Herzzeit - Ein Blick zurück (1.29)

  • Herzzeit vom 13.07.2026 (Montag) – Tag 096: Im Süden nichts Neues


    Hallo ihr Lieben,


    nach all den Ereignissen der vergangenen Tage war es heute beinahe ungewohnt ruhig in Prigorodki. Keine Schüsse vor dem Camp, keine rätselhaften Bambis, niemand, der sich an unseren Unterständen zu schaffen machte, und auch sonst keine Meldung, die mich dazu zwang, alles stehen und liegen zu lassen und irgendwohin aufzubrechen.
    Dafür lag etwas am schwarzen Brett, das eine andere Frage endgültig beantwortete.


    🎃 Drei Buchstaben aus Kürbiskernen

    Jemand hatte dort mit Kürbiskernen drei Buchstaben gelegt:
    FAT.
    Damit dürfte auch der letzte Zweifel beseitigt sein. FAT ist zurück.
    Nachdem The Saint und Krümel bereits an ihrer neuen Zentrale bauten und bei Rheingauer! ihre kleine Visitenkarte aus Nägeln hinterlassen hatten, hatten sie sich nun auch an unserem schwarzen Brett verewigt. Es ist schon erstaunlich, wie viele Möglichkeiten Menschen in Chernarus finden, ihren Namen irgendwo zu hinterlassen. Manche brauchen dafür Farbe, andere Papier und wieder andere offenbar nur eine Packung Nägel oder ein paar Kürbiskerne.
    Ich ließ die kleine Botschaft liegen.

    Wer weiß, vielleicht wird sie irgendwann einmal jemand finden, der mit den drei Buchstaben überhaupt nichts mehr anfangen kann und sich fragt, warum irgendein Verrückter mitten in einer Welt voller Hunger, Zombies und Schießereien seine Zeit damit verbracht hat, Kürbiskerne auf einem Brett zu sortieren.
    Wir werden es wissen.
    FAT war wieder da.


    ⚔️ Die Ruhe vor Zelenogorsk

    Ansonsten blieb es tatsächlich ruhig am Camp. Trotzdem lag etwas in der Luft, denn der morgige Tag warf seine Schatten voraus.
    I.K.E.A. und CHAOS bereiteten sich auf ihren angekündigten letzten großen Kampf vor. Zelenogorsk sollte zum Schauplatz werden und die Bedingungen waren ungewöhnlich deutlich: Der Sieger sollte die Basis von CHAOS erhalten und danach wollte sich die Gruppe zurückziehen.
    Nach all den Wochen, in denen sich beide Seiten gegenseitig verfolgt, beschossen, geraidet und provoziert hatten, sollte es also tatsächlich zu einem Abschluss kommen.
    Ich wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte.

    Zu viel war inzwischen zwischen diesen Gruppen passiert und zu viele andere waren irgendwann mit hineingeraten. Manchmal freiwillig, manchmal eher unfreiwillig. Autos waren verschwunden, Basen geöffnet worden, Menschen erschossen worden, weil sie die falsche Armbinde trugen oder im falschen Fahrzeug saßen. Und wir Samariter hatten immer wieder versucht, irgendwo dazwischen unseren eigenen Weg zu behalten.

    Wir hatten CHAOS geholfen und I.K.E.A. geholfen. Wir hatten mit beiden gestritten und mit beiden gelacht. Wir hatten Verwundete versorgt, Fahrzeuge gestellt und gleichzeitig deutlich gemacht, wenn eine Grenze überschritten worden war. Nicht immer war uns das gelungen, ohne selbst hineingezogen zu werden.
    Vielleicht war es deshalb gar nicht schlecht, wenn dieser Konflikt morgen endlich dort ausgetragen wurde, wo jeder wusste, worauf er sich einließ.
    Keine vorbeifahrenden Autos.
    Keine Neuankömmlinge, die zufällig zwischen die Fronten gerieten.
    Kein Rätselraten darüber, wer eigentlich auf wen geschossen hatte.
    I.K.E.A. gegen CHAOS.
    Zelenogorsk.
    Und danach, so zumindest der Plan, sollte Schluss sein.
    Ich war gespannt, ob Chernarus sich an diesen Plan halten würde.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    „Im Süden nichts Neues“ klingt eigentlich ziemlich langweilig.
    Heute empfand ich das nicht so.

    Vielleicht lernt man ruhige Tage erst dann richtig zu schätzen, wenn man eine Weile kaum noch welche hatte. Ich konnte mich um das Camp kümmern, über ein paar Kürbiskerne schmunzeln und musste nicht bei jedem Geräusch überlegen, ob irgendwo schon wieder jemand mit einer Waffe im Anschlag stand.

    Morgen würde das anders aussehen.
    Der Sturm auf Zelenogorsk stand bevor und mit ihm vielleicht das letzte Kapitel eines Konflikts, der diese Season stärker geprägt hatte, als mir manchmal lieb gewesen war. Ich wusste nicht, wer gewinnen würde. Und wenn ich ehrlich war, war mir das Ergebnis auch weniger wichtig als die Hoffnung, dass danach tatsächlich etwas Ruhe einkehren würde.

    Denn während andere darum kämpften, wem am Ende eine Basis gehörte, dachte ich schon wieder an Unterstände, Medikamente, Essen, die Camps und all die Dinge, die danach weitergehen mussten.
    Vielleicht ist das unsere eigentliche Aufgabe.
    Nicht jeden Kampf zu gewinnen.
    Sondern noch da zu sein, wenn er vorbei ist.

    Morgen würden I.K.E.A. und CHAOS nach Zelenogorsk ziehen.
    Und wir würden sehen, was danach von all dem übrig blieb...

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 14.07.2026 (Dienstag) – Tag 097: Der größte Raid


    Hallo ihr Lieben,

    wenn man drei Menschen nach demselben Kampf fragt, bekommt man vermutlich vier Geschichten erzählt. Bei I.K.E.A., CHAOS und RAC dürften es noch ein paar mehr werden. Jeder von ihnen hat seine eigene Sicht darauf, wie dieser Konflikt begonnen hat, wer auf wen reagierte, wer provozierte, wer sich nur verteidigte und wer irgendwann eine Grenze überschritten hat.
    Ich habe in den vergangenen Wochen viele dieser Geschichten gehört und vermutlich würde jede Seite sagen, dass wichtige Teile fehlen, wenn ich versuchen würde, sie hier zusammenzufassen.
    Also versuche ich es gar nicht erst.
    Aber die Ereignisse der großen Schlacht kann man aus Sicht von CHAOS und RAC nachlesen.
    Ich erzähle euch dagegen, was ich erlebt habe.
    Und das begann ausgerechnet mit einem ganz anderen versuchten Einbruch.


    🔐 Ein unbekannter Besucher

    Blitzo erwischte vor seiner Garage nahe Novy Sobor jemanden dabei, wie er versuchte, den Code zu knacken. Wer der Unbekannte war und was genau er dort gesucht hatte, konnten wir nicht mehr herausfinden, denn Blitzo machte kurzen Prozess und erschoss ihn.

    Wenig später hätte es dann beinahe Blitzo selbst erwischt.
    Er war mit einem grünen Ada bei Dubovo unterwegs, als WhiskeyMixer auf ihn schoss. Sickboy hatte offenbar geglaubt, es handele sich um den gestohlenen Ada, und WhiskeyMixer entsprechend informiert. Wieder einmal reichte ein Fahrzeug, eine Vermutung und eine unvollständige Information, damit jemand ins Visier geriet, der dort eigentlich gar nicht hingehörte.
    Zum Glück kam Blitzo mit dem Schrecken davon.
    Und vielleicht war das eine ziemlich passende Einleitung für diesen Abend.


    🔫 Die F.A.T.-Zentrale öffnet erstamlig ihre Bestände

    Während Zelenogorsk langsam zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit wurde, begannen bei uns die Vorbereitungen.
    Cala-j spendete zahlreiche Waffen und Munition und auch F.A.T. öffnete seine Reserven. In der Zentrale wurde ausgegeben, verteilt und zusammengesucht, was für den bevorstehenden Kampf benötigt wurde. Nach all den Wochen, in denen wir Waffen gesammelt, repariert und eingelagert hatten, verschwanden sie nun wieder in den Händen derjenigen, die sie gebrauchen konnten.
    cookfrags bekam von Black Lion und Jammet ihren gelben Sarka gebracht. Gemeinsam kamen sie nach Prigorodki, statteten sich aus und fuhren anschließend weiter nach Zelenogorsk.
    Dorthin zog es an diesem Abend ohnehin immer mehr Menschen.
    I.K.E.A.
    RAC.
    cookfrags und Sense.
    SpaceMarine und SIR Merlin.

    Und auf der anderen Seite CHAOS.
    Der große angekündigte Kampf konnte beginnen.


    ⚔️ Der Sturm auf Zelenogorsk

    Was dann folgte, war vermutlich einer der größten Raids, die ich in dieser Season erlebt hatte.
    Immer wieder fielen Menschen auf beiden Seiten. Wer starb, kehrte von der Küste zurück, wurde abgeholt, neu ausgestattet und wieder in Richtung Zelenogorsk gebracht. Aus einem einzelnen Angriff wurde ein ständiges Kommen und Gehen zwischen Küste, Camps, Zentrale und Schlachtfeld.

    janinesta (Selina) übernahm dabei einen Teil der Fahrdienste für ihre Fraktion, I.K.E.A., und kutschierte mit einem blauen Gunter – ausdrücklich nicht "HERBERT"! – Kämpfer zurück nach Zelenogorsk.
    Selbst auf diesen Fahrten blieb es allerdings nicht friedlich.
    An der Küste begegnete sie Arndt.
    Nach allem, was zwischen uns in den vergangenen Tagen vorgefallen war, hatte ausgerechnet er vielleicht nicht den besten Zeitpunkt gewählt, janinesta (Selinas) Weg zu kreuzen. Sie erwischte ihn und schoss ihn bewusstlos.
    Ich gebe zu, dass mein Mitleid sich in diesem Augenblick in überschaubaren Grenzen hielt.
    Immerhin lebte er noch... Anschließend wählte er den Freitod.


    🍲 Kochen zwischen zwei Schlachten

    Zwischendurch geschah dann etwas, das vermutlich nur in Chernarus vollkommen normal wirkt.
    Während in Zelenogorsk Menschen um eine der größten Basen des Landes kämpften, wurde in Prigorodki gekocht.
    Blitzo kümmerte sich um die Vorräte und zusammen mit janinesta (Selina) wurde Essen vorbereitet, was das Zeug hielt. Denn all die Menschen, die starben, zurückkehrten und erneut loszogen, brauchten nicht nur Waffen und Munition. Irgendwann brauchten sie auch etwas im Magen.
    Vielleicht war das der Teil des Abends, der mir am vertrautesten vorkam.
    Andere kämpften.
    Wir stellten Essen hin.
    Und dann ging es weiter.


    🏰 Eine Basis, die nicht fallen wollte

    Stunde um Stunde verging, aber die Basis von CHAOS hielt.
    I.K.E.A. griff an, unterstützt von RAC und weiteren Überlebenden. Es wurde gekämpft, gestorben, zurückgekehrt und erneut angegriffen, doch am Ende gelang es den Angreifern nicht, die Verteidigung vollständig zu brechen.
    Nach den Bedingungen, die vorher vereinbart worden waren, hatte die Basis damit standgehalten.
    Und trotzdem endete die Geschichte anders, als man es nach einem solchen Kampf vielleicht erwartet hätte.
    CHAOS zog sich zurück.
    Sie verabschiedeten sich und erklärten, künftig – wenn überhaupt – nur noch einzeln durch Chernarus ziehen zu wollen. Ihre Basis sollte nicht weiter verteidigt werden. Sie gaben sie für die Allgemeinheit frei.
    Nach all den Wochen stand das Tor damit plötzlich jedem offen.

    🚗 Was übrig bleibt

    Ich sicherte noch den roten Sarka und brachte ihn zurück zur Zentrale.
    Davus nahm unterdessen einen Ada und fuhr damit an die Küste. Dort zerschoss er das Fahrzeug.
    Vielleicht war das einfach Davus.
    Vielleicht brauchte er das als Schlusspunkt.
    Ich musste ein wenig darüber schmunzeln, auch wenn mir an diesem Abend eigentlich nicht wirklich danach war.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    War das nun ein Sieg?
    Ich weiß es nicht.
    I.K.E.A. hatte die Basis nicht bezwungen. CHAOS hatte sie erfolgreich verteidigt und anschließend aus freien Stücken aufgegeben. RAC wiederum hatte seine ganz eigene Geschichte mit CHAOS und vermutlich auch seine ganz eigene Vorstellung davon, was heute erreicht worden war.

    Wenn ich morgen Davus frage, wird er mir vermutlich eine andere Geschichte erzählen als WhiskeyMixer. Und Sickboy wiederum eine andere als beide.
    Vielleicht stimmt sogar jede davon ein bisschen.
    Denn dieser Konflikt bestand längst nicht mehr aus einer einzelnen Ursache. Dafür war in den vergangenen Wochen zu viel passiert. Ein Raid führte zum nächsten, ein gestohlenes Auto zu einer Vergeltung, daraus entstand wieder ein Angriff, dann eine neue Gruppe und irgendwann wusste vermutlich niemand mehr genau, an welcher Stelle aus einer Reaktion der nächste Grund für eine Reaktion geworden war.

    Ich habe versucht, mich aus diesem Kreislauf herauszuhalten.
    Nicht immer ist uns das gelungen.
    Wir haben Menschen von allen Seiten geholfen. Wir haben mit CHAOS gehandelt und ihnen ein Auto gegeben, obwohl manche von uns darüber nicht begeistert waren. Wir haben I.K.E.A. unterstützt, RAC beobachtet und kritisiert und gleichzeitig versucht, niemanden allein wegen seiner Armbinde von unseren Camps auszuschließen.
    Und trotzdem sind auch wir immer wieder zwischen die Fronten geraten.

    Vielleicht gibt es deshalb für mich heute keinen Sieger.
    Nur eine Basis in Zelenogorsk, die den größten Angriff auf ihre Mauern überstanden hat und am Ende trotzdem leer zurückbleibt.
    Und viele Menschen, die morgen erzählen werden, was dort geschehen ist.

    CHAOS wird seine Version haben.
    I.K.E.A. wird seine Version haben.
    RAC wird seine Version haben.

    Und das hier war meine.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛


    🎞️EVENT-STREAM vom Dienstag, 14.07.2026

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  • Herzzeit vom 15.07.2026 (Mittwoch) – Tag 098: Nach dem Kampf


    Hallo ihr Lieben,

    gestern noch Schüsse, Explosionen und ein nicht enden wollender Strom von Menschen zwischen Küste und Zelenogorsk. Heute standen wir wieder in Prigorodki, kümmerten uns um Autos, versorgten Neuankömmlinge und diskutierten über Dinge, die in Chernarus mindestens genauso wichtig sind wie Krieg und Frieden: zum Beispiel darüber, warum Jannnik der Meinung war, dass unser Camp dringend sehr viel mehr Paprika brauchte.

    Vielleicht ist genau das die merkwürdige Normalität dieser Welt: Gestern verändert sich etwas, das die ganze Season geprägt hat, und am nächsten Morgen geht das Leben einfach weiter.


    👋 Mach's gut, Kalle

    CHAOS zog sich nach dem gestrigen Kampf tatsächlich zurück und @Kallele verabschiedete sich noch einmal persönlich. Er bedankte sich für die gemeinsame Zeit, auch wenn wir längst nicht immer einer Meinung gewesen waren.
    Und das waren wir wirklich nicht.
    Wir hatten diskutiert, uns gegenseitig widersprochen und manches Mal vermutlich beide den Kopf über den jeweils anderen geschüttelt. Es gab die Schüsse auf unsere Fahrzeuge, die Auseinandersetzungen um Raids und die unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie man in Chernarus mit anderen Menschen umgehen sollte. Gerade in den vergangenen Tagen war einiges geschehen, das ich noch immer nicht so recht einordnen konnte.

    Aber es gab eben auch die anderen Momente.
    Kallele hatte mit uns gehandelt, war an unseren Camps gewesen und hatte mit mir am Lagerfeuer gesessen. Als Toah bewaffnet nach Prigorodki kam, hatte er nicht einfach geschossen, sondern mich gefragt, ob er das Camp verteidigen könne. Wenige Augenblicke später war er dabei gestorben. Wir hatten miteinander geredet, obwohl wir uns nicht einig waren, und irgendwie war genau das für mich immer wichtiger gewesen als die Farbe seiner Armbinde.

    Vielleicht muss man am Ende auch gar nicht derselben Meinung sein, um sich respektieren zu können.
    Ich bedankte mich deshalb ebenfalls für die gemeinsame Zeit und wünschte ihm alles Gute für seinen weiteren Weg.
    Man sieht sich in Chernarus schließlich meistens zweimal.
    In Prigorodki sogar erheblich öfter.

    🚙 Die wundersame Rückkehr der Fahrzeuge

    Unterdessen entdeckte Blitzo einen Humvee vor der Zentrale und eine Olga vor seiner Kirche in Chernogorsk.
    Offenbar hatte jemand beschlossen, Fahrzeuge zurückzuführen.

    Wer genau dahintersteckte, wussten wir allerdings nicht. Bei dem Humvee hatte ich WhiskeyMixer im Verdacht, aber sicher war ich mir nicht. Die Olga wiederum war zwar wieder da, dafür fehlten ihr sämtliche Reifen.
    Immerhin.
    Man kann schließlich nicht alles haben.

    Den Humvee brachten wir zunächst in der Zentrale unter. Lange sollte er dort nach meiner Vorstellung allerdings nicht bleiben. Unsere serbischen Freunde konnten schließlich noch einiges gebrauchen und vielleicht könnte man ihnen den Wagen vor die Basis stellen.
    Oder noch besser: gleich hinein.
    Ich stellte mir kurz ihre Gesichter vor, wenn sie nach Hause kämen und plötzlich einen Humvee im Wohnzimmer hätten.
    Der Gedanke gefiel mir zunehmend.


    🌶️ Jannik eskaliert

    Am Camp wurde es derweil gefährlich.
    Arndt und Jannnik waren da.
    Und Jannnik langweilte sich.
    Wer ihn kennt, weiß, dass diese Kombination grundsätzlich Anlass zur Sorge bietet.
    Dieses Mal richtete sich sein Tatendrang allerdings weder gegen ein Fahrzeug noch gegen irgendeinen Überlebenden. Stattdessen begann er, Paprika anzupflanzen.
    Viele Paprika.
    Sehr viele Paprika.
    Ich beschloss, nicht einzugreifen. Es gibt Formen der Eskalation, die man als Samariter ausdrücklich unterstützen kann.


    👀 Ein Bambi auf der Durchreise

    Chantal bemerkte wenig später ein Bambi, das an ihr vorbeirannte. Wir beobachteten den Fremden eine Weile und fragten uns, ob es vielleicht Kitsune gewesen sein könnte. Sicher waren wir uns nicht. Das Bambi nahm Kurs auf die Tankstelle bei Chernogorsk und irgendwann verloren wir seine Spur.
    Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen war es fast schon bemerkenswert, dass wir einen unbekannten Menschen einfach beobachten konnten, ohne dass daraus eine Verfolgungsjagd, ein Schusswechsel oder irgendeine andere Katastrophe entstand.
    Vielleicht gewöhnte ich mich langsam wieder daran, dass nicht jeder Fremde etwas von uns wollte.


    🩸 Chantal bleibt Chantal

    Ganz ohne medizinischen Zwischenfall ging der Tag natürlich trotzdem nicht vorüber.
    Chantal geriet mit einigen Zombies aneinander und verlor dabei das Bewusstsein. Nachdem sie es vor einiger Zeit bereits geschafft hatte, sich versehentlich selbst Blut abzunehmen, war ich inzwischen bei Meldungen über ihren Gesundheitszustand auf einiges vorbereitet.
    Zum Glück konnte ich ihr dieses Mal etwas von meinem Blut geben und sie wieder auf die Beine bringen. Anschließend brachte ich sie zurück zum Camp.
    Ich glaube, wenn sie noch eine Weile bei uns bleibt, sollte ich vorsichtshalber einen eigenen Blutvorrat nur für Chantal anlegen.


    🇦🇹 Willi, oder wie auch immer

    Pinky und janinesta (Selina) begegneten auf ihrer Tour ebenfalls einem Bambi. Der Mann stellte sich als Willi vor, kam mir allerdings irgendwie bekannt vor. Er schien aus Österreich zu stammen, lachte viel und machte insgesamt nicht den Eindruck, als würde er seine ersten Schritte in Chernarus machen.
    Das bestätigte sich spätestens, als er seine Lebensmittelvergiftung ohne große Hilfe selbst behandeln konnte.
    Am Camp statteten wir ihn trotzdem ein wenig aus und er bedankte sich freundlich.
    Neben „Willi“ benutzte er übrigens noch einen weiteren Namen: „Fullmetaldildo“.
    Fragt nicht.
    Ich tue es auch nicht...


    🛠️ Eine Olga lernt wieder laufen...oder fahren?

    Blitzo hatte inzwischen tatsächlich Reifen für seine Olga aufgetrieben und kam damit nach Prigorodki. Ganz gesund war das gute Stück trotzdem noch nicht, weshalb ich ihm meinen Brenner lieh, damit er sich um den Motor kümmern konnte.
    Als Dank half er anschließend beim Materialtransport und brachte einige Baumstämme zur Zentrale.
    Wer die Bäume dort eigentlich gefällt hatte, wussten wir nicht.
    Aber in Chernarus lernt man, manche Geschenke nicht allzu ausführlich zu hinterfragen. Solange nicht plötzlich jemand auftaucht und seinen Wald zurückhaben möchte, würden wir Verwendung dafür finden.


    🐣 „Wie heißt du?“ – Keine Ahnung.

    Und dann gab es noch Rio.
    Oder vielmehr das Bambi, das Rio in der Nähe von Prigorodki traf.
    Auf die eigentlich recht einfache Frage nach seinem Namen wusste der Fremde keine Antwort.
    Er wusste offenbar tatsächlich nicht, wie er hieß.
    Dafür hatte er eine auffällig piepsige Stimme.
    Mehr ließ sich über den geheimnisvollen Namenlosen zunächst nicht herausfinden, denn irgendwann zog er einfach weiter.
    Ich glaube, nach all den seltsamen Menschen, die wir in dieser Season kennengelernt hatten, brachte mich inzwischen nur noch wenig aus der Ruhe.
    Immerhin hatte er geredet.
    Das ist doch schon einmal ein Anfang.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute fühlte sich Chernarus anders an.
    Nicht vollkommen friedlich und schon gar nicht ungefährlich. Dafür reichen ein paar ruhige Stunden nicht aus. Aber etwas, das über Wochen hinweg immer irgendwo im Hintergrund gewesen war, fehlte plötzlich.

    CHAOS zog sich zurück.
    Kallele verabschiedete sich.
    Und ich merkte erst dadurch, wie selbstverständlich dieser Konflikt inzwischen zu unserem Alltag gehört hatte.
    Ich weiß noch nicht, was ich von seinem Ende halten soll. Dafür ist vieles noch zu frisch und manches aus den letzten Tagen noch ungeklärt. Aber als Kalle sich verabschiedete, dachte ich weniger an rote Armbinden, Raids oder all unsere Meinungsverschiedenheiten als an die vielen Begegnungen dazwischen.
    Vielleicht ist das etwas, das ich aus dieser Season mitnehmen möchte.
    Menschen passen selten vollständig in die Rollen, die wir ihnen geben.

    Kallele war für mich nie einfach „CHAOS“. Genauso wenig sind WhiskeyMixer und NiggoB für mich nur I.K.E.A. und Sickboy nur RAC oder Krümel nur F.A.T. Hinter all diesen Armbinden stecken Menschen, mit denen wir Geschichten erlebt haben. Gute und schlechte. Manchmal beides gleichzeitig.
    Und vielleicht ist es deshalb auch ganz passend, dass der erste Tag nach diesem großen Kampf nicht mit einem weiteren Gefecht endete.
    Sondern mit zurückgebrachten Autos, einer geretteten Chantal, einem Österreicher mit einem Namen, über den ich wirklich nicht weiter nachdenken möchte, einem Bambi, das seinen eigenen Namen vergessen hatte, und viel zu vielen Paprika.

    Das Leben geht weiter.
    Und fürs Erste bin ich darüber ziemlich froh.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 16.07.2026 (Donnerstag) – Tag 099: Nici, der Wirbelwind


    Hallo ihr Lieben,

    manchmal gibt es Tage in Chernarus, an denen man abends am Lagerfeuer sitzt und darüber nachdenkt, wie viel Vertrauen ein Mensch ertragen kann, bevor es zerbricht, warum wir einander immer wieder wehtun und ob zwischen all den Konflikten noch genügend Platz für Menschlichkeit geblieben ist.
    Und dann gibt es Tage, an denen einfach Sarafiya_Nici Nici vorbeikommt.
    Damit wäre der heutige Tag eigentlich schon ziemlich treffend zusammengefasst.

    🥊 Die Ringzicken

    Sarafiya_Nici besuchte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 in Prigorodki und hatte offenbar beschlossen, dass es höchste Zeit war, sich auf das bevorstehende Boxevent "Two to Tango" vorzubereiten. Schließlich wollten die beiden gemeinsam als „Die Ringzicken“ antreten und den Kerlen dort ordentlich eins auf die Nase geben.

    Also fanden sich wenig später Sarafiya_Nici, Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, WhiskeyMixer , NiggoB und Jannnik im neuen Boxring ein und begannen mit dem Training. Das Bauwerk von I.K.E.A. bekam damit endlich seine erste richtige Bewährungsprobe und ich bin mir nicht sicher, ob WhiskeyMixer und NiggoB beim Bau berücksichtigt hatten, was passieren würde, wenn man ausgerechnet diese Menschen gemeinsam hineinließ.

    Sarafiya_Nici überlebte das Training nicht. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 dagegen schon. Ich glaube die Schlägereien in der UNOC und im letzten Fläschle waren doch zu etwas gut...
    NiggoB brachte sich anschließend selbst um.
    Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass dies ein Boxtraining war...


    🚗 Bitte während der Fahrt sitzen bleiben

    Also mussten die Verluste wieder eingesammelt werden. janinesta (Selina) und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 machten "HERBERTIUS" (so hieß der rote Gunter von Selina also nun offiziell) startklar und holten NiggoB und Sarafiya_Nici an der Küste ab.
    Zumindest war das der Plan.

    Sarafiya_Nici gelang es nämlich, kurz nach ihrer Abholung während der Fahrt versehentlich aus dem Auto zu springen und erneut zu sterben.
    Es gibt Situationen, für die selbst Samariter keine passende Ausbildung haben.
    Und vielleicht sollte neben „Nicht mit gezogener Waffe durchs Camp laufen“, „Nicht aus fremden Kanistern trinken“ und „Nicht an Stacheldraht sterben“ künftig auch der Hinweis „Bitte während der Fahrt nicht aussteigen oder mit den Türen spielen“ in unseren Einführungskurs aufgenommen werden.


    ⚔️ Jeder gegen jeden

    Zurück am Boxring war die Motivation trotz gewisser personeller Verluste erstaunlicherweise ungebrochen und so folgte noch ein Kampf jeder gegen jeden.
    Am Ende setzte sich Jannnik durch.
    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 dagegen setzte sich überhaupt nicht mehr durch, denn sie erwachte wenig später an der Küste bei Svetlojarsk.
    Und dort stand eine Kirche.
    Eine verschlossene Kirche.
    Mit einem Zahlenschloss.
    Nun muss man wissen, dass Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 nach einem verlorenen Boxkampf nicht unbedingt zu den ausgeglichensten Menschen in Chernarus gehört. Also machte sie sich am Schloss zu schaffen, knackte es schließlich und schwor Rache.
    Wem genau, war zu diesem Zeitpunkt vermutlich zweitrangig, denn sie fand in der Kirche Dinge vor, die sie sofort darauf schließen ließen, dass es sich hierbei um das Hauptquartier der Kirche von Morthana handelte... nur unserer Überzeugungsarbeit ist es zu verdanken, dass sie es an diesem Abend mit Sarafiya_Nici nicht ausräumte.

    janinesta (Selina) sammelte sie anschließend wieder ein und brachte sie zurück nach Prigorodki, wo man meinen könnte, dass damit langsam Ruhe eingekehrt wäre.
    Man könnte.


    👊 Nici sorgt für Wirbel

    Nach dem Boxkampf stand Sarafiya_Nici nämlich irgendwann im Turm und begann, auf Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 einzuschlagen. janinesta (Selina) wurde vorsorglich ebenfalls angedroht, dass sie als Nächste dran sei, worauf diese offenbar die einzig vernünftige Entscheidung des Abends traf und sich lieber etwas zurückhielt.
    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 dagegen boxte zurück.
    Also jagten Sarafiya_Nici Nici und sie sich durchs Camp, schlugen nacheinander und miteinander und hatten dabei offenbar einen Heidenspaß. Eigentlich war alles gut. Nach den vergangenen Wochen tat es vermutlich sogar einmal ganz gut, dass jemand durch Prigorodki rannte, weil zwei Frauen sich gegenseitig verprügeln wollten und nicht, weil Toah mit einer AUR im Gebüsch saß oder irgendein Unbekannter aus dem Dunkeln auf uns schoss.

    Bis Sarafiya_Nici Nici ihre Waffe zog...
    Sie schoss Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 hinterher, angeblich nur hinter ihre Beine, und irgendwo an diesem Punkt kippte die Stimmung. Vielleicht hätte Sueda es noch als Teil des Spiels abtun können, wenn nicht plötzlich auch Jannnik auf dem Dach des Kochhauses gestanden und nun seinerseits auf Sarafiya_Nici gezielt hätte.
    Und genau da wusste Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 offenbar selbst nicht mehr so recht, was sie eigentlich tun sollte.
    Mitmachen? Eingreifen? Das Camp verteidigen? Sarafiya_Nici schützen? Jannnik davon abhalten, aus einem albernen Boxkampf etwas zu machen, das hinterher niemand mehr lustig fand?
    Dann sprach Jannnik auch noch von "leckeren Beinschüssen".

    Das war ein Fehler.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 legte eine Mosin an und brach ihm kurzerhand mit einem gezielten Schuss selbst das Bein.
    Problem gelöst.
    Zumindest fast.

    Denn Sarafiya_Nici fand diese Entwicklung nun ihrerseitsm ebenfalls nicht besonders überzeugend und bekam schließlich auch noch ein kaputtes Bein verpasst. Nun war sie erst richtig sauer, Jannnik schwor Sueda Rache und sie erklärte, das sei ihr „Wumpe“.
    Ich glaube, janinesta (Selina) war inzwischen sehr froh darüber, sich rechtzeitig zurückgezogen zu haben.

    🚛 Ein LKW für die Zentrale

    Irgendwann beruhigte sich Prigorodki tatsächlich wieder und gegen Ende des Tages kamen Sickboy und Homeless mit einem frisch aufgetauchten LKW vorbei.
    Den konnten wir gut gebrauchen, denn unsere „Zentrale“ wurde weiter ausgebaut und Transportmöglichkeiten hatten in Chernarus bekanntlich eine erstaunlich kurze Lebenserwartung. Wir tauschten den LKW gegen einige Zahlenschlösser und brachten ihn anschließend in Sicherheit.
    Homeless erzählte nebenbei noch, dass er bei Arsenovo einen Überlebenden erschossen hatte.
    Wer es gewesen war, wusste er nicht.
    Der Fremde habe auf ihn gezielt.
    Mehr gab es dazu offenbar nicht zu sagen.
    Nach dem heutigen Tag überraschte mich das erstaunlich wenig.


    🐣 Hallo Paniko!

    Und irgendwo zwischen Boxkämpfen, Küstenabholungen, gebrochenen Beinen, Racheschwüren und einem neuen LKW tauchte schließlich noch ein Neuankömmling namens Paniko in unserem Funk auf. Ich fürchte allerdings, er hatte sich für seinen ersten Abend einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht.
    Normalerweise bemühen wir uns schließlich, Neuankömmlingen in Ruhe zu erklären, wo sie gelandet sind, wie unsere Camps funktionieren und worauf sie achten sollten.

    Heute hätte die Erklärung vermutlich ungefähr so gelautet:
    „Hallo und willkommen in Chernarus. Bitte nicht wundern. Die Frau dort hat gerade dem Mann auf dem Dach ins Bein geschossen, nachdem ihre Boxpartnerin auf sie geschossen hat. Der Mann möchte sich jetzt rächen. Der andere Mann hat sich beim Boxtraining selbst umgebracht. Und falls wir gleich losfahren, bitte während der Fahrt nicht aussteigen oder mit den Türen spielen...“
    Vielleicht war es also ganz gut, dass wir danach nicht mehr viel von Paniko hörten.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Nach allem, was in den vergangenen Wochen passiert ist, war dieser Tag auf eine merkwürdige Weise wohltuend.
    Natürlich waren wieder Menschen gestorben. Es wurde geschossen, Beine gingen zu Bruch und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 knackte aus Frust ein Zahlenschloss an einer Kirche. Nach vernünftigen Maßstäben war das vermutlich kein besonders friedlicher Donnerstag.
    Aber vieles davon geschah heute nicht aus Hass.

    Sarafiya_Nici und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 jagten sich durchs Camp, weil sie miteinander herumalberten. Jannnik schwor Rache und Sueda war es „Wumpe“. janinesta (Selina) sammelte wieder einmal die Toten an der Küste ein und irgendwo dazwischen bereiteten sich zwei Frauen namens „Die Ringzicken“ darauf vor, bei einem Boxevent Männern ordentlich eins auf die Nase zu geben. Vielleicht brauchten wir genau das.
    Nicht jeden Tag eine neue große Geschichte. Nicht hinter jedem Fremden einen Feind und hinter jedem Schuss einen Krieg. Manchmal darf Chernarus einfach vollkommen bescheuert sein.

    Nur eine Sache nehme ich aus diesem Tag trotzdem mit:
    Wenn Sarafiya_Nici das nächste Mal zu Besuch kommt, verstecke ich vorher die Munition von Sueda...

    Passt auf euch auf, bleibt am Leben und bleibt während der Fahrt bitte im Fahrzeug.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 17.07.2026 – Tag 100 (Freitag) – Von Rückzügen


    Hallo ihr Lieben,

    manchmal wartet man so lange auf einen Neuanfang, dass irgendwann selbst die Ungeduld müde wird.
    Eigentlich hatten viele von uns damit gerechnet, dass sich diese Welt schon bald wieder verändern würde, dass der große Neuanfang kommt und wir alle noch einmal mit leeren Händen an der Küste stehen. Nun sieht es danach aus, als würde der Wipe doch noch eine Weile auf sich warten lassen, und die Begeisterung darüber hielt sich heute ziemlich in Grenzen.


    🌧️ Warten auf das Ende

    Überall schien ein wenig die Luft raus zu sein. Vielleicht lag es daran, dass viele innerlich bereits mit dieser Season abgeschlossen hatten, vielleicht auch an den vergangenen Wochen, in denen so unglaublich viel passiert war. CHAOS hatte seinen großen Kampf hinter sich, die Rote Allianz Chernarus hatte ihre eigenen Wege eingeschlagen und auch bei I.K.E.A. schien die Zeit gekommen zu sein, langsam einen Schlussstrich zu ziehen. Nach dem Boxevent wollen sich I.K.E.A., RAC und CHAOS weitgehend zurückziehen.

    Drei Gruppierungen, die diese Season auf sehr unterschiedliche Weise geprägt hatten und deren Geschichten sich irgendwann so sehr miteinander verflochten hatten, dass vermutlich jede von ihnen inzwischen eine vollkommen andere Version davon erzählen könnte, wie das alles eigentlich angefangen hatte und wer wann auf wen reagiert hatte. Sie haben miteinander gehandelt, gegeneinander gekämpft, sich gegenseitig beraubt, verfolgt und beschuldigt, zwischendurch miteinander geredet und manchmal sogar geholfen. Und nun scheint ausgerechnet der angekündigte Wipe, der noch gar nicht kommt, langsam das zu schaffen, was vorher kaum jemand geschafft hat: Ruhe hineinzubringen.

    Ich nehme es gelassen. Natürlich hatte auch ich mich darauf eingestellt, irgendwann wieder mit nichts an der Küste aufzuwachen und von vorne anzufangen. Aber wenn ich in den vergangenen Jahren eines gelernt habe, dann wohl, dass sich Chernarus nur sehr selten danach richtet, was wir geplant haben. Der Wipe kommt, wenn er kommt.
    Bis dahin stehen unsere Camps noch, Menschen brauchen Verbandszeug, jemand wird garantiert wieder einen Kühler suchen und vermutlich fehlt morgen irgendwo das gesamte Essen...

    Also machen wir weiter.


    🥊 Eine Ringzicke trainiert

    Zumindest Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 hatte ohnehin noch etwas vor, bevor sich hier irgendjemand zurückziehen durfte. Das Boxevent rückte näher und nachdem das gestrige Training mit Sarafiya_Nici eher zu einer Mischung aus Boxkampf, Küstenreise und Schießerei mit gebrochenen Beinen geworden war, wollte Sueda heute noch einmal "ernsthaft" üben, wie sie es nannte.

    Cala-j erklärte sich bereit, mit ihr in den Ring zu steigen, und so wurde weiter an Deckung, Schlägen und vermutlich vor allem daran gearbeitet, beim eigentlichen Wettkampf etwas länger am Leben zu bleiben. Schließlich wollten Sarafiya_Nici Nici und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 als „Die Ringzicken“ antreten und hatten bereits angekündigt, den Männern ordentlich einzuheizen.

    Nach allem, was ich gestern von ihrem Training gehört hatte, machte ich mir weniger Sorgen um die beiden als um ihre Gegner.


    💛 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht passte dieser ruhige Tag besser zum Ende dieser Season, als ich zunächst dachte. Noch ist sie nicht vorbei, aber man merkt, dass einige Geschichten langsam auslaufen. Menschen, die wochenlang beinahe jeden unserer Tage begleitet haben, ziehen sich zurück. Konflikte, die manchmal alles zu überlagern schienen, verlieren ihre Bedeutung und plötzlich wird aus der Frage, wer gestern noch gegen wen gekämpft hat, wieder die viel einfachere Frage, was wir morgen eigentlich machen wollen.

    Ein Teil von mir findet das schade. So anstrengend manche dieser Menschen und Geschichten auch waren, sie gehörten zu dieser Welt. Zu unseren Tagen, unseren Gesprächen am Lagerfeuer und irgendwann auch zu unseren Erinnerungen.

    Aber vielleicht muss nicht jedes Ende mit einem großen Knall kommen.

    Manche Menschen legen einfach ihre Armbinde ab, schließen ein letztes Mal die Tür ihrer Basis und verschwinden irgendwann von den Straßen, auf denen man ihnen beinahe täglich begegnet ist. Zurück bleiben Geschichten, über die man vermutlich noch lange streiten, lachen oder den Kopf schütteln wird.

    Und wir?

    Wir sind noch da.

    Wir füllen weiter die Unterstände, kümmern uns um unsere Camps und bereiten zwei Ringzicken darauf vor, beim nächsten Boxevent hoffentlich nur ihre Gegner und nicht wieder gegenseitig ihre Beine zu zerlegen.

    Der Rest kommt, wenn er kommt.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und genießt die Zeit, die uns in diesem Chernarus noch bleibt. 💛

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

  • 18.07.2026 – Tag 101 (Samstag) – Two To Tango


    Hallo ihr Lieben,

    manche Abende beginnen lange bevor der erste Gast eintrifft. Sie beginnen mit einer Idee, mit ein paar Leuten, die sich etwas in den Kopf gesetzt haben, mit Baumstämmen, Brettern und Nägeln, die quer durch Chernarus geschleppt werden müssen, und irgendwann mit einem Boxring, der dort steht, wo vorher noch keiner war. WhiskeyMixer und NiggoB hatten mehrere Wochen an ihrem Event gearbeitet und viele von uns hatten sie dabei unterstützt, Material gesammelt, transportiert oder einfach mit angepackt, wenn wieder etwas fehlte.

    Heute Abend war es endlich so weit. „Two To Tango“ sollte stattfinden und wenn WhiskeyMixer und NiggoB sich nach diesem Abend tatsächlich etwas zurückziehen wollten, dann ließen sie es vorher wenigstens noch einmal richtig krachen.

    🥊 Two To Tango

    Ich selbst hatte diesmal eine vergleichsweise sichere Aufgabe übernommen und moderierte die Kämpfe, während sich andere im Ring gegenseitig die Köpfe weichklopften. Wobei „sicher“ bei einer Veranstaltung mit I.K.E.A., CHAOS, Jannnik, Sarafiya_Nici Nici und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 vermutlich ein sehr dehnbarer Begriff ist.

    Für Sueda wurde es jedenfalls ernst, denn nach den Trainingseinheiten der vergangenen Tage trat sie gemeinsam mit Sarafiya_Nici Nici als Team „Ringzicken“ an. Nach all den gebrochenen Beinen, Küstenreisen und kleineren Meinungsverschiedenheiten während der Vorbereitung war es beinahe erstaunlich, dass die beiden es tatsächlich gemeinsam bis in den Ring geschafft hatten...

    Sie schlugen sich tapfer und vor allem hatten sie ihren Spaß. Und genau darum ging es an diesem Abend. Überall standen Zuschauer, es wurde angefeuert, gelacht, mitgefiebert und natürlich gespottet, wenn jemand besonders eindrucksvoll zu Boden ging. Für ein paar Stunden war der Boxring einfach ein Ort, an dem Menschen, die sich in den vergangenen Wochen teilweise noch mit scharfer Munition gegenübergestanden hatten, ihre Streitigkeiten mit Fäusten austrugen. (Und hinterher im besten Fall wieder aufstanden...)

    Eigentlich eine ziemlich angenehme Verbesserung.


    🐦 Die Angry Birds

    Und dann waren da natürlich noch Selina und Pinky, die sich als „Angry Birds“ in den Ring wagten. Ich weiß nicht, ob der Name ursprünglich als Warnung an ihre Gegner gedacht war oder als ziemlich treffende Beschreibung dessen, was passieren würde, sobald man die beiden gemeinsam in einen Boxring ließ. Vermutlich beides.

    Jedenfalls teilten sie ordentlich aus und kämpften sich erstaunlich weit durch das Turnier. Dabei war ihre vielleicht größte Waffe allerdings nicht unbedingt die Schlagkraft. Ihre Auftritte forderten vor allem die Lachmuskeln der Umstehenden, denn wo Selina und Pinky gemeinsam unterwegs sind, entwickelt sich selbst ein ernst gemeinter Boxkampf früher oder später zu einer ganz eigenen Form der Unterhaltung.

    Am Ende reichte es für die Angry Birds immerhin bis zum vierten Platz. Damit schieden sie zwar knapp vor den Podiumsplätzen aus, hinterließen aber vermutlich mehr bleibende Schäden an den Lachmuskeln des Publikums als an ihren eigentlichen Gegnern.

    Und ich glaube, damit konnten beide ziemlich gut leben.

    Auch unsere „Helfenden Hände“ waren vertreten. Meine bessere hälfte, Black Lion und Sarafiya_Nicis Göttergatte WeizenWarrior hatten leider weniger Glück und kamen im Turnier nicht ganz so weit, aber darum ging es an diesem Abend eigentlich auch gar nicht. Schön war vielmehr, wie viele bekannte und weniger bekannte Gesichter sich am Ring versammelt hatten und dass sogar einige Überlebende, wie Smokey Eyes von VCU oder Jabberwocky von DOT aus unserem anderen, etwas eigenwilligeren Chernarus den Weg zu uns gefunden hatten. Auch + CRK + Tobi und Fabse_Lehrling sorgten für das gesundheitliche Wohl mit speziellen göttlichen Heilpfeilen.
    Für manche von ihnen war unser Vanilla-Chernarus vermutlich mindestens genauso gewöhnungsbedürftig wie für uns ein Besuch bei ihnen.

    So standen an diesem Abend Menschen miteinander im Ring oder nebeneinander am Rand, deren Wege sich sonst vielleicht überhaupt nicht gekreuzt hätten. Samariter, I.K.E.A., CHAOS, alte Bekannte, neue Gesichter und Besucher aus dem anderen Chernarus – manche mit großen Ambitionen, manche vermutlich hauptsächlich mit dem Vorsatz, sich möglichst würdevoll verprügeln zu lassen.

    Und genau das machte „Two To Tango“ für mich am Ende aus. Natürlich gab es Gewinner und Platzierungen, aber viel wichtiger war, dass der Ring für diesen einen Abend tatsächlich das wurde, wofür WhiskeyMixer und NiggoB ihn gebaut hatten: ein Treffpunkt für die Community, an dem man sich gegenseitig ordentlich eine verpassen und anschließend trotzdem gemeinsam darüber lachen konnte.



    😬 Wenn die Zuschauer mitmachen wollen

    Ganz ohne Zwischenfälle ging es natürlich trotzdem nicht. Einige Zuschauer von CHAOS schienen irgendwann der Meinung zu sein, dass ihnen das bloße Zuschauen nicht genügte, und Arndt fesselte Jannnik und Ikarus_98 (Pascal). Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen hätte daraus sehr schnell etwas werden können, das mit dem eigentlichen Event überhaupt nichts mehr zu tun hatte.

    Zum Glück ließen sich weder Jannnik noch Ikarus_98 provozieren. Arndt verließ schließlich das Kampfgebiet und zunächst schien die Sache damit ziemlich eindeutig zu sein.

    Bis sich herausstellte, dass offenbar @autistic (TruboTommy) mit dem Unsinn angefangen hatte.

    Oh Mann.

    Manchmal ist es wirklich erstaunlich, wie schnell man in Chernarus glaubt zu wissen, wer angefangen hat, nur um fünf Minuten später festzustellen, dass die Geschichte schon drei Schritte vorher begonnen hatte. Das machte Arndts Verhalten nicht unbedingt vernünftiger, erklärte aber zumindest, warum plötzlich Menschen gefesselt worden waren, die eigentlich nur einem Boxevent zuschauen wollten oder auf ihren Einsatz warteten...

    Solche Aktionen an einem friedlichen Event brachten natürlich die Eventleiter ordentlich ins Schwitzen. Zum Glück blieb es am Ende bei diesem unnötigen Zwischenfall und der Abend konnte weitergehen.

    🏆 I.K.E.A. gegen CHAOS – ein letztes Mal

    Fast schon passend zu den vergangenen Wochen standen sich im Finale ausgerechnet Teams von I.K.E.A. und CHAOS gegenüber. Nach all den Raids, Gegenraids, gestohlenen und zurückeroberten Autos, Schießereien, Provokationen und Diskussionen trafen sie nun noch einmal aufeinander: WhiskeyMixer und NiggoB von I.K.E.A. und Davus gemeinsam mit autisticdeer für CHAOS.

    Nur diesmal ohne Sturmgewehre.

    WhiskeyMixer und NiggoB bewiesen nach einem unglaublich harten und spannenden Finale im Ring einiges an Geschick und konnten das Turnier für sich entscheiden. Damit ging der Sieg von „Two To Tango“ an I.K.E.A. und die beiden durften sich über den Preis freuen, nachdem sie vorher wochenlang dafür gesorgt hatten, dass überhaupt jemand einen Ring hatte, in dem darum gekämpft werden konnte.

    Den dritten Platz belegten Jannniks und Ikarus_98 mit ihrem Team, das den wunderbar eingängigen Namen „Armbrust schlägt alles bei Schere-Stein-Papier“ trug.

    Ich möchte an dieser Stelle festhalten, dass dieser Name ursprünglich ein Scherz von mir gewesen war.... Man sollte wirklich vorsichtiger damit sein, was man in Gegenwart von Jannnik sagt. Man weiß nie, was davon wenige Tage später in irgendeiner Form zurückkommt.

    🐣 Und währenddessen ein neues Gesicht

    Zwischen all den bekannten Gesichtern tauchte an diesem Abend aber auch jemand auf, der mit unseren Geschichten bisher herzlich wenig anfangen konnte. Ein Neuankömmling, den wir intern schon bald nur noch den „TinderStudenten“ nannten, hatte seinen Weg nach Chernarus gefunden und kannte sich hier noch kaum aus.

    Nachdem also ringsherum Menschen geboxt hatten, alte Rivalen aufeinandergetroffen waren, nahm Cala-j sich seiner an und erklärte ihm die ersten Grundlagen.

    Eigentlich ein ziemlich typischer Empfang in unserem Chernarus.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Als der Abend langsam zu Ende ging, musste ich daran denken, wie viel Arbeit in diesen wenigen Stunden gesteckt hatte. WhiskeyMixer und NiggoB hatten über Wochen geplant und gebaut, andere hatten Nägel, Baumaterial und Fahrzeuge organisiert, Menschen waren durch halb Chernarus gefahren, damit am Ende für einen Abend ein Ort entstehen konnte, an dem wir gemeinsam Spaß hatten.

    Und vielleicht war genau das der schönste Teil daran.

    Die vergangenen Wochen waren nicht einfach gewesen. Zwischen I.K.E.A. und CHAOS hatte es einen Konflikt gegeben, der irgendwann weit über ein paar gestohlene Autos hinausgewachsen war, RAC hatte seine eigene Geschichte daraus gemacht und auch wir Samariter waren häufiger hineingezogen worden, als mir lieb gewesen wäre. Nun standen einige dieser Menschen nebeneinander an einem Boxring, feuerten ihre Leute an und sahen zu, wie andere ihre vielleicht letzte große Auseinandersetzung dieser Season mit bloßen Fäusten austrugen.

    Natürlich musste trotzdem jemand gefesselt werden. Es wäre vermutlich zu viel verlangt gewesen, einen ganzen Abend lang vollkommen vernünftig zu bleiben.

    Aber vielleicht muss Gemeinschaft auch gar nicht bedeuten, dass immer alles harmonisch ist. Vielleicht zeigt sie sich manchmal viel eher darin, dass man sich nach all dem Ärger noch an einem Ort versammeln, miteinander lachen und dem anderen am Ende sogar zu einem guten Kampf gratulieren kann.

    WhiskeyMixer und NiggoB wollten es zum Abschluss noch einmal krachen lassen.

    Das haben sie geschafft.

    Und während die einen langsam über ihren Rückzug nachdenken, kommt am anderen Ende schon wieder irgendein völlig ahnungsloser TinderStudent daher, dem jemand erklären muss, wie man in Chernarus überlebt.

    So richtig still wird es hier wohl nie. Und irgendwie bin ich darüber ganz froh.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben!

    Gez.
    Herz-Aus-Gold


    🎞️EVENT-STREAM vom Samstag, 18.07.2026

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  • 19.07.2026 – Tag 102 (Sonntag) – BigE und sein Freund


    Hallo ihr Lieben,

    nach dem großen Boxevent gestern hätte man meinen können, dass Chernarus sich heute erst einmal ein wenig ausruhen würde.
    WhiskeyMixer und NiggoB hatten ihr „Two To Tango“ Boxturnier hinter sich gebracht, einige der großen Gruppierungen wollten sich langsam zurückziehen und vielleicht hätten wir einfach einen ruhigen Sonntag gebrauchen können, an dem man die Reste des Events wegräumt, die Camps versorgt und ansonsten niemand auf dumme Gedanken kommt.

    Nun ja. Es blieb bei der Hoffnung.


    🐣 Zwei Unbekannte am Turm

    janinesta (Selina) traf in Prigorodki auf zwei Bambis, die sich ausgerechnet an unserem Turm zu schaffen machten und darauf einschlugen. Sie sprach die beiden an und erklärte ihnen, was es mit dem Camp und den Gebäuden hier auf sich hatte. Eigentlich schien die Sache damit auch geklärt zu sein, nur waren die beiden anschließend so schnell wieder verschwunden, dass janinesta (Selina) nicht einmal dazu kam, nach ihren Namen zu fragen.

    WhiskeyMixer und Jannnik wurden neugierig und folgten ihnen eine Weile heimlich, während Ikarus_98 (Pascal) sich um das Camp kümmerte. Nach allem, was wir in den vergangenen Wochen erlebt hatten, konnte ich ihnen die Vorsicht nicht einmal verdenken. Zwei schweigende oder unbekannte Bambis, die an unseren Gebäuden herumhantierten, waren inzwischen leider etwas, bei dem man lieber einmal mehr hinsah.

    Die Auflösung kam später von ganz allein.

    Ein weiterer Neuankömmling erreichte Prigorodki und stellte sich als "Erik" vor. Eigentlich war er gemeinsam mit einem Freund unterwegs gewesen, doch der hatte seine ersten Schritte in Chernarus nicht besonders lange überlebt und war in Chernogorsk den Zombies zum Opfer gefallen. Im Gespräch stellte sich schließlich heraus, dass Erik einer der beiden gewesen war, denen janinesta (Selina) zuvor am Turm begegnet war.

    Damit hatte das unbekannte Bambi plötzlich einen Namen und aus einem verdächtigen Fremden wurde einfach ein weiterer Neuankömmling, der noch lernen musste, wie diese Welt funktioniert.

    Manchmal ist es wirklich so einfach.


    👋 Alte Gesichter

    Auch ninja2.00926 (UltrA) ließ sich wieder einmal kurz blicken. Sie arbeitete sich von der Küste aus ins Landesinnere vor und hatte sich offenbar vorgenommen, die neue Waffe zu finden. Viel bekamen wir von ihr an diesem Tag nicht mit, aber allein zu wissen, dass manche alten Gesichter noch immer gelegentlich ihren Weg zurück nach Chernarus finden, freute mich.

    Noch mehr überraschte mich allerdings eine Nachricht von Jannnik: _.lOom._ war wieder in der Gegend gewesen.

    Bei manchen Namen kommen die Erinnerungen sofort zurück, auch wenn man jemanden lange nicht gesehen hat. _.lOom._ war damals immer die Ruhe in Person gewesen und ich musste unweigerlich an seinen roten Gunter denken, den wir gemeinsam versteckt hatten. Es sind manchmal gar nicht die großen Abenteuer, an die man sich Jahre später erinnert, sondern solche Kleinigkeiten; ein Auto, irgendein Versteck und Menschen, mit denen man eine Weile gemeinsam unterwegs war.

    Ich weiß nicht, ob _.lOom._ länger bleiben wird oder ob er nur einmal nach dem Rechten sehen wollte. Aber ich freute mich darüber, dass es ihm offenbar gut ging.

    Selbst Arndt schaute kurz am Camp vorbei, benahm sich und zog anschließend ohne Zwischenfälle wieder weiter.

    Man soll die kleinen Wunder schließlich auch erwähnen.

    🔐 Der Schlüsseldienst von Chernarus

    Weniger gut lief es für unseren TinderStudenten. Der hatte es irgendwie geschafft, sich in seiner eigenen Studentenbude einzuschließen und benötigte Hilfe beim Befreien.

    I.K.E.A. hätte grundsätzlich über die nötigen Fähigkeiten verfügt, lehnte den Auftrag als Schlüsseldienst diesmal allerdings ab. Der Student hatte sich am Vorabend lange mit Arndt unterhalten und dabei offenbar nicht unbedingt den Eindruck vermittelt, dass er es mit allen anderen besonders gut meinte. Nach den vergangenen Wochen konnte ich verstehen, dass WhiskeyMixer und die anderen keine große Lust hatten, jemandem die Tür aufzubrechen, der möglicherweise kurz darauf genau diese neu gewonnene Freiheit gegen sie einsetzen wollte.

    Zum Glück gibt es für solche Fälle Krümel von F.A.T.

    Der half schließlich beim unfreiwilligen Raid auf die Studentenbude und befreite deren Bewohner aus seinem selbstgeschaffenen Gefängnis.

    Damit hätte der Student eigentlich Gelegenheit gehabt, etwas aus der Situation zu lernen. Stattdessen suchte er anschließend vor allem eines: Action. Weil gerade keine anderen Überlebenden zur Verfügung standen, schoss er eben auf Zombies und begann darüber nachzudenken, irgendwo zu raiden. Cala-j s Base schien dabei ebenfalls in seinen Überlegungen aufzutauchen.

    Ich glaube, Cala-j hatte ihm bei seiner Einführung andere Dinge beigebracht, aber so kann es gehen...


    🪚 Aufräumarbeiten

    Während andere nach Beschäftigung suchten, hatte ich genug davon. In Prigorodki war wieder ein Unterstand verschwunden und ich begann damit, die Straßensperren abzubauen, die für das Boxevent und das anschließende "Schrottkistenschreddern" errichtet worden waren. Was gestern noch voller Menschen gewesen war, wurde langsam wieder zu unserem gewöhnlichen Camp.

    Es ist jedes Mal ein seltsames Gefühl, nach einem Event aufzuräumen. Wochenlang wird geplant, gebaut und Material gesammelt, dann sind für wenige Stunden überall Menschen, Stimmen und Gelächter und einen Tag später trägt man die Überreste wieder weg.

    Aber vielleicht gehört auch das dazu.


    🔫 Ein folgenschweres Missverständnis

    Blitzo hatte unterdessen weniger Glück. Vor seiner eigenen Basis wurde er erschossen.

    Für einen Moment stand natürlich die Frage im Raum, wer dahintersteckte, gerade weil unser TinderStudent inzwischen deutlich gemacht hatte, dass er gerne etwas mehr Action hätte. Doch diesmal war er vollkommen unschuldig.

    Es war WhiskeyMixer.

    Der hatte Blitzo offenbar für einen Raider gehalten und entsprechend reagiert. Ein ziemlich unglückliches Missverständnis, aber wenigstens eines, das sich schnell aufklären ließ. WhiskeyMixer entschuldigte sich und Blitzo bekam seine Sachen zurück. Gerüchte, dass E.C.H.O. hinter dem Mord an @Blitzi stand, wurden somit aus der Welt geschafft.

    Nach all den Situationen der vergangenen Wochen, in denen ein Irrtum genügte, damit aus einem Schusswechsel der nächste Konflikt entstand, war ich froh, dass die beiden es genau dabei belassen konnten: bei einem Fehler. Dennoch zeigte dies: "Gut gemeint" war eben nicht immer "gut gemacht". Eine bittere Lektion, die ich auch schon einige Male lernen musste.


    🚛 Nici fährt

    Und dann kam Sarafiya_Nici Nici.

    Sie wollte gemeinsam mit Krümel nach Zelenogorsk und dort noch einmal die CHAOS-Basis besichtigen bzw. ordentlich ausräumen. Ein LKW stand zur Verfügung, Krümel saß am Steuer und eigentlich hätte einer erfolgreichen Mission damit nichts mehr im Wege stehen sollen.

    Bis Sarafiya_Nici Nici feststellte, dass Krümel ihr zu langsam fuhr.

    Also ließ er sie ans Steuer.

    Und Sarafiya_Nici fuhr... gegen einen Busch.

    Der LKW fuhr anschließend nicht mehr.

    Mission abgebrochen.

    Nach ihrem vorherigen Kunststück, bei voller Fahrt aus "HERBERTIUS" zu springen, entwickelt Sarafiya_Nici momentan eine erstaunliche Hassliebe zu unseren "Vanilla-Fahrzeugen". Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob diese auf Gegenseitigkeit beruht...

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Es war einer dieser Tage, an denen eigentlich nichts Weltbewegendes geschah und trotzdem ständig irgendetwas los war. Zwei unbekannte Bambis am Turm wurden am Ende zu Erik und seinem Freund. Ein Student musste aus seiner eigenen Wohnung befreit werden, Blitzo wurde versehentlich vor seiner eigenen Base erschossen und Sarafiya_Nici Nici bewies erneut, dass man ihr vielleicht besser keine Fahrzeugschlüssel in die Hand drücken sollte.

    Vielleicht tat genau so ein Tag nach den vergangenen Wochen gut.

    Nicht jeder Schuss musste einen neuen Krieg bedeuten. Nicht jedes unbekannte Bambi war Toah. Nicht jeder Fremde am Camp führte etwas im Schilde und selbst ein tödliches Missverständnis zwischen WhiskeyMixer und Blitzo konnte einfach als das behandelt werden, was es gewesen war: ein Fehler, für den man sich entschuldigt und den man anschließend gemeinsam aus der Welt schafft.

    Und irgendwo zwischen all diesen kleinen Geschichten tauchen dann plötzlich Namen wie _.lOom._ wieder auf und erinnern mich daran, wie lange wir das hier eigentlich schon machen.

    Menschen kommen. Menschen gehen. Manche verschwinden für Monate oder Jahre und stehen irgendwann wieder irgendwo in Chernarus. Und währenddessen stehen unsere Camps noch immer da.
    Meistens jedenfalls. Die Unterstände offenbar nicht immer...

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf, redet miteinander, bevor ihr schießt und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

  • 20.07.2026 – Tag 103 (Montag) – Wieder einmal Hilfe von überraschender Seite


    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Menschen in Chernarus, bei denen man irgendwann glaubt, ungefähr zu wissen, woran man ist. Nicht unbedingt, weil man ihnen vertraut, sondern weil man genügend miteinander erlebt hat, um ein Bild von ihnen zu haben. Und manchmal braucht es dann nur einen einzigen Abend, damit dieses Bild wieder Risse bekommt und man sich fragen muss, ob man jemanden vielleicht doch vorschnell in eine Schublade gesteckt hat.

    Ausgerechnet Arndt brachte mich heute zum Nachdenken.


    👋 Bekannte Gesichter

    Am Camp in Prigorodki herrschte reges Treiben. Jannnik und Cala-j waren da, Arndt schaute vorbei und auch _.lOom._ war tatsächlich wieder unterwegs. Noch immer freute ich mich darüber, ihn nach so langer Zeit wieder in unserem Chernarus zu wissen. Manchmal genügt ein bekanntes Gesicht, das man lange nicht gesehen hat, um für einen Moment all die Geschichten hervorzuholen, die irgendwo in der Erinnerung vergraben liegen.

    Währenddessen brachen Pinky und Krümel auf, um den neuen LKW zu finden, nachdem Sarafiya_Nici gestern versehentlich mit unserem Truck verunfallt war. Jannnik schloss sich ihnen an und gemeinsam ging es zunächst nach Lopatino und anschließend mit einem neuen Truck weiter nach Zelenogorsk. Dort wurde noch einiges für das große Abschlussballern ausgeräumt und vor allem Fässer wurden mitgenommen. Irgendwann sammelten sie auch Arndt ein und brachten ihn mit zurück nach Prigorodki.

    Ausgerechnet dorthin.

    🔫 Schüsse in Prigorodki

    Denn wenig später fielen am Camp Schüsse.

    Cala-j geriet unter Beschuss, während _.lOom._ das Geschehen beobachtete. Es ging schnell und am Ende lag Cala-j tot am Boden. Wieder Schüsse in Prigorodki, wieder Menschen, die offenbar glaubten, unsere Camps seien ein geeigneter Ort, um ihren Spaß mit anderen zu haben.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 versuchte, die Angreifer hinzuhalten. Sie zog sich in den Turm zurück, beobachtete, suchte nach Möglichkeiten, gab ein paar Schüsse ab und geriet schließlich selbst unter Beschuss. Ein Treffer schickte sie zu Boden und als sie wieder zu sich kam, stellte sie fest, dass ihre DMR den Kampf nicht überstanden hatte.

    Und das war nicht irgendeine DMR; das war die DMR.

    Diejenige, die sie E.C.H.O. gegeben hatte, als Wiedergutmachung für das, was zwischen ihnen geschehen war. Diejenige, der sie tagelang hinterhergetrauert hatte und die E.C.H.O. ihr schließlich zurückgegeben hatte. Für Sueda war diese Waffe längst mehr als irgendeine Beute aus einem Militärlager.

    Und nun war sie Schrott. Man kann sich ungefähr vorstellen, wie gut ihre Laune danach war...

    🛡️ Ausgerechnet Arndt

    Doch während Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 versuchte, sich wieder zu sammeln und irgendwie Herrin der Lage zu werden, geschah etwas, womit ich wohl am wenigsten gerechnet hätte.

    Arndt war zur Stelle verteidigte das Camp gegen die zwei Angreifer.

    Derselbe Arndt, bei dem ich in den vergangenen Wochen mehr als einmal nicht wusste, was ich eigentlich noch von ihm halten sollte. Derselbe Mann, der aus dem Hinterhalt auf unsere Fahrzeuge gezielt und Chantal getötet hatte, während Kallele und Davus bei ihm im Funk zu hören gewesen waren. Derselbe Arndt, der später am Camp scherzhaft – oder vielleicht auch nicht ganz so scherzhaft – erklärt hatte, dass er mich zu gerne einmal erschießen würde. Einer von CHAOS, jener Gruppe, deren Verhältnis zu uns irgendwo zwischen Gesprächen am Lagerfeuer, gegenseitiger Hilfe, Provokationen und Situationen lag, in denen ich mich ernsthaft fragte, wie man unser Verhältnis am besten beschreiben sollte.

    Und heute stand dieser Mann in Prigorodki und schoss nicht auf uns. Er schoss für uns.

    Vielleicht war es für ihn nicht einmal eine große Sache. Vielleicht sah er bewaffnete Angreifer, erkannte die Situation und tat einfach das, was ihm in diesem Augenblick richtig erschien. Aber für mich war es schwer, diesen Widerspruch nicht zu sehen. Vor wenigen Tagen hatte ich mich noch gefragt, ob es Arndt wirklich leidtat, Chantal erschossen zu haben. Ob der Angriff damals tatsächlich nur I.K.E.A. gegolten hatte und wir zufällig hineingeraten waren oder ob diese Erklärung im Nachhinein einfach gut passte. Ich hatte seine Entschuldigung gehört und trotzdem Zweifel behalten.

    Und jetzt verteidigte er ausgerechnet unser Camp.


    Wer ist hier eigentlich der Feind?

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 hatte allerdings kaum Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Sie versuchte die herumliegenden Sachen zu sichern, besorgte sich eine neue DMR und behielt das Camp im Auge, als ein Bambi auftauchte und sie auf Englisch ansprach. Nach dem, was gerade geschehen war, wollte sie am liebsten schießern, aber stattdessen fragte sie nach, ob er zu den Angreifern gehörte. Keine Antwort.

    Stattdessen lief der Fremde zielstrebig zu Cala-j s Leiche.

    Noch bevor Sueda richtig reagieren konnte, hatte er sich dort eine Waffe genommen und eröffnete das Feuer. Wieder wurde sie niedergeschossen und fand sich wenig später an der Küste wieder.

    In Kamyshovo wartete schon die nächste merkwürdige Begegnung: Zwei Bambis tauchten auf und einer von ihnen hielt es offenbar für eine gute Idee, mit einer Harke auf sie loszugehen. Er erwischte sie sogar und verletzte sie. Sueda brachte Abstand zwischen sich und den Angreifer, schimpfte ihm noch hinterher und machte sich schließlich auf den Weg nach Elektrozavodsk.

    Dort traf sie zum Glück auf Pinky. Er versorgte sie mit Essen, half ihr wieder auf die Beine und irgendwann konnte sie nach Prigorodki zurückkehren.

    Und dort erfuhr sie, was während ihrer Abwesenheit passiert war: Arndt hatte auch den anderen Angreifer ausgeschaltet. Es war sein dritter Abschuss an diesem Tag in Prigorodki. Drei Menschen hatte ausgerechnet Arndt heute getötet, während er unser Camp und die Menschen darin verteidigte. Ich musste diese Information erst einmal sacken lassen.


    💭 Habe ich mich geirrt?

    Vielleicht liegt genau darin mein Problem mit Menschen wie Arndt. Ich möchte sie verstehen und daraus ableiten können, woran ich bei ihnen bin. Wer einmal auf einen von uns schießt, hat mit den Konsequenzen zu leben. Wer jemanden wie Chantal ohne Vorwarnung aus einem fahrenden Auto tötet, hinterlässt etwas, das sich mit einer Entschuldigung nicht einfach wieder aus der Welt schaffen lässt. Und wenn derselbe Mensch wenig später lachend davon spricht, mich gerne einmal zu erschießen, wird es nicht unbedingt leichter...

    Aber was mache ich dann mit einem Tag wie heute? Ignoriere ich ihn, weil er nicht in mein Bild passt?

    Das wäre genauso falsch.

    Vielleicht habe ich Arndt tatsächlich an manchen Stellen Unrecht getan. Vielleicht hatte er bei dem Angriff damals wirklich nicht verstanden, wer dort in den Autos saß. Vielleicht war vieles tatsächlich aus dieser seltsamen Dynamik zwischen CHAOS und I.K.E.A. entstanden, in der irgendwann jeder Schuss den nächsten nach sich zog und Menschen dazwischen gerieten, die mit der eigentlichen Sache kaum etwas zu tun hatten. Vielleicht tat ihm Chantals Tod wirklich leid.

    Oder vielleicht ist Arndt einfach beides.

    Der Mann, der Chantal erschossen hat, und der Mann, der heute unser Camp verteidigte.

    Das eine macht das andere nicht ungeschehen. Aber das eine darf mich auch nicht blind für das andere machen.


    🔎 Eine SCR für den Verteidiger

    Später zog Krümel sogar noch gemeinsam mit Arndt los. Nach drei Abschüssen in Prigorodki hatte dieser sich offenbar eine kleine Belohnung verdient und sie fuhren einige Konvois ab, weil sie nach einer SCR für ihn suchten.

    Leider ohne Erfolg.

    Ich weiß nicht, ob ich jemals gedacht hätte, dass ich einmal in einem meiner Berichte festhalten würde, dass ausgerechnet Arndt unser Camp verteidigt hatte und anschließend mit Krümel auf die Suche nach einer neuen Waffe ging.

    Aber hier sind wir nun...

    🚗 Die große Zündkerzenkrise

    WhiskeyMixer hatte unterdessen nahe Zelenogorsk noch eine Begegnung mit einem Überlebenden, die für diesen tödlich endete. Besonders bitter war, dass der E.C.H.O. offenbar ein Fahrzeug zur Weiterfahrt gehabt hätte und gehofft hatte, der Unbekannte habe eine Zündkerze bei sich. Aber Fehlanzeige.
    Warum hatte WhiskeyMixer den anderen einfach so erschossen? Wirklkich nur wegen einer Zündkerze, wie er behauptete? Oder war das auch wieder einer dieser makaberen Scherze?
    Ich war nicht dabei gewesen und kannte die Situation nicht. Aber das Ganze hörte sich für mich sehr nach einer dicken Wohlstandsdpression an. Ich fragte mich, wohin das noch führen würde.. Das Ende war mir eigenentlich klar: Es würde früher oder später auf die eine oder andere Art Prigorodki treffen. So war es immer. So würde es auch dieses Mal kommen.

    WhiskeyMixer hatte zuvor noch versucht in der ehemaligen CHAOS-Basis in Zelenogorsk eine Zündkerze zu finden, aber ohne Erfolg.

    Warum?

    Pinky.

    Der hatte nämlich sämtliche Zündkerzen dort in eine Kiste gepackt und mitgenommen.

    Nicht eine oder zwei.

    Eine ganze Kiste voller Zündkerzen....

    Ich weiß nicht, was Pinky damit vorhat. Vielleicht baut er sich irgendwann seinen eigenen kleinen Zündkerzenhandel auf. Vielleicht möchte er sicherstellen, dass nach dem Rückzug von CHAOS niemand mehr irgendwohin fahren kann. Vielleicht sammelt er sie einfach.

    Bei Pinky möchte ich inzwischen nichts mehr ausschließen... aber auch da zeigte sich für mich schon die erste Stufe der Wohlstandsdepression. Es ging los...


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Am Ende blieb mir von diesem Tag ausgerechnet Arndt im Kopf.

    Es wäre einfach, Menschen in Freunde und Feinde einzuteilen. Es würde vieles übersichtlicher machen. CHAOS auf die eine Seite, wir auf die andere, dazwischen eine klare Linie und fertig. Nur hat Chernarus noch nie so funktioniert.

    Wir haben mit Kallele und Davus am Lagerfeuer gesessen, miteinander geredet und gelacht, obwohl wir bei vielem vollkommen unterschiedlicher Meinung waren. Arndt hat auf unsere Leute geschossen und Chantal getötet. Ich habe an seinen Erklärungen gezweifelt und mich gefragt, ob seine Entschuldigung wirklich etwas bedeutete.

    Und heute hat ausgerechnet er Prigorodki verteidigt.

    Gegen drei Angreifer.

    Vielleicht habe ich mich in ihm geirrt. Vielleicht auch nicht. Vielleicht besteht mein Irrtum eher darin, immer wieder zu glauben, ich müsste irgendwann zu einem endgültigen Urteil über einen Menschen kommen.

    Vertrauen entsteht für mich nicht durch einen einzigen guten Tag, genauso wenig wie alles Gute durch einen schlechten Tag verschwindet. Chantal wurde trotzdem erschossen. Meine Zweifel sind trotzdem da. Aber heute war Arndt da, als auf Cala-j und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 geschossen wurde. Er hätte weitergehen können. Er hätte sagen können, es sei nicht seine Angelegenheit.

    Hat er nicht.

    Und das werde ich genauso wenig vergessen wie das andere.

    Vielleicht bedeutet Menschlichkeit eben auch, einem Menschen die Möglichkeit zu lassen, einen selbst zu überraschen. Selbst wenn dieser Mensch Arndt heißt...


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf, urteilt nicht zu schnell.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 21.07.2026 – Tag 104 (Dienstag) – Es bleibt gefährlich


    Hallo ihr Lieben,

    nach den Schüssen von gestern blieb zunächst vor allem eine Frage zurück: Wer waren die beiden eigentlich gewesen, die ausgerechnet in Prigorodki das Feuer eröffnet hatten? Inzwischen deutet einiges darauf hin, dass es sich um zwei Belgier handelte. Warum sie Cala-j erschossen, anschließend Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 unter Beschuss nahmen und einer von ihnen sogar als Bambi zurückkehrte, um sich an Cala-j s Leiche erneut zu bewaffnen, wissen wir nicht. Vielleicht war es nur eine jener Begegnungen, die in Chernarus eskalieren, ohne dass jemals jemand erfährt, weshalb. Vermutlich ging es ihnen um das Auto und Calas Sachen. Zumindest kamen sie nicht zurück.

    Das war nach den vergangenen Tagen beinahe schon eine gute Nachricht.


    🔨 Es wird weitergebaut

    Krümel kümmerte sich derweil weiter um die "Zentrale". Nachdem das Boxevent vorbei war und sich einige der großen Gruppierungen langsam zurückzogen, hätte man meinen können, dass auch die Bautätigkeit etwas nachlassen würde. Doch offenbar gilt auch hier: Wenn gerade niemand etwas einreißt, kann man die Gelegenheit nutzen und etwas Neues aufbauen.

    Und Krümel findet bekanntlich immer etwas zu tun, vor allem wenn es um die Vorbereitung des Abschlussballerns ging.


    🩸 Cookfrags, Sense und ein Auto

    Auch cookfrags und Sense waren wieder unterwegs, wobei cookfrags an diesem Tag eine erstaunliche Begabung dafür entwickelte, Chernarus auf möglichst unangenehme Weise kennenzulernen. Mehrmals erwischte es ihn an der Küste, bis er schließlich völlig ausgehungert Berezino erreichte. Dort war zum Glück The_GraveDigger zur Stelle, der ihn buchstäblich in letzter Sekunde versorgen konnte.

    Sense ging es nicht wesentlich besser; Er hatte so viel Blut verloren, dass auch bei ihm nicht mehr allzu viel fehlte, um erneut an der Küste aufzuwachen.

    Immerhin kümmerte sich Krümel um sein Auto und brachte es ihm zurück. Cala-j hatte es nach dem Sturm auf die CHAOS-Basis gesichert. Was eigentlich nach einer ziemlich eindeutigen Geste klingt, führte zunächst allerdings zu einiger Verwirrung, denn Sense verstand beim ersten Treffen offenbar überhaupt nicht, was Krümel eigentlich von ihm wollte. Also zog man wieder auseinander und musste das Ganze später ein zweites Mal versuchen.

    Diesmal verstand er es.

    Auto übergeben, Sense glücklich und Krümels Auftrag endlich erledigt. Manche Hilfsaktionen brauchen eben zwei Anläufe.


    🐻 Black Lion und die Bärenfalle

    Black Lion und Jammet zog es unterdessen nach Myshkino. Was genau sie dort suchten, weiß ich nicht, aber Black Lion fand jedenfalls etwas.

    Eine Bärenfalle...mit dem Fuß.

    Es gibt Entdeckungen in Chernarus, bei denen man sich durchaus wünschen würde, jemand anderes hätte sie zuerst gemacht. Immerhin überlebte er die Begegnung und vermutlich weiß er nun sehr genau, worauf man in Myshkino besser nicht tritt.


    📻 Rückzug mit Stellenanzeige

    Interessant fand ich dagegen, was von RAC und CHAOS zu hören war. Beide Gruppierungen hatten sich weitgehend aus dem täglichen Geschehen zurückgezogen, gleichzeitig schienen sie aber nach neuen Leuten für ihre Reihen zu suchen.

    Ganz verschwunden waren sie also offenbar doch nicht.

    Gerade bei CHAOS bin ich gespannt, was dieser Rückzug am Ende wirklich bedeutet. Kallele hatte sich verabschiedet, andere wollten nur noch gelegentlich allein durch das Land ziehen und die große Zeit ihrer gemeinsamen Aktionen sollte mit dem Kampf in Zelenogorsk eigentlich beendet sein. Gleichzeitig zeigte mir ausgerechnet Arndt gestern, dass alte Zugehörigkeiten und persönliche Beziehungen offenbar noch lange nicht dasselbe sind. Vielleicht verändern sich diese Gruppen gerade nur. Vielleicht entstehen aus ihnen irgendwann etwas Neues oder die alten Namen werden von Menschen weitergetragen, die all die Geschichten dahinter gar nicht erlebt haben.

    Bei RAC dürfte es ähnlich sein.

    Nachwuchs zu finden ist schließlich eine Sache. Ihm zu erklären, was man sich in den vergangenen Wochen alles eingebrockt hat, vermutlich eine andere.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht war es heute gerade deshalb wohltuend, dass nichts Großes geschah. Die beiden Belgier vom Vortag kamen nicht zurück, in Prigorodki blieb es ruhig und niemand musste erneut herausfinden, ob Arndt inzwischen heimlich zum Campwächter umgeschult hatte.

    Stattdessen wurde gebaut, gerettet und ein Auto zurückgebracht, auch wenn dessen Besitzerin erst beim zweiten Versuch verstand, dass man es ihr tatsächlich zurückgeben wollte. The_GraveDigger rettete cookfrags vor dem Verhungern und Black Lion fand auf seine ganz eigene Art heraus, dass die Wälder um Myshkino nicht nur wegen anderer Überlebender gefährlich sind.

    Und irgendwo im Hintergrund suchen zwei Gruppierungen, die sich eigentlich gerade zurückgezogen haben, bereits nach neuen Leuten.

    Auch das ist eben unser Chernarus. Selbst wenn etwas endet, bleibt selten lange eine Lücke zurück. Menschen verschwinden, andere kommen, Gruppen zerfallen oder verändern sich und Geschichten, die eigentlich abgeschlossen schienen, bekommen plötzlich doch noch ein weiteres Kapitel.

    Ich weiß nicht, was RAC und CHAOS noch vorhaben. Ich weiß auch nicht, ob wir die beiden Belgier jemals wiedersehen werden.

    Aber heute blieb es ruhig genug, um wenigstens einmal wieder durchzuatmen.

    Und momentan nehme ich das gerne.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 22.07.2026 – Tag 105 (Mittwoch) – Auf den Spuren des Streichers


    Hallo ihr Lieben,

    manche Menschen begegnen einem in Chernarus immer wieder, ohne dass man sie wirklich kennenlernt. Man hört einen Namen, sieht vielleicht eine Gestalt in der Ferne oder bekommt eine Geschichte erzählt, bei der man hinterher nicht einmal sicher weiß, ob sie stimmt. Einer dieser Menschen ist derjenige, den wir inzwischen nur noch den „Streicher“ nennen. Viel direkten Kontakt hatten wir mit ihm nicht und manchmal habe ich das Gefühl, dass er mehr Gesichter als Namen besitzt. Sicher ist eigentlich nur eines: Er weiß ziemlich genau, wer wir sind und was wir tun, aber er schätzt seine Privatsphäre.

    🎯 Schüsse auf Pinky

    Heute bekam Pinky das zu spüren. Er war bei dem Militärkonvoi nahe Mogilevka unterwegs, als plötzlich auf ihn geschossen wurde. Zum Glück konnte er reagieren und entkommen, aber für ihn stand schnell der Verdacht im Raum, dass der Streicher dahinterstecken könnte.

    Ganz abwegig ist der Gedanke nicht. Schon vor einiger Zeit hatte Blitzo von einem merkwürdigen Gespräch mit einem Mann berichtet, der sich Streicher nannte und ausgerechnet nach jemandem mit Schweinemaske fragte, der an der Küste Menschen tötete. Die Geschichte hatte damals nicht so recht zusammenpassen wollen, denn der angebliche Beobachter wusste Dinge und ließ gleichzeitig andere Details aus, die ihm eigentlich hätten auffallen müssen. WhiskeyMixer hatte schon damals vermutet, dass vielleicht jemand unter falschem Namen unterwegs gewesen war.

    Und nun also Schüsse auf Pinky.

    Beweisen können wir nichts. Vielleicht war es der Streicher, vielleicht jemand ganz anderes. In dieser Welt sollte man mit Anschuldigungen vorsichtig sein, gerade wenn man den Menschen hinter einem Namen kaum kennt. Pinky allerdings macht sich bereits Gedanken darüber, wie eine angemessene Antwort aussehen könnte. Ich hoffe nur, dass er vorher herausfindet, wem er da eigentlich antworten möchte. Auf einen Verdacht zu schießen, macht die Sache selten übersichtlicher.


    ⚔️ I.K.E.A. und RAC

    An anderer Stelle werden die Fronten dafür wieder etwas eindeutiger. I.K.E.A. erklärte RAC inzwischen offen zu ihren Gegnern. In der vergangenen Nacht hatten sie einen Humvee von RAC entwendet und anschließend an jemanden weitergegeben, bei dem offenbar noch ein Gefallen offenstand... E.C.H.O.

    So schnell kann sich das Verhältnis zwischen Gruppen verändern. Noch vor nicht allzu langer Zeit richteten sich viele Blicke auf CHAOS, während RAC seine ersten Schritte machte und I.K.E.A. vor allem mit den roten Armbinden beschäftigt war. Nun zieht sich CHAOS zurück und schon scheint die nächste Auseinandersetzung ihren Platz einzunehmen.

    Ich kann nur hoffen, dass unsere Camps dabei nicht wieder zwischen die Fronten geraten. Wir werden weiterhin Menschen helfen, unabhängig davon, welche Armbinde sie tragen. Aber je länger ich diese Konflikte beobachte, desto deutlicher wird mir auch, wie schwierig Neutralität wird, sobald andere anfangen, Hilfe bereits als Parteinahme auszulegen.

    🔨 Die Zentrale wächst weiter

    Während anderswo schon wieder neue Feindbilder verteilt wurden, ging der Ausbau der „Zentrale“ weiter. Nach all den Ereignissen der vergangenen Wochen ist es fast beruhigend, dort Menschen bauen zu sehen. Bretter schleppen, Dinge sortieren, überlegen, wo noch etwas hinpasst – Tätigkeiten, bei denen wenigstens ziemlich eindeutig ist, was am Ende dabei herauskommen soll.

    Sarafiya_Nici und Krümel wurden später von WhiskeyMixer noch einmal nach Zelenogorsk gebracht. Die ehemalige Basis von CHAOS war schließlich freigegeben worden und so schaute man, was von den einstigen Vorräten noch zu gebrauchen war. Viel war allerdings nicht mehr übrig.

    Irgendwie passte das zu diesem Ort. Vor wenigen Tagen war dort noch gekämpft worden, Menschen waren gefallen und eine ganze Gruppe hatte diesen Platz verteidigt. Danach kamen die ersten, nahmen mit, was sie gebrauchen konnten, dann die nächsten und schließlich blieben nur noch die Reste. Sarafiya_Nici Nici und Krümel packten ein, was noch sinnvoll erschien, und WhiskeyMixer brachte sie wieder nach Hause.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Am Ende beschäftigte mich vor allem Pinkys Begegnung. Nicht nur, weil auf einen unserer Leute geschossen wurde, sondern weil wir nicht einmal genau wissen, von wem.

    Mit einem Davus konnte ich reden. Mit Kallele konnte ich streiten. Selbst bei Arndt wusste ich trotz aller Widersprüche zumindest, mit wem ich es zu tun hatte. Toah kam immer wieder zurück und machte keinen Hehl daraus, was er inzwischen von uns hielt. Das alles war manchmal anstrengend, gefährlich und schwer zu verstehen, aber die Menschen hatten wenigstens Gesichter.

    Beim Streicher fehlt mir genau das.

    Vielleicht war er heute überhaupt nicht in Mogilevka. Vielleicht war er es doch. Vielleicht werden wir irgendwann mit ihm am Lagerfeuer sitzen und feststellen, dass die Hälfte unserer Vermutungen Unsinn gewesen ist. Oder Pinky findet vorher heraus, wer dort auf ihn geschossen hat.

    Bis dahin bleibt uns nur, aufmerksam zu sein und nicht aus einem Verdacht schon eine Gewissheit zu machen. Davon gibt es in Chernarus schließlich schon genug.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 23.07.2026 – Tag 106 (Donnerstag) – Die Folgen des "Gleichgewichts"


    Hallo ihr Lieben,

    die großen Kämpfe dieser Season scheinen langsam vorbei zu sein, aber so ganz zur Ruhe kommen die alten Geschichten noch nicht. Manche Gruppierungen ziehen sich zurück, andere verändern sich und wieder andere verteilen Flugblätter, um noch einmal festzuhalten, wer aus ihrer Sicht eigentlich wem Unrecht getan hat. Vermutlich werden I.K.E.A., RAC und CHAOS diese Wochen ohnehin jeweils vollkommen anders in Erinnerung behalten.


    📜 RAC meldet sich zu Wort

    Nachdem I.K.E.A. gestern einen Humvee von RAC entwendet und weitergegeben hatte, ließ deren Antwort nicht lange auf sich warten. Sickboy veröffentlichte keinen nüchternen Gegenbericht, sondern erzählte seine eigene Version der vergangenen Wochen. Und darin klang die Sache deutlich anders.

    Aus seiner Sicht hatte RAC I.K.E.A. keineswegs als Gegner betrachtet. Man habe ihnen eigene Standorte genannt, sie dort sogar Dinge nehmen lassen und noch kurz zuvor mit Ersatzteilen ausgeholfen, ein Fahrzeug repariert und medizinische Hilfe geleistet. Besonders schwer scheint deshalb zu wiegen, wann I.K.E.A. den Humvee genommen hatte: RAC war nach eigener Aussage zu diesem Zeitpunkt mit ihnen verabredet und hatte sogar noch durchgegeben, dass man gerade von der Küste komme. Während sie also glaubten, auf dem Weg zu einem gemeinsamen Vorhaben zu sein, verschwand ihr Fahrzeug.

    Auch an anderen Stellen widerspricht Sickboy der Darstellung von I.K.E.A. deutlich. RAC habe keine Unschuldigen angegriffen, sei selbst immer wieder vertrieben worden und habe mehrfach mit leeren Händen neu anfangen müssen. Die alten Tyrannen seien inzwischen fort, schreibt er sinngemäß, und er selbst baue längst wieder Kürbisse an. Warum also werde RAC nun zum nächsten Gegner erklärt?

    Ich musste beim Lesen stutzen, als er auch noch darauf hinwies, woher ein Teil des Essens und der Getränke beim Boxkampf gekommen war. Aber hinter dem Spott steckte durchaus Enttäuschung. Für RAC scheint es weniger um den Humvee selbst zu gehen als um die Frage, warum Menschen, denen man kurz zuvor noch geholfen hatte, sich plötzlich gegen sie wandten.

    Und als ich danach WhiskeyMixer auf diese Dinge ansprach, hörte ich noch eine andere Geschichte. RAC habe vorgehabt bei den Serben "einzusteigen", um sich ihre Olga zurückzuholen, die ihnen wohl entwendet worden war. Aber WhiskeyMixer habe darauf bestanden, dass sie sich nichts anderes als das Auto nehmen, sonst würde er schießen. Gleichgewicht.
    Doch dazu sei es dann nicht gekommen.

    Was davon stimmt? Vermutlich einiges. Und vermutlich würde NiggoB bei vielen Punkten sofort widersprechen. Rheingauer! und Assault würden RACs Darstellung ihrer friedlichen Absichten wahrscheinlich ebenfalls mit hochgezogener Augenbraue lesen. Blitzo hat lange versucht, ihre Beweggründe zu verstehen und zieht inzwischen trotzdem seine Konsequenzen. Genau deshalb möchte ich mich nicht zur Richterin über diese Geschichte machen.
    I.K.E.A. hat ihre Version, RAC hat ihre und irgendwo dazwischen liegen all die Überfälle, zurückgegebenen Sachen, gestohlenen Fahrzeuge, Absprachen, Gefälligkeiten und Kränkungen der vergangenen Wochen.

    Nur eines scheint mir inzwischen ziemlich sicher: Der Streit um diesen Humvee ist nicht die Ursache des Konflikts. Er ist eher der Punkt, an dem all das, was sich vorher angesammelt hatte, endgültig offenbar wurde.


    👤 Wer bist du eigentlich?

    Am Abend wurde es in Prigorodki wieder einmal etwas merkwürdig. Ein Bambi schlich durch die Gegend und wenig später tauchte noch ein zweites auf. Nach den Erfahrungen der letzten Wochen beobachtet man solche Gestalten inzwischen automatisch etwas genauer, auch wenn ich mich noch immer dagegen wehre, jeden Neuankömmling gleich als Gefahr zu betrachten.

    Einen der beiden passten Arndt und ich schließlich ab.

    Dass ich ausgerechnet mit Arndt gemeinsam ein verdächtiges Bambi am Camp abfange, hätte ich vor einigen Tagen vermutlich auch nicht auf meiner Liste der wahrscheinlichen Ereignisse gehabt. Aber nachdem er Prigorodki gegen die beiden Belgier verteidigt hatte, fühlte sich seine Anwesenheit inzwischen zumindest ein kleines bisschen anders an.

    Der Fremde wollte uns seinen Namen allerdings nicht verraten. Hilfe brauchte er ebenfalls keine, er käme allein zurecht. Nun gut. Wir zwangen ihn zu nichts und schließlich rannte er in Richtung Chernogorsk davon.

    Ich blickte ihm noch eine Weile hinterher. Vielleicht war es wirklich einfach nur jemand, der seine Ruhe wollte.


    🎥 Erinnerungen mit ECHO und Whiskey

    Danach wurde der Abend wesentlich angenehmer. Gemeinsam mit E.C.H.O. und WhiskeyMixer nahm ich einige Szenen auf. E.C.H.O. wollte ein paar Erinnerungen festhalten, bevor sich diese Season endgültig ihrem Ende näherte.

    Ich konnte den Gedanken gut verstehen.

    So viel ist in diesen Wochen geschehen, dass manches schon jetzt viel länger zurückzuliegen scheint: Begegnungen am Camp, gemeinsame Fahrten, Schießereien, Rettungsaktionen, vollkommen absurde Situationen und dazwischen diese kleinen Augenblicke, die in keinem Einsatzbericht auftauchen würden und trotzdem irgendwann das sind, woran man sich erinnert.

    Gerade mit E.C.H.O. verbindet uns inzwischen eine Geschichte, die nicht immer einfach gewesen ist. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 und er haben sich gegenseitig verletzt, geholfen und schließlich irgendwie einen Weg gefunden, miteinander wieder ins Reine zu kommen. Sie gab ihm ihre geliebte DMR, er gab sie ihr später zurück. Er half uns bei Toah und tauchte immer wieder auf, wenn irgendwo etwas Merkwürdiges geschah. Vielleicht war es deshalb schön, diesmal nichts retten, beobachten oder aufklären zu müssen.

    Einfach ein paar Erinnerungen festhalten.


    🏃‍♀️ Chantal auf dem Heimweg

    Und irgendwo da draußen war noch Chantal unterwegs.

    Sie versuchte, ihren Weg zurück nach Prigorodki zu finden (und sah dabei gut aus!). Nach allem, was sie inzwischen erlebt hatte, traute ich ihr durchaus zu, dass daraus noch eine größere Reise werden könnte als ursprünglich geplant. Immerhin hatte sie inzwischen gelernt, Zombies zu bekämpfen, zu boxen, sich zu versorgen und sogar, dass man sich Blut nicht unbedingt selbst abnehmen sollte, wenn man hinterher noch etwas damit anfangen möchte.

    Irgendwann würde sie schon wieder vor unserem Kochhaus stehen. Hoffte ich zumindest.
    Also begann ich Vorbereitungen zu treffen. Chantal sollte einen Ort bekommen, an den sie immer wieder zurückkehren konnte.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht merkt man erst am Ende einer Season, wie sehr sich die Menschen darin verändert haben.

    Blitzo denkt darüber nach, sich I.K.E.A. anzuschließen. RAC und I.K.E.A. sind inzwischen Gegner.
    CHAOS ist offiziell kaum noch aktiv und trotzdem stand ich heute ausgerechnet mit Arndt am Camp und wir passten gemeinsam einen Fremden ab.
    E.C.H.O. möchte Erinnerungen festhalten und Chantal, die vor nicht allzu langer Zeit noch kaum wusste, wie man in dieser Welt überlebt, sucht inzwischen allein ihren Weg zurück nach Prigorodki.

    Und ich merke, dass auch ich langsam anfange zurückzublicken.

    Noch ist die Season nicht vorbei. Noch stehen unsere Camps, noch brennen die Feuer und noch kommen Menschen vorbei, deren Namen wir vielleicht niemals erfahren werden. Aber vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, neben all dem, was noch erledigt werden muss, auch ein bisschen darauf zu achten, was man von dieser Welt mitnehmen möchte.

    Nicht die Waffen, Autos oder gefüllten Kisten.

    Die verschwinden sowieso irgendwann.

    Aber vielleicht ein paar Erinnerungen.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 24.07.2026 – Tag 107 (Freitag) – "Chantal's Beauty Palace"


    Hallo ihr Lieben,

    manchmal braucht es gar keine große Schlacht, keinen Raid und keine Schüsse, damit ein Tag in Erinnerung bleibt. Manchmal reicht ein altes Haus, das schon viele Geschichten gesehen hat, und jemand, der darin vielleicht eine neue beginnen kann.

    🏠 Ein Zuhause für Chantal

    Heute zeigte ich Chantal ihre neue Wohnung.
    Ich hatte mit ein paar übrigen Brettern und Nägeln ein Haus zugebaut.

    Das Haus liegt ganz in der Nähe von Prigorodki und stand schon eine ganze Weile leer. Früher hatten dort deMawa und ihr Sohnemann Unterschlupf gefunden, danach war es still um das kleine Gebäude geworden. Ich war oft daran vorbeigelaufen, hatte hineingeschaut und mich gefragt, ob irgendwann wieder jemand dort einziehen würde.

    Nun würde es also Chantal sein. Auch einen kleinen Teddybären setzte ich ihr auf das Bett. Als kleines Willkommensgeschenk. Natürlich brauchte ein Haus für Chantal auch einen angemessenen Namen. Eine schnöde „Wohnung“ kam schließlich kaum infrage. Also wurde daraus der "Beauty Palace".

    Ich zeigte ihr alles und musste dabei daran denken, wie sie vor gar nicht allzu langer Zeit bei uns angekommen war. Cala-j hatte ihr die ersten Dinge beigebracht, Pinky hatte geduldig weitergemacht und inzwischen hatte sie schon so einiges erlebt. Sie hatte Zombies bekämpft, Knicklichter gesucht, sich beim Boxen versucht, war mit uns durch Chernarus gefahren, hatte sich versehentlich selbst Blut abgenommen und war von Arndt aus einem fahrenden Auto geschossen worden. Dazwischen war sie immer wieder in Prigorodki aufgetaucht, hatte gelernt, gefragt und manchmal Dinge getan, bei denen wir anderen uns nur an den Kopf fassen konnten.

    Jetzt hatte sie einen eigenen kleinen Platz ganz in unserer Nähe und sie wollte wohl auch weiterhin bei uns bleiben und an den Camps helfen.

    Vielleicht würde der "Beauty Palace" irgendwann voller Kisten stehen. Vielleicht würde Chantal ihn liebevoll einrichten. Vielleicht würde sie innerhalb kürzester Zeit irgendeine vollkommen absurde Katastrophe darin verursachen. Bei Chantal erschien mir alles davon ungefähr gleich wahrscheinlich, aber dafür liebten wir sie.

    Aber zunächst einmal hatte sie ein Dach über dem Kopf.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Ich mag den Gedanken, dass dieses alte Haus wieder bewohnt ist. DeMawa und ihr Sohnemann haben dort einen Teil ihrer Geschichte hinterlassen und nun beginnt jemand anderes darin seine eigene.

    Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einem Gebäude und einem Zuhause. Ein Gebäude bleibt stehen, wenn die Menschen weiterziehen. Ein Zuhause entsteht erst wieder, wenn jemand die Tür öffnet, seine Sachen abstellt und beschließt, für eine Weile zu bleiben.

    In den letzten Wochen haben wir so viel darüber gesprochen, was zerstört, geraidet oder weggenommen wurde. Heute konnte ich stattdessen jemandem etwas zeigen, das bleiben darf. Und wenn ich Chantal inzwischen ein bisschen kenne, wird es im "Beauty Palace" vermutlich ohnehin nicht lange langweilig bleiben.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 25.07.2026 – Tag 108 (Samstag) – E.C.H.O. auf Raubzug?!


    Hallo ihr Lieben,

    eigentlich war es ein recht gewöhnlicher Tag in Chernarus. Ein verschwundenes Auto, zwei Verkehrsunfälle, ein verstelltes Zahlenschloss und E.C.H.O., der irgendwo im Land offenbar beschlossen hatte, gleich mehrere neue Gruppen kennenzulernen. Auf seine ganz eigene Art versteht sich.

    🐗 E.C.H.O. auf der Jagd

    Von E.C.H.O. hörte ich heute vor allem Gerüchte. Er war auf der Jagd und soll dabei gleich zwei neue Gruppen ordentlich aufgemischt haben. Was genau passiert ist, weiß ich nicht und vermutlich würde ich die Details ohnehin nicht verstehen, denn er redet ja nicht. Am Ende jedoch stellte sich geraus: Er hat nur einen anderen Überlebenden "erwischt". Sein Partner entkam. Also war an den Gerüchten, er habe Raubzüge begangen doch nichts dran. Dennoch schien er die Gefahr zu suchen... Ich hoffe E.C.H.O. bleibt trotz allem Übermut zu Season-Ende seinen Prinzipien treu...

    Ich werde aus diesem Mann manchmal wirklich nicht schlau. Auf der einen Seite ist da der E.C.H.O., der uns geholfen hat, Toah im Auge zu behalten, der Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 ihre DMR zurückgegeben hat und sich immer wieder auf seine Weise um Menschen kümmert, die ihm etwas bedeuten. Und auf der anderen Seite hat er eine bewegte Geschichte hinter sich voller Leid und Schmerz. Ausgebildet zum Töten zieht er allein durch Chernarus und hinterlässt seine Spuren, bei denen ich mich hinterher manchmal frage, ob ich überhaupt wissen möchte, was genau passiert ist.

    🚙 Ein Ada verschwindet

    WhiskeyMixer musste derweil feststellen, dass man ein Auto in Chernarus besser nicht allzu lange unbeaufsichtigt lässt. Er hatte seinen grünen Ada bei Severograd kurz im Wald abgestellt und als er zurückkam, war das Fahrzeug verschwunden. Wer ihn genommen hat, wissen wir nicht.

    Nach den vergangenen Wochen gibt es genügend Menschen, denen ich so etwas zutrauen würde, aber ein Verdacht macht noch keinen Täter. Also blieb Whiskey Mixer zunächst nur die bittere Erkenntnis, dass sein Ada wohl einen neuen Besitzer gefunden hatte. Aber aufgeben wollte er nicht.

    Das Wunder von Svetlojarsk

    Jannnik war gemeinsam mit Felixwert100 unterwegs und fuhr einige Konvois ab. Das funktionierte so lange ganz gut, bis er mit seinem blauen Ada Svetlojarsk erreichte.

    Dem blauen Ada, den er übrigens von mir bekommen hatte. Vor der Kirche überschlug er das Auto. Ich weiß nicht, wie Jannnik das immer wieder schafft. Man kann ihm ein funktionierendes Fahrzeug übergeben und irgendwann bekommt man eine Geschichte zurück.

    Zum Glück war Schwester Yeva zur Stelle. Mit dem Sarka der Kirche gelang es ihr, den Ada wieder auf die Räder zu drehen. Für sie war die Sache ziemlich eindeutig: Morthana hatte ein Wunder bewirkt.

    Ich würde eher sagen: Jannnik hatte Glück. Aber vielleicht ist das manchmal dasselbe.

    🔐 Ausgesperrt aus dem Beauty Palace

    Auch Chantal benötigte Hilfe. Gestern hatte ich ihr noch stolz ihre neue kleine Bleibe bei Prigorodki gezeigt und heute hatte sie bereits den Code versehentlich verstellt...

    Damit war der "Beauty Palace" zwar hervorragend gegen Eindringlinge gesichert, leider aber auch gegen seine eigene Bewohnerin. Zum Glück war janinesta (Lina) da. Und wenn es um Zahlenschlösser geht, verfügt sie inzwischen über genügend Erfahrung, um sich von einem verstellten Code nicht lange beeindrucken zu lassen. Gemeinsam bekamen sie das Schloss wieder auf und Chantal konnte zurück in ihr neues Zuhause.

    Sie war entsprechend dankbar.

    Der "Beauty Palace" hatte damit seinen ersten kleinen Zwischenfall überstanden. Ich bin gespannt, wie viele noch folgen werden.

    🔧 Felix braucht den Pannendienst

    Felixwert100 setzte seine Reise später mit seiner Olga fort und bewies am Radio Zenit, dass Jannnik heute nicht der Einzige mit Schwierigkeiten im Straßenverkehr bleiben sollte. Auch er hatte einen Unfall.

    Pinky und janinesta (Selina) brachen auf, um ihm zu helfen. Für den Austausch des Kühlers fehlte eine Zange, also brachten sie eine vorbei, halfen noch mit Wasser aus und wenig später war die Olga wieder fahrbereit. Felixwert100 konnte weiterziehen und unsere beiden fahrenden Pannenhelfer hatten wieder einmal einen Einsatz erledigt.


    🏘️ Unsere Nachbarn in Chernogorsk

    In Chernogorsk sind unterdessen neuen Nachbarn aktiv. Gestern hatte sie gestern noch kurz mit E.C.H.O. beobachtet und war dann ohne Ausrüstung zu ihnen gelaufen. Es war die Gruppe um @HalunkenMuecke sowie noch andere wie KaeseKuechen und Cherry. Da sie mich nicht angegriffen hatten und ich ihnen alles zu unseren Camps in Ruhe erklären konnte, bot ich ihnen noch einen LKW an. Den brachte ich ihnen noch ganz spät vorbei, aber da sie schon nicht mehr aufzufinde. Also habe ich kurzerhand den LKW in ihre verschlossene Basis gestellt.
    Manchmal kennt man eben Schlupflöcher und ich hatte ihnen hinterher auch ausführlich geschrieben, was ich getan hatte.
    Sie nahmen es mir zum Glück nicht übel und bedankten sich für den LKW, die Fässer und das Baumaterial.

    Das freute mich. Vielleicht wird aus ihrer Bleibe doch noch etwas Dauerhaftes. Wie lange irgendetwas in Chernarus Bestand hat, sollte man allerdings besser nicht vorhersagen. Zu viele Häuser, Basen und Lager habe ich entstehen und wieder verschwinden sehen.

    Von den Serben habe ich dagegen schon länger nichts mehr gehört. Dabei war unsere erste Begegnung noch so vielversprechend gewesen. „You helped us, now we help you“, hatten sie gesagt.

    Seitdem ist es still geworden.

    Vielleicht sind sie weitergezogen. Vielleicht bauen sie irgendwo unbehelligt ihre eigene Geschichte auf. Vielleicht begegnen wir ihnen morgen wieder, als wären sie nie fort gewesen.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute wurde mir wieder bewusst, wie unterschiedlich die Menschen sind, die unsere Wege kreuzen. Manche bleiben über Monate und werden irgendwann so selbstverständlich, dass man kaum noch weiß, wann man sie eigentlich kennengelernt hat. Andere tauchen für ein paar Tage auf, hinterlassen Geschichten und verschwinden wieder.

    E.C.H.O. gehört wohl eindeutig zur ersten Sorte, auch wenn ich bis heute nicht behaupten würde, ihn vollständig zu verstehen. Die Serben könnten zur zweiten gehören. Und Chantal? Die hat jetzt immerhin einen "Beauty Palace".

    Vielleicht muss man auch gar nicht immer verstehen, wohin all diese Wege führen. Manchmal reicht es, ein Auto wieder auf die Räder zu stellen, einen Kühler vorbeizubringen oder jemandem die Tür zu seinem eigenen Haus wieder aufzumachen.

    Passt auf euch auf und vergesst nicht immer genau aufs Zahlenschloss zu achten, wenn ihr euer Schloss verschließt!

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 26.07.2026 – Tag 109 (Sonntag) – Das Rätsel um Whiskeys grünen Ada


    Hallo ihr Lieben,

    WhiskeyMixer s grüner Ada war bei Severograd verschwunden. Kurz im Wald abgestellt, zurückgekommen – Auto weg. Heute schien sich das Rätsel überraschend schnell zu lösen. Zumindest waren WhiskeyMixer und einige der anderen davon überzeugt.
    Nur hatte ich von Anfang an meine Zweifel, denn manchmal passt eine Erklärung so schön zusammen, dass man darüber vergisst zu prüfen, ob sie überhaupt stimmen kann.


    🚙 Die vermeintlichen Autodiebe

    janinesta (Selina) begegnete heute am Camp einer Gruppe Fremder. Die Männer hatten sie zunächst nicht bemerkt und bewegten sich durch Prigorodki, als wüssten sie nicht so recht, wo sie da eigentlich gelandet waren. Auf ihren Aufnahmen waren später einzelne Sprachfetzen zu verstehen, darunter ein ziemlich bezeichnender Satz: „Ich bin in ihrem Garten!“ sowie ein markanter sprachlicher Einschlag. Offenbar hielten sie unser Camp tatsächlich für eine Base, in deren Garten sie gerade herumspazierten.

    Vor allem aber hatten sie ein Auto dabei: einen grünen Ada mit blauer Motorhaube.

    Für WhiskeyMixer war die Sache damit ziemlich eindeutig: Das war sein gestohlener Ada und bei den Männern musste es sich um die neue Gruppe handeln, die sich in Chernogorsk niedergelassen hatte. Auch bei den anderen setzte sich diese Vermutung schnell fest. Schließlich waren unsere Nachbarn erst seit kurzer Zeit im Land, man wusste noch nicht viel über sie und nun tauchte das vermeintlich verschwundenen Fahrzeug am Camp auf. Das schien zusammenzupassen.

    WhiskeyMixer versuchte, seinen Ada zurückzubekommen und schoss auf das Auto, als sie durch Chernogorsk fuhren. Doch die Fremden konnten entkommen. janinesta (Selina) hatte Stellung bezogen und war in der Hütte von einem Unbekannten überrascht worden, der gleich auf sie schießen wollte. Doch ihre Reflexe waren schnell und sie konnte sich erfolgreich verteidigen.. Auch WhiskeyMixer erwischte einen weiteren der Gruppe. Die Sache nahm also ziemlich schnell eine Richtung an, obwohl wir noch immer nicht einmal genau wussten, mit wem wir es eigentlich zu tun hatten. Doch das Auto blieb verschwunden.

    🤔 Irgendetwas passt da nicht

    Als ich dazukam und mir erzählen ließ, was passiert war, wollte ich die Geschichte mit unseren neuen Nachbarn aus Chernogorsk trotzdem nicht so recht glauben. Natürlich konnte ich mich irren. Ich kannte sie noch nicht lange. Aber wir hatten ihnen geholfen, sie hatten ihre Bleibe weiter ausgebaut und bisher hatte ich nichts erlebt, das zu diesem Verhalten passte. Vor allem irritierte mich, dass die Fremden Prigorodki offenbar überhaupt nicht zu kennen schienen. Unsere Nachbarn wussten sehr wohl, wer wir waren und was es mit unseren Camps auf sich hatte. Dafür hatte ich ja gestern persönlich gesorgt. Warum sollte einer von ihnen dann überrascht verkünden, er stehe in „ihrem Garten“?

    Je länger wir darüber nachdachten, desto weniger passte die Geschichte zusammen. Und tatsächlich stellte sich heraus, dass wir zwei verschiedene Gruppen miteinander vermischt hatten: Die Männer mit WhiskeyMixer s Ada waren nicht unsere neuen Nachbarn aus Chernogorsk. Das war wohl eine ganz andere Gruppe, die wir noch nicht auf dem Schirm hatten.

    Und die Leute am Camp fuhren wohl einen anderen grünen Ada, aber nicht den von WhiskeyMixer. Die Türe war anders.


    👥 Wer war dann eigentlich wer?

    Damit wurde die Sache allerdings nicht sofort übersichtlicher. Im Gegenteil. Offenbar waren in kurzer Zeit mehrere neue Leute beziehungsweise Gruppen in unserem Umfeld aufgetaucht und wir hatten sie gedanklich zu einer einzigen gemacht. Aber KaeseKuechen, HalunkenMueckee, Cherry und Erik hatten nichts mit ihnen zu tun. Stattdessen deutete Akzent und Aktivität auf eine andere neue Gruppe mit einem Österreicher hin, der wohl mit einem anderen Überlebenden unterwegs war. Ob sie diejenigen mit WhiskeyMixer s Ada waren, konnten wir zunächst ebenfalls nicht mit Sicherheit sagen.

    Und dann wurde uns bewusst, dass wir einem aus dieser neuen Gruppe vermutlich sogar schon begegnet waren.

    Am Camp.

    Ein Fremder, der zwischen all den anderen Begegnungen zunächst kaum aufgefallen war und den niemand mit dem verschwundenen Ada in Verbindung gebracht hatte. Im Nachhinein ergaben manche Beobachtungen plötzlich mehr Sinn, aber so richtig zusammensetzen ließ sich das Bild noch immer nicht.

    Vielleicht war genau das unser Fehler gewesen: Wir hatten unbedingt aus einzelnen Puzzleteilen ein fertiges Bild machen wollen, obwohl uns noch die Hälfte davon fehlte.

    🚑 Der ganz normale Wahnsinn

    Während wir noch sortierten, welcher Neuankömmling nun eigentlich zu welcher Gruppe gehörte, mussten Pinky und janinesta (Selina) auch wieder ihrer eigentlichen Berufung nachgehen: Menschen irgendwo in Chernarus einsammeln.

    Diesmal war es Chantal, die an der Küste gerettet werden musste. Inzwischen kennt sie den Weg zurück nach Prigorodki wahrscheinlich aus sämtlichen Himmelsrichtungen. Wenigstens bei derartigen Einsätzen wussten wir hinterher eindeutig, mit wem wir es zu tun gehabt hatten.

    🔎 Krümel findet eine bessere Spur

    Dann meldete sich Krümel mit etwas wesentlich Handfesterem: Nahe Gorka hatte er im Wald erst einen Truck und dann etwas weiter südlich einen grünen Ada entdeckt. Blaue Tür, blaue Motorhaube. Im Inneren lagen ein Ersatzrad und Dinge, mit denen man das Fahrzeug reparieren konnte. Das musste WhiskeyMixers Wagen sein.

    Und diesmal gab es auch zwei Namen: "Madow" und der "ZombieLaborant". So zumindest unsere Beobachtungen. Nach allem, was Krümel beobachtet hatte, kamen eigentlich nur die beiden infrage. Leider waren sie ihm unmittelbar vor der Nase entwischt, bevor er sie zur Rede stellen oder den Ada sichern konnte.

    Damit begann eine ziemlich spontane Verfolgungsjagd. Pinky, The_GraveDigger, Jannnik und Felixwert100 machten sich auf die Suche nach den beiden, verloren ihre Spur jedoch irgendwann wieder.

    Immerhin wussten wir nun, dass unsere erste Vermutung wohl in die falsche Richtung gegangen war. Was die beiden Neuzugänge wiederum mit den merkwürdigen Gestalten in Prigorodki zu tun hatten, falls überhaupt etwas, blieb offen. Vielleicht gehörten sie zusammen. Vielleicht hatten wir an diesem Tag auch einfach mehrere neue Bekanntschaften gleichzeitig gemacht und versucht, sie zu einer einzigen Geschichte zusammenzusetzen. Ich blickte jedenfalls am Ende des Tages nicht mehr durch. Das musste die Zukunft zeigen.

    🧭 Der Kartenrand - Wo auch sonst?

    Krümel ließ die Sache jedenfalls nicht auf sich beruhen. Er folgte der Spur des Autos hartnäckig weiter nach Westen, vorbei an den bekannten Konvoi-Routen. Pinky, The_GraveDigger, Jannnik und Felixwert100 stellten gemeinsam ein Netz aus Beobachtungsposten zusammen und berichteten, ob ein Auto vorbeigekommen war oder nicht. Irgendwo musste der Ada schließlich geblieben sein.

    Und tatsächlich wurden Pinky, Selina und Schwester Dasha später fündig. Im West-Wald. Am Kartenrand. Wo auch sonst? Es ist immer der Kartenrand... Dort stand tatsächlich WhiskeyMixers grüner Ada, zwischen Bäumen versteckt aber durch die blaue Beifahrertür doch passabel zu erkennen. Inzwischen hatte das gute Stück schon bessere Tage gesehen, aber es war eindeutig sein Fahrzeug. Ersatzrad, Reperaturmaterial... alles war noch da. Es fehlte nur eine Batterie und eine Zündkerze.

    janinesta (Selina) wollte ihm sein Auto zurückbringen. Nicht, weil wir uns für jedes verschwundene Auto in Chernarus verantwortlich fühlten, sondern weil WhiskeyMixer uns selbst schon oft genug geholfen hatte: Er hatte Menschen abgeholt, Camps verteidigt, Material transportiert, beim Aufbau geholfen und war zur Stelle gewesen, wenn irgendwo wieder einmal etwas schiefging. "Zeit, ihm mal was zurückzugeben!", sagte janinesta (Selina) strahlend.

    Gesagt, getan.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht war die Geschichte um WhiskeyMixer s Ada heute eine ganz gute Erinnerung daran, wie schnell man Menschen in eine Schublade steckt. Ein Auto wird gestohlen. Kurz darauf tauchen Fremde mit einem ähnlichen Auto auf. Es gibt eine neue Gruppe in der Gegend. Also müssen die Fremden diese neue Gruppe sein.

    Klingt logisch. War nur falsch.

    Ich konnte WhiskeyMixer und den anderen ihren Verdacht nicht einmal übelnehmen. Nach allem, was in den vergangenen Wochen passiert war, sucht man automatisch nach Zusammenhängen. Und ich bildete da keine Ausnahme. Nur hatte ich unsere Nachbarn vergangene Nacht kennengelernt und daher einen anderen Blick auf sie gewinnen können. Und natürlich war ich froh, dass sich mein Gefühl bei unseren Nachbarn aus Chernogorsk bestätigte. Nicht, weil das nun beweist, dass wir ihnen bedenkenlos vertrauen können. So gut kennen wir sie noch lange nicht.
    Aber zumindest hatten sie diesmal nichts damit zu tun.

    Und vielleicht sollten wir uns genau das merken.

    Nicht jeder Fremde gehört zu der Gruppe, an die wir gerade denken. Nicht jeder, der verdächtig aussieht, ist für das verantwortlich, was gestern passiert ist. Und manchmal ist der Mann, den man sucht, längst einmal durch das eigene Camp gelaufen, ohne dass irgendjemand wusste, welche Geschichte er mit sich herumträgt.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und macht aus einem Verdacht nicht gleich eine Gewissheit.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 27.07.2026 – Tag 110 (Montag) – Nachbarschaftshilfe


    Hallo ihr Lieben,

    nach dem ganzen Durcheinander um @WhiskeyMixers verschwundenen Ada war ich eigentlich ganz froh darüber, dass sich zumindest eine Vermutung vom Vortag nicht bestätigt hatte. Unsere neuen Nachbarn in Chernogorsk hatten offenbar nichts mit dem Diebstahl zu tun. Und ausgerechnet heute waren wir es dann, die ihnen ein wenig unter die Arme greifen konnten.


    🧹 Ein bisschen Ordnung muss sein

    In der "Zentrale" wurde weiter aufgeräumt. Die vergangenen Tage hatten ihre Spuren hinterlassen und inzwischen hatte sich dort einiges angesammelt. Also wurden Waffen sortiert, repariert und wieder ordentlich verstaut, damit man alles beim Abschlussballern zur Verfügung stellen konnte. Es war eine dieser Arbeiten, bei denen man hinterher zwar kaum eine große Geschichte zu erzählen hat, aber wenigstens wieder weiß, wo man suchen muss, wenn man dringend etwas braucht.
    Waffen waren nach wie vor nicht so mein Spezialgebiet, aber ich verstand, dass sie manchmal nötig geworden waren und besonders bei einem Abschlussballern konnte man nicht darauf verzichten.

    Ganz aus den Augen ließen wir Chernogorsk dabei nicht. Noch waren KaeseKuechen , Cherry und HalunkenMueckee neu in unserer Nachbarschaft und nach der Verwechslung vom Vortag war ich umso neugieriger darauf, ob und wie sie sich hier einleben würden.

    🏠 Ein ungebetener Besucher

    Ein Freund beobachtete schließlich einen Fremden in ihrer Basis. Dass der dort nichts verloren hatte, war ziemlich eindeutig. Der Freund trat von draußen an die Basis und wies ihn deshalb darauf hin, sie zu verlassen, und tatsächlich kam der Mann kurz darauf aus dem Tor. Er grüßte sogar – allerdings mit einer Waffe in der Hand. Keine besonders vertrauenerweckende Kombination.

    Unser Freund eröffnete das Feuer, verfehlte und zog sich anschließend zurück, um den Fremden zu umrunden. Doch als er sich wieder näherte, war der Mann verschwunden. Einfach weg.
    Zurück blieb das sperrangelweit offene Tor der Basis und die Frage, wie er überhaupt hineingekommen war. Zu unseren Nachbarn gehörte er jedenfalls nicht.

    Ich nahm Kontakt zu KaeseKuechen, Cherry und HalunkenMueckee auf und erzählte ihnen, was passiert war. Sie bedankten sich für die Hilfe und damit konnte ich auch gleich noch die Frage vom Vortag aus der Welt schaffen: Von @WhiskeyMixers gestohlenem Ada wussten sie nichts. Allerdings berichteten sie, dass es gestern vor ihrer Basis zu einem Gefecht gekommen war. Das erklärte zumindest einen Teil dessen, was wir beobachtet hatten.

    Ich war froh, dass ich mit meiner Einschätzung richtiggelegen hatte. Nach all den Dingen, die in den letzten Wochen passiert waren, wäre es leicht gewesen, aus einem Verdacht eine Gewissheit zu machen und die drei für etwas verantwortlich zu halten, mit dem sie gar nichts zu tun hatten. Nun hatten wir ihnen stattdessen sogar bei einem Problem helfen können. So gefiel mir Nachbarschaft dann doch wesentlich besser.


    🚩 Besuch im Boxring

    Ganz ruhig blieb es allerdings dann doch nicht. Während Pinky, janinesta (Selina) und The_GraveDigger gemeinsam auf Tour waren, beobachtete eine Campwache jemanden, der von Chernogorsk in Richtung Prigorodki lief. Vielleicht war es auch mehr als einer gewesen, ganz sicher ließ sich das im Nachhinein nicht mehr sagen.

    Kurz darauf stellte sich heraus, dass sich jemand am Boxring zu schaffen gemacht hatte. Eine Fahne war heruntergelassen und ein Zelt abgebaut worden. Die Campwache machte sich auf den Weg, kam aber zu spät. Wer auch immer dort gewesen war, war bereits verschwunden.
    Ob das mit dem Eindringling bei unseren Nachbarn zusammenhing, wussten wir nicht.
    Und nach der Lektion vom Vortag wollte ich diesmal auch gar nicht erst anfangen, aus ein paar Beobachtungen eine fertige Geschichte zu bauen. Wir würden die Augen offenhalten.

    🧸 Ein neuer "Tommy" und die Sache mit der Nacht

    Von Solnichniy aus meldete sich später ein Neuzugang namens Tommy über Funk. Also erklärte ich ihm erst einmal die wichtigsten Dinge über unser Chernarus, die Camps und darüber, wie man hier die ersten Stunden möglichst unbeschadet übersteht.
    Nun ja.
    Die Zombies hatten offenbar nicht zugehört.
    Tommy starb noch in derselben Nacht und landete in Kamyshovo. Also machte ich mich auf den Weg, sammelte ihn dort ein und brachte ihn nach Prigorodki. Dort konnten wir die Einführung etwas praxisnäher fortsetzen, ihn ausstatten und ihm die Grundlagen zeigen.

    Aller Anfang ist schwer, und in Chernarus manchmal eben allzu oft auch tödlich. Wichtig war, dass er wieder aufstand und es noch einmal versuchte.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Gestern hatten wir unsere neuen Nachbarn noch im Verdacht, @WhiskeyMixers Auto gestohlen zu haben. Heute warnten wir sie vor einem Einbrecher in ihrer eigenen Basis. Vielleicht ist das eine ganz gute Erinnerung daran, weshalb ich mich mit schnellen Urteilen so schwertue.

    Natürlich kann man damit auf die Nase fallen.

    Vielleicht werden KaeseKuechen, Cherry und HalunkenMueckee uns irgendwann noch überraschen, im Guten oder im Schlechten. Das weiß ich nicht.
    Aber ich möchte Menschen lieber nach dem beurteilen, was sie tatsächlich tun, als nach dem, was wir ihnen aufgrund ein paar zufälliger Beobachtungen zutrauen.

    Und wenn neue Nachbarn Hilfe brauchen, dann helfen wir eben. So wie bei Tommy, der heute lernen musste, dass eine theoretische Einführung in das Überleben leider noch lange keine Garantie dafür ist, die erste Nacht zu überstehen.

    Bei unserem Boxring hätte ich allerdings ganz gerne gewusst, wer dort herumgeräumt hat.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und vielleicht auch ein bisschen auf eure Nachbarn.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 28.07.2026 – Tag 111 (Dienstag) – Namen sind nur Schall und Rauch?


    Hallo ihr Lieben,

    manchmal sind es gar nicht die großen Konflikte, die einen in Chernarus beschäftigen.
    Manchmal reicht auch ein Neuzugang, der gestern noch Tommy hieß und heute plötzlich behauptet, "Jannik" zu heißen. Als hätten wir mit unserem " Jannnik" und dem Jannik von Nickel sowie dem Jannik von Schmetterling08 und dem Jannik von Blitzo nicht genug zu tun... Mal ehrlich: Wir hatten unzählige Toms und Tommys. Und nun hatte er sich ausgerechnet als ein "Jannik" zu erkennen gegeben, der Name der die Hitliste gleich an zweiter Stelle anführte... so ein Glück muss man haben.

    🎯 Eine seltsame Begegnung am NWA

    Felixwert100 und Jannnik waren bereits gestern gemeinsam am NWA unterwegs gewesen und hatten dort eine Begegnung, die offenbar nicht besonders friedlich endete. Ein Fremder geriet mit ihnen aneinander und wurde erschossen, wobei er erstaunlich viele Treffer eingesteckt haben soll, bevor er schließlich fiel.
    Ob er einfach mehr Glück als Verstand hatte, Chernarus an diesem Tag etwas großzügiger mit ihm war oder die Kugeln beschlossen hatten, ihren Dienst nur widerwillig zu verrichten, weiß ich nicht. Jedenfalls scheint sich zwischen Felixwert100 und Jannnik inzwischen eine kleine Reisegemeinschaft zu entwickeln.

    👀 Fast die falsche Begrüßung

    Später begegnete Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 dem Neuen "Jannik" vor der "Zentrale". Und beinahe wäre seine noch junge Geschichte in Chernarus dort schon wieder zu Ende gewesen.
    Er kam der Basis nämlich ziemlich nahe und Sueda beobachtete ihn zunächst aus der Entfernung. Nach allem, was in den vergangenen Wochen passiert war, gefiel ihr das überhaupt nicht. Fremde, die sich Basen näherten, hatten sich leider viel zu oft als Menschen herausgestellt, die nicht bloß nach dem Weg fragen wollten.
    Also blieb sie in Deckung und beobachtete.

    Zum Glück schoss sie nicht.
    Denn der Fremde war Tommy, den ich erst gestern in Kamyshovo abgeholt und nach Prigorodki gebracht hatte. Nur stellte sich bei dieser Gelegenheit heraus, dass Tommy offenbar gar nicht Tommy hieß. Sondern Jannik...
    Natürlich.


    🤦 Jannik, Jannik und Felixwert

    Damit war die Verwirrung endgültig perfekt.
    Wie gesagt, haben wir bereits einen Jannik sowie einige andere. Nun kam der "Tommy-Jannik" hinzu, wie Sueda ihn nannte.
    Ich glaube, ich bleibe vorerst bei Tommy.

    Felixwert100 schien das alles jedenfalls wenig zu stören. Die beiden verstanden sich auch über Funk gut und freundeten sich zunehmend an. Vielleicht haben sich da tatsächlich zwei gefunden, die in Zukunft gemeinsam durch Chernarus ziehen werden.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Eigentlich war es ein ruhiger Tag. Keine großen Schlachten, keine neuen Kriege und niemand hatte unser Camp auseinandergenommen. Dafür wissen wir nun, dass Tommy Jannik heißt, während Jannnik weiterhin Jannik heißt.
    Ich sehe gewisse organisatorische Schwierigkeiten auf uns zukommen...

    Aber viel wichtiger ist mir etwas anderes: Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 hätte heute beinahe geschossen. Sie tat es nicht. Sie beobachtete erst, wartete ab und gab dem Fremden damit die Gelegenheit, eben kein Fremder mehr zu sein. Und sie hat das sogar zur Abwechslung mal überlebt...

    Nach all den vergangenen Wochen ist das vielleicht eine kleine Sache.
    Aber für Sueda ist es das nicht.
    Und für Tommy-Jannik vermutlich auch nicht.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf – und nennt euch da draußen bitte nicht alle Jannik oder Tommy...
    Danke.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

  • 29.07.2026 – Tag 112 (Mittwoch) – Operation: "Blombenzieher"


    Hallo ihr Lieben,

    es gibt diese Tage in Chernarus, an denen große Schlachten geschlagen, alte Feindschaften ausgetragen und neue Geschichten geschrieben werden.
    Und dann gibt es Tage, an denen man mit einem LKW voller Waffen durch die Gegend fährt, dabei lauthals singt und lacht und das Ganze „Operation Blombenzieher“ nennt.
    Heute war eindeutig einer dieser Tage.


    Was wird aus der Kirche?

    Der angekündigte Umzug des Erzbischofs Nickelus ( Nickel) war bislang ausgeblieben und langsam stellte sich die Frage, was eigentlich mit all den Dingen geschehen sollte, die noch bei der Kirche von Morthana lagerten. Vor allem Schwester Yeva war nicht wohl bei dem Gedanken, die zahlreichen Waffen dort weiterhin unbeaufsichtigt liegen zu lassen und alleine war sie kaum in der Lage, die Kirche gegen potenzielle Eindringlinge von RAC oder anderer neuer Gruppen lange zu verteidigen. Eine Lösung musste her. Aber was tun mit all den Sachen?

    Tja und so unwahrscheinlich es klingt: Die Samariter beschlossen, die Sachen zunächst in Sicherheit zu bringen. Nicht, um sie selbst zu horten. Vielmehr sollten sie beim Abschlussballern Verwendung finden und damit am Ende noch einmal der Gemeinschaft zugutekommen. Dies war sicherlich auch im Sinne der Kirchenleitung.

    Pinky, janinesta (Selina) und The_GraveDigger kümmerten sich um den Transport und schon bald war ein ganzer LKW mit Waffen beladen.
    Damit war allerdings auch klar: Wenn irgendjemand mitbekam, was wir da durch die Gegend kutschierten, könnte dieser LKW ein ziemlich interessantes Ziel abgeben...
    Oder, wie die Beteiligten es ausdrückten: Das „Bonbon“ in der Mitte zwischen einem roten Sarka und einem Gunter.

    🍬 Operation Blombenzieher

    Warum die ganze Aktion ausgerechnet „Operation Blombenzieher“ hieß, sollte man vermutlich nicht zu genau hinterfragen.
    Vielleicht klang „Wir fahren mit einem LKW voller Waffen durch Chernarus“ einfach nicht amüsant und harmlos genug.
    Jedenfalls machten sich Pinky, janinesta (Selina) und The_GraveDigger daran, das "Bonbon" sicher an seinen Bestimmungsort zu bringen. Und ich musste bei dem Gedanken schmunzeln, wie viel Arbeit einst in all diesen Dingen gesteckt hatte: Gesammelt, getauscht, gefunden und eingelagert – für eine Kirche, deren Zukunft wohl einzig in Morthanas Händen lag.
    Nun würden die Waffen eben noch einmal einen anderen Zweck erfüllen.
    Das Abschlussballern konnte kommen.


    🥒 Chantal, die Gärtnerin

    Während andere mit einem rollenden Waffenlager durch Chernarus fuhren, widmete sich Chantal einer deutlich friedlicheren Beschäftigung und kümmerte sich in Prigorodki um den Garten.
    Zucchini.
    Viele Zucchini.
    Und wie ich feststellen musste, machte sie dabei auch noch eine ausgesprochen gute Figur.
    Man muss schließlich auch die wichtigen Dinge eines Tagesberichts festhalten.


    🚗 HERBERTIUS leidet

    janinesta (Selina) schaffte es unterdessen, an nur einem Tag gleich zwei Unfälle zu bauen.
    Natürlich wieder in der Gegend um Zelenogorsk.
    Ich weiß langsam nicht mehr, was gefährlicher ist: CHAOS, der Küstenreaper, Toah oder Zelenogorsk und seine Lags.
    Ihr roter Gunter namens "HERBERTIUS" hielt jedenfalls durch.
    Noch.
    Nach "HERBERT"s tragischem Ende möchte ich allerdings lieber nicht darüber nachdenken, wie lange das so bleibt.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht war es heute nur ein LKW voller Waffen.
    Aber ein wenig seltsam fühlte es sich trotzdem an, die Sachen aus der Kirche zu holen.
    Die Kirche von Morthana gehörte inzwischen einfach zu diesem Chernarus. Schwester Yeva, der Erzbischof Nickelus ( Nickel) , all die merkwürdigen Projekte, über die man uns lieber erst dann etwas erzählte, wenn sie ohnehin nicht mehr zu übersehen waren. Eigentlich hatte ein Umzug stattfinden sollen. Nun war niemand gekommen und die zurückgelassenen Waffen lagen dort, während Schwester Yeva sich Sorgen machte, wie es weitergehen würde.
    Doch mehr konnten wir im Moment nicht für sie tun; Lediglich Dinge bewahren, solange jemand noch nicht weiß, wohin sein Weg führt. Und wenn sie irgendwann nicht mehr gebraucht werden, dafür sorgen, dass wenigstens noch etwas Gutes daraus entsteht.

    Wobei ich zugeben muss:
    Bei einem LKW voller Waffen ist „etwas Gutes“ vermutlich ein ziemlicher Euphemismus..
    Aber spätestens beim Abschlussballern wird sich hoffentlich jemand darüber freuen.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • 30.07.2026 – Tag 113 (Donnerstag) – Wohin nach dem Wipe?


    Hallo ihr Lieben,

    nach der gestrigen „Operation Blombenzieher“ ging es heute noch einmal zur Kirche von Morthana. Was dort noch lag und sinnvoll weiterverwendet werden konnte, sollte ebenfalls in Sicherheit gebracht werden. Gleichzeitig wanderten die Gedanken aber schon ein Stück weiter: Der Wipe rückte näher und damit diese merkwürdige Zeit, in der man noch mitten in der alten Welt steht und trotzdem schon darüber spricht, wie die neue aussehen könnte.


    Die letzten Sachen aus der Kirche

    Pinky, Krümel und janinesta (Selina) machten sich daran, die verbliebenen Sachen aus der Kirche abzutransportieren. Vieles hatte dort lange seinen Platz gehabt, manches würde nun beim Abschlussballern Verwendung finden und anderes wurde an die umliegenden Camps gebracht und dort in Unterstände gelegt.
    Zwischendurch wurde Pinky versehentlich in der Kirche eingesperrt...
    Glücklicherweise bemerkten die anderen beim Durchzählen recht schnell, dass ihnen beim Abtransport offenbar ein Samariter abhandengekommen war, und das Tor wurde wieder geöffnet. Pinky durfte also ebenfalls mit.


    🏘️ Ein Dorf statt vieler Camps?

    The_GraveDigger brachte anschließend einen Gedanken ins Spiel, der mich länger beschäftigte: Was wäre, wenn wir nach dem Wipe nicht wieder überall einzelne Camps aufbauen würden? Berezino, Nizhnoye, Solnichniy, Kamyshovo, Elektrozavodsk, Prigorodki, Chernogorsk – all diese Orte wollten schließlich nicht nur errichtet, sondern auch gepflegt, aufgefüllt und immer wieder repariert werden.
    Vielleicht wäre ein richtiges Community-Dorf eine Alternative. Ein gemeinsamer Ort, an dem Menschen wohnen, vorbeikommen und sich begegnen könnten.
    Nur wo?
    So attraktiv der Gedanke um "Tishina" war, lag das Dorf einfach zu weit weg. Prigorodki dagegen lag natürlich nahe. Das Camp war über viele Seasons gewachsen und für viele längst ein fester Anlaufpunkt geworden. Aber ein ganzes Dorf dort aufzubauen würde auch bedeuten, wieder viel Verantwortung zu übernehmen. Wahrscheinlich sogar mehr als bisher. Und ich war mir nicht sicher, ob ich genau das nach dem Wipe wieder wollte.

    Das Jägerlager in der Nähe wäre ebenfalls eine Möglichkeit. Oder Chernogorsk.
    Oder was wäre, wenn wir dieses Mal wirklich zurück zu unseren Wurzeln kehren würden und ein Wandersamaritertum praktizierten? Keine Camps, keine Verpflichtung. Nur gemeinsam unterwegs und die, denen man unterwegs begegnet. Seien es Freunde oder Feinde.

    Ja, wir waren uns unschlüssig. Vielleicht würde sich ohnehin vieles erst entscheiden, wenn die alte Welt tatsächlich verschwunden war und wir alle wieder mit leeren Händen an der Küste standen.
    Noch waren es nur Gedanken und ich wusste, dass ich anfangen würde wie immer. Egal, wo ich am Strand erwachte, ich würde dort meinen ersten Unterstand errichten und den Grundstein für ein neues Camp legen. So war es immer gewesen und daran wollte ich festhalten.

    💬 Gemischte Gefühle

    Am Abend sprach ich noch eine Weile mit Sarafiya_Nici Nici über die Dinge, die gerade in einem anderen Chernarus passierten. Auch dort war offenbar einiges in Bewegung und der Wipe war seine Schatten voraus. Überhaupt schien der bevorstehende Neustart bei vielen von uns ganz unterschiedliche Gefühle auszulösen. Manche warteten sehnsüchtig darauf, endlich wieder von vorne anfangen zu können. Andere sahen auf all das, was sie aufgebaut hatten und bald verlieren würden. Wieder andere waren müde geworden und wussten noch gar nicht, ob und wie es danach weitergehen sollte.
    Vielleicht gehörte ich ein bisschen zu allem davon.


    🚗 Chantal auf Tour

    Chantal ließ sich von solchen Gedanken jedenfalls nicht den Abend verderben und zog später noch mit Pinky und janinesta (Selina) los.
    Und ja, sie sah dabei gut aus.
    Ich wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass solche wichtigen Einzelheiten in einer ordentlichen Chronik nicht fehlen dürfen. ;)


    🌅Gedanken zum Schluss

    Vielleicht ist es noch zu früh, darüber nachzudenken, wo wir nach dem Wipe leben werden. Trotzdem gefällt mir The_GraveDiggers Gedanke eines Dorfes. Nicht unbedingt deshalb, weil ich schon wieder anfangen möchte, Mauern, Unterstände und Vorratslager zu planen. Davon hatten wir in dieser Season wahrlich genug.
    Mich reizt eher der Gedanke an einen Ort, der nicht nur von uns gebaut wird.

    Prigorodki ist über die Jahre zu etwas geworden, das ich sehr mag. Aber genau deshalb weiß ich auch, wie viel Arbeit und Verantwortung daran hängen. Immer wieder auffüllen, reparieren, erklären, vermitteln und manchmal verteidigen. Vielleicht muss nach einem Wipe nicht alles wieder genauso werden wie vorher, nur weil es vorher so war.
    Vielleicht reichen weniger Camps. Vielleicht wird es ein Dorf. Vielleicht landen wir am Ende trotzdem wieder in Prigorodki und bauen den ersten Unterstand genau dort hin, wo er schon gefühlt hundertmal gestanden hat.
    Wir werden sehen.

    Aber noch steht dieses Chernarus.
    Und solange das so ist, gibt es hier noch genug zu tun.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und macht euch noch nicht zu viele Gedanken darüber, wie es nach dem Wipe weitergehen wird. Der Wipe wird für sich selbst sorgen.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

  • 31.07.2026 – Tag 114 (Freitag) – Wie gewonnen, so zerronnen...


    Hallo ihr Lieben,

    manchmal beginnt ein Tag mit einer Leiche, führt über eine zweite und eine dritte und endet trotzdem mit der ziemlich erfreulichen Nachricht, dass ein verloren geglaubtes Auto wieder da ist. Wobei „wieder da“ in diesem Fall vielleicht etwas großzügig formuliert ist. Die schwarze Olga von Felixwert100, die heute gestohlen wurde, befand sich am Ende nämlich in einer Kirche in Svetlojarsk.
    Aber alles der Reihe nach.


    🏥 Ein Toter in Berezino

    Ich war auf dem Weg nach Berezino und entdeckte schon an der Krankenstation eine Leiche. Was dort passiert war, ließ sich nicht mehr feststellen. Vielleicht hatte ein anderer Überlebender seine Finger im Spiel, vielleicht waren es auch nur die Zombies gewesen. In den Händen des Toten lag noch eine Bandage und ich stellte mir vor, wie er sich gerade hatte verbinden wollen, als ihn einer dieser Infizierten überraschte. Wissen konnte ich es natürlich nicht.

    Als ich die Klinik wieder verließ, sah ich tatsächlich einen anderen Überlebenden, der gerade mit einem Zombie kämpfte. Routiniert kletterte ich auf das Dach der Krankenstation und beobachtete ihn erst einmal von dort oben. Als ich mich schließlich bemerkbar machte, war er allerdings schon wieder verschwunden.
    Also kümmerte ich mich um das, weshalb ich eigentlich hier war. Das Camp sah gut aus.
    The_GraveDigger hatte sich wieder rührend darum gekümmert und auch @Cookfrags' Garage war noch verschlossen. Selbst die Vorräte machten das Angeln überflüssig und so führte mich mein Weg weiter nach Nizhnoye.

    🚗 Felix verliert seine Olga

    Währenddessen erreichte uns eine weniger erfreuliche Nachricht von Felixwert100. Er hatte seine schwarze Olga bei Tisy verloren.
    Offenbar hatte er dort Kontakt zu zwei Überlebenden gehabt. Einer hatte versucht, ihn aus dem Auto zu schießen, worauf Felixwert100 sich wehrte und seinen Gegner tötete. Nur war der nicht allein gewesen. Sein Begleiter erwischte Felixwert100 und damit wechselte die schwarze Olga ihren Besitzer.
    DayZ nimmt und Dayz nimmt.
    Felix landete schließlich an der Küste und tauchte später bei Nizhnoye auf. Dort fand ich noch eine brennende Leuchtfackel. Vielleicht hatte er damit auf sich aufmerksam machen wollen. Vielleicht war sie auch von jemand anderem. An diesem Tag schien ohnehin überall jemand kurz vor mir gewesen zu sein.


    🔦 Schüsse in Solnichniy

    Nachdem ich Nizhnoye kontrolliert hatte, zog es mich noch einmal zurück nach Berezino. Dort traf ich tatsächlich den Fremden wieder, den ich zuvor bei der Krankenstation gesehen hatte.
    Wieder sprach ich ihn vom Dach aus an und diesmal blieb er. Antworten konnte er allerdings nicht. Also verständigten wir uns schriftlich und ich erfuhr, dass es SneakySnake war. Er sei hier gespawnt und von dem Toten an der Krankenstation habe er nichts mitbekommen.
    Ich beschloss, ihm zu glauben.


    Zurück ging es über Nizhnoye nach Solnichniy. Schon von Weitem hörte ich dort Schüsse und entsprechend vorsichtig näherte ich mich dem Ort. Auf der Straße lag eine Bambileiche. In einer der Lagerhallen fand ich einen weiteren Toten, einen Sanitäter in grüner Kleidung. Viel hatte er nicht bei sich, als Waffe lediglich eine MK. Bei ihm war ich mir ziemlich sicher, dass keine Zombies für seinen Tod verantwortlich gewesen waren.
    Irgendjemand hatte hier geschossen.
    Und vielleicht war dieser Jemand noch immer da...

    Also zog ich mich zunächst auf den Berg zurück und beobachtete eine ganze Weile. Erst als alles ruhig blieb, wagte ich mich hinunter zum Camp. Die Vorräte dort waren ziemlich trostlos geworden. Ich pflanzte etwas Gemüse an und legte ein paar Dosen und Bandagen in die Zelte. Wenigstens für den nächsten, der dort vorbeikam.


    🎣 Ein bekanntes Motorengeräusch

    Später erreichte ich wieder Prigorodki. janinesta (Selina) war mit Pinky und Chantal unterwegs gewesen und Chantal schien ihre Tour sichtlich genossen zu haben und sie sah nun tatsächlich nicht nur gut aus, sondern auch...gefährlich, denn sie trug nun eine M4 lässig über der Schulter. Irgendwann zogen sie sich zurück und ich dachte schon, der Tag würde nun etwas ruhiger werden.
    Dann hörte ich ein Auto.

    Ich funkte Jannnik an und der machte sich sofort nach Chernogorsk auf.
    Und dort fuhr sie tatsächlich vorbei: Felix' schwarze Olga!
    Jannnik zögerte nicht lange. Von einem Baugerüst aus eröffnete er das Feuer auf das vorbeifahrende Fahrzeug und traf den Fahrer. Der verlor das Bewusstsein und die Olga kam kurz vor dem Militärcheckpoint in Chernogorsk am Straßenrand zum Stehen. Doch der Mann kam schnell wieder zu sich und Jannnik musste nachsetzen.
    Der Fahrer fiel.
    Nur hatte auch dieser wieder einen Begleiter und der schoss zurück. Jannnik verlor das Bewusstsein, kam noch einmal zu sich, wurde erneut getroffen und rappelte sich abermals auf. Der letzte Schuss beendete dann aber schließlich auch seinen Kampf. Jannnik starb.


    🏹 Nr. 371 mischt sich ein

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 war inzwischen auf dem Weg. Sie hatte beobachtet, wie die beiden mit der Olga zuvor den Boxring und auch die BBA inspiziert hatten. Dass sie dort nur zufällig vorbeigefahren waren, glaubte sie deshalb nicht so recht. Das sah mehr so aus, als suchten sie eine Möglichkeit, in die Gebäude, die sie wohl für Basen hielten, einzubrechen.

    Als der verbliebene Schütze sich Jannniks Leiche näherte, um sie zu plündern, eröffnete sie das Feuer. Sie verfehlte ihn knapp, traf dann einmal, aber der Mann zog sich zurück und verschwand. Auch Blitzo bezog in Chernogorsk Stellung, bekam ihn jedoch nicht mehr zu Gesicht. Sueda blieb zunächst bei der Olga und beobachtete. Irgendwann wagte sie sich hin.
    Die Zündkerze fehlte.
    Mehr nicht.
    Und ausgerechnet eine Zündkerze hatte sie dabei.
    Manchmal meint Chernarus es offenbar doch gut mit einem.
    Sie sicherte die Habseligkeiten des erschossenen Fahrers, setzte die Zündkerze ein und fuhr los. Beim Namenlosen Dorf kam ihr ein Bambi entgegen. Vermutlich der Mann, der eben noch hinter dem Steuer der Olga gesessen hatte. Auch Jannnik war inzwischen wieder zurück und traf später auf das Bambi, als es versuchte, an seine Leiche zu gelangen. Er schoss, verfehlte jedoch und danach verlor sich die Spur der beiden endgültig.
    Wir hatten inzwischen einen Verdacht, um wen es sich bei den beiden handeln konnte. Aber noch waren wir nicht sicher, dennoch schien es ein Duo zu sein.


    Ein ungewöhnliches Versteck

    Damit hatte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 allerdings ein neues Problem.
    Felixwert100s Olga einfach nach Prigorodki zu fahren und dort abzustellen erschien ihr keine besonders gute Idee. Die beiden wussten schließlich, woher das Fahrzeug gekommen war, und möglicherweise würden sie danach suchen. Also tat Sueda das, was sie in solchen Situationen gerne tut: Sie fuhr möglichst weit weg.
    Bis nach Svetlojarsk.
    Dort stand noch immer die Kirche von Morthana. Inzwischen wusste sie natürlich, dass die meisten wertvollen Dinge bereits abtransportiert worden waren. Viel war nicht mehr übrig und im Wesentlichen kümmerte sich nur noch Schwester Yeva um den Ort.
    Auch bei ihr schienen inzwischen Zweifel zu wachsen. Nicht an Morthana selbst. Ihr war sie weiterhin treu ergeben. Doch der Erzbischof Nickel hatte viele Verpflichtungen und welche Aufgaben Yeva künftig übernehmen würde, schien sie zu beschäftigen.
    Für solche Fragen hatte Sueda an diesem Abend allerdings wenig übrig.
    Sie brauchte eine Garage.
    Die Kirche hatte eine.
    Also versteckte sie Felix' schwarze Olga dort und machte sich anschließend mit dem Boot auf den Rückweg.


    🐟 Und ich?

    Ich saß derweil wieder in Prigorodki.
    Mit einem Rucksack voller frisch gefangener Fische.
    Von den beiden Männern, die Felixwert100 die Olga abgenommen hatten, war nichts mehr zu hören. Jannnik war wieder auf dem Weg zurück, Sueda kam mit dem Boot aus Svetlojarsk und irgendwo dort oben stand nun ein schwarzes Auto in einer verlassenen Kirche.
    Eigentlich ein ganz normaler Freitag.



    🌅 Gedanken zum Schluss

    Autos haben in Chernarus manchmal ein erstaunliches Eigenleben.
    Felixwert100 hatte seine Olga bei Tisy verloren und vermutlich nicht damit gerechnet, sie so schnell wiederzusehen. Die Männer, die sie ihm abgenommen hatten, waren damit ausgerechnet durch unsere Gegend gefahren, hatten sich den Boxring und die BBA angesehen und waren schließlich Jannnik vor die Flinte geraten. Ein paar Schüsse, zwei Tote und eine fehlende Zündkerze später gehörte die Olga zumindest vorläufig wieder Felixwert100.

    Nicht alles daran gefällt mir.

    Wieder wurde geschossen, wieder starben Menschen und wieder wissen wir nicht einmal mit Sicherheit, wer die beiden eigentlich waren. Vielleicht waren es unsere zwei Verdächtigen. Vielleicht erfahren wir es irgendwann. Aber Felixwert100 wird sich vermutlich trotzdem freuen.
    Seine Olga ist wieder da.

    Nur muss ihm noch jemand erklären, warum er sie ausgerechnet aus einer Kirche in Svetlojarsk abholen muss...

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und vor allem auch auf eure Autos. Die kommen in Chernarus manchmal erstaunlich weit herum...

    Gez.
    Herz-Aus-Gold


    🎞️STREAM vom Freitag, 31.07.2026

    🌿DayZ mit Herz - Tote in Solnichniy (Herzzeit #029) #gdz #dayzrp #dayz
    Hallo ihr Lieben,Heute nehme ich euch wieder mit in unser Chernarus. Weiter geht es beim Camp in Berezino. Dort entdecke ist erstmal eine Leiche und einen Fr...
    youtube.com
  • 01.08.2026 – Tag 115 (Samstag) – Die Rückkehr der Schatten


    Hallo ihr Lieben,

    eigentlich begann dieser Tag mit erfreulichen Dingen: Chantal wird tatsächlich immer besser darin, sich in Chernarus durchzuboxen. Inzwischen scherzt sie selbst darüber, dass sie irgendwann vielleicht sogar die magische Grenze von 24 Stunden überleben knacken könnte. Ich freue mich darüber, nicht nur weil sie Fortschritte macht, sondern weil ich merke, wie wohl sie sich inzwischen bei uns fühlt. Sie findet ihren Weg zurück zu ihrem kleinen Zuhause, kennt die Camps und die Menschen und braucht längst nicht mehr bei jedem Zombie jemanden, der sie hinterher wiederbelebt.
    Ja, Chantal ist auf einem guten Weg und sorgt mit ihrer unbekümmerten Art im Angesicht der Gefahr oft für den nötigen Ausgleich am Camp.


    🚗 Eine Olga kehrt heim

    Auch Felixwert100 bekam heute etwas Verlorengeglaubtes zurück. Seine schwarze Olga stand noch immer dort, wo Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 sie gestern in weiser Voraussicht versteckt hatte: in der Kirche von Morthana in Svetlojarsk.
    Fragt nicht.
    Felixwert100 holte sein Auto bei Schwester Yeva ab und damit hatte zumindest diese Geschichte ein gutes Ende gefunden. In der "Zentrale" wurde derweil weiter getauscht, repariert und sortiert. Jannnik tauschte eine Mosin gegen eine Tundra und eigentlich hätte es ein ruhiger Abend werden können.
    Eigentlich.



    🌙 Eine Stimme in der Nacht

    In der Nacht hörte ich jemanden durch das Camp in Prigorodki laufen.
    Das allein war nichts Besonderes. Also tat ich, was ich immer tue, wenn ich nachts jemanden höre: Ich grüßte vom Turm aus. Hinuntergehen wollte ich zunächst nicht. Von uns war kaum jemand unterwegs und nach der Geschichte mit den Autodieben erschien mir ein wenig Vorsicht angebracht.
    Dann antwortete der Fremde.
    „Hello.“
    Nur dieses eine Wort.
    Und mir lief ein Schauer durch den Körper.
    Ich kann bis heute nicht erklären, was es genau war. Die Stimme, die Betonung, vielleicht auch nur die Art, wie dieses eine Wort durch das nächtliche Camp klang. Aber irgendetwas daran kannte ich. Nicht so, dass mir sofort ein Name eingefallen wäre. Es war eher dieses unangenehme Wiedererkennen, das schneller da ist als der dazugehörige Gedanke. Ich wusste nur: Mit dieser Stimme verband ich nichts Gutes.
    Also blieb ich im Turm und redete weiter. Das normale Programm, beinahe aus Gewohnheit. Dass dies ein Bambi-Camp sei. Dass er sich bedienen dürfe. Und ja... auch erst einmal dass er willkommen sei. Währenddessen arbeitete ich mich vorsichtig die Treppe hinauf, bis ich ihn durch einen Spalt sehen konnte. Ein Bambi im Autozelt. Keine große Bedrohung, zumindest auf den ersten Blick.
    Nur sprach er plötzlich nicht mehr.
    Schließlich ging ich ganz nach oben und grüßte noch einmal. Der Fremde kletterte auf Silas' Schuppen und hob die Hand zum Gruß. Ich stand im Turm, er auf dem Dach, und eine ganze Weile sahen wir uns einfach nur an. Ich hatte bewusst keine Waffe auf dem Rücken. Wenn er tatsächlich ein harmloser Neuankömmling war, wollte ich ihm keinen Grund geben, sich bedroht zu fühlen. Mehrmals wünschte ich ihm eine gute Reise und sagte ihm, er solle auf sich aufpassen.
    Keine Antwort mehr.
    Irgendwann ging ich zurück in den Turm, um meine abgelegte Waffe zu holen.
    Als ich wiederkam, war er verschwunden.

    🔎 Ein Name aus der Vergangenheit

    Ich hätte es dabei belassen können. Vielleicht sogar sollen. Der Fremde war gegangen, es war nichts passiert. Ich hatte ihn begrüßt, ihm erklärt, wo er hier gelandet war, ihm mehrmals eine gute Reise gewünscht. Eine Begegnung wie so viele andere in Prigorodki.
    Aber dieses eine „Hello“ ließ mich nicht los.

    Ich saß noch eine ganze Weile im Turm und hörte es wieder und wieder.
    Hello.

    Und plötzlich war da kein Turm mehr.
    Ich kauerte wieder in diesem Busch.
    Um mich herum Prigorodki, aber nicht das Prigorodki von heute. Schüsse. Stimmen. Unruhe. Ich hatte mich versteckt, mich klein gemacht zwischen den Zweigen und gehofft, dass sie mich nicht fanden.
    Dann Schritte.
    Jemand kam näher.
    Und diese Stimme.
    „Hello.“
    Ich wusste, dass ich entdeckt worden war. Also kam ich hervor. Ich wollte keinen Kampf. Ich ergab mich, machte deutlich, dass von mir keine Gefahr ausging. Vielleicht hatte ich sogar für einen Augenblick geglaubt, genau das würde mich schützen. Dass es Regeln gab, selbst in einer solchen Situation. Dass jemand, der sah, dass sein Gegenüber aufgegeben hatte, nicht mehr schießen würde.
    Dass man mich erkannte.

    Der Schuss kam trotzdem.
    Ich ging zu Boden.
    Und dieser Mann blieb.
    Er war noch da, als die anderen kamen. Er sah zu bei dem, was danach geschah. Griff nicht ein. Ging nicht. Sagte nicht, dass es genug war.
    Er sah einfach zu.

    Ich blinzelte und sah wieder die Holzwände meines Turmes vor mir.
    Meine Hände umklammerten die Waffe fester.

    Nein.

    Vielleicht war es nicht dieselbe Stimme. Vielleicht spielte mir meine Erinnerung einen grausamen Streich. Nach allem, was damals geschehen war, wäre das nicht einmal verwunderlich. Ich wollte keinem Fremden etwas anhängen, nur weil ein einziges Wort eine alte Tür in meinem Kopf aufgestoßen hatte. Genau deshalb hatte ich ihn freundlich behandelt. Deshalb hatte ich mich gezeigt, ohne sichtbar bewaffnet vor ihm zu stehen. Deshalb hatte ich ihm mehrfach eine gute Reise gewünscht.
    Aber nun wusste ich wenigstens, warum mir bei seinem „Hello“ das Blut in den Adern gefroren war.

    Ich atmete tief ein und wieder aus. Zählte. Eins, zwei, drei, vier.
    Ich im Hier und Jetzt.
    Pierrot würde nicht zurückkommen. Sein schießwütiger Freund Njef ebenso wenig. Auch Ronin würden mir hier nie wieder begegnen. Das wusste ich.
    Aber der Dritte?
    Der Mann aus dem Busch? Oder einer ihrer Freunde?
    Ich wusste es nicht.

    Und mit einem Mal war die Frage da, ob ausgerechnet er wenige Minuten zuvor auf Silas' Schuppen gestanden und zu mir herübergesehen hatte.
    Ich atmete tief durch und versuchte, die Bilder wieder dorthin zu schieben, wo sie hingehörten. In die Vergangenheit.
    Es war vorbei.
    Heute Nacht war nichts passiert. Niemand hatte auf mich geschossen. Niemand hatte mir etwas getan.
    Noch nicht.

    Dieser letzte Gedanke gefiel mir überhaupt nicht.
    Also blieb ich wachsam. Nicht aus Rache und auch nicht, weil ich plötzlich jeden Fremden für einen Feind hielt. Wenn morgen wieder jemand nach Prigorodki kam, würde ich ihn genauso begrüßen wie bisher. Ich wollte nicht zulassen, dass diese Leute mir auch das noch nahmen.
    Aber eines hatte sich verändert.

    Damals war ich aus dem Busch gekommen und hatte mich ergeben, weil ich geglaubt hatte, damit wäre ich sicher. Ich hatte mein Leben in die Hände eines Fremden gelegt und musste auf die denkbar schlimmste Weise erfahren, wie wenig meine erhobenen Hände und meine rote Uniform wert waren.

    Heute saß ich wieder in Prigorodki.
    Wieder hatte ich Angst.
    Aber ich war nicht mehr die Frau, die hilflos aus diesem Busch gekommen war.
    Meine Hand lag fest um den Schaft meiner Waffe.
    Sollte dieser Schatten tatsächlich zurückgekehrt sein, würde ich nicht wieder wehrlos vor ihm stehen.
    Nie wieder.


    💥 Schüsse beim Crippsy Tower

    Fast wie auf Bestellung hörte ich wenige Minuten später Explosionen und Raidschüsse aus Richtung von @Crippsy77s Turm, dem „Brits' Tower“.

    Die Briten und ihre Türme...

    Seltsamerweise machte mir gerade das weniger Angst. Die Tore waren bei Nacht neuerdings sicher und praktisch von außen unzerstörbar. So musste ich bei jedem Knall beinahe grinsen. Wenn der Fremde dort tatsächlich versuchte hineinzukommen, durfte er sich gerne austoben.

    Trotzdem blieb ich wachsam.

    Die Zeit verging und irgendwann wurde es ruhig. Doch ich blieb noch bis kurz vor vier, hielt Wache, lauschte in die Dunkelheit und fragte mich, ob im Morgengrauen noch etwas passieren würde.
    Nichts geschah.
    Aber eines ging mir nicht aus dem Kopf: Der Fremde am Camp hatte gesprochen, bis ich ihm geantwortet hatte.

    Danach kein einziges Wort mehr.

    Vielleicht war das Zufall. Vielleicht hatte er mich erkannt. Vielleicht suchte ich inzwischen auch einfach Zusammenhänge, weil diese eine Stimme etwas in mir wachgerufen hatte, das ich lieber vergessen hätte.

    Ich wollte niemandem etwas unterstellen, solange ich es nicht wusste. Dafür war mir zu wichtig, Menschen nicht für die Taten anderer verantwortlich zu machen. Aber ebenso wenig wollte ich mein eigenes Gefühl ignorieren. Denn wenn ich in den vergangenen Monaten etwas gelernt hatte, dann vielleicht auch, dass Vorsicht nicht dasselbe ist wie ein Urteil.

    Also blieb ich wach.

    Nicht, weil ich wusste, wer dort draußen gewesen war.

    Sondern weil ich es nicht wusste.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Später saß Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 bei mir im Turm. Die Nacht war inzwischen wieder ruhig geworden und von draußen war nichts mehr zu hören.
    „Du weißt nicht, ob er es war“, sagte sie irgendwann.
    „Nein.“
    „Aber du glaubst es.“
    Ich sah eine Weile hinaus auf das Camp.
    „Ich glaube, dass die Stimme zu jemandem gehört, den ich schon einmal gehört habe. Mehr weiß ich nicht.“
    Sueda schwieg kurz.
    „Dann ist das alles, was du sagen kannst. Nicht gerade viel...“
    Ich nickte. Genau das war der Punkt. Ich wollte nicht anfangen, in jedem neuen Gesicht einen alten Feind zu sehen. Nicht jeder schweigende Fremde war Toah gewesen. Nicht jeder Mensch mit einer Waffe gehörte zu CHAOS. Und nicht jeder Neuankömmling mit enstprechendem sprachlichen Einschlag musste jemand sein, der unter anderem Namen zurückkehrte. Wir hatten in den vergangenen Wochen oft genug erlebt, wie falsch ein Verdacht sein konnte.
    Aber Angst verschwindet nicht einfach dadurch, dass man ihr erklärt, ihre Beweislage sei unzureichend.

    „Und wenn sie wirklich wieder da sind?“, fragte ich vorsichtig.
    Sueda zuckte mit den Schultern und deutete grinsend auf ihre neue DMR. „Dann sind wir diesmal vorbereitet.“
    Vielleicht war es genau das, was ich hören musste.

    Damals hatte ich nicht gewusst, was passieren würde. Diesmal kannte ich die Stimmen aus der Vergangenheit, wusste, worauf ich achten musste, und vor allem war ich nicht mehr bereit, mich von ihnen in dieselbe Rolle drängen zu lassen. Ich musste deshalb nicht auf jeden Fremden schießen. Ich musste nicht aufhören, Menschen am Camp willkommen zu heißen. Ich musste aus Angst auch nicht jemand anderes werden.
    Aber ich konnte vorsichtig sein.
    Ich durfte eine Waffe tragen und ich durfte dafür sorgen, dass ich, falls die Schatten der Vergangenheit wirklich zurückgekehrt waren, dieses Mal nicht wehrlos vor ihnen stand.
    Sueda erhob sich schließlich und sah noch einmal hinaus.
    „Und jetzt?“
    Ich folgte ihrem Blick in die Dunkelheit.
    „Jetzt warten wir ab.“

    Denn noch war da nur eine Stimme, ein Name und ein Verdacht.
    Und bis daraus Gewissheit wurde, würde ich niemanden verurteilen.
    Aber vergessen würde ich die Stimme auch nicht.
    Nie wieder.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf. Und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold