inzwischen zur Stelle.
Am Ende blieb nur noch Stille.
Ich blickte lange auf den Jungen hinunter mit einer Frage, auf die ich bis heute keine Antwort gefunden habe.
Wie kann ein Mensch so viel Zorn und Hochmut in sich tragen, dass er jede ausgestreckte Hand einfach ausschlägt?
🌱 Es geht auch anders
Später in der Nacht erschien noch ein weiterer Fremder am Camp.
Unbewaffnet.
Ruhig.
Er bediente sich an den Vorräten, nickte mir freundlich zu und zog anschließend weiter.
Ich merkte erst, als er längst verschwunden war, dass ich meine Armbrust noch immer in den Händen hielt.
Langsam ließ ich sie sinken.
Es geht also doch noch. Nicht jeder Neuankömmling sucht gleich den Kampf.
Und genau deshalb werde ich auch morgen wieder jeden Menschen zuerst begrüßen.
🌅 Gedanken zum Schluss
Heute endete etwas.
Nicht der Konflikt.
Aber meine Hoffnung, dass Toah unsere Camps irgendwann als das sehen würde, was sie sein sollten.
Ein Ort, an dem Waffen schweigen.
Ein Ort, an dem jeder willkommen ist.
Heute musste ich zum ersten Mal einem Menschen sagen, dass dieses Gastrecht für ihn nicht mehr gilt.
Das fällt mir nicht leicht.
Denn jeder Ausschluss fühlt sich ein wenig wie eine Niederlage an.
Nicht für uns.
Sondern für die Idee, dass Menschen sich verändern können.
Trotzdem weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war.
Denn wer anderen Schutz verspricht, muss ihn manchmal auch durchsetzen.
In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
🎞️VIDEO-STREAM vom Dienstag, 01.07.2026
