Herzzeit - Ein Blick zurück (1.29)

  • 02.08.2026 – Tag 116 (Sonntag) – Von Wildgänsen und neuen Begegnungen

    Hallo ihr Lieben!

    Der Morgen begann mit einer Nachricht, die mich auf eine sehr unspektakuläre Weise ziemlich erleichterte: The_GraveDigger war früh in Prigorodki unterwegs gewesen, als ich bereits schlief und hatte nach dem Rechten gesehen. Das Camp war ruhig. Die "Zentrale" stand noch, die BBA war ebenfalls verschlossen und auch sonst gab es keine Anzeichen dafür, dass in den Stunden, in denen ich irgendwann vor Müdigkeit doch eingeschlafen war, jemand zugeschlagen hatte.

    Nach der Begegnung der vergangenen Nacht hatte ich mir darüber mehr Gedanken gemacht, als mir lieb war. Und auch wenn ich inzwischen wusste, dass mein Gefühl mich bei dem Fremden nicht getäuscht hatte, war zumindest nichts weiter geschehen. Es tat gut zu wissen, dass The_GraveDigger einfach nachgesehen hatte. Ohne großes Aufheben darum zu machen. Vielleicht ist genau das eine der angenehmsten Seiten unserer Gemeinschaft: Man muss nicht immer darum bitten, dass jemand ein Auge auf einen hat.

    🌱 Tomaten-Tim

    Während Chantal, Pinky und The_GraveDigger zur Gefängnisinsel aufbrachen, um bei Assaults Basis nach dem Rechten zu sehen und ein Sicherheitseinführung für Chantal mit Erlaubnis durchzuführen, zog es mich nach Solnichniy.

    Das Camp dort hatte wieder etwas Aufmerksamkeit nötig und eigentlich hatte ich mit einem ruhigen Vormittag gerechnet.
    Doch noch bevor ich überhaupt einen Fuß zwischen die Unterstände setzen konnte, bemerkte ich dort einen Fremden.
    Ich grüßte.
    Er rannte weg.
    Also tat ich das einzig Vernünftige und rannte ebenfalls weg.


    So ganz heldenhaft war das vermutlich nicht, aber nach den vergangenen Tagen musste ich nicht unbedingt ausprobieren, warum ein Fremder beim Anblick von mir die Flucht ergriff. Ich wollte das Dach der Krankenstation erreichen und mir die Sache von dort aus ansehen, sammelte auf dem Weg jedoch so viele Zombies ein, dass aus meinem geordneten Rückzug ziemlich schnell eine wilde Flucht wurde.
    Und ausgerechnet da kam der Fremde wieder auf mich zugerannt. Mit gezogener Waffe.
    „Nicht schießen!“, brachte ich noch hervor.
    Doch die Waffe galt gar nicht mir.
    Gemeinsam kämpften wir uns durch die Zombies, bis endlich Ruhe einkehrte. Keuchend bedankte ich mich bei meinem unerwarteten Retter und stellte mich vor. Er hieß Tim (Interception) war noch nicht lange hier und machte einen sympathischen Eindruck.
    Vor allem aber hatte er Tomaten...
    Damit war sein Name für mich natürlich entschieden: Tomaten-Tim.
    Meine Frage, womit er die Tomaten gedüngt hatte, beantwortete er glaubhaft damit, dass es kein Menschenfleisch gewesen sei. Nun gut. Man wird in Chernarus bescheiden mit seinen Ansprüchen.

    Wir legten gemeinsam Gemüse für das Camp an und brachen anschließend Richtung Elektrozavodsk auf, wo Tim sich offenbar ganz wohlfühlte. Unterwegs kämpften wir uns durch die üblichen Untoten, ich machte einen Abstecher nach Little Prigo und zeigte ihm schließlich auch unser Auffanglager in Elektrozavodsk. Zwei neue Beete kamen dazu und er schien das Camp zu mögen. Dann trennten sich unsere Wege vorerst und ich zurück nach Prigorodki weiter.
    Dort warteten bereits Kneipenwirt Blitzo, Chantal und Pinky.


    🧭 Ein alter Bekannter, der keiner sein wollte

    Lange hielt es mich allerdings nicht dort. Unsere Gaskanister waren verschwunden und so brach ich noch einmal auf, um Nachschub zu suchen. Als ich später zurückkehrte, kam mir ein Humvee entgegen. Er hielt an, E.C.H.O. stieg aus, deutete auf ein Bambi in einiger Entfernung – und fuhr weiter.
    Na vielen Dank auch.
    Natürlich ging ich hin.
    Der Fremde sprach Englisch und stellte sich als "Pontas" vor. Ich erklärte ihm, was es mit dem Camp auf sich hatte, zeigte ihm unsere Vorräte und sagte ihm, dass er sich nehmen durfte, was er zum Überleben brauchte. Er bedankte sich gleich mehrmals überschwänglich und zog schließlich weiter.
    Ganz geheuer war uns die Sache trotzdem nicht.
    Und später stellte sich heraus, dass unser Gefühl gar nicht so falsch gewesen war. „Pontas“ war eigentlich Pontan371, den wir durchaus schon aus früheren Zeiten kannten. Warum er so getan hatte, als wäre ihm das alles vollkommen neu, blieb sein Geheimnis. Andererseits hatte er sich anständig verhalten, nichts angestellt und war friedlich weitergezogen.
    Man muss vielleicht auch nicht jedes Rätsel sofort lösen.

    🔥 Die Wildgänse

    Als die Dunkelheit über Prigorodki hereinbrach, ging Pinky schlafen und schließlich saßen Chantal, E.C.H.O. und ich gemeinsam am Lagerfeuer.
    E.C.H.O. kümmerte sich auf seine ganz eigene Art rührend um Chantal. Er brachte uns Felle, damit wir nicht auf dem kalten Boden sitzen mussten, und schenkte ihr sogar ein Paar besonderer Lederschuhe. Und während das Feuer vor uns knisterte, musste ich an eine Geschichte denken, die ziemlich gut zu diesem Tag passte.
    Also erzählte ich ihnen von den Wildgänsen.
    Von Vögeln, die gemeinsam ziehen und dabei ihre Formation wechseln. Einer fliegt eine Weile voraus und nimmt den größten Widerstand auf sich. Wird er müde, übernimmt ein anderer. Fällt eine Gans zurück, bleiben andere bei ihr, bis sie wieder weiterziehen kann. Nicht, weil eine einzelne Gans zu schwach wäre. Sondern weil der gemeinsame Weg leichter wird, wenn nicht immer derselbe vorne fliegen muss.
    Vielleicht gefiel mir die Geschichte gerade deshalb so gut.
    Ich hatte in letzter Zeit oft darüber nachgedacht, wie viel Kraft es kostet, diese Camps am Leben zu erhalten. Essen heranzuschaffen. Kleidung zu sortieren. Fremde willkommen zu heißen. Verwundete abzuholen. Leuten zum hundertsten Mal zu erklären, wie man eine Infektion behandelt, warum man eine geladene Waffe am Camp vielleicht besser nicht auf andere richtet oder dass man einen Kühler tatsächlich mit Wasser füllen sollte.
    Manchmal wird man dabei müde.

    Und vielleicht hatte ich lange geglaubt, ein Samariter müsse trotzdem immer weiter vorne fliegen.
    Aber wenn ich mich umsah, stimmte das längst nicht mehr.
    The_GraveDigger hatte am Morgen nach dem Camp gesehen, als ich es nicht mehr konnte. Tim hatte mir gegen die Zombies geholfen, obwohl wir uns noch überhaupt nicht kannten. E.C.H.O. legte Chantal ein Fell hin und schenkte ihr Schuhe. Pinky und die anderen waren gemeinsam unterwegs. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 würde später einen kranken Tim von Balota abholen und nach Hause bringen.
    Eine Hand übernahm, wenn eine andere gerade nicht konnte.
    Vielleicht war genau das der eigentliche Sinn der Samariter oder unserer Gemeinschaft: Nicht immer derjenige zu sein, der rettet. Sondern Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der es vollkommen in Ordnung ist, sich auch einmal retten zu lassen.


    🌙 Noch eine lange Nacht

    Später brach E.C.H.O. auf und Tomaten-Tim kam nach Prigorodki. Auch Pontan371 tauchte wieder auf – diesmal als Bambi. Er erzählte Tim, er sei im Westen verdurstet. E.C.H.O. und Tim folgten ihm eine Weile bis nach Balota, ließen ihn schließlich aber ziehen.
    Ganz ohne Rettungsaktion ging die Nacht natürlich trotzdem nicht zu Ende.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 machte sich noch daran, unsere Vorräte aufzufüllen, ehe sie nach Balota aufbrach, um Tim abzuholen. Der hatte sich inzwischen einen Wundbrand eingefangen. Zum Glück konnte Sueda ihn behandeln und wieder einigermaßen zusammenflicken.
    Und offenbar gefiel ihm Elektrozavodsk inzwischen so gut, dass er darüber nachdachte, sich dort dauerhaft niederzulassen. @Jannniks altes Tor in der Hütte existierte ohnehin nicht mehr. Vielleicht würde dort also bald wieder jemand wohnen und gleichzeitig ein Auge auf unser Camp haben.


    🕯️ Ein Schatten weniger

    Und dann gab es noch eine Gewissheit, auf die ich eigentlich gerne verzichtet hätte.
    Mein Gefühl in der vergangenen Nacht hatte mich nicht getäuscht: Der Fremde, dessen Stimme diese alte Erinnerung in mir geweckt hatte, gehörte tatsächlich zu jenen Leuten, die damals in Prigorodki etwas angerichtet hatten, das ich nicht vergessen hatte.
    Er konnte und durfte nicht bleiben. Ihm wurde unmissverständlich klargemacht, dass für ihn hier kein Platz mehr war. Nicht nach dem, was geschehen war.

    Als ich davon erfuhr, wusste ich zunächst gar nicht recht, was ich dabei empfinden sollte. Erleichterung sicherlich. Aber auch die unangenehme Bestätigung, dass die Angst der vergangenen Nacht eben doch nicht nur aus alten Erinnerungen entstanden war.

    Vielleicht war es aber auch gut, dass die Sache dieses Mal anders endete.
    Ich hatte ihn am Camp gesehen und trotzdem nicht geschossen. Ich hatte ihn begrüßt, ihm Hilfe angeboten und ihn wie jeden Fremden behandelt, solange ich nicht wusste, wer vor mir stand. Und als die Wahrheit ans Licht kam, musste ich sie nicht allein tragen. Andere waren da und sorgten dafür, dass aus diesem alten Schatten keine neue Geschichte wurde.
    Was aus seinen potenziellen Begleitern wird, bleibt abzuwarten. Sie tragen nicht automatisch die Schuld eines anderen, nur weil sie mit ihm unterwegs waren. Aber nach allem, was passiert ist, werde ich sicherlich genauer hinsehen.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Was für ein seltsamer Tag.
    Er begann mit der Sorge darüber, wer vielleicht zurückgekehrt war, und endete am Lagerfeuer mit einer Geschichte darüber, warum niemand seinen Weg allein gehen muss.
    Vielleicht passte das besser zusammen, als ich zunächst dachte.
    Man kann vorsichtig sein und trotzdem freundlich bleiben. Man kann Angst haben und trotzdem auf einen Fremden zugehen. Und man kann irgendwann müde werden, ohne deshalb aufzugeben.
    Denn vielleicht muss man gar nicht immer die Gans an der Spitze sein.
    Manchmal reicht es, weiterzufliegen.
    Und darauf zu vertrauen, dass jemand anderes für eine Weile den Wind übernimmt.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben!

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

    🎞️STREAM vom Sonntag, 02.08.2026

    🌿DayZ mit Herz - Treffen mit Tomaten Tim (Herzzeit #030) #gdz #dayzrp #dayz
    Hallo ihr Lieben,Heute nehme ich euch wieder mit in unser Chernarus und wir machen uns auf den Weg von Solnichniy nach Prigorodki. Die Reise beginnt am Camp ...
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  • 03.08.2026 – Tag 117 (Montag) – Tomaten und Übungsraids


    Hallo ihr Lieben!

    Nach den aufwühlenden letzten Tagen durfte es heute gerne etwas ruhiger werden. Keine alten Schatten, die plötzlich wieder vor dem Camp standen, keine nächtlichen Stimmen, bei denen mir das Blut in den Adern gefror. Stattdessen gab es einen Ausflug zur Gefängnisinsel, ein wenig Bauarbeit und sehr, sehr viele Tomaten...


    🏝️ FAT macht Inselurlaub

    Pinky, Selina und Chantal machten sich gemeinsam auf den Weg zur Gefängnisinsel. F.A.T. hatte eine Mission: Assault hatte ihnen seine dortige Basis zum Üben überlassen. Ein kleiner Übungsraid also, ausdrücklich mit seinem Einverständnis, und alles, was noch brauchbar war, durften sie mitnehmen.
    Allzu viel gab es allerdings nicht mehr zu holen. Jemand anderes war ihnen bereits zuvorgekommen und hatte die Basis aufgebrochen. Ob CHAOS, RAC oder jemand ganz anderes dahintersteckte, ließ sich nicht mehr feststellen. Assault nahm es gelassen. Er wollte ohnehin spenden, was noch übrig war, und kündigte an, in der kommenden Season wiederzukommen.
    Das freute mich fast mehr als irgendwelche Beutestücke von der Insel.

    Manche ziehen weiter, manche verschwinden irgendwann einfach – und manche sagen: Bis zum nächsten Mal.

    The_GraveDigger hatte unterdessen in Berezino ebenfalls Besuch. Ein Bambi tauchte am Camp auf, sprach allerdings kein Wort und zog bald wieder seiner Wege. Vielleicht ninja2.00926 (UltrA)? Ganz sicher waren wir uns nicht. Aber es blieb friedlich und damit war eigentlich alles gesagt.


    🔨 Ein Zuhause für Tomaten-Tim

    Mich zog es derweil nach Elektrozavodsk. Ich hatte Baumaterial eingepackt und wollte endlich die Wand am dortigen Camp wieder aufbauen. Seit Tim Gefallen an dem Ort gefunden hatte, schien mir ein kleiner geschützter Rückzugsort gar keine schlechte Idee zu sein.
    Auf dem Weg dorthin entdeckte ich allerdings eine Rauchgranate mitten auf einem Feld.
    Ich hielt Ausschau nach jemandem, konnte aber weit und breit keinen Menschen erkennen. Nach den vergangenen Tagen war mir bei solchen Dingen nicht unbedingt nach neugierigem Hinterherlaufen zumute. Also fuhr ich weiter.

    In Elektrozavodsk angekommen, musste ich erst einmal grinsen.
    Tim hatte wirklich nicht untätig herumgesessen. Überall lag Essen und vor allem standen dort Tomaten. Jede Menge Tomaten...
    Seit der Geschichte mit der Kirche habe ich zu Tomaten ein etwas gespaltenes Verhältnis. Man weiß schließlich nie, was andere Menschen in Chernarus mit Gemüse so alles anstellen. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 ist in dieser Frage allerdings wesentlich konsequenter als ich. Ihr zuliebe hatte ich bislang darauf verzichtet, unsere Camps großflächig mit den roten Dingern zu bepflanzen.
    Aber Tims Tomaten sahen harmlos genug aus.
    Hoffte ich.

    Ich kümmerte mich ein wenig um die Pflanzen und machte mich dann an die eigentliche Arbeit. Die Wand entstand wieder und schließlich stand auch das Tor. Kein großes Bollwerk und keine Festung, aber immerhin ein kleiner Bereich, in den Tim sich zurückziehen konnte. Wer sich irgendwo niederlassen möchte, braucht schließlich einen Ort, an dem er auch einmal die Tür hinter sich schließen kann.


    🌫️ Das Rätsel der Rauchgranate

    Nachdem die Arbeit erledigt war, machte ich mich wieder auf den Rückweg. Und dort begegnete mir schließlich derjenige, dem ich den ganzen Aufwand überhaupt zu verdanken hatte.
    Tim stand am Camp.
    Ich erzählte ihm, dass sein kleiner Rückzugsort wieder ein Tor hatte und dass ich mich auch ein wenig um seine Tomaten gekümmert hatte. Er bedankte sich und machte sich schließlich selbst wieder auf den Weg nach Elektrozavodsk. Dann erwähnte ich beiläufig die Rauchgranate, die ich auf der Hinfahrt auf dem Feld gesehen hatte.
    Tim grinste und da wurde ich misstrauisch.
    Es stellte sich heraus, dass ich mir über einen unbekannten Schützen überhaupt keine Gedanken hätte machen müssen. Tomaten-Tim hatte schlicht seinen neuen Granatwerfer ausprobiert.
    Vom Berg aus.
    Natürlich.
    Ich glaube, ich möchte gar nicht wissen, was als Nächstes passiert, wenn man einem Mann erst ein Zuhause baut, ihn dort Tomaten anbauen lässt und ihm anschließend einen Granatwerfer in die Hand gibt...


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht war es heute gerade das Unaufgeregte, das mir guttat.
    Assault überließ anderen die Überreste seiner alten Bleibe und versprach, wiederzukommen. The_GraveDigger begegnete einem schweigsamen Fremden und es geschah einfach – nichts. Und in Elektrozavodsk entstand hinter einer neuen Wand langsam ein kleines Zuhause für jemanden, den ich erst gestern kennengelernt hatte.

    Manchmal braucht es eben gar keine großen Geschichten; ein paar Bretter, ein Tor und jemanden, der sich darüber freut, können reichen.
    Und vielleicht ist das auch eine der schöneren Seiten des nahenden Endes dieser Season. Während überall bereits darüber gesprochen wird, was danach kommt, bauen manche Menschen trotzdem noch weiter. Sie pflanzen Gemüse, richten sich ein und machen Pläne, obwohl niemand weiß, wie lange das alles noch stehen wird.
    Eigentlich ist das ziemlich verrückt.
    Aber vielleicht ist genau das Chernarus.

    Wir wissen, dass nichts für immer bleibt – und bauen es trotzdem.
    Nur bei Tomaten-Tim werde ich künftig etwas genauer hinschauen, wenn irgendwo Rauch aufsteigt...

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben!

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

  • 04.08.2026 – Tag 118 (Dienstag) – Eingeschlossen und aufgeschlossen


    Hallo ihr Lieben!

    Manchmal sind es nicht die großen Gefechte, die einen Tag in Chernarus bestimmen. Manchmal sperrt sich einfach jemand in seiner eigenen Basis ein. Und irgendwie passt das ganz gut zu diesen letzten Tagen einer Season, in denen vieles gleichzeitig zu Ende geht, neu beginnt oder noch nicht so recht weiß, was es eigentlich werden möchte.


    🏚️ Nichtbase unter Beschuss

    WhiskeyMixer berichtete zunächst von einem Raidversuch auf die I.K.E.A.-Nichtbase. Wer auch immer sich dort versucht hatte, war zumindest nicht besonders weit gekommen. Bis in den Innenhof hatte man es geschafft, dann war Schluss. Wer dahintersteckte, blieb unbekannt. WhiskeyMixer, dreizehnzwoelf (Max) und Jannnik versuchten später noch einmal, Kontakt zu der Gruppe mit den schwarzen Armbinden aufzunehmen, die wohl durch die Lande streifen sollte, trafen jedoch niemanden an. Noch immer stand die Frage im Raum, wer bei ihnen eingebrochen war und warum. Eine Antwort gab es heute nicht.



    🔐 Notruf aus Elektrozavodsk

    Dafür erreichte mich ein ganz anderer Hilferuf.
    Tim saß fest.
    In seiner eigenen Basis.
    Das Tor, das ich ihm gestern noch so fürsorglich gebaut hatte, erfüllte seine Aufgabe offenbar ein bisschen zu gut. Tim war drinnen, das Zahlenschloss draußen und damit hatte Elektrozavodsk vermutlich die erste Basis, die ihren Bewohner erfolgreicher fernhielt als irgendwelche Raider.
    Immerhin hatte Tim zuvor jemanden vor der Tür gehört und sich geweigert, einem völlig Fremden einfach seinen Code zu verraten. Das war definitiv die richtige Entscheidung. Lieber einmal den Samariter-Schlüsseldienst rufen, als anschließend zwar aus der Basis herauszukommen, dafür aber die halbe Einrichtung los zu sein.

    Ich wollte gerade aufbrechen, da stand auch bei mir ein Fremder am Camp.
    Er winkte freundlich, sprach allerdings nicht. Schreiben konnte er dafür und stellte sich als „Mission Impossible“ vor. Viel Zeit für eine ausführliche Begrüßung blieb mir leider nicht. Ich erklärte ihm im Schnelldurchlauf, was es mit unserem Camp auf sich hatte, dass er sich bedienen durfte und dass hier jeder willkommen war, der sich entsprechend benahm. Dann verabschiedete ich mich.
    Mission Impossible musste warten.
    Mission Tomaten-Tim hatte Vorrang.

    In Elektrozavodsk angekommen, konnte ich Tim schließlich aus seinem selbstgewählten Gefängnis befreien. Damit war die Sache erledigt und ich war ein kleines bisschen froh, dass die erste große Bewährungsprobe meines gestern gebauten Tores kein feindlicher Raid gewesen war, sondern sein eigener Bewohner.


    🏹 Schießübungen und eine SCR

    Da Chantal heute leider nicht da war und deshalb auch keine weiteren Fahrstunden genießen konnte, suchten Pinky und Jannnik sich eine andere Beschäftigung. Es wurde mit der SCR und einem Bogen geübt. Pinky durfte dabei als Versuchsobjekt herhalten.
    Fragt nicht.

    Auch Arndt kam vorbei und brachte eine gute Nachricht mit: An einem Konvoi hatte er endlich die SCR gefunden, nach der er schon so lange gesucht hatte. Eigentlich hatte ich vorgehabt, ihm eine zu schenken. Nach allem, was zwischen uns in dieser Season passiert war, klingt dieser Satz vermutlich selbst für mich ein wenig merkwürdig. Aber ich hatte nicht vergessen, dass ausgerechnet Arndt vor einigen Tagen in Prigorodki geblieben war und unser Camp verteidigt hatte, als andere auf uns schossen. Dafür wollte ich mich bedanken.
    Nun hatte Chernarus ihm selbst eine gegeben.
    Vielleicht war das auch ganz gut so.

    🎉 Die letzten Tage

    Und damit rückte etwas anderes immer näher, das wir schon länger im Hinterkopf hatten.
    Das Abschlussballern.

    In wenigen Tagen sollte es stattfinden – und zwar hier in Prigorodki.
    Ja, das mochte den einen oder anderen überraschen. Season für Season war am Ende Prigorodki und das Camp immer wieder unfreiwillig zur Zielscheibe geworden. Warum nun nicht einmal den Spieß umdrehen und den Konflikt bewusst ans Lager holen und gerade so den Leuten geben, was sie suchten? Wir wären vorberietet und es wäre an einem Abend ausgestanden.
    Und wenn diese Season schon irgendwann vorübergehen würde, dann konnten wir wenigstens dafür sorgen, dass all die Waffen, Munition und Ausrüstung, die inzwischen in der "Zentrale" herumlagen, noch einmal einen vernünftigen Zweck erfüllten. Oder zumindest das, was wir in Chernarus unter „vernünftig“ verstehen.

    Ich freute mich darauf. Gleichzeitig war da dieses merkwürdige Gefühl, das sich immer einstellt, wenn das Ende näher rückt. Noch pflanzten wir Gemüse. Noch bauten wir Tore. Noch sammelten wir Ausrüstung und begrüßten neue Menschen.
    Und gleichzeitig sprachen wir schon vom Abschluss.

    💃 Mein Name ist …

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 bekam später ebenfalls Besuch von einem schweigsamen Fremden. Der Mann sprach nicht. Schreiben wollte oder konnte er ebenfalls nicht.
    Nun ist Sueda bekanntlich nicht unbedingt dafür bekannt, schnell aufzugeben.
    Also forderte sie ihn kurzerhand auf, seinen Namen zu tanzen.
    Und er tat es tatsächlich.
    L.
    E.
    O.
    N.


    Aha.
    Manchmal frage ich mich, ob wir in unseren Einführungskursen inzwischen Dinge vermitteln, die in keinem vernünftigen Überlebensratgeber stehen dürften...


    🍅 Die Tomatenfrage

    Weniger erfreut war Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 über eine andere Entdeckung: Tomaten.
    Viele Tomaten.
    Zu viele Tomaten.

    Was für Tim ein vollkommen harmloses Gemüse darstellte, weckte bei Sueda noch immer Erinnerungen an die Kirchenheinis und deren etwas… eigenwilligen Umgang mit diesem Gewächs und die qualvollen Tage, die sie dem militanten Arm der Kirche - jetzt quasi ein neuer Kult - ausgeliefert gewesen war.

    Entsprechend fluchend machte sie sich daran, das Problem zu beseitigen.
    Ich fürchte, die Versöhnung zwischen Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 und der Tomate wird noch einige Seasons dauern.


    💛 Alte Gesichter, neue Season

    Dann erzählte WhiskeyMixer noch etwas, das mich nachdenklicher machte als all die kleinen Ereignisse des Tages.
    jayphiiyo sollte Gerüchten zufolge wieder unterwegs sein.
    Vielleicht würde sie zur neuen Season zurückkehren.

    Ich freute mich darüber. Wirklich. jayphiiyo gehörte schließlich zu den Menschen, mit denen wir einiges erlebt hatten, und natürlich würde sie an unseren Camps auch weiterhin willkommen sein.
    Trotzdem blieb neben der Freude ein leiser Gedanke zurück.
    Wie würde es diesmal werden?
    Nicht nur mit jayphiiyo . Mit uns allen.

    In den vergangenen Monaten hatte sich so viel verändert. Menschen waren gekommen und gegangen. Freundschaften hatten sich verschoben, manche Beziehungen waren enger geworden, andere schwieriger. Einige hatten sich zurückgezogen und andere standen plötzlich an unserer Seite, von denen ich es nie erwartet hätte.
    Und auch wir waren nicht mehr dieselben wie am Anfang dieser Season.


    🌅Gedanken zum Schluss

    Vielleicht ist das der Grund, weshalb sich ein Wipe niemals nur wie ein Neustart anfühlt. Die Welt wird zurückgesetzt, unsere Erinnerungen aber nicht.
    Nein, wir nehmen sie mit, selbst wenn wir sie nur allzu gerne loslassen würde.
    All die guten und schlechten Begegnungen, unsere Zweifel, die Fehler, das gemeinsame Lachen und vermutlich auch Suedas tief verwurzeltes Misstrauen gegenüber der Kirche und Tomaten.

    Was daraus in der nächsten Season wird, weiß ich nicht.
    Aber vielleicht muss ich das auch noch gar nicht wissen.
    Noch stehen unsere Camps.
    Noch sind ein paar Tage übrig.
    Und bevor wir uns Gedanken darüber machen, was danach kommt, wird in Prigorodki erst einmal geballert.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

  • 05.08.2026 – Tag 119 (Mittwoch) – Abschiede auf vier Rädern


    Hallo ihr Lieben!

    Langsam merkt man Chernarus an, dass sich etwas dem Ende zuneigt. Orte, an denen sonst immer jemand werkelte, wirken plötzlich verlassen. Autos wechseln ihre Besitzer oder verschwinden auf wundersame Weise und tauchen ebenso wundersam irgendwo anders wieder auf. Alte Bekannte lassen sich wieder blicken, ohne dass man so genau weiß, ob sie wirklich zurück sind. Und während wir noch versuchen, die letzten Tage dieser Season zu genießen, fordert Chernarus natürlich weiterhin seine ganz eigenen Opfer.


    🚗 Eine Olga für Jay?

    WhiskeyMixer fand in Novaya Petrovka eine neue Olga und dachte dabei gleich an jayphiiyo . Falls sie tatsächlich wieder länger nach Chernarus zurückkehren wollte, hätte ein fahrbarer Untersatz schließlich nicht geschadet.
    Aber @Jayphiyo winkte ab. Sie brauchte kein Auto.

    Sie erzählte außerdem, dass sie in Novodimitrovsk gewesen sei. Wo auch sonst... Dort sei zu ihrer Enttäuschung allerdings kaum noch etwas los. Alles wirke ziemlich trostlos.
    Ein seltsamer Gedanke, wenn ich daran denke, wie viele Menschen dort schon unterwegs gewesen waren und wie viele Geschichten an solchen Orten hängen. Manchmal verschwinden nicht einmal die Gebäude und trotzdem fühlt sich ein Ort plötzlich leer an.

    Auch ninja2.00926 (UltrA) scheint wieder irgendwo in Chernarus unterwegs zu sein. Gemeldet hat sie sich bisher allerdings nicht. Vielleicht geht sie einfach ihre eigenen Wege. Es wäre ja nicht das erste Mal.
    Und einen ganz neuen Namen gab es ebenfalls: Bumsä Bär – oder baerle. So ganz sicher bin ich mir da noch nicht. Wir werden vermutlich früh genug herausfinden, wer dahintersteckt.


    🏚️ Wo ist Herbie?

    Schwester Dasha stattete unterdessen der I.K.E.A.-Nichtbase einen Besuch ab und machte dort eine weniger schöne Entdeckung: Die Base stand offen.
    Und Herbie war weg.
    Sie begann erst einmal damit, aufzuräumen, ein paar Unterstände zu errichten und zu sichern, was noch zu sichern war. Aber natürlich blieb die Frage: Wer hatte das Auto genommen?
    Eine erste Antwort kam ausgerechnet von WhiskeyMixer. Der war später in Zelenogorsk unterwegs und fand dort – "HERBIE", den blauen Gunter im Hof der alten CHAOS-Basis stehen.

    Damit wussten wir immerhin, wohin das Auto verschwunden war. Nur nicht, wie es dorthin gekommen war.

    War CHAOS noch einmal dort gewesen? Hatte sich jemand anderes bedient? Und ganz kurz schlich sich sogar ein anderer Gedanke ein: jayphiiyo hatte gerade erst gesagt, dass sie kein Auto brauchte. Vielleicht, weil sie längst eines hatte?
    Nein. Beweise hatten wir dafür überhaupt keine und jemanden allein aufgrund eines zeitlichen Zufalls zu verdächtigen, wäre ziemlich unfair gewesen. Aber in Chernarus beginnt das Kopfkino bekanntlich schneller als uns lieb ist.
    Wir behielten die Sache also im Hinterkopf.

    🪦 Ruhe in Frieden, HERBERTIUS

    Während ein Auto wieder auftauchte, nahm ein anderes Abschied.
    "HERBERTIUS" ist tot.
    Pinky und janinesta (Selina) waren nahe Tisy unterwegs. Pinky wollte nach rechts und über das offene Feld fahren. Eigentlich kein besonders gewagtes Manöver. Nur hatte die Nacht gemeinsam mit seinem Nachtsichtgerät beschlossen, eine kleine Steinmauer aus seiner Wahrnehmung zu entfernen.
    Die Mauer war trotzdem da.
    "HERBERTIUS" danach leider nicht mehr wirklich.
    Damit endet die Geschichte eines weiteren Gefährts, das mehr erlebt hatte, als vermutlich irgendein Auto erleben sollte. Es hatte Touren überstanden, Versorgungsgüter transportiert, Menschen abgeholt und war mehr als einmal durch Situationen gefahren, bei denen ich lieber gar nicht wissen wollte, wie knapp es gewesen war.

    Und dann war es eine kleine Steinmauer.
    Ruhe in Frieden, HERBERTIUS. Du hast dein Bestes gegeben. Pinky vermutlich auch.

    🚙 Von Engeln und HEMLUT

    Zum Glück stand noch die Olga aus Novaya Petrovka zur Verfügung. Pinky und janinesta (Selina) nahmen sie an sich und begegneten bei Novodimitrovsk einem Überlebenden, ohne zunächst zu wissen, wen sie da eigentlich vor sich hatten.

    Es war der Engel von Novo, Angelus Novi.
    Der versuchte ihnen irgendwie verständlich zu machen, dass er bei Chernaya Dubrovka am Schrottplatz ein weiteres Auto gefunden hatte. Zunächst verstanden sie aber nicht, was er da nonverbal ausdrücken wollte. Es hatte wohl nicht jeder @E.C.H.O.s Talent..
    Aber am Ende machten sie sich auf den Weg und konnten schließlich tatsächlich einen schwarzen Gunter sichern.
    Und weil bei uns kein Auto lange namenlos bleibt, heißt der gute Mann nun: "HELMUT".
    Nein, nicht Hellmut. Einfach nur Helmut.
    Fragt Pinky und janinesta (Selina).


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute musste ich daran denken, wie viel unserer Geschichte eigentlich an Dingen hängt, die auf den ersten Blick vollkommen austauschbar erscheinen.

    Ein Auto ist zunächst einmal nur ein Auto. Vier Räder, ein Motor, ein Kühler, der grundsätzlich genau dann kaputt geht, wenn man keinen Reservekühler bei sich hat.
    Und trotzdem werden daraus irgendwann "HERBERT", "HERBERTIUS" oder eben "HELMUT".
    Weil wir mit ihnen Menschen abholen. Weil wir darin gemeinsam lachen. Weil sie uns nach Hause bringen, wenn wir irgendwo an der Küste gestrandet sind. Weil wir uns darüber ärgern, wenn sie gestohlen werden, und uns freuen, wenn jemand sie irgendwo in Zelenogorsk wiederfindet.
    Vielleicht ist es mit den Orten ähnlich.

    @Jayphiyo fand Novodimitrovsk momentan trostlos. Dasha fand eine offene Nicht-Base. Vieles leert sich langsam und manches wird bereits aufgegeben. Das Ende der Season wirft seine Schatten voraus.

    Aber vielleicht sind es ohnehin nie die Autos, Camps oder Basen gewesen, die diese Welt mit Leben gefüllt haben.
    Es waren die Menschen darin.

    Und solange noch jemand einem fremden Überlebenden ein Auto anbietet, eine verlassene Base notdürftig wieder herrichtet oder mitten in der Nacht versucht, zwei Reisenden den Weg zu einem Gunter zu erklären, ist Chernarus vielleicht doch noch nicht ganz so trostlos.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben!

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

  • 06.08.2026 – Tag 120 (Donnerstag) – Merkwürdige Fremde und alte Freunde


    Hallo ihr Lieben!

    Manchmal beginnt ein Tag mit einer Frage, die einem schwerer im Magen liegt, als sie eigentlich sollte. Und manchmal endet er damit, dass man einem Menschen erklären muss, dass ein Auto im Grunde nur ein sehr schneller Pferdewagen ohne Pferde ist...
    Dazwischen lag heute einiges.


    💔 Alte Freunde, neue Namen

    Die Sache mit der I.K.E.A.-Nichtbase ließ mir keine Ruhe. Inzwischen war klar, dass dort nicht einfach nur jemand ein wenig herumgestöbert hatte. Die Base war aufgebrochen und geplündert worden, "HERBIE" verschwunden gewesen und einiges an Ausrüstung fehlte. I.K.E.A. hatte einen Teil davon später in Zelenogorsk wiedergefunden und zurückerobert.
    Und dann fielen Namen.

    jayphiiyo und ninja2.00926 (UltrA).
    Ausgerechnet die beiden.
    Ich wollte es nicht glauben.

    Weder bei jayphiiyo noch bei ninja2.00926 (UltrA). Dafür hatten wir zu viel miteinander erlebt. Wir kannten uns lange genug, hatten miteinander gelacht, einander geholfen und einige ziemlich schwierige Zeiten in Chernarus gemeinsam überstanden. Erst vor wenigen Tagen hatte ich mich noch darüber gefreut, dass sie vielleicht zurückkommen würden.
    Aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr kleine Dinge schienen plötzlich zusammenzupassen.
    jayphiiyo hatte erzählt, dass sie in Novodimitrovsk gewesen war. Sie hatte WhiskeyMixer Angebot einer Olga ausgeschlagen. Und dann war da dieser schweigsame Fremde gewesen, den Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 am Camp getroffen hatte.
    Er hatte weder gesprochen noch geschrieben.
    Also hatte Sueda ihn aufgefordert, seinen Namen zu tanzen.
    LEON.

    Damals hatten wir darüber gelacht. Jetzt fiel mir wieder ein, dass der Fremde jayphiiyo sehr ähnlich gesehen hatte.
    Ich mochte die Richtung nicht, in die meine Gedanken gingen.
    Vielleicht gerade deshalb, weil ich wusste, dass ich jayphiiyo gegenüber nicht unvoreingenommen war. Ein Teil von mir suchte nach Erklärungen, weshalb sie es unmöglich gewesen sein konnte. Ein anderer sah die einzelnen Puzzlestücke und fragte immer wieder: Aber was, wenn doch?
    Und vor allem: Warum?
    Warum sollte sie freundlich mit WhiskeyMixer sprechen, ein angebotenes Auto ablehnen und kurz darauf gemeinsam mit ninja2.00926 (UltrA) ausgerechnet I.K.E.A. ausräumen? Warum sollte sie sich hinter einem anderen Namen verstecken? Was war in der Zeit passiert, in der wir nichts voneinander gehört hatten? Und UltrA... was hatte sie dazu veranlasst?

    Ich hatte keine Antwort.
    Und diesmal wollte ich auch keine erfinden.


    🤝 Ein Gespräch bringt Klarheit

    Zum Glück blieb es nicht bei Gerüchten.
    jayphiiyo ging nach einer Stellungnahme von I.K.E.A. mit WhiskeyMixer ins Gespräch. Kein Anschreien, keine Vorwürfe quer durch Chernarus, sondern ein Gespräch auf Augenhöhe. Und damit sah die Geschichte plötzlich ganz anders aus.
    jayphiiyo war nicht an dem Raid beteiligt gewesen. ninja2.00926 (UltrA) hingegen schon.
    Mit ihr unterwegs war Leonie – und damit erklärte sich vermutlich auch unser tanzender LEON. Sie sah jayphiiyo offenbar so ähnlich, dass wir aus unseren Beobachtungen den falschen Schluss gezogen hatten.
    Und auch hinter dem Raid steckte wohl keine große Abrechnung mit I.K.E.A.

    ninja2.00926 (UltrA) und Leonie hatten offenbar gar nicht gewusst, wessen Anlage sie da vor sich hatten. Leonie wollte ausprobieren, wie ein Raid funktioniert, und die beiden hatten sich anschließend nach Zelenogorsk zurückgezogen. Dass sie damit ausgerechnet bei Menschen eingebrochen waren, zu denen es eine lange gemeinsame Geschichte gab, war ihnen anscheinend nicht bewusst gewesen. So zumindest ihre Version der Geschichte.

    Das machte die Sache für I.K.E.A. natürlich nicht ungeschehen.
    WhiskeyMixer hatte allen Grund, enttäuscht zu sein. Und auch jayphiiyo schien die Aktion alles andere als gutzuheißen. Welche Konsequenzen daraus entstehen würden, wusste ich nicht. Ehrlich gesagt wollte ich mich dort auch gar nicht einmischen wollen. Das war etwas, das die Beteiligten miteinander klären mussten.
    Mir war etwas anderes wichtig: Ich glaubte jayphiiyo und ich fühlte mit WhiskeyMixer.
    Anfangs war ich skeptisch gewesen. Das gebe ich offen zu. Zu viele Kleinigkeiten hatten scheinbar zusammengepasst und nach allem, was in dieser Season geschehen war, fiel es mir nicht immer leicht, solche Zweifel einfach beiseitezuschieben. Aber gerade deshalb war ich froh, dass gesprochen wurde.
    Vielleicht war das heute die wichtigere Erkenntnis.

    Manchmal sieht eine Geschichte aus der Entfernung vollkommen eindeutig aus. Man hat Beobachtungen, Erinnerungen und scheinbar passende Zusammenhänge und setzt daraus ein Bild zusammen.
    Und trotzdem kann am Ende jemand ganz anderes darauf zu sehen sein.


    🌹 Thorn

    Während sich dieses Knäuel langsam entwirrte, hatte janinesta (Selina) in Prigorodki eine ganz andere Begegnung.
    Eine Fremde war am Camp aufgetaucht, die sich Rosethorn oder einfach „Thorn“ nannte. Sie sprach Englisch und hatte eine etwas eigentümliche Art, von sich selbst in der dritten Person zu reden. Sie suchte offenbar einen Ort, an dem sie bleiben konnte.
    Als die Nacht hereinbrach, kam auch ich zum Camp und lernte sie kennen. Thorn suchte eine Kopflampe und so gab ich ihr kurzerhand meine. Sie legte ihre Augenbinde ab, setzte die Lampe auf und bedankte sich. Das würde sie sich merken, sagte sie.
    Es seien nette Leute hier.

    Später kam sie tatsächlich noch einmal zurück und brachte uns einen Stromgenerator.
    Nun, offenbar hatte sie es wirklich ernst gemeint.


    🧭 GPS à la Selina

    Währenddessen steckte unser Neuzugang baerle irgendwo an der Ostküste fest.
    Zumindest behauptete er das.
    WhiskeyMixer, Blitzo und NiggoB waren gerade mit dem Auto unterwegs und fuhren durch Elektrozavodsk, als baerle plötzlich meldete, dass er ein Auto hören könne.
    Moment.
    Ostküste?
    Elektrozavodsk?
    janinesta (Selina) hatte eine Idee.
    „Hupt mal.“
    Die Jungs hupten.
    baerle hörte das Hupen.
    Damit war seine Position zumindest grob bestimmt: Er war noch nicht einmal in Elektrozavodsk angekommen...

    janinesta (Selina) nannte ihre neue Erfindung lachend GPS à la Selina.
    Man sammelte den Orientierungskünstler schließlich ein und brachte ihn zum Airfield, wo er eigentlich hinwollte.
    Dort wurde er dann jedoch erschossen.
    Natürlich...
    Also holten Pinky und janinesta (Selina) ihn anschließend wieder ab und statteten ihn erneut aus. Immerhin waren ihre Touren ansonsten erfolgreich. Fast alle Konvois wurden abgefahren und die beiden kamen mit ziemlich guter Beute zurück.


    🔥 Völlerei!

    Ich verbrachte unterdessen mehr Zeit mit Thorn.
    Wir grillten Paprika am Camp und später halfen Pinky und janinesta (Selina) uns dabei, Steine für einen neuen Feuerkreis zu suchen, denn unser alter war verschwunden. Dabei wurde immer deutlicher, dass Thorn tatsächlich ziemlich fremd in unserer Welt war. Nicht nur neu in Chernarus – vieles schien ihr grundsätzlich unbekannt zu sein. AUßerdem war er tatsächlich keine Frau, wie anfangs gedacht. Er hatte einfach nur ein Kleid getragen, da ihm andere Kleidung fehlte.

    Thorn erinnerte mich ein wenig an den Ritter Lachs von Stromschnelle ( DerLachs ), der vor einiger Zeit bei uns aufgetaucht war.
    Besonders deutlich wurde das, als sich ein Auto näherte.

    Thorn war vollkommen überfordert mit diesem lärmenden Ding und sprach immer wieder von einem „Beast“. Ich versuchte schließlich, es in Begriffe zu übersetzen, mit denen er vielleicht etwas anfangen konnte.
    Ein Pferdewagen.
    Nur schneller.
    Und ohne Pferde.
    Damit konnte er zumindest etwas anfangen.

    WhiskeyMixer und NiggoB hatten unterdessen beschlossen, das Kochhaus mit Rindersteaks zu füllen.
    „Völlerei!“, stellte Thorn fest.
    Ich betrachtete den Fleischberg.
    „Oh. Noch mehr Arbeit …“
    WhiskeyMixer fand meine Reaktion aus irgendeinem Grund niedlich.

    🔫 Der Feuerstab

    Später zeigte ich Thorn noch einige Dinge, die man in Chernarus früher oder später kennen sollte. Darunter Waffen.
    Er nahm meine Erklärungen aufmerksam auf, gestand allerdings selbst, dass sie nicht unbedingt die Hellste sei. Einen „Fup“, wie wir unsere Granatwerfer aufgrund des charakteristischen Geräusches beim Abschuss einer Granate nannten, hielt er zunächst für eine Art Prügel aus Metall und Holz.
    Also zeigte ich ihm meinen "Feuerstab".
    Eine DMR.
    Ich warnte ihn noch vor dem Knall.
    Es half nicht.
    Als ich schoss, erschrak er trotzdem gewaltig.

    Ich betrachtete die Waffe einen Augenblick und erklärte ihm dann, dass es vermutlich eine ziemlich gute Idee wäre, einen großen Bogen um Menschen zu machen, die so etwas in den Händen hielten.
    Das schien eine Lektion zu sein, die er sich merken wollte.


    🏠 Ein Nest für Thorn

    Während wir weiter nach Steinen suchten, erzählte Thorn schließlich etwas von sich.
    Er sei an einem Steg in Chernogorsk zu sich gekommen. SeinHaus habe gebrannt. Sein Vater habe sich geopfert und er selbst sei mit einem schwarzen Schlauchboot hierher gelangt.
    „Black floaty“, nannte er es.
    Ich wusste nicht, wie viel davon ich verstehen konnte oder sollte. Aber ich konnte ihm zumindest erklären, wo er nun war.
    Chernarus.
    Und ich erzählte ihr von uns Samaritern. Von den Camps und davon, warum wir sie errichteten. Dass Menschen dort essen, trinken, sich ausstatten und einen Moment durchatmen konnten. Dass wir dafür keine Bezahlung erwarteten.

    Nur eines:
    Dass man die Camps und die Arbeit dahinter respektierte.
    Thorn nickte.
    Er fand das ehrenhaft.
    Ich lächelte etwas müde.
    Manchmal fand ich es vor allem schwierig.

    Aber nun brauchte Thorn selbst einen Ort zum Bleiben.
    Ein Nest, wie er es nannte.
    Also suchten wir eines.

    Ich zeigte ihm schließlich ein kleines Haus neben einem Bahnhof und brachte ihm bei, wie man einen Zaun errichtete und daraus ein Tor machte. Die nötigen Materialien stellte ich ihm zur Verfügung und Stück für Stück entstand tatsächlich ein kleiner geschützter Ort.
    Sein "Nest".

    Zum Schluss bekam er natürlich noch einen Begrüßungsteddy.
    Er bedankte sich und schließlich verabschiedeten wir uns.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Als ich später über den Tag nachdachte, musste ich ausgerechnet wieder an die Sache mit jayphiiyo denken.
    Wie schnell wir uns ein Bild von einem Menschen machen.
    Ein Fremder sieht aus wie jemand, den wir kennen. Ein paar Dinge passen zusammen. Ein Auto steht am falschen Ort. Jemand war zur richtigen oder falschen Zeit irgendwo unterwegs – und plötzlich scheint eine Geschichte fertig zu sein.
    Nur war sie es nicht.

    Vielleicht hat mich gerade deshalb die Begegnung mit Thorn heute so beschäftigt. Bei ihm wusste ich fast gar nichts. Seine Worte klangen seltsam, unsere Welt war ihm fremd und manchmal verstand ich nicht einmal, was er mir eigentlich sagen wollte.
    Also blieb mir gar nichts anderes übrig, als zuzuhören.

    Vielleicht sollten wir das auch bei Menschen tun, die wir schon lange kennen.
    Ich bin froh, dass ich meinen Zweifel an jayphiiyo nicht zu einer Gewissheit gemacht habe, bevor wir ihre Seite gehört hatten. Und ich bin froh, dass WhiskeyMixer mit ihr gesprochen hat.
    Was zwischen I.K.E.A., ninja2.00926 (UltrA) und Leonie nun geschieht, müssen sie selbst klären. Es wurde etwas kaputtgemacht und mit einem einfachen Missverständnis wird sich vermutlich nicht alles wieder zusammensetzen lassen.

    Aber zumindest weiß ich jetzt, dass nicht hinter jedem alten Gesicht plötzlich ein neuer Feind steckt.
    Manchmal ist es tatsächlich einfach jemand anderes.

    Und manchmal steht am Ende eines komplizierten Tages ein Fremder vor einem kleinen Haus, nennt es sein Nest und hält einen Teddy in den Händen.
    Damit kann ich wesentlich besser leben.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben!

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

  • 07.08.2026 – Tag 121 (Freitag) – Die Falle


    Hallo ihr Lieben!

    Es gibt Dinge, an denen man merkt, dass sich eine Season ihrem Ende nähert. Die Vorräte werden großzügiger verteilt, Autos etwas weniger liebevoll behandelt, überall wird darüber gesprochen, was man vor dem Wipe unbedingt noch machen möchte... tja und irgendwann beginnen Menschen dann plötzlich damit, Sprengfallen in Kochhäuser zu legen.
    Offenbar waren wir an diesem Punkt angekommen.


    ⚠️ Ein Draht zu viel

    janinesta (Selina) meldete sich aus Prigorodki mit einer Nachricht, die mir überhaupt nicht gefiel.
    Im Kochhaus war ein Stolperdraht gespannt worden. Und daran hing nicht etwa eine harmlose Rauchgranate, sondern etwas, das einem den Morgen ziemlich nachhaltig verderben konnte.
    janinesta (Selina) hatte die Falle sogar versehentlich ausgelöst.

    Zum Glück bemerkte sie sofort, was passiert war, und schaffte es gerade noch rechtzeitig in Deckung. Die Granate detonierte, janinesta (Selina) blieb am Leben – und zurück blieb vor allem die Frage, wer so etwas mitten in unserem Camp aufbaute.
    Es war wieder diese Zeit der Season. Wohlstandsdepression...Die Zeit, in der man bei jedem fremden Gesicht etwas genauer hinsah und sich bei jedem Geräusch fragte, ob irgendwo wieder jemand eine ausgesprochen kreative Vorstellung von Humor entwickelt hatte, weil ihm einfach langweilig geworden war.
    Natürlich fiel auch Thorns Name.

    Nicht, weil wir irgendeinen Beweis hatten. Eigentlich hatten wir überhaupt nichts. Aber er war neu, er war sonderbar und wir kannten ihn kaum. Das reichte nicht für eine Anschuldigung – und sollte es auch niemals. Aber für einen Gedanken reichte es leider schon.

    🎭 Die verbotene Maske

    Pinky, janinesta (Selina) und unser Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 rückten später gemeinsam aus und entdeckten in der Blutopia-Halle einen Überlebenden.
    Sie sprachen ihn an.
    Keine Reaktion.
    janinesta (Selina) wurde misstrauisch und fesselte den Fremden schließlich, während Nr. 371 bereits versuchte, die Situation irgendwie zu erklären und sich vorsorglich zu entschuldigen. janinesta (Selina) nahm ihm die Waffen ab – und irgendwann erwachte der Fremde aus seiner eigentümlichen Erstarrung.
    Es war Thorn.
    Der verstand die Welt nicht mehr.
    Nr. 371 allerdings auch nicht.
    Denn Thorn hatte eine Maske getragen.
    Eine ganz bestimmte Maske.
    Sueda hatte sie ihm bereits vom Gesicht gezogen und betrachtete sie mit entsprechend wenig Begeisterung. Die Schweinemaske...

    „Forbidden Mask.“, sagte sie.
    Thorn schaute vermutlich ungefähr so verständnislos wie immer.
    „Mask dangerous.“
    Es war eine dieser @E.C.H.O.-Masken.
    Thorn wusste natürlich nichts davon, welche Bedeutung dieses Stück Stoff für andere hatte. Für ihn war es vermutlich einfach nur eine Maske gewesen. Für Nr. 371 dagegen gehörte sie zu jemandem, bei dem man besser nicht ungefragt zu kopieren versuchte.
    Sie banden Thorn wieder los.

    Er erzählte, er habe von seinem Boot aus einen Knall gehört und sei deshalb hergekommen. Mit der Falle habe er nichts zu tun.
    Vielleicht war das tatsächlich alles.


    🐔 Das tote Huhn

    Zurück in Prigorodki machten Thorn und Nr. 371 dann noch eine Entdeckung.
    Am Öltank lag ein totes Huhn.
    Einfach so.
    Tot.
    Man kann in Chernarus vermutlich vernünftigere Dinge tun, als in einem toten Huhn nach einer Botschaft zu suchen.
    Aber nach einer Sprengfalle im Kochhaus betrachtet man selbst Geflügel plötzlich mit einem gewissen Misstrauen.
    War es ein Vorbote?
    Ein Zeichen?
    Eine Warnung?

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 erinnerte sich und sagte bedeutungsschwer "It's a sign!". Sie hatte die Zeit miterlebt, als an den Camps tote Hühner hinterlassen worden waren. Ob das etwas mit der Rückkehr von jayphiiyo zu tun hatte? Hatte sich da jemand einen besonders makaberen Scherz erlaubt?
    Oder war es einfach nur ein totes Huhn?
    Wir beschlossen vorerst, dem Huhn keine größere politische Bedeutung beizumessen. Aber unwohl war uns schon. Wenn jemand dahinter steckte wusste er, wie man uns aus der Reserve locken konnte.

    🔨 Die letzten Vorbereitungen

    Pinky und janinesta (Selina) gingen noch einmal gemeinsam auf Tour. Die Zentrale sollte für das Abschlussballern gefüllt werden und inzwischen wanderte ohnehin alles, was noch irgendwie brauchbar war, dorthin.
    Ich traf unterdessen auf einen Überlebenden namens 13monk12 , der nicht zum ersten Mal in Chernarus unterwegs war. Er wollte sich eine Basis bauen und hatte ziemlich klare Vorstellungen davon, was er anschließend damit anfangen wollte.
    Möglichst schnell möglichst viel raiden.
    Nun ja.
    Jeder braucht Ziele im Leben...

    Ich lud ihn zum Abschlussballern ein. Wenn jemand unbedingt schießen wollte, dann konnten wir ihm wenigstens einen Ort anbieten, an dem das ausdrücklich erwünscht war.

    💥 Prigorodki brennt?!

    Später war Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 in der Zentrale damit beschäftigt, die Sachen für das Abschlussevent zu sortieren, als eine Explosion durch Prigorodki hallte.
    Fast gleichzeitig meldete sich WhiskeyMixer. Schüsse am Camp.
    Sueda ließ alles stehen und liegen und rannte los.
    Als sie sich näherte, sah sie roten Rauch aus dem Kochhaus quellen. Für einen Augenblick sah es aus, als würde das ganze Camp brennen. Dicker Rauch hing zwischen den Gebäuden und machte es beinahe unmöglich zu erkennen, was dort eigentlich passiert war.
    Sie näherte sich vorsichtig.
    WhiskeyMixer versuchte Kontakt aufzunehmen.
    Keine Antwort.
    Auch auf Suedas Rufe reagierte niemand, aber irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht.
    Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 schlich sich ins Kochhaus. WhiskeyMixer rückte nach.
    Und dann bemerkte er den Draht. Zu spät. Er geriet ins Straucheln.
    Wieder eine Falle.
    Direkt am Eingang.
    WhiskeyMixer reagierte schnell genug und brachte sich in Sicherheit.
    Sueda nicht.
    Die Tür zum Kaminbereich war von innen verschlossen und für sie gab es in diesem Augenblick keinen Weg mehr heraus. Sie saß in der Falle und sah der Explosion mit zusammengebissenen Zähnen entgegen.
    Die Granate detonierte und das Kochhaus verschwand für einen Moment in Lärm, Rauch und Chaos.
    Als Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 wieder die Augen öffnete, hörte sie das Meeresrauschen.
    Küste.
    Natürlich.
    Sie rappelte sich auf und machte sich sofort wieder auf den Weg nach Prigorodki.
    Blitzo und WhiskeyMixer hatten inzwischen ihre Sachen gesichert. Vom Verantwortlichen dagegen fehlte jede Spur. Niemand war im Camp. Niemand antwortete. Niemand lief davon.
    Als hätte sich derjenige, der all das vorbereitet hatte, einfach in Luft aufgelöst.
    Und genau das machte mir mehr Sorgen als die Falle selbst.

    🕯️ Wer war hier?

    Erst später fielen uns die kleinen Veränderungen auf.
    Der Steinkreis am Lagerfeuer war zu einem Ofen umgebaut worden.
    Eine Schweißermaske lag im Camp.
    Jemand war also nicht nur für wenige Sekunden hier gewesen, hatte einen Draht gespannt und war wieder verschwunden. Da hatte sich jemand beschäftigt.
    Und unweigerlich fiel wieder Thorns Name.
    Er hatte erzählt, er habe einen Knall gehört. Er hatte seine Unschuld beteuert. Eigentlich gab es keinen vernünftigen Grund, ihm nicht zu glauben.
    Nur kannten wir ihn kaum.

    Gestern hatte ich noch mit ih Paprika gegrillt, ihm gezeigt, wie man baut, ihr einen kleinen Ort zum Leben eingerichtet und versucht, ihm diese für sie völlig fremde Welt zu erklären. Ich mochte den Gedanken nicht, dass ausgerechnet er hinter all dem stecken könnte.
    Vielleicht gerade deshalb beschäftigte er mich.
    Aber ein ungutes Gefühl ist kein Beweis.
    Und nach allem, was in dieser Season passiert war, wollte ich nicht anfangen, jeden Fremden zum Feind zu erklären, nur weil ich keine bessere Antwort hatte.
    13monk12 kam schließlich ebenfalls zum Camp, um zu helfen.
    Und während wir aufräumten, blieb eine Frage zurück, auf die niemand eine Antwort hatte:
    Wer legte diese Fallen und warum?


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht war es bezeichnend, dass mich heute weniger die Explosion beschäftigte als die Ungewissheit danach.
    Eine Granate ist wenigstens eindeutig. Sie explodiert, richtet Schaden an und danach weiß man, womit man es zu tun hatte.

    Misstrauen funktioniert anders.
    Es beginnt mit Kleinigkeiten.
    Ein Fremder, den man noch nicht kennt. Eine Maske, die für ihn nichts bedeutet und für jemand anderen sehr viel. Ein totes Huhn, das wahrscheinlich einfach nur ein totes Huhn ist. Ein umgebauter Feuerplatz. Eine Schweißermaske. Und irgendwann fügt der eigene Kopf all diese Dinge zu einer Geschichte zusammen, obwohl man gar nicht weiß, ob sie zusammengehören.
    Nach dieser Season wäre es leicht, darin immer besser zu werden.
    Vielleicht sogar zu leicht.

    Ich möchte vorsichtig sein. Gerade nach allem, was passiert ist. Ich möchte nicht noch einmal wehrlos dastehen, wenn jemand unsere Hilfsbereitschaft gegen uns verwendet.
    Aber ich möchte genauso wenig irgendwann auf unserem Turm stehen und in jedem Menschen, der sich Prigorodki nähert, nur noch eine mögliche Gefahr sehen.
    Denn dann hätte diese Season etwas mit uns gemacht, das mir sehr viel weniger gefällt als ein Loch im Kochhaus.

    Also werden wir die Augen offenhalten.
    Wir werden Stolperdrähte suchen, bevor wir irgendwo hineinlaufen.
    Und vielleicht behalten wir auch das eine oder andere Huhn etwas genauer im Auge.
    Aber solange ich keinen Grund habe, etwas anderes zu glauben, bleibt ein Fremder zunächst ein Fremder.
    Und nicht automatisch ein Feind.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

  • 08.08.2026 – Tag 122 (Samstag) – Zwischen Freunden und Feinden


    Hallo ihr Lieben!

    Da war er also. Der Tag, auf den wir in den vergangenen Wochen hingearbeitet hatten. Waffen waren gesammelt, Munition gehortet, Vorräte angelegt und wahrscheinlich mehr Schießprügel repariert worden, als ein vernünftiger Mensch jemals brauchen sollte.
    Das traditionelle Abschlussballern stand an.
    Und wenn schon alles bald verschwinden würde, dann sollte wenigstens vorher noch einmal ordentlich Gebrauch davon gemacht werden.


    📦 Drei Depots und sehr viel Zeug

    Viele Leute von F.A.T. halfen bei den letzten Vorbereitungen und ich war eine ganze Weile damit beschäftigt, die gesammelten Waffen zu verteilen und drei Depots einzurichten.
    Da war unser „Honigtopf“, die inzwischen bestens gefüllte „Zentrale“ und schließlich Crippsy77 s Scheune beim Brits Tower, die er uns freundlicherweise für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte.
    Damit war alles bereit.
    Zumindest auf dem Papier.
    Denn kaum begann das Abschlussballern, saß ich im Kochhaus und hörte Schritte vor der Tür.


    🏹 Reden kann man ja trotzdem

    Ich nahm meine Armbrust in die Hand und wartete.
    Derjenige draußen musste nur die Tür öffnen. Dann würde ich schießen.
    Eigentlich.
    Während ich dort stand, merkte ich, wie sich in mir alles dagegen sträubte. Abschlussballern hin oder her – das hier war noch immer unser Camp. Und ich war noch immer ich.
    Also senkte ich die Armbrust ein wenig und begann zu reden.
    Zum Glück.
    Auf der anderen Seite stand Tim (Inception).
    Er hatte überhaupt nicht vor, mich zu erschießen. Mehr noch: Er und baerle erklärten sich kurzerhand bereit, das Kochhaus mit allen Mitteln zu verteidigen.
    Ich bedankte mich und überließ ihnen die Stellung. Denn während rund um Prigorodki langsam die ersten Schüsse fielen, hatte ich eine ausgesprochen wichtige Aufgabe zu erledigen.
    Ich ging angeln.
    Was auch sonst?

    🐟 Fischen im Kugelhagel

    Bei Crippsy77 s Scheune schien bereits einiges los zu sein und auch vom Tower waren immer wieder Schüsse zu hören. Ich sah dort oben jemanden herumklettern, wurde aber in Ruhe gelassen und konnte tatsächlich eine ganze Weile angeln.
    Irgendwann hatte ich einen Rucksack voller Fische.
    Den musste ich nun nur noch irgendwie durch ein Gebiet bringen, in dem inzwischen offenbar jeder auf jeden schoss.
    Bei Elektrozavodsk begegnete mir ausgerechnet ein Bambi.
    „Bitte erschieß mich nicht!“, rief ich ihm entgegen.
    Der arme Kerl wusste nicht einmal, dass er überhaupt eine Waffe im Inventar hatte.
    Ich erklärte ihm kurz, was gerade rund um Prigorodki los war, versicherte ihm, dass ich normalerweise zu den eher friedlichen Bewohnern dieses Landes gehörte, und wünschte ihm eine gute Reise.
    Im namenlosen Dorf briet ich meine Fische und schlich anschließend zurück nach Prigorodki. Die Schüsse waren inzwischen deutlich mehr geworden, aber irgendwie schaffte ich es, den Rucksack abzugeben.
    Dann zog ich mich in meinen Turm zurück.
    Und damit fing das Elend eigentlich erst richtig an.


    💥 CHAOS. Also wirklich.

    Zwischenzeitlich rückte ich noch einmal nach Pusta aus, weil vom Berg aus auf mich geschossen worden war. Den Schützen fand ich nicht.
    Als ich zurückkam, hatte ich dafür andere Probleme.
    CHAOS.
    Kallele, Davus und autisticdeer – TruboTommy – gehörten zu denen, die sich offenbar vorgenommen hatten, mir diesen Abend so angenehm wie möglich zu gestalten.
    Kallele hatte sogar ein ganz persönliches Anliegen.
    Er wollte „seine“ Armbrust zurück. Die Armbrust, die er mir geschenkt hatte, die mit der besonderen Färbung.

    Ich weiß nicht, ob Geschenke bei CHAOS grundsätzlich nur Leihgaben mit sehr langer Rückgabefrist sind, aber für Diskussionen war ohnehin wenig Zeit.
    autisticdeer (TruboTommy) hielt ich zunächst für den Küstenreaper. Er versicherte mir natürlich, dass er mich nicht erschießen würde.
    Ich glaubte ihm kein Wort und ich glaube, er wusste, dass ich ihm kein Wort glaubte.
    Und Davus?
    Ich hatte ein wenig den Eindruck, dass Davus einfach das heillose Durcheinander genoss.
    Während über mir Granaten einschlugen und ich teilweise zusammengekauert im Turm saß, versuchte ich noch immer, mit den Leuten draußen zu reden.
    Man kann es ja wenigstens versuchen.


    ⚔️ Die Samariter verteidigen die "Zentrale"

    Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Auch an der "Zentrale" tobte längst ein Kampf.
    Pinky, janinesta (Selina) und Black Lion hatten dort Stellung bezogen und versuchten unser Depot gegen I.K.E.A. zu verteidigen. Von RAC fehlte jede Spur und E.C.H.O. war allein unterwegs.
    Black Lion opferte sich sogar bei einem ziemlich halsbrecherischen Manöver.
    Doch am Ende fiel die "Zentrale".
    I.K.E.A. nahm sie ein und janinesta (Selina) geriet in Gefangenschaft und wurde als Geisel gehalten.
    Von all dem wusste ich nichts.

    Ich saß in meinem Turm und hoffte nur, dass irgendwann jemand auftauchen würde.
    Denn inzwischen lagen überall Leichen. Einen frisch zurückgekehrten Kallele erwischte ich selbst, als er sich wieder am Camp bewaffnen wollte, aber die Angriffe hörten nicht auf.
    Innerlich flehte ich beinahe darum, dass die Samariter und I.K.E.A. ihren eigenen kleinen Krieg um die "Zentrale" irgendwann ruhen lassen und hierherkommen würden.
    Doch zunächst kam niemand.
    Bis NiggoB und dakel auftauchten.


    🩸 Der erste Tod

    NiggoB legte sich mächtig ins Zeug und erwischte mehrere Angreifer. Dann schoss er gegen die bereits schwer beschädigte Wand meines Turms.
    Ausgerechnet in diesem Moment gab sie nach.
    Ein Geschoss durchschlug die Deckung und traf mich.
    Dann wurde alles schwarz.
    Mein erster Tod an diesem Abend.
    Als ich an der Küste wieder zu mir kam, gab es allerdings keine Zeit, darüber nachzudenken. Ich machte mich zurück nach Prigorodki auf, wo NiggoB inzwischen den Turm übernommen hatte, und stattete mich erneut aus.
    Vom Nordwald näherte sich bald der nächste Angreifer.
    Dieses Mal redete er.
    Warum ich eigentlich immer behauptete, friedlich zu sein, wenn ich jetzt hier im Turm sitzen und Leute „abcampen“ würde?
    Die Frage ärgerte mich.
    Vielleicht auch deshalb, weil ich sie mir selbst schon gestellt hatte.
    Ich erklärte ihm, dass ich nach wie vor keinen Menschen töten wollte. Dass ich aber mein Camp verteidigen würde, wenn jemand mit einer Waffe darauf zustürmte. Das eine schloss für mich das andere nicht aus.
    Wenn er meine Aufzeichnungen sehen würde, sagte ich, würde er vielleicht verstehen.
    Seine Antwort kam in einem Ton, der mir gar nicht gefiel.
    "Das hättest du mir besser nicht sagen sollen...".
    Danach wurde es still.
    Kallele hatte ihn erwischt.

    ☣️ Gas

    Dann kam die nächste Welle.
    Wieder verteidigte ich den Turm. Wieder schlugen Geschosse ein.
    Nur dieses Mal kamen Gasgranaten dazu.
    Das Zeug kroch überall hinein. Meine Augen brannten, jeder Atemzug tat weh und ich wusste ziemlich schnell, dass ich ein Problem hatte.
    Ich hatte sogar mein eigenes Blut dabei und wollte es mir als Gegenmittel spritzen. Nur fehlte mir ausgerechnet das IV-Startkit.
    Natürlich.
    Ich übergab mich.
    Dann wurde wieder alles schwarz.
    Zum zweiten Mal Küste.
    Zum zweiten Mal zurück.
    NiggoB und ich preschten wieder in Richtung Turm und liefen autisticdeer (TruboTommy) über den Weg. Dieses Mal dachte ich nicht lange nach. Ich drückte ab.
    Klick.
    Keine Kugel im Lauf.
    Manchmal entscheidet Chernarus solche Dinge mit einem erstaunlichen Sinn für Humor.
    autisticdeer (TruboTommy) schickte mich zum dritten Mal an die Küste.


    🤝 Leute, mit denen man nicht gerechnet hat

    Und irgendwann mischte sich 13monk12 in den Kampf ein.
    Ich hatte ihn erst gestern kennengelernt.
    Nun stand dieser Mann da und warf sich mit allem, was er hatte, in die Verteidigung unseres Camps. Und erstaunlicherweise hielt er sich verdammt gut.
    Es war ohnehin längst unmöglich geworden, Freund und Feind auseinanderzuhalten.
    Vor dem alten Kochhaus sah ich einen Überlebenden mit einer Waffe. Kein Oberteil. Genau wie NiggoB.
    War das vielleicht unser Erkennungszeichen geworden?
    Der Mann stürmte in die Hütte, in der ich stand.
    „Niggo, bist du es?“
    Keine Antwort.
    Stattdessen hob er seine Waffe.
    Dieses Mal war ich schneller.
    Als der Mann vor mir zu Boden ging, erkannte ich @autosticdeer (TruboTommy).
    Warum hatte er nicht geantwortet?
    Warum hatte er mich nicht erkannt?
    Wahrscheinlich aus demselben Grund, aus dem ich ihn nicht erkannt hatte. Prigorodki bestand inzwischen aus Rauch, Schüssen, halbnackten Überlebenden und Menschen, die nach jedem Tod in irgendeiner anderen Kleidung wieder angerannt kamen.
    Niemand wusste mehr so genau, wer hier eigentlich auf wen schoss.


    🏚️ Der letzte Mann im Turm

    CHAOS hatte unseren Turm inzwischen eingenommen.
    Zelte waren zerstört, Unterstände lagen in Trümmern und von manchen Wänden war nicht mehr viel übrig.
    Wir versuchten noch einen letzten Vorstoß.
    Dabei erwischte ich ausgerechnet E.C.H.O., der ebenfalls auf das Camp schoss.
    NiggoB glaubte schon, wir hätten es geschafft.
    Doch oben saß noch Kallele.
    Und Kallele erwischte ihn.
    Als die Zeit schließlich ablief, war er der letzte Mann im Samariterturm.
    Mehr tot als lebendig, aber er saß da oben.
    Dann schlug die Uhr zwölf.
    Und plötzlich war alles vorbei.


    💛 Punkt zwölf waren wir wieder wir

    Vielleicht war das für mich der merkwürdigste Augenblick des ganzen Abends.
    Minuten zuvor hatten wir noch aufeinander geschossen, Granaten durch Prigorodki geworfen, uns gegenseitig an die Küste geschickt und versucht, dem anderen die letzten Stellungen abzunehmen.
    Und nun trafen wir uns im Funk.
    „Gutes Spiel.“
    „Starke Aktion.“
    „Das war knapp.“
    Wir beglückwünschten uns gegenseitig, halfen Kallele (dem meine Sanitäteruniform gar nicht mal so schlecht stand...) und begannen gemeinsam aufzuräumen.
    Die gleichen Menschen, vor denen ich mich Minuten zuvor noch hinter einer Wand geduckt hatte, halfen nun dabei, das wieder herzurichten, was wir gemeinsam zerlegt hatten.
    Und während ich zwischen den Trümmern stand, begriff ich vielleicht endlich etwas, womit ich in dieser Season immer wieder gehadert hatte.
    Man kann gegeneinander kämpfen, ohne einander hassen zu müssen.
    Man kann auf unterschiedlichen Seiten stehen, sich gegenseitig alles abverlangen und sich anschließend trotzdem wieder die Hand reichen.
    Vielleicht war genau das die Grenze, die mir in den vergangenen Wochen manchmal gefehlt hatte.
    Nicht zwischen Samariter, I.K.E.A., CHAOS oder irgendeiner anderen Gruppe.
    Sondern zwischen einem Gegner und einem Feind.
    Und heute Abend waren wir Gegner gewesen.
    Mehr nicht.


    🌻 Die, die einfach gekommen waren

    Der Abend hatte mir noch etwas anderes gezeigt.
    Menschen waren gekommen.
    Vezir, den ich dadurch erst richtig kennenlernte. Auch cookfrags war dabei. 13monk12, den ich gerade einmal seit einem Tag kannte, hatte plötzlich unser Camp verteidigt. Tim und baerle hatten zu Beginn das Kochhaus gehalten.
    Andere kämpften irgendwo zwischen "Zentrale", "Honigtopf", Scheune und Turm.
    Es waren nicht immer diejenigen, mit denen ich gerechnet hätte.
    Vielleicht war gerade das schön.
    Denn so sehr dieser Abend davon lebte, aufeinander zu schießen, lebte er am Ende doch vor allem davon, dass so viele Menschen gekommen waren, um noch einmal gemeinsam etwas völlig Unvernünftiges zu tun.


    🪨 Warum eigentlich immer Stein?

    Nachdem wir gemeinsam die schlimmsten Schäden beseitigt hatten, ging ich mit den Jungs noch zu Crippsy77 s Turm.
    Und dort taten wir das, was vernünftige Menschen am Ende einer langen und erfolgreichen Season eben tun:
    Wir sprangen runter.
    Eine merkwürdige Tradition.
    Aber eine alte Vanilla-Tradition.
    Für mich war damit die Season beendet.
    Herz-Aus-Gold durfte gehen.
    Die letzten Tage würde Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 über Prigorodki wachen.
    Wir hatten darum natürlich nicht lange diskutiert, sondern die einzig vernünftige Methode zur Entscheidungsfindung verwendet:
    Schere, Stein, Papier.
    Sueda verlor.
    Sie hatte Stein.
    Natürlich hatte sie Stein.
    Warum nimmt diese Frau eigentlich immer den Stein?'


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Das Abschlussballern ist vorbei.
    Und irgendwie lässt mich dieser Abend mit einem seltsamen Gefühl zurück.
    Es war laut, chaotisch und ziemlich genau das, was ein Abschlussballern sein sollte. Überall wurde gekämpft, gestorben, gelacht, geflucht und wieder losgerannt. Prigorodki wurde für ein paar Stunden zum Schlachtfeld und mittendrin stand unser alter Samariterturm unter Beschuss.
    Aber während einige meiner Freunde anderswo kämpften, stand ich plötzlich mit Menschen am Turm, mit denen ich sonst kaum oder gar nicht unterwegs bin, und wir verteidigten gemeinsam dieses kleine Stück Prigorodki.


    Eigentlich war das ein schöner Moment.
    Und trotzdem hat er mich nachdenklich gemacht.
    In den letzten Seasons ist unglaublich viel entstanden: Events, Geschichten, Begegnungen. Unsere Camps sind gewachsen, die Samariter haben sich verändert und irgendwo dazwischen ist auch immer mehr Verantwortung entstanden. Für Orte. Für Menschen. Für Projekte. Für Dinge, von denen ich früher vermutlich nicht einmal gedacht hätte, dass ich sie irgendwann machen würde.
    Ich möchte davon nichts missen.
    Aber vielleicht habe ich gestern auch gemerkt, dass ich zwischen all dem manchmal etwas vermisse.
    Nicht das alte Chernarus. Nicht irgendeine bestimmte Season. Und eigentlich möchte ich auch gar nicht zurück.

    Ich möchte nur wieder etwas öfter mit meinen Leuten losziehen, ohne dass es dafür einen besonderen Grund braucht. Gemeinsam Unsinn machen, irgendwo hängenbleiben, am Feuer sitzen, ein Auto gegen einen Baum setzen und anschließend darüber diskutieren, ob es ein Lag gewesen war. Irgendwohin laufen, obwohl keiner so genau weiß, warum wir eigentlich dorthin wollen.
    Einfach schauen, was Chernarus mit uns vorhat.
    Vielleicht war es deshalb gar nicht schlimm, dass an diesem Abend ausgerechnet andere Menschen mit mir unseren Turm verteidigten.
    Vielleicht musste ich erst einmal merken, dass meine Leute inzwischen auch ihre eigenen Wege gehen. Und dass ich mir wünschen darf, wieder häufiger einen Teil davon gemeinsam mit ihnen zu gehen.


    Am Freitag kommt der Wipe.
    Alles auf Null.
    Vielleicht ist das diesmal gar kein schlechter Zeitpunkt.
    Nicht, um wieder von vorne anzufangen.
    Sondern um zwischen all dem Neuen ein bisschen von dem wiederzufinden, weshalb wir irgendwann einmal angefangen haben.
    Und wenn Chernarus uns dabei wieder völlig andere Pläne vor die Füße wirft?
    Nun.
    Dann schauen wir eben, was daraus wird. 💛

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und wir sehen uns nach dem Wipe!

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

    🎞️STREAM vom Samstag, 08.08.2026

    🌿DayZ mit Herz - Heute Abend schützt mich nichts mehr! (Herzzeit #031) #gdz #dayzrp #dayz
    Hallo ihr Lieben,Es ist so weit: Das große Saison-Finale auf dem GDZ-Vanilla-Server steht an! In dieser Folge der „Herzzeit“ lassen wir die Tradition des Abs...
    www.youtube.com
  • 09.08.2026 – Tag 123 (Sonntag) – Dienstantritt Nr. 371

    Hallo Einsatzleitung? Bitte kommen...

    Herz-Aus-Gold ist weg.

    Nicht tot. Leider.
    Wäre das organisatorisch einfacher...
    Ja ja, fies. Ich weiß. Keine Sorge... Sie hat sich lediglich nach dem gestrigen Abschlussballern offiziell verabschiedet und mir die Verantwortung für Prigorodki übertragen.
    Haha, großer Fehler.

    Warum sie das gemacht hat?

    Weil ich bei Schere, Stein, Papier verloren habe.
    Ich nahm Stein.
    Herz-Aus-Gold wusste, dass ich Stein nehmen würde.
    Herz-Aus-Gold weiß immer, dass ich Stein nehme.

    Und trotzdem nahm ich Stein.

    An dieser Stelle möchte ich festhalten, dass meine Eignung für verantwortungsvolle Tätigkeiten dieser Art offenbar niemals Gegenstand dieser Personalentscheidung war... oder so.

    Damit obliegt die Bewachung des Samariterschutthaufens für die verbleibenden Tage nun mir. Ich bin Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371.

    Sueda Staneva.
    Auch bekannt als "Haihappen."

    Ehemals bei den "Chicks in Action", Gefreite bei der UNOC, Campwache in Teilzeit , ehemalige Kuru-Patientin (Mehrfach!), gelegentliche Problemlöserin und neuerdings offenbar Hausmeisterin von Prigorodki. Komm zu uns, haben sie gesagt. Mach Karriere... Jau. Läuft bei mir.


    Bestandsaufnahme

    Das Camp steht noch.
    Das ist angesichts des gestrigen Abends bereits großzügig formuliert.

    Sagne wir es so: Einige Wände stehen, der Turm ist wieder zugebaut. Zelte und Unterstände haben ebenfalls Bekanntschaft mit der praktischen Anwendung von Schusswaffen und Explosivkörpern gemacht.

    Aber ja, wir haben einen Turm wieder.

    Der wurde gestern mehrfach gestürmt, beschossen, teilweise zerlegt, eingenommen, zurückerobert, wieder verloren und am Ende von Kallele besetzt.

    Ich soll ihn jetzt bewachen.

    Natürlich.

    Vermutlich wird Herz-Aus-Gold irgendwann zurückkommen und fragen, ob ich auch Zucchini gepflanzt habe.

    Feindkontakt. Vielleicht.

    Pinky war heute ebenfalls unterwegs und begegnete in Elektrozavodsk einem bewaffneten Unbekannten.

    Beide grüßten sich.

    Das war's.

    Keine Schüsse. Keine Forderungen. Keine Geiselnahme. Niemand wurde ausgeraubt, erschossen oder mit einer Handgranate beworfen.
    Nach den aktuellen Maßstäben der vergangenen Nacht praktisch friedlich.

    Später näherte sich Pinky unserem Turm. Von irgendwoher kam die Frage: „Wer ist da?“

    Pinky antwortete. Daraufhin kam nichts mehr. Keine weitere Frage. Keine Antwort. Niemand zeigte sich.

    Sehr beruhigend.

    Offenbar hat das Abschlussballern dazu geführt, dass inzwischen selbst einfache Begrüßungen nach folgendem Schema funktionieren:

    „Wer ist da?“
    „Ich.“
    Misstrauisches Schweigen.

    Man ist vorsichtig geworden. Kann ich verstehen. Gestern haben hier Menschen miteinander gesprochen, während sie gleichzeitig versucht haben, sich gegenseitig zu erschießen. Das hinterlässt gewisse...kommunikative Unsicherheiten.

    Ich werde die Situation beobachten.
    Oder ignorieren.
    Je nachdem, was weniger Arbeit macht.


    Personallage

    13monk12 hat derweil beschlossen, sich das andere Chernarus anzusehen.

    Eine nachvollziehbare Entscheidung. Er hat gestern kaum einen Tag hier verbracht und sich sofort freiwillig an der Verteidigung Prigorodkis beteiligt. Entweder ist er ausgesprochen hilfsbereit oder ihm fehlt ein funktionierender Selbsterhaltungstrieb. Beides qualifiziert ihn grundsätzlich für den Umgang mit den Samaritern. Meine Einschätzung.

    Mal sehen, ob er wiederkommt, oder ob es ihm so gut dort gefällt, dass er gleich dort bleibt. Wäre ja nicht das erste Mal, dass das passiert.


    🎯Fazit des Tages

    • Keine Toten.
    • Keine Explosionen.
    • Keine brennenden Autos.
    • Keine Geiseln.
    • Niemand hat versucht, den Turm einzunehmen.
    • Pinky lebt.
    • Das Camp existiert.
    • Ich musste niemanden erschießen.

    Damit war der heutige Tag objektiv betrachtet ein voller Erfolg.

    Noch fünf Tage bis zum Wipe.

    Was soll schon passieren?


    Nr. 371 - Ende.

    Kein Held. Entbehrlich. Aber verdammt nützlich.

  • 10.08.2026 – Tag 124 (Montag) – Das Humvee-Prinzip

    „Einsatzleitung, bitte kommen... hier ist wieder euer ersetzbares Crewmitglied Nr. 371.“

    Heute mit einer wichtigen Erkenntnis aus der angewandten Fahrzeuglogistik: Besitzverhältnisse in Chernarus werden spätestens dann kompliziert, wenn irgendwo ein fahrbereiter Humvee unbeaufsichtigt herumsteht.

    WhiskeyMixer hatte einen am Camp zurückgelassen. Einfach so. Zum Mitnehmen.
    Tja und 13monk12 sah ihn. Wollte ihn nehmen.

    Damit wäre die Sache eigentlich erledigt gewesen, hätte es da nicht noch Pinky und The_GraveDigger gegeben, die ebenfalls auf die ausgesprochen originelle Idee gekommen waren, sich genau diesen Humvee zu holen. Sie waren einen Tick schneller, fuhren wie die Wilden durch den Vorort, aber gaben ihn dann - etwas widerwillig - an 13monk12

    Tja.

    Wer zuerst kommt, fährt zuerst und der Zweite muss halt warten. Ich habe mich aus der Sache weitgehend herausgehalten.

    Nur, als 13monk12 den Humvee dann später wieder direkt ins Camp fuhr, voller Waffen und so ein Zeug und sagte, der nächste könne ihn haben... naja da musste ich halt aufräumen. Sowas kann man nicht einfach stehen lassen, nicht?


    🎯Fazit des Tages

    Keine Toten.

    • Keine Explosionen.
    • Keine brennenden Autos (Naja fast nicht...)
    • Keine Geiseln.
    • Niemand hat versucht, den Turm einzunehmen.
    • Der SCHRUNTER lebt noch.
    • 13monk12 glücklich
    • Das Camp existiert.
    • Ich musste niemanden erschießen.
    • Humvee wieder da und gesichert.


    Nr. 371 – Ende.

    Kein Held. Entbehrlich. Aber verdammt nützlich.

  • 11.08.2026 - Tag 125 (Dienstag) – Friedenspfeifen, Fahrzeugfriedhöfe und Geschwindigkeitswahn


    Hallo, hallo? Einsatzleitung, bitte kommen… hier ist wieder euer ersetzbares Crewmitglied Nr. 371.
    Offenbar inzwischen zuständig für Fuhrpark, diplomatische Beziehungen und die Androhung körperlicher Konsequenzen...

    jayphiiyo war heute am Camp. PropaGandalf und @Bearle kamen ebenfalls vorbei. Ja, der Gandalf.. ob man es glaub oder nicht. Den, den ich vor langer langer Zeit bei den Chicks in Action bei der Jagd auf einen Eindringling versehentlich erschossen habe... Macht sich bis heute in meiner UNOC-Personalakte alles andere als gut. Aber hey, wenigstens habe ich da mal was getroffen...

    Ich hatte im Auftrag von Herz-Aus-Gold für die Herrschaften noch einen roten Sarka und einen LKW mit Baumaterial vorbereitet. Das hatte sie mir noch aufgetragen, ehe sie sich vom Turm gestürzt hat. Und ich so: "Ja... kein Problem. Um der alten Zeiten willen."
    Früher hat man gemeinsam Autos gesucht, Zeug durch halb Chernarus geschleppt und sich gegenseitig aus irgendwelchen beschissenen Situationen gezogen.
    Heute nennt man das Beziehungspflege. Aber ich beschwer mich nicht.

    PropaGandalf bekam allerdings zusätzlich zur Fahrzeugübergabe noch eine kurze Einweisung in die geltenden Geschäftsbedingungen. Sollte er beim nächsten Wipe wieder auf die Idee kommen, vor Prigorodki mit dem Auto noch einmal auf Herz-Aus-Gold loszugehen, gibt es aufs Maul. Und zwar von mir höchst persönlich. Keine Diskussion. Keine diplomatische Note. Keine Schlichtungsrunde am Lagerfeuer.

    Aufs. Maul.

    jayphiiyo hat ihm die Sache damals durchgehen lassen. Ich nicht.

    Damit das Ganze nicht unnötig feindselig endet, hatte ich allerdings vorgesorgt und extra etwas...Gras angebaut.

    Zum Friedenspfeife rauchen. Ja echt jetzt... das Zeug gabs als Samen beim Boxevent als Preis und einige der Gewinner haben es.... heimlich angebaut und uns ein paar Samen abgegeben. Tja und was wäre ein besserer Moment, dieses Zeug an den Mann - oder in dem Fall an den PropaGandalf zu bringen? Ich kannte ja seine Vorlieben.

    Dementsprechen war PropaGandalf von diesem Teil der Konfliktbewältigung erheblich begeisterter als von meiner vorherigen Ansprache.

    Merke für künftige diplomatische Missionen: Erst Gewalt androhen, dann Drogen verteilen. Läuft.

    Die Samariter werden durch mich immer professioneller. Und bevor jetzt jemand von der UNOC vorbeischneit: Nö. Kein. Mandat. Auf. Vanilla. Außerdem ist der Anbau von Gras für den Hausgebrauch legal. So nämlich. Ob man damit seine Haut rettet oder das Zeug selbst konsumiert ist mir momentan relativ gleich. Hauptsache es läuft.

    Währenddessen erreichte mich eine Meldung aus der Abteilung „Materielle Verluste, die mich persönlich beleidigen“:

    SCHRUNTER IST TOT. Och Mensch...

    Black Lion und Pinky haben ihn für die Rallye geschrottet.

    Herz-Aus-Golds schöner "SCHRUNTER".

    Gut. Rein technisch war es nur ein Fahrzeug. Autos kommen und gehen. Wir haben über die Jahre genug davon gefunden, repariert, versenkt, überschlagen und auf sonstige kreative Weise dem Recyclingkreislauf von Chernarus zugeführt.

    Trotzdem: Ihr Barbaren!

    janinesta (Selina) und Pinky machten sich deshalb auf die Suche nach einem neuen "HERBERT".

    Und fanden tatsächlich einen. Blau. Sehr schön.

    "SCHRUNTER" ist noch nicht kalt und schon steht sein Nachfolger bereit. So funktioniert Trauerarbeit bei uns in Chernarus.

    Black Lion hatte derweil noch andere Sorgen und widmete sich der „Need for Speed“-Challenge. WhiskeyMixer hatte einen Rekord vorgelegt.

    Black Lion sah diesen Rekord.

    Black Lion akzeptierte seine eigene Bestzeit nicht als das wirklich Beste.

    Black Lion fuhr.

    Black Lion schlug ihn. Also im übertragenenen Sinne. Das muss man ja heut zu Tage dazusagen.

    Ich habe keine Ahnung, weshalb erwachsene Menschen wenige Tage vor dem vollständigen Ende dieser Welt plötzlich entdecken, dass die wichtigste noch offene Frage ihres Lebens lautet, wer am schnellsten mit einem völlig unberechenbaren chernarussischen Kraftfahrzeug über Straßen fährt.

    Aber gut.

    Andere Menschen bauen in ihren letzten Tagen noch einmal Gemüse an oder UNterstände auf.

    Wir rauchen Gras mit Gandalf und fahren Autos kaputt....

    Noch drei Tage bis zum Wipe.

    Läuft.

    Nr. 371 – Ende.

    Kein Held. Entbehrlich. Aber verdammt nützlich.

  • 12.08.2026 – Tag 126 (Mittwoch) – Der Rekord muss weg!

    Einsatzleitung, bitte kommen… hier ist wieder euer ersetzbares Crewmitglied Nr. 371. Heute mit einer wichtigen Erkenntnis aus der Verhaltensforschung: Zeigt einem Mann eine Bestzeit, und plötzlich wird aus einem halbwegs vernünftigen Überlebenden ein regelrechtes Geschoss auf vier Rädern...


    WhiskeyMixer konnte es nicht lassen.

    Nachdem Kanu gestern bei der „Need for Speed“-Challenge seinen Rekord geknackt hatte, hätte WhiskeyMixer das natürlich einfach hinnehmen können.

    Hätte.

    *Kurzes Lachen an dieser Stelle.*

    Also setzte er sich noch einmal ins Auto und versuchte es erneut.

    Und tatsächlich: Neuer Rekord.

    Damit liegt WhiskeyMixer wieder vorne.

    Zumindest vorläufig.

    Denn inzwischen habe ich verstanden, wie diese Challenge funktioniert. Einer fährt eine gute Zeit, der nächste sieht sie, fühlt sich persönlich bei seiner Ehre gepackt und rast anschließend durch Chernarus, als hätte ihm jemand erzählt, am Ziel gäbe es kostenlose Nägel...

    Ich gehe daher fest davon aus, dass Black Lion diese Information völlig gelassen aufnehmen wird.

    Bestimmt.

    Ganz bestimmt.


    🏁 Fazit des Tages

    Früher dachte ich, die größte Gefahr in Chernarus wären Infizierte, bewaffnete Überlebende und schlecht gesicherte Sprengfallen.

    Inzwischen weiß ich: Es sind Männer mit Stoppuhren und Autos.

    Ich werde jedenfalls vorsorglich schon einmal Kühler, Zündkerzen und Reifen bereitlegen...

    Irgendeiner wird sie brauchen.

    Nr. 371 – Ende.

    Kein Held. Entbehrlich. Aber verdammt nützlich.

  • 13.08.2026 – Tag 127 (Donnerstag) – Männer, Motoren und andere Fehlentscheidungen

    Einsatzleitung, bitte kommen… hier ist wieder euer ersetzbares Crewmitglied Nr. 371. Heute aus der Abteilung "Morgen ist eh alles aus? Dann lass uns heute mal Autos noch möglichst spektakulär vernichten!"


    Zunächst eine erfreuliche Meldung zur allgemeinen geistigen Reife: Black Lion hat WhiskeyMixer s neuen Rekord bei der „Need for Speed“-Challenge akzeptiert und ihm gratuliert.

    Einfach so.

    Sportlich. Fair. Erwachsen.

    NiggoB nicht.

    Natürlich nicht. Der ist so kompetetiv, dass er natürlich den Rekord brechen wollte.

    Der nahm sich also kurzerhand I.K.E.A.s "HERBIE" und trat ebenfalls an. Und zugegeben: schlecht war er nicht. Hab ich mir sagen lassen. Beweisvideos fehlen noch...
    Aber er schaffte die Strecke und kam wohl auch verdammt nah an WhiskeyMixers Zeit heran.

    Aber eben nur nah.

    WhiskeyMixer s Rekord blieb also stehen.

    HERBIE hingegen nicht....

    Mit janinesta (Selinas) ausdrücklicher Erlaubnis wurde das Auto anschließend von Blitzo, @Niggo und WhiskeyMixer "erschossen" und danach feierlich bestattet.

    Ich wiederhole zum Mitschreiben: Sie haben ein Auto bestattet, nachdem sie es "erschossen" hatten...

    Manchmal frage ich mich, ob ich hier wirklich das ersetzbare Crewmitglied bin oder vielleicht doch die einzige Person, die noch halbwegs normal ist. Dann erinnere ich mich daran, dass ich mit einer DMR zärtliche Gespräche führe. Also lassen wir das...


    Zwischendurch wurde übrigens auch auf dem anderen Chernarus zum Abschluss geballert. Offenbar reicht es nicht, wenn eine Welt kurz vor ihrem Ende steht. Man muss sich vorsichtshalber auch noch in einer zweiten gegenseitig erschießen. Ich hätte hingehen können, hatte aber leider andere Verpflichtungen. Naja. Aber Sarafiya_Nici war wohl dort und hat sich dann dramatisch verabschiedet. Sie ist wohl raus aus der 501st. Ich hab gesagt, für ne Ringzicke wie sie ist bei uns immer Platz, aber wir alle wissen ja, dass Nici Vanilla hasst. Schade eigentlich...


    janinesta (Selina) und Pinky hatten ohnehin ihre ganz eigene Vorstellung davon, wie man sich angemessen von einer Season verabschiedet. Sie nahmen "HERBERT" (also den neuen) und fuhren nach Ostrog. Zur Klippe. Ich filmte. Die beiden fuhren. HERBERT flog. Und irgendwie überlebten diese zwei Vollidioten und das Auto das. Also durfte ich runter, die Überreste zusammensammeln und reanimieren, was noch reanimierbar war. Damit hätte die Geschichte enden können.

    HAHAHAHA.

    Nein.

    Wer einen Sturz von einer Klippe überlebt, lernt daraus schließlich nicht, dass das eine beschissene Idee war. Man lernt daraus, dass die Klippe offenbar nicht hoch genug gewesen ist. Also fuhren Pinky und Selina nach Elektrozavodsk und suchten sich Mt. Wolfgang. Als das nicht ging dann irgendwelche anderen hohen Kippen.

    Diesmal funktionierte die Physik.

    Beide sofort tot. Sehr schön.

    Versuchsanordnung erfolgreich abgeschlossen.

    Während ich anschließend wieder am Camp war und vermutlich darüber nachdachte, warum ich eigentlich immer die Leute zusammenflicken muss, die sich freiwillig mit Autos von Bergen werfen, bemerkte ich einen Fremden beim Rohbau. Er stand dort und schaute in Richtung Camp.

    Mehr nicht.

    Keine Waffe im Anschlag, kein Angriff, keine erkennbare Absicht. Trotzdem blieb ich lieber im Turm und beobachtete ihn eine Weile. In den letzten Tagen der Season sind mir Leute, die einfach nur irgendwo herumstehen und unser Camp anstarren, ungefähr so geheuer wie ein Teddy mit Handgranate im Lagerfeuer.... Aber nichts geschah.

    Er verschwand.

    Viel später am Abend stand dort wieder jemand. Vielleicht derselbe, vielleicht auch nicht. Wieder beim Rohbau. Wieder der Blick in Richtung Camp. Dieses Mal salutierte er sogar mehrmals. Na gut. Wenn wir schon kommunizieren wollen....

    Ich gab aus meiner Deckung drei Schüsse mit der R12 ab. Nicht auf ihn. Einfach in die Luft. "Kommunikative Vanillaschüsse", nennt Herz-Aus-Gold das immer. Der Mann begann augenblicklich auf dem Rohbau hin und her zu wackeln. Offenbar war meine Botschaft angekommen. Welche Botschaft genau das gewesen sein soll, wusste ich selbst nicht, aber das ist bei der Diplomatie häufiger so. Also stieg ich irgendwann aus dem Turm, trat auf die Straße und zuckte mit den Schultern.

    Er sah mich.

    Wiggelte.

    Ich zuckte wieder mit den Schultern. Er zuckte ebenfalls mit den Schultern. Dann salutierte er noch einmal und verschwand. Kein Name. Kein Wort. Kein Schusswechsel. Nur zwei Menschen, die sich aus sicherer Entfernung gegenseitig mit den Schultern zuckten und offenbar beide beschlossen hatten, dass das als "Gespräch" vollkommen ausreicht. Vielleicht ist genau das die höchste Form der Kommunikation, die Chernarus nach so vielen Seasons und kurz vor dem Wipe noch zu bieten hat.

    Ja, morgen ist Wipe.

    Ganz ehrlich?

    Passt.

    Nr. 371 – Ende.


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    Kein Held. Entbehrlich. Aber verdammt nützlich.

  • 14.08.2026 – Tag 128 (Freitag) – Ende Gelände

    2026084.JPG

    Einsatzleitung, bitte kommen… hier ist wieder euer ersetzbares Crewmitglied Nr. 371. Zum vermutlich letzten Mal aus diesem Chernarus.
    Für heute.
    Der Dienstplan endet heute nämlich wegen vollständiger Vernichtung des Einsatzgebietes. Auch eine Möglichkeit, Abwechslung zu bieten.


    Die letzten Stunden verbrachte ich mit Sarafiya_Nici Nici am Lagerfeuer im Camp von Prigorodki. Kein großes Abenteuer mehr. Keine Mission. Keine Fahrzeuge, die noch dringend gegen einen Baum gesetzt werden mussten. Keine Berge, von denen janinesta (Selina) und Pinky sich noch nicht gestürzt hatten. Okay... das war etwas übertrieben.

    Nein, heute nur Feuer, ein paar Zombies und wir zwei Ringzicken. Hin und wieder erhob sich einer dieser verwesenden Idioten aus der Dunkelheit und ich schoss ihn um. Man muss schließlich beschäftigt bleiben, während man an einem Lagerfeuer auf den Weltuntergang wartet.

    Und kurz vor Schluss löste Rio dann auch noch eines der großen Mysterien dieser Season über Funk: Herz-Aus-Gold hatte ja vor ein paar Tagen mit mir dieses tote Huhn auf dem Öltank gefunden. Sehr verdächtig. Ein totes Huhn, ordentlich auf einem Tank drapiert, nachdem wir gerade eine Sprengfalle am Camp gefunden hatten...

    Natürlich hatten wir uns gefragt, ob das irgendeine Botschaft war.

    Ein Zeichen.

    Eine Warnung.

    Vielleicht der Auftakt zu irgendeinem neuen Irrsinn.

    Nein. Es war nur Rio gewesen. Das Huhn war ihm auf die Nerven gegangen. Also hatte es eine 9mm zwischen die Augen bekommen und weil er es nicht brauchte, legte er es auf den Tank, damit der Nächste es mitnehmen konnte. Fall gelöst.

    Und der geheimnisvolle Ofen, der plötzlich anstelle unseres Steinkreises im Camp gestanden hatte? Auch keine finstere Botschaft. Den hatte der "neue Brite", wie Rio wohl diesen Thorn nannte, gebaut, weil er wegen des Windes sein Feuer nicht anbekam. Wir haben also tagelang über mögliche Zusammenhänge mit Sprengfallen, merkwürdigen Fremden und verdächtigen Veränderungen am Camp nachgedacht...

    Dabei war die Wahrheit: Ein Mann hasste ein Huhn. Ein anderer hatte Probleme mit Wind.

    Chernarus.

    Manchmal schreibt diese Welt Geschichten, manchmal macht sie sich einfach über uns lustig.

    Dann kam der Moment.

    Sarafiya_Nici und ich standen am Feuer. Viel gab es nicht mehr zu sagen. Alles, was wir gesammelt, gebaut, repariert, verteidigt, verloren und wiedergefunden hatten, würde in wenigen Augenblicken ohnehin keine Rolle mehr spielen. Wir schwadronierten noch darüber, wie es mit uns zwei weitergehen würde. Im anderen Chernarus lebte und atmete ich UNOC, wie ich so schön sagte. Und hier war ich halt die Campwache. Ändern wollte ich daran nichts und Sarafiya_Nici würde schauen, wohin sie der Weg nun nach dem Abschied mit der 501st führen würde. Aber eines hielten wir fest: Wenn es irgendwo in Form eines Events krachte, dann waren wir als Ringzicken wieder am Start! (Sofern der Dienstplan es erlaubte...) Tja und dann war alles gesagt. Also salutierten wir.

    Kein großes Abschiedsdrama.

    Ein letzter Gruß.

    Und dann kam der Wipe.

    Prigorodki weg.

    Camp weg.

    Turm weg.

    BBA weg.

    Boxring weg.

    HERBERT weg.

    Meine dienstlichen Verpflichtungen… Moment. Auch weg?

    ...

    EINSATZLEITUNG!

    Ich möchte ausdrücklich festhalten, dass mit Vernichtung des Einsatzgebietes mein Beschäftigungsverhältnis als ersetzbares Ersetzbares Crewmitglied Crewmitglied Nr. 371 als beendet anzusehen ist. Keine automatische Vertragsverlängerung. Keine stillschweigende Übernahme in die nächste Season. Und falls Herz-Aus-Gold morgen wieder irgendwo an der Küste steht und meint:

    „Sueda, wir müssten nur ganz kurz einen Unterstand bauen…“

    Nein.

    Nein, müssen wir nicht.

    ...

    Wen versuche ich hier eigentlich zu verarschen?

    Wir sehen uns nach dem Wipe.


    Nr. 371 – Ende.

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    Kein Held. Entbehrlich. Aber verdammt nützlich.

  • OOC – Wieder geht eine Season geht zu Ende …

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    Abschluss & Dank zur Season 1.29

    Wenn ich auf die 1.29 zurückblicke, fällt mir vor allem eines auf: Wie viele Menschen diese Season geprägt haben.
    Nicht immer auf dieselbe Art und bei weitem nicht immer friedlich. Manchmal als Freunde, manchmal als Gegner, manchmal als Fremde, die irgendwann keine Fremden mehr waren. Und manchmal auch als Menschen, bei denen ich bis zum Schluss nicht so genau wusste, auf welcher Seite wir eigentlich gerade standen.

    Die 1.29 hatte dabei etwas, das ich nach der sehr intensiven letzten Season dringend gebraucht habe. Sie war nicht frei von Konflikten. Ganz im Gegenteil!
    Aber viele dieser Konflikte blieben dort, wo sie hingehören: im Spiel. Wir konnten streiten, kämpfen, uns gegenseitig misstrauen, Autos klauen, Basen auseinandernehmen und uns mit Pfeilen, Kugeln oder ziemlich fragwürdigen Entscheidungen das Leben schwer machen und uns danach trotzdem wieder "normal" und vor allem respektvoll begegnen.

    Vielleicht war gerade das für mich eine der wichtigsten Erfahrungen dieser Season.

    Deshalb wie immer zuerst und ganz bewusst:

    💛 Danke an die Samariter.

    An janinesta (Selina), Pinky, WhiskeyMixer, Black Lion, Jammet, s-tlk, The_GraveDigger.
    Sowie Rio, Jannnik und all die anderen helfenden Hände, die unsere Camps getragen, aufgefüllt, repariert, bewacht und verteidigt haben.

    Prigorodki war auch diesmal nicht deshalb ein Camp, weil dort ein paar Zelte und ein Turm standen. Es war ein Camp, weil Menschen immer wieder dorthin zurückgekehrt sind.

    janinesta (Selina) und Pinky waren gefühlt häufiger gemeinsam auf irgendwelchen Versorgungstouren unterwegs als zu Hause und haben dabei vermutlich einen nicht unerheblichen Teil des Fahrzeugbestandes von Chernarus verschlissen 😅 Dafür wurden Menschen abgeholt, Neulinge gerettet, Konvois abgefahren, Kühler gebracht und Dinge organisiert, von denen ich manchmal erst hinterher erfahren habe.

    Pinky: Danke mal wieder fürs Ranschaffen und Aufstöbern von allem, was nicht festgeschraubt war. Danke für deine Geduld im Umgang mit eigenwilligen Rollenspielern am Camp und dass du einfach nach wie vor der Ruhepol schlechthin bsit.

    Selina: Danke fürs Zusammenhalten, Mitdenken, mit auf Spur bringen, Versorgen und dafür, dass selbst ein verlorener HERBERT irgendwie nie das Ende der Welt war. Es gab schließlich immer noch HERBERTA, HERBERTIUS oder irgendeinen anderen armen Gunter, dessen Schicksal damit bereits besiegelt war.

    Ein großes Danke geht auch an WhiskeyMixer. Nicht nur für deine Hilfe in und um Prigorodki, sondern auch für all die völlig normalen Unternehmungen, bei denen am Ende erstaunlich häufig ein Auto kaputt, jemand tot oder irgendeine neue Geschichte entstanden war. Und natürlich für "Two to Tango". Gemeinsam mit NiggoB hast du da etwas auf die Beine gestellt, das für mich neben dem Sturm auf die CHAOS-Base und dem Abschlussballern zu den schönsten Community-Momenten dieser Season gehört.

    Danke an NiggoB – für I.K.E.A., für Diskussionen, gemeinsame Aktionen im Rollenspiel ( Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 dank!) und dafür, dass wir trotz unterschiedlicher Positionen immer wieder miteinander reden konnten. Und natürlich dafür, beim Abschlussballern irgendwann doch noch zu meinem verdammten Turm zu kommen und mich dann auch noch "versehentlich" zu erschießen. Ich habe gewartet! :D


    💛 Danke an I.K.E.A., CHAOS, W.A.L.T. und RAC.

    Ihr habt einen erheblichen Teil dieser Season geprägt – und vermutlich ebenso viele unterschiedliche Versionen davon, was eigentlich passiert ist. ;)

    Zwischen I.K.E.A., CHAOS, W.A.L.T. und RAC entstanden Konflikte, Bündnisse, Gegenschläge, Flugblätter, Protokolle und Interpretationen, bei denen ich irgendwann den Verdacht hatte, dass drei Leute dasselbe Ereignis beobachten konnten und wir anschließend vier verschiedene Wahrheiten darüber hatten.

    Und genau das mochte ich daran.

    Danke an Kallele, Davus  autisticdeer und Arndt für CHAOS.

    Ihr habt mich in dieser Season mehr als einmal wahnsinnig gemacht. Ich habe an euch gezweifelt, euch misstraut, mich über euch geärgert und mich gefragt, ob frühere Gespräche und Entschuldigungen eigentlich noch irgendeinen Wert hatten. Gerade die Sache mit Chantal hat einiges wieder aufgerissen. Und dann steht ausgerechnet Arndt irgendwann in Prigorodki und verteidigt unser Camp gegen Angreifer. Solche Momente mag ich. Weil Figuren dadurch eben nicht einfach „die Guten“ oder „die Bösen“ sind.

    Kalle und Davus: Danke auch dafür, dass wir trotz allem immer wieder auf Augenhöhe zurückgefunden haben. Spätestens beim Abschlussballern wurde das für mich noch einmal sehr deutlich. Wir haben uns gegenseitig an die Küste geschickt, meinen Turm in ein ziemlich trauriges Stück Architektur verwandelt – und Punkt zwölf gemeinsam aufgeräumt und uns zu guten Aktionen gratuliert. Genau so darf Konkurrenz für mich sein.

    Und Kalle: Ich hoffe, du bist glücklich mit „deiner“ Armbrust. Geschenke scheinen bei CHAOS offenbar nur eine Leihgabe zu sein. Lass mal wieder von dir hören und viel Glück auf deinem weiteren Weg! Ich glaube lange kannst du CHAOS eh nicht fern bleiben ;)

    Auch an RAC geht mein Dank. Gerade die Geschichte um Blitzo, die Rostige Axt, den verschwundenen Schneefuchs und die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Ereignisse hat gezeigt, wie schnell aus Vertrauen Misstrauen entstehen kann – und wie wichtig es ist, irgendwann doch miteinander zu reden. Und die Sache mit den Regenwürmern an den Camps war rollenspieltechnisch ein super Runnin Gag. Daher danke an Sickboy, Homeless , LiquidNexxus und wer sonst noch zu euch gehört.

    Und ja: Ich habe eure Sicht gelesen. ;)

    Danke auch an Crippsy77, Der_Fremde / Heisenberg für unglaublich lustige und wertvolle Rollenspielmomente. Es war mir ein Vergnügen mit euch zu spielen und vor allem Der_Fremde / Heisenberg hat mir gezeigt, wie rücksichtsvoller RP bei GDZ möglich ist und wir konnte eine schwierige Szene mit Bruder_Tommy am Ende sehr gut auflösen. Danke dafür!

    In dem Atemzug auch danke an die Kirche von Morthana und Nickel mit vonBausch sowie dem Austauschakolyten Greeny_29 und natürlich Gustav Gans . Die Kirche ist rollenspieltechnisch aus unserer Geschichte nicht mehr wegzdenken. Mal sehen, wie es mir ihr weitergehen wird.


    💛 Danke an die vielen neuen und alten Gesichter.

    Chantal war für mich eine der schönsten Entwicklungen dieser Season. Von den ersten Schritten über versehentlich selbst abgenommenes Blut, Wundbrand, Zombieprobleme und die Hoffnung, irgendwann einmal 24 Stunden am Stück zu überleben, bis hin zu gemeinsamen Touren und ihrem eigenen kleinen „Beauty Palace“.

    Danke dafür, dass du dich auf uns eingelassen hast. Und ja: Du sahst dabei selbstverständlich gut UND gefährlich aus. ;)

    Danke an Tim ( Interception), unseren "Tomaten-Tim", der aus Elektrozavodsk innerhalb kürzester Zeit gefühlt eine landwirtschaftliche Großproduktion an Tomaten gemacht hat und zwischendurch aus seiner eigenen Basis gerettet werden musste. Danke auch für das Verteidigen des Camps beim Abschlussballern. Es hat ungeheuer Spaß gemacht!

    Danke an baerle für den Beweis, dass man durchaus an der „Ostküste“ sein kann, während man in Elektrozavodsk eine Autohupe hört. GPS à la Selina funktioniert. Und natürlich auch fürs Helfen beim Abschlussballern. Ich hoffe, du hast mit deiner neuen Gruppen, den Chicks in Action, eine tolle Zeit :)

    Danke an die Serben um Luditosha, Tony, Leka und Jaro. Unsere erste Begegnung begann mit einem Armbrustpfeil, der an meinem Kopf vorbeiflog, und endete damit, dass wir euch ein Auto, Baumaterial und Essen organisierten und ihr uns später nach einem Unfall mit einem Kühler ausgeholfen habt. „You helped us, now we help you.“ Manchmal braucht es für gutes Zusammenspiel wirklich nicht mehr.

    Danke an Johann und Trebossa, cookfrags und Sense, Felixwert100, 13monk12, Vezir, Batex, Toah, Erik und seinen Freund und die vielen anderen Menschen, die teilweise nur kurz durch unsere Geschichte gelaufen sind und trotzdem etwas darin hinterlassen haben. Auch wenn ich jemanden vergessen haben sollte, es ist einfach Wahnsinn was diese Season wieder an Begegnungen, Momenten und Geschichten da war.

    Und natürlich danke an "Rosethorn", der mir noch einmal gezeigt hat, wie fremd Chernarus wirken kann, wenn man diese Welt mit völlig anderen Augen betrachtet. Ich hoffe, dein Nest hat gehalten, auch wenn ich sicher bin, dass die Geschichte um dich noch eine andere Wendung nehmen wird. Wir sind gespannt.


    💛 Danke an E.C.H.O.

    E.C.H.O.: Ich werde vermutlich auch nach dieser Season nicht behaupten können, dass ich immer verstanden habe, was du gerade vorhattest. ;)
    Aber seien wir ehrlich: Das gehört bei uns inzwischen dazu.

    Danke für deine Hilfe, deine eigenwillige Art, deine Aktionen und besonders für die stilleren Momente am Lagerfeuer. Dass ausgerechnet jemand, der draußen teilweise eine Spur aus gebrochenen Beinen und verwirrten Gegnern hinterließ, Chantal Felle zum Sitzen brachte und ihr "besondere" Lederschuhe schenkte, passte erstaunlich gut zu dieser Season.

    Und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 möchte anmerken, dass dir die schwarze SK tatsächlich verdammt gut stand. Besser als ihre DMR jedenfalls...

    Danke für ein überragendes non-verbales Rollenspiel und viele krasse Momente!

    💛 Danke an Vittorio.

    Vittorio/Heleranos Deine Geschichte um den Nebel, die Flammen, Theresa und die Vergangenheit deines Charakters hat wieder etwas ganz Eigenes in diese Welt gebracht. Ich mochte besonders, dass sich unsere Geschichten berührt haben, ohne dass eine die andere verschluckt hat.

    Flammen. Nebel. Freiheit.

    Vielleicht begegnen sich unsere Wege irgendwann wieder. Bis dahin, schau uns gut zu durch den Nebel und unser Lagerfeuer wird für dich immer offen sein :)

    💛 Danke auch an Jay und UltrA.

    Dass alte Namen plötzlich wieder auftauchten, hat bei mir einiges ausgelöst – Freude, Unsicherheit und viele Fragen darüber, was von früher eigentlich noch da ist und was sich verändert hat.

    Die Geschichte rund um den Raid auf I.K.E.A. hat das gleich eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ich war froh, dass sich zumindest ein Teil davon durch Gespräche auflösen ließ und aus Vermutungen keine vorschnellen Gewissheiten wurden. Was die beteiligten Fraktionen daraus machen, ist ihre Geschichte. Meine ist vor allem die Hoffnung, dass alte Verbindungen auch Veränderungen aushalten können.

    💛 Danke an alle Teilnehmer unserer Events.

    An alle, die bei den LKIs sowie beim Sturm auf Zelenogorsk, bei Two to Tango und schließlich beim großen Abschlussballern in Prigorodki dabei waren.

    Die Ringzicken, die Angry Birds, die Helfenden Hände, I.K.E.A., CHAOS und alle anderen Teams und Gäste – auch diejenigen von Modded, die für einen Abend wieder auf Vanilla vorbeigeschaut haben. Events funktionieren nicht, weil jemand Regeln schreibt oder einen hübschen Boxring baut. Sie funktionieren, weil Menschen wie ihr kommen und sich darauf einlassen.

    Das Abschlussballern hat mir das noch einmal besonders deutlich gezeigt.

    Prigorodki lag am Ende halb in Trümmern. Die "Zentrale" fiel. janinesta (Selina) wurde zur Geisel. Ich wurde das zweite mal in meiner GDZ Karriere aus meinem Camp "gepoxt", CHAOS eroberte meinen Turm. Ich kam mehrfach wieder, gewann einen Zweikampf mit autisticdeer, der mich zuvor erschoss (ich hatte keine Munition geladen XD) und irgendwann erschoss ich ausgerechnet E.C.H.O.

    Und danach?

    Punkt zwölf war Schluss.

    Wir gingen gemeinsam in den Funk, gratulierten einander, lachten über einzelne Situationen und räumten zusammen das Camp wieder auf, ehe wir gemeinsam von Crippsy77s Turm sprangen. Das war für mich vielleicht der schönste Abschluss, den diese Season bekommen konnte. Wir waren Gegner gewesen, aber keine Feinde.


    💛 Und natürlich danke an das GDZ-Team.

    • Danke an DagiWeh , at3nd0, Urs  zm4ster sowie den guten ErnaVII. in der wohlverdienten Pause. Danke Für eure Arbeit hinter den Kulissen, für die Zeit, die ihr investiert, und dafür, dass wir diesen ganzen Unsinn überhaupt veranstalten können.
      Auch diese Season gab es Situationen, in denen genauer hingeschaut und eingegriffen werden musste. Gerade als alte Schatten noch einmal auftauchten, war ich froh zu wissen, dass ich mich melden konnte und Dinge ernst genommen und geprüft wurden. Nach den Erfahrungen der letzten Season war das für mich alles andere als selbstverständlich bedeutungslos.
    • Danke an die Eventmanager + CRK + Franky und Sarafiya_Nici ! Es war mir eine Wonne mit euch zu arbeiten und toll, dass auch bei Events auf Vanilla unterstützt wurde. Jederzeit gerne wieder :)
    • Danke an Criosdan für das offene Ohr und Wuestenfuchs für die ganze Arbeite hinter den Kulissen der Fraktionen und Gruppen mit dem widerspenstigen ClanTool...
    • Danke auch an Smokey Eyes und Vivi für die Arbeit in der Community, wo ich immer mal wieder gerne spickel und Ideen für Vanilla abgreife ;)

    Und zuletzt:

    💛 Danke an alle Weggefährten, die diese Berichte gelesen haben.

    An diejenigen, die kommentiert haben. Die im Forum mitgerätselt, gelacht oder eine völlig andere Sicht auf manche Ereignisse hatten. An diejenigen, die die "Herzzeit" verfolgt, Streams, Videos oder Shorts geschaut oder einfach irgendwann gefragt haben: „Was ist denn bei euch schon wieder los?“

    Sehr viel, offenbar. Die 1.29 war für mich keine Season der einen großen Geschichte. Vielleicht mochte ich sie gerade deshalb.

    Sie bestand aus vielen kleinen Geschichten. Aus einem gestohlenen Auto, das irgendwann wieder auftauchte. Aus einem Fremden, der zunächst einen Pfeil nach mir schoss und später einen Kühler brachte. Aus alten Gegnern, die plötzlich ein Camp verteidigten. Aus Neulingen, Tomaten, Boxkämpfen, kaputten Guntern, falschen Verdächtigungen, richtigen Verdächtigungen, Lagerfeuern, Misstrauen und immer wieder dem Versuch, trotzdem zuerst miteinander zu reden.

    Genau das nehme ich aus dieser Season mit: Ich habe in den letzten Seasons unglaublich viel aufgebaut. Nicht nur in Chernarus, sondern auch drumherum. Berichte, Videos, Streams, Events und Geschichten sind ein Teil davon geworden und ich möchte nichts davon missen.

    Aber beim Abschlussballern habe ich gemerkt, dass mir zwischen all diesen Dingen manchmal etwas fehlt: Einfach wieder öfter mit meinen Leuten losziehen. Ohne Event. Ohne Aufgabe. Ohne Bericht im Hinterkopf. Irgendwo hängenbleiben. Uns verlaufen. Ein Auto schrotten. Am Lagerfeuer sitzen. Blödsinn reden. Und einfach schauen, was Chernarus daraus macht.
    Danke an Jammet, dass er das auf den Punkt gebracht hat.

    Aber ich habe auch gemerkt, dass mein "Baby" langsam laufen lernt. Es entstehen Geschichten und Berichte durch euch. Sei es nun das Protokoll zur Stabilisierung von Chernarus durch I.K.E.A, der CHAOS-Kurier von CHAOS oder die Flugblätter von RAC oder Bruder_Tommy . Oder in jedem eurer einzelnen Clips oder Streams wie die von cookfrags und 13monk12. Ich mache es nicht mehr allein, ich darf mich nun auch zurücklehnen und auch einmal "konsumieren". Das ist unglaublich schön und wertvoll für mich!
    Danke dafür.

    Vielleicht ist ein Wipe deshalb diesmal genau richtig. Nicht, um alles wieder so zu machen wie früher.
    Sondern um zwischen all dem Neuen ein bisschen von dem wiederzufinden, weshalb wir irgendwann angefangen haben.

    Danke für die Season 1.29. ♥️
    Danke für die Geschichten, die ihr mir gegeben habt.
    Und vor allem danke dafür, dass ihr dieses Spiel immer wieder zu mehr macht als nur "einem Spiel".

    Wir sehen uns in der 1.29/2.

    – Herz 💛