💌 Herzfragment vom 08.03.2026 – Von einem Weg zurück nach Hause
Hallo ihr Lieben,
manchmal endet eine Geschichte nicht mit einem lauten Knall, sondern mit einem langen Atemzug.
Und manchmal beginnt sie viel früher, mit einer kleinen Spur aus Dingen, die für Außenstehende wie Zufall wirken: ein paar Kürbiskerne, ein Plus aus Kürbiskernen und ein Helm.
Heute möchte ich euch erzählen, wie alles schließlich zu Ende ging.
🧭 Eine Spur aus Kürbiskernen
Als E.C.H.O. und Tom ( sloptork) gestern Abend schließlich am Versteck in Khelm auftauchten, wusste ich, dass sie die Spur verstanden hatten.
Der 11. Buchstabe im Alphabet. Das "K" und ein Helm.
„K + Helm“.
Mehr war es nicht gewesen. Ein kurzer Gedanke, schnell gelegt, bevor man uns weiterbrachte. Ich hatte gehofft, dass jemand erkennt, dass es kein Planquadrat sein sollte, keine Koordinate auf einer Karte – sondern einfach nur ein Buchstabe. Ähnlich dem Code, den E.C.H.O. immer nutzte.
Khelm.
Als ich später den Kopf von E.C.H.O. am Fenster sah, war ich zum ersten Mal seit Tagen wirklich ruhig. Nicht, weil ich wollte, dass man uns stürmt. Im Gegenteil. Über Funk hatte ich immer wieder versucht zu sagen, dass niemand uns folgen solle. Dass niemand Heldentaten brauche. Aber eine Spur zu legen heißt nicht automatisch, jemanden zu rufen.
Manchmal bedeutet es nur: Wenn etwas schiefgeht, wisst ihr wenigstens, wo wir sind.
E.C.H.O. hatte sogar versucht, mir noch ein Messer zuzustecken. IEs hat nicht ganz geklappt, aber das war nicht schlimm. Erstens wollte ich nicht, dass unsere Entführer glauben, wir würden anfangen zu tricksen. Und zweitens waren sie bei der Durchsuchung mehr als nachlässig gewesen und hatten mit das Messer in meinem Begrüßungsteddy gelassen.
Aber zu wissen, dass da draußen jemand stand, der wusste, wo wir waren und - falls ich mit meiner Vermutung falsch lag, dass man alles friedlich würde regeln können - im Notfall helfen konnte… das hat geholfen.
✂️ Eine absurde Entscheidung
Kurz vor 19 Uhr kam einer der Aktivisten in unser Versteck. Er wirkte müde. Fast so, als wäre ihm das alles selbst längst zu viel geworden.
Er sagte nur einen Satz: „Wir nehmen einen von euch mit und lassen ihn frei.“
Lina ( janinesta) und ich sahen uns an. Natürlich wollte sie bleiben und mich gehen lassen. Und natürlich war ich bereit, genau dasselbe für sie zu tun. Für einen Moment standen wir beide da und versuchten, die jeweils andere davon zu überzeugen, dass sie gehen sollte.
Am Ende lösten wir dieses Problem auf die wahrscheinlich absurdeste Art, die man sich in so einer Situation vorstellen kann.
Schere.
Stein.
Papier.
janinesta (Lina) gewann. Und so ging sie mit dem Fremden mit.
🏗️ Eine Baustelle für die Freiheit
Man brachte sie zu einer Scheune bei Tulga, band ihr die Hände locker mit einem Seil zusammen und sagte ihr, sie könne sich in ein paar Minuten selbst befreien. Danach solle sie einfach nach Prigorodki laufen. Dort angekommen überbrachte sie die Botschaft: Der Turm musste verschwinden. Dann würde auch ich gehen dürfen.
Und so begann in Prigorodki eine Baustelle, die vermutlich niemand so schnell vergessen wird.
Unter der tatkräftigen Anleitung von Crippsy packten schließlich sloptork, E.C.H.O., NiggoB, Davus, Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, Kallele, janinesta und Crippsy gemeinsam an. jayphiiyo steuerte sogar noch einen LKW mit Baumaterial bei, den NiggoBkurzerhand nach Süden brachte.
Zwischendurch tauchte wohl noch ein Fremder ( Der_Fremde / Heisenberg) auf, der ziemlich verwirrt von einer Entführung in Stary Sobor berichtete. Er sagte auch etwas von Menschenfleisch, das er habe essen müssen. Aber eine Entführung pro Tag war ehrlich gesagt mehr als genug für uns alle.
Also beschloss man, sich erst einmal um den Turm zu kümmern und ihm danach so gut es ging zu helfen.
Und schließlich war es soweit.
🔓 Der Weg zurück
Als das erledigt war, gab der Beobachter der Aktivisten das Signal weiter.
Kurz darauf erschien der zweite Aktivist bei mir. Er wirkte nicht mehr besonders entschlossen. Fast ein wenig verlegen. Er brachte mich im Auto nach Kamyshovo, setzte mich auf der kleinen Landzunge in einer Hütte ab und fesselte meine Hände mit Klebeband.
Nicht besonders fest. Eher so, als wolle er die Form wahren und nicht die Kontrolle. Er murmelte etwas, das fast wie eine halbe Entschuldigung klang.
Dann ging er.
Es dauerte nicht lange, bis ich mich befreien konnte. Und dann lief ich los. Richtung Westen. Richtung Prigorodki.
Der Weg dorthin war… sagen wir: ereignisreich. In Elektro hatte ich mehrere unschöne Begegnungen mit Infizierten, und kurz darauf rutschte ich am Mt. Wolfgang unglücklich ab und brach mir das Bein.
Zum Glück hatte ich noch einen ganzen Stapel Stofffetzen bei mir. Also setzte ich mich auf einen Stein, bastelte mir eine Schiene und humpelte weiter.
Langsam.
Sehr langsam.
Über Funk hörte ich währenddessen Lina ( janinesta) und Crippsy, die mich immer wieder anfeuerten. Manchmal reicht das schon, eine Stimme im Funk, die sagt:
Komm weiter. Du schaffst das!
🏕️ Zuhause
Und irgendwann sah ich schließlich wieder das Camp.
Prigorodki.
Der Turm war weg. Und dort standen sie alle.
Jetzt bleibt abzuwarten, was an seiner Stelle entstehen wird. Aber ich habe schon gehört, dass WhiskeyMixer und Davus große Pläne haben. Angeblich soll dort eine Arena entstehen, von der alle profitieren können. Wenn das stimmt, dann wäre das vielleicht die schönste Wendung dieser ganzen Geschichte. Auch Tom, sloptork ist nicht traurig über seinen Verlust und hat bereits neue Pläne, bei denen ihm die anderen auch helfen wollen. Denn wir möchten nicht riskieren, dass nochmals etwas in Schieflage gerät.
Manchmal muss etwas einstürzen, damit etwas Neues entstehen kann.
Und manchmal beginnt alles mit einem kleinen Hinweis auf dem Boden.
Ein Helm.
Und ein paar Kürbiskernen.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛