Ein heißer Nachmittag.
Das Fenster steht offen. Warme Luft streicht durch den Raum und hebt die Ecken eines Flugblattes an.
Vor einem Mann mit Schweinemaske liegen drei Dinge.
Eine rote Armbinde.
Ein Colt.
Und ein Flugblatt.
Die Druckerschwärze ist kaum noch zu erkennen.
Nicht, weil sie verblasst wäre.
Sondern weil beinahe jede freie Stelle mit demselben Urteil überschrieben wurde.
IRA
Zwischen den Zeilen.
Über den Zeilen.
Am Rand.
Quer über Überschriften.
Dort, wo von Freiheit gesprochen wird.
Dort, wo Frieden steht.
Dort, wo Blut gefordert wird.
Immer wieder dieselben drei Buchstaben.
Der Mann betrachtet das Blatt lange.
Dann legt er zwei Finger auf den Colt.
Ein kurzer Stoß.
Die Waffe beginnt sich zu drehen.
Sie zieht schnelle Kreise über das Holz, wird langsamer... taumelt... richtet sich...
...und kommt zur Ruhe.
Der Lauf zeigt das Ergebnis.
Dann: Rauschen. Leise zuerst.
Ein Knacken aus dem Funkgerät.
"...ECHO?..."
Stille.
"...Vandalismus..."
Das Signal bricht langsam.
"...Süden..."
Wieder Rauschen.
Der Mann hebt den Blick.
Noch einmal zum Colt.
Noch einmal zu dem Flugblatt.
IRA.
Die Finger schließen sich um den Griff der Waffe.
Das Flugblatt verschwindet in seiner Jacke.
Die rote Armbinde bleibt auf dem Tisch zurück.