Herzzeit vom 13.07.2026 (Montag) – Tag 096: Im Süden nichts Neues
Hallo ihr Lieben,
nach all den Ereignissen der vergangenen Tage war es heute beinahe ungewohnt ruhig in Prigorodki. Keine Schüsse vor dem Camp, keine rätselhaften Bambis, niemand, der sich an unseren Unterständen zu schaffen machte, und auch sonst keine Meldung, die mich dazu zwang, alles stehen und liegen zu lassen und irgendwohin aufzubrechen.
Dafür lag etwas am schwarzen Brett, das eine andere Frage endgültig beantwortete.
🎃 Drei Buchstaben aus Kürbiskernen
Jemand hatte dort mit Kürbiskernen drei Buchstaben gelegt:
FAT.
Damit dürfte auch der letzte Zweifel beseitigt sein. FAT ist zurück.
Nachdem The Saint und Krümel bereits an ihrer neuen Zentrale bauten und bei Rheingauer! ihre kleine Visitenkarte aus Nägeln hinterlassen hatten, hatten sie sich nun auch an unserem schwarzen Brett verewigt. Es ist schon erstaunlich, wie viele Möglichkeiten Menschen in Chernarus finden, ihren Namen irgendwo zu hinterlassen. Manche brauchen dafür Farbe, andere Papier und wieder andere offenbar nur eine Packung Nägel oder ein paar Kürbiskerne.
Ich ließ die kleine Botschaft liegen.
Wer weiß, vielleicht wird sie irgendwann einmal jemand finden, der mit den drei Buchstaben überhaupt nichts mehr anfangen kann und sich fragt, warum irgendein Verrückter mitten in einer Welt voller Hunger, Zombies und Schießereien seine Zeit damit verbracht hat, Kürbiskerne auf einem Brett zu sortieren.
Wir werden es wissen.
FAT war wieder da.
⚔️ Die Ruhe vor Zelenogorsk
Ansonsten blieb es tatsächlich ruhig am Camp. Trotzdem lag etwas in der Luft, denn der morgige Tag warf seine Schatten voraus.
I.K.E.A. und CHAOS bereiteten sich auf ihren angekündigten letzten großen Kampf vor. Zelenogorsk sollte zum Schauplatz werden und die Bedingungen waren ungewöhnlich deutlich: Der Sieger sollte die Basis von CHAOS erhalten und danach wollte sich die Gruppe zurückziehen.
Nach all den Wochen, in denen sich beide Seiten gegenseitig verfolgt, beschossen, geraidet und provoziert hatten, sollte es also tatsächlich zu einem Abschluss kommen.
Ich wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte.
Zu viel war inzwischen zwischen diesen Gruppen passiert und zu viele andere waren irgendwann mit hineingeraten. Manchmal freiwillig, manchmal eher unfreiwillig. Autos waren verschwunden, Basen geöffnet worden, Menschen erschossen worden, weil sie die falsche Armbinde trugen oder im falschen Fahrzeug saßen. Und wir Samariter hatten immer wieder versucht, irgendwo dazwischen unseren eigenen Weg zu behalten.
Wir hatten CHAOS geholfen und I.K.E.A. geholfen. Wir hatten mit beiden gestritten und mit beiden gelacht. Wir hatten Verwundete versorgt, Fahrzeuge gestellt und gleichzeitig deutlich gemacht, wenn eine Grenze überschritten worden war. Nicht immer war uns das gelungen, ohne selbst hineingezogen zu werden.
Vielleicht war es deshalb gar nicht schlecht, wenn dieser Konflikt morgen endlich dort ausgetragen wurde, wo jeder wusste, worauf er sich einließ.
Keine vorbeifahrenden Autos.
Keine Neuankömmlinge, die zufällig zwischen die Fronten gerieten.
Kein Rätselraten darüber, wer eigentlich auf wen geschossen hatte.
I.K.E.A. gegen CHAOS.
Zelenogorsk.
Und danach, so zumindest der Plan, sollte Schluss sein.
Ich war gespannt, ob Chernarus sich an diesen Plan halten würde.
🌅 Gedanken zum Schluss
„Im Süden nichts Neues“ klingt eigentlich ziemlich langweilig.
Heute empfand ich das nicht so.
Vielleicht lernt man ruhige Tage erst dann richtig zu schätzen, wenn man eine Weile kaum noch welche hatte. Ich konnte mich um das Camp kümmern, über ein paar Kürbiskerne schmunzeln und musste nicht bei jedem Geräusch überlegen, ob irgendwo schon wieder jemand mit einer Waffe im Anschlag stand.
Morgen würde das anders aussehen.
Der Sturm auf Zelenogorsk stand bevor und mit ihm vielleicht das letzte Kapitel eines Konflikts, der diese Season stärker geprägt hatte, als mir manchmal lieb gewesen war. Ich wusste nicht, wer gewinnen würde. Und wenn ich ehrlich war, war mir das Ergebnis auch weniger wichtig als die Hoffnung, dass danach tatsächlich etwas Ruhe einkehren würde.
Denn während andere darum kämpften, wem am Ende eine Basis gehörte, dachte ich schon wieder an Unterstände, Medikamente, Essen, die Camps und all die Dinge, die danach weitergehen mussten.
Vielleicht ist das unsere eigentliche Aufgabe.
Nicht jeden Kampf zu gewinnen.
Sondern noch da zu sein, wenn er vorbei ist.
Morgen würden I.K.E.A. und CHAOS nach Zelenogorsk ziehen.
Und wir würden sehen, was danach von all dem übrig blieb...
In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.
Gez.
Herz-Aus-Gold 💛