Beiträge von Ersetzbares Crewmitglied

    Ich hatte ja immer geglaubt, ich hätte inzwischen schon jede Sorte Wahnsinn in Chernarus gesehen.
    Menschen mit Kürbissen auf dem Kopf. Leute, die Bambis mit Autos jagen. Kirchenheinis, die Ziegenfett für heilig halten und dabei aussehen, als hätten sie seit drei Monaten nur kalten Bohnenfraß gegessen. Aber nein. Offenbar hebt sich Chernarus den ganz besonderen Irrsinn immer für die Momente auf, in denen man ohnehin schon auf dem Zahnfleisch kriecht.

    Also gut.
    Fangen wir vorne an.

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    Da steht plötzlich dieser Bruder_Tommy vor dem Camp. Mit Fackeln, schwarzer Kutte und jeder Menge Menschenfleisch. Mit dieser Art Blick, den Leute haben, die entweder die Wahrheit erkannt haben oder seit drei Tagen Benzin trinken. Pinky wollte ihn direkt umlegen und machte da kein Geheimnis draus. Verständlich. Ich hätte ihn auch lieber einfach ignoriert oder auf der Stelle erschossen, aber nein: Prinzipien. Immer reden. Immer Mensch bleiben. Immer freundlich sein. Was für ein fantastischer Plan.... NICHT.

    Also schlich ich mich von hinten ran und schickte ihn mit der R12 und Gummigeschossen erstmal schlafen. Wunderschönes Geräusch übrigens. Dieses dumpfe „WUMPF“, wenn jemand mit meiner göttlichen Erkenntnis Bekanntschaft macht. Klebeband drum, Menschenfleisch einkassiert und fertig war die mobile Irrenanstalt.
    Als er wieder zu sich kam schnauzte ich ihn an, er solle sein Zeug packen und verschwinden. Aber Bruder_Tommy wollte reden und dachte nicht dran, es dabei zu belassen.

    Er redete.
    Immer wieder.
    Über die Wahrheit.
    Über Erkenntnis.
    Über Frieden.... oder das, was er dafür hielt.

    Und dieser Typ hatte wirklich diese unangenehme Ruhe weg. Nicht aggressiv. Nicht laut. Eher so, als hätte jemand einem Irren erklärt, er sei der letzte Prophet der Menschheit und er hätte beschlossen, das einfach zu glauben.

    Gefesselt tappte er vor mir her, während ich ihn mit der Flinte durch die Straße scheuchte wie ein besonders nerviges Nutztier.

    Du wirst es verstehen
    Erkenne die Wahrheit...
    Koste sie!

    Ja.
    Danke.
    Großartig.
    Fast wie ein Selbsthilfeseminar.
    Nur mit mehr Menschenfleisch.

    Ich wollte eigentlich nur, dass er endlich die verdammte Klappe hält.

    Jedes Mal, wenn er wieder anfing zu philosophieren wie ein betrunkener Wanderprediger auf billigem Codein, schoss ich ihn erneut bewusstlos. Nennt es Gesprächsführung. Funktionierte erstaunlich gut. Kurzzeitig.

    Irgendwann hatte ich sogar das Gefühl, dass er absichtlich langsam sprach, nur um mich weiter zu reizen. Als würde er testen wollen, wann ich endgültig die Beherrschung verliere.

    Und das Schlimmste?
    Ein Teil von mir hatte Angst davor.

    Nicht vor ihm.

    Sondern davor, dass ich irgendwann wirklich einfach abdrücke.

    Denn genau so fängt es an in Chernarus.
    Erst rechtfertigst du Gewalt.
    Dann gewöhnst du dich daran.
    Und irgendwann bist du selbst nur noch ein weiteres Monster mit Waffe und Ideologie.

    Also hielt ich mich zurück.
    Wieder und wieder.
    Obwohl er es mir wirklich nicht leicht machte.

    janinesta (Selina) wollte mir schon ein paar Stofffetzen für einen Knebel reichen, da tauchte natürlich die Kirche auf.
    War ja klar.
    Weil in meinem Leben nie einfach nur EIN Problem gleichzeitig existieren darf. Ist so eine Art Naturgesetz.

    Erzbischof Bauschus ( vonBausch) mit seiner pinken Armbinde stolzierte plötzlich heran wie ein Messdiener auf Kriegspfad. Ja gut... wir waren nicht gut aufeinander zu sprechen, die Kirchenheinis und ich. Verständlich. Tja und was tat ich? Ich warnte ihn, schnauzte ihn an er solle sich verpissen. Ich hatte genug von ihnen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits genug von Kirchenritualen, heiligen Tomaten, Menschenfleisch und irgendwelchen Leuten, die glauben, sie müssten mir erklären, wie die Welt funktionierte.

    Ich sah nur noch rot.

    Dann ging alles schnell.

    Zu schnell.

    Ein Missverständnis vielleicht. Oder keiner. Ehrlich? Ist mir inzwischen egal, ändert eh nichts am Outcome, wie man so schön sagt.
    Ich sah, wie Tommy offenbar befreit wurde, zog die R12 hoch, wollte nen Warnschuss abgeben und ZACK im nächsten Moment lag ich auf der Straße. Sofort tot
    Kein großes Drama. Kein letzter Monolog. Einfach Licht aus.

    Und janinesta (Selina) versuchte noch zu helfen, wurde aber auch bewusstlos geschossen und kaum kam sie zu sich traf sie ein tödlicher Schuss.
    Unfall ausgeschlossen... das war Tötungsabsicht.

    Pinky kam zu spät und auch Black Lion konnte keine Spur aufnehmen. Alle kamen zu spät.
    Ist irgendwie ein Muster geworden in meinem Leben.

    Und während irgendwelche Kirchenmänner mit einem Kannibalen nach Norden verschwanden, durfte ich wieder an der Küste aufwachen. Halb verhungert. Halb wahnsinnig und vollständig genervt.
    Natürlich ließ ich das nicht auf sich beruhen. Nr. 371 steht wieder auf uns so...

    Also rannte ich zurück. Und während ich wie eine Bekloppte von Berezino aus durchs halbe Land stolperte, kam mir plötzlich dieser Gedanke.
    Bruder_Tommy hatte von einer Kirche in Elektro gesprochen, wo er hauste. Und genau deshalb würde er dort niemals hingehen.

    Nicht wenn er auch nur ein einziges funktionierendes Hirnfragment besaß. Denn selbst ein Irrer weiß, dass man nicht genau an den Ort zurückläuft, an dem einen jeder erwartet.

    Aber dann erinnerte ich mich an seinen Bruder. Der_Fremde. Der hatte ständig irgendetwas von Stary Sobor erzählt. Immer wieder. Und Bruder_Tommy selbst hatte ebenfalls davon geredet, dorthin zurückzuwollen.

    Und dann machte es klick.

    vonBausch. Nickel.
    Die Kirche.

    Diese Spinner hatten doch ständig von Gorka gesprochen. Von Heimat. Von Ursprung. Von irgendwelchen heiligen Anfängen und anderem religiösen Geschwurbel, das sich anhörte, als hätte jemand ein zu viele Pilze geraucht.

    Gorka war ihr Ursprung.

    Also wohin bringt ein Erzbischof einen angeschossenen Wahrheits-Kannibalen?

    Nicht nach Elektro.
    Nicht dorthin, wo jeder sucht.

    Sondern dorthin, wo seine Wurzeln sind.
    Nach Gorka.

    Und falls ich falsch lag, konnte ich immer noch weiter nach Stary Sobor.


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    Also schleppte ich mich dorthin.

    Fast verhungert.
    Fast verdurstet.
    Mit schlechter Ausrüstung und noch schlechterer Laune.

    Natürlich fand ich in der Polizeistation genau das, was man immer dann findet, wenn man eigentlich längst tot sein sollte: Eine R12 mit zwei Schuss und eine Mlock mit neun Patronen. Großartig. Ein ganzes Arsenal für eine Frau mit Todeswunsch gegen zwei potenzielle Kannibalen-Killer mit VSD und anderen bösen Waffen.

    Ich kämpfte mich durch die Zombies bis zum Brunnen… und dann fiel der Schuss aus der Kirche.

    Und plötzlich wusste ich:
    Ich war richtig.

    Nur leider waren sie schneller. Die Zombies.

    Der Rest des Tages bestand im Grunde nur noch aus Rennen, Sterben, Wiederaufstehen und weiteren schlechten Entscheidungen.
    Kaum hatte ich mich zum Brunnen durchgekämpft und angefangen zu trinken, fiel ein einzelner Schuss. Bruder_Tommy hatte den Erzbischof vonBausch in der Kirche erschossen. Ich sah noch, wie der Täter floh.

    Ich wollte ihm nachsetzen, auf ihn schießen aber wie aufs Stichwort fiel ich um. Alles wurde schwarz und ich fand mich an der Küste wieder. War ich erschossen worden oder wirklich verhungert? Ich wusste es nicht.

    Und als wäre das alles noch nicht genug gewesen, kam danach erstmal der vollkommen lächerliche Teil dieser Geschichte.

    Denn nachdem ich in Gorka zusammengebrochen war, fand ich mich natürlich wieder an der Küste wieder. Chernogorsk. Halb tot. Wieder mal. Ich glaube inzwischen ehrlich, die Küste und ich führen eine toxische Beziehung.

    WhiskeyMixer meldete sich schließlich über Funk. Irgendwo weit weg, aber immerhin noch da. Also erklärte ich ihm zwischen Keuchen, Fluchen und gelegentlichem Sterben, dass ich in Gorka wohl die richtige Spur aufgenommen hatte. Dass dort etwas passiert war. Kirche. Schüsse. Bewegung.

    Und während andere Menschen in so einer Situation vielleicht erstmal schlafen, essen oder ihren kompletten Lebensstil überdenken würden, stolperte ich natürlich direkt wieder los Richtung Prigorodki. Weil ich offenbar absolut nichts dazulerne.

    Als ich endlich am Camp ankam, war ich praktisch nur noch Haut, Knochen und schlechte Entscheidungen. janinesta (Selina), Pinky und Jammet sahen mich vermutlich an wie einen verwirrten Zombie.

    Ich rannte zum Turm, schnappte mir meine DMR, die R12 mit Gummigeschossen und die FNX, die die anderen gesichert hatten. Meine Waffen fühlten sich in dem Moment weniger wie Werkzeuge an und mehr wie der letzte Rest Kontrolle in einer Welt, die völlig durchgedreht war.

    Dann ging es mit dem roten Gunter Richtung Gorka.

    Natürlich nicht allein.
    WhiskeyMixer war inzwischen ebenfalls dort unterwegs und hatte tatsächlich die Ausrüstung der beiden Leichen gesichert. Also fuhr er mich durch den Wald zu der Stelle, wo er alles versteckt hatte.

    Und ganz ehrlich?
    Das war einer dieser seltenen Momente, in denen ich wirklich kurz dachte:
    „Vielleicht wird heute ausnahmsweise mal NICHT alles schlimmer.“

    Großer Fehler.

    Denn während WhiskeyMixer vorsichtig durch den Wald manövrierte, erwischte der Gunter irgendeine verfluchte Baumwurzel. Ihr kennt diese kleinen Mistdinger ja...

    Ein kleiner Ruck.
    Dann noch einer.
    Ein hässliches Krachen.

    Und plötzlich war der Kühler hinüber.
    Reifen beschädigt.
    Auto am Arsch.

    Der zweite Unfall an diesem Tag.

    Ich saß einfach nur daneben und starrte ins Leere. Irgendwann erreicht man einen Punkt, da regt man sich nicht mal mehr auf. Da akzeptiert man einfach, dass Chernarus einen persönlich hasst.

    WhiskeyMixer entschuldigte sich natürlich und es tat ihm sichtbar leid.
    Ich fluchte natürlich. Innerlich.
    Aber statt zusammenzubrechen zog WhiskeyMixer los und organisierte tatsächlich einen neuen Kühler und einen Reifen.

    Einfach so.

    Und genau das war vielleicht das Verrückteste an diesem ganzen Tag:
    Nicht die Kirche.
    Nicht Tommy.
    Nicht das Menschenfleisch.

    Sondern dass Leute wie WhiskeyMixer trotzdem immer wieder zurückkommen und helfen.

    Obwohl jeder vernünftige Mensch längst gesagt hätte: „371, weißt du was? Fahr allein in deine persönliche Horrorgeschichte.“

    Tat er aber nicht.

    Also saß ich wenig später wieder allein im fahrbereiten Gunter.
    Müde.
    Hungrig.
    Völlig überdreht.

    Und fuhr erneut nach Gorka.

    Direkt zurück in die Hölle.

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    Dann fand Bruder_Tommy mich wieder.

    Oder er fand, was von mir übrig war. Ein Schuss, ein Schmerz. Ich sackte zu Boden.
    Alles um mich rum wurde schwarz.

    Als ich aufwachte: Gebrochenes Bein. Kaum Munition. Allein. Keine Waffen, die hatte er mir abgenommen.

    Und plötzlich war ich wieder dort.

    Nicht in Gorka.
    Nicht auf der Straße.

    Sondern zurück in diesem verdammten Käfig.

    Diego Corvianus.
    Die Kirche von Morthana?
    Kälte.
    Hunger.
    Menschenfleisch.

    Ich erinnere mich noch an diesen Geruch. Süßlich. Falsch. Wie verdorbenes Fett über kalter Asche. Und an dieses widerliche Gefühl, wenn der eigene Körper irgendwann aufhört zu diskutieren und einfach nur noch überleben will.

    Diego hatte damals gelacht.
    Dieses überdrehte, Lachen von oben herab von jemandem, der glaubt, er hätte die absolute Macht über dich.

    Und nun stand da Bruder_Tommy.
    Redete ebenfalls von Frieden.
    Von Wahrheit.
    Von Erkenntnis.

    Immer dieselben Worte.
    Immer dieselben Monster.
    Nur andere Gesichter.

    Ich tat das Einzige, was ich konnte. Hielt ihn mit Worten auf Abstand, auch als er auf mich zielte.

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    Und vielleicht war das mit E.C.H.O. am Ende das, was am meisten weh tat.

    Nicht die Kugeln.
    Nicht das gebrochene Bein.
    Nicht mal Tommy.

    Sondern diese verdammte Stille.

    Während ich dort auf der Straße lag, halb bewusstlos, halb verblutet und versuchte irgendwie Zeit zu schinden, hoffte ich die ganze Zeit, dass irgendwer meinen Funkspruch gehört hatte.

    WhiskeyMixer vielleicht, der weitergefahren war.
    Rio.
    I.K.E.A.

    Ich hätte sogar mit CHAOS Vorlieb genommen.
    Irgendwer halt.

    Aber tief drin hoffte ich eigentlich auf E.C.H.O.

    Bescheuert, ich weiß.

    Nach allem, was passiert war.
    Nach all dem, was wir mit ihm gemacht hatten... aus lauter Verzweiflung.
    Nach diesem ewigen Hin und Her zwischen Misstrauen, Hoffnung und Enttäuschung.

    Und trotzdem hoffte irgendein kaputter Teil in mir noch immer, dass er auftauchte und den Tag retten würde.

    Dass plötzlich Schritte durchs Gras kommen.
    Dass Tommy kurz abgelenkt wird.
    Dass irgendwer den typen einfach abknallt und er leblos vor mir auf den Boden sackt.

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    Nichts kam.

    Nur Wind.
    Zombies.
    Und Bruder_Tommy s Stimme.

    Und irgendwann dämmerte mir etwas, das schlimmer war als jede Erkenntnis dieses Wahrheits-Kannibalen.

    Vielleicht würde niemand kommen.

    Vielleicht war ich diesmal wirklich allein. Ich hatte zuvor zu WhiskeyMixer gesagt "Alles gut, geh nur. Das ist unser Kampf, nicht der von I.K.E.A." und nun trug ich die Konsequenzen. Allein.
    Und dafür hasste ich mich, denn wenn ich eines gelernt hatte in meinem Leben, dann dass ich für mich selbst sorgen musste. Aber nun zerriss es mich fast, denn ich konnte nichts tun.
    Ich war komplett hilflos.

    Ich erinnere mich noch daran, wie ich dort lag und kurz ernsthaft darüber nachdachte, einfach aufzugeben. Nicht wegen Tommy. Nicht aus Angst.

    Sondern weil ich plötzlich so müde war. Ich wollte mich losreißen, erschießen lassen oder mir selbst das Leben nehmen.

    Ich war müde vom Kämpfen.
    Müde vom Hoffen.
    Müde davon, immer wieder Menschen zu vertrauen, die am Ende verschwinden wie Rauch.
    Müde davon, dass andere deine Gutmütigkeit und Prinzipien rigoros ausnutzten. Erst das Bambi mit der Granate, nun der Kirchentyp und dieser Tommy...

    Und ja… vielleicht war das unfair gegenüber E.C.H.O.
    Vielleicht konnte er gar nicht kommen.
    Vielleicht hörte er den Funk nicht.
    Vielleicht war alles ganz anders.

    Aber in diesem Moment fühlte es sich an, als hätte selbst der letzte Mensch, bei dem ich hoffte, er würde mich nicht fallen lassen, längst losgelassen.
    Und ich wollte diesem Irren mir gegenüber nicht die Kontrolle über die Situation lassen. Er hatte alles in der Hand. Konnte mich jederzeit erschießen, aber so nicht Freundchen. Nicht mit 371.
    Deshalb zog ich auch die Granate.

    Nicht heroisch.
    Nicht dramatisch.

    Einfach weil ich dachte:
    Dann endet es eben hier, aber dann nehme ich dich verdammt nochmal mit!

    "Schieß ruhig,m du verdammter Irrer!", brüllte ich. "Dann gehen wir beide hopps!"
    Er sagte, er wolle gar nicht schießen, aber wenn ich ihm keine Wahl ließ... aber ich hatte etwas zurückgewonnen mit dieser kleinen, unscheinbaren Aktion.

    Wie damals The_GraveDigger in Nizhnoye.
    Die Karma-Granate.
    Nur diesmal ohne Zuschauer.
    Ohne große Geschichte.

    Nur ich, Bruder_Tommy und diese verdammte Straße.

    Und vielleicht verstand mein Gegenüber genau das.

    Denn nachdem ich ihm klar machte, dass wir beide draufgehen würden, wenn er abdrückt, trat selbst er einen Schritt zurück.

    Vielleicht aus Angst.
    Vielleicht aus Respekt.
    Vielleicht weil selbst Wahnsinnige manchmal erkennen, wenn jemand wirklich nichts mehr zu verlieren hat.

    Aber verloren hatte ich da eigentlich schon längst etwas anderes.

    Den Glauben daran, dass rechtzeitig jemand kommt.
    Ich warf die Granate, aber er wich aus.
    Kam wieder auf mich zu, reichte mir Menschenfleisch. Ich schlug nach ihm, der Schmerz übermannte mich und ich fiel um.

    So ging es einige Zeit. Er spielte regelrecht mit mir, aber ich war nicht bereit mich einfach so überwältigen zu lassen. Auch jetzt nicht.

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    Er hockte sich irgendwann direkt vor mich, während ich halb bewusstlos auf der Straße lag, und sprach mit dieser fast schon ruhigen Stimme auf mich ein. Als wären wir zwei Leute bei einem Lagerfeuer und nicht ein Kannibale und sein halbtoter Gefangener.

    „Du kämpfst gegen etwas, das längst Teil von dir ist.“

    Ich hätte ihm am liebsten ins Gesicht gespuckt.

    Stattdessen schlug ich nach ihm.
    Immer wieder.
    So gut es eben ging mit einem kaputten Bein und einem Körper, der kurz davor war aufzugeben. Immer wieder verlor ich das Bewusstsein.

    Und trotzdem…
    dieser winzige Moment…

    Dieser Augenblick, in dem der Körper sich erinnert, noch bevor der Verstand es tut.

    Hunger.
    Angst.
    Schmerz.

    Der Mensch wird verdammt klein, wenn er lange genug leidet. Aber ich war nicht mehr dieselbe wie damals im Käfig. Ich schleuderte ihm das Fleisch entgegen und hätte ihm am liebsten die Zähne einzeln aus dem Schädel gezogen.

    Irgendwann sah ich dann meine Chance.

    Die R12 lag auf der Straße.
    Meine R12.

    Entladen natürlich.
    Weil der Typ ja nicht komplett dämlich war.

    Aber ich hatte noch Munition.

    Also hob ich langsam die Hände, redete mit ihm, spielte mit. Bewegte mich Stück für Stück um ihn herum, während mein Bein sich anfühlte, als würde jemand mit einem Hammer drauf einschlagen.

    Jeder Schritt war die Hölle.

    Aber ich kam näher.

    Noch ein Stück.
    Noch eins.

    Und dann hatte ich sie.

    Für einen winzigen Moment glaubte ich wirklich, ich hätte es geschafft.

    Dann schoss er mir in den Rücken.

    Ein trockener Knall.
    Ein Schlag.
    Und sofort wurde alles wieder schwarz.

    Als ich wieder zu mir kam, war ich gefesselt.

    Klebeband um die Hände.
    Wieder hilflos.
    Wieder am Boden.

    Das war der Punkt, an dem alles kippte.

    Ich lag da und wartete eigentlich nur noch darauf, dass es endet.

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    Aber stattdessen… band er mich los.

    Einfach so.

    Vielleicht glaubte er inzwischen wirklich, er könnte mich überzeugen.
    Vielleicht wollte er spielen.
    Vielleicht brauchte er jemanden, der ihm zuhörte.

    Bösewichte lieben das ja.
    Reden.
    Erklären.
    Sich selbst wichtig fühlen.

    Also redete ich mit ihm, ließ ihn aber gar nicht richtig ausreden. Denn wenn er fertig geredet hatte, war auch meine Zeit vorbei. Also legte ich alles in meine Worte und Abscheu, mit der ich sie aussprach. Ich hasste den Tag, an dem ich ihn hatte laufen lassen. Aus Prinzipien. Aber ich kaufte Zeit.

    Nicht weil ich wollte.
    Sondern weil Zeit plötzlich alles war, was ich noch hatte.

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    Ich lag da irgendwo zwischen Schmerz, Wut und beginnendem Nervenzusammenbruch auf dieser Straße bei Gorka, während Tommy weiter seine Wahrheits-Predigten hielt und ich innerlich nur noch überlegte, ob und wie ich ihn am effektivsten erschieße, mich selbst oder einfach die komplette Region irgendwie niederbrenne. Ehrlich... ich war so unenedlich wütend.

    Und plötzlich höre ich einen Motor.

    Ein roter Sarka.

    Natürlich.
    Wer auch sonst.

    Das Kirchenmobil.

    Ich schwöre, in dem Moment zog sich in mir alles zusammen. Mein erster Gedanke war nicht Hoffnung. Nicht Rettung.

    Panik.

    Weil ich ernsthaft glaubte, die kommen jetzt zurück, um Bruder_Tommy zu helfen.

    Nach allem, was vor dem Camp passiert war, nach janinesta (Selina), nach den Schüssen… warum sollte ich auch irgendetwas anderes erwarten?

    Der Sarka fuhr vorbei.
    Ganz langsam.

    Und ich stand da halb auf einem Bein, verdreckt, verletzt und vollkommen am Ende, während Bruder_Tommy offenbar im Gegenzug dachte, das seien meine Leute.

    Für ein paar Sekunden sagte niemand etwas.

    Dann fuhr dieses verdammte Auto einfach weiter.

    Einfach vorbei.

    Ich glaube, noch nie in meinem Leben war ich gleichzeitig so erleichtert und so unfassbar beleidigt.

    Da liegt man fast sterbend auf einer Straße mit einem Kannibalen und selbst die Kirche denkt sich offenbar:
    „Nö. Nicht unser Problem. YOLO! ROFL Tschüssi!“

    Ich brüllte ihnen noch irgendetwas hinterher.
    Irgendwas mit Schwachpfeifen.
    Sehr diplomatisch jedenfalls.

    Doch dann kam der Sarka plötzlich nochmal zurück.

    Und aus dem Fenster ruft dieser Kirchenheini Nickel völlig selbstverständlich:
    „Wir treffen uns in Prigo!“

    Ich stand da mit gebrochenem Bein, Blutverlust, einem Kannibalen neben mir und wahrscheinlich schon halbem Hirnschaden und dieser Mann redet mit mir, als hätten wir gerade zufällig dieselbe Wanderroute gebucht.

    Ich glaube, in dem Moment ist irgendetwas in meinem Kopf endgültig kaputt gegangen.

    „SCHNAUZE!“ brüllte ich zurück.

    Nicht besonders würdevoll.
    Aber ehrlich.

    Und das Verrückteste?
    Sie fuhren einfach weiter.

    Keine Hilfe.
    Keine Fragen.
    Keine Rettung.
    Nichts.

    Nur ein kurzer Zwischenstopp in meiner persönlichen Hölle, als wäre das hier irgendein verdammter Sonntagsausflug gewesen.

    Selbst Bruder_Tommy wirkte kurz irritiert.

    Und ganz ehrlich?
    Ich auch.

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    Dann machte er Feuer.
    Legte Blutbeutel hin.
    Redete weiter von Wahrheit und Frieden, während ich innerlich nur noch darüber nachdachte, wie ich ihn am effektivsten erschießen könnte.

    Und dann kam dieser Moment.

    Er hatte die R12 zwar entladen…
    Aber ich hatte sie noch auf dem Rücken.

    Ich griff sie mir erneut. Und diesmal drückte ich wirklich ab.

    Er sackte zusammen.

    Nicht tot.
    Aber plötzlich war er derjenige am Boden.

    Und das Blatt hatte sich gewendet.

    Zum ersten Mal seit Stunden hatte ich wieder Kontrolle.

    Oder zumindest etwas, das sich so anfühlte.

    Ich nahm meine DMR wieder an mich.
    Meine geliebte DMR.

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    Und dann wurde es noch schlimmer.

    Denn nachdem ich wieder halbwegs klar denken konnte, fing dieser Irre plötzlich an, mit mir zu diskutieren. Ganz ruhig. Ganz sachlich. Als würden wir zwei Philosophen sein und nicht zwei vollkommen kaputte Menschen mitten auf einer Straße voller Zombies. Und ich? Ich brachte es nicht fertig ihn zu erschießen. Prinzipien... Statuten... Regeln.

    Er behauptete allen Ernstes, wir seien gar nicht so verschieden.

    Und das Schlimme?
    Für einen winzigen Augenblick traf mich das härter als jede Kugel.

    Weil ich wusste, dass irgendwo ein Körnchen Wahrheit darin steckte.

    Nicht in seinem Kannibalen-Geschwurbel.
    Aber darin, was diese Welt aus uns macht und dass er und ich beide noch Prinzipien haben.

    Vielleicht machte mir genau das am meisten Angst.

    Dass ich verstand, warum Leute wie Bruder_Tommy entstehen.

    Nicht weil sie Monster geboren werden.

    Sondern weil Chernarus Menschen langsam auffrisst.
    Stück für Stück.

    Und dann passierte es.

    Dieser eine verdammte Moment der Unachtsamkeit.

    Ein Gespräch.
    Ein Gedanke zu viel.
    Ein Wimpernschlag.

    Er zog plötzlich wieder Menschenfleisch hervor und ehe ich reagieren konnte, stopfte er es mir in den Mund.

    Und plötzlich war alles wieder da.

    Der Käfig.
    Die Stimmen.
    Das Lachen.
    Die Panik.

    Ich spürte sofort diese nackte, kalte Angst.

    Nicht vor Bruder_Tommy.

    Vor mir selbst.

    Denn ich wusste genau, was jetzt kommen würde.

    Kuru.

    Dieses verdammte Gelächter.

    Dieses langsame Zerbrechen des eigenen Verstandes, während man trotzdem alles mitbekommt. Als würde jemand von innen an deinem Gehirn kratzen und dabei hysterisch lachen.

    Ich schoss ihn nieder.
    Einmal.
    Dann nochmal.

    Diesmal nicht aus Prinzip.
    Nicht aus Selbstverteidigung.

    Sondern weil ich ihn in diesem Moment wirklich hasste.

    Vielleicht auch mich selbst.

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    Rio fand mich später irgendwo zwischen Wahnsinn und Zusammenbruch. Er schiente mein Bein und half mir zurück zum Auto. Und ich warnte ihn noch.

    Wenn ich gleich anfange zu lachen… erschieß mich bitte nicht.

    Er versprach es nicht. Konnte er auch nicht.

    Denn wir beide wussten, dass das hier kein Fieber war.
    Keine normale Krankheit.
    Keine Erkältung.

    Das hier war die Sorte Dunkelheit, die sich im Kopf einnistet und dort bleibt.

    Und dann kam es, als mir mit dem Auto Solnichniy passierten.

    Dieses erste Lachen.

    Leise zuerst.

    Dann lauter.

    Unkontrollierbar.

    Ich saß im Auto und lachte wie eine verdammte Irre, während innerlich alles in mir schrie und meine Hände zitterten.
    Es war wieder da. Alles, wogegen ich gekämpft hatte, war wieder zurück.

    Irgendwie schaffte ich es noch, Rio am Camp abzuliefern und das Auto in der BBA zu parken. Dann bahnte sich dieses grausame Lachen wieder Bahn und nach dem Lachen kam das Weinen. Ich wusste gar nicht mehr, dass ich dazu noch in der Lage war. Aber hier lag ich auf dem Boden der Lagerhalle.
    Hysterisch lachend und weinend. EIn Häufchen Elend...

    Willkommen zurück in der Hölle, Nr. 371.

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    OOC noch ein paar Worte zum Abschluss:

    In diesen Szenen ist stellenweise wirklich einiges eskaliert. Manche Situationen wurden emotionaler als geplant, manches lief versehentlich schief oder entwickelte sich ganz anders als ursprünglich gedacht. Gerade durch die vielen Beteiligten, Missverständnisse und die Intensität der Szenen war das zeitweise für alle Seiten ziemlich schwierig.

    Aber genau deshalb möchte ich mich ausdrücklich bedanken.

    Denn trotz aller Spannungen gab es danach einen ruhigen und fairen Austausch auf Augenhöhe OOC im Anschluss.
    Ohne Gewinner oder Verlierer, sondern mit dem ehrlichen Versuch zuzuhören, Dinge einzuordnen und gegenseitig Verständnis für Perspektiven und Grenzen zu entwickeln.

    Und das ist absolut nicht selbstverständlich.

    Deshalb einfach ehrlich:
    Danke an alle Beteiligten dafür. 💛

    Es gibt so Tage...

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    Antwort – Nr. 371

    NiggoB .

    Signal kommt durch. Aber du bist schwer zu hören...

    Ich glaub, ich hab verstanden, was du vorhast.

    Tu es nicht.
    Dir ist nicht klar, worum es hier geht… worum es Herz geht.
    Das Camp ist nicht das Problem. Es ist ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass Prigorodki mehr ist als ein Auffanglager. Es ist eine Idee.
    Und aktuell ist sie leider nicht haltbar. Nicht, ohne dass es wieder eskaliert.

    Aber Prigorodki wird nicht dadurch gerettet, dass noch mehr Leute bereit sind, dafür zu sterben und den Kampf suchen. Das hat uns doch erst in diese Situation gebracht!
    Dass immer jemand den Kampf sucht... Genau das ist der Punkt, an dem alles schief lief.

    Das hier ist kein Ort mehr, den man verteidigt.
    Oder zumindest nicht auf diese Weise.

    Wenn du kommst, um zu kämpfen, machst du es endgültig zu dem, was es nie sein sollte: ein Schlachtfeld.

    Wenn du kommst, dann nicht mit gezogener Waffe.

    Alles andere macht es nur schlimmer. Glaub mir.

    Nr. 371 - Ende.

    OOC: 👍

    IC:
    Nachtrag 2 – Nr. 371

    Korrekt. Die Kampfhandlungen fanden nicht direkt im Camp statt.

    Der Vorfall stand jedoch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Auffanglager in Prigorodki. Über die Definition von "Campnähe" lässt sich sicherlich vortrefflich streiten.
    Dennoch: Eine begleitete Person aus Richtung des Camps wurde auf dem weiteren Weg erschossen. Eine Samariterin fiel beim Versuch zu helfen, obwohl sie keinen Schuss abgegeben hatte, ebenso wie die Campwache.

    Die Bewertung der Situation fällt erwartungsgemäß.....unterschiedlich aus.

    Wenn eine Partei zielt, ist es "Absicherung".
    Wenn die andere es tut, wird es zur "Bedrohung".

    Wenn geschossen wird, ist es Notwehr.
    Wenn beobachtet wird, offenbar ebenfalls.

    Die Wahrnehmungen gehen hier deutlich auseinander.

    Am Ergebnis ändert das nichts; der Effekt bleibt derselbe.
    Prigorodki verliert damit seine Funktion als sicherer Anlaufpunkt.

    Die Maßnahmen bleiben bestehen und Herz-Aus-Gold zieht sich bis auf weiteres aus dem dortigen Camp zurück.
    Sie distanziert sich von sämtlichen Kampfhandlungen in und um das Camp sowie im gesamten Vorort Prigorodki. Sie würde das gerne selbst schreiben, aber sie ist gerade noch dabei... sich zu finden. Ihr wisst ja. Blutgruppen-Bingo. Das dauert erfahrungsgemäß.
    Schnappt euch so schnell es geht die restlichen Blutkonserven. Da heute mindestens drei Blutspender mit goldender Ader erschossen wurden, wird so schnell kein Nachschub mehr geliefert.

    Nr. 371 - Ende.

    //OOC: Bitte verwechselt OOC-Logik nicht mit Rollenspiel. Das hier ist ein Beitrag im Community-Story Bereich und bewusst vage gehalten. Danke.

    //IC:

    Nachtrag – Nr. 371

    Interessant, wie viele Erklärungen es für denselben Ablauf gibt.

    Das ändert jedoch nichts am Ergebnis.

    Ein Bambi ist tot.
    Eine Samariterin ist tot.
    Eine Campwache ist tot und es gab Kampfhandlungen in Prigorodki.

    Alles in Campnähe.

    Ob das als „Notwehr“, „Verwechslung“ oder „offener Kampf“ bezeichnet wird, ist für die Bewertung der Lage zweitrangig.

    Der Effekt bleibt derselbe: Prigorodki - und damit meine ich nicht nur das Camp - ist kein sicherer Ort mehr.

    Maßnahmen wurden entsprechend angepasst.

    Die entfernten Tarnnetze und abgebauten Unterstände sind kein Vandalismus.
    Es wurde nichts mutwillig zerstört.

    Man könnte es als stillen Protest bezeichnen.
    Oder als logische Anpassung an die Lage.
    Sucht euch aus, was euch besser gefällt.
    Prigorodki ist entblößt. Kein Schutz mehr, die nackte Wahrheit.

    Die Versorgung des Auffanglagers wird seitens der Samariter von Chernarus bis auf Weiteres auf ein Minimum reduziert, solange die Lage weiterhin derartig angespannt ist.

    Im Namen von Herz-Aus-Gold legen die Samariter von Chernarus hiermit formell Widerspruch gegen die gestrigen feindlichen Handlungen in Prigorodki ein.

    Herz-Aus-Gold steht nicht länger für ein Prigorodki, das ein Schauplatz für Kriege geworden ist.

    Nr. 371 - Ende.

    Mitteilung Nr. 371 vom 06.04.2026 - Dringende Warnung

    Prigorodki.

    Kurzes Update, bevor wieder irgendwer seine eigene Version der Geschichte bastelt.

    Es wurde auf ein Bambi-Plus geschossen – an der Garage eines alten Bekannten.
    Der Bekannte hat wohl zum Abcampen eingeladen und dummerweise hat's den Falschen erwischt.

    Herz war vor Ort, hat begleitet… und gesehen, wie es fällt.

    Danach: Aufklärung.
    Sichtung eines Scharfschützen.
    Beobachtung.

    Erst mit Armbrust.
    Dann mit Langwaffe.

    Ja – sie hatte Wut im Bauch.
    Aber sie hat keinen einzigen Schuss abgegeben.

    Ich übrigens auch nicht.


    Plan war simpel: beobachten und helfen, wenn möglich.
    Hat… mittelgut funktioniert.

    Ergebnis:

    Bambi tot.
    Herz tot.
    Ich tot.

    Effizienz 10/10.
    Auf der anderen Seite.


    Fazit:

    Wir haben geholfen.
    Und sind genau dafür gefallen.

    Prigorodki, bzw. die Gegend um das Camp ist damit offiziell ein Kriegsgebiet.
    Ob wir das wollen oder nicht. Herz zerreißt das fast.


    Sie ist aber ohnehin erstmal raus.

    Nicht endgültig.
    Aber sie hat beschlossen, da nicht mehr mitzuspielen.

    Noch einmal zusehen, wie Prigorodki zum Schlachtfeld wird, steht nicht auf ihrer To-Do-Liste.

    Blutgruppen-Bingo und sich nicht von Zombies plattmachen lassen reicht auch völlig fürs Erste.


    Ich laufe weiter.

    Irgendwer muss ja beobachten, was aus dem Ganzen wird.
    Auch wenn ich mir langsam nicht mehr sicher bin, ob Zuschauen noch die richtige Strategie ist.


    Empfehlung:

    Wenn ihr nach Prigorodki geht,
    geht nicht davon aus, dass euch jemand hilft.

    Oder fragt.

    Oder überhaupt Zeit lässt zu reagieren.

    Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass ihr einfach Teil der nächsten Statistik werdet. Als Collateralschaden.


    Ich suche mir jetzt erstmal meinen Weg zurück.

    Falls ich ihn finde,
    melde ich mich wieder.

    — Nr. 371
    Ende.

    Überleben? Optional! Folge 017: Abgrund

    Das war ein Fehler

    UltrA wird überfallen.
    Gefesselt.
    Und gezwungen, Menschenfleisch zu essen.

    Wir finden den Täter.
    Stellen ihn.

    Er schweigt…

    Bis er plötzlich anfängt zu reden.

    Tommy.
    Der Bruder des Fremden.

    Und mit jedem Satz wird klar:
    Der Typ ist komplett irre.

    Wir machen einen Deal.
    Freies Geleit.

    Großer Fehler.

    Denn genau damit bringe ich mich selbst in Teufels Küche.

    📻 Überleben? Optional! – Folge 017
    Und diesmal merken wir es erst… als es längst zu spät ist.


    20260326225319_1.jpg

    Suedas Wochebericht vom 23. bis zum 29. März 2026

    Hallo?
    … Einsatzleitung, bitte kommen.

    Hier spricht wieder euer ersetzbares Crewmitglied Nr. 371.
    Genau, noch immer nicht ersetzt.

    Ich hoff einfach nicht mehr, dass es hier ansatzweise ruhiger wird. Aber die Woche hat mal wieder den Vogel abgeschossen. Dabei fing alles ganz vielversprechend an.

    Der Typ war gestellt.
    Die BBA hatte wieder einen Insassen.
    Und für einen kurzen Moment sah es fast so aus, als hätten wir die Situation im Griff.

    Tja.

    Statt Ruhe kam… Bewegung.

    Am Camp.
    Vor unserer Tür.
    Nicht mehr versteckt, nicht mehr subtil.

    Leute tauchten auf, verschwanden wieder,
    testeten Grenzen, spielten ihre kleinen Spielchen
    und taten so, als gäbe es hier keine Regeln.

    Während wir versuchten, ein Event auf die Beine zu stellen,
    eine Arena wieder aufzubauen
    und nebenbei noch so etwas wie Ordnung zu halten lief im Hintergrund längst etwas anderes weiter.

    Kisten verschwanden.
    Strukturen wurden zerstört.

    Und wie immer stellte sich irgendwann die gleiche Frage:

    Ignorieren wir das… oder reagieren wir statt zu reparieren?

    Wie diese Woche ausgegangen ist?

    Nun…

    sagen wir so:

    Am Ende hatten wir ein Event, eine funktionierende Arena
    und eine Begegnungen der unheimliche Art mit einem wirklich kranken Typen…

    Und ich habe den leisen Verdacht,
    dass wir den nicht das letzte Mal gesehen haben.


    ⚒️ Montag, 23.03.2026 – Demontage

    ⚒️Montag, 23.03.2026 – Demontage

    Der Montag begann mit einem dieser Momente, in denen man kurz hofft, sich einfach verzählt zu haben.

    Hatten wir nicht.

    WhiskeyMixer stellte fest, dass Teile der Arena fehlten.
    Einige Wände: einfach weg. Abgebaut. Verschwunden.

    Und weil das offenbar noch nicht gereicht hatte, fehlten in seiner liebevoll eingerichteten Bar gleich alle Kisten.

    Nach kurzer Bestandsaufnahme wurde klar:
    Das war kein spontaner Einbruch.
    Das lief schon länger. Vermutlich seit letzter Woche. Irgendjemand hatte sich systematisch bedient. Und wir hatten es vor lauter Vorbereitungen nicht einmal gemerkt.

    Und das ausgerechnet kurz vor dem Event. Das Timing konnte man dem Vandalen nicht absprechen. Also taten wir das, was wir in Chernarus immer tun, wenn etwas kaputtgeht: Wir bauten es wieder auf.

    Herz-Aus-Gold , E.C.H.O. ., WhiskeyMixer , ich und der Rest der üblichen Verdächtigen packten an, sammelten Material, stellten wieder her, was irgendwer für entbehrlich gehalten hatte.
    Improvisation gehört hier ja inzwischen zur Grundausstattung. War es nicht.

    Währenddessen traf Pinky am Hafen auf einen Neuen: Blacky, aber nicht der von Jerico und IslandBoy, sondern einer mit dem Beinahmen „Lone Wolf“. Und wie es sich für einen einsamen Wolf gehört, suchte er seinen Freund, der irgendwie hier gelandet sein musste.

    Natürlich.

    Pinky erklärte ihm, dass man sich hier entweder findet…
    oder sich einfach verpasst. Außerdem zeigte er ihm das Camp.

    Er nickte, bedankte sich und zog weiter.
    Konsequent. Muss man ihm lassen.

    Kurz darauf lag vor dem Camp plötzlich jemand im Ghillie.
    Mit Schalldämpfer.
    Regungslos.

    Also genau die Art von Person, bei der man sich denkt:
    Ach, der will bestimmt nur kurz…ausruhen.

    Herz-Aus-Gold löste die Situation wie gewohnt diplomatisch und stellte sich einfach auf ihn drauf.

    Er konnte nicht mehr aufstehen. Überraschung. Es war der Der_Fremde. Er erklärte, er habe sich wirklich nur kurz ausgeruht. Direkt vor das Camp. Im Ghillie. Mit überaus sichtbarem Schalldämpfer. Ich fand die Begründung mutig.

    Da merkte auch Herz-Aus-Gold an, dass er dabei erstaunlich sichtbar gewesen war. Er meinte, er habe gar nicht versucht, sich zu verstecken. Damit war er offiziell der erste Tarnanzugträger, der sich nicht verstecken wollte.

    Er blieb jedoch, half beim Aufbau und meldete sich sogar fürs Event an.
    Nebenbei erwähnte er noch, dass er im Norden jemanden „gesehen“ hatte. Ob das jemand von denen mit schwarzer Armbinde war? Keine Ahnung.

    WhiskeyMixer nutzte die Gelegenheit und baute die Arena weiter aus.
    Höher, größer, mit besserer Aussicht aufs Schlachtfeld.

    Kallele und Davus s tauschten währenddessen mit Herz-Aus-Goldein Fass gegen Nägel.

    Am Schwarzen Brett tauchten Initialen auf:
    „S“ und „L“.

    Konnte alles sein.
    Oder nichts.
    Wie üblich.

    Zum Abschluss des Tages schaffte es Kallele noch, RyanTs Olga zu schrotten.
    Unfall. Natürlich.

    Ich begann langsam zu glauben, dass Fahrzeuge bei ihnen eher ein temporärer Zustand waren.

    Und damit endete ein Montag, an dem Dinge mal wieder nicht einfach nur verschwanden. Jemand nahm sie.

    Und das genau dann, als man sie eigentlich brauchte.

    🧪Dienstag, 24.03.2026 – Zwischen Wissenschaft und Frevel

    🧪Dienstag, 24.03.2026 – Zwischen Wissenschaft und Frevel

    Der Dienstag begann mit einem Plan.

    Herz-Aus-Gold legte sich auf die Lauer, um endlich denjenigen zu erwischen, der meinte, unsere Arena in Einzelteilen mitzunehmen.

    Bis jetzt ohne Ergebnis.
    Überraschung.

    Stattdessen kam aus Krona noch die Meldung, dass dort ein Unterstand fehlte.
    Einfach weg.

    Dafür stand in einem anderen Unterstand plötzlich ein "FU".

    Man könnte sagen, jemand hatte ein sehr spezielles Verständnis von Kommunikation. Ich würde sagen: Noch jemand außer mir mochte die Kirche nicht besonders.

    Ob das wieder unser Kirchenheiner-Heini war oder Cone, der angeblich wieder irgendwo rumschlich und vielleicht im Westwald Pilze genoss? Unklar.

    Vom Stil her… eher keiner von beiden.
    Die hätten vermutlich eher ein Manifest dagelassen.

    Schwester Yeva war jedenfalls noch nicht zurück von ihrer kleinen Pilgerreise nach Novodimitrovsk zu Schwester Dasha.
    Glück für alle Beteiligten.

    Währenddessen brachte WhiskeyMixerzwei Kühler und ein Reifenreperaturset ans Camp.
    Ein Ereignis, das in Chernarus aktuell ungefähr den Stellenwert eines Wunders hatte.

    Die Kühlerarmut war damit zumindest kurzfristig beendet. Ich war fast gerührt. Fast. Aber ihr wisst ja: Typ Stein.

    Pinky und ich nutzten die Gelegenheit daher für etwas deutlich Zweifelhafteres: Wissenschaft.

    Genauer gesagt: Wie viel hält ein Mensch aus, bevor er umfällt und welche Rolle spielen Codein und Morphin dabei?

    Die Antwort darauf fanden wir relativ schnell, nachdem Pinky einen Schlag zu viel setzte und ich mich plötzlich wieder an der Küste wiederfand.

    Ergebnis: Zu viel.

    Ich wachte nahe dem Camp in Berezino auf, traf dort Ghost Rider, einen alter Bekannter von The_GraveDigger, und wurde kurz darauf von Pinky und Jammet dort im Sarka eingesammelt. Man holt ja seine Versuchskaninchen wieder ab.

    Zurück zur Wissenschaft: Phase zwei: Blutgruppenkompatibilität.

    Mir wurde erst die falsche Blutgruppe verpasst und anschließend meine eigene.

    Ergebnis: Ich überlebte die hämolytische Reaktion. Knapp, aber lebte.

    Fazit: Man kann sich also erst fast umbringen und dann wieder retten.

    Beruhigend. Irgendwie.

    Auf dem Rückweg fanden wir noch eine Olga im Militärbereich kurz vor Staroye.
    Jammet entdeckte sie, The_GraveDigger spendierte Reifen, Pinky holte sie ab.

    Logistik lief.

    Rheingauer!meldete währenddessen Schüsse bei seiner Garage.
    Alle wurden kurz nervös. ninja2.00926 (UltrA) und WhiskeyMixerwaren sofort auf Position, aber am Ende: Nichts. Oder zumindest nichts, was sich bestätigen ließ.

    Chernarus eben.
    Hier schießt manchmal einfach jemand nur rum, um zu schauen, wie es klingt.

    Rio war derweil am Camp und hatte auch bei „Last Hope“ aufgeräumt.
    Was man so „aufräumen“ nennt, wenn man in einer Welt lebt, in der ständig alles verschwindet. Apropos Fehlen: SebastianThe1st. war weiterhin im „Urlaub“. Mit den Chicks. Anderes Chernarus. Andere Geschichte. Verständlich.

    Abends wurde es… experimentell.

    Der Fremde war am Camp in Prigorodki, zusammen mit WhiskeyMixer , Rio und dem Rheingauer!. Man unterhielt sich über den kommenden Wipe, über Crippsy77s geplante Abschlussparty. Mit Sprengstoff und Leuchtpistolen sowie jeder Menge Kwas.

    „Kein Grund zur Beunruhigung“, sagte Crippsy77immer wieder.

    Ich beschloss, genau ab diesem Moment beunruhigt zu sein. Ich meine, die Wörter „Sprengstoff“, „ Crippsy77“ und „keine Sorge“ in einem Satz waren einfach falsch.

    Zur Entspannung gab es dann noch einen Boxkampf zwischen mir und dem Fremden ( Der_Fremde).
    Auch für die Wissenschaft. Zumindest von meiner Seite, denn ich wollte es nochmal wissen. Wie viel Schockschaden konnte ich einkassieren, ehe es eng wurde? Tja und er wollte wissen, was das alles sollte. Keine von beiden Fragen wurde abschließend geklärt.

    Zum Abschluss testeten wir noch die klassische Teddybär-Granate im Feuer.

    Ergebnis: Funktioniert noch.

    Also kleiner Hinweis an alle da draußen: Wenn ihr ne Feuerstelle seht, in der ein Teddy liegt, dann zündet das Feuer nicht an. Im Bärchen könnte ne Granate sein und dann wird’s laut und hässlich.

    🕶️Mittwoch, 25.03.2026 – Beobachtungen

    🕶️Mittwoch, 25.03.2026 – Beobachtungen

    Der Mittwoch begann mit einem Mann, der einfach da war.

    Schwarz gekleidet, Basecap, stand am Camp und grillte… allein.
    Als wäre das hier ein ganz normaler Ort für ein entspanntes Abendessen.

    Er sah Cone ziemlich ähnlich, aber ob er es war blieb offen.
    Herz-Aus-Gold entschied sich, ihn nicht anzusprechen und einfach zu beobachten. Es konnte ja der potenzielle Vandale sein und der Plan war ja eigentlich, denjenigen zu erwischen, der unsere Arena zerlegt hatte.

    Spoiler: Also der Typ war es schonmal nicht.

    Der Mann verschwand irgendwann in Silas Schuppen.
    Und kam nicht wieder raus.

    Ich weiß nicht, was da drin ist.
    Aber entweder gibt es einen zweiten Ausgang…
    oder das Ding ist innen größer als von außen.

    Währenddessen hörten wir Schüsse.
    Ein fremdes Bambi lief durchs Gebiet, Herz-Aus-Gold beobachtete, hörte, wartete.

    Dann tauchten sie nach und nach auf:
    Dirty Harry, ein weiterer Unbekannter und Crippsy77 .

    Dirty Harry stellte sich vor, wollte aber keine Hilfe.
    Er wolle sich „durchboxen“.

    Natürlich.

    Kurz darauf traf Herz am Brunnen auf den männlichen Jay. Ja, das muss man unterscheiden. Das hier war nicht „unsere Jay“ sondern einer, dem Herz vor einigen Seasons mal in Solnichniy begegnet war.
    Jetzt war er wieder da.

    Mit Freunden.

    Und offensichtlich mit dem Ziel, sich hier ein bisschen… zu beschäftigen.

    ninja2.00926 (UltrA) bestätigte später: Drei Leute. Orange Armbinden.
    Männlicher Jay, Dirty Harry und einer namens Chris.

    Rheingauer!versuchte, mit einem Feuerwerk in Chernogorsk Eindruck zu machen.

    Tat es auch.
    Kurz.

    Dann war wieder alles wie vorher.

    Herz-Aus-Goldnutzte die Gelegenheit und baute endlich den Ofen in der "Rostigen Axt" fertig.
    Wurde auch Zeit.

    Unsere Funkanlage war währenddessen halb tot.
    Also lief Kommunikation nur noch über kurze Distanz und Handfunke.
    Wie immer: Wenn etwas wichtig wird, funktioniert die Kommunikation nicht.

    Am Camp wurde es dann… fast schon zivilisiert.

    Herz-Aus-Golderzählte Geschichten.
    Erst die von den zwei Ziegen. Nicht ohne Grund.

    ninja2.00926 (UltrA) und Kallele hatten sich mal wieder in einer dieser Diskussionen verfangen, bei denen beide überzeugt sind, im Recht zu sein. Sie stritten sich.

    Die Geschichte half.
    Ein bisschen.

    Dann erzählte ninja2.00926 (UltrA) ihre eigene.

    Und plötzlich wurde es interessant. Sie berichtete von einer Fremden. Einer, die sie fast erschossen hatte. Aber dann entschied man sich doch zu reden. Die Beschreibung passte ziemlich genau auf unseren aktuellen „Gast“ in der BBA. Dir Person, die Herz-Aus-Gold töten wollte.

    Die, die nichts sagte. Die, die einfach nur… da war.

    ninja2.00926 (UltrA) erzählte, dass sie sie habe laufen lassen und im Gegenzug bot ninja2.00926 (UltrA) ihr ihre alte Bleibe in Chernogorsk an. Die, in der ich diese komischen Spuren gefunden hatte. Ich versuchte kurz, das logisch zu sortieren.

    Gelang mir nicht.

    Aber zumindest wussten wir jetzt, woher sie den Killer kannte. Fortschritt, würde ich sagen.

    Parallel dazu lief am Camp wieder das übliche Nebenprogramm. Kallele klaute das Auto des Fremden.
    Weil: Zündkerze und Batterie drin waren und es mitten im Camp stand. Man kennt es ja.

    Regeln sind Regeln.

    Der_Fremdereagierte… emotional.
    Schoss Kallele hinterher. Kalle stieg aus und schoss ihm ins Bein. Der_Fremde wurde daraufhin überwältigt, gefesselt und ans Feuer gesetzt. Konfliktlösung auf chernarussisch.

    Nach ein paar Gesprächen und weiteren Geschichten über das Nashorn uns seine Haut und einen leeren Topf wurde er wieder freigelassen.

    Manchmal reicht Reden.
    Manchmal auch nicht.

    WhiskeyMixer sicherte währenddessen Elektro.
    Kallele und Davus gingen raiden. Ich glaub bei Bor. Wurden versehentlich eingesperrt. Kamen wieder raus.
    Bauten danach eine Straßensperre. WhiskeyMixer fuhr rein.
    Natürlich.

    Aber sie töten ihn nicht und am Ende bekam er sein Auto zurück.

    Man war ja fair.

    Und damit endete ein Mittwoch,
    an dem wir zwar vieles gesehen haben, aber noch immer nicht verstanden,
    wie alles zusammenpasste.

    🥩Donnerstag, 26.03.2026 – Deal mit dem Dämon und andere schlechte Entscheidungen

    🥩Donnerstag, 26.03.2026 – Deal mit dem Dämon und andere schlechte Entscheidungen

    Der Donnerstag begann mit Hygiene. Kein Witz! The_GraveDigger meldete in Berezino mehrere unsterile Bandagen. Also nicht nur dreckig, sondern mehr so passiv lebensgefährlich. Wundinfektion zum Mitnehmen quasi. Dazu kamen Spuren am Camp. Jemand war da gewesen. Ob derselbe, der uns in Prigorodki seit Wochen mit Botschaften, Chaos und schlechtem Benehmen beglückte? Unklar. Aber es passte ins Gesamtbild.

    In der Arena fehlte inzwischen der Fahnenmast. Vermutlich wirklich einfach verschwunden. Despawnt, würden wir sagen. Herz-Aus-Gold war überzeugt, dass dort niemand aktiv gewesen war. Sie hatte die ganze Zeit aufgepasst.

    Am Brunnen traf ich dann auf einen Unbekannten. Er nannte sich Der Freundliche Vagabund . Trank Wasser, wirkte entspannt und… erstaunlich normal.

    Ich lud ihn direkt zum Event ein. Er schien interessiert und vor allem: nicht völlig wahnsinnig. Eine willkommene Abwechslung. Die hielt ungefähr… fünf Minuten. Dann kam die Meldung aus Elektro.

    ninja2.00926(UltrA) war überwältigt worden. Gefesselt. Und – ich sag’s jetzt einfach, wie es ist – man hatte ihr Menschenfleisch eingeflößt. Zwang.
    Wer das einmal erlebt hat, weiß, was das bedeutet. ninja2.00926(UltrA) reagierte entsprechend. Befreite sich und erschoss ihn.
    Ende der Geschichte? Natürlich nicht.

    Der Typ kam zurück. Zum Camp nach Prigorodki.

    Versuchte es nochmal bei ihr. Gleiche Idee. Gleicher Fehler. Wollte sie fesseln. ninja2.00926(UltrA) warnte ihn zunächst und als er nicht aufhörte, erschoss sie ihn wieder.
    Und ab da war klar: Das wird kein Einzelfall bleiben. Also gingen wir auf die Jagd. WhiskeyMixer , ninja2.00926(UltrA) und ich.

    Kurz darauf sah ich ihn im Industriegebiet von Prigorodki.
    Parcours-Run über Förderbänder, Rohbauten, alles, was man sich so aussucht. Ich schoss mit Gummislugs. Was im Grunde bedeutet: Ich habe es versucht.

    Er sprang, stürzte, brach sich das Bein. Ich war kurz davor, ihn festzusetzen.

    Dann… war er tot. Respawn. Chernarus-Mechanik. Fragt nicht.
    Sehr praktisch für Leute, die man eigentlich gerade festnehmen wollte.

    ninja2.00926(UltrA) gab sich später selbst den Gnadenschuss, denn das Lachen hatte eingesetzt. Sie hatte sich durch das Menschenfleisch mit der grausamen Hirnkrankheit Kuru infiziert.

    Ich kannte das.
    Ich wusste, was das mit einem macht. Und ich wusste auch: Wer anderen sowas antut… spielt in einer ganz eigenen Liga der Scheißigkeit.

    In Elektro bekamen wir dann die zweite Chance. Ein Unbekannter kämpfte mit einem Zombie.
    Ich half.
    Dem Zombie.
    Und schoss dem Unbekannten direkt Gummislugs in den Rücken.

    Wir fesselten ihn, halfen ihm auf und stellten Fragen. Er wollte sich befreien, aber wir wussten dank meiner gestrigen Feldstudien genau, wie viel wir ihm „zumuten“ konnten. Dummerweise gingen mir irgendwann die Gummigeschosse aus. Kein Problem! WhiskeyMixer zog ihm einfach seine Plattenweste über. Dann konnte es mir normalen Hülsen weitergehen… da wurde der Unbekannte…kommunikativer.

    Er nickte. Ja, er war es gewesen, der ninja2.00926(UltrA) gefesselt und mit Menschenfleisch gefüttert hatte. Damit war die Sache klar, auch wenn er nicht direkt mit uns sprach.

    Wir packten ihn in WhiskeyMixers Auto und brachten ihn zur BBA.

    Zunächst zumindest, aber das war nur eine Lösung auf Zeit, denn eigentlich saß da ja schon jemand ein, der gerade „begleiteten Freigang“ hatte.

    Der Unbekannte forderte einen Anwalt. Bekam unseren Pflichtverteidiger: „Better call Jerico“

    WhiskeyMixerholte ihn aus Dolina ab.

    Der Gefangene wollte ihn nicht und sich stattdessen selbst vertreten. Berief sich auf irgend so nen Paragrafen von wegen Freiheit. Klar. Ausgerechnet von dem, der anderen Menschenfleisch aufzwang.

    Natürlich.

    Jerico redete trotzdem mit ihm. Unter vier Augen. Wir warteten.

    Dann kam der Deal. Er würde alles sagen. Wer er ist. Warum er das tat.
    Im Gegenzug: Freies Geleit nach Stary Sobor. Keine Gewalt, keine Provokation auf beiden Seiten. Wir nahmen an.
    Nicht, weil wir ihm vertrauten, sondern weil wir Antworten wollten. Und ich hatte mein Wort gegeben.

    Großer Fehler.

    Denn kaum war der Deal besiegelt, brachte sich Jerico vor unseren Augen um. Schien zur Gewohnheit zu werden, denn er glaubte er habe versagt. Noch unter Schock sprach der Unbekannte schließlich. Und es stellte sich heraus: Es war Tommy, der Bruder des Fremden ( Der_Fremde). Plot-Twist: Er verehrte Menschenfleisch.
    Nicht als Notlösung, nicht zum Überleben sondern aus Überzeugung. Als „Erleuchtung“.

    Und ich sag’s, wie es ist: In dem Moment war ich kurz davor, den Deal zu brechen.
    Sofort.
    Weil ich genau wusste, was solche Leute anrichten können.

    Aber ein Wort ist ein Wort. Also blieb er zähneknirschend am Leben.
    Draußen standen währenddessen Kallele und Davus.

    Bewaffnet. Wachsam. Und ziemlich eindeutig in ihrer Absicht.

    Für sie war klar: Der Typ kommt da nicht lebend raus und sie fürchteten die Samariter hatten gerade den Anwalt erledigt… das war Quatsch. Erstens war gerade kein Samariter anwesend und zweitens hatte sich Jerico selbst erschossen. Aber das hörten sie von draußen nicht, denn ninja2.00926(UltrA) und ich flüsterten. Wir wollten Tommy wie versprochen gehen lassen, aber die beiden hatten vor der BBA Stellung bezogen und würden schießen. Also verhandelte ich. Ausgerechnet für den Typen, den ich selbst am liebsten gekillt hätte. Damit waren wir schon zu viert. UltrA, Kallele, Davus und ich. Schließlich einigten wir uns: Ich brachte ihn selbst nach Stary Sobor. Allein. Er hatte sich vorher bis auf die Unterwäsche ausgezogen und den beiden entgegengeworfen. Sie sollten ihn jetzt töten. Aber ich so: „Nichts da! Ein Wort ist ein Wort“. Und dann die ganze Fahrt über sein Gejammere. Er habe den Tot verdient und und und. Könnt ihr euch das denken?
    Und das Beste: Ich solle doch auch mal Menschenfleisch essen und die Erleuchtung „genießen“
    Ausgerechnet ich!
    Hallo? Tickst du noch ganz richtig, Alter?
    Könnt ihr euch das denken?
    Mann…

    Und ab da verfluchte ich diesen Deal noch mehr. Mit stoischer Geduld fuhr ich ihn auf Schleichwegen nach Stary Sobor. Ließ ihn im Norden raus und gab ihm meine Jacke sowie Fußwickel. Er sollte ja lebend unten ankommen, denn Kallele und Davus waren bestimmt schon irgendwo dort auf der Lauer.

    Außerdem bekam er, – ich weiß selbst nicht, warum –, eine AK mit 16 Schuss.
    Manchmal trifft man Entscheidungen… die man erst später hinterfragt.

    Er schoss nicht auf mich. Vielleicht war’s ein Test, ob er wirklich kein Killer war, wie er stur behauptete. Und ob er zu seinem Wort stand. Stattdessen wollte er sich selbst umbringen. Sofort.
    Einfach so.

    Ich ließ das nicht zu. So leicht machen wir es niemandem. Er sollte sich seinem Schicksal stellen und nicht wieder feige die Notbremse ziehen. Außerdem würde mir eh keiner glauben, dass er sich selbst umgebracht hatte und alle würden sie sagen, ich habe ihm den Gnadenschuss gegeben. Nachdem ich so viel Selbstbeherrschung gezeigt hatte, war das alles andere als fair… nein ich ließ ihn nicht den Abzug drücken und überzeugte ihn, zu gehen. Er dankte und verabschiedete sich.
    Er rannte. Richtung Stary Sobor und traf auf Island Boy. Der war auch auf der Jagd, nach Kallele und Davus. Rache.
    Missverständnis.
    Schüsse. Tommy wurde angeschossen und floh in die Gaszone, so die Berichte. Dort starb er schließlich.
    Ende-Gelände. Schon lustig… da wollten ihm fünf Leute inklusive ihm selbst ans Leder und am Ende erledigte eine Gaszone das. Chernarus, du hast wirklich eine komische Art von Humor. Tja das war’s dann wohl. Dachte ich.

    Spoiler: War es nicht.
    Zunächst wurde Island Boy noch erschossen. Ob ich ihn versehentlich getroffen hatte, als ich zu meinem Auto zurücklief und ihn für Kallele oder Davus hielt oder ob Kallele und Davus es gewesen waren, ist noch nicht klar. Aber Fakt ist: Er hat’s nicht überlebt. Hätte er mal nicht geschossen… aber auch für Tommy war es noch nicht das Ende.

    Denn zurück im Camp… stand er wieder da.
    Ziemlich lebendig und äußerst diskussionsfreudig.
    Und immer noch überzeugt, dass er im Recht war.

    Er versuchte, Zweifel zu säen. Über ninja2.00926(UltrA). Über das, was passiert war. Er war so Typ „es gibt immer mehrere Warheiten“ und er sagte so viel Gewalt, wie man mir berichtete hatte, sei nicht im Spiel gewesen.

    Funktionierte nicht. Nicht bei mir. Nicht nach dem, was ich gesehen hatte.
    Ich machte ihm klar: Nächstes Treffen wird anders laufen. Er solle sich verziehen, denn auf Bambis am Camp schoss ich nicht. Noch nicht.

    Er zog ab. In den „Nebel“, wie er es nannte und ließ vorher noch einen ominösen Code zurück: 5580 4842 9913. Na super… schon wieder was zum Rätselraten.

    Und ich blieb zurück mit dem Gefühl, dass wir an diesem Tag zwar Antworten bekommen hatten… aber definitiv nichts gelöst wurde.

    🛠️Freitag, 27.03.2026 – Vorbereitungen

    🛠️Freitag, 27.03.2026 – Vorbereitungen

    Der Freitag begann… überraschend freundlich.

    In einem unserer Unterstände wurde uns einfach ein Zelt hinterlassen.
    Keine Nachricht, kein Drama, kein Blut. Einfach nur: Hier, bitteschön.

    Ich war kurz irritiert. Dann dankbar. Chernarus kann also doch… manchmal.

    Am Camp trafen wir dann auf Jonas. WhiskeyMixer und Pinky begrüßten ihn freundllich.
    ninja2.00926 (UltrA) zunächst weniger.

    Die war eher Team „erst schießen, dann fragen“.
    Konnte man ihr nach den letzten Tagen nicht mal übelnehmen.

    Aber ich hielt sie davon ab. Knapp. Jonas brachte später sogar noch einen Hasen vorbei und gab ihn Herz-Aus-Gold am Camp. Währenddessen war ninja2.00926 (UltrA) in Chernogorsk unterwegs, auf der Suche nach Action. Sie ging einigen Schüssen nach und jagte unbekannter Weise Jerico und Shannara. Grund: Sie hatten auf Zombies geschossen.

    Was in Chernarus ungefähr so ist, als würde man laut „Ich will Aufmerksamkeit“ schreien.

    ninja2.00926 (UltrA) löste das Problem… pragmatisch. Shannara bekam einen Beinbruch.

    Wurde danach aber wieder versorgt und sogar zum Camp begleitet. Erst kaputt schießen, dann verarzten. Klassische Konfliktlösung.

    Rio hatte uns vor ein paar Tagen von einer Base erzählt. Die war jetzt… leer. Aufgebrochen. Ausgeräumt. Geschichte.
    Auch nichts Neues mehr.

    Pinky löste unterdessen eines unserer größten Probleme: Tommy hatte jetzt endlich einen Namen. „Der Kurianer“. Kuru + Wahnsinn = passt.

    Ich war mir nicht sicher, ob er das als Kompliment verstehen würde.
    Aber er war ja auch nicht da, um gefragt zu werden. Kallele schrottete währenddessen den Community-LKW vor der BBA. Ausgerechnet den, den Locke uns zu Beginn der Season spendiert hatte. Er war für das Event gestorben, quasi.

    Kallele, Davus und WhiskeyMixer bauten weiter. Zelte, Podest, Struktur.

    Langsam nahm das Ganze tatsächlich finale Formen an.

    Und WhiskeyMixer … ging am Ende noch „optisch looten“, wie er es nannte.

    Prioritäten.

    Man will ja gut aussehen, wenn man sich später vor Publikum blamiert.

    Unterm Strich war der Freitag… ruhig. Zu ruhig.

    🎆Samstag, 28.03.2026 – Event mit Nebenwirkungen

    🎆Samstag, 28.03.2026 – Event mit Nebenwirkungen

    Der Samstag stand offiziell im Zeichen des Events, inoffiziell aber wie so oft im Zeichen von Chaos mit Struktur.

    Während Herz-Aus-Gold organisierte und die letzten Vorbereitungen liefen, tauchte Basti mit Olga und Ada vor dem Camp in Prigorodki auf – natürlich fahrbereit, also praktisch eine Einladung. Herz-Aus-Gold kurzerhand das Auto und parkte es in der Gegend. Irgendwann musste die Leute es ja lernen, dass man keine fahrbereiten Autos am Camp stehen ließ. SebastianThe1st. überließ ihn später ohnehin WhiskeyMixer, womit das Thema erledigt war… zumindest halbwegs.

    AcidSquirt brachte währenddessen eine ganz eigene Form von Unterstützung mit: Sprengstoff. Viel Sprengstoff, in seiner Olga. Begründung: Die Season sei ja sowieso vorbei. Logisch irgendwie, nur das Timing war… diskussionswürdig. Das Ganze wurde dann als kleine Aufmunterung an Kallele und Davus weitergereicht, deren letzter Raid bei ihm wohl zu wenig „Wumms“ gehabt hatte und sie seien wohl enttäuscht gewesen, kaum Sprengstoff in seiner Base gefunden zu haben.

    Dann begann das Event.

    Erste Disziplin: das Rennen von Berezino nach Prigorodki. Alle in Guntern, und dank + CRK + Franky aus dem anderen Chernarus wurde die Strecke eher zu einem Hindernisparcours mit eingebautem Frustpotenzial. Es krachte, es qualmte, es wurde geflucht – aber am Ende kamen tatsächlich alle irgendwie an. WhiskeyMixer war der strahlende Sieger, Davus wegen widriger Umstände Sieger der Herzen.

    Danach ging es in die Arena zum Boxen. Viel Adrenalin, wenig Kontrolle, aber erstaunlich fair, zumindest nach unseren Maßstäben. Den Abschluss bildete Capture the Flag: drei gegen drei, Gummigeschosse, Banditen gegen Polizei. Herz-Aus-Gold kommentierte, ich beobachtete – und für einen kurzen Moment fühlte sich das Ganze fast normal an. Kein Chaos, keine Drohung, einfach nur Spiel.

    Hielt natürlich nicht lange.
    Da konnte auch der Sieg von WhiskeyMixer auf dem ersten, Kallele auf dem zweiten und NiggoB mit Jerico auf dem dritten Platz des Turniers nichts ändern. Denn zwischendurch verschwand "HERBIE" auf magische Weise, tauchte aber wenig später in Form eines neuen roten Gunters bei Zelenogorsk wieder auf. Problem gelöst, wie immer irgendwie. Dann kam die BBA ins Spiel.

    Ein Fremder knackte innerhalb kürzester Zeit mehrere Schlösser, verschaffte sich Zugang, veränderte den Code und sperrte Herz-Aus-Gold kurzerhand unwissentlich in ihrer eigenen Anlage ein. E.C.H.O. stellte ihn draußen, es kam zum Schusswechsel, und die erste Runde ging an E.C.H.O.Herz-Aus-Goldblieb trotzdem eingeschlossen.

    Der Typ kam später tatsächlich zurück, öffnete die Schlösser wieder und tat so, als wäre nichts gewesen und das hier sein Haus. Herz-Aus-Gold stellte ihn in der BBA zur Rede. Überraschung! Armbrust im Anschlag, während er sich noch schnell die KA des Killers aus der Garage sowie eine Plattenweste krallte. Aber er war wohl zu gierig gewesen und steckte in der Garage fest. Herz-Aus-Gold verhandelte. Als er schließlich ohne Waffe wieder rauskam, wirkte er kurz kooperativ – bis er sich weiterhin weigerte, die Tore zu öffnen und erneut zur Waffe greifen wollte.

    Das war der Moment.

    Herz-Aus-Gold schoss.

    Ende der Diskussion.

    Was folgte, war die klassische Nacharbeit: Schlösser knacken, sich selbst befreien und feststellen, dass Kallele und Davus ihren Sprengstoff lieber für andere Dinge aufheben, als für die BBA. Ist notiert.

    Achja, später stellte sich heraus, dass der Typ in der BBA sich dunkler Mächte bedient hatte, um die Schlösser in der kurzen Zeit zu knacken und er wurde aus unserem Chernarus geworfen. Recht so.

    Und damit endete dieser Samstag.

    Ein Event, das für ein paar Stunden alles überdeckt hatte – und ein Abend, der uns wieder daran erinnerte, dass Chernarus keine Pausen kennt.

    Nicht mal dann, wenn man sie sich eigentlich verdient hätte.

    🧹Sonntag, 29.03.2026 – Aufräumen und offene Fragen

    🧹Sonntag, 29.03.2026 – Aufräumen und offene Fragen

    Der Sonntag begann… tatsächlich mit Aufbau. The_GraveDigger und GhostRider werkelten in Berezino und setzten am Fahnenmast an.

    Also zumindest noch jemand, der Dinge nicht kaputt macht, sondern welche hinstellt. Selten genug.

    Am Camp tauchte Jonas wieder auf. Mit einem Gaskocher. Was in unserem aktuellen Zustand ungefähr so wertvoll war wie ein funktionierender Kühler, denn der Rheingauer!hatte den schon überall gesucht. Er stellte das Ding ins Kochzelt. Ich nahm es entgegen. Später der holte Rheingauer ihn ab. Und trug… eine schwarze Armbinde.

    Interessant. Genau die Sorte Armbinde, die in den letzten Tagen immer wieder in sehr ungünstigen Zusammenhängen aufgetaucht war.

    Herz-Aus-Gold sprach ihn darauf an. Er verneinte. Natürlich. Sie erzählte ihm trotzdem alles. Man kann ja nie wissen, wer gerade welche Geschichte noch nicht gehört hat. Er kündigte an, nächste Season wieder voll einzusteigen. Mit Nachdruck. Und ich sag mal so: Wer dann unangemeldet durch seine Gegend fährt…
    sollte besser schnell sein.

    Oder überzeugend.

    Herz-Aus-Gold angelte noch etwas, grillte, räumte auf und tat so, als wäre das hier ein normaler Sonntag. Was ich ihr hoch anrechne.

    Die CIA hatte unterdessen beschlossen, Novo… aufzugeben. Oder zumindest zu pausieren. Neuer Urlaubsort, neuer Vibe. Kann man machen. Vor allem, wenn der alte Vibe aus Raids, Verlusten und fragwürdigen Nachbarn bestand. Kalle und Davos nutzten die Gelegenheit. Und nahmen sich… was da war. Einen Gunter. Der Engel von Novo beobachtete das Ganze.

    Erst skeptisch.
    Dann irritiert.

    Am Ende stellte sich raus: Die Tore waren weg, despawnt.

    Also keine große Meisterleistung, sondern einfach glückliches Timing durch Kalle und Davus. Das frustrierte den Engel sichtbar. Also packte er den restlichen Kram, den man zum Bauen verwenden konnte in seinen LKW und machte sich auf den Weg nach Prigorodki. Warum? Unklar. Aber wenn jemand so entscheidet, hat das selten keinen Grund.

    Auf dem Weg durch Berezino dann das nächste Bild:

    Alles leer.
    Alles rausgerissen.
    Alles auf dem Boden.

    Als hätte jemand beschlossen, Ordnung einfach komplett abzuschaffen.

    WhiskeyMixer jagte währenddessen Kallele und Davus. Routine.

    Und unten am Camp… lag plötzlich ein Herz in der Kiste am schwarzen Brett.
    Neben meiner Nummer: 371, gemeldet von Jonas.

    Ich hatte keine Ahnung, von wem das war. In dieser Woche war ich mir da bei nichts mehr sicher. Und genau so endete sie.

    Mit einem LKW auf dem Weg nach Prigorodki, einem Engel, der aus Novo abzog, einem Irren auf freiem Fuß im Nebel und mal wieder mit dem leisen Gefühl, dass das hier noch lange nicht vorbei war.

    Fazit

    Und damit, liebe Eventbesucher, Arena-Konstrukteure, Sprengstoffspender, Codeknacker und alle anderen Überlebenden da draußen… das war sie, diese Woche.

    Wir haben eine Arena aufgebaut.
    Ein Event durchgezogen.
    Und für ein paar Stunden so getan, als wäre hier alles halbwegs normal.

    Tja.

    Nachdem wir Rennen gefahren sind, uns geprügelt und Fahnen geklaut haben… wurden Schlösser geknackt, Leute eingesperrt und andere wieder erschossen.

    Tommy, der Bruder vom Fremden mit dem Menschenfleisch?
    Lebt noch. Und das Problem hat sich damit kein bisschen erledigt.

    Dazu neue Gesichter, alte Muster und ein Engel mit einem LKW auf dem Weg nach Prigorodki.

    Warum?
    Keine Ahnung.

    Aber wenn hier jemand anfängt, Material zu bewegen, dann passiert danach selten was Gutes.

    Und genau da stehen wir jetzt:

    Ein Event ist vorbei.
    Die Arena steht.

    Aber das Gefühl bleibt,
    dass nächste Woche nochmal turbulent wird.

    Nr. 371 – Ende.


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    🎞️VIDEOBEITRAG (ab Sonntag, 05.04.2026, 18:00 Uhr):

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    Kurzbericht Nr. 371 - Die Sache mit dem Engel...

    Prigorodki.

    Ich wollte eigentlich nur kurz schauen, ob noch alles steht.
    Spoiler: steht noch.
    Zumindest optisch. Moralisch? Schauen wir mal.

    Der sogenannte „Engel von Novo“ war vor Ort.
    Und hat einen bekannten Kandidaten mehrfach zu Boden geschickt.

    Mehrfach.

    Ich habe kurz überlegt, ob ich rausfinden kann wie oft. Hab’s dann aber gelassen.
    War irgendwann mehr Kreislauftraining als ein echter Kampf.

    Die einen nennen es „Gefecht“ andere ne billige Racheaktion.
    Ich nenne es: eine Situation, in der niemand so richtig wusste, was er da eigentlich gerade tat.

    Und genau das ist der Punkt.

    Wenn der Engel von Novo dich erschießen will, tut er das normalerweise.

    Sauber.
    Kurz.
    Effizient.

    Wenndieser jemand dich aber wieder und wieder ausknockt, dich nicht fesselt,
    nicht kontrolliert, und offensichtlich selbst nicht weiß, wie es weitergeht und das vor deiner eigenen Haustür…

    Dann ist das kein Plan, das ist dann eher das Chaos mit Waffe in Person. Und Chaos ist gefährlich.

    Das Ganze dann auch noch in Campnähe.... oh Mann!
    Als hätten wir die letzten Wochen nicht genug mitgemacht. Die BBA platz schon aus allen Nähten, sodass zweifelhafte Anwälte Insassen freihandeln...

    Ja. Läuft.

    Interessant war auch die Perspektive.

    Da lag jemand am Boden, der sonst eher dafür sorgt, dass andere am Boden liegen.
    Man könnte fast sagen: ein kurzer Ausflug auf die andere Seite der Gleichung.
    Hat offenbar bleibenden Eindruck hinterlassen.

    Und jetzt haben wir ein neues Problem: Nicht „wer hat angefangen“ oder „wer hat recht“.

    Eher:
    Da läuft jemand rum, der eingreift, wenn etwas kippt und kippt dabei selbst.

    Na großartig...

    Empfehlung meinerseits:

    Augen auf.
    Abstand halten.
    Und vielleicht keine Leitern mehr ans Fenster anderer Leute Häuser stellen, wenn man nicht gestört werden möchte.

    Nr. 371 - Ende.

    - Text folgt -


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    - Text folgt -


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    „Hier spricht… äh… Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371. Ja. Immernoch.

    NiggoB , du kommst immer genau in dem Moment aus dem Wald gestapft, wenn die Situation eigentlich schon kompliziert genug ist.... aber hey, besser spät als nie, oder?

    Ja, du hast richtig gehört: Herz-Aus-Gold und janinesta (Lina) sind weg. Aber bevor du jetzt mit der Axt voran durch Chernarus marschierst und anfängst Leuchttürme zu planen – hör mir kurz zu.

    Ja, die beiden leben. Und sie sind – soweit wir das beurteilen können – erstaunlich… diplomatisch unterwegs. Herz versucht das Ganze gerade eher zu verhandeln, nicht zu eskalieren.

    Der Turm ist immer noch das Thema. Abriss, Umbau, architektonische Selbstreflexion – such dir was aus. Aber wenn du da mit dem Vorschlaghammer anrückst, während sie versuchen die Lage ruhig zu halten, dann kippt das Ganze schneller als sloptork s (Toms) Hütten bei Starkwind.

    Apropos Tom…

    Kleine Lageaktualisierung aus Prigorodki:

    Der Turm steht noch.
    Aber davor steht jetzt auch ein Rave-Zelt am Brunnen.

    Ja.
    Ein Rave-Zelt. War wohl Davus Idee und WhiskeyMixer plant schon ne Paintball Arena als Gemeinschaftsprojekt... Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, ob wir gerade eine Entführung lösen oder ein Kulturfestival organisieren.

    Immerhin – und das ist die halbwegs gute Nachricht – E.C.H.O. und sloptork (Tom) haben wohl eine verheißungsvolle Spur gefunden. Aber dazu sag ich hier im Funk gerade lieber nichts.

    Es gibt Gerüchte über mögliche Mithörer.

    Wenn das das Ziel der Entführer war – Misstrauen säen, Leute vorsichtig machen, Chaos in die Bauplanung bringen – dann muss ich leider sagen: Glückwunsch. Mission accomplished.

    Also Plan für heute: 20 Uhr. Prigorodki.

    Wir halten die Stellung, wir behalten die Nerven und wir schauen, wie sich das Ganze entwickelt.

    Und eins sag ich euch ganz deutlich: Wenn Herz-Aus-Gold und janinesta (Lina) heute Abend nicht heil und in einem Stück zurückkommen…

    …dann wird der schiefe Turm das geringste Problem der Aktivisten sein.

    Nr. 371 – Ende.

    - Text folgt -


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    🎞️VIDEOBEITRAG (ab Sonntag, 08.03.2026, 18:00 Uhr):

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    (Verzweifelter) Funkspruch – Nr. 371 vom 07.03.2026

    „Hier spricht Nr. 371.
    Für NiggoB , jayphiiyo und WhiskeyMixer – falls ihr grad zufällig auf dieser Frequenz mithört....

    Kurze Lageeinschätzung aus der Abteilung ‚Warum kann hier niemand einfach mal fünf Minuten ruhig bleiben‘.

    Erstens:
    Herz-Aus-Gold und janinesta (Lina) versuchen bestimmt gerade die Situation weiterhin mit einer Mischung aus Diplomatie, Geduld und vermutlich sehr viel innerem Augenrollen zu entschärfen.

    Zweitens:
    Die Zeit läuft.

    Und drittens – das ist der eigentliche Grund für diesen Funkspruch – wir haben ein neues Problem.

    Ich wiederhole: ein neues Problem.

    Vor dem Camp tauchen inzwischen wieder abgesteckte Baustellen auf.

    Ja, richtig gehört.

    Baustellen.

    Mit Stöcken im Boden.

    Und Schnüren.

    Ich möchte an dieser Stelle vorsichtig darauf hinweisen, dass wir eigentlich gerade versuchen, eine Entführung zu beenden, nicht die nächste vorzubereiten.

    Ihr wisst, wie das läuft.

    Wenn Tom anfängt, "kreativ" zu werden, endet das normalerweise mit einem neuen Turm oder einer Konstruktion, die nach drei Tagen eine eigene Postleitzahl bekommt...

    Deshalb folgende Bitte aus der Bauaufsicht der Verzweiflung: Wir brauchen dringend jemanden, der beim Bauen auch weiß, was er tut und nicht nur experimentiert.
    Nicht improvisieren, kein „mal schauen, was passiert“. Bauen. Und zwar ästhetisch.

    Sonst eskaliert das hier wieder in die nächste architektonische Grundsatzdebatte und ich schwöre euch, wenn noch jemand entführt wird, nur weil jemand dachte „Ach, noch ein Turm wäre doch nett“, dann ziehe ich persönlich eine rote Linie um Prigorodki und erkläre das Gebiet zur baulichen Sperrzone.

    Also ihr drei... ihr seid doch vom Fach und bei euch sehen Gebäude nicht aus wie ein Angriff auf die Schwerkraft. Sonntag wäre ein hervorragender Zeitpunkt, bevor aus der Sache mit dem Turm noch ein Mehrteiler wird.

    Nr. 371 - Ende.

    - Text folgt -


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    🎞️VIDEOBEITRAG (ab Sonntag, 29.02.2026, 18:00 Uhr):

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