🖋️ Einsatzbericht Nr. 371 vom 28.07.2025 – Ein merkwürdiger Selbstmord und ein eigenwilliger Raidversuch
"Hallo... hallo? Einsatzleitung, bitte kommen. Melde Schusswechsel in Berezino."
Chernarus, du absurder Alptraum auf zwei Beinen.... heute hast du dich mal wieder von deiner absurden Seite gezeigt.
Gerade denk ich noch: „Ach komm, nach dem gestrigen Feuerwerk an Wahnsinn kann’s ja nur besser werden“ – und dann reißt mir der nächste Tag einfach mental die Hose runter und schreit: „ÜBERRASCHUNG!“
Ich schwöre, ich wollte heute wirklich mal nichts. Kein Drama. Kein Beschuss. Keine Samariter mit Therapiebedarf.
Nur ein bisschen Gärtnern. Kürbisse. Vielleicht mal einem Fisch angeln – zur Abwechslung mal ohne beschossen zu werden. Camp-Pflege. Ruhe. Frieden.
🎣 Friedliches Fischen, stilles Federvieh
Ich begann in Elektrozavodsk. Ein bisschen Fisch für das Camp. Klingt langweilig? War’s nicht.
Ich schleppte mich also zum Camp, bewaffnet mit einem Rucksack voller Fische, als das Zug-Event mich mit Zombies begrüßte.
Ich boxte mich durch. Ja, boxte. Weil manchmal ist die Waffe einfach zu laut und der Wille zu überleben einfach schneller als die Hand am Abzug. Ein Zombie fiel zu Boden wie ein überreifer Apfel, ein anderer stolperte rückwärts in die Gleise. Und ich? Ich dachte nur: „Wenn das meine Entspannungsphase ist, will ich den Belastungstest gar nicht erst kennenlernen.“
Im Camp selbst dann der Schock der anderen Art: ein Hühnchen. Kein Scherz. Jemand hatte ein Huhn ins Campzelt gelegt. Noch warm. Aber ziemlich tot. Ich fragte es, ob es Atze hieß oder dem Pilzujunkie zu tun hatte – es antwortete nicht. Also alles wie immer: ziemlich tot aber potenziell genießbar.
Daher grillt eich das Huhn, füllte die Vorräte im dortigen Camo auf und zog wieder zurück nach Prigorodki.
Zelte auffüllen, am Lagerfeuer sitzen.
Zur Abwechslung wirklich idyllisch – für etwa zwanzig Minuten.
Camps auffüllen
🚛 LKW-Saga, die dreihundertachtundziebzigste...
Ja, dann kam wieder dieser klassische Chernarus-Moment, bei dem du merkst: Hier ist selbst das Banale bedeutungsstark.
ninja2.00926 (UltrA) meldete sich über Funk – pflichtbewusst wie immer – und fuhr zur Burg, um Pascal/Ikarus aus der Patsche zu helfen. Ja, der "LKW-fahr'n"-Pascal.
Unterwegs wurde sie aber erstmal noch angeschossen. Echt jetzt... mitten aus ihrem Heimatort. Sie sagte, sie wissen genau wer das gewesen ist. Und begeistert war sie nicht...
Ich sagte dazu mal nichts. Aus Fraktionsdingen halte ich mich raus. bringt nur Ärger.
Zurück zu Pascal/Ikarus.
Der, der so froh über den neuen LKW war, den ich ihnen gestern gebracht hatte. Spoiler: Der hat's nicht lange überlebt. Ich schwöre, die Dinger halten im Königreich weniger lang als ein Versprechen am Campfeuer vom Prigorodki.
Was mit ihm passiert war? Keine Ahnung. Vermutlich von der Klippe gerollt oder in ein Wolfsrudel gefahren. Was weiß denn ich?
Aber: Pascal/Ikarus ließ sich nicht beirren.
UltrA also los, Räder holen – neuer Plan, neues Glück, neue Karre. Und mittendrin: Gerüchte über ein kleines Scharmützel mit Schwester Yeva aus der Morthana-Kirche. Pascal/Ikarus hatte sie wohl am Vormittag beschossen. Ob versehentlich oder absichtlich? Tja, Chernarus halt. Da sagt keiner mehr „ups“ – da nennt man’s „progressives und dynamisches Rollenspiel mit echter Munition".
Ich war froh, nicht mehr in diesem Theaterstück mitzuspielen. Dort, wo Leute dich segnen wollen und im selben Atemzug mit der Armbrust auf dich schießen.
Schwester Yeva, laut Funkgeflüster, soll übrigens eine schlechtere Schützin sein als ich. Und das will was heißen.
Herz erzählte mir halb kichernd, halb fassungslos im Funk, dass die fromme Dame angeblich zwei ganze DMR-Magazine auf eine Mine leergeballert hat. Wollte sie wohl davon überzeugen zu explodieren.
Die Mine? Gab sich davon herzlich wenig beeindruckt. Ich meine: Wenn du schon auf Sprengstoff schießt und er denkt sich „meh“ – dann solltest du dich vielleicht auf’s Predigen konzentrieren. Oder mit der Mine vorher beten. Ich glaube, wenn sie mit ihr angefangen hätte über Morthana zu reden, dann wäre das Ding bestimmt in sekundenschnelle hochgegangen. Ohne Witz!
Jedenfalls musste am Ende Pascal/Ikarus ran, das Rätsel der unwilligen Mine lösen. Die Frage bleibt: "Wer streut hier eigentlich Minen in die Gegend wie Konfetti beim Karneval?“
Denkt denn hier keiner an die spielenden Zombiekinder oder die armen Ziegen auf den Straßen?
Aber Herz-Aus-Gold?
Die nahm’s echt erstaunlicherweise mal sehr gelassen. Stand mit König NiggoB und Königin janinesta (Selina) am Lagerfeuer und feierte den königlichen Ehrentag, als sei das alles hier ganz normal.
Grillen mit Garten und guter Laune
💀 Und plötzlich hatte Pascal/Ikarus die Nase voll...
Mitten im Klostergarten – zwischen Grillgut, Kürbissetzlingen und ein paar Resten Menschlichkeit – zog Pascal/Ikarus plötzlich seine Waffe und setzte dem Ganzen ein Ende.
Einfach so. Ohne Vorwarnung. Kein letzter Spruch. Kein „Lebt wohl“. Nur Peng – und Stille.
„Rückkehr zur Küste“, nannte er’s später im Funk. So als wär’s ein kleiner Ausflug ohne Handgepäck und Ziel: Neustart.
Herz-Aus-Gold war fassungslos. Stand da, erstarrt zur Salusäule. Kein Wort, kein Atemzug. Nur dieser Blick, als hätte jemand den Reset-Knopf ihres kleien Hoffnungsschimmers gedrückt.
Schwester Yeva kniete sich nieder. Wollte helfen. Oder beten. Oder beides. Ich glaub, selbst sie wusste in dem Moment nicht, ob sie gerade eine Seele verabschiedet oder sich selbst zusammenhalten musste. Aber sie soll die sterblichen Überreste gemäß ihres Glaubens bestattet haben.
Chernarus eben. Manchmal ist Sterben hier auch nur ein Zwischenschritt oder ein Weg zu mehr Nägeln...
Pascal hat genug
🔫 Berezino – Angriff aus dem Nichts
Währenddessen im Osten? Wurde’s… schräg. So richtig.
The_GraveDigger wurde erschossen. Mitten im Camp in Berezino. Kein „Hände hoch“, kein Gespräch – einfach zack, weg. Kaltblütig, hinterlistig und feige.
"Da wollte wohl jemand seine K/D künstlich aufhübschen", dachte ich so bei mir.
Jannik und Bitwanted wollten helfen, wie man das so tut unter zivilisierten Menschen mit Restanstand. Kaum waren sie dort, flogen die Kugeln. So viel zum Thema "wir können über alles reden."
Und dann? Dann versuchten die Angreifer auch noch, Bitwanted s Basis zu raiden. Ja, die Basis. Die Behausung der Berezino-Boys, die schon so viele Raids überstanden hatte.
Bitwanted selbst? Saß drin. Eingeschlossen, aber bewaffnet – und trotz allem in bester Laune.
Versuchte zu verhandeln und den Angreifer zur Umkehr zu bewegen.
Statt Antwort: Kugeln unter der Tür durch.
Also tat er das einzig Logische: Er starrte der Gewalt ins Gesicht – und....sang.
Wortwörtlich.
„Ihr kommt hier nicht rein!“ – Pause. Dann:
„Sag das Zauberwort und du hast die Macht, halt den Mondstein fest und spür die Kraft....“
Sailor Moon. Er sang das verdammte Sailormoon Intro. Dreistimmig: Schräg, schief und voller Begeisterung. Laut. Mit allem, was seine Kehle hergab.
Die Raider? Wenig begeistert. Kein Applaus, kein Like. Stattdessen brachen sie ihm das Bein mit einem gezielten Schuss.
Ja. Das Bein. Weil sie es konnten.
Aber Bitwanted? Der Blieb standhaft, auch als immer wieder Salven auf seine Wand abgegeben wurden.
Vielleicht nicht mehr ganz gerade, aber definitiv aufrecht. Im Herzen.
Das, was er da hörte, waren eindeutig Raid-Schüsse. Aber irgendwie auch wieder komisch.
So als wollte jemand nicht wirklich durchdringen, sondern nur an der Oberfläche kratzen.
🐾 Verstärkung trifft ein
Pinky, Greeny und ich kamen auch endlich in Berezino an. Keine Fanfaren, kein Heldenempfang – nur der Versuch, den verdammten Überblick zu kriegen.
Ich erspähte einen Typen auf dem Garagendach gegenüber vom Camp. Da saß er, schön erhöht, mit Blick auf alles, was sich da unten abspielte. Vielleicht freundlich und einer von uns, vielleicht auch der Killer von The_GraveDigger. Aber ich wollte nichts riskieren. Noch nicht.
Also: Nicht schießen. Erstmal gucken.
Und genau da funkte Jannik: „Da ist jemand auf dem Dach!“ Klarer Hinweis auf den gleichen Typen. Greeny fragte noch auffällig nach, wo denn genau und verschwand dann.
Und kaum war die Info raus, bewegte sich der Kerl. Wie getriggert. Zufall? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ich besprach es hinterher mit Greeny und alles sah nach einem dieser unerklärlichen Zufälle in Chernarus aus. Trotzdem: Ich war skeptisch geworden und nahm die Verfolgung auf. Ich verfolgte die Spur des Fremden bis nach Khelm. Dann: nichts mehr.
Er war einfach verschwunden. Wie die Frage nach Moral bei einem Raid.
Also drehte ich um, lief zurück. Und da – beim Eisenbahnwaggon – standen zwei Typen. Jannik war auch dort. Ich erkannte ihn gerade noch rechtzeitig an seiner Armbrust. Halleluja. Hätte sonst böse enden können.
Aber dann: Peng! Ein Schuss auf ihn – direkt aus dem Waggon.
Ich hielt die Luft an. Wartete. Zielte. Da war der Angreifer.
Ich schoss.
Und traf – natürlich – rein gar nichts. Meine DMR und ich, wir führen eine sehr toxische Beziehung, wie mir scheint.
Ich rannte. Erwartete den Tod im Rücken. Irgendwo zwischen dritter Rippe und Nierengegend.
Aber da kam… nichts. Kein Verfolger. Keine Kugel. Nur Stille. Eine, die schreit: Du bist nicht das Ziel gewesen. Aber warum?
Versteht mich nicht falsch. Ich habe absolut nichts dagegen, wenn ich mal nicht durchlöchert oder zur Zielscheibe werde. Aber irgendwie fühlte sich das so falsch an... als hätten die Typen genau gewusst, wen sie da vor sich hatten. Als hätten sie sich ihre Opfer bewusst ausgesucht und das machte mich wütend. Rasend.
Vielleicht hatten sie Mitleid mit meinem Aim....
Vor der Kirche sah ich später noch jemanden. Versuchte es nochmal.
Und ja, ihr ahnt es: Wieder kein Treffer. Übermut tut selten gut oder so.
Dann war die Munition leer.
Und ich zog mich zurück.
Manchmal ist Überleben einfach, wenn man so unfähig ist, dass man keine Bedrohung darstellt.
Wenn der andere dich dann aus Mitleid oder zur allgemeinen Erheiterung anderer am Leben lässt...
Was für ein Tag.
Vor der Kirche
💭 Und dann… Herz’ Traum
Später am Abend – als wir dachten, es könnte endlich mal normal enden – erzählte mir Herz-Aus-Gold von einem dieser Momente, die man entweder als Eingebung oder als Einfluss von Drogen verbuchen muss.
Sie war, so sagte sie, im Klostergarten kurz eingenickt. Ja, mitten zwischen Tomatenstauden, Kürbissetzlingen und einer Welt, die eigentlich keinen Platz mehr für Träume lässt. Und doch: Sie schlief. Und träumte.
Sie sah sich selbst – nicht im Garten, sondern in Berezino. Direkt vor der Base der Berezino-Boys. Ähnliche Stelle wie damals, als sie einer der beiden Hütchen beim Raiden erwischt hatte. Bitwalker war da. Gab ihr eine Position durch. Da war ein Gegner, irgendwo. Sie sah ihn. Sie zielte. Und sie feuerte.
Der Schuss traf. Ein Bambi in pinkfarbener Kleidung, weißer Armbinde, fiel. Einfach so.
Herz sagte, sie hätte sich danach sofort zurückgezogen. Beobachtet. Gewartet. Kein zweiter Schuss, kein Jubel. Nur dieser Moment – seltsam klar, aber auch seltsam… schwer zu greifen.
Später sei Bitwalker noch zurückgekommen, um seine Leiche zu looten. Sie hatte ihn noch gewarnt, da könne noch jemand sein. Aber er tat es ab. "Ach Herz, entspann dich! Ich hab jetzt meine Waffe, da passiert nichts." Eine Minute später war er tot. Erschossen vom Kumpel des Toten.
War das real?
Ich weiß es nicht. Ich hab sie dort jedenfalls nicht gesehen. Kein Funk, kein Sichtkontakt. Aber hey – in Chernarus kann zwischen zwei Atemzügen ein ganzes Gefecht stattfinden.
Vielleicht war’s nur ein Traum.
Vielleicht war’s mehr.
Und vielleicht sollten wir aufhören hier irgendwie nach Logik zu fragen. Denn dieser ominöse Raid hatte keine bestimmte Logik vorzuweisen, da am Ende der Trupp wieder abzog, gerade als er die Oberhand gewonnen hatte. Alles in Allem höchst eigenartig.
🔥 Fazit?
Pascal/Ikarus wieder an der Küste. Sailor Moon unter Beschuss. Herz mit Prophezeiungsträumen.
Und ich?
Ich hab immerhin den Tag überlebt.
Wobei... das sagen in Chernarus alle – bis sie am nächsten Morgen aufwachen und feststellen, dass sie wieder an der Küste gelandet sind.
Nr. 371 - Ende.