💛 Herzenssache – Berichte aus 1.29/2

  • 💛 Herzenssache – Tagebuch 1.29/2

    Disclaimer


    ⚠ Hinweis: ⚠
    Diese Geschichte basiert auf losem Rollenspiel oder Ereignisse auf dem Germandayz.gg Vanilla Chernarus Server in der Version 1.29/2.
    Die Informationen in meinen Berichten basieren ausschließlich auf dem, was meine Figur im Spiel selbst sieht, hört oder von anderen Überlebenden erzĂ€hlt bekommt.

    Ich habe keinen Zugang zu Admin-Logs, keine Sonderrechte im Spiel und kann daher keine "unsichtbaren Wahrheiten" sehen. In meinen Event-Streams (auf dem GDZ-Twitch-Kanal) verfĂŒge ich zwar ĂŒber eine freie Kamera, doch im regulĂ€ren Spiel habe ich diese Möglichkeit bewusst nicht. Wenn also im Rahmen der Geschichte jemand beschuldigt wird, etwas getan zu haben, oder Ereignisse geschildert werden,
    geschieht dies stets aus der Perspektive meiner Spielfigur Herz.
    ErgÀnzt wird dies durch das, was andere mir berichten und was man sich zusammenreimt.
    Wo ich nicht sicher sein kann, versuche ich dies kenntlich zu machen (z. B. durch Formulierungen wie "vermutlich", "angeblich" oder "man erzĂ€hlt sich
")
    – denn manchmal bleibt Chernarus einfach ein Mysterium.

    Sollte sich etwas nachtrÀglich als falsch oder missverstÀndlich herausstellen, lasse ich mich gerne korrigieren und stelle die Dinge dann auch richtig.
    Ich bin immer bereit, Berichte zu ĂŒberarbeiten oder zu ergĂ€nzen, wenn dies dem gemeinsamen Storytelling dient.

    Eine Anamerkung zur Transparenz: Zwecks Lesefluss verwende ich beim Verfassen ein KI-Tool als Werkzeug.
    Das hilft mir dabei, euch nicht mit zu viel Text zu belasten, denn ich nehme das Feedback ("Herz! Das ist zu viel... das liest doch keiner!") zu Herzen und da hilft mir das Werkzeug, Dopplungen zu vermeiden.
    Dennoch sind die Notizen, Gedanken und Worte meine eigenen und sorgfÀltig ausgewÀhlt.

    Ich nehme jede RĂŒckmeldung ernst und passe Dinge respektvoll an.
    Niemand ist verpflichtet, Teil meiner ErzÀhlungen zu sein.
    (Es ist freiwillig. So wie sich hier im Forum anzumelden oder Nr. 371 beim BaustÀmmeschleppen zu helfen...)

    Diese Texte sollen Freude bereiten, das GemeinschaftsgefĂŒhl stĂ€rken
    – und manchmal auch einfach nur unterhalten, wĂ€hrend man irgendwo frierend in einem Busch liegt und eine fremde Basis observiert oder sich gerade in der warmen KĂŒche im echten Leben etwas zu Essen kocht...

    Wenn etwas nicht passt:
    Ich Àndere es schnellstmöglich. Versprochen :)

    Danke fĂŒr euer Vertrauen und VerstĂ€ndnis. ~Herz ❀

    Freitag, 14.08.2026 – Tag 001: Wieder von vorne...

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    Hallo ihr Lieben,

    ein Wipe setzt die Welt zurĂŒck. Er entfernt Basen, Fahrzeuge, VorrĂ€te und all die Dinge, die wir ĂŒber viele Wochen gesammelt haben.
    Plötzlich stehen wir wieder mit leeren HĂ€nden an der KĂŒste und freuen uns ĂŒber einen Apfel, einen kleinen Stein oder eine Jacke, die wenigstens nicht vollkommen durchnĂ€sst ist.

    Unsere Erinnerungen verschwinden dabei allerdings nicht.

    Wir nehmen mit, wem wir vertrauen, wen wir vermissen und bei wem wir inzwischen genauer hinsehen. Auch die Orte bleiben nicht einfach leer. In Prigorodki standen zwar keine Mauern mehr, aber fĂŒr mich war dort noch immer das Camp. Dort hatten Menschen Schutz gefunden, miteinander gegessen, gestritten, gelacht und einander geholfen. Dort waren allerdings auch Dinge geschehen, die ich nicht vergessen konnte.

    Vielleicht wollte ich deshalb so schnell wie möglich zurĂŒck. Nicht, um die Vergangenheit wiederherzustellen, sondern um erneut einen Ort zu schaffen, an dem Neuankömmlinge wenigstens etwas zu essen und eine erste Hilfe bekommen konnten. Ich hatte mir vorgenommen, wieder hĂ€ufiger mit meinen Leuten loszuziehen und Chernarus einfach geschehen zu lassen. Trotzdem wusste ich schon vor meinem Erwachen, dass mein erster Weg wieder nach Prigorodki fĂŒhren wĂŒrde.

    ZunĂ€chst musste es der neuen Welt allerdings gelingen, ĂŒberhaupt neu zu werden.

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    đŸ”„ Zweimal neu und einmal Höllenloch

    Der Wipe begann mit einigen Schwierigkeiten. Die alten Basen und Fahrzeuge standen zunÀchst noch immer an ihren PlÀtzen, obwohl sie lÀngst hÀtten verschwunden sein sollen.
    Also kam auf den Wipe wohl nochmals ein zweiter. Als ich schließlich die Augen öffnete, erkannte ich meine Umgebung sofort: Svetlojarsk. Das Höllenloch.

    Ausgerechnet dort hatte ich bereits zu Beginn der vergangenen Season gestanden. Chernarus besaß offenbar eine eigene Vorstellung von Tradition und fand, dass ein Neubeginn fĂŒr mich grundsĂ€tzlich in Svetlojarsk beginnen sollte. Meine Begeisterung hielt sich entsprechend in Grenzen.

    Doch lange musste ich mich darĂŒber nicht Ă€rgern. Es folgte ein weiterer Neustart, und die Welt verschwand noch einmal. Beim nĂ€chsten Erwachen lag Solnichniy vor mir. Es war noch immer nicht Prigorodki, doch nach Svetlojarsk fĂŒhlte sich beinahe jeder andere Ort einladend an.

    Mein Ziel stand fest: Ich wollte nach SĂŒden, aber dafĂŒr brauchte ich zunĂ€chst Nahrung und wenigstens ein einfaches Werkzeug. Außerdem hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, an dem Ort, an dem ich erwachte, meinen ersten Unterstand zu bauen. So war es Tradition.
    Also sammelte ich Äpfel und suchte nach kleinen Steinen, aus denen sich ein Messer herstellen ließ. Der große Wiederaufbau der Samariter begann damit, dass ich hungrig ĂŒber den Boden kroch und hoffte, zwischen den HĂ€usern einen geeigneten Kiesel zu finden.

    Eigentlich war das sogar ganz beruhigend. Am ersten Tag besaß kaum jemand viel, und jede Kleinigkeit hatte wieder einen Wert. Ein Apfel war eine Mahlzeit, ein Stein ein Werkzeug und ein roter Pullover beinahe schon eine vollstĂ€ndige IdentitĂ€t.

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    đŸ„Š Die ersten Begegnungen

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    An der KĂŒste traf ich einen Unbekannten von DeerIsle und Snickers. FĂŒr lĂ€ngere BegrĂŒĂŸungen blieb uns wenig Zeit, denn ein Bambi in einem hellgrauen T-Shirt ging plötzlich auf Snickers los und schlug ihn K.O.
    Warum er ihn angriff, wusste ich nicht. Er sprach nicht mit uns und ließ sich auch nicht davon abbringen. Der Unbekannte von DeerIsle, dessen Namen ich im Eifer des Gefechts nicht recht verstanden hatte, hlaf mir den Angreifer von Snickers wegzutreiben.

    Wir verteidigten uns gemeinsam und brachten den Angreifer schließlich zu Boden.

    FĂŒr das Protokoll möchte ich ausdrĂŒcklich festhalten: Ich habe ihn nicht getötet. Ich war lediglich an der gemeinschaftlichen und ausgesprochen nachdrĂŒcklichen Verteidigung von Snickers beteiligt. Mein Begleiter von DeerIsle gab den entscheidenden Schlag. Keuchend stand ich ĂŒber den am Boden liegenden.

    Damit war die neue Season nur wenige Augenblicke alt und hatte bereits ihren ersten Faustkampf hervorgebracht. Manche Dinge brauchten offenbar weder AusrĂŒstung noch Vorbereitung, um einen Wipe zu ĂŒberstehen. Wir ranimierten Snickers und schließlich trennten sich unsere Wege.


    Kurz darauf begegnete ich in der Stadt @Visier und wir grĂŒĂŸten uns Freundlich. Wir trafen einen Neuen namens Alex und 13monk12, der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon einen Boxkampf hinter sich hatte. WĂ€hrend einige von uns noch Steine fĂŒr ein Messer suchten, hatten andere ihre FĂ€uste bereits erfolgreich erprobt.

    Zwischen all diesen Begegnungen bekam ich von einem Freund des The_GraveDigger eine rote SanitĂ€terjacke. NatĂŒrlich hing meine Aufgabe als Samariterin nicht an einem KleidungsstĂŒck. Trotzdem fĂŒhlte ich mich darin wieder mehr wie ich selbst. In dieser Welt genĂŒgte manchmal ein roter Stofffetzen, um sich wieder ein wenig zu Hause zu fĂŒhlen.

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    🚙 Rio und das "blaue Wunder"

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    Dann tauchte Rio auf und zweigte mir etwas, womit ich an diesem Tag noch nicht gerechnet hatte: einen fahrbereiten blauen Gunter. Abgestellt vor der Klinik in Solnichniy.

    WĂ€hrend die meisten Überlebenden noch an der KĂŒste nach Essen und brauchbarer Kleidung suchten, stand plötzlich ein vollstĂ€ndiges Auto vor mir. Es hatte RĂ€der, die notwendigen Fahrzeugteile und ließ sich tatsĂ€chlich starten. Am Wipe-Day grenzte das bereits an ein kleines Wunder. Der blaue Gunter hatten bei uns eine gewisse Tradition. Er fand als "HERBERT" frĂŒher oder spĂ€ter seinen Weg zu janinesta (Selina). In diesem Fall wohl eher frĂŒher, Rio sei Dank.
    Wie lange "HERBERT" in Chernarus ĂŒberleben wĂŒrde, ließ sich nicht sagen. Bei Fahrzeugen stellte man solche Fragen besser nicht. FĂŒr den Moment fuhr er, und das war alles, was zĂ€hlte.

    Bevor 13monk12 und ich nach SĂŒden in Richtung Prigorodki aufbrachen, wollte ich in Solnichniy noch einen Unterstand als Zwischenlager errichten. DafĂŒr benötigte ich fĂŒnfzig lange Stöcke. Solange man diese Zahl nur ausspricht, klingt sie durchaus machbar. Nachdem man eine Weile BĂŒsche bearbeitet, Stöcke herangeschleppt und sich immer die HĂ€nde verbunden und nachgezĂ€hlt hat, entwickelt man allerdings eine sehr persönliche Beziehung zur Zahl fĂŒnfzig...


    13monk12blieb bei mir und leistete mir Gesellschaft.
    Als der Unterstand endlich stand, machten wir gemeinsam ein Beweisfoto mit Rio. Nach all der Arbeit sollte wenigstens dokumentiert sein, dass dieses Bauwerk tatsÀchlich existierte.

    Dann stiegen wir in "HERBERT" ein und machten uns auf den Weg nach SĂŒden. janinesta (Selina) wĂŒrde Augen machen!


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    đŸ•ïž Die RĂŒckkehr nach Prigorodki

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    Als ich Prigorodki erreichte, war ich nicht die Erste. Cable98 (Tom) hatte bereits ein gelb-rotes Party-Zelt aufgestellt und Paprika angepflanzt. WĂ€hrend ich noch mit meiner roten Jacke und fĂŒnfzig Stöcken beschĂ€ftigt gewesen war, betrieb er praktisch schon wieder Landwirtschaft.

    Der Anblick tat gut. Das alte Camp war verschwunden, doch an seiner Stelle entstand bereits etwas Neues. Es war noch klein und provisorisch, aber Prigorodki war nicht leer.

    Kurz darauf traf janinesta (Selina) ein und ĂŒbernahm freudestrahlend ihren "HERBERT". Der blaue Gunter war damit angekommen, wo er vermutlich von Anfang an hingehört hatte. Ich kĂŒmmerte mich derweil um den Ausbau des "Pitstops" und begann mit den ersten Arbeiten am eigentlichen Camp.

    Am Camp wurde viele Stimmen laut. Zahlreiche Leute kamen und gingen, sodass ich den Überblick schnell verlor. Aber Prigorodki lebte und atmete wieder und das zĂ€hlte fĂŒr mich.

    Auch NiggoB schaute vorbei und gab mir einige Tipps zu Zahlenschlössern am nahe gelegenen Zugwrack. Gerade zu Beginn einer Season war ein gutes Schloss beinahe so wertvoll wie das, was man damit sichern wollte.

    Leider schien das noch jemand zu wissen. Wenig spÀter bemerkte ich, dass ein vierstelliges Zahlenschloss aus dem Camp verschwunden war. Ich verdÀchtigte ein stummes Bambi, das sich zuvor auffÀllig verhalten hatte. Beweisen konnte ich ihm allerdings nichts. Vielleicht hatte ich recht, vielleicht war ich inzwischen einfach vorsichtiger geworden.

    Ein ungutes GefĂŒhl war noch kein Beweis, auch wenn es sich gelegentlich sehr ĂŒberzeugend anfĂŒhlte. Aber als ich den Fremden zur Rede stellte und nach dem Zahlenschloss fragte, legte er bedingungslos und schweigend alle seine Sachen ab. Darunter fand sich kein Zahlenschloss. Also ließen wir ihn ziehen. Ganz aus den Augen verlor ich ihn dabei trotzdem nicht.

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    🔹 Ein erstes GeschĂ€ft mit I.K.E.A.

    Im Laufe des Tages fuhr die I.K.E.A.-Truppe mit einem roten Gunter vor. Unter ihnen waren WhiskeyMixer und @Jannnick. Die Begegnung verlief respektvoll, doch eine gewisse Anspannung war spĂŒrbar. Wir kannten einander und wussten, dass ein Wipe zwar GebĂ€ude entfernen konnte, aber nicht automatisch alles ausrĂ€umte, was zwischen Menschen stand. Ein Neustart hier war immer rau, aber die beiden ließen es nicht an Herzlichkeit vermissen.

    Sie suchten eine LKW-Batterie und NachtsichtgerĂ€te. Beides konnte ich ihnen nicht anbieten. Trotzdem fanden wir eine andere Grundlage fĂŒr ein GeschĂ€ft: I.K.E.A. ĂŒberließ mir den roten Gunter, und ich versprach ihnen im Gegenzug einhundert NĂ€gel. Ein Freundschaftspreis.

    So wurde aus dem Fahrzeug das "I.K.E.A.-Mobil", das zu gegebener Zeit seinen Namen bekommen sollte.

    Damit besaß das Camp am ersten Tag bereits zwei Autos und ich ein Lieferproblem in Höhe von einhundert NĂ€geln. Andere Menschen begannen eine neue Season mit einer Apfelplantage.
    Ich begann sie offenbar mit langfristigen Handelsverpflichtungen.

    Trotz der vorsichtigen Stimmung empfand ich den Tausch als gutes Zeichen. Es genĂŒgte, respektvoll miteinander zu sprechen, eine Vereinbarung zu treffen und sich daran zu halten.


    🚕 Der erste Taxidienst

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    Browney und "Wolfi" kamen spĂ€ter ins Camp. Beide waren noch relativ neu in unserem Chernarus, also versorgte ich sie zunĂ€chst mit gegrillten Paprika. Danach bot ich ihnen an, sie mit dem roten Gunter ein StĂŒck ins Landesinnere zu bringen.

    Das I.K.E.A.-Mobil trat damit seinen ersten Dienst als Bambi-Taxi an.

    Ich fuhr Browney und "Wolfi" sicher bis in die Gegend zwischen Stary Sobor und Rogovo. Von dort wollten sie ihr GlĂŒck selbst versuchen. Vielleicht wĂŒrden wir sie bald wiedersehen, vielleicht erst Wochen spĂ€ter oder gar nicht. Viele Wege begannen am Wipe-Day gemeinsam und trennten sich ebenso schnell wieder.

    Immerhin mussten ihre ersten Kilometer nicht hungrig und zu Fuß beginnen.

    Genau fĂŒr solche Begegnungen wollte ich das Camp wieder aufbauen. Es ging nicht nur um Mauern, Zelte und VorrĂ€te.
    Manchmal reichten ein paar gegrillte Paprika und eine Fahrt im roten Gunter, um jemandem den Start ein wenig leichter zu machen.

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    đŸč Mein Fund in Zelenogorsk

    SpĂ€ter wagte ich die Fahrt nach Zelenogorsk. Der Weg dorthin war nicht ungefĂ€hrlich, doch die Stadt selbst lag ĂŒberraschend ruhig vor mir. Die riesige Basis von CHAOS, die dort in der vergangenen Season gestanden hatte, war verschwunden. Es war ungewohnt, Zelenogorsk wieder so leer zu sehen. Gleichzeitig genoss ich es, mich verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig frei bewegen zu können. Zwar vorsichtig, aber frei.

    Dort fand ich schließlich mein persönliches Highlight des Tages: eine Armbrust.

    Andere hĂ€tten sich vielleicht mehr ĂŒber ein Sturmgewehr gefreut. Ich stand zwischen den verlassenen GebĂ€uden und war mit meiner Armbrust vollkommen zufrieden. Zusammen mit der roten SanitĂ€terjacke fĂŒhlte sie sich beinahe wie ein weiterer Teil meiner alten AusrĂŒstung an, der seinen Weg zu mir zurĂŒckgefunden hatte.

    Außerdem entdeckte ich eine Olga, die fast fahrbereit war. Ich nahm vorsorglich ihren KĂŒhler mit, denn The_GraveDigger arbeitete ebenfalls an einem roten Gunter und konnte ihn gut gebrauchen.

    Auf dem RĂŒckweg hielt ich noch am Brunnen in Pavlovo. Dort fand ich eine Zeltplane und eine JĂ€ger-Hose. Es waren keine spektakulĂ€ren SchĂ€tze, doch am ersten Tag freute man sich ĂŒber Dinge, an denen man wenige Wochen spĂ€ter vermutlich achtlos vorbeigegangen wĂ€re.

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    🧾 Spenden und Rios Erste Hilfe

    Als ich nach Prigorodki zurĂŒckkehrte, war das Camp wieder ein StĂŒck gewachsen. Cobaltblau;P brachte uns eine Mosin und NĂ€gel. S-TLK und Pinky unterstĂŒtzten uns beim Transport eines gelben Fasses. FĂ€sser besaßen in Chernarus die erstaunliche FĂ€higkeit, mehrere Menschen ĂŒber lĂ€ngere Zeit zu beschĂ€ftigen, obwohl sie eigentlich nur von einem Ort zum anderen gebracht werden mussten...

    Auch Rio kam erneut vorbei. Diesmal brachte er Teddys und Draht mit. Außerdem erzĂ€hlte er mir von einer brenzligen Begegnung mit jemanden, den wir "den Pinguin" nannten. Der Pinguin war ihm offenbar beinahe direkt vor die FĂŒĂŸe getreten. Rio hatte zweimal auf ihn geschossen, ihn anschließend jedoch verbunden und dadurch verhindert, dass er an den Verletzungen starb.

    Ich war bei dieser Begegnung nicht dabei und konnte nur wiedergeben, was Rio mir spÀter erzÀhlte. Warum er sich am Ende entschied, sein Opfer zu retten, wusste ich nicht. Vielleicht hatte der erste Schreck nachgelassen. Vielleicht tat es ihm leid. Vielleicht wollte er von Anfang an nur verhindern, dass der Fremde ihm zu nahe kam, und hatte die Situation falsch eingeschÀtzt.

    Das Ergebnis war jedenfalls eine sehr chernarussische Form der medizinischen Versorgung: erst zwei zusĂ€tzliche Löcher verursachen und sich danach gewissenhaft darum kĂŒmmern, dass der Patient nicht an ihnen verblutete.

    Pinguin lebte noch. Manchmal musste das als Ausgang einer Begegnung genĂŒgen.

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    đŸ§± Die erste Wand

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    Zum Abschluss des Tages stand dann nach einigen Stunden an Arbeit tatsÀchlich die erste Holzwand des neuen Hauptcamps vor mir.

    Ich schlug die letzten NĂ€gel mit meinem Fleischklopfer und einem demolierten Beil hinein. Ein vernĂŒnftiger Baumeister hĂ€tte vermutlich einen Hammer verwendet. Nach fĂŒnfeinhalb Stunden war mir jedoch jedes Werkzeug recht, solange es die NĂ€gel zuverlĂ€ssig ins Holz brachte.

    Die Wand war noch kein Camp. Um sie herum fehlten weitere ZÀune, Tore, UnterstÀnde und fast alle VorrÀte, die dort eines Tages lagern sollten. Trotzdem betrachtete ich sie einen Moment lang mit einem gewissen Stolz.

    Sie war vielleicht nicht schön und schon gar nicht beeindruckend. Aber sie stand. Anschließend konnten wir auch das Autozelt aufstellen, das wir als Spende bekommen hatten.

    Und irgendwo musste jedes Camp beginnen.


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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Als ich mich nach fĂŒnfeinhalb Stunden endlich zurĂŒckzog, war ich mĂŒde, aber glĂŒcklich. Wir hatten ein gelb-rotes Party-Zelt, Paprikapflanzen, ein gelbes Fass, einige gespendete NĂ€gel, ein paar UnterstĂ€nde und die erste Wand von Prigorodki sowie ein Wagenzelt. In Solnichniy stand ein Unterstand, fĂŒr den ich mĂŒhsam fĂŒnfzig Stöcke gesammelt hatte. janinesta (Selina) hatte ihren "HERBERT", das Camp sein "I.K.E.A.-Mobil" und ich endlich wieder eine Armbrust.

    Vor allem waren viele Menschen zurĂŒckgekehrt.

    Rio, Cable98 (Tom), janinesta (Selina), 13monk12, Interception, Cobaltblau;P S-TLK, Pinky und all die anderen hatten auf ihre Weise etwas zu diesem ersten Tag beigetragen. Zwei neue Überlebende namens Browney und "Wolfi" hatten etwas Warmes zu essen und eine sichere Fahrt ins Landesinnere bekommen. Mit I.K.E.A. war ein friedlicher Handel möglich gewesen. Selbst eine Begegnung, die mit zwei SchĂŒssen begonnen hatte, endete damit, dass jemand verbunden wurde und weiterleben durfte.

    Ein Wipe machte aus uns keine neuen Menschen. Er nahm uns weder unsere Erfahrungen noch unsere Fehler ab. Vielleicht lag genau darin aber auch etwas Gutes, denn ebenso blieben unsere Freundschaften, unsere Hilfsbereitschaft und die Erinnerung daran erhalten, weshalb wir bestimmte Orte immer wieder aufbauten.

    Prigorodki bestand an diesem Abend erst aus wenigen Dingen und einer einzigen Wand. FĂŒr mich war es trotzdem wieder ein Camp.

    Nicht wegen dessen, was bereits dort stand, sondern wegen der Menschen, die gekommen waren.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛


    đŸŽžïž Video-Stream vom 14.08.2026:

    ⚒DayZ mit Herz-Alles weg. Und jetzt? Neustart in Chernarus (Herzzeit-Spezial #032) #gdz #dayz
    Hallo ihr Lieben,Der Wipe ist durch – Chernarus steht wieder auf Anfang. Keine VorrĂ€te, keine Camps, keine Sicherheiten. Nur ein leerer Rucksack und die Frag...
    youtube.com
  • Samstag, 15.08.2026 – Tag 002: Erste Fundamente

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    Hallo ihr Lieben,

    am zweiten Tag nach einem Wipe beginnt die anfÀngliche Leere meist schon zu verschwinden.
    Zelte stehen an Orten, an denen am Vortag noch nichts gewesen ist, Fahrzeuge wechseln ihre Besitzer, und aus einzelnen Brettern entstehen die ersten WĂ€nde.
    Über Funk hört man nicht mehr nur, wer wo erschossen wurde, sondern auch, wer NĂ€gel gefunden hat, einen Lastwagen repariert oder irgendwo ein neues Zuhause baut.

    Langsam kehrt eine Form von Alltag zurĂŒck, auch wenn dieses Wort in Chernarus etwas anderes bedeutet als frĂŒher.

    Beim Aufbau eines Camps lÀsst sich leicht vergessen, dass nicht die WÀnde entscheiden, ob daraus tatsÀchlich ein sicherer Ort wird.
    DafĂŒr braucht es Menschen, die etwas bringen, ohne sofort eine Gegenleistung zu verlangen, die ein geliehenes Fahrzeug zurĂŒckbringen oder einen langen Umweg auf sich nehmen, weil jemand unterwegs Hilfe benötigt.

    Erst an diesem zweiten Tag wurde mir bewusst, wie viele HĂ€nde lĂ€ngst wieder an unseren Camps arbeiteten, obwohl kaum jemand bereits genug fĂŒr sich selbst besaß. Zwischen Berezino und Prigorodki entstanden die ersten Fundamente. Einige bestanden aus Holz und NĂ€geln, andere lediglich aus dem stillen Versprechen, einander nicht allein zu lassen.

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    🚚 Ein Lastwagen fĂŒr Berezino

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    Bitwanted, ehemals Mitglied der schmerzlich vermissten "Berezino Union" war mit seinem "Frauele", LadyBitStorm, zurĂŒckgekehrt. Er meldete sich bei mir ĂŒber Funk und erkundigte sich darĂŒber, ob wir bei Berezino einen Lastwagen fahrbereit gemacht hatten. Ich bejahte, denn The_GraveDigger hatte wieder unglaublich schnell angefangen das dortige Camp samt Grage fĂŒr den LKW aufzubauen.
    Bitwanted hatte bereits Kleidung fĂŒr das Camp als Spende in den LKW hineingelegt,. Es war nicht viel, aber gerade in diesen ersten Tagen war eine solche Gabe alles andere als selbstverstĂ€ndlich.

    Auch I.K.E.A. dankte er fĂŒr die reichlichen zeltspenden, die er sofort am Camp in Nizhnoye aufbaute.

    Außerdem hatte The_GraveDigger seinige Zeit danach einen Überlebenden mit weißer Armbinde am Camp in Berezino gesehen. ZunĂ€chst wussten wir nicht, wer er war oder weshalb er sich dort aufhielt. SpĂ€ter stellte sich heraus, dass es sich um TomTeeJay handelte. Gemeinsam mit The_GraveDigger errichtete er einen Unterstand am Camp und spendete zusĂ€tzlich NĂ€gel fĂŒr den weiteren Aufbau.


    The_GraveDigger bedankte sich bei ihm, und ich war erleichtert, dass sich die unbekannte weiße Armbinde auf so friedliche Weise erklĂ€ren ließ und wir nicht wieder einem Angriff der MISA-Gruppe schutzlos ausgeliefert waren. Seinerzeit waren (MISA) ROB und seine Jungs mit weißen Armbinden durch unser Chernarus gestreift und nach anfgĂ€nglichen respektvollen Beziehungen war es zunehmend zu Angriffe aus seinen Reihen und schließlich auch von ihm selbst auf unsere Camps gekommen.
    Doch dieses Mal lief es zum GlĂŒck anders. Dennoch waren wir zunĂ€chst vorsichtig gewesen. In unserem Chernarus genĂŒgte manchmal ein Mensch am falschen Ort, damit aus Vorsicht Misstrauen wurde. Diesmal war der TrĂ€ger der weißen Armbinde nicht gekommen, um etwas zu nehmen, sondern um beim Aufbau zu helfen.

    WĂ€hrend in Prigorodki die ersten WĂ€nde aus Holz wuchsen, legte The_GraveDigger in Berezino zugleich den Grundstein fĂŒr seinen neuen Tower. Noch bestanden beide Orte nur aus wenigen Bauteilen und vielen PlĂ€nen, doch die vertrauten Strukturen kehrten langsam zurĂŒck.

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    🚗 Fahrstunden mit Hindernissen

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    Im Laufe des Tages strandeten auch Mora und... ich glaube es war ASSAULT ... (oder war es Arndt? Ich bin mir nicht mehr ganz sicher...) mit einem weißen Ada in Prigorodki.

    Mora hatte nach eigenen Aussagen Fahrstunden erteilt, aber sein SchĂŒler hatte es geschafft, zwei Reifen zum Platzen zu bringen. Mir war nicht ganz klar, ob ihr Aufenthalt bei uns zum geplanten Unterricht gehörte oder ob er eher ein ungeplanter Abschluss war. Immerhin hatten beide das Camp erreicht, und der weiße Ada stand noch in einem Zustand vor uns, der zumindest erkennen ließ, dass es sich einmal um ein fahrbereites Fahrzeug gehandelt hatte.

    Ein Reifen war schnell organisiert und so fuhren Mora und ich dem FahrschĂŒler entgegen, der in Chernogorsk nach einem Reifen suchte. Am Ende war das Fahrzeug wieder fahrbereit und konnte heimkehren.

    Fahren lernte man in Chernarus schließlich weniger nach festen Regeln als durch Erfahrung. Manche Lektionen endeten am Ziel, andere am Straßenrand – und gelegentlich eben in Prigorodki.

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    đŸ§± Das Kochhaus bekommt ein Tor

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    Auch in Prigorodki ging die Arbeit weiter. Gemeinsam mit janinesta (Selina) und Pinky baute ich das Tor im Kochhaus zu. Jeder neue Abschnitt verlangte Material, das uns an allen Ecken fehlte, und besonders die Suche nach NÀgeln bestimmte inzwischen einen betrÀchtlichen Teil unserer Tage.

    Trotzdem nahm das Camp allmĂ€hlich Gestalt an, nicht zuletzt, weil uns NiggoB großzĂŒgigerweise eine LKW-Ladung an BaumstĂ€mmen und Holz vorbeibrachte. Wo zuvor nur das gelb-rote Partyzelt und die ersten Paprikapflanzen gestanden hatten, entstanden nun wieder geschĂŒtzte Bereiche. Es war noch lange nicht fertig, doch zwischen Werkzeugen, Holzstapeln und halb errichteten WĂ€nden ließ sich bereits erkennen, was daraus werden sollte.

    Bald kam auch einer unseres neuen Duos vorbei. Ich weiß nicht mehr, ob es Cypress oder Felkixwert100 gewesen war, aber er trug eine grĂŒne Armbinde, weshalb ich ihn zuerst fĂŒr einen der beiden Berezino-Boys oder das Frauele hielt.

    Ich hĂ€tte den ganzen Tag in Prigorodki weiterbauen können, doch im Norden wartete ein gelber Sarka darauf, gesichert zu werden. Ein TauschgeschĂ€ft mit I.K.E.A, denn Jammet, Black Lion und s-tlk benötigten fĂŒr ihre Touren einen eigenen fahrbaren Untersatz. Da uns kein grĂŒner Sarka vergönnt war, waren wir auch bereit einen gelben zu erwerben. janinesta (Selina) leitete den Handel in die Wege und ich sollte das Auto an einem vereinbarten Ort nahe Stary Sobor abholen.
    Also ließ ich Hammer und Bretter vorerst zurĂŒck und machte mich auf den Weg.


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    đŸ©č Eine infizierte Wunde bei Rogovo

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    Zwischen Kozlovka und Zelenogorsk fand ich unetrwegs eine Olga vor einem Gemischtwarenladen stehen. KĂŒhler, ZĂŒndkerze und Batterie fehlte, also ließ ich das Fahrzeug stehen. Ich spielte mit dem Gedanken, den roten Sarka aus Zelenogorsk wieder flott zu machen, aber erstens fanden meine Jungs die Farbe fĂŒr ihr Versteck gĂ€nzlich ungeeignet und zweitens zeigten sich Spuren anderer Überlebender in und um die Stadt. Also beschloss ich, darum erst einmal einen Bogen zu machen.

    In der Gegend um Rogovo wurde mir eine kleine Unachtsamkeit beinahe zum VerhĂ€ngnis. Ich hatte den Weg soweit zu Fuß zurĂŒckgelegt, aber ziemlich viel mit Infizierten zu tun. Immer wieder musste ich meine Wunden verbinden und am Ende hatte ich keine saubere Bandage mehr bei mir. Irgendwie musste meine Wunde trotzdem versorgen. Also biss ich die ZĂ€hne zusammen, zerschnitt meine blaue Armbinde und verwendete den Stoff, obwohl ich wusste, dass er dafĂŒr nicht geeignet war.

    Es kam, wie es kommen musste: Kurze Zeit spĂ€ter entzĂŒndete sich die Wunde.

    Es war eine jener Situationen, die leicht vermeidbar gewesen wĂ€ren, wenn ich besser vorbereitet aufgebrochen wĂ€re. Ausgerechnet ich, die sonst andere wegen verschmutzter VerbĂ€nde und mangelnder Vorsicht ermahnte, stand nun selbst mit einer infizierten Wunde bei Rogovo. Medizinisches Wissen schĂŒtzt eben nicht zuverlĂ€ssig vor schlechten Entscheidungen, vor allem dann nicht, wenn das notwendige Material fehlt und man trotzdem weiterwill. NatĂŒrlich hatte ich auch nichts zum Desinfizieren dabei, also gab ich einen Funkspruch an meine Kollegen ab, die mit dem Auto in der NĂ€he auf Loot-Tour waren.

    S-TLK, janinesta (Selina) und Pinky kamen gemeinsam mit Jammet vorbei und brachten mir etwas zum Desinfizieren. Sie hĂ€tten genĂŒgend andere Dinge zu tun gehabt, denn auch sie waren unterwegs und suchten Material fĂŒr unsere Baustellen. Trotzdem machten sie den Weg zu mir und halfen, bevor aus meiner improvisierten Versorgung ein grĂ¶ĂŸeres Problem werden konnte.

    Nachdem die Wunde gereinigt war, setzte ich meinen Weg fort. In Novy Sobor begegnete ich noch einem anderen Überlebenden, doch ich blieb auf Abstand und ging ihr eher aus dem Weg. Die Mission hatte Vorrang. Immer.

    Wenig spĂ€ter fand ich schließlich den gelben Sarka. Der Grund, warum ich ĂŒberhaupt nach Norden aufgebrochen war.

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    🚙 Der gelbe Sarka

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    Der Sarka war da, aber in seinem KĂŒhler befand sich kein Wasser. Ihn einfach zu starten und loszufahren hĂ€tte vermutlich nur dafĂŒr gesorgt, dass meine Freude ĂŒber das neue Fahrzeug ausgesprochen kurz blieb. Also ließ ich ihn zunĂ€chst den Berg hinabrollen und nutzte das GefĂ€lle aus, solange der Motor nicht zuverlĂ€ssig betrieben werden konnte. Ich hielt am kleinen Fluss nahe Novy Sobor und fĂŒllte da meine Flasche mit Wasser, das ich sorgfĂ€ltig in den KĂŒhler kippte. Sechs Flaschen, dann war es geschafft.

    Auf dem RĂŒckweg nahm ich außerdem ein gelbes Fass fĂŒr Jammet mit. In den ersten Tagen nach dem Wipe schien sich ein erstaunlich großer Teil unseres Lebens um gelbe FĂ€sser und die Frage zu drehen, wie man sie möglichst unbeschadet von einem Ende des Landes zum anderen brachte.

    Schließlich gelangte der Sarka nach Prigorodki. Damit besaßen wir ein weiteres Fahrzeug, das zunĂ€chst gesichert und spĂ€ter sinnvoll eingesetzt werden konnte. Wie lange es uns erhalten bleiben wĂŒrde, wusste niemand. FĂŒr den Moment stand es jedoch im Camp, und das genĂŒgte.


    Nachdem das Fahrzeug versorgt war, zog ich erneut los, um nach Material zu suchen. NĂ€gel waren weiterhin knapp, und die geplanten WĂ€nde wĂŒrden sich nicht allein durch guten Willen errichten.

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    🧹 Challenge accepted!

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    WĂ€hrend meiner Suche fand ich zwei Dinge, die ich I.K.E.A vorbeibringen wollte. Und, weil janinesta (Selina) scherzte, ich wĂŒrde es eh nicht schaffen ungesehen bis zu ihrer Basis zu kommen, nahm ich diese Herausforderung an. Ich schlich mich an und legte die Sachen unbemerkt in einen Lastwagen vor ihrer Baustelle. Dann lief ich gut sichtbar weg.

    Ob und wann die Jungs meine kleine Hinterlassenschaft entdecken wĂŒrden, blieb abzuwarten. WĂ€hrend ich mich in der NĂ€he aufhielt, rannte ein Überlebender mit gezogener Waffe an mir vorbei. Die Jungs waren so sehr auf ihre Bauarbeiten konzentriert, dass sie von ihm zunĂ€chst kaum etwas bemerkten. Ich wusste weder, wer er war, noch was er vorhatte, und zog mich deshalb in ein GebĂ€ude zurĂŒck. Dort konnte ich die Umgebung beobachten, ohne mich ihm offen in den Weg stellen zu mĂŒssen.

    Wenig spÀter hörte ich WhiskeyMixer rufen, der mich wohl gesehen hatte, als ich weglief.
    „Herz, ich komm jetzt rein...erschieß mich bitte nicht 
“

    Ich sah auf das Werkzeug in meinen HĂ€nden und musste lachen. Eine Gartenharke...

    „Wie soll ich das denn machen? Mit einer Gartenharke?“, prustete ich.

    Die Anspannung löste sich, und WhiskeyMixer kam zu mir herĂŒber. Er bot mir anschließend eine Room-Tour an, doch ich lehnte dankend ab. Je weniger ich ĂŒber ihre RĂ€ume, VorrĂ€te und Sicherungen wusste, desto besser war es fĂŒr alle Beteiligten. Wissen konnte in Chernarus schnell zur Belastung werden, besonders dann, wenn Gruppen einander ohnehin aufmerksam beobachteten und jede NĂ€he irgendwann ausgelegt wurde.

    Also ließ ich I.K.E.A. weiterbauen und kehrte zu meiner eigenen Suche zurĂŒck.

    Am Abend fluchte NiggoB noch: "Na immerhin hat sie nichts aus dem LKW genommen, sonst hÀtte ich sie erschossen..."

    Nun, ich hatte Selinas Herausforderung angenommen und mein Ziel erreicht.
    Nicht ganz wie geplant, zugegeben. Aber ich war schon ein kleines bisschen Stolz darauf und reiste mit einem Grinsen fröhlich pfeifend zurĂŒck.

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    đŸ‘€ Ein Namenloser am Camp

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    In Prigorodki arbeitete ich noch eine Weile weiter. Ich suchte beinahe verzweifelt nach NĂ€geln und schaffte es schließlich, die geplanten WĂ€nde zu errichten. Kaum waren sie fertig, erschien ein stilles Bambi am Camp.

    Ich fragte nach seinem Namen, erhielt jedoch keine Antwort. Als ich wissen wollte, ob es ĂŒberhaupt mit mir sprechen wollte, schĂŒttelte es den Kopf. Schließlich fragte ich, ob es lieber inkognito bleiben wollte, woraufhin es so heftig nickte, dass wenigstens daran kein Zweifel bestand.

    Ich drĂ€ngte es nicht weiter. Es war zwar frustrierend, aber wer ohne Namen und ohne Worte durch Chernarus ziehen wollte, hatte vermutlich seine GrĂŒnde, auch wenn ich sie nicht kannte.
    Also wĂŒnschte ich ihm viel GlĂŒck und sah zu, wie es in Richtung Chernogorsk davonlief.

    Kurz darauf tauchten Jannnik und Ikarus_98 (Pascal) mit einem Lastwagen am Camp auf. Jannnik legte sich, mĂŒde von seiner Tour am Camp schlafen, wĂ€hrend Ikarus_98 (Pascal) weiterziehen wollte. Ich berichtete ihm von dem namenlosen Bambi und warnte ihn, aufmerksam zu bleiben. @Iakrus (Pascal) bedankte sich und fuhr weiter.

    Vielleicht war der Fremde vollkommen harmlos. Schweigen allein machte niemanden gefĂ€hrlich, und sein Wunsch, unerkannt zu bleiben, musste nichts mit uns zu tun haben. Dennoch blieb ein ungutes GefĂŒhl zurĂŒck. In der vergangenen Season hatte ich zu oft erlebt, dass ein freundlicher erster Eindruck oder eine hilfsbedĂŒrftige Erscheinung wenig darĂŒber sagte, weshalb jemand tatsĂ€chlich an ein Camp gekommen war.

    Ich wollte ihn deshalb nicht verurteilen. Vollkommen ignorieren konnte ich ihn aber ebenso wenig.

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    👣 Die Spur in Chernogorsk

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    SpĂ€ter kehrte ich zum MilitĂ€rgebiet in Chernogorsk zurĂŒck, um einige Sachen zu holen, die ich dort zurĂŒckgelassen hatte. Meine HĂ€nde waren zuvor durch zwei Tarnnetze belegt gewesen, die ich eingesammelt hatte, sodass ich nicht alles hatte mitnehmen können. Außerdem wollte ich E.C.H.O. ein Paar grĂŒne Dschungelstiefel mitbringen.

    Bereits bei den MilitĂ€rzelten hatte ich bemerkt, dass jemand vor mir dort gewesen war. Die Spur fĂŒhrte in Richtung Chernogorsk und schien dem Lastwagen von Ikarus_98 (Pascal) zu folgen, der die Route in den Westen genommen hatte. Ob es tatsĂ€chlich das stille Bambi war, wusste ich nicht, doch der zeitliche Zusammenhang machte mich vorsichtig.

    Ich gab einen einzelnen Schuss mit meiner Mosin ab. Ein Signal. Wenig spĂ€ter tauchte tatsĂ€chlich WhiskeyMixer auf, der auf Loot-Tour gewesen war und ich warnte auch ihn vor dem merkwĂŒrdigen Fremden. Er nahm den Hinweis ernst, versprach aufmerksam zu bleiben und bedankte sich.

    Mehr konnte ich in diesem Moment fĂŒr beide Seiten nicht tun. Ich kannte weder den Namen des Bambis noch seine Absichten, und solange es niemanden bedrohte, gab es keinen Grund, es zu verfolgen oder aufzuhalten. Trotzdem erschien es mir richtig, die anderen zu informieren. Egal, wer das stille Bambi gewesen war, ich wollte weder dass er versehentlich auf jemanden von I.K.E.A. schoss, noch dass er von I.K.E.A. einfach getötet wurde. Die Zeiten waren aufwĂŒhlend und die Hand allzu schnell am Abzug. Vorsicht bedeutete nicht zwangslĂ€ufig, jemanden schuldig zu sprechen. Manchmal bedeutete sie lediglich, einander nicht blind in eine unbekannte Situation laufen zu lassen.


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    đŸ“» GerĂŒchte im Funk...

    Im Laufe des Tages hörten wir außerdem GerĂŒchte, dass Rheingauer! und Stimmuuung wieder in der Gegend sein sollten. Ob daran etwas stimmte, konnten wir nicht sagen. Niemand von uns hatte sie selbst gesehen, und verlĂ€ssliche Informationen gab es nicht. Deshalb blieb es zunĂ€chst bei einem GerĂŒcht und der vorsichtigen Hoffnung, bald mehr zu erfahren.

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Am Abend standen in Prigorodki weitere WĂ€nde, das Kochhaus besaß ein Tor. In Berezino hatte The_GraveDigger mit seinem Tower begonnen, wĂ€hrend TomTeeJay einen Unterstand errichtet und NĂ€gel gespendet hatte. Ein gelber Sarka hatte seinen Weg ĂŒber einen Berghang bis zu uns gefunden.

    Dazwischen lagen viele kleine Begegnungen, deren Bedeutung ich noch nicht einschĂ€tzen konnte. Ein bewaffneter Fremder war an mir vorbeigelaufen, ein namenloses Bambi hatte jedes GesprĂ€ch abgelehnt, und irgendwo in der Gegend sollten Rheingauer! und Stimmuuung unterwegs sein. Vielleicht wĂŒrden sich manche dieser offenen Fragen schon am nĂ€chsten Tag beantworten. Vielleicht blieben sie noch lange bestehen.

    Was mir von diesem Tag vor allem beibt, ist jedoch die Erinnerung an vier Menschen, die ihre eigenen Wege unterbrachen, um mir bei Rogovo etwas zum Desinfizieren zu bringen. Ich hatte mich schlecht vorbereitet und dafĂŒr beinahe einen hohen Preis bezahlt. Sie hĂ€tten mich dafĂŒr tadeln können, doch zunĂ€chst halfen sie mir, und genau diese SelbstverstĂ€ndlichkeit berĂŒhrt mich mehr als jeder Nagelfund.


    Unsere Camps wuchsen heute sichtbar. Was sie tragen wird, entstand allerdings zwischen den Menschen, die Baumaterial teilen oder einem Hilferuf folgten.

    Die Fundamente sind gelegt. Wie stabil sie wirklich sind, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.


    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Sonntag, 16.08.2026 – Tag 003: Wieder unterwegs

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    Hallo ihr Lieben,

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    wir sprechen oft davon, anderen zu helfen, als wÀren die Rollen dabei eindeutig verteilt. Auf der einen Seite steht jemand, der stark genug ist, etwas zu geben, auf der anderen jemand, der es gerade nicht allein schafft. Doch so einfach ist es selten, und in Chernarus schon gar nicht.

    Manchmal steigt man in ein Fahrzeug, weil irgendwo ein Freund auf Hilfe wartet, und wenig spĂ€ter ist man selbst diejenige, die am Straßenrand festsitzt. Manchmal lehnt ein Fremder jede UnterstĂŒtzung höflich ab, weil er seinen eigenen Weg gehen möchte, und begegnet einem wenige Stunden spĂ€ter wieder, erschöpft, blutarm und von Infizierten bedrĂ€ngt. Selbst jene, die heute NĂ€gel, Nahrung oder einen sicheren Platz bringen, können morgen diejenigen sein, fĂŒr die wir losfahren.

    Vielleicht liegt darin etwas Beruhigendes, auch wenn wir es nicht immer gern zugeben: Keiner von uns muss fĂŒr alle Zeiten der Starke sein. Hilfe verliert ihren Wert nicht, nur weil sie ihre Richtung wechselt, und wer sie annimmt, steht deshalb nicht tiefer als derjenige, der sie anbietet. Wir halten uns nicht aufrecht, indem einer immer alles trĂ€gt, sondern indem wir bemerken, wann jemand anderes die Last gerade nicht mehr allein tragen kann.


    Dieser Tag erinnerte mich gleich mehrfach daran. Er begann mit einer Rettungsfahrt, fĂŒhrte ĂŒber verlassene Waffen, einen hartnĂ€ckigen Mauersegler (Lehmi) und eine Samaritergemeinschaft, die langsam wieder zusammenfand, und endete mit einer jener bitteren Verwechslungen, bei denen Angst schneller handelt, als Menschen miteinander reden können.



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    🚑 Wer rettet hier wen?

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    Der Tag begann mit einer Nachricht von WhiskeyMixer, wie mir janinesta (Selina) spĂ€ter berichtete. Er hatte einen Unfall und benötigte Hilfe, woraufhin janinesta (Selina) sich sofort auf den Weg zu I.K.E.A. machte. FĂŒr die Rettungsmission stellte man ihr einen Humvee zur VerfĂŒgung, mit dem sie zu ihm fahren sollte.

    Bis Kamenka kam sie damit immerhin.

    Dort verunglĂŒckte janinesta (Selina) jedoch selbst, wĂ€hrend zugleich die Nacht hereinbrach. Weil eine Weiterfahrt im Dunkeln kaum sinnvoll gewesen wĂ€re, beschloss sie, bis zum Morgen zu warten. Aus einer Rettungsmission waren damit vorĂŒbergehend zwei gestrandete Fahrzeuge und mindestens eine weitere hilfsbedĂŒrftige Person geworden.

    Schließlich kam NiggoB zu ihr. Die beiden tauschten ihre Fahrzeuge, und janinesta (Selina) konnte ihre Fahrt zu WhiskeyMixer fortsetzen. Nachdem sie ihn erreicht hatte, kehrten sie gemeinsam nach Prigorodki zurĂŒck.

    Dort wartete bereits die nĂ€chste Überraschung auf janinesta (Selina): In einem der UnterstĂ€nde lag eine DMR, doch von einem Besitzer war weit und breit nichts zu sehen. Niemand meldete sich, niemand suchte danach, und so nahm sie die Waffe zunĂ€chst an sich. Ob jemand sie bewusst dort abgelegt oder lediglich vergessen hatte, wussten wir nicht.

    Es war ein eigenartiges Geschenk, sofern es ĂŒberhaupt eines gewesen war. In Chernarus konnte eine offen herumliegende Waffe ebenso gut eine freundliche Gabe, ein Versehen oder der Anfang einer unangenehmen Geschichte sein. Vorerst blieb die DMR jedoch bei janinesta (Selina).

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    đŸ›ąïž Die Samariter auf Tour

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    Wenig spÀter zogen Pinky, s-tlk und janinesta (Selina) gemeinsam los. Am spÀten Nachmittag bekam janinesta (Selina) von I.K.E.A. ein Fass, das sie zum Camp brachte. Danach setzten Pinky und sie ihre Touren fort und sammelten unterwegs Black Lion ein.

    janinesta (Selina) hatte außerdem Fleisch von ihrer Reise mitgebracht, das sie spĂ€ter in Prigorodki zubereitete. Zwischen all den Fahrzeugen, Waffen und Baumaterialien war der Geruch von frisch gekochtem Essen eine angenehme Erinnerung daran, dass ein Camp nicht nur aus WĂ€nden bestand. Irgendjemand musste schließlich auch dafĂŒr sorgen, dass die Menschen zwischen zwei Fahrten etwas Warmes bekamen.

    Jammet war zeitweise mit ihnen unterwegs, ebenso s-tlk, und so fanden immer mehr Samariter wieder zusammen. Selina, Pinky und Black Lion zogen gemeinsam durch das Land, wÀhrend andere an den Camps arbeiteten oder auf eigenen Wegen Hilfe leisteten.

    Die Samariter waren wieder am Start.

    Dieser Satz klang grĂ¶ĂŸer, als es sich im Alltag vermutlich anfĂŒhlte, denn niemand war feierlich angetreten und hatte unsere RĂŒckkehr verkĂŒndet. Wir waren einfach wieder da, einer nach dem anderen, mit Fahrzeugen, FĂ€ssern, Fleisch und den ĂŒblichen Umwegen.

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    đŸ•ïž AnkĂŒnfte in Prigorodki

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    SpĂ€ter erschien Interception (Tim) am Camp. Kurz darauf brachte I.K.E.A. Browney nach Prigorodki, den sie unterwegs aufgegabelt hatten, und fuhr anschließend weiter. Unser Camp wurde damit erneut zu jener Zwischenstation, die ich mir gewĂŒnscht hatte: ein Ort, an dem man jemanden absetzen, versorgen oder fĂŒr eine Weile (mehr oder weniger...) in Sicherheit wissen konnte.

    Aus Berezino erreichte mich unterdessen die Nachricht, dass The_GraveDigger seine Arbeiten am Tower zunĂ€chst unterbrechen musste. Ihm fehlten die NĂ€gel, und ohne sie ließ sich selbst mit noch so viel Geduld kein weiterer Abschnitt errichten.

    Umso mehr ĂŒberraschte es mich, als er spĂ€ter selbst NĂ€gel nach Prigorodki bringen ließ. Ob er inzwischen neue gefunden hatte oder etwas von seinem eigenen knappen Vorrat abgab, wusste ich nicht. Ich wusste nur, dass seine Baustelle in Berezino ruhte, wĂ€hrend unsere mit seiner Hilfe weiterwachsen konnte.

    Auch Davus kam zum Camp. Ich hatte eine Chedaki-Fahne mitgebracht, die er gegen eine Refuge-Fahne tauschte. WĂ€hrenddessen handelte auch Blitzo in Prigorodki. FĂŒr einen Moment standen damit Menschen verschiedener Gruppen bzw. Fraktionen friedlich an demselben Ort, tauschten GegenstĂ€nde und gingen anschließend wieder ihrer Wege.

    Vielleicht war genau das eine der Aufgaben unseres Camps. Es musste niemanden dazu bringen, seine Zugehörigkeit oder alte Konflikte zu vergessen. Manchmal genĂŒgte es bereits, einen Ort zu bieten, an dem ein Tausch einfach ein Tausch bleiben konnte.

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    đŸș Ersetzbares Crewmitglied und die Wölfe...

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    Auch Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 war wieder im Land. NatĂŒrlich begann ihre Reise ausgerechnet im Höllenloch, als hĂ€tte Svetlojarsk inzwischen einen eigenen Anspruch auf unsere Neuankömmlinge erhoben.

    Dort traf sie auf ein stummes Bambi. Es erinnerte sie offenbar an den, den wir "den Streicher" nannten, oder zumindest an eine seiner möglichen Inkarnationen, doch sicher konnte sie sich nicht sein. Der Fremde sprach nicht, und bevor sich klĂ€ren ließ, wer er war oder was er wollte, rannte er vor ihr davon und nahm sich spĂ€ter mit einem Schuss aus seinem Revolver selbst das Leben.

    FĂŒr Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 blieb damit eine Begegnung zurĂŒck, die mehr Fragen aufwarf, als sie beantwortete. Dennoch zog Sueda weiter. Ihr Ziel war das kleine MilitĂ€rlager zwischen Chernaya Polana und Krasnostav.

    Kurz bevor sie es erreichte, brach ein Wolfsrudel aus der Umgebung hervor. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 verteidigte sich mit einer Sichel, weil ihr nichts Besseres zur VerfĂŒgung stand. Gegen ein ganzes Rudel reichte sie jedoch nicht aus, und sie starb noch vor dem MilitĂ€rkomplex, den sie beinahe erreicht hatte.

    Als sie erneut erwachte, befand sie sich in Solnichniy. Dort begann sie noch einmal, begenete unterwegs "Peppo", der sie fragte ob sie reden könne. "Klar kann ich. Das Problem ist eher, mich zum schweigen zu bringen...", grinste sie. Peppo hatte wohl umittelbar zuvor einen anderen Überlebenden gesehen, der nicht reden wollte und war entsprechend erleichtert. Aber er machte sich dann auch bald auf den Weg in Richtung SĂŒden. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 errichtete einen Unterstand und begegnete dort einem Überlebenden namens Mauersegler (Lehmi). Er wollte sich allein durchschlagen und lehnte weitere Begleitung ab, bedankte sich jedoch fĂŒr die angebotene Hilfe.

    Noch etwas missmutig vom erlittenen Wolfsangriff ließ Ersetzbares Crewmitglied ihn ziehen. Wer seinen eigenen Weg gehen wollte, durfte das tun, auch wenn Chernarus gelegentlich sehr schnell prĂŒfte, wie ernst dieser Wunsch gemeint war.

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    đŸš© Ein bekanntes Bambi bei Kamyshovo

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    SpĂ€ter war ich selbst mit der Chedaki-Fahne auf dem Weg nach Prigorodki. Bei Kamyshovo entdeckte ich ein Bambi und bot ihm an, ein StĂŒck mitzufahren. Als es einstieg und sich vorstellte, erkannte ich den Namen aus Suedas Bericht wieder.

    Es war Mauersegler (Lehmi).

    Er hatte sich tatsĂ€chlich allein auf den Weg gemacht und war inzwischen bis Kamyshovo gekommen. FĂŒr die Fahrt nach Prigorodki bedankte er sich, und ich brachte ihn zum Camp. Dass er Hilfe annahm, obwohl er sich grundsĂ€tzlich allein durchschlagen wollte, empfand ich nicht als Widerspruch. SelbststĂ€ndigkeit bedeutete schließlich nicht, jede ausgestreckte Hand ablehnen zu mĂŒssen.

    Nachdem er sich erholt hatte, zog Mauersegler(Lehmi) erneut los.

    Unsere Wege trennten sich jedoch nicht lange. SpĂ€ter fand ich ihn in einem deutlich schlechteren Zustand wieder: Er litt unter starkem Blutverlust und wurde zugleich von Infizierten bedrĂ€ngt. Diesmal ging es nicht mehr nur um eine bequeme Fahrt, sondern darum, ihn ĂŒberhaupt am Leben zu halten.

    Ich half ihm gegen die Infizierten und kĂŒmmerte mich um seine Verletzungen, bis er wieder in der Lage war, weiterzugehen. Danach kehrte Mauersegler (Lehmi) mit mir zum Camp zurĂŒck.

    Innerhalb eines einzigen Tages war er Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 begegnet, von mir bei Kamyshovo mitgenommen worden und schließlich erneut auf Hilfe angewiesen gewesen. Vielleicht wĂŒrde er Chernarus weiterhin allein erkunden, und vielleicht war genau das der Weg, den er fĂŒr sich brauchte. Zumindest wusste er nun, wo er uns finden konnte.

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    🟱 Zwei Berichte ĂŒber denselben Tod

    Gegen Ende des Tages meldete sich Cable98(Tom) bei mir. Er berichtete, dass er in der NĂ€he von Tishina einen voll ausgerĂŒsteten Überlebenden mit grĂŒner Armbinde erschossen hatte. Der Mann hatte auf ihn bedrohlich gewirkt, und Cable98 hatte aus Angst geschossen.

    Nicht lange danach erreichte mich eine Nachricht von baerle. Er erzĂ€hlte, er sei gerade dabei gewesen, einen Lastwagen aufzutanken, als ihn jemand erschossen habe. Er bezeichnete die Situation als "bodenlos" und erwĂ€hnte, dass er eine grĂŒne Armbinde getragen hatte.

    Es dauerte nicht lange, bis ich verstand, dass beide von derselben Begegnung sprachen.

    FĂŒr Cable98(Tom) war baerle ein schwer bewaffneter Fremder gewesen, vor dem er Angst hatte. FĂŒr baerle war Cable98(Tom) derjenige, der ihn beim Tanken ohne ausreichenden Grund erschossen hatte. Ich war nicht dabei und konnte nicht beurteilen, was in den entscheidenden Sekunden geschehen war. Vielleicht hatte Cable98 eine Bewegung falsch verstanden, vielleicht hatte baerle nicht bemerkt, wie bedrohlich er auf einen anderen wirkte, oder vielleicht fehlte mir ein Teil der Geschichte.

    Beide Berichte klangen aus der jeweiligen Perspektive nachvollziehbar. Gerade das machte die Sache so schwierig.

    Cable98 (Tom) wollte anschließend nach Prigorodki kommen, verlief sich jedoch auf dem Weg und geriet bei Kabanino in ein Gefecht, das I.K.E.A. dort gerade gegen CHAOS fĂŒhrte. Einer von ihnen erschoss ihn. Innerhalb kurzer Zeit war Cable98 (Tom) damit erst derjenige gewesen, der aus Angst schoss, und wenig spĂ€ter selbst derjenige, der an einem fremden Gefecht starb.

    Chernarus lÀsst dir manchmal nicht die Zeit , das alles zu verarbeiten...Manche nennen das "Serverkarma".


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    🛞 PropaGandalf und die pĂ€dagogisch wertvolle Zwischenlösung

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    SpĂ€t am Abend traf ich in Solnichniy auf zwei Überlebende mit grĂŒnen Armbinden. Nachdem ich mit Mauersegler (Lehmi) so gute Erfahrungen gemacht hatte, hielt ich mit dem Gunter an und fragte, ob ich sie ein StĂŒck mitnehmen könne. Die beiden gaben sich als jayphiiyo und PropaGandalf zu erkennen. jayphiiyo wollte zunĂ€chst nicht einsteigen, nahm mein Angebot schließlich aber doch an, sie beide nach Berezino zu bringen.

    WĂ€hrend die beiden zum Wagen kamen, hielt PropaGandalf es fĂŒr eine hervorragende Idee, mitten auf der Straße einen Reifen von meinem Auto abzumontieren. Bei jedem anderen hĂ€tte ich mich vielleicht noch gefragt, was das sollte. Bei PropaGandalf wusste ich es: Es war vermutlich einfach wieder einer jener EinfĂ€lle, die fĂŒr ihn in dem Moment sehr lustig waren und deren mögliche Folgen erst irgendwann spĂ€ter zur Betrachtung anstanden, die mich aber mit Sicherheit unmittelbar betreffen wĂŒrden.

    Leider hatte er genau solchen Unsinn schon einmal veranstaltet und damit beinahe eine wichtige Mission gefĂ€hrdet. Noch vor Beginn dieser Season hatte ich ihm deshalb ausrichten lassen, dass es irgendwann Ärger geben wĂŒrde, falls er sich nicht benehmen konnte. Nun stand ich nachts mit einem fahruntĂŒchtigen Gunter auf offener Straße und wĂ€re möglichen SchĂŒssen ziemlich hilflos ausgeliefert gewesen. Meine Begeisterung hielt sich entsprechend in Grenzen.

    jayphiiyo lachte, schlug ihn dann aber und forderte ihn ebenfalls auf, den Reifen wieder anzubringen. Aber er lief einfach nur wackelnd hin und her. Schließlich hob jayphiiyo den Reifen auf und montierte ihn wieder an. Ich sagte PropaGandalf, er solle nicht die Hand beißen, die ihn fĂŒtterte, woraufhin er erwiderte: „Du fĂŒtterst mich doch gar nicht.“ Diese bemerkenswerte Auslegung eines Hilfsangebots ließ mich kurz darĂŒber nachdenken, wie gut ihm ein Armbrustbolzen stehen wĂŒrde. Das Vorhaben scheiterte allerdings bereits daran, dass ich ĂŒberhaupt keine Armbrust besaß, und vermutlich war das fĂŒr alle Beteiligten besser so.

    Damit blieben mir im Grunde zwei Möglichkeiten: Ich konnte ihn laufen lassen oder dafĂŒr sorgen, dass die angekĂŒndigten Konsequenzen endlich eine angemessene Form bekamen. Ich entschied mich fĂŒr die pĂ€dagogisch wertvolle Zwischenlösung und bestellte zur Überraschung aller Anwesenden PropaGandalf fĂŒr den kommenden Freitag um neunzehn Uhr nach Prigorodki zum Boxkampf. Dort, erklĂ€rte ich ihm, wĂŒrde ich ihm „auf's Maul“ geben. Eine Sprache, die er mit Sicherheit verstand.

    Die Angelegenheit wird damit sportlich und ohne Waffen geklĂ€rt. Sollte PropaGandalf verlieren, erhĂ€lt er die angekĂŒndigte Abreibung. Sollte er wider Erwarten gewinnen, ist die Sache mit diesem Reifen fĂŒr mich erledigt, und ich werde die daraus folgende öffentliche DemĂŒtigung mit der mir eigenen WĂŒrde ertragen mĂŒssen. Das gilt allerdings ausdrĂŒcklich nur fĂŒr diesen einen Reifen und ist keinesfalls als Freifahrtschein fĂŒr zukĂŒnftige Fahrzeugdemontagen zu verstehen.

    Nachdem PropaGandalf den Reifen dann wieder angebracht hatte, setzte ich die Fahrt fort und brachte ihn und jayphiiyo wie versprochen zum Camp nach Berezino. Man muss schließlich auch dann zu seinem Wort stehen, wenn man einen seiner FahrgĂ€ste kurz zuvor noch zu einer PrĂŒgelei eingeladen hat.


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    đŸ”« Ein vermeintlicher Notfall in Prigorodki

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    Der Tag hatte kaum begonnen, als gegen drei Uhr nachts mehrere SchĂŒsse unmittelbar vor unserem Camp in Prigorodki fielen. Ich war unterdessen in der Leitstelle am Bauen, Sarafiya_Nici und WhiskeyMixer sowie Ikarus_98 (Pascal) befanden sich mit mir im Funkkanal. Die SchĂŒsse klangen fĂŒr mich zunĂ€chst nach jenen SchĂŒssen, bei denen man besser nicht neugierig durch das Tor spaziert, um nachzusehen, wer dort gerade was zerlegt. Vor dem Camp stand ein gelber Sarka mit roten TĂŒren, der dem Wagen von Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 aus der vergangenen Season auffallend Ă€hnlich sah, daneben bewegten sich zwei bewaffnete Fremde, und im Fahrzeug lag eine Leiche... mit blauer Armbinde. Dies kontne ich vom Rohbau aus gut beobachten, auf dem ich instinktiv Stellung bezogen hatte.

    Die beiden Angreifer spazierten mit gezogenen Waffen durchs Camp, nachdem WhiskeyMixer die SchĂŒsse fĂŒr meine kommunikativen Vanilla-SchĂŒsse gehalten und mit drei eigenen SchĂŒssen beantwortet hatte. Wieder wurde geschossen. Dann sah man die beiden nur noch durchs Camp rennen.

    Kurz darauf meldete sich Assault mit der dringenden Nachricht, wir hĂ€tten ein ĂŒbles Problem in Prigorodki und ich solle möglichst schnell zum Camp kommen. Gerade weil die einzelnen Teile der Situation so sorgfĂ€ltig zusammenzupassen schienen, kam mir die Sache merkwĂŒrdig vor. Ich lief deshalb nicht einfach hinaus, sondern blieb zunĂ€chst in Deckung, beobachtete und fragte nach, was dort ĂŒberhaupt vor sich ging. Er wusste ja nicht, dass ich alles beobachtete. Aber auf den ersten Blick schien das sehr nach einer Falle zu riechen und das wĂ€re nicht die erste Falle dieser Art gewesen...

    Als Assault schließlich zu uns in den Funk kam, stellte sich heraus, dass er und sein Begleiter die Szene absichtlich aufgebaut hatten, um mich zum Camp zu locken. Ich ließ beide die HĂ€nde heben und teilte ihnen mit, dass auf sie gezielt wurde, was Sarafiya_Nici Nici aus dem Funk dankenswerterweise mit der entsprechenden Überzeugung bestĂ€tigte, die keinen Zweifel duldete. Vermutlich deeskalierte das die Situation, denn erst als beide die HĂ€nde erhoben hatten, ging ich selbst zu ihnen hinunter, um mir erklĂ€ren zu lassen, was diese Inszenierung werden sollte.

    Assault sagte, er habe von der Bedeutung der blauen Armbinde nichts gewusst, und auch die Ähnlichkeit des Sarkas mit Suedas altem Wagen sei bloßer Zufall gewesen. Dass die SchĂŒsse, die Bewaffneten und seine alarmierende Nachricht bei mir den Eindruck eines möglichen Angriffs auf das Camp erwecken wĂŒrden, war ihm allerdings bewusst. Was genau hinter der Aktion steckte, ob lediglich ein missglĂŒckter Scherz geplant war, ob man meine Reaktion testen oder sogar eine Eskalation provozieren wollte und ob andere aus den Reihen von CHAOS davon wussten, konnte ich nicht sicher beurteilen. Deshalb möchte ich aus keiner dieser Möglichkeiten im Nachhinein eine Gewissheit machen.

    Die ursprĂŒngliche Idee, mich zu einer Leiche zu rufen und zu fragen: „Kannst du da noch etwas machen?“, fand ich sogar ziemlich... amĂŒsant. Das sagte ich Assault auch, denn mit einer solchen Szene hĂ€tte ich durchaus umgehen und vermutlich sogar lachen können. Die SchĂŒsse, die bewaffnete Inszenierung und der Versuch, mich mit einem vermeintlichen Notfall gezielt aus dem Camp zu locken, gingen fĂŒr mich jedoch deutlich zu weit. An einem Ort, an dem ein MissverstĂ€ndnis genĂŒgt, damit mehrere Menschen gleichzeitig ihre Waffen heben, kann ein solcher Scherz sehr viel anders enden, als seine Urheber es vorgesehen haben und viel hĂ€tte nicht gefehlt, dann wĂ€ren die beiden an der KĂŒste erwacht und wir hĂ€tten mit den Konsequenzen leben und MissverstĂ€ndnisse ausrĂ€umen mĂŒssen.

    Ich ließ beide schließlich ziehen, machte Assault gegenĂŒber aber unmissverstĂ€ndlich klar, dass ich einen vermeintlichen Angriff oder Raid auf unser Camp nicht noch einmal als Unterhaltung erleben möchte. Vielleicht war tatsĂ€chlich nichts Weiteres beabsichtigt. Ich wusste es nicht, und gerade dieses Nichtwissen blieb unangenehm zurĂŒck. Im Umgang mit Assault werde ich kĂŒnftig jedenfalls vorsichtiger sein.

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    đŸ©ș Ein falsches Herz

    SpĂ€ter berichtete janinesta (Selina) von einer weiteren Beobachtung, die zunĂ€chst unscheinbar klang und mir dennoch keine rechte Ruhe ließ. Jannnik und sein Begleiter hatten auf dem Airfield jemanden in SanitĂ€terkleidung gesehen, der mir offenbar auffallend Ă€hnlich sah. Was heißt "auffallend Ă€hnlich"... dem Erscheinungsbild zu urteilen war ich das gewesen. Zum GlĂŒck wussten sie, dass ich dies nicht sein konnte, auch wenn die Person ihnen einen LKW ĂŒberließ und verschwand.

    Wer diese Person war, wusste niemand. Ebenso wenig wusste ich, ob sie mir absichtlich Ă€hneln wollte oder lediglich Kleidung trug, die in Chernarus schließlich nicht mir allein gehört. Trotzdem bereitete mir der Gedanke Unbehagen. Eine SanitĂ€teruniform weckt bei manchen Menschen Vertrauen, und mein eigenes Erscheinungsbild ist inzwischen an vielen Orten bekannt. Sollte dort tatsĂ€chlich jemand bewusst als Herz-Aus-Gold auftreten, könnten Begegnungen stattfinden, von denen andere spĂ€ter glaubten, sie mit mir erlebt zu haben.

    Bislang blieb es jedoch bei einer Sichtung und einem unguten GefĂŒhl. Mehr wusste ich nicht, also wollte ich auch nicht mehr daraus machen. Vergessen wĂŒrde ich es trotzdem nicht.

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Wenn ich auf diesen Tag zurĂŒckblickte, blieb vor allem ein stĂ€ndiger Wechsel zwischen Helfen und Hilfe annehmen. janinesta (Selina) war aufgebrochen, um WhiskeyMixer nach seinem Unfall beizustehen, und hatte nach ihrem eigenen Zusammenstoß schließlich selbst UnterstĂŒtzung von NiggoB gebraucht. Mauersegler (Lehmi) hatte sich zunĂ€chst allein durchschlagen wollen, war spĂ€ter jedoch zweimal dankbar fĂŒr eine helfende Hand. Auch unsere eigenen Leute fanden wieder zusammen, brachten NĂ€gel, Nahrung und ein Fass mit, fuhren gemeinsam durch das Land und gaben Prigorodki langsam wieder das vertraute GefĂŒhl eines Ortes, an dem niemand alles allein tragen musste.

    Gleichzeitig hatte dieser Tag gezeigt, wie schnell aus Angst, Unfug oder einer falschen EinschĂ€tzung etwas entstehen konnte, das sich nicht mehr einfach zurĂŒcknehmen ließ. Cable98(Tom) hatte bei einen Mann mit grĂŒner Armbinde erschossen, den ich wenig spĂ€ter durch baerles Nachricht aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernte. Assault und sein Begleiter hatten vor unserem Camp einen vermeintlichen Notfall inszeniert, bei dem bewaffnete Fremde, SchĂŒsse und eine Leiche ausgerechnet jene Zeichen bildeten, auf die ich inzwischen besonders aufmerksam reagiere. PropaGandalf hatte mein Hilfsangebot mit einem abmontierten Reifen beantwortet, und irgendwo auf dem Airfield war eine Gestalt in SanitĂ€terkleidung unterwegs gewesen, die mir offenbar Ă€hnlich sah und Leuten einen LKW schenkte...

    Jetzt, wĂ€hrend ich diese Zeilen schreibe, wird mir bewusst, wie sehr Hilfe von Dingen lebt, die man weder in Kisten lagern noch mit NĂ€geln an einer Wand befestigen kann. Wenn jemand um Hilfe ruft, muss ich darauf vertrauen können, dass irgendwo tatsĂ€chlich ein Mensch auf mich wartet. Wenn ich an einer Straße anhalte und Fremden einen Platz in meinem Wagen anbiete, gebe ich ihnen fĂŒr einen Moment auch ein StĂŒck meiner Sicherheit. Selbst meine Kleidung trĂ€gt inzwischen ein Versprechen, denn Menschen sehen die Farben einer Samariterin und hoffen vielleicht, dass die Person darin gekommen ist, um zu helfen.

    Dieses Vertrauen darf keine Einladung sein, meine Vorsicht abzulegen oder jede GrenzĂŒberschreitung lĂ€chelnd hinzunehmen. Ich kann Assault ziehen lassen und ihm trotzdem kĂŒnftig aufmerksamer begegnen. Ich kann PropaGandalf bis nach Berezino fahren und ihn zugleich fĂŒr Freitag zum Boxkampf bestellen. Darin liegt fĂŒr mich kein Widerspruch, denn Hilfsbereitschaft bedeutet nicht, alles hinzunehmen, und Vorsicht macht eine helfende Hand nicht weniger ehrlich.

    Wer die Person am Airfield gewesen ist und weshalb sie mir Ă€hnlich gesehen haben soll, weiß ich weiterhin nicht. Vielleicht war es nur eine zufĂ€llige Ähnlichkeit, vielleicht steckt etwas anderes dahinter. Solange ich keine Gewissheit habe, bleibt es bei diesem Unbehagen, und ich achte etwas genauer darauf, welche Geschichten kĂŒnftig ĂŒber Begegnungen mit einer vermeintlichen Samariterin erzĂ€hlt werden.

    Trotz allem ĂŒberwiegt an diesem Abend nicht das Misstrauen. Ich sehe janinesta (Selina), Pinky, s-tlk, Black Lion und Jammet wieder gemeinsam unterwegs, The_GraveDigger gibt trotz des Nagelmangels Material nach Prigorodki, und ein beinahe blutleerer Mauersegler (Lehmi) findet noch einmal zurĂŒck zu unserem Camp. Die Samariter sind wieder da, nicht als unverwundbare Retter, sondern als Menschen, die einander suchen, einsammeln, versorgen und gelegentlich selbst am Straßenrand auf Hilfe warten.

    Genau das reicht: Aufmerksam bleiben, ohne sich zu verschließen, und Grenzen setzen, ohne dabei zu vergessen, weshalb man ĂŒberhaupt angehalten hat.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    đŸŽžïž Video-Stream vom 16.08.2026:

    ⚒DayZ mit Herz - Willkommen, Lehmi! (Herzzeitl #033) #gdz #dayz
    Hallo ihr Lieben,Der Wipe ist durch – Chernarus steht wieder auf Anfang. Und wir machen weiter mit Bau und Tausch.In diesem Sinne:Passt auf euch auf – und bl...
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  • Montag, 17.08.2026 – Tag 004 – Zwischen Verdacht und Gewissheit

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    Hallo ihr Lieben,

    Angst ist nicht grundsĂ€tzlich eine schlechte Ratgeberin. Sie lĂ€sst uns aufhorchen, wenn irgendwo Rauch aufsteigt, sie hĂ€lt uns hinter einer Deckung, wĂ€hrend draußen SchĂŒsse fallen, und manchmal bemerkt sie eine Kleinigkeit, ĂŒber die ein sorgloser Mensch einfach hinwegsehen wĂŒrde. In Chernarus kann genau diese Vorsicht darĂŒber entscheiden, ob man am Abend noch am Feuer sitzt oder am nĂ€chsten Morgen wieder an der KĂŒste erwacht.

    Schwierig wird es dort, wo Angst die LĂŒcken zwischen dem, was wir wissen, und dem, was wir lediglich vermuten, eigenmĂ€chtig ausfĂŒllt. Plötzlich besitzt jedes fremde Auto eine Bedeutung, jede Armbinde erzĂ€hlt eine Geschichte und aus einem Verdacht wird im eigenen Kopf eine Gewissheit, obwohl draußen noch immer dieselben offenen Fragen warten.

    Dieser Tag verlangte uns einiges ab. Es gab eine Gestalt, die mir Ă€hnelte, einen Mann mit Granaten in einem Kochhaus, einen Wolfsmenschen, einen sorgfĂ€ltig geprĂŒften TestkĂ€ufer und vier Granaten, die aus reiner Panik ĂŒber eine Mauer flogen. Dazwischen versuchten wir, herauszufinden, wann Vorsicht uns schĂŒtzt und wann sie selbst beginnt, gefĂ€hrlich zu werden.

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    🎭 Das falsche Herz

    Felixwert100 und Cypress waren hoch oben im Norden geraidet worden und versuchten noch, ihren roten Sarka in Sicherheit zu bringen. Im Zusammenhang mit dem Überfall fiel die Beschreibung einer in Rot gekleideten Person. FĂŒr sich genommen hĂ€tte das vieles bedeuten können, doch nach janinestas (Selinas) Nachricht vom Vortag ließ sich diese Beobachtung nicht mehr so leicht beiseiteschieben.

    Jannnik bestĂ€tigte mir gegenĂŒber, dass er und sein Begleiter bereits am Airfield jemanden gesehen hatten, der rote SanitĂ€terkleidung trug und mir offenbar auffallend Ă€hnlich sah. Damit gab es nun zwei voneinander getrennte Sichtungen einer Person, die zumindest auf den ersten Blick fĂŒr mich gehalten werden konnte.

    Als Felixwert100 wenig spĂ€ter von erschossen wurde und Cypress daraufhin seinerseits den Killer tötete, wurde der Tag nicht gerade ĂŒbersichtlicher. Ob diese SchĂŒsse unmittelbar mit dem Raid, der rot gekleideten Person oder einem anderen Konflikt zusammenhingen, wusste ich nicht. Ich wollte die einzelnen Ereignisse deshalb nicht miteinander verbinden, solange mir dafĂŒr mehr fehlte als ein ungutes GefĂŒhl.

    Trotzdem beschĂ€ftigte mich das "falsche Herz". Meine Kleidung ist kein geheimer Besitz, und jeder Mensch darf in Rot durch Chernarus laufen. Eine SanitĂ€teruniform allein macht noch keine DoppelgĂ€ngerin, ganz zu schweigen einen Samariter. Sollte jedoch jemand bewusst mein Erscheinungsbild benutzen, wĂ€hrend in der Umgebung geraidet, geschossen oder anderweitig Unruhe gestiftet wird, könnte daraus ein Schaden entstehen, den man spĂ€ter nicht einfach mit einem Kleiderwechsel rĂŒckgĂ€ngig macht.

    Ich verfasste deshalb eine möglichst neutrale Stellungnahme, schilderte nur, was berichtet worden war, und ließ alles offen, was wir nicht belegen konnten. In meinen eigenen Gedanken tauchte dennoch ninja2.00926 (UltrA) auf, von der ich wusste, dass sie gerne SanitĂ€terkleidung trug. Vielleicht tat ich ihr damit Unrecht; ich wusste es nicht. Sollte sie aber tatsĂ€chlich hinter der Verkleidung stecken, verstand ich nicht, wozu das alles dienen sollte. Gerade sie und die Chicks in Action wussten doch, wie viel mir meine Aufgabe, die Samariter und das Vertrauen der Menschen bedeuteten. Der Gedanke, dass ausgerechnet aus diesem Kreis jemand mit meinem Erscheinungsbild spielen und damit gefĂ€hrden könnte, wofĂŒr ich seit so langer Zeit stand, machte mich wĂŒtend und traurig zugleich.

    Doch auch ein schmerzhafter Verdacht bleibt ein Verdacht. Ich wollte ninja2.00926 (UltrA) nicht allein deshalb zur TĂ€terin erklĂ€ren, weil ihre Beteiligung fĂŒr mich besonders verletzend wĂ€re.

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    🧭 Arndt und der WITTWENMACHER

    Als ich Arndt von meinem Verdacht erzĂ€hlte, dass CHAOS möglicherweise etwas mit dem WITTWENMACHER-Immitat von gestern am Camp zu tun haben könnte, wurde er neugierig. Er erklĂ€rte mir, alle regulĂ€ren Mitglieder von CHAOS wĂŒssten, dass die Samariter blaue Armbinden trugen. Lediglich bei den AnwĂ€rtern und Mitgliedern auf Probe könne er dafĂŒr nicht garantieren.

    Das beantwortete allerdings nicht die Frage, weshalb das betreffende Fahrzeug anschließend in Richtung ihrer Basis gefahren war. Auch Arndt hatte darauf keine eindeutige Antwort. Stattdessen fragte er sich, woher ich den Standort der CHAOS-Basis kannte. Er vermutete I.K.E.A. könne ihn mir weitergegeben haben. Dass Menschen gelegentlich selbst durch das Land ziehen und dabei Dinge entdecken, schien in dieser Überlegung eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.

    Soweit ich wusste, hatten I.K.E.A. und wir jedenfalls keine Basen verraten, es sei denn sie waren schon bekannt. Wir kannten unsere Konflikte, tauschten Informationen aus, wenn es notwendig war, aber wir lieferten uns nicht gegenseitig die Standorte fremder Lager frei Haus. Mehr konnte ich dazu nicht sagen. Die Fahrtrichtung blieb auffĂ€llig, bewies fĂŒr sich allein jedoch nichts.

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    đŸ•ïž RĂŒckkehrer, Besucher und ein fehlendes Schloss

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    Zwischen all den GerĂŒchten und VerdĂ€chtigungen gab es auch erfreulichere Nachrichten: .chantal2000 war wieder im Land (und sie sah dabei GUT aus!). Dass sie ausgerechnet an diesem Tag zurĂŒckkehrte, sollte sich wenig spĂ€ter als hilfreich erweisen.

    LiquidNexxus von RAC war ebenfalls zurĂŒck und kam zum Camp. Dort tauschte ich bei ihm meine Plattenweste gegen seine Presseweste ein.

    Auch Der Bert schaute am Camp vorbei, und mit Vezir begegnete uns ein Überlebender wieder, den man den "Wolfsmenschen" nannte. Weshalb er diesen Namen trug, war eine andere Geschichte, die an diesem Tag zunĂ€chst nicht erzĂ€hlt wurde. Cypress und Felixwert100 wollten außerdem eine Fahne gegen ein Zahlenschloss tauschen. GrundsĂ€tzlich konnten wir die Fahne gut gebrauchen, nur fehlte uns zu diesem Zeitpunkt noch das passende TauschstĂŒck, sodass auch dieses GeschĂ€ft vorerst offenblieb.

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    💹 Wieder Rauch am Kochhaus

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    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 entdeckte bei der Heimkehr von ihrer Lootrunde durchs Industriegebiet erneut Rauch an einem Camp. Nach dem, was sie mit der Sprengfalle am Stolperdraht erlebt hatte, rechnete sie offenbar sofort mit einem weiteren Angriff. Dieses Mal, so musste es sich fĂŒr sie angefĂŒhlt haben, wĂŒrde sie nicht wieder abwarten, bis jemand anderes den ersten Schritt machte.

    Mit der DMR, die Rio ihr zuvor gegeben hatte, zielte sie durch ein Fenster des Kochhauses. Sie besaß weder ein Zielfernrohr noch ein Magazin, doch die Waffe war geladen, und der eine Schuss genĂŒgte. Sie traf den Mann im GebĂ€ude und stĂŒrmte anschließend hinein.

    Eine Sprengfalle fand sie dort nicht. Der Tote trug jedoch Munition bei sich und hatte eine abgesĂ€gte BK-12. Überall verteilt lagen medizinische GĂŒter, von denen wir glauben sie stammten aus unseren Zelten. Außerdem entdeckte Sueda sechs Blutbeutel mit Blut der Gruppe 0 positiv sowie gerĂ€uchertes Wolfsfleisch, das ans Camp gelegt worden war. Wollte uns jemand falsche Blutgruppen und schlechtes Fleisch, das krank machte ans Camp bringen, um uns zu schaden? FĂŒr Sueda war jedenfalls klar, dass sie denjenigen erwischt hatte, der auch fĂŒr jene Falle verantwortlich gewesen war, die sie zuvor das Leben gekostet hatte. Und wenn nicht dann zumindest jemanden, der dem Camp schaden wollte. Mission erfĂŒllt.

    Ich konnte diese Gewissheit nicht teilen. Ein Mann mit Rauch-Granaten und einer abgesĂ€gten Schrotflinte ist gewiss kein beruhigender Anblick, doch er ist damit noch nicht automatisch der TĂ€ter eines frĂŒheren Anschlags. Vielleicht hatte Sueda recht. Vielleicht hatte sie in diesem Augenblick tatsĂ€chlich verhindert, dass erneut jemand zu Schaden kam. Es war aber ebenso möglich, dass ein GesprĂ€ch noch etwas anderes ergeben hĂ€tte.

    Weil ich Sueda kannte, glaubte ich nicht, dass sie leichtfertig einen Menschen erschossen hatte. Ich wusste, was die frĂŒhere Falle mit ihr gemacht hatte und weshalb der Rauch fĂŒr sie nicht einfach nur Rauch gewesen war. Gerade deshalb wollte ich weder ihr Urteil ungeprĂŒft ĂŒbernehmen noch sie vorschnell verurteilen.

    .chantal2000 erklĂ€rte sich bereit, als neutrale Beobachterin auf die Sache zu schauen. Sie sollte Zugang zu den vorhandenen Aufzeichnungen erhalten und anschließend einen eigenen Untersuchungsbericht veröffentlichen. Das erschien mir gerechter, als wenn jeder von uns nur jene Einzelheiten herausgriff, die ohnehin zur eigenen Meinung passten.

    Eine Frage blieb trotzdem: Darf die Angst vor einer Gefahr selbst eine neue Gefahr auslösen?

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    đŸ„œ Der schweigende TestkĂ€ufer

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    SpĂ€ter kamen Pinky, janinesta (Selina) und s-tlk zum Camp. Auch Vezir war bei ihnen, und wenig spĂ€ter erschien ein schweigendes Bambi mit einem Schweißerhelm. Es antwortete nicht auf Fragen, trug jedoch eine Waffe bei sich, in der sich noch ein einzelner Schuss befand.

    janinesta (Selina) und Pinky sicherten das Bambi, durchsuchten es und nahmen die Waffe an sich. Niemand schrie, niemand verlor die Geduld, und vor allem griff niemand voreilig zum Ă€ußersten Mittel. Die Situation wurde nach unseren bekannten AblĂ€ufen behandelt, ruhig und aufmerksam, bis feststand, dass vom Besucher keine unmittelbare Gefahr ausging. Anschließend durfte das Bambi weiterziehen.

    Erst danach löste ich auf, dass unter dem Schweißerhelm die ganze Zeit ich gesteckt hatte. Ich war gewissermaßen als "TestkĂ€uferin" in unser eigenes Camp gekommen, um zu prĂŒfen, ob die alten Routinen noch funktionierten. In einer Zeit, in der gerade ziemlich vieles im Argen lag, wollte ich wenigstens wissen, ob wir bei einer unbekannten Person noch immer besonnen handelten.

    Pinky und janinesta (Selina) hatten den Test bestanden. Meine Waffe war weg, mein schweigsames Bambi unbehelligt am Leben, und genau so sollte es sein.


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    đŸ›°ïž Konvois und verlorenes GlĂŒck

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 zog spĂ€ter noch einmal los und suchte nach den zurĂŒckgelassenen Konvois. TatsĂ€chlich fand sie ein NachtsichtgerĂ€t und sogar ein passendes Kopfband, verlor Letzteres jedoch wieder durch einen dummen Fehler. Chernarus schenkt einem manchmal genau das, wonach man sucht, und nimmt anschließend aus reiner Gewohnheit die HĂ€lfte davon zurĂŒck.

    Ein Magazin fĂŒr ihre DMR fand sie ebenfalls nicht. Damit blieb ihr immerhin die bemerkenswerte FĂ€higkeit, auch ohne Zielfernrohr und Magazin sehr unangenehme Argumente durch Kochhausfenster zu schicken.


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    💣 Vier gute GrĂŒnde fĂŒr eine schlechte Nachbarschaft

    Ein Besucher in der Nachbarschaft von CHAOS hatte bei seiner Suche wesentlich mehr GlĂŒck, konnte es anschließend jedoch nicht lassen, die Basis zu beobachten. Irgendetwas an der Situation versetzte ihn in Panik, und diese Panik fĂŒhrte zu einer Entscheidung, die sich nur schwer unter dem Begriff „unauffĂ€llige Erkundung“ einordnen ließ: Er warf vier Granaten ĂŒber die Mauer.

    Vier Granaten sind selbst fĂŒr Chernarus eine beachtliche Menge fĂŒr eine spontane Panikreaktion. Was der schweigende Besucher in diesem Augenblick genau gesehen, vermutet oder befĂŒrchtet hatte, wusste ich nicht. Sicher war nur, dass Granaten selten dabei helfen, eine ohnehin angespannte Nachbarschaft zu beruhigen.

    SpĂ€ter kam Davus am Camp vorbei und grĂŒĂŸte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, die gerade an der Leitstelle baute. FĂŒr einen Moment bestand die Welt wieder aus Brettern, Werkzeug und einem gewöhnlichen Gruß, obwohl wenige Stunden zuvor noch vier Sprengkörper ĂŒber die Mauer seiner Leute geflogen waren. Chernarus...wo der alltĂ€gliche Wahnsinn unmittelbar neben den gewöhnlichen Alltag gestellt wird.


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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Heute hatte mit einem Raid und den Berichten ĂŒber eine Frau begonnen, die mir Ă€hnlich sah. Er hatte mich zu einem schwierigen GesprĂ€ch mit Arndt gefĂŒhrt, wĂ€hrend Ersetzbares Crewmitglied an einem anderen Ort aus Angst vor einer weiteren Falle einen bewaffneten Mann erschossen hatte. .chantal2000 hatte sich bereit erklĂ€rt, die Aufzeichnungen neutral zu prĂŒfen, unsere AblĂ€ufe am Camp hatten einen unangekĂŒndigten Test bestanden, und ein schweigsamer Besucher hatte am Ende des Tages eindrucksvoll bewiesen, dass Panik und vier Handgranaten keine besonders glĂŒckliche Verbindung eingingen.

    Jetzt bleibt mir vor allem die Erkenntnis, dass Vorsicht allein noch keine Besonnenheit bedeutet. Vorsicht lĂ€sst mich genauer hinsehen, wĂ€hrend Besonnenheit mir erlaubt, auch nach dem zweiten Blick noch zu sagen, dass ich mich irren kann. Genau dieser kleine Abstand zwischen Verdacht und Gewissheit schĂŒtzt nicht nur diejenigen, denen wir begegnen, sondern auch uns selbst vor Entscheidungen, die sich spĂ€ter nicht mehr zurĂŒcknehmen lassen.

    Ich weiß weiterhin nicht, wer in meiner Kleidung am Airfield unterwegs ist. Ich weiß nicht, ob ninja2.00926 (UltrA) etwas damit zu tun hat, ob der WITTWENMACHER eine Verbindung zu CHAOS besitzt oder weshalb das Fahrzeug in Richtung ihrer Basis fĂ€hrt. Diese Ungewissheit ist unangenehm, besonders weil mein Name und meine Kleidung fĂŒr etwas stehen, das mir wichtig ist. Dennoch entsteht aus meinem Unbehagen kein Beweis.

    Dasselbe gilt fĂŒr Suedas Entscheidung. Ich kenne ihre Angst, die Erinnerung an die Sprengfalle und ihren Wunsch, dieses Mal schneller zu sein als derjenige, der ihr schaden will. Ich nehme all das ernst und vertraue trotzdem darauf, dass .chantal2000 genau hinsieht. Freundschaft zeigt sich fĂŒr mich auch darin, einen Menschen nicht vorschnell zu verurteilen und zugleich bereit zu sein, sein Handeln ehrlich prĂŒfen zu lassen.

    Der Test am Camp gibt mir Hoffnung, denn Pinky und janinesta (Selina) zeigen, dass Aufmerksamkeit und ZurĂŒckhaltung nebeneinander bestehen können. Sie sichern eine unbekannte Person, nehmen ihr die geladene Waffe ab und lassen die Lage dennoch nicht eskalieren. Darin erkenne ich die Samariter wieder, die wir sein wollen: hilfsbereit, ohne sorglos zu werden, und vorsichtig, ohne jeden Fremden schon im Voraus zum Feind zu erklĂ€ren.

    Vielleicht trÀgt irgendwo tatsÀchlich jemand meine Kleidung. Was diese Person daraus macht, liegt nicht in meiner Hand. Was ich selbst in dieser Kleidung tue, entscheide weiterhin ich, und am Ende erkennen Menschen ein Herz hoffentlich weniger an einem roten Oberteil oder einem blauen Helm als an den Spuren, die es in ihrem Leben hinterlÀsst.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Sonderbericht Nr. 371 zum 17.08.2026 – Zwei SchĂŒsse, kein Scope und Herz möchte mal wieder nur reden

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    Einsatzleitung, bitte kommen....

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 meldet: Ungewöhnliche Rauchentwicklung am Kochhaus in Prigorodki ĂŒberprĂŒft, bewaffnete Zielperson ausgeschaltet, sechs Blutkonserven sichergestellt und keine eigenen Körperteile verloren.

    Herz-Aus-Gold ist trotzdem unzufrieden, weil ich den Mann nicht erst nach seiner Lebensgeschichte, seinen Hobbys und seiner bevorzugten Art der Sprengfallenverkabelung gefragt habe.

    Also gut.

    Fangen wir vorne an.


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    Da war wieder Rauch.

    FĂŒr normale Menschen bedeutet Rauch vielleicht Feuer. WĂ€rme. Essen. Ein gemĂŒtlicher Abend mit Freunden, sofern niemand das Huhn auf dem Grill vergisst und anschließend behauptet, man könne das bestimmt noch essen, wenn man nur genĂŒgend Vitamine nachkippt (Fun Fact: Unterhaltung hat wirklich so stattgefunden!)

    FĂŒr mich bedeutet Rauch inzwischen etwas anderes.

    In der vergangenen Season hatte mich ein Kerl mit einer Gasgranate in ein Haus gelockt. Sehr kreative Einladung: Erst wird jemand mit Rauch auf einen vermeintlichen Notfall aufmerksam gemacht, anschließend wartet im GebĂ€ude eine Sprengfalle auf den hilfsbereiten Trottel, der tatsĂ€chlich nachsehen geht.

    Der hilfsbereite Trottel war selbstverstĂ€ndlich ich. Aber ich hatte GlĂŒck und ignorierte die Falle einfach. Und sie mich. Nur die TĂŒr innen war verschlossen.
    WhiskeyMixer kam hinter mir her, löste die Falle aus, und ich fing den grĂ¶ĂŸten Teil der Explosion ab. WhiskeyMixer hatte damit unfreiwillig den Knopf gedrĂŒckt, ich durfte die praktische Erprobung ĂŒbernehmen und unser unbekannter Sprengmeister entkam.

    Ausgezeichnete Teamarbeit.

    SpĂ€ter stellte sich heraus, dass dieser Mistkerl offenbar auch janinesta (Selina) im Visier gehabt hatte. Einer weiteren Falle war sie zuvor nur knapp entkommen. Der Typ war also nicht bloß irgendein gelangweilter Hobbybastler mit ĂŒberschĂŒssigem Draht, sondern jemand, der ziemlich genau wusste, wen er erwischen wollte.

    Damals entkam er.

    Diesmal stand wieder jemand im Rauch eines Kochhauses.

    Und in mir schrie alles nur noch:

    Den kriegst du jetzt.


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    Das Schöne an unserem neuen Camp war, dass vor dem Kochhaus noch keine schĂŒtzende Wand stand. Normalerweise ist fehlender Ausbau bei uns ein Problem, weil Herz-Aus-Gold dann unruhig wird und anfĂ€ngt, immer wieder zu betonen, man mĂŒsse ja noch dies und das tun.

    Dieses Mal war die fehlende Wand ausgesprochen praktisch.

    Die Silhouette des Mannes zeichnete sich wunderbar im Rauch ab. Fast fĂŒrsorglich. Als hĂ€tte Chernarus persönlich beschlossen, mir nach all den beschissenen Spawnpunkten, Wölfen und Sprengfallen endlich einmal eine kleine Zielhilfe zu schenken.

    Ich hatte die DMR dabei, die Rio mir gegeben hatte. Der Goldene GurkenschÀler persönlich segne diesen gönnerhaften Gönner!

    Kein Scope.

    Kein Magazin.

    Drei Schuss an Munition.

    Mit anderen Worten: beste Voraussetzungen fĂŒr einen prĂ€zisen Einsatz auf ein teilweise verrauchten Ziel hinter einem Fenster. Die Einsatzleitung hatte offenbar wieder beschlossen, dass hochwertige AusrĂŒstung den Charakter verdirbt.

    Aber diese DMR war ein verdammt gutes Gewehr.

    Rio, falls du das liest: Sie funktioniert.

    Der Mann am Fenster... eher nicht mehr.

    Ich legte an, orientierte mich an der Silhouette und drĂŒckte ab. Der Schuss ging durch das Fenster, die Zielperson sackte im Kochhaus zusammen, und ich stellte zufrieden fest, dass man ein Zielfernrohr durchaus durch Erfahrung, Wut und einen gewissen Mangel an Geduld ersetzen kann.

    NatĂŒrlich blieb ich nicht draußen stehen und wartete auf eine schriftliche BestĂ€tigung seines Ablebens. Ich stĂŒrmte das Kochhaus, denn vielleicht lebte er noch, vielleicht hatte er VerstĂ€rkung oder vielleicht lag irgendwo wieder ein Stolperdraht bereit, der nur darauf wartete, dass der nĂ€chste WhiskeyMixer daran vorbeiging.

    Diesmal gab es keine Falle.

    Nur den Toten.


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    Ich kÀmpfte mich durch den grÀsslichen Rauch und widerstand dem Drang, wild rumzutanzen und plötzlich Kinderlieder zu singen.. so wie "gelb, gelb, gelb sind alle meine Farben..."
    Dazu war die Situation zu ernst, denn vielleicht hatte der Typ noch einen Brudi irgendwo in der Ecke, der nur darauf wartete, dass jemand wie ich reinkam...
    Aber nein. Kein Brudi in einer Ecke.
    Stattdessen lag ĂŒberall medizinisches Material herum, darunter sechs Blutkonserven der Blutgruppe O positiv. Sechs StĂŒck!
    Andere Überlebende finden mit viel GlĂŒck eine Packung Tetracyclin und erklĂ€ren sich anschließend zum Wunderheiler von ganz Chernarus. Dieser Typ betrieb offenbar eine vollstĂ€ndige Blutbank im Kochhaus...

    Warum, weiß der Geier.

    Vielleicht war er besonders sozial und plante einen mobilen Transfusionsdienst fĂŒr bewaffnete Irre. Vielleicht sammelte er Blutbeutel, wie andere Leute TeddybĂ€ren sammeln. Oder vielleicht war er tatsĂ€chlich derjenige, der stĂ€ndig das medizinische Material aus unseren Zelten klaute.

    Beweisen konnte ich Letzteres nicht.

    Aber irgendwo muss das Zeug schließlich bleiben, und sechs Blutkonserven wachsen normalerweise nicht zwischen den Dielen.

    Neben den Blutbeuteln und den Granaten trug er eine abgesĂ€gte BK-12 bei sich. Klein, leicht zu verbergen und auf kurze Entfernung hervorragend geeignet, um demjenigen den Brustkorb zu zerfetzen, der arglos durch die TĂŒr kommt.

    Ganz bestimmt nur Zufall.

    Vermutlich wollte er damit Dosen öffnen.

    Feigling.

    Geschieht ihm recht.


    Ich gab der Leiche trotzdem ein angemessenes BegrÀbnis. Man muss sich ja treu bleiben.
    Herz-Aus-Gold war natĂŒrlich traurig.

    Man hÀtte mit ihm reden können, meinte sie.

    Ja, selbstverstĂ€ndlich. Reden. Herz’ universelle Antwort auf bewaffnete MĂ€nner, Sprengfallen, Kannibalen, religiöse Fanatiker und vermutlich auch auf einen gereizten BĂ€ren, sofern sie vorher genug Zeit findet, ihm eine Standpauke zu halten...

    Ich dagegen hatte in der vergangenen Season dreimal geredet.

    Dreimal.

    Ich hatte Menschen zugehört, ihnen Chancen gegeben und darauf vertraut, dass ein GesprÀch vielleicht doch noch etwas klÀren konnte. Das Ergebnis dieser pÀdagogisch hochwertigen Versuchsreihe war dreimal dasselbe: Ich wurde erschossen. Offenbar waren meine GesprÀchspartner mit meiner Argumentationskette nicht einverstanden.

    NatĂŒrlich hĂ€tte der Mann im Kochhaus seine HĂ€nde heben können. Er hĂ€tte mir erklĂ€ren können, weshalb er zwischen Rauch, Granaten, einer abgesĂ€gten Schrotflinte und sechs Blutkonserven herumstand. Vielleicht hĂ€tte sich alles als vollkommen harmlos erwiesen.

    „Guten Abend, ich bin der neue Blutspendebeauftragte. Die Granaten gehören zur Dekoration und die abgesĂ€gte BK ist ein FamilienerbstĂŒck.“

    Klingt absolut glaubwĂŒrdig.

    Vielleicht hĂ€tte er aber auch gewartet, bis ich im TĂŒrrahmen stand, und mir eine Ladung Schrot ins Gesicht geschossen. Dann hĂ€tte Herz-Aus-Gold spĂ€ter an meiner Leiche darĂŒber nachdenken können, dass man mit ihm vermutlich noch hĂ€tte reden können.

    Ich wollte dieses Mal nicht wieder das Lehrmaterial fĂŒr eine nachtrĂ€gliche Grundsatzdiskussion liefern.


    FĂŒr mich passte alles zusammen.

    Der Rauch.

    Das Kochhaus.

    Die Granaten.

    Die versteckte Waffe.

    Das medizinische Material.

    Die Erinnerung an die frĂŒhere Falle und daran, dass derselbe Kerl entkommen war, nachdem WhiskeyMixer hinter mir den Stolperdraht ausgelöst hatte. Dazu janinesta (Selina), die seiner anderen Falle beinahe zum Opfer gefallen wĂ€re.

    War es wirklich derselbe Mann?

    Keine Ahnung.

    Ich hatte keine Personalakte, keine FingerabdrĂŒcke und leider auch kein kleines Schild an seiner Jacke gefunden, auf dem stand: „Hallo, ich bin der Sprengfallen-Typ aus der letzten Season. Achja ich bin wieder dahaaa!“

    Aber in diesem Augenblick war ich davon ĂŒberzeugt.

    Also schoss ich.

    Nennt es Vorahnung. Nennt es Trauma. Nennt es schlechte EinsatzfĂŒhrung mit ĂŒberraschend gutem Trefferbild.

    Ist mir ziemlich egal.

    Er liegt tot im Kochhaus und janinesta (Selina) lebt.

    Mit dieser Bilanz kann ich arbeiten.


    Nun soll .chantal2000 als neutrale Beobachterin die Aufzeichnungen prĂŒfen und anschließend einen Untersuchungsbericht verfassen.

    NatĂŒrlich.

    Kaum erschießt man einen bewaffneten Irren in einem verrauchten Kochhaus, schon beginnt das QualitĂ€tsmanagement.

    .chantal2000 darf sich alles ansehen. Sie darf den Rauch beurteilen, meine Sichtlinie prĂŒfen, die Zeit bis zum Schuss stoppen und vermutlich ausrechnen, wie viele Fragen Herz-Aus-Gold in derselben Zeit noch gestellt hĂ€tte. Wenn ihr Bericht am Ende ergibt, dass nicht bewiesen werden kann, ob der Tote tatsĂ€chlich unser Fallensteller war, werde ich das akzeptieren.

    Begeistert.

    Mit zusammengebissenen ZĂ€hnen.

    Aber ich werde es akzeptieren.

    Herz-Aus-Gold fragt, ob die Angst vor einer Gefahr selbst eine Gefahr auslösen darf. Das ist eine gute Frage. Wirklich. Sie klingt hervorragend, wenn man sicher hinter einer Wand sitzt und weder Rauch noch eine abgesÀgte BK vor sich hat.

    Ich weiß auch, warum sie sie stellt. Sie will verhindern, dass wir irgendwann nur noch auf Erinnerungen schießen und jeder Fremde fĂŒr die Verbrechen eines anderen bezahlen muss. Vermutlich braucht es jemanden, der genau darauf achtet.

    Leider braucht es manchmal ebenso jemanden, der durch das Fenster schießt.

    Arbeitsteilung, so nenn ich das. Böse Zungen behaupten, Herz wĂŒrde ihre Aggressionen an mich "outsourcen". Sei es wie es sei.

    Herz-Aus-Gold redet, .chantal2000 prĂŒft und ich sorge dafĂŒr, dass der bewaffnete Mann mit den Granaten wĂ€hrenddessen keine neuen Projekte beginnt.

    WĂŒrde ich in derselben Situation wieder abdrĂŒcken?

    Ja.

    Vielleicht wĂŒrde ich vorher noch einmal genauer hinsehen.

    FĂŒr ungefĂ€hr eine halbe Sekunde.

    Dann wĂŒrde ich wieder abdrĂŒcken.

    Bericht Ende.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371



    PS fĂŒr die Statistik:

    • Verbrauchte Munition: Zwei Schuss .308er (nur um sicher zu gehen. Man legt immer nach).
    • Sichergestellte Blutkonserven: sechs.
    • DurchgefĂŒhrte GesprĂ€che mit der Zielperson: null.
    • Eigene TodesfĂ€lle wĂ€hrend des Einsatzes: ebenfalls null.
    • Einsatzbewertung: deutliche Verbesserung gegenĂŒber der vergangenen Season.

    PSS: Konnte ja keiner ahnen, dass die geistige WundertĂŒte hinter diesem Vorfall steckte... Oh Mann. Das wird noch lustig.

    Kein Held. Entbehrlich. Aber verdammt nĂŒtzlich.

    Einmal editiert, zuletzt von Ersetzbares Crewmitglied (22. August 2026 um 06:23)

  • Dienstag, 18.08.2026 – Tag 005 – Kleider machen Leute

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    Hallo ihr Lieben,

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    manchmal erkennen wir einen Menschen schon, bevor wir sein Gesicht sehen. Eine farbige Armbinde, eine bestimmte Waffe auf dem RĂŒcken oder eine vertraute Jacke genĂŒgen, und in unserem Kopf entsteht augenblicklich eine ganze Geschichte. Wir glauben zu wissen, wer dort vor uns steht, zu wem diese Person gehört und, ganz wichtig, ob wir ihr vertrauen können.

    In Chernarus sind solche Zeichen notwendig, weil fĂŒr lange ErklĂ€rungen nicht immer Zeit bleibt. Eine Armbinde kann verhindern, dass Freunde aufeinander schießen, eine SanitĂ€terjacke kann einem Verletzten zeigen, dass Hilfe naht, und eine Farbe genĂŒgt manchmal, um mitten in einem Gefecht ĂŒber Leben und Tod zu entscheiden. Doch Stoff besitzt kein GedĂ€chtnis und keine Moral. Jeder kann eine Armbinde herstellen, einen Helm aufsetzen oder eine fremde Silhouette nachbilden, wĂ€hrend die Folgen am Ende bei dem Menschen landen, dessen Geschichte bereits mit diesem Bild verbunden ist.

    Dieser Tag war voller Farben und Verwechslungen. Gelb kĂ€mpfte gegen GrĂŒn, ein blauer Ada verschwand, ein blauer SanitĂ€ter wurde erschossen, zwei verschiedene Tims begegneten einander, und ĂŒber allem hing weiterhin die Frage, wer in einer Kleidung durch das Land zog, die der meinen beinahe bis ins Einzelne glich.

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    🎭 Gelb gegen GrĂŒn in Polesovo

    Felixwert100 und Cypress legten ihre grĂŒnen Armbinden ab und gelbe Armbinden an. Trotzdem gerieten sie nahe Polesovo mit bewaffneten Überlebenden aneinander, die grĂŒne Armbinden und Pantomimemasken trugen. ZunĂ€chst war von zwei Gegnern die Rede, doch am Ende lagen offenbar drei von ihnen am Boden. Auch Felix und Cypress ĂŒberlebten den Kampf nicht, konnten ihr Fahrzeug jedoch sichern.

    Nachdem ihre Basis bereits geraidet worden war, erwies sich Polesovo damit erneut nicht unbedingt als der friedlichste Ort fĂŒr einen Neuanfang.

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    🚙 Ein frĂŒher Überfall auf I.K.E.A.

    Auch I.K.E.A. hatte keinen ruhigen Morgen. Ihre Basis wurde ĂŒberfallen, und Ikarus_98 (Pascal) war mitten drin, als er die Garage öffnete. Die Angreifer stahlen einen blauen Ada, in dem sich eine große Menge AusrĂŒstung befand.

    Mehr als einen Verdacht auf einen TĂ€ter gab es nicht. Sicher war nur, dass der Ada verschwunden und I.K.E.A. um eine weitere Erfahrung reicher war, bei der das Öffnen einer GaragentĂŒr deutlich aufwendiger endete als vorgesehen.



    ────────────── 💛 ──────────────

    đŸ› ïž Ein grĂŒner Ada und zwei verschiedene Tims

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    WĂ€hrend an anderen Orten geschossen und geraidet wurde, machten Black Lion, Pinky, s-tlk und Jammet gemeinsam einen grĂŒnen Ada nahe Pusta fahrbereit. Solche Arbeiten wirkten beinahe beruhigend, weil ein kaputtes Auto wenigstens ein ehrliches Problem darstellt; es verlangt Teile, Wasser, Werkzeug und gelegentlich eine gewisse Geduld, versucht aber in der Regel nicht, sich als jemand anderes auszugeben.

    Ich fuhr unterdessen nach Svetlojarsk, um einen Neuzugang namens ranchosanchoabzuholen, und brachte ihn nach Prigorodki. Am Camp zeigte ich ihm die wichtigsten Grundlagen, damit er sich kĂŒnftig selbststĂ€ndiger durch das Land bewegen konnte. Wenig spĂ€ter kam ein weiterer Neuzugang hinzu: Tim. Noch einer. Richtig gelesen.

    Zur Sicherheit sei erwÀhnt, dass es sich dabei um einen neuen Tim handelte und nicht um Interception, den bisherigen Tim. Chernarus hatte nun also zwei davon, denn offenbar waren die vorhandenen Namen inzwischen ebenso knapp geworden wie NÀgel und Zahlenschlösser...

    Der Bert schaute ebenfalls am Camp vorbei und brachte uns ein Zahlenschloss sowie Draht, bevor er sich auf den Weg in den Norden machte. Rio erschien spĂ€ter mit einigen Fahnen, fĂŒr die sich allerdings niemand so recht begeistern konnte. Damit besaßen wir vorĂŒbergehend eine kleine Auswahl textiler LadenhĂŒter, die sicherlich irgendwo ganz ausgezeichnet ausgesehen hĂ€tten, nur offenbar bei keinem der Anwesenden. Aber ich wĂŒrde schon die richtige Gruppe dafĂŒr finden.

    Im Industriegebiet begegnete ich Stefan, einem weiteren Neuzugang. Auch Tobi erschien am Camp, wobei es sich ausdrĂŒcklich nicht um den + CRK + Tobi vom Chernarussischen Roten Kreuz von DeerIsle handelte. Zwischen dem neuen Tim, dem alten Tim und dem anderen Tobi begann unser Lager langsam eine zusĂ€tzliche Namensverwaltung zu benötigen.


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    đŸ•ïž Ein volles Camp und eine schweigende UltrA

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    Schließlich kam ninja2.00926 (UltrA) als Bambi nach Prigorodki. Ausgerechnet an diesem Tag hĂ€tte ich gern mit ihr ĂŒber die GerĂŒchte und Sichtungen gesprochen, doch zunĂ€chst konnte sie nicht reden. Ich konnte sie deshalb kaum zu etwas befragen, das ohnehin schon schwierig genug einzuordnen war.

    Nach und nach kehrten auch Pinky, Black Lion und Jammet zurĂŒck. FĂŒr Jammet waren es offenbar ein paar Menschen zu viel auf einmal, denn er erschrak ĂŒber die unerwartete Ansammlung und zog sich wieder zurĂŒck. Vielleicht hatte er gehofft, ein Samaritercamp bestehe hauptsĂ€chlich aus GebĂ€uden, VorrĂ€ten und höchstens zwei sorgfĂ€ltig verteilten Bambis... nun heute Abend leider nicht.

    Ich zeigte dem neuen Tim noch einige Grundlagen, bevor er schließlich mit dem alten Tim loszog. Damit war zumindest gewĂ€hrleistet, dass einer von beiden wusste, wer der andere war und auch das Vorstellen lief ungewohnt schnell. "Hi, wir sind die Tims!" oder "Hi ich bin der Tim und das ist auch der Tim."


    Auch Cypress und Felixwert100 kamen noch einmal vorbei. Sie nahmen zwei Zahlenschlösser in Empfang und ĂŒberließen uns dafĂŒr eine weiße Fahne und ein Wagenzelt. Nachdem der frĂŒhere Tausch noch am fehlenden Schloss gescheitert war, konnten wir das GeschĂ€ft dieses Mal tatsĂ€chlich abschließen.

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    🚕 Drei FahrgĂ€ste und Browney vor der Motorhaube

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    SpĂ€ter fuhr ich an der KĂŒste entlang und sammelte Mauersegler (Lehmi) ein, der mich erneut bis zum Camp begleitete. In Kamyshovo holte ich Sense ab, und gemeinsam fuhren wir einige Zugevents an, bevor es weiter in Richtung Berezino ging. Unterwegs stieß auch cookfrags zu uns, sodass mein Gunter sich allmĂ€hlich wieder in jenes öffentliche Verkehrsmittel verwandelte, als das andere Menschen meine Fahrzeuge offenbar grundsĂ€tzlich betrachteten.

    In Berezino ließ ich Mauersegler (Lehmi), Sense und cookfrags aussteigen und wollte gerade weiterfahren, als Browney vor meinen Wagen sprang. Sein VerhĂ€ltnis zum eigenen Überleben schien in diesem Augenblick eher theoretischer Natur zu sein, denn er wirkte, als wolle er sich ĂŒberfahren lassen...

    Auch WhiskeyMixer stand dort. Ihn ĂŒberfuhr ich nicht, sondern nahm ihn mit. Man tut schließlich etwas fĂŒr seine Freunde, und in Chernarus kann ein Freundschaftsdienst bereits darin bestehen, zwischen einem Menschen und einer fragwĂŒrdigen Begegnung mit der eigenen Motorhaube zu unterscheiden.

    Von WhiskeyMixer erfuhr ich, dass sich gerade in Chernogorsk ein Raid abspielte. Vermutlich standen sich dort CHAOS und I.K.E.A. gegenĂŒber, doch offenbar waren noch weitere Personen beteiligt. Wer zu welcher Seite gehörte und wer lediglich die Gelegenheit nutzte, ließ sich aus der Entfernung nicht sicher sagen.

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    đŸ”« Wenn jedes Bambi zum Feind wird

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    I.K.E.A. wurde zu dieser Zeit immer wieder von Bambis angegriffen. Als Reaktion darauf schossen ihre Leute in der Stadt nun offenbar auf jeden Bambi, dem sie begegneten.

    Diese Entwicklung erinnerte mich unangenehm an das, was vor etwas mehr als einem Jahr im Umfeld der Chicks in Action in Chernogrosk geschehen war. Wenn Angreifer wiederholt dieselbe unauffĂ€llige Erscheinung benutzen, wird irgendwann nicht mehr auf das Verhalten eines Einzelnen reagiert, sondern auf eine ganze Gruppe. Aus dem vorsichtigen Blick auf eine Person wird ein Misstrauen gegen jeden, der dieselbe Kleidung trĂ€gt oder Ă€hnlich harmlos aussieht, bis schließlich jeder verdĂ€chtig ist und man sicherheitshalber gleich schießt.

    Unter den Erschossenen soll sich auch eine SanitÀterin in Blau befunden haben.

    Wieder jemand, der sich als einer von uns auszugeben versuchte oder wirklich eine Kollegin?


    Vielleicht. Vielleicht aber auch nur ein Mensch, der medizinische Kleidung trug und zur falschen Zeit durch die falsche Stadt lief. Ich wusste es nicht. Nach den Sichtungen der vergangenen Tage reichte die Nachricht dennoch aus, um das ungute GefĂŒhl zurĂŒckzubringen.

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    đŸ©ș Ein klĂ€rendes GesprĂ€ch mit UltrA

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    SpĂ€ter meldete sich ninja2.00926 (UltrA) schließlich bei mir schriftlich und entschuldigte sich aufrichtig fĂŒr die Dinge, die in der vergangenen Season schief gelaufen waren. Sie sprach auch den Raid auf I.K.E.A. an.
    Ein wichtiger Punkt aber fehlte mir: Die Sache mit der DoppelgĂ€ngerin. Nach den Zeugenaussagen hatte eine Person Kleidung und AusrĂŒstung getragen, die meinem Erscheinungsbild ungewöhnlich nahekam, und ninja2.00926 UltrA wurde mit dieser Gestalt in Verbindung gebracht.

    Sie bestritt kategorisch, in meiner Uniform geraidet zu haben, und erklĂ€rte, dass sie niemals so etwas tun wĂŒrde. Ihrer Darstellung nach hatte sie lediglich eine rote Jacke, einen Rucksack und einen blauen Helm getragen.

    Ich wollte ihr glauben, doch ihre ErklĂ€rung ließ fĂŒr mich einige LĂŒcken offen. Die Ähnlichkeit hatte sich nach den Berichten nicht auf eine rote Jacke und einen blauen Helm beschrĂ€nkt. Auch Plattenweste, R12 und kleine Details sollen nahezu genau meinem Erscheinungsbild entsprochen haben. Jede einzelne Übereinstimmung konnte Zufall sein, doch zusammen ergaben sie ein Bild, das sich nur schwer mit einer beilĂ€ufig Ă€hnlichen Kleiderwahl erklĂ€ren ließ.

    Das bedeutete noch immer nicht, dass ninja2.00926 (UltrA) unter meinem Namen geraidet oder bewusst versucht hatte, mir etwas anzuhĂ€ngen. Vielleicht war sie tatsĂ€chlich nur in eine Situation geraten, die anschließend von anderen falsch eingeordnet wurde. Vielleicht hatte jemand anderes die Kleidung getragen. Ebenso war denkbar, dass sie mein Erscheinungsbild als Scherz nachgebaut hatte, ohne darĂŒber nachzudenken, was wĂ€hrenddessen geschehen könnte.

    Ich wusste es nicht.

    Deshalb warf ich ihr keine Tat vor, die ich nicht beweisen konnte. Ich sagte ihr jedoch, dass ich mir wĂŒnschte, sie und die anderen wĂŒrden uns einfach in Frieden lassen. Ich wollte nicht stĂ€ndig in Auseinandersetzungen gezogen werden, die ich weder begonnen noch gesucht hatte. Ich hatte ihr nichts getan, und dennoch musste ich nun darĂŒber nachdenken, ob andere Menschen vielleicht glaubten, mich bei einem Raid oder mitten in einem Gefecht gesehen zu haben. Und am Ende hatte ich unnötig viel damit zu tun, diese MissverstĂ€ndnisse aufzuklĂ€ren, denn Vertrauen war nach wie vor unsere wichtigste WĂ€hrung am Camp.

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    đŸŒ± Cala-J und die freundlichere ErklĂ€rung

    Cala-j versuchte spĂ€ter, mich wieder etwas zu erden. Er glaubte, die Verkleidung sei wahrscheinlich nur ein Scherz gewesen, ohne böse Absicht und Ă€hnlich unbedacht wie Assaults Inszenierung vor unserem Camp (die er im Übrigen auch sehr witzig fand... bis auf die SchĂŒsse natĂŒrlich und die Tatsache, dass sie im Camp mit Waffen in der Hand herumgelaufen waren...)
    Sie habe einen LKW an Jannnik und I.K.E.A. geben wollen und fand es lustig, dies in meiner Uniform ausgerechnet am Airfield zu tun. DafĂŒr hatte sie einiges an Anstrengung unternommen, denn dem LKW fehlten wohl Reifen.

    Bestimmt hatte er damit recht.

    Es war durchaus möglich, dass hinter allem keine große Absicht steckte, sondern lediglich eine Idee, die im eigenen Kopf lustig gewirkt hatte und draußen in Chernarus plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekam. Menschen denken oft an das, was sie tun wollen, und deutlich seltener an all die Dinge, die andere anschließend darin erkennen könnten.

    Trotzdem hatte ich gehofft, dass wenigstens eine der anderen Chicks ihr gesagt hĂ€tte, wie unklug es war, in beinahe vollstĂ€ndiger Herz-AusrĂŒstung durch Konfliktgebiete zu ziehen. Selbst wenn ninja2.00926 (UltrA) niemanden angreifen wollte, konnte sie erschossen, in einen Raid verwickelt oder mit einer Tat in Verbindung gebracht werden, die spĂ€ter mir zugeschrieben wurde. Sollte sie selbst auf jemanden schießen, wĂŒrde möglicherweise nicht ihr Name fallen, sondern meiner.

    Vielleicht verlangte ich zu viel. Vielleicht sahen die Chicks darin wirklich nur einen Scherz und gingen davon aus, dass schon nichts passieren wĂŒrde. Allerdings besaßen sie seit jeher ein besonderes Talent dafĂŒr, irgendwo ein Tor zu entdecken und erst hinterher zu ĂŒberlegen, ob die Gelegenheit tatsĂ€chlich ergriffen werden musste.

    Chicks waren eben Chicks.

    Das machte sie manchmal liebenswert. Und gelegentlich ausgesprochen anstrengend...

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Dieser Tag hatte mit gelben und grĂŒnen Armbinden, zwei Toten in Polesovo und einem Überfall auf I.K.E.A. begonnen. SpĂ€ter war unser Camp voller neuer und vertrauter Gesichter gewesen, ein grĂŒner Ada war wieder gefahren, ranchosancho und der neue Tim hatten ihre ersten Grundlagen gelernt, und aus einer KĂŒstenfahrt war einmal mehr ein kleiner Sammeltransport nach Berezino geworden. Gleichzeitig hatte sich die Sache mit dem "falschen Herz" verdichtet, wĂ€hrend in Chernogorsk bereits Bambis aufgrund der Taten anderer Bambis erschossen wurden.

    Jetzt bleibt mir vor allem die Frage, wie viel Verantwortung ein Mensch fĂŒr das Bild trĂ€gt, das er bewusst nach außen zeigt. Niemand besitzt eine Farbe, eine Jacke oder einen Helm, und ich kann niemandem verbieten, eine R12 zu tragen oder sich ein FunkgerĂ€t an die Weste zu hĂ€ngen. Dennoch wissen wir alle, dass bestimmte Kombinationen irgendwann zu einem Erkennungszeichen werden und andere Menschen darauf reagieren.

    Cala-Js freundlichere Deutung hilft mir, wenigstens eine andere Möglichkeit im Blick zu behalten. Vielleicht ist die ganze Sache tatsĂ€chlich als harmloser Scherz gedacht. Doch auch ein Scherz besitzt Folgen, sobald andere Menschen ihre Waffen danach ausrichten. Wer wie eine bekannte Samariterin aussieht, trĂ€gt fĂŒr diesen Moment einen Teil des Vertrauens, aber auch einen Teil der Konflikte mit sich, die an diesem Bild hĂ€ngen.

    Gerade deshalb macht mir die Entwicklung bei I.K.E.A. Sorgen. Wenn Angriffe durch Bambis dazu fĂŒhren, dass jedes Bambi vorsorglich erschossen wird, verlieren am Ende die Falschen ihr Leben. Dass unter ihnen möglicherweise ein SanitĂ€ter in Blau gewesen ist, zeigt, wie wenig eine Uniform noch schĂŒtzt, sobald Angst alle Menschen darunter gleich aussehen lĂ€sst.

    Ich möchte weiterhin anhalten, wenn jemand an der KĂŒste Hilfe braucht. Ich möchte neue Menschen nach Prigorodki bringen, ihnen die Grundlagen zeigen und ihnen eine Chance geben, bevor ihre Armbinde oder ihre Kleidung bereits das Urteil fĂŒr sie spricht. Gleichzeitig merke ich, dass jeder dieser Schritte mehr Vorsicht verlangt als frĂŒher.

    Vielleicht erkennt man einen Menschen tatsÀchlich zuerst an seiner Kleidung. Kennenlernen kann man ihn jedoch erst an dem, was er tut, wenn niemand ihm die passende Rolle vorschreibt.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛


    đŸŽžïž Video-Stream vom 18.08.2026:

    ⚒DayZ mit Herz - Rettet RANCHO! (Herzzeitl #034) #gdz #dayz
    Hallo ihr Lieben,Der Wipe ist durch – Chernarus steht wieder auf Anfang. Und wir holen Neuzugang Rancho von der KĂŒste ab...In diesem Sinne:Passt auf euch auf...
    youtube.com
  • Mittwoch, 19.08.2026 – Tag 006 – Was sich nicht einfach auffĂŒllen lĂ€sst

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    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Dinge, die lassen sich wieder auffĂŒllen. Ein leerer Vorrat braucht Zeit, einige helfende HĂ€nde und jemanden, der bereit ist, mehr mitzubringen, als er selbst verbraucht.
    NĂ€gel finden ihren Weg zurĂŒck in die Kisten, Fleisch kann neu gejagt werden, und selbst ein vollstĂ€ndig geplĂŒnderter Unterstand sieht irgendwann wieder so aus, als könnte damit tatsĂ€chlich jemand versorgt werden.

    Mit Vertrauen ist es schwieriger. Auch dort kann etwas verschwinden, manchmal langsam und beinahe unbemerkt, manchmal durch einen einzigen Vorfall. Man kann neues Vertrauen aufbauen, doch es liegt nicht am nĂ€chsten Morgen ordentlich gestapelt im Regal, nur weil man sich MĂŒhe gegeben hat.

    An diesem Mittwoch waren unsere VorrĂ€te erneut leer, wĂ€hrend andere Menschen NĂ€gel, Fahrzeuge, Westen und ihre Zeit mit uns teilten. Gleichzeitig erreichten mich Nachrichten, die meine Zweifel an alten Bekannten weiter nĂ€hrten. Vielleicht war deshalb ausgerechnet ein BegrĂŒĂŸungsteddy mit zwei Tomaten das ehrlichste Geschenk des Tages: nicht besonders hilfreich gegen Blutverlust, aber immerhin alles, was wir in diesem Moment noch geben konnten.


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    🚗 Die Jagd nach der schwarzen Olga

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    Felixwert100 berichtete von einer schwarzen Olga, die am Morgen immer wieder an der KĂŒste auf und ab gefahren war. Kurz darauf hörte ich selbst von der Leitstelle aus ein MotorengerĂ€usch, setzte mich in den Gunter und fuhr los. Auch Felix nahm mit seinem Sarka die Verfolgung auf.

    Auf Höhe des Zugevents bei Skalisty Island holte Felix die Olga ein und sprach den Fahrer an, wĂ€hrend ich an beiden Wagen vorbeizog. Was zunĂ€chst wie eine verdĂ€chtige KĂŒstenpatrouille ausgesehen hatte, entpuppte sich schließlich als niemand geringeren als den Rheingauer! .

    Er beklagte, dass Prigorodki beinahe leer sei. Medizinisches Versorgungsmaterial fehlte, das Fleisch war verschwunden und von den VorrĂ€ten, die eigentlich fĂŒr Neuankömmlinge und Verletzte gedacht waren, war kaum noch etwas ĂŒbrig. Ich konnte ihm nur zustimmen. Noch in der Nacht hatte ich die BestĂ€nde aufgefĂŒllt, doch wenige Stunden spĂ€ter sah es wieder aus, als hĂ€tte jemand unsere Zelte bis auf die letzte brauchbare Kleinigkeit durchsucht.

    Vielleicht waren es viele Bambis, von denen jeder nur ein wenig mitnahm.

    Vielleicht kam immer dieselbe Person zurĂŒck und bediente sich regelmĂ€ĂŸig. Ich erinnerte mich jedenfalls an frĂŒhere Zeiten, in denen ich irgendwann ĂŒberzeugt gewesen war, jemand mĂŒsse mit unseren VorrĂ€ten heimlich ein vollstĂ€ndiges Krankenhaus an einem unbekannten Ort errichten.

    Sollte dieses Krankenhaus tatsĂ€chlich existieren, verfĂŒgte es inzwischen vermutlich ĂŒber eine ausgezeichnete medizinische Abteilung und eine recht gut bestĂŒckte Kantine...


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    🛞 Reifen fĂŒr niemanden

    Der Rheingauer! erzĂ€hlte außerdem von einem Überlebenden, der am ersten Tag nach dem Wipe sĂ€mtliche Reifen von mehreren Fahrzeugen abmontiert und zum Despawnen auf den Boden gelegt hatte. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass andere (vor allem aber die großen Fraktionen) die Wagen einfach reparierten und mitnahmen. Das erklĂ€rte, warum ich einen roten Sarka sowie eine schwarze Olga ohne Reifen vorgefunden hatte.

    Wer dafĂŒr verantwortlich gewesen war, wollte der Rheingauer! nicht verraten. Ich respektierte das, auch wenn mir zwei Personen einfielen, zu denen eine solche Aktion durchaus passen wĂŒrde.

    Welcher von beiden es gewesen war, wusste ich nicht. Die eigentliche Nachricht lag fĂŒr mich ohnehin woanders: Wer auch immer es gewesen war von den beiden, er war zurĂŒck.


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    đŸ€  Ein SanitĂ€ter mit Cowboyhut

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    Einen SanitĂ€ter in meinem Erscheinungsbild hatte der Rheingauer! nicht gesehen. DafĂŒr meldete sich Der Bert und fragte, ob er das Lager in Solnichniy ĂŒbernehmen und dort SanitĂ€terkleidung tragen dĂŒrfe. Das Ganze sollte nicht unter der Flagge der "Chicks in Action" stattfinden, sondern war gewissermaßen Vater Berts Herzensprojekt.

    Ich freute mich ĂŒber die Frage, obwohl er meine Erlaubnis fĂŒr seine Kleidung natĂŒrlich nicht brauchte. Jeder darf tragen, was er möchte. Ich bat ihn lediglich darum, mein Erscheinungsbild nicht vollstĂ€ndig zu kopieren und auf die blaue Armbinde zu verzichten, denn diese ist bei uns an den Eid der Samariter gebunden.

    Der Bert verstand das und ĂŒbernahm das Lager. Schon bald entstanden dort mehrere UnterstĂ€nde, und Rio lobte seinen Eifer. Der Bert trug eine rote SanitĂ€teruniform, ohne sich dadurch als etwas auszugeben, das er nicht war. Genau darin lag fĂŒr mich der entscheidende Unterschied.

    Ich versprach ihm außerdem, nach einem Cowboyhut Ausschau zu halten, den er vor zwei Seasons so gerne getragen hatte. Ein SanitĂ€ter in Rot mit Cowboyhut dĂŒrfte selbst in unserem Chernarus ausreichend eindeutig sein.


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    🎁 Pressewesten und ein LKW fĂŒr alle

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    I.K.E.A. spendete uns zwei Pressewesten, ĂŒber die ich mich sehr freute. Gerade in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen zwischen Gefechten, GerĂŒchten und wechselnden Fronten bewegten, konnte eine deutlich erkennbare Presseweste vielleicht wenigstens fĂŒr einen kurzen Moment erklĂ€ren, weshalb jemand wie beispielsweise Rita Kimmekorn neugierig in der NĂ€he von SchĂŒssen herumstand.

    WhiskeyMixer beziehungsweise I.K.E.A. ĂŒberließ uns außerdem einen LKW. Wir nahmen ihn als Community-Fahrzeug in die Leitstelle auf, damit er nicht nur einer einzelnen Gruppe diente, sondern möglichst vielen beim Aufbau helfen konnte.

    Die Zeiten wurden hÀrter, und gerade deshalb bedeutete mir dieses Geschenk viel. Ein LKW ersetzt kein Vertrauen, doch er kann Bretter, FÀsser, Zelte und manchmal sogar die Menschen transportieren, die es wieder aufbauen.

    Cypress und Felixwert100 liehen sich das neue Community-Fahrzeug wenig spĂ€ter aus, um an ihrer Basis zu bauen. Sie brachten es heil zurĂŒck, womit die wichtigste Regel fĂŒr gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge bereits erfĂŒllt war.


    Auch janinesta (Selina) und Pinky waren unterwegs und kehrten mit NĂ€geln zurĂŒck.
    Dank ihrer Ausbeute entstanden zwei weitere WÀnde in der Leitstelle. Zwischen all den verschwundenen VorrÀten wuchs unser Camp also trotzdem weiter.


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    đŸ€« Der schweigende Fremde

    janinesta (Selina) begegnete am Camp einem stummen Fremden, der nicht mit ihr reden wollte. Nach den vergangenen Tagen war ein unbekannter schweigender Besucher nicht gerade geeignet, sofort ein GefĂŒhl völliger Entspannung auszulösen.

    Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass von ihm keinerlei Bedrohung ausging.

    Es war Rio.

    Weshalb er schwieg, wusste ich nicht. Vielleicht wollte er lediglich prĂŒfen, wie lange es dauerte, bis man ihn erkannte. Vielleicht hatte er einfach keine Lust zu reden. Nach Gandalf, Assault und meinem eigenen TestkĂ€ufer konnte man inzwischen jedenfalls niemandem mehr verdenken, bei ungewöhnlichem Verhalten zunĂ€chst etwas genauer hinzusehen.

    janinesta (Selina) brach anschließend in Richtung Airfield auf.


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    đŸș Cobaltblau gibt nicht auf

    Auch Cobaltblau;P meldete sich zurĂŒck und berichtete von einer bemerkenswert grĂŒndlichen Folge persönlicher Katastrophen. ZunĂ€chst war er Wölfen zum Opfer gefallen, anschließend verblutet und schließlich auch noch an der Gaskrankheit gestorben.

    Andere Menschen hĂ€tten nach einer solchen Bilanz vielleicht beschlossen, sich fĂŒr eine Weile an einen sicheren Brunnen zu setzen und ihre Lebensentscheidungen zu ĂŒberdenken. Cobaltblau;P trĂ€umte weiterhin vom Eigenheim.

    Man muss PrioritÀten haben.

    SpĂ€ter traf er gemeinsam mit Felixwert100 und Tim – diesmal tatsĂ€chlich Interception – am Camp auf einen Überlebenden namens Solid, beziehungsweise SolidSecondhand. Die drei begrĂŒĂŸten ihn, wĂ€hrend ich in einem eher unpassenden Zustand hinzukam.

    Ich blutete und hatte keine Bandage mehr bei mir. Im Camp fand sich ebenfalls keine einzige. Unsere medizinische Versorgung war erneut so grĂŒndlich geleert worden, dass die Samariterin sich an ihrem eigenen Camp notdĂŒrftig mit einem Stofffetzen verbinden musste.

    Zum GlĂŒck entzĂŒndete sich die Wunde nicht.

    FĂŒr Solid hatte ich trotzdem ein BegrĂŒĂŸungsgeschenk: einen Teddy und zwei Tomaten. Eine Bandage wĂ€re in diesem Augenblick zweifellos sinnvoller gewesen, aber man kann nur verschenken, was nicht bereits aus den Zelten verschwunden ist.

    Solid nahm es hin, und Cobaltblau;P zog anschließend mit ihm los, um ihm die Grundlagen des Überlebens zu zeigen. Damit gab der Mann, der kurz zuvor noch Wölfen, Blutverlust und Gas zum Opfer gefallen war, bereits wieder sein Wissen an einen Neuen weiter.


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    🎯 Was vor zwei Tagen geschah

    Inzwischen bestĂ€tigte sich, dass CHAOS vor zwei Tagen I.K.E.A. angegriffen hatte. Allerdings waren offenbar noch weitere Personen als ZaungĂ€ste oder Beteiligte vor Ort gewesen. Von zwei ScharfschĂŒtzen war die Rede, die Armbinden mit einem Zielfernrohrsymbol trugen und ihre Stellung durch eine Sprengfalle abgesichert hatten, deren Granate sie am Ende selbst zur Strecke brachte.

    Wer diese beiden waren und in welchem VerhĂ€ltnis sie zu den ĂŒbrigen Angreifern standen, wusste ich nicht. Die Information machte den damaligen Überfall nicht ĂŒbersichtlicher, erklĂ€rte aber zumindest, weshalb sich die Ereignisse nicht sauber nur einer einzigen Gruppe zuordnen ließen.

    Es wurde immer schwieriger, zwischen festen BĂŒndnissen, kurzfristigen Gelegenheiten und Menschen zu unterscheiden, die einfach dort auftauchten, wo bereits geschossen wurde.


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    🌙 Drei kommunikative SchĂŒsse

    In der Nacht meldete Blitzo mehrere BaitschĂŒsse. Die ungefĂ€hre Position ließ sich im Bereich der "Rostigen Axt" verorten.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 rĂŒckte aus und gab drei, wie sie es nannte, „kommunikative VanillaschĂŒsse“ ab, um Kontakt aufzunehmen. Diese besondere Form der GesprĂ€chseröffnung fĂŒhrte zunĂ€chst zu keiner sichtbaren Antwort. Erst etwas spĂ€ter fielen erneut BaitschĂŒsse aus westlicher Richtung.

    Sueda sicherte die Umgebung, fand jedoch niemanden, den sie zu einem vertiefenden Austausch ĂŒber die Bedeutung einzelner GewehrschĂŒsse hĂ€tte einladen können. DafĂŒr entdeckte sie an der Klinik ein vierstelliges Zahlenschloss, das jemand wohl liegengelassen hatte.

    Dieses tauschte sie spĂ€ter bei I.K.E.A. gegen eine Packung NĂ€gel und einige TrockenfrĂŒchte ein. Damit hatte die nĂ€chtliche Suche am Ende immerhin Baumaterial und Verpflegung eingebracht, auch wenn das ursprĂŒngliche GesprĂ€ch weitgehend aus SchĂŒssen bestanden hatte.

    FĂŒr Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 war das vermutlich ein vergleichsweise diplomatischer Abend.


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    đŸ§© Hinweise, die noch keine Antworten sind

    Im Laufe des Abends erreichten mich weitere Berichte ĂŒber einen anderen Angriff auf einen LKW und einige der geraubten Dinge, die danach wieder in den HĂ€nden anderer bekannter Personen aufgetaucht sein sollen. Es gibt Überschneidungen, die Fragen aufwerfen, vielleicht sogar Verbindungen, die man sich genauer ansehen sollte. Mehr möchte ich darĂŒber im Augenblick nicht schreiben, denn Hinweise sind noch keine Gewissheiten und ein öffentlich ausgesprochener Verdacht lĂ€sst sich nur schwer wieder einfangen. ABer ich wĂŒrde lĂŒgen, wenn ich sagen wĂŒrde, dass mich die Sache nicht beschĂ€ftigt.

    Ich nehme ernst, was mir anvertraut wurde, und ebenso ernst nehme ich die Möglichkeit, dass wir noch nicht das ganze Bild kennen.
    Deshalb werde ich genauer hinsehen, ohne vorschnell Namen in dieses Logbuch zu setzen. Misstrauen mag manchmal notwendig sein, doch es sollte nicht lauter werden als die Tatsachen.


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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Dieser Tag begann mit der Verfolgung einer schwarzen Olga und endete mit GesprĂ€chen, aus denen mehr Fragen hervorgingen, als mir lieb waren. Dazwischen wurden VorrĂ€te vermisst, Fahrzeuge verliehen und heil zurĂŒckgebracht, ein neues Lager aufgebaut, NĂ€gel gegen ein Zahlenschloss getauscht und ein verwundeter Mensch mit einem Stofffetzen verbunden, weil ausgerechnet in unserem SanitĂ€tercamp keine einzige Bandage mehr lag. Immerhin konnte ich Solid einen Teddy und zwei Tomaten ĂŒberreichen. Medizinisch fragwĂŒrdig zwar, aber es kam von Herzen. (Anmerkung von Nr. 371: Haha..)

    Was von diesem Tag bleibt, lĂ€sst sich nicht in Kisten lagern. Vertrauen kann man nicht nachts auffĂŒllen wie Fleisch, Medikamente oder saubere VerbĂ€nde. Es entsteht dort, wo Der Bert Bert Verantwortung fĂŒr ein Camp ĂŒbernimmt, wo Cobaltblau;P nach all seinen RĂŒckschlĂ€gen einem Neuen die ersten Schritte zeigt und wo ein Community-LKW tatsĂ€chlich zurĂŒckgebracht wird, statt auf rĂ€tselhafte Weise samt Reifen und Inhalt aus Chernarus zu verschwinden.

    Gleichzeitig liegen Dinge vor mir, die ich nicht einfach ĂŒbersehen kann. Ich kenne noch nicht alle ZusammenhĂ€nge, und genau deshalb möchte ich weder jemanden verurteilen noch mich mit einer bequemen ErklĂ€rung beruhigen. Ich bleibe aufmerksam. Ich höre zu. Und ich versuche, zwischen dem zu unterscheiden, was ich weiß, was andere vermuten und was meine eigenen Erfahrungen mir zuflĂŒstern.

    Vielleicht ist das gerade die schwierigste Form des Vertrauens: nicht blind zu glauben, aber auch nicht jeden Menschen schon im Voraus schuldig zu sprechen.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Donnerstag, 20.08.2026 – Tag 007 – Was mir auch eine Niederlage nicht nimmt

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    Hallo ihr Lieben,

    manchmal trĂ€gt man einen kleinen Ärger lĂ€nger mit sich herum, als es von außen vernĂŒnftig erscheint. FĂŒr andere ging es vielleicht nur um einen Reifen, der kurz von einem Auto genommen und anschließend wieder angebracht worden war. FĂŒr mich steckte darin jedoch mehr, denn ich hatte in diesem Augenblick Hilfe angeboten und musste zusehen, wie ausgerechnet diese ausgestreckte Hand zum Anlass fĂŒr den nĂ€chsten Scherz wurde. Außerdem stand ich mitten auf einer offenen Straße und wĂ€re jedem SchĂŒtzen ausgeliefert gewesen, wĂ€hrend PropaGandalf an meinem Wagen herumschraubte.

    Der Reifen war aufgrund von jayphiiyos beherztem Eingreifen schnell wieder dort, wo er hingehörte. Das GefĂŒhl, das Gandalfs Verhalten bei mir hinterlassen hatte, blieb.

    Vielleicht hĂ€tte ein weiteres GesprĂ€ch genĂŒgt. Wir hatten allerdings schon gesprochen, in der Vergangenheit und ich hatte ihm damals deutlich gesagt, dass seine Streiche irgendwann Folgen haben wĂŒrden. Wenn Worte mehrfach ausgesprochen werden und trotzdem nichts verĂ€ndern, verlieren sie allmĂ€hlich ihr Gewicht. Ich wollte nicht, dass das auch mit meinen geschah.

    Deshalb sollte es einen Boxkampf geben. Eine begrenzte, sportliche Auseinandersetzung, bei der wir beide wussten, worauf wir uns einließen und nach der die Sache erledigt sein konnte. Dass ich diesen Kampf verlieren wĂŒrde, wusste ich zu Beginn des Tages noch nicht. Dass ich mich danach trotzdem ruhiger fĂŒhlen wĂŒrde, ebenfalls nicht.

    ZunÀchst verlief der Tag ohnehin sehr viel friedlicher.

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    đŸłïž Fahnen fĂŒr ihre kĂŒnftigen Besitzer

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    The_GraveDigger befand sich im wohlverdienten Urlaub, was ich ihm von Herzen gönnte (Anmerkung von Nr. 371: Haha...).
    Nach allem, was er seit dem Wipe in Berezino und Prigorodki aufgebaut, geschleppt und organisiert hatte, durfte auch er sich einmal eine Weile von Brettern, NĂ€geln und unserer kaum ĂŒberschaubaren Baustellenplanung entfernen.

    DafĂŒr kamen Bitwanted und LadyBitStorm nach Prigorodki und brachten mir drei Fahnen mit. Ich bedankte mich und war zuversichtlich, fĂŒr jede von ihnen die richtigen Menschen zu finden. Fahnen sind schließlich nicht bloß Stoff, den man an einem Mast befestigt. Sie zeigen Zugehörigkeit, erzĂ€hlen etwas ĂŒber ihre Besitzer und verwandeln einen zufĂ€lligen Ort manchmal erst in einen Platz, an den jemand zurĂŒckkehren möchte.

    Solid lief ebenfalls am Camp vorbei, doch ich sah ihn nur aus einiger Entfernung und konnte ihn nicht mehr ansprechen. Zwei Neuankömmliche: Micha und Flo blieben etwas lĂ€nger, wobei Flo vor allem die WĂ€rme suchte. DafĂŒr war unser Feuer da, und ich mochte diesen einfachen Gedanken: dass niemand eine lange ErklĂ€rung braucht, wenn er friert und sich fĂŒr eine Weile zu uns setzen möchte.


    Ein fremdes Bambi sah das offenbar anders. Es rannte am Camp vorbei, als wĂ€re der Leibhaftige hinter ihm her, trug einen roten Rucksack und ließ sich auch durch meine Rufe nicht aufhalten. Vielleicht hatte es Angst, vielleicht hatte es ein dringendes Ziel oder vielleicht war es in dieser Welt einfach klĂŒger geworden, nicht jedem freundlichen Ruf zu vertrauen. Ich wusste es nicht und ließ es ziehen.

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    đŸ”„ Nachrichten am nĂ€chtlichen Feuer

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    In der Nacht saß ich mit .chantal2000 und Pinky am Lagerfeuer und wir grillten, als Browney zu uns kam. Er war wieder an der KĂŒste gelandet, und das offenbar sehr oft in der letzten Zeit. Seinem Bericht nach hatte CHAOS seine Leute ĂŒberfallen, weil sie in deren NĂ€he gebaut hatten. Wie genau es dazu gekommen war, wusste ich nicht, doch ich hörte ihm an, dass diese Wiederholungen an ihm zehrten. Es ist schwer, an einem Ort heimisch zu werden, wenn man stĂ€ndig an der KĂŒste erwacht und erneut beginnen muss und es dann nichts mehr gibt, wohin man zurĂŒckkehren könnte.

    Auch von I.K.E.A. erreichten mich beunruhigende Nachrichten. Man wollte sich mit den Besitzern der gelben Armbinden „unterhalten“, nachdem Jannnik an ihrer Basis angeschossen und eine Blendgranate ĂŒber die Mauer geworfen worden war.

    WhiskeyMixer formulierte es auf seine Weise: „Die Jungs waren heute nĂ€mlich ganz schön frech!“

    Ob die angekĂŒndigte Unterhaltung tatsĂ€chlich bei Worten bleiben wĂŒrde, konnte ich nicht einschĂ€tzen. Ich hoffte es, auch wenn die Erfahrung zeigt, dass GesprĂ€che in Chernarus schnell eine betrĂ€chtliche Reichweite und ein gefĂŒlltes Magazin entwickeln können. Was mich aber mehr besorgte war die Tatsache, dass ich solch ein Verhalten CypR3ss und Felixwert100 gar nicht zugetraut hĂ€tte.
    Sie hatten auch gar keinen Grund, aktiv nach Streit zu suchen. Sie waren vom Pech verfolgt gewesen und der Streit hatte sie ohnehin immer gefunden. Gab es möglicherweise noch andere Leute, die eine gelbe Armbinde trugen?

    Daneben hörte ich aus mehreren Richtungen, Greeny_29 sei wieder im Land. Persönlich gesprochen hatte ich ihn noch nicht, weshalb ich auch darĂŒber nicht mehr sagen konnte. Im Augenblick kehrten viele alte Namen zurĂŒck, manchmal zunĂ€chst nur als GerĂŒcht und erst spĂ€ter als Mensch, der tatsĂ€chlich vor einem stand. Bis dahin wollte ich abwarten.


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    🚙 Eine abendliche Kontrolle

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    Ich war gerade damit beschĂ€ftigt, einige BaumstĂ€mme zu fĂ€llen, als eine weinrote Olga vor dem Camp hielt. Zwei Überlebende mit grĂŒnen Armbinden stiegen aus, und kurz darauf hörte ich jayphiiyos vertraute Stimme.

    „C.I.A. Wir dachten, wir machen mal eine abendliche Kontrolle. Ob die Uniform und die SchĂŒhchen richtig sitzen...“, sprach sie in gespieltem Ton. „Bei dir scheint ja alles zu sitzen“, erwiderte ich ruhig.

    PropaGandalf war ebenfalls dabei. Trotz unserer noch offenen Angelegenheit lud ich beide zum Event am folgenden Abend ein. Sie hatten ein Auto gefunden, benötigten allerdings eine ZĂŒndkerze, bevor daraus mehr als ein stehendes Wrack werden konnte.

    Wir setzten uns in der Dunkelheit ans Lagerfeuer, wĂ€hrend PropaGandalf sein Fleisch grillte. Die Szene war beinahe gewöhnlich: Holz knackte in den Flammen, jemand kĂŒmmerte sich um sein Essen und zwischendurch wurde darĂŒber gesprochen, welche Farbe man kĂŒnftig am Arm tragen wollte. Gerade diese gewöhnlichen Augenblicke hatte ich vermisst.

    Ich fragte, ob die grĂŒnen Armbinden nun offiziell seien. jayphiiyo erklĂ€rte, dass sie diese lediglich trugen, weil sie zuvor am Airfield gewesen waren. Eigentlich gehörte GrĂŒn nicht zu ihnen. Schwarz hĂ€tte ihnen gefallen, doch diese Farbe war bereits von I.K.E.A. besetzt, weshalb die Chicks offenbar noch ĂŒberlegten, wie sie kĂŒnftig auftreten wollten. Vermutlich mit einer "Chicks"-Fahne.

    Aus dem Nachbarort waren einige SchĂŒsse zu hören gewesen, denen jayphiiyo und PropaGandalf nachgegangen waren. Der Bert und Voiid hatten dort ebenfalls einen Überlebenden gesehen und mussten schließlich feststellen, dass jemand ihre Fahne entwendete. Voiid kĂ€mpfte mit dem Fremden und brachte ihn schließlich zur Strecke. Dann meldete sich Cable98 (Tom) sich bei Jay meldete. „Ah, ihr seid doch aktiv“, schrieb er.

    Manchmal genĂŒgt in Chernarus offenbar schon eine gestohlene Fahne, um die RĂŒckkehr einer ganzen Gruppe offiziell zu bestĂ€tigen. Aber ganz ehrlich? Das hĂ€tte man auch ohne Fahne schon gemerkt, wenn man nur einigermaßen aufmerksam durch die Lande streifte.

    Von den Überlebenden mit Pantomimemasken, die immer mal wieder in der NĂ€he des Camps gesehen wurden, wussten jayphiiyo und PropaGandalf Gandalf nichts. Vielleicht war Stimmuuung wieder im Land, wurde vermutet, doch sicher war sich niemand. Ich erzĂ€hlte von den Bambis, die mit solchen Masken gesehen worden waren. Mehr als einzelne Beobachtungen hatten wir allerdings nicht, und eine Maske verrĂ€t wenig ĂŒber das Gesicht darunter.

    PropaGandalf erkundigte sich außerdem nach einem Bambi, das in Solotar erschossen worden war. FĂŒr diesen Menschen hatte er eine Nachricht: „Arbeite an deinen Augen!“

    Ich nahm sie zur Kenntnis, ohne zu versprechen, kĂŒnftig als Überbringerin von PropaGandalf s pĂ€dagogischen Empfehlungen durch Chernarus zu reisen. DafĂŒr hatte ich nĂ€mlich noch meine eigene an ihn...

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    🎭 Eine Maske und eine Fahrt zum Airfield

    WhiskeyMixer hatte derweil Taxi gespielt und war zum nordwestlichen Airfield gefahren, nachdem jayphiiyo dort erschossen worden war. Gemeinsam hatten sie sich anschließend auf die Lauer gelegt, doch niemand kam zurĂŒck. Stattdessen gerieten sie in eine Gaszone und zogen sich eine Vergiftung zu. PropaGandalf rettete den Tag schließlich mit Blut der Gruppe 0 negativ.

    Das war eine jener Geschichten, die gut zu ihm passten. Zuerst brachte er einen Menschen beinahe dazu, ihn wegen eines abgeschraubten Reifens zu erschießen, wenig spĂ€ter rettete er mit seinem eigenen Blut andere vor dem Tod. Vielleicht war gerade das ein Grund, weshalb ich ihm trotz allem nicht dauerhaft böse sein konnte. Seine guten Seiten waren ebenso wirklich wie der Unsinn, den er mit erstaunlicher ZuverlĂ€ssigkeit und nennen wir es mal "zielstrebigkeit" veranstaltete.

    WhiskeyMixer kam spÀter ebenfalls ans Camp und hatte eine Pantomimemaske bei sich. Er hatte sie bereits zwei Tage zuvor einem Bambi abgenommen.

    „Das war auch ganz schön frech“, erklĂ€rte er.

    Worin genau die Frechheit bestanden hatte, blieb dabei fast ebenso unklar wie die Frage, warum ĂŒberhaupt so viele dieser Masken auftauchten. Wir hatten nun eine zum Ansehen, aber noch immer keine Antwort.


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    đŸ„Š Was noch zwischen uns stand

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    Irgendwann sprach PropaGandalf den Boxkampf an, den ich fĂŒr den folgenden Abend angesetzt hatte. Danach sollte noch „Lass krachen in...“-Event stattfinden, weshalb er fragte, ob wir unseren Kampf vielleicht verschieben könnten.

    „Kein Problem“, sagte ich. „Ich kann dir auch jetzt auf's Maul geben.“

    Das betroffene Schweigen der Umsitzenden war beinahe lauter als jeder Kommentar. Offenbar hatte niemand damit gerechnet, diesen Satz ausgerechnet von mir zu hören. Ganz sicher war ich selbst nicht, ob ich damit gerechnet hatte. Aber da war er nun.

    Er war ausgesprochen, und kurz darauf standen PropaGandalf und ich einander gegenĂŒber. WhiskeyMixer ĂŒbernahm den Posten des Schiedsrichters und wurde zugleich mein persönlicher Trainer, wĂ€hrend jayphiiyo ihrerseits PropaGandalf anleitete.

    Vor Beginn erklÀrte ich noch einmal, worum es ging. Sollte PropaGandalfgewinnen, durfte er mich die ganze Season damit aufziehen.

    Das Ă€nderte jedoch nichts daran, dass meine Reifen kĂŒnftig an meinem Auto blieben. Sollte ich gewinnen, wĂŒrde ich mir eine Wiedergutmachung aussuchen.

    PropaGandalf kÀmpfte zunÀchst sehr defensiv. Er hielt Abstand, wartete ab und zwang mich dazu, auf ihn zuzugehen. Bald traf mich sein erster Schlag und ich begann zu bluten. Von diesem Augenblick an wusste ich, dass mir nicht unbegrenzt Zeit blieb, also griff ich entschlossener an.

    Ich wollte nicht aufgeben. Ich kam durch seine Deckung, landete selbst einige Treffer und sah schließlich auch bei ihm Blut. Dabei spĂŒrte ich, wie etwas von dem angestauten Ärger aus mir wich. Es war kein Hass und auch keine Freude daran, ihm Schmerzen zuzufĂŒgen. Es war eher die Erleichterung darĂŒber, dass ich nicht erneut lĂ€chelnd ĂŒber etwas hinwegging, das mich verletzt hatte.

    WhiskeyMixer erinnerte mich immer wieder an meine Deckung. Ich hörte ihn, doch meine Kraft ließ schneller nach, als mir lieb war, und mit der Erschöpfung wurde ich unvorsichtig. PropaGandalf fand seine Gelegenheit und traf mich so hart, dass der Kampf fĂŒr mich endete.

    Als ich wieder zu mir kam, lag die KĂŒste vor mir.

    WhiskeyMixer erzÀhlte mir spÀter, dass auch bei PropaGandalf nicht mehr viel gefehlt hatte. Womöglich wÀre er nach einem weiteren Treffer ebenfalls zusammengebrochen. Es Ànderte nichts am Ausgang, doch es tröstete mich ein wenig. Ich hatte verloren, aber ich hatte es ihm nicht leicht gemacht.

    jayphiiyomeldete sich ĂŒber Funk und lobte meinen Einsatz. Meine Chancen seien allerdings von Anfang an gering gewesen, erklĂ€rte sie, schließlich habe PropaGandalf ja sie als Trainerin gehabt. Ich entgegnete, dass WhiskeyMixer mich betreut hatte und immerhin das "Two-To-Tango-Turnier" der letzten Season gewonnen hatte.

    „Ja“, konterte Jay. „Weil ich nicht mitgemacht habe.“

    Ich zuckte mit den Schultern. „Die Entscheidung lag bei dir.“

    „Ja“, erwiderte sie grinsend. „Ich habe halt die Season ausgesetzt. Aber nun sind wir wieder am Start.“

    Das waren sie tatsĂ€chlich. Welche Folgen ihre RĂŒckkehr noch haben wĂŒrde, wusste ich nicht. FĂŒr diesen Abend genĂŒgte mir, dass wir wieder gemeinsam an einem Feuer gesessen, miteinander gescherzt und einen alten Streit offen ausgetragen hatten.

    Auch PropaGandalf Gandalf gratulierte mir mit einem "GG". Er gestand, vor dem Kampf großen Respekt gehabt zu haben, weil er fest davon ĂŒberzeugt gewesen war, ich wĂŒrde ihn in Grund und Boden stampfen. Ich musste ĂŒber diese Vorstellung lĂ€cheln. Ausgerechnet ich. Offenbar wirkte ich auf andere gelegentlich gefĂ€hrlicher, als ich mich selbst empfand.

    Sein Sieg gab ihm nun das Recht, mich damit aufzuziehen. Das störte mich nicht. Wichtiger war mir, dass er meine Grenze verstanden hatte und nun wusste, dass ich bereit war, fĂŒr sie einzustehen, selbst wenn ich damit scheiterte. Meine Reifen blieben von nun an hoffentlich an meinem Auto.

    Sollte er sie noch einmal anfassen, wĂŒrde ich ihn allerdings direkt erschießen. Das ersparte uns beiden einen weiteren Boxtermin und war als Versprechen gemeint, was WhiskeyMixer den beiden dann auch lachend ausrichtete.

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    đŸš¶ Der Weg nach Hause

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    Ein Taxi zurĂŒck nach Prigorodki lehnte ich ab. Ich wollte meinen Heimweg selbst antreten, vielleicht aus Stolz, vielleicht weil ich nach diesem Kampf eine Weile allein sein musste. Also schlug ich mich durch Chernogorsk und suchte unterwegs das Krankenhaus auf, wo ich einige HilfsgĂŒter fĂŒr das Camp einsammelte.

    Erst kurz vor Prigorodki nahm WhiskeyMixer mich in seinem Ada mit und setzte mich freundlicherweise am Camp ab.

    Es tat gut, wieder etwas Vertrautes zu tun. Medikamente und VerbĂ€nde einzupacken war einfacher, als darĂŒber nachzudenken, ob ich richtig gehandelt hatte. Ich konnte weiterhin nicht sagen, ob ein Faustkampf wirklich die beste Lösung gewesen war. Ich wusste nur, dass PropaGandalf und ich nun beide verstanden hatten, was zuvor zwischen uns gestanden hatte.

    WĂ€hrend ich nach Prigorodki zurĂŒckkehrte, fuhren die Chicks weiter nach Solnichniy zu Der Bert. Ihm hatte ich noch eine weiße Fahne versprochen, doch im Augenblick brauchte er dringendere Hilfe. Er litt an einer Lebensmittelvergiftung und benötigte Medikamente, die jayphiiyo und PropaGandalf ihm vorbeibrachten.

    So wurde aus dem Mann, der mich kurz zuvor an die KĂŒste geschickt hatte, wieder jemand, der einem Kranken half. Daran musste ich auf meinem RĂŒckweg öfter denken. Menschen lassen sich nicht auf ihre schlechteste oder beste Tat reduzieren. Man kann sich ĂŒber jemanden Ă€rgern, ihm misstrauen und dennoch wissen, dass auch etwas Gutes in ihm liegt.

    Vielleicht gilt das ebenso fĂŒr mich.

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Dieser Tag hatte mit Besuchern, geschenkten Fahnen und einem Platz am warmen Feuer begonnen. SpĂ€ter waren Berichte ĂŒber ÜberfĂ€lle, SchĂŒsse und fremde Armbinden hinzugekommen, wĂ€hrend sich die Chicks in Action mit einer weinroten Olga und noch ungeklĂ€rter Farbe an den Armen zurĂŒckmeldeten. Am Ende hatte ich gegen PropaGandalf gekĂ€mpft, verloren und mich anschließend zu Fuß von der KĂŒste zurĂŒck nach Prigorodki geschlagen. WĂ€hrenddessen hatten ausgerechnet jayphiiyo und PropaGandalf Gandalf Medikamente zu Der Bert gebracht.

    Nun sitze ich wieder im Camp und merke jeden Treffer, sobald ich mich bewege. Aber ich glaube, meinem Kontrahenten geht es ebenso.
    Der Kampf ist vorbei, und trotzdem beschÀftigt mich weniger die Frage, wer am Ende noch stand. Ich frage mich vielmehr, weshalb ich diesen Kampf brauchte und warum es mir so wichtig war, nicht noch einmal nur zu lÀcheln und weiterzumachen.

    Ich möchte meine Hilfsbereitschaft nicht verlieren. Sie gehört zu mir, auch wenn andere sie gelegentlich mit SchwÀche verwechseln oder ausprobieren, wie weit sie gehen können. Gleichzeitig darf sie nicht bedeuten, dass ich alles hinnehme. Eine ausgestreckte Hand bleibt meine Entscheidung, und niemand erhÀlt dadurch das Recht, an ihr zu ziehen, bis ich das Gleichgewicht verliere.

    Vielleicht hĂ€tte ich PropaGandalf in einem weiteren GesprĂ€ch erreichen können. Vielleicht hĂ€tte er wieder gelacht, ich hĂ€tte mitgelacht und der Ärger wĂ€re geblieben. Ich weiß es nicht. Heute haben wir eine andere Sprache gewĂ€hlt, und obwohl sie aus FĂ€usten bestand, war sie klarer als vieles, was zuvor zwischen uns gesagt worden war. Keiner von uns musste den anderen hassen, um diesen Kampf ernst zu nehmen.

    Ich habe verloren, doch meine Grenze ist dadurch nicht kleiner geworden. Gandalf weiß nun, wo sie liegt, und ich weiß, dass ich sie verteidigen kann, auch wenn ich dabei falle.
    Das fĂŒhlt sich nicht wie ein Sieg an, ĂŒber den man jubeln mĂŒsste. Es fĂŒhlt sich eher wie etwas an, das endlich zur Ruhe kommt.

    FĂŒr heute reicht mir das völlig.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    đŸŽžïž Video-Clip:

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  • Freitag, 21.08.2026 – Tag 008 – Eine Frage der Perspektive

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    Hallo ihr Lieben,

    wir bauen Mauern, weil wir Angst vor dem haben, was von außen kommen könnte. Wir verschließen Tore, bewachen Zufahrten und lernen irgendwann, bei jedem fremden MotorengerĂ€usch aufzusehen. Das ist verstĂ€ndlich in einer Welt, in der ein einziger unachtsamer Augenblick genĂŒgt, um alles zu verlieren, was man sich ĂŒber Tage aufgebaut hat.

    Doch wie ich schon in meinen letzten BeitrĂ€gen sagte, besitzt Angst die unangenehme Eigenschaft, den Bereich, den sie schĂŒtzen möchte, immer weiter auszudehnen.
    Zuerst gehört einem nur das Haus hinter der Mauer, bald darauf die Straße davor und irgendwann vielleicht ein ganzes Viertel oder eine ganze Stadt...
    Wer sich nicht ankĂŒndigt, wird zur möglichen Bedrohung, und wer im falschen Augenblick den falschen Weg nimmt, gerĂ€t zwischen Fronten, von denen er womöglich nichts wusste.

    So ist es bereits mehrmals passiert und gerade passiert es wieder. An diesem Tag habe ich mehrfach erlebt, wie verschieden ein und dieselbe Situation aussehen kann. FĂŒr die einen war es notwendige Verteidigung, fĂŒr die anderen ein Angriff aus dem Nichts. Dazwischen standen Menschen, die nur helfen, grillen, nach Hause gehen oder einen Freund aus der Schusslinie holen wollten.

    Vielleicht war das Schwierigste daran, dass vermutlich jeder von ihnen nur seinen Teil der Geschichte kannte...


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    đŸšïž FrĂŒhe Nachrichten und ein Beinaheunfall

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    WhiskeyMixer berichtete mir am Morgen, dass die Basis von CHAOS in den frĂŒhen Stunden vollstĂ€ndig geraidet worden war. Wer dafĂŒr verantwortlich war, wusste ich nicht. Es wurde vermutet, dass Menschen aus dem Umfeld der C.I.A. dahinterstecken könnten, doch eine Vermutung blieb auch an diesem Morgen eine Vermutung. FĂŒr mich hĂ€tte es genausogut jeder andere gewesen sein können, denn wĂ€hrend all das passierte, war ich noch im Land der TrĂ€ume unterwegs. Ich hatte also weder gesehen, wer dort gewesen war, noch wusste ich, was genau geschehen war. Die großen Gruppen und Fraktionen hatten auch noch keine Stellungnahme veröffentlicht und so blieb es erst einmal bei diesen Ă€ußerst beunruhigenden GerĂŒchten aus dem Norden.
    WĂ€hrend anderswo ZĂ€une fielen, errichtete ich mit @Vezirs Hilfe einen Unterstand. Es war eine wohltuend einfache Arbeit: Äste sammeln, Material zusammentragen und etwas schaffen, das einem Menschen spĂ€ter Schutz vor Regen und KĂ€lte bieten konnte. FĂŒr eine Weile bestand die Welt nur aus dem nĂ€chsten Arbeitsschritt.

    Interception (Tim) brachte kurz darauf allerdings wieder Bewegung in die Ruhe. Er erzĂ€hlte in der Runde, ein Humvee hatte ihn beinahe ĂŒberfahren. Ob der Fahrer ihn nicht gesehen hatte oder ihm lediglich zeigen wollte, wie knapp man in Chernarus an einem Menschen vorbeifahren kann, wusste Interception (Tim) wohl selbst nicht genau.

    Immerhin stand er noch vor mir und konnte davon erzÀhlen.

    Also alles gut?

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    🚁 Der Kampf um das SahnehĂ€ubchen


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    Bei Zelenogorsk war im Rahmen eines "Events" ein Helikopter abgestĂŒrzt, und wie zu erwarten verwandelte sich das Gebiet rasch in einen Treffpunkt fĂŒr alle, die sich fĂŒr seltene AusrĂŒstung interessierten und bereit waren, diese Begeisterung mit Waffengewalt zu unterstreichen.

    I.K.E.A., die CIA, zwei Leute von CHAOS und mehrere Einzelspieler lieferten sich dort ein Gefecht um die Beute. Am Ende sicherte sich I.K.E.A. wohl die SahnehĂ€ubchen, wĂ€hrend andere mit weniger, mit leeren HĂ€nden oder erneut an der KĂŒste erwachten.


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    Cala-j zog spĂ€ter noch gemeinsam mit Solid zu dem abgestĂŒrzten Helikopter. Beide fanden dort die verbliebenen Teile der Beute und konnten sie ohne weitere Schwierigkeiten sichern. Es war beinahe beruhigend zu hören, dass man einen solchen Ort offenbar auch besuchen konnte, ohne zwangslĂ€ufig erschossen zu werden. Man musste nur warten, bis alle anderen ihre ... Meinungsverschiedenheiten beendet hatten.

    Weniger GlĂŒck hatte Mauersegler (Lehmi) bei Kamyshovo. Er wurde im Bahnhof von einem vollstĂ€ndig ausgerĂŒsteten Überlebenden erschossen. Warum jemand mit voller Montur an der KĂŒste Jagd auf Menschen machte, die dort gerade erst wieder zu sich gekommen waren, konnte mir niemand sagen. Vielleicht gab es eine Vorgeschichte. Vielleicht auch nicht. Gerade an der KĂŒste ist der Unterschied von außen kaum zu erkennen.

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    đŸ™ïž Ich möchte nicht um Einlass bitten mĂŒssen

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    WĂ€hrend rund um den abgestĂŒrzten Helikopter bei Zelenogorsk um Waffen und AusrĂŒstung gekĂ€mpft wurde, gerieten auch .chantal2000 und Interception (Tim) in Chernogorsk in eine Schusslinie, von der sie nichts gewusst hatten. Die beiden waren gemeinsam unterwegs, als plötzlich auf .chantal2000 geschossen wurde. Wer genau den Abzug betĂ€tigte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mit Sicherheit sagen; offenbar wurde I.K.E.A. an diesem Abend wieder in der Stadt belagert, und zwischen denen, die eine Stellung verteidigen, und jenen, die bloß zur falschen Zeit eine Straße betreten, bleibt manchmal nur ein viel zu schmaler Unterschied.

    .chantal2000 ĂŒberlebte, aber war vor Schmerz und Schock so gelĂ€hmt, dass sie erst einmal regungslos liegen blieb. Interception (Tim) kam zurĂŒck, als er das bemerkte und schrie sie an, ihr zu folgen, sich zu verstecken, wobei er aber auch beschossen wurde. Das hatte sie beide gebraucht und sie schafften es, sich in ein Haus zu retten.
    Als ich davon erfuhr, machte ich mich auf den Weg, um die beiden aus der Stadt zu holen.
    Unterwegs traf ich auf WhiskeyMixer, von dem ich mir wenigstens eine ErklĂ€rung erhoffte. Stattdessen rief er nur: „Herz, sie haben sich halt nicht angemeldet...“


    Vielleicht war dieser Satz weniger gleichgĂŒltig gemeint, als er in diesem Augenblick bei mir ankam. Vielleicht war WhiskeyMixer selbst noch zu sehr in der Anspannung der vergangenen KĂ€mpfe gefangen. Trotzdem machte er mich wĂŒtend, denn in mir waren sofort die Erinnerungen an jenen ersten Tag nach einem frĂŒheren Wipe zurĂŒck, als in Chernogorsk von Freunden auf Black Lion, Jammet und Pinky geschossen worden war. Wieder war da dieses befremdliche GefĂŒhl, jemand könnte eine ganze Stadt fĂŒr sich beanspruchen und von allen anderen erwarten, vorher höflich um Erlaubnis zu bitten, nur um sie betreten zu dĂŒrfen. Eine Stadt, die zu unserer Heimat gehörte.

    Ich verstehe, dass I.K.E.A. sein Zuhause verteidigen muss, besonders wenn ringsum ScharfschĂŒtzen lauern und niemand mehr sicher sagen kann, wer lediglich vorbeikommt und wer eine Schwachstelle sucht. Vielleicht mĂŒssen wir unseren Samaritern und vor allem unserer Azubine .chantal2000 kĂŒnftig deutlicher sagen, dass Chernogorsk an solchen Abenden ein Risikogebiet ist. Dennoch weigere ich mich, um Einlass in eine Stadt zu bitten, die auch fĂŒr mich ein StĂŒck Heimat ist, in der das Krankenhaus steht und in der ich regelmĂ€ĂŸig die "Rostige Axt" aufsuche.

    Zumindest hatten beide ĂŒberlebt und kamen mit dem Schrecken davon. Interception (Tim) erzĂ€hlte mir spĂ€ter, dass in ihm zunĂ€chst alles danach gedrĂ€ngt hatte, sie zu beschĂŒtzen. Als er sie fallen sah, war er jedoch davongerannt. Er schĂ€mte sich beinahe dafĂŒr, doch ich konnte ihm keinen Vorwurf machen. Manche Menschen bleiben in einer solchen Lage stehen, andere greifen zur Waffe, und wieder andere rennen, bevor der Kopf ĂŒberhaupt verstanden hat, was geschehen ist.

    Entscheidend war, dass Tim .chantal2000 nicht wirklich zurĂŒckließ. Aus sicherer Entfernung hielt er ĂŒber Funk Kontakt zu ihr, gab ihr klare Anweisungen und half ihr damit, sich aus ihrer Schockstarre zu lösen. Vielleicht hat er sie auf diese Weise vor weit Schlimmerem bewahrt. Mut sieht nicht immer so aus, wie wir ihn uns vorher ausmalen. Manchmal besteht er nicht darin, unter Beschuss neben jemandem stehen zu bleiben, sondern darin, trotz der eigenen Angst eine Stimme zu sein, an der sich ein anderer Mensch festhalten kann.

    Am Ende gelang es mir, beide aus Chernogorsk herauszubringen. ZurĂŒck blieb jedoch ein bitteres GefĂŒhl, denn niemand von uns hĂ€tte dort um sein Leben rennen mĂŒssen, nur weil er vergessen hatte, sich fĂŒr das Betreten einer Stadt anzumelden.

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    🍐 Eine Entschuldigung mit Stiel

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    SpÀter begegnete WhiskeyMixer einem Cypress mit gelber Armbinde. Nach den VorfÀllen an der I.K.E.A.-Basis war er verstÀndlicherweise vorsichtig, doch im GesprÀch stellte sich zumindest heraus, dass diese Leute nach eigener Aussage in der letzten Zeit nicht vor der Basis gewesen waren. Ob damit alle Fragen geklÀrt waren, wusste ich nicht, aber immerhin wurde gesprochen, bevor jemand schoss. Und wir wussten nun, dass es noch mindestens eine andere Gruppierung mit gelben Armbinden geben musste.

    WhiskeyMixer suchte schließlich auch .chantal2000 auf und entschuldigte sich bei ihr. Als Zeichen des Friedens brachte er eine "Birne der Versöhnung" mit. Eine Friedensbirne also....

    Vielleicht war sie nicht ganz so feierlich wie ein weißes Tuch und vermutlich auch weniger lange haltbar, aber auch wenn die Geste komisch wirkte, kannte ich WhiskeyMixer inzwischen gut genug um zu wissen, dass er es ernst damit meinte. .chantal2000 nahm die Entschuldigung an, und ich war froh darĂŒber. WhiskeyMixer hatte die Lage aus der Perspektive eines Belagerten gesehen, .chantal2000 aus der einer Unbeteiligten, die plötzlich beschossen wurde. Beides war real und eine einzelne Birne löste diesen Widerspruch nicht. Die Geste und die Entschuldigung an sich waren jedoch ein Anfang.


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    đŸ©ž Eine bittere Erkenntnis

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    In Solnichniy war jayphiiyo mit einem Humvee unterwegs gewesen, als zwei vollstĂ€ndig ausgerĂŒstete Überlebende auf sie schossen. SpĂ€ter kam sie erneut am Camp an, wo sich auch Cypress, Interception (Tim), .chantal2000 und Mauersegler (Lehmi) aufhielten. Dabei wurde jayphiiyomal wieder zunĂ€chst fĂŒr einen Mann gehalten, was sie vermutlich weniger störte als der Umstand, zuvor samt Humvee unter Beschuss geraten zu sein...

    Am Camp lag außerdem Wolfsfleisch verteilt. Schließlich stellte sich heraus, dass Interception (Tim) es dort abgelegt hatte. Offenbar war ihm nicht bewusst gewesen, dass bei diesem Fleisch ein wenig Vorsicht angebracht war. Chernarus besitzt viele Möglichkeiten, Menschen zu töten; es wĂ€re beinahe beleidigend gewesen, hĂ€tte ausgerechnet ein gut gemeintes Abendessen nicht ebenfalls dazugehört. Und daher war seit einiger Zeit Wolfs- und BĂ€renfleisch dafĂŒr bekannt, Krankheiten zu ĂŒbertragen. Warum sie Interception (Tim) nicht betroffen hatten, der munter von dem Fleisch gegessen hatte, war uns ein RĂ€tsel.

    jayphiiyos Verhalten am Camp gab uns auch RĂ€tsel auf. Sie verletzte sich und wollte ausbluten und sich das Leben nehmen. Mitten im Camp unter Freunden... Als ZUreden und Verbinden nichts half, versuchte ich, sie mit meiner R12 und Gummigeschossen aufzuhalten. Ich traf sie schließlich, doch gerade als wir sie am Boden liegend bandagieren wollten, entschied sie sich dennoch fĂŒr den Freitod.

    „Chernarus ist nicht mehr das, was es einmal war“, sagte sie zuvor bedeutungsschwer und fast wehmĂŒtig. „FrĂŒher wurde nicht auf Bambis geschossen....“

    Wir beide wussten, dass sich die Zeiten verĂ€ndert hatten. Vielleicht war es frĂŒher tatsĂ€chlich anders gewesen, vielleicht erinnerte man sich im RĂŒckblick auch deutlicher an die guten Begegnungen als an all jene, die schon damals an der KĂŒste geendet hatten. Doch ich verstand, was sie meinte. Etwas war rauer geworden. Die Menschen erwarteten Gefahr frĂŒher, und wer Gefahr erwartete, begann irgendwann, sie ĂŒberall zu sehen.

    Ich hatte versucht, jayphiiyo aufzuhalten, obwohl zwischen uns vieles ungeklÀrt war. In diesem Augenblick spielte das keine Rolle. Man muss einem Menschen nicht vollkommen vertrauen, um nicht tatenlos dabei zuzusehen, wie er sich aufgibt. Ich konnte ihre Entscheidung trotzdem nicht verhindern.

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    🌃 Die SchĂŒsse aus Elektro

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    In der Nacht hielt Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 Wache am Camp, als sie aus Richtung Westen SchĂŒsse und Explosionen hörte. Sie zog los und entdeckte bei unseren neuen Freunden mehrere Menschen mit orangefarbenen Armbinden. ZunĂ€chst fĂŒrchteten wir, es sei I.K.E.A., die nun doch die Leute mit den gelben Armbinden "befragen" wollten. Doch eine Nachfrage bei I.K.E.A. ergab, dass die Gruppe nicht zu ihnen gehörte. Wer auch immer es war, sie hatten wohl auch vor den roten Sarka der Jungs zu stehlen. Ein Auto, das in unserem Chernarus eine bemerkenswerte Geschichte hinter sich hat. Kein Wunder, das Sueda "rot" sah... im wahrsten Sinne des Wortes.

    WhiskeyMixer brach dann sogar mit seinem roten Gunter auf und bezog ebenfalls Stellung. Der Kampf verlagerte sich in die örtliche Schule. Es fielen einige WarnschĂŒsse seitens Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 (sie kann hervorragend daneben schießen, wenn es drauf ankommt...) , die offenbar erwidert wurden, bevor es ihm gelang, alle drei Fremden zu erwischen. Wie genau er das geschafft hatte, konnte ich nur seinem spĂ€teren Bericht entnehmen, doch selbst Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 sprach von einem bemerkenswerten Manöver, und aus ihrem Mund ist das beinahe ein Ritterschlag.

    Sie rĂŒckte nach und sicherte die AusrĂŒstung, wĂ€hrend WhiskeyMixer den Wagen startklar machte und die benachbarte Basis ĂŒberprĂŒfte. Nach allem, was sie erkennen konnten, waren die Fremden offenbar nicht in die Basis unserer Freunde hineingelangt.

    Gerade als beide damit begannen, die vermeintlich gerettete Beute einzuladen, kehrten zwei Bambis zurĂŒck. WhiskeyMixer behielt die Nerven und versuchte zunĂ€chst, mit ihnen zu sprechen, doch einer der Fremden nahm eine Waffe aus dem Fahrzeug. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 ging in Stellung, hatte allerdings nur eine AK in den HĂ€nden, die sie kurz zuvor vom Boden aufgehoben hatte, um sie wegzubringen. zum Wechseln der Waffe zu ihrer geliebten DMR blieb keine Zeit mehr.

    Der Bewaffnete stĂŒrmte ins GebĂ€ude und versuchte, auf sie zu schießen. Sueda eröffnete das Feuer, doch der Gegner wich aus. Von draußen glaubte sie noch etwas wie „Such bitches“ zu hören, bevor eine Frauenstimme wiederholt rief: „Friendly, friendly! Don’t shoot!“


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    Die Mischung aus einer Beleidigung, dem Griff zur gestohlenen Waffe und der anschließenden Versicherung vollkommener Friedfertigkeit trug verstĂ€ndlicherweise wenig dazu bei, unser bereits gestresstes Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 zu beruhigen. „Jaja, friendly, don’t shoot. You tried to raid us!“, grummelte sie.

    Warum sie in diesem Augenblick von „uns“ sprach, konnte sie spĂ€ter selbst nicht genau erklĂ€ren. Es war nicht ihre Basis. Nicht ihr Auto. Doch sie hatte die Wache ĂŒbernommen und glaubte, gerade das Eigentum unserer neuen Freunde zu verteidigen. In diesem Moment genĂŒgte ihr das offenbar, um sich verantwortlich zu fĂŒhlen.

    Draußen wechselte jemand unvermittelt ins Deutsche. „Oh, ein Deutscher? Hey, what’s up?“ Kurz darauf spazierte eine Überlebende einfach in das GebĂ€ude hinein.

    „Hands up! Hands up!“, fauchte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371.

    Sie hatte in der vergangenen Season mehr als einmal erlebt, wohin Freundlichkeit gegenĂŒber scheinbar harmlosen Bambis fĂŒhren konnte. Als die Frau ihre Aufforderung nicht befolgte, schoss Sueda. Die Überlebende starb noch an Ort und Stelle.

    Daraufhin stĂŒrmte wieder ihr Begleiter mit einer KA-101 herein und versuchte nochmals, Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 zu töten. Sie forderte auch ihn auf, die HĂ€nde zu heben, doch er schoss und verfehlte sie. Sueda erwiderte das Feuer, traf ihn zunĂ€chst nur leicht und zwang ihn zum RĂŒckzug. Als er erneut angriff, traf sie besser, und der Mann brach zusammen.

    „Mensch, Leute, ihr solltet hier nicht raiden! Das ist nicht euers!“, fauchte sie wieder wie eine wildgewordene Katze.

    Als der Bewusstlose sich wieder zu bewegen begann, schoss sie noch einmal. Erst hinterher kam ihr der Gedanke, dass sie ihn besser gefesselt und befragt hĂ€tte. Doch da war das Adrenalin lĂ€ngst schneller gewesen als jede vernĂŒnftige Überlegung. Hinzu kam eine fremde AK, die sie eigentlich nur hatte wegtragen wollen und mit der sie sich nun gegen mehrere Angreifer verteidigte. Es waren keine guten Voraussetzungen fĂŒr besonnene GesprĂ€chsfĂŒhrung, die ohnehin nicht ihr Fall war...

    WhiskeyMixer und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 luden schließlich die AusrĂŒstung in den Wagen. Sie gingen davon aus, dass sie den Opfern des Raids gehörte und man besprech, wie man die Dinge zurĂŒckfĂŒhren konnte. Anschließend verließen sie den Ort.

    So wurde mir diese Nacht zunÀchst erzÀhlt. Aber wie so oft, gibt es zweit Seiten einer Geschichte...

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    🎣 Die andere Seite der Geschichte

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    SpÀter ging ich in Prigorodki angeln und traf auf dem Weg ins Industriegebiet Neuzgang Olli und seine bessere HÀlfte Franzi. Beide hatten bereits von unseren Camps gehört, und wÀhrend unseres GesprÀchs stellte sich heraus, dass ausgerechnet sie zu den Menschen gehörten, die in Elektrozavodsk erschossen worden waren.

    Und was soll ich sagen? Ihre Geschichte klang...anders.

    Sie erzĂ€hlten, sie hĂ€tten in der Schule gegrillt. Dies bestĂ€tigte ein Lagerfeuer und zahlreiches Fleisch, das gefunden worden war. Dabei hĂ€tten sie etwas spĂ€ter eine Basis entdeckt und sich diese einfach einmal angesehen. Sie seien nur auf der Suche nach einem Auto gewesen. Dann sei auf sie geschossen worden, weshalb auch sie ihre Waffen gezogen hĂ€tten und natĂŒrlich das Feuer erwiderten. Sie hatten sogar noch versucht zu reden. Am Ende waren sie gestorben.

    Ich hörte ihnen zu und dachte an all die Dinge, die in ihrer ErzĂ€hlung offenblieben: die SchĂŒsse und Explosionen zu einer unchristlichen Uhrzeit, die orangefarbenen Armbinden, den Griff nach der Waffe im Fahrzeug und die wiederholten Angriffe auf Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371. Vielleicht ließ sich manches davon erklĂ€ren. Vielleicht hatten MissverstĂ€ndnisse und WarnschĂŒsse eine Situation geschaffen, die anschließend auf beiden Seiten nur noch wie ein Angriff aussehen konnte.
    Ich wusste es nicht.

    Olli und Franzi standen nun jedenfalls ruhig vor mir und wirkten nicht wie jene gesichtslosen Raider, die WhiskeyMixer und @Ersetzbares Nr. 371 in dieser Nacht vor sich gesehen hatten. Das machte ihre Geschichte nicht automatisch zur einzigen Wahrheit. Es erinnerte mich lediglich daran, dass hinter den Silhouetten, auf die nachts geschossen wird, am nÀchsten Tag Menschen mit Namen und einer eigenen Erinnerung an das Geschehen stehen können.

    Ich versprach, mit ihnen in Kontakt zu bleiben und ihnen ein Auto zu vermitteln, wenn ich eines finden sollte. Damit sprach ich niemanden von etwas frei und erklÀrte auch Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 nicht zur Schuldigen. Sie hatte in einer Situation gehandelt, in der ein Mensch nach einer Waffe griff, auf sie schoss und ihre Aufforderungen ignoriert wurden. Dass sie sich verteidigte, konnte ich nach all dem, was sie bereits erlebt hatte sogar verstehen. Auch wenn es komisch klingt...

    Ob der letzte Schuss auf den Bewusstlosen noch notwendig gewesen war, darĂŒber wĂŒrde sie vermutlich selbst lĂ€nger nachdenken mĂŒssen.

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    đŸ› ïž Ein paar weitere Bretter

    Anschließend kehrte ich zur Leitstelle zurĂŒck und baute weiter. Holz, NĂ€gel und die nĂ€chste Wand waren an diesem Abend leichter zu verstehen als die Menschen.

    Eine Wand steht dort, wo man sie errichtet. Bei ihr weiß man, welche Seite innen und welche außen liegt. Menschen wechseln diese Perspektive manchmal innerhalb weniger Augenblicke, ohne es selbst zu bemerken.

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    🌅Gedanken zum Schluss

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    Dieser Tag hatte mit der Nachricht ĂŒber eine vollstĂ€ndig geraidete Basis begonnen und fĂŒhrte weiter zu einem umkĂ€mpften Helikopterabsturz, einem erschossenen Mauersegler(Lehmi) an der KĂŒste und SchĂŒssen mitten in Chernogorsk. Ich hatte .chantal2000 und Interception (Tim) aus der Stadt geholt, wĂ€hrend alte Erinnerungen in mir aufstiegen und ich mich gegen den Gedanken wehrte, fĂŒr den Besuch einer ganzen Stadt um Erlaubnis bitten zu mĂŒssen. SpĂ€ter entschuldigte sich WhiskeyMixer bei .chantal2000 mit einer Friedensbirne, jayphiiyo sprach von den verĂ€nderten Zeiten und wĂ€hlte trotz meines Versuchs, sie aufzuhalten, erneut den Weg an die KĂŒste.

    In der Nacht verteidigten WhiskeyMixer und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 eine fremde Garage gegen Menschen, die sie fĂŒr Angreifer hielten. Am folgenden Tag erklĂ€rten mir zwei der Getöteten, sie hĂ€tten dort nur gegrillt und sich umgesehen. Zur falschen Zeit, am falschen Ort.

    Nun sitze ich wieder in der Leitstelle und weiß noch immer nicht, wo genau die Wahrheit dieser Nacht liegt. Olli und Franzi mögen ihre GrĂŒnde gehabt haben, das GelĂ€nde zu betreten und nach den ersten SchĂŒssen selbst zu den Waffen zu greifen. Gleichzeitig weiß ich, dass Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 trotz ihres Temperaments und losen Mundwerks nicht ohne Anlass feuert. Ein Mann hatte eine Waffe aus dem Fahrzeug genommen, auf sie gezielt und auch Aufforderungen, die HĂ€nde zu heben, beendeten die Gefahr nicht.

    Vielleicht war zu diesem Zeitpunkt lĂ€ngst nicht mehr entscheidend, mit welcher Absicht jemand ursprĂŒnglich gekommen war. Nachdem die ersten SchĂŒsse gefallen waren, sah jede Seite in der anderen nur noch den Beweis fĂŒr die eigene Angst.

    Ich verstehe den Wunsch, das Eigene zu beschĂŒtzen. Unsere Camps wurden angegriffen, ausgerĂ€umt und mit Fallen versehen. Ich kenne das GerĂ€usch von SchĂŒssen vor einer vertrauten Mauer und weiß, wie schnell sich der Gedanke festsetzt, dass diesmal niemand entkommen darf. Trotzdem bereitet mir Sorge, wie rasch Schutz zu Besitzanspruch wird und wie leicht aus einem unbekannten Menschen ein Feind entsteht. Auch ich bin davor nicht geschĂŒtzt.

    Chernogorsk gehört nicht nur I.K.E.A. und Prigorodki gehört nicht nur den Samaritern. Aber wir dĂŒrfen unsere Lager verteidigen.
    Doch ich wĂŒnsche mir, dass die Straßen, HĂ€user und StĂ€dte dazwischen Orte bleiben, an denen Fremde einander zunĂ€chst als Menschen begegnen können. Wer allerdings eine fremde Waffe an sich nimmt, Aufforderungen ignoriert und angreift, darf sich nicht darauf verlassen, dass ein gerufenes „Friendly“ alles Vorherige ungeschehen macht.

    Vielleicht war die Friedensbirne deshalb wichtiger, als sie zunÀchst wirkte. Sie erklÀrte nicht, wer recht gehabt hatte, und machte keinen Schuss ungeschehen. Sie sagte lediglich: Ich erkenne an, dass dir etwas geschehen ist, auch wenn ich diesen Augenblick anders erlebt habe.

    Davon könnten wir im Augenblick mehr gebrauchen.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Samstag, 22.08.2026 – Tag 009 – Als Angst und Zorn mich leiteten

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    Hallo ihr Lieben,

    Angst kĂŒndigt sich nur selten mit zitternden HĂ€nden und einem offen ausgesprochenen „Ich fĂŒrchte mich“ an. Manchmal nennt sie sich Vorsicht, Erfahrung oder...PflichtgefĂŒhl. Sie flĂŒstert uns ins Ohr; erinnert uns an all jene Augenblicke, in denen wir zu langsam waren, zu lange gesprochen oder einem Menschen einmal zu oft vertraut haben. Dann beschwört sie uns, dass wir dieses Mal schneller sein mĂŒssen, entschlossener und bereit, das zu tun, was wir beim letzten Mal nicht getan haben.

    Das macht sie so gefĂ€hrlich, denn Angst kann uns tatsĂ€chlich schĂŒtzen. Sie schĂ€rft unsere Sinne, lĂ€sst uns MotorengerĂ€usche in der Ferne hören und Bewegungen wahrnehmen, die wir sonst ĂŒbersehen hĂ€tten. Aber wenn wir ihr lange genug zuhören, beginnt sie irgendwann, unsere Entscheidungen fĂŒr uns zu treffen. Dann halten wir Entschlossenheit fĂŒr Klarheit und merken erst spĂ€ter, dass wir in Wahrheit lĂ€ngst nicht mehr wussten, was richtig war.

    An diesem Tag habe ich verteidigt, was mir anvertraut worden war. Ich habe einen Lastwagen gerettet, fĂŒr den The_GraveDigger lange gearbeitet hatte, und mich zwischen unser Lager und Menschen gestellt, die es ausrĂ€umen wollten. Gleichzeitig habe ich auf einen Mann geschossen, der die HĂ€nde erhoben hatte, und spĂ€ter mit einer Brechstange auf ein Bambi eingeschlagen, als er mir unbewaffnet an der KĂŒste begegnete und ich ihn fĂŒr den TĂ€ter hielt.

    Ich kann erklÀren, wie es dazu kam.
    Aber eine ErklÀrung macht noch keine Entschuldigung.


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    đŸ“» "Herz hat uns geschickt!"

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    Ich erwachte, weil Cypress mich anfunkte. Es war viel zu spĂ€t, als hĂ€tte mein Körper beschlossen, wenigstens fĂŒr einige Stunden so zu tun, als gĂ€be es außerhalb des Schlafes keine Probleme.

    „Herz, hast du jemanden zu uns geschickt, der uns irgendetwas ĂŒberbringen sollte?“ Beinahe gleichzeitig meldete sich WhiskeyMixer mit einer Ă€hnlichen Frage. Er wollte wissen, wer die MĂ€nner vom Vorabend gewesen waren, denn offenbar standen sie erneut vor der Basis und behaupteten, ich hĂ€tte sie geschickt.

    Ich hatte niemanden geschickt.

    Die vermeintlichen Besucher waren mindestens zu zweit und hatten wenig spĂ€ter auf die Reifen des roten Ada von Felixwert100 und Cypress geschossen. Zum GlĂŒck hatten die beiden bereits gewusst, dass ich mich zur Ruhe gelegt hatte. Außerdem wussten sie, dass ich ihnen Bescheid gegeben hĂ€tte, wenn tatsĂ€chlich jemand in meinem Auftrag zu ihnen unterwegs gewesen wĂ€re. Sie ließen sich deshalb nicht ĂŒberrumpeln, schlugen die Angreifer in die Flucht und hatten vermutlich einen von ihnen getroffen.

    Ich dachte an Olli und Franzi, die ich am Vortag kennengelernt hatte, konnte mir jedoch kaum vorstellen, dass ausgerechnet sie hinter dieser Geschichte steckten. Das hĂ€tte zu unserem GesprĂ€ch und zu dem Eindruck, den sie bei mir hinterlassen hatten, nicht gepasst. Sicher wissen konnte ich es natĂŒrlich nicht.

    WhiskeyMixer hatte eine andere Theorie: Er vermutete alte Bekannte. Mit diesen Leuten hatte es bereits in der Vergangenheit Schwierigkeiten gegeben, und sie hatten darum gebeten, nicht mehr in meinen Berichten aufzutauchen. Daran hatte ich mich gehalten. Ebenso deutlich hatte ich ihnen jedoch gesagt, dass man zwangslĂ€ufig wieder Teil unserer Geschichte wird, wenn man unsere Camps, meine Leute oder meinen Namen hineinzieht. Sollten tatsĂ€chlich Menschen unterwegs sein, die behaupteten, in meinem Auftrag Autoreifen zu zerschießen, musste ich das richtigstellen.

    Damals waren sie wieder verschwunden, aber einen der MĂ€nner glaubte WhiskeyMixer nun erkannt zu haben. Doch ich selbst hatte keinen von ihnen gesehen und konnte seine Vermutung deshalb weder bestĂ€tigen noch widerlegen. Vielleicht hatte all das nichts miteinander zu tun. Vielleicht war es Zufall, dass diese MĂ€nner kurz nach meinen Berichten ĂŒber das falsche Herz auftauchten und nun ebenfalls meinen Namen benutzten. Doch jemand versuchte offenbar, Misstrauen zu sĂ€en, und hĂ€tte Cypress mich nicht sofort gefragt, wĂ€re am Ende womöglich die Geschichte geblieben, Herz-Aus-Gold schicke bewaffnete MĂ€nner zu den Garagen anderer Überlebender, damit sie dort die Reifen zerschießen.

    Allein dieser Gedanke machte mich unruhig.



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    đŸš€ Eine Flucht ĂŒber das Wasser

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    Eine Weile spĂ€ter schien sich die Lage wieder beruhigt zu haben, bis Jannnik in der Basis unserer Freunde plötzlich erschossen wurde. Der Angreifer trug eine Presseweste und wirkte auf den ersten Blick wie ein besser ausgerĂŒstetes Bambi, ein Bambi+. Bevor Jannnik fiel, soll der Fremde noch darĂŒber geschimpft haben, wie feige es sei, zu zweit gegen einen vorzugehen.

    I.K.E.A. rĂŒckte umgehend aus, und auch Cypress und Felixwert100 machten sich bereit. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 fuhr gemeinsam mit WhiskeyMixer in einem Boot die KĂŒste entlang, als ihr bei Kamyshovo eine Ansammlung von Infizierten auffiel. Zu dieser Uhrzeit war dort ungewöhnlich viel Bewegung. Sie beobachtete das sumpfige GelĂ€nde von einem Boot aus und entdeckte schließlich einen Überlebenden mit Plattenweste und guten Waffen, der mit großer Eile an der KĂŒstenstraße entlanglief.

    Sie gab seine Position durch und nahm die Verfolgung auf, verlor ihn jedoch zunĂ€chst zwischen Wasser, Schilf und den GebĂ€uden aus den Augen. Erst als sie ein MotorengerĂ€usch hörte, verstand sie, wohin er verschwunden war. Von der kleinen Insel aus sah sie ein blaues Boot, mit dem der FlĂŒchtende offenbar davonkommen wollte.


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    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 eröffnete das Feuer. Ihre ersten SchĂŒsse trafen mehr Wasser als Boot, was sie in ihrer eigenen Zusammenfassung vermutlich entweder als "WarnschĂŒsse" oder als taktische EinschĂŒchterung des Chernarussischen Meeres bezeichnen wĂŒrde. Der Fremde wich aus, doch irgendwann traf eine Kugel den Motor des Boots. Der Fahrer sprang ins Wasser, wĂ€hrend von mehreren Seiten geschossen wurde. Schließlich wurde er getroffen, sein beschĂ€digtes Boot versank und er ertrank.

    Es war kein besonders rĂŒhmliches Ende. Jannnik erhielt zumindest einen Teil seiner AusrĂŒstung zurĂŒck, doch wer der Angreifer gewesen war, wussten wir weiterhin nicht. Gegen WhiskeyMixers erste Theorie sprach, dass unsere alten Bekannten nach einem Gefecht vermutlich kaum offen und schwer bewaffnet an der KĂŒste entlanggelaufen wĂ€ren. Zumindest hĂ€tten wir ihnen mehr Vorsicht zugetraut.

    Damit blieb auch dieser Vorfall ohne eindeutige Antwort.

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    đŸș Fahnen, Wölfe und neue GerĂŒchte

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    Zwischen all diesen Meldungen ging das gewöhnliche Leben in den Camps weiter, soweit man in Chernarus ĂŒberhaupt noch von gewöhnlichem Leben sprechen kann. Vezir fand Überreste des Loots vom Helikopterabsturz und tauschte mit Kallele von CHAOS eine Fahne, die er dringend benötigte. Vezir sprach von seiner "Wolfsbande" und "seinem Rudel", und erste Ideen nahmen langsam Gestalt an. CHAOS wollte er sich jedoch nicht anschließen. Vorerst zog es ihn allein durch das Land, auf der Suche nach Rudelmitgliedern.

    Interception (Tim) brachte uns dreistellige Zahlenschlösser, NĂ€gel, SĂ€gen und Äxte und spendete alles dem Camp. Gerade an einem Tag, an dem so vieles auseinanderzufallen drohte, war es gut, zwischendurch auch Menschen zu begegnen, die etwas brachten, ohne dafĂŒr eine Gegenleistung zu erwarten.

    NiggoB und Ikarus_98 (Pascal) trafen in Berezino auf zwei Bambis mit blauen Armbinden. Diese berichteten von einem GesprĂ€ch in Solnichniy und erzĂ€hlten weiter, Autos finde man nicht im Norden, sondern an der KĂŒste. Außerdem werde man in Chernogorsk sofort erschossen. NiggoB hielt das fĂŒr falsche Informationen, und ganz richtig war diese Darstellung sicherlich nicht. Trotzdem musste ich zugeben, dass in den vergangenen Tagen durchaus dieser Eindruck entstanden sein konnte. Wer nur einzelne SchĂŒsse hörte und nie die ganze Geschichte erfuhr, musste Chernogorsk inzwischen fĂŒr eine Stadt halten, in der Wegweiser ĂŒberflĂŒssig waren, weil ohnehin jede Straße in den Tod fĂŒhrte. Das sagte ich NiggoB auch und nahm Der Bert gewissermaßen in Schutz, von dem die drei Bambis die INformationen erhalten haben wollen. Der Bert stellte auch klar, dass er das mit den Autos so nie gesagt habe. Allerdings hatten die drei Bambis ihm gegenĂŒber behauptet, dass es Autos gab, die wie Taxis aussahen und nur einen Tag ĂŒberdauern wĂŒrden... Das alles klang mir mehr nach Geschichten aus dem anderen Chernarus. Ob die drei da etwas verwechselt hatten? Wir hatten ja auch kĂŒrzlich ein Bambi am Camp, das felsenfest gegenĂŒber janinesta (Selina) behauptet hatte, ich hĂ€tte ihnen gezeigt, wie man Autos aus einem Terminal holen und spawnen lassen konnte und mein Name sei Naddel... Man sollte nicht alles glauben, was Bambis so erzĂ€hlen.

    Blitzo meldete unterdessen, dass das blaue Zelt an der Rostigen Axt abgebaut worden war. Es ging also wieder los...
    Interception (Tim) fand zwei Leichen mit einem Messer am Camp, ohne dass wir wussten, was dort zuvor geschehen war. Dazu erreichten mich GrĂŒĂŸe von "Jeremy White", deren Zusammenhang mir ebenfalls nicht ganz klar wurde. An manchen Tagen bestand mein Leben zu einem erstaunlich großen Teil daraus, Nachrichten entgegenzunehmen, deren Anfang oder Ende offenbar irgendwo dazwischen verloren gegangen war.

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    đŸ©ș Zweimal Irina, ein Keks und ein Mann in Feuerwehrkleidung

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    I.K.E.A. traf auf ein Bambi, das sich bei der Feststellung seiner Personalien als "Irina" vorstellte. Der Name weckte Erinnerungen und sorgte deshalb zunĂ€chst fĂŒr Unruhe, doch die Frau verhielt sich kooperativ und durfte weiterziehen.

    SpĂ€ter fĂŒhrte eine Überlebende, die sich ebenfalls "Irina" nannte, eine andere Frau namens ZuzuCookie, kurz "Cookie" genannt, von Elektrozavodsk bis zu unserem Camp. Nonverbal. Nur mit Gesten und... Vertrauen? Ob es dieselbe Irina war oder Chernarus plötzlich beschlossen hatte, Irinas ebenso großzĂŒgig zu verteilen wie Tims, Toms, Tommys, Kevins, Janniks und Maxe, wusste ich nicht. Solange beide friedlich blieben, war mir das allerdings wesentlich lieber als eine weitere Person, die meinen Namen zur TĂ€uschung verwendete.

    Dann wurden wir von mehreren Seiten vor einem Überlebenden in Feuerwehruniform gewarnt, der bei Nacht unterwegs war. Er wĂŒrde auf die Regeln hier pfeifen und war nur darauf aus "Stress" zu machen. Wir rĂ€umten das Camp vorsorglich geordnet und brachten die Menschen fort, die sich dort aufhielten. Der Mann zog schließlich weiter, ohne jemanden anzugreifen. SpĂ€ter erfuhren wir, dass Vezir im Funk beruhigend auf ihn eingeredet und ihn offenbar davon abgehalten hatte, etwas Dummes zu tun. Danke! Das war gut. Einen neuen Toah brauchten wir hier wirklich nicht...

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    đŸ„’ Eine Lektion in Anstand

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    Auch Mischa kam an diesem Tag zu uns. Nein, nicht die Gruppe aus Tschechen und Slowaken namens MISA unter @(MISA) RO. Dieser Überlebende hier namens Mischa war neu in Chernarus, sprach in einer Jugendsprache, bei der Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 vermutlich kurz ĂŒberlegte, ob sie inzwischen zu alt oder die Welt endgĂŒltig zu jung geworden war, und aß eine erstaunliche Menge Zucchini. Wenigstens hungern musste er danach ganz sicher nicht mehr.

    Bei seiner Verabschiedung zeigte er Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 allerdings den Stinkefinger. Sie schimpfte mit ihm, woraufhin er erklĂ€rte, er mĂŒsse noch viel lernen, schließlich sei er zum ersten Mal in Chernarus.

    „Jau, fang bei den Manieren an!“, gab sie ihm mit auf den Weg.

    Mischa lachte, zeigte ihr erneut den Stinkefinger und ging.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 schoss auf ihn. Mit Gummigeschossen, wohlgemerkt.

    Er verlor das Bewusstsein. Sie wollte ihn fesseln und zur Rede stellen, doch bevor es dazu kam, wÀhlte er den Freitod. Damit endete eine Begegnung, die mit gespendeten Zucchini begonnen hatte, mit einem Toten vor dem Camp. Es war wieder eine jener Situationen, bei denen man sich hinterher fragen musste, wann genau aus einer UnverschÀmtheit eine Gefahr geworden war und warum der Griff zur Waffe inzwischen so viel schneller geschah als ein weiteres Wort.

    Aber der Tag war noch lange nicht vorbei...


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    đŸ—ïž Überfall auf GraveDiggers Turm

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    Damit hĂ€tte der Tag vorbei sein können. Doch ich hatte The_GraveDigger versprochen, wĂ€hrend seines Urlaubs nach dem Camp in Berezino zu sehen. NiggoB hatte außerdem von einem Trio mit blauen Armbinden berichtet, das dort unterwegs gewesen war, und deshalb wollte ich vor Einbruch der Nacht wenigstens noch eine Runde um den Turm machen und schauen, ob noch alles in Ordnung war.

    Am Vormittag hatte ich das Lager mit Zucchini und NĂ€geln versorgt. Ich war durch die UnterstĂ€nde gegangen, hatte The_GraveDiggers Ordnung bewundert und mich ĂŒber den Lastwagen gefreut, den er mit so viel MĂŒhe fahrbereit gemacht hatte. In diesem Turm steckte noch nicht viel Material, verglichen mit den gewaltigen Festungen anderer Gruppen, aber dafĂŒr umso mehr Arbeit und Herzblut. The_GraveDigger hatte dort etwas begonnen, das einmal ein weiterer sicherer Ort fĂŒr Überlebende werden sollte.


    Kaum hatte ich am Abend das Haus in der NÀhe des Camps erreicht, hörte ich einen Motor aufheulen.

    Ich kannte dieses GerÀusch.

    Der Lastwagen.

    Jemand versuchte, ihn zu stehlen!

    Ich nahm die Pioneer, die The_GraveDigger mir anvertraut hatte, und rannte zum Camp. Der Motor heulte auf, Reifen drehten durch, und gleich darauf krachte der LKW gegen eine Wand des Bere-Towers. Zwischen dem Fahrzeug und den GebĂ€uden sah ich einen ausgerĂŒsteten Überlebenden.

    „Lass das und verschwinde von hier!“, rief ich ihm zu.

    Der Mann sah mich an und hob die HĂ€nde.

    Er rannte nicht fort. Er ging auch nicht langsam zurĂŒck oder versuchte, Abstand zu gewinnen. Er stand einfach da und sah mich an. Hinter ihm röhrte weiterhin der Motor des Lastwagens, der gegen die Wand gedrĂŒckt wurde. SpĂ€testens da wusste ich, dass er nicht allein war. Irgendwo saß oder stand mindestens ein zweiter Mann, der noch immer versuchte, den LKW aus dem Camp zu bekommen. Ich kletterte auf ein abgestelltes Auto, um einen besseren Überblick zu bekommen, richtete die Pioneer auf ihn und rief noch einmal, dieses Mal so laut und deutlich, wie ich konnte:

    „Verschwinde von hier! Letzte Warnung!“

    Der Fremde lief langsam auf mich zu.

    Ja, der Überlebende vor mir hatte die HĂ€nde erhoben. Das ist die Wahrheit, und ich werde sie nicht kleiner machen, nur weil sie schwer auf mir liegt. Vielleicht hörte er meine Aufforderung wegen des Motors oder der Entfernung nicht. Vielleicht verstand er nicht, was ich von ihm wollte. Vielleicht hatte er Angst, ein Weglaufen könne mich erst recht zum Schießen bringen. Vielleicht wartete er lediglich darauf, dass sein Begleiter eine bessere Position erreichte.

    Ich wusste es nicht.

    Über seiner Schulter hing ein lĂ€nglicher Gegenstand, den ich in diesem Augenblick fĂŒr eine Waffe hielt. Erst bei einer spĂ€teren Betrachtung erkannte ich darin ein Dreibeinstativ. Doch dort, zwischen dem beschĂ€digten LKW und den TrĂŒmmern des Turms, sah ich nur etwas, das wie eine Langwaffe aussah, und einen Mann, der trotz meiner Warnungen nicht ging, sondern auf mich zukam.

    Ich dachte an The_GraveDigger. An seine Freude ĂŒber den Lastwagen, an die NĂ€gel, die Zucchini und die sauberen UnterstĂ€nde. Ich sah vor mir, was aus dem Camp werden sollte, und gleichzeitig hörte ich Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 beinahe in meinem Kopf: „Du redest zu viel, Herz!“

    Ich dachte an Toah. An all jene Male, in denen Menschen ihre HĂ€nde gehoben und anschließend doch zur Waffe gegriffen hatten. An die drei GesprĂ€che, nach denen Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 in der vergangenen Season erschossen worden war. Ich dachte daran, dass ich in diesem Augenblick die einzige Person war, die noch zwischen den Raidern und The_GraveDiggers Lastwagen stand. Wenn ich sie nicht aufhielt, wer dann?

    Die Angst flĂŒsterte mir zu, dass ich keine weitere Gelegenheit bekommen wĂŒrde.

    Also schoss ich.

    Der Mann sackte leblos zusammen.


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    FĂŒr einen Moment war außer dem verhallenden Schuss nichts mehr zu hören. Dann rannte ich los, suchte Deckung und kletterte auf das Dach des Krankenhauses, um den zweiten Angreifer zu finden. Ich sah niemanden. Der LKW stand jedoch noch immer im Camp, und mir kam eine Idee, die wenigstens Zeit gewinnen wĂŒrde: Ich schoss auf einen der Vorderreifen.

    Danach umrundete ich das GebÀude, weil ich nach dem Mann sehen wollte, den ich erschossen hatte. Dabei entdeckte ich den zweiten Raider. Wieder suchte ich die erhöhte Position auf dem Dach und rief auch ihm zu, er solle verschwinden.

    Er ging nicht.

    Diesmal schoss ich nicht sofort. Ich hĂ€tte es gekonnt. Aber ich tat es nicht. Ich schimpfte auf die Raider, auf die Situation und darĂŒber, dass ich das alles gar nicht wollte.
    Doch der Mann hob seine Mlock und zielte hinter einem Zaun hervor auf mich. Sein Schuss streifte mich nur, traf jedoch dabei den Gaskanister in meiner Jacke, mit dem ich eigentlich eine Lampe fĂŒr das Camp hatte betreiben wollen. Licht in der Dunkelheit...

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    Ein greller Blitz. Dunkeltheit um gab mich.

    Es gab einen ohrenbetÀubenden Knall, und die Welt verschwand.

    WĂ€hrend ich bewusstlos dalag, traf mich wohl noch ein weiterer Schuss.

    Man sagt hier "Karma regelt".

    Tut es.

    Immer.

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    🔧 Blinde Wut

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    Als ich wieder zu mir kam, lag ich in Nizhnoye. Ich suchte das dortige Camp auf, doch auch dieses wirkte verlassen. Kein Essen, keine Bandagen... nichts.
    Am Brunnen trank ich, bis mein Körper sich wenigstens wieder halbwegs lebendig anfĂŒhlte.

    Dort sah ich ein Bambi, das mit Infizierten kÀmpfte. Eigentlich wollte ich helfen. Ich ging mit meiner Brechstange dazwischen und traf den Fremden dabei zweimal. Wirklich versehentlich. Er rannte daraufhin schnurstracks in Richtung Berezino.

    Ich folgte ihm eine Weile, machte jedoch noch einen Abstecher zum Lebensmittelladen, weil ich dringend etwas zu essen brauchte. Leider fand ich nichts.


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    SpÀter trafen wir uns in der NÀhe einer Scheune und eines Hauses erneut. Die Route, die er nahm und die Eile, die er an den Tag legte... Es ergab nun alles Sinn. Das musste er sein; der Mann, den ich am Turm erschossen hatte.

    Scham stieg in mir auf, doch gleichzeitig war da noch immer dieser Zorn. Warum waren sie nicht gegangen? Warum hatte er mit erhobenen HĂ€nden vor mir gestanden und nicht auf meine Aufforderung reagiert? Warum hatte sein Begleiter weiter versucht, den LKW zu stehlen? Warum hatten sie mich in eine Lage gebracht, in der jede Entscheidung falsch wirkte?

    Heute weiß ich, wie bequem diese Fragen fĂŒr mich waren. Sie machten ihn zum Verantwortlichen fĂŒr das, was ich tat.
    Dabei hielt nicht er in diesem Augenblick die Brechstange.

    Nein.

    Ich hielt sie.


    Ich war nicht mehr Herrin meiner Gedanken. Alles fĂŒhlte sich an wie ein Fiebertraum, als hĂ€tte die Reise an die KĂŒste nicht nur meine AusrĂŒstung, sondern fĂŒr einen Moment sogar mein Aussehen und den Menschen darunter verĂ€ndert. Ich wollte nur zurĂŒck nach Berezino. Wollte den Lastwagen retten, den Turm halten und meinen Fehler mit dem Gaskanister irgendwie dadurch ungeschehen machen, dass ich wenigstens die Aufgabe erfĂŒllte, an der ich zuvor gescheitert war.

    Also schlug ich nach ihm.

    Dieses Mal geschah es nicht versehentlich.

    Er wehrte sich, doch am Ende lag er vor mir. Als ich ihn dort sah, wurde mir ĂŒbel. Mit dem Schutz des Camps hatte dieser Angriff nichts mehr zu tun. Er war kein ausgestatteter Raider mehr, kein Mann mit einem vermeintlichen Gewehr ĂŒber der Schulter und kein Teil einer Gruppe, die gerade einen Lastwagen stahl. Er war ein Bambi, und ich hatte aus Wut, Scham und Angst auf ihn eingeschlagen.

    Auch diese Wahrheit werde ich nicht kleiner machen.


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    🍎 Der schlechteste Rat ist immer der eigene...

    Trotzdem trieb mich nur ein Gedanke weiter: zurĂŒck nach Berezino.

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    Ich sage anderen immer, sie sollen nach einem Erwachen an der KĂŒste nicht blind zum Ort ihres Todes zurĂŒckrennen. Sie sollen zuerst trinken, etwas essen und sich wenigstens so weit ausrĂŒsten, dass sie nicht beim ersten Infizierten erneut zusammenbrechen. Es ist ein guter Rat.

    Ich selbst schlug ihn an diesem Abend in den Wind.

    Als ich Berezino endlich erreichte, war ich halb verhungert und kaum noch bei KrĂ€ften. Damit war ich niemandem eine Hilfe und vermutlich ging mein Gejammere den anderen im Funkkanal auf die Nerven. Ich war eine weitere Person, um die man sich im schlimmsten Fall hĂ€tte kĂŒmmern mĂŒssen, wĂ€hrend am Turm noch immer mindestens ein bewaffneter Angreifer lauerte.

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    I.K.E.A. war inzwischen mit WhiskeyMixer und dreizehnzwoelf (Max) unterwegs nach Berezino. Auch vor ihrer eigenen Basis hatte es erneut Schwierigkeiten mit einem Bambi gegeben, doch trotzdem kamen sie. Die ApfelbĂ€ume am Rand des Feldes waren fĂŒr mich zum Greifen nah, aber irgendwo in der NĂ€he des Turms schien der SchĂŒtze noch immer auf seine Gelegenheit zu warten.

    So saß ich hinter einem Heuballen, hungrig, erschöpft und beinahe bewegungsunfĂ€hig. Ich konnte nicht vorwĂ€rts, ohne ĂŒber das offene Feld zu mĂŒssen, und jeder weitere Schritt fĂŒhlte sich an, als wĂŒrde mein Körper darĂŒber abstimmen, ob er mich noch ein paar Meter tragen wollte.

    MĂŒhsam arbeitete ich mich bis zu den nĂ€chsten ObstbĂ€umen vor und fand schließlich eine getrocknete Birne.

    Es war die beste Birne, die ich je gegessen hatte.

    Vermutlich war sie trocken, zÀh und kaum der Rede wert. In diesem Augenblick schmeckte sie nach einem weiteren Versuch.


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    ⚔ Der Sturm auf den Turm

    Dann hörte ich die anderen.

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    WhiskeyMixer, dreizehnzwoelf, Jannnik und sogar Mauersegler (Lehmi), Interception (Tim) und Cypress. Sie alle rĂŒckten auf den Turm vor. SchĂŒsse hallten zwischen den GebĂ€uden wider, wĂ€hrend ich noch immer versuchte, genug Kraft zu sammeln, um wenigstens nicht auf dem Feld umzufallen.

    WhiskeyMixer wurde unglĂŒcklich am Kopf getroffen und verlor das Bewusstsein. Jannnik starb und fand sich wieder an der KĂŒste. Auch Interception (Tim) setzte sein Leben aufs Spiel, damit die anderen vorankamen. Schließlich gelang es WhiskeyMixer, den verbliebenen SchĂŒtzen zu erwischen.

    Danach wurde es langsam ruhiger.

    Wir atmeten durch, obwohl kaum jemand von uns wirklich unverletzt war. I.K.E.A. sicherte das Lager, wÀhrend ich versuchte, den Lastwagen aus seiner verkeilten Position zu befreien. Mauersegler (Lehmi) und Cypress brachten mir einen Ersatzreifen, obwohl sie selbst aussahen, als könnten sie jeden Augenblick umfallen.


    Gemeinsam schafften wir es, den LKW wieder flottzumachen. Ich verlud, was wir retten konnten, verschloss den beschĂ€digten Turm und setzte mich schließlich hinter das Steuer. Der Motor sprang an. Langsam fuhr ich aus Berezino hinaus und folgte der KĂŒstenstraße bis nach Prigorodki, wo der Lastwagen vorerst unterkommen sollte, bis The_GraveDigger wieder zurĂŒck war.

    Als der Berezino-Tower im RĂŒckspiegel kleiner wurde, wurde mein Herz schwer. Wir hatten das Fahrzeug gerettet, aber der Turm war beschĂ€digt, Menschen waren gestorben und etwas von der Zuversicht, mit der The_GraveDigger dort zu bauen begonnen hatte, blieb zwischen den TrĂŒmmern zurĂŒck.

    Im Augenblick fehlten uns die Mittel, um jedes Camp gleichzeitig zu halten. Das bedeutete jedoch nicht, dass wir Berezino aufgaben.


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    đŸș Ein ruhigeres Ende in Solnichniy

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    Wenigstens aus Solnichniy kamen bessere Nachrichten. Der Bert Bert ging es gut, und er hatte viel Besuch an seinem Camp empfangen. Es seien vor allem jĂŒngere Leute gewesen, erzĂ€hlte er. Eine Gruppe passte auf die Beschreibung von Franzi, Olli und vermutlich Stumpfi.

    „Scheinen nette Leute zu sein“, meinte Der Bert.

    Ich nickte. Diesen Eindruck hatte ich ebenfalls gewonnen, als ich Franzi und Olli getroffen hatte.

    FĂŒr den Moment waren wir in Prigorodki in Sicherheit. Trotzdem ließ mich das GefĂŒhl nicht los, dass die fremden Raider weitermachen wĂŒrden. Vielleicht hatten sie sogar etwas mit den Leuten aus Elektrozavodsk zu tun. Sie waren erstaunlich beharrlich gewesen. Vielleicht waren es aber auch voneinander völlig unabhĂ€ngige Gruppen, und wir versuchten nur, aus zu vielen losen FĂ€den ein einziges Muster zu knĂŒpfen. Ich wusste es nicht.


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    🌅Gedanken zum Schluss

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    An diesem Tag wurden in meinem Namen Reifen zerschossen, Jannnik wurde in seiner Basis getötet und ein Mann ertrank bei seiner Flucht vor Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 und I.K.E.A. Im Camp begegneten uns zwei Frauen namens "Irina" und ZuzuCookie , ein Mann in Feuerwehrkleidung ließ sich von Vezir beruhigen, und Mischa lernte auf denkbar harte Weise, dass Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 den ausgestreckten Mittelfinger nicht als landestypische Grußformel anerkennt.

    Am Ende fĂŒhrte mich der Tag nach Berezino, wo ich The_GraveDiggers Turm und den Lastwagen verteidigen wollte. Ein Mann hob vor mir die HĂ€nde, und ich erschoss ihn trotzdem. Sein Begleiter tötete mich, und als ich dem ersten spĂ€ter als Bambi wiederbegegnete, griff ich ihn mit einer Brechstange an. Danach kehrte ich halb verhungert zum Turm zurĂŒck, wĂ€hrend andere ihr Leben riskierten, um den verbliebenen Angreifer zu stoppen. Gemeinsam retteten wir schließlich den LKW und brachten ihn nach Prigorodki.


    Ich habe dafĂŒr Kritik bekommen, und ich muss sie mir gefallen lassen. Warum habe ich auf einen Menschen geschossen, dessen HĂ€nde erhoben waren? Warum habe ich nicht lĂ€nger gewartet? Warum bin ich nach meiner Niederlage sofort zurĂŒckgelaufen, obwohl ich es jedem anderen verbieten wĂŒrde? Und wie konnte ich schließlich auf einen Menschen einschlagen, der mir an der KĂŒste ohne seine AusrĂŒstung gegenĂŒberstand?

    Auf manche dieser Fragen habe ich keine gute Antwort.

    Der Mann hat meine Aufforderung vielleicht nicht gehört. Vielleicht hatte er Angst. Vielleicht wollte er Zeit fĂŒr seinen Begleiter gewinnen. Ich werde vermutlich nie erfahren, was in diesem Augenblick in ihm vorging. Ich weiß nur, was in mir vorging: Ich sah einen bewaffneten Raider, obwohl ĂŒber seiner Schulter lediglich ein Dreibeinstativ hing. Ich hörte den Motor des Lastwagens, sah The_GraveDiggers Arbeit in TrĂŒmmern und glaubte, die einzige Person zu sein, die noch etwas retten konnte.

    Das erklÀrt meinen Schuss. Es macht ihn nicht richtig.

    Noch schwerer wiegt der Angriff mit der Brechstange. Dort kann ich mich auf keinen vermeintlichen Gegenstand ĂŒber seiner Schulter und keinen röhrenden Lastwagen berufen. Ich war wĂŒtend, beschĂ€mt und ĂŒberzeugt, sofort nach Berezino zurĂŒckkehren zu mĂŒssen. Ich machte den anderen dafĂŒr verantwortlich, mich in diese Lage gebracht zu haben, obwohl ich selbst entschied, die Brechstange zu heben.

    Auch Menschen, die helfen wollen, können Unrecht tun. Vielleicht mĂŒssen gerade wir uns dieser Möglichkeit besonders offen stellen, weil gute Absichten so leicht zu einer bequemen Rechtfertigung werden. Ich möchte nicht eines Tages behaupten, alles sei erlaubt gewesen, nur weil ich ein Camp verteidigte oder das Eigentum eines Freundes schĂŒtzen wollte.

    Trotzdem kann ich nicht versprechen, kĂŒnftig niemals wieder zu schießen. Wenn meine Freunde, unsere Schutzbefohlenen oder unsere Camps unmittelbar bedroht werden, werde ich sie weiterhin verteidigen. "Samariter schaden nicht ohne Grund", so habe ich es im Eid geschworen.
    Aber ich muss lernen, den Augenblick zu erkennen, in dem Schutz in Vergeltung ĂŒbergeht und Angst nicht mehr warnt, sondern befiehlt.

    Der gerettete Lastwagen steht nun in Prigorodki. Wenn ich ihn ansehe, freue ich mich, dass The_GraveDigger ihn nicht verloren hat. Gleichzeitig weiß ich, welchen Preis dieser Erfolg hatte.

    Vielleicht besteht Verantwortung nicht darin, jede Entscheidung im Nachhinein zu verteidigen.
    Vielleicht beginnt sie dort, wo man aufhört, vor den unangenehmen Fragen davonzulaufen.

    Diesen Fragen stelle ich mich.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛