🖋️ Einsatzbericht Nr. 371 vom 27.07.2025 – „Armbrüste, LKWs und ein bisschen Wahnsinn“
"Hallo... hallo? Einsatzleitung, bitte kommen. Ich glaub' ich werd'...BESCHOSSEN!"
Ein fast ganz normaler Tag in Chernarus. Also… für meine Verhältnisse.
🪖 Ein Blauhelm für Prigorodki
Der Tag begann... mit einem Blauhelm. Nein, nicht tragisch-heroisch auf’m Schlachtfeld – sondern ganz profan im Kleidungszelt. Einfach so da hingelegt. Als wär’s ein stilles „Du brauchst das jetzt.“
Und ja, vielleicht tu ich das. Vielleicht war’s ein Zeichen.
Vielleicht aber auch einfach nur die charmanteste Art, mir zu sagen: „Sueda, du bist die nächste Zielscheibe.“
Ich hab ihn trotzdem aufgesetzt.
Manche tragen Mut. Ich trag Helm.
Schön auffällig in Blau.
Vielleicht hält er ja die nächsten Schläge auf mein geschundenes Ego ab, weil ich noch immer kaum was treffe.
Frohen Mutes ging's dann weiter.
Gartenarbeit.
Ja, richtig gelesen.
Ich – bewaffnet mit Gießkanne und Harke – zwischen Kürbissen, die vermutlich mehr Überlebensinstinkt hatten als so mancher Samariter oder Berezino-Boy da draußen.
Ein bisschen Erde, ein bisschen Wasser, ein bisschen Hoffnung, würde Herz jetzt sagen.
Und gerade, als ich mich fragte, ob man Kürbisse eigentlich nach Feinden benennen durfte, bevor man sie zerteilt, wackelte er heran: Jannik.
Sag nochmal Überlebensinstinkt und Berezino-Boys in einem Satz... das wird witzig.
Jannik kam, wie erwartet als Bambi. Aber dieses Mal nicht nur mit Kohldampf, sondern auch mit Wundbrand.
Halleluja.... warum musste es denn eigentlich immer Wundbrand sein?
Ich tat, was ich konnte, nickte und sagte: "Das wird schon." Dann deutete ich auf das Zelt mit den Medikamenten.
Weil: mehr krieg ich medizinisch nicht hin.
Ich bin keine Heilerin oder sowas. Ich bin nur die Stimme aus dem Off mit unglaublich schlechtem Aim und einer nervösen Hand.
Am Ende konnte Jannik aber den Wundbrand besiegen und sich am Kleidungszelt ausstatten. Wenigstens etwas.
Zwischen Kürbissen und Wundbrand
🚛 Samariter Ada gegen LKW - Wir haben einen Deal
Die beiden Bitboys --- Pardon die beiden Berezino-Boys Bitwalker und Bitwanted erklärten sich mit unserem Deal einverstanden: Der grüne legendäre Samariter-Ada ging gegen einen LKW in den Besitz der beiden über. Der Senior brachte das Monstrum persönlich in den Morgenstunden wie vereinbart in Prigorodki vorbei und nahmen den Ada freudestrahlend in Empfang.
Jannik nahm er gleich mit. Handgepäck.
Am Camp begegneten wir dann noch Karotte. Ja, ganz genau. Der ehemalige ehrenamtliche Helfer am Camp. Lang nicht gesehen.
Herz hätte sich gefreut. Ich tat’s für sie. Innerlich.
Ich setzte mich also ans Steuer des frisch eingetauschten Hoffnungsträgers.
Ein LKW, voll bis unters Dach mit allem, was man für den Wiederaufbau brauchte – Holzstämme, Bretter, Baumaterial...
Ziel: Krona. Mal wieder.
Ich tuckerte los – guter Dinge, schlechter Laune, wie man’s eben kennt.
In Balota winkte mir ein freundlicher Spieler zu. Kein Schuss. Kein "Hände hoch". Kein Hinterhalt.
Ich war so irritiert von der Friedlichkeit, dass ich fast zurückgewunken hätte.
Fast.
Doch dann kam der erste Haken: Gaszone. Natürlich.
Ich musste sie umfahren, kurvte durch halb verwuchertes Gelände, nur um gleich darauf vom nächsten Geschenk des Himmels geblockt zu werden:
Zug-Event.
Mitten über der Brücke, sodass ich nicht durchkam. Großartig.
Ich dachte mir: Chernarus, bitte... heute nicht.
Aber dieser Landstrich hat bekanntlich Humor. Sehr schwarzen.
Ich quetschte den LKW durch Seitenwege, riss mir dabei fast die Plane runter (sie sah danach aus wie ein depressiver Unterstand, so völlig zerrissen...)
Aber: Der LKW fuhr. Noch.
Die Plane fwar hinüber, aber hey – wir kamen durch.
Irgendwo bei Myshkino dann Schüsse.
Na klar.
Ich musste gefährlich nah dran vorbei, hielt die Luft an, duckte mich reflexartig hinterm Lenkrad (als würde das bei Dauerbeschoss helfen) – und kam trotzdem durch.
Am Ende, nach all dem Irrsinn, erreichte ich die Burg.
Mit ruinierter Plane, pochendem Herzen, aber einem LKW, der rollte.
König NiggoB zeigte sich dankbar, Pascal/Ikarus strahlte wie ein Kind unterm Weihnachtsbaum. "LKW fahr'n!", rief er unermüdlich. Für mehr reichte es wohl mental gerade nicht, da er so überwältigt war.
Der LKW war für ihn nicht bloß ein Fahrzeug – er war Liebe auf Reifen.
Nur einer schaute wieder wie drei Tage Regenwetter: Erzbischof Nickelus ( Nickel).
Wir sahen uns nicht, aber ich hörte von den Leuten in der Burg, dass er wohl nicht so erfreut war.
Was sein Problem war? Ich vermutete: Ich.
Der Typ tat gerade so, als hätte ich ihm seinen Beichtstuhl mit Nägeln ausgekleidet!
Keine Ahnung warum. Dabei hab ich geholfen sein Domizil in Gorka zu verteidigen und zwei seiner LKW samt den Kosten mit dem vergammelten Menschenfleisch gesichert. Danke für Nichts.
Ein LKW für das Königreich
🎯 "Gesegnet sei, wer schneller fährt als die Armbrust treffen kann" – Heimfahrt aus der Gefahrenzone
Nach getaner Arbeit wollte ich nur noch eins: Heim.
Klar, mein eigenes Auto war aber noch im Süden, da ich den LKW gefahren hatte. Also wie runterkommen?
Fußbus. Fährt immer, aber so richtig Lust hatte ich auf die Wanderung auch nicht.
Da meldete sich Hainsi unser Neuzugang mit Neuigkeiten aus Prigorodki: Er hatte einen LKW gefunden. Fast fahrbereit. Direkt bei Hikarus Scheune.
Man konnte doch das Angenehme mit dem Nützlichen Verbinden, dachte sich König NiggoB wohl und bot an, mich mitzunehmen und den LKW abzuholen. Einen zweiten.
Bei Pascals/Ikarus' Verschleiß wohl nicht die schlechteste Idee.
Ich trat aus dem Turm der Kirche, wo ich noch kurz mit Herz geschnackt hatte, bereit für den Rückweg, als ich hinter mir Schritte hörte.
Manchmal sagen Leute, dass sie Auren spüren können. Dass sie genau wissen, wenn jemand ihnen was Böses will. Herz ist so jemand. Und ich schwör euch, in dem Moment als ich diese Schritte hörte, konnte ich es plötzlich auch. Das, was ich spürte, war kein „Warte, du hast deine Stiefel vergessen“– eher ein „Wenn ich dich in die Finger kriege!“.
Ich drehte mich um und rannte.
Schlug das Tor hinter mir zu und sprintete auf das fahrbereite Auto los.
Auf Höhe der Brücke sprang ich in den Wagen. Tür auf, rein in den Wagen, der König am Steuer, Wackel-Dakel auf dem Beifahrersitz.
Oben auf den Burgmauern sah ich ihn: Zipfelmütze, düsterer Blick, geistliches Auftreten mit einem Hang zum Chaos: jemand aus der Kirche. Ganz klar.
Der Erzbischof oder seine übereifrige Akolytin? Vielleicht auch nur ein schlechter Cosplayer? Egal.
Sagen wir einfach: Ein kirchliches Etwas mit einer gehörigen Portion Groll.
Ich spürte wie mich ein Blick fixierte. Wie ein hungriger Wolf ein Hühnchen.
Ich tat das einzig Logische: Ich forderte den König auf Gas zu geben.
Und dann: Klack! – Armbrust.
Kein Witz. Der Typ feuerte ernsthaft mit einer verdammten Armbrust auf uns.
Drei Einschläge. Einschläge, wohlgemerkt – keine Treffer.
Einschlag Nummer eins: Die Brücke neben mir.
Einschlag Nummer zwei: irgendwo in der Nähe des Hecks. Ich hab’s nicht genau gesehen, ich war zu beschäftigt damit, dem Wahnsinn zu entkommen.
Einschlag Nummer drei: direkt hinter mir beim Fenster.
Eins war klar: Das hier war keine Verwechslung.
Das war gezielt. Das war persönlich.
Der Typ hatte jedenfalls ’ne klare Botschaft für mich: „Gott vergibt. Ich nicht.“
Tja. Ich aber auch nicht.
Nicht, wenn man mir mit einer verdammten Armbrust den Heimweg versauen will.
„Bis bald und danke für den Fisch...“, murmelte ich unter zusammengebissenen Zähnen.
Wir fuhren los und Chernarus drehte sich weiter, als sei nichts gewesen.
Rasante Flucht
🤝 Begegnungen und Misstöne
In Prigorodki entdeckte Pinky einen Überlebenden, dessen Namen er nicht verstand.
Ich fuhr inzwischen mit NiggoB und dakel zurück nach Prigorodki. Unterwegs… naja, ihr kennt das Spiel: Motor stotterte, irgendwer schoss irgendwo, irgendwo heulten Wölfe – aber wir kam an. Diesmal ohne weitere Zwischenfälle. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber ich glaub, wir hatten Glück.
Ich war auf dem Heimweg, hatte die Schnauze voll, die Nerven blank und den Magen leer. Ich ging noch einen Abstecher über den Sumpf machen. Da rannte es.
Ein Bambi.
Nicht das freundliche „Hallo-hallo, kann ich vielleicht was zu Essen haben“-Bambi.
Nein.
Der Typ rannte auf mich zu und baute sich vor mir auf.
"Alter! Wenn du mich noch EINMAL so erschreckst. Wenn du mich noch EINMAL so erschreckst, dann reiß ich dir den Kopf ab!"
Ich stand einfach nur da. zu müde zum Diskutieren. Dann rannte er schon. Ich rief ihm noch nach: "Buh". Dann war er weg.
Klar, ich hätte schießen können wie die Stimmen in meinem Kopf es forderten. Aber ehrlich? Das war er nicht wert.
Später traf ich ihn nochmal. Beseitige zwei Zombies, die ihn in ein Haus getrieben hatte. Rief ihm zu: "Wir helfen auch unhöflichen Leuten, weißt du? Brauchst nicht zu danken."
Und ging weiter.
Zurück in Prigorodki
Auch auf dem Heimweg des Königs spielte ein Bambi eine Rolle.
NiggoB, dakel, Erzbischof Nickelus ( Nickel) und WhiskeyMixer sahen auf ihrem Weg zur Burg ein Bambi durch das Dorf streifen.
Ein Fremder mit der Waffe auf dem Rücken war für Nickel natürlich sofort ein „Sicherheitsrisiko“. Whiskey dagegen – der ewige Diplomat – versuchte es mit Worten. Redete ruhig, wie man eben mit streunenden Hunden spricht: „Na, hallo!“
Tja, das Bambi rannte. Wahrscheinlich bis ans andere Ende der Karte. Verständlich.
Und Pascal?
Der stand derweil hibbelig in der Burg, seufzte leise und murmelte immer wieder: „LKW fahr’n…“ – wie ein Kind vorm Süßigkeitenregal.
Die Königin janinesta (Selina) dazu nur "Oh Pascal!". Treffer.
🕵️♂️ Reue und der Pilzjunkie
Zurück am Camp dann noch eine Enthüllung für mich: Der Pilzjunkie – mittlerweile sowas wie unser inoffizieller Silas-Korrespondent – klärte mich auf.
Plot-twist: Das Bambi, das ich während des Angriffs erschoss? War kein Bait-Bambi. Sondern neutral. Vielleicht sogar hilfreich. Hätte Silas und Selina erschießen können, tat es aber nicht. Und ich?
Ich hab’s trotzdem getan.
Gewissensbisse? Wenn ich Herz-Aus-Gold wär, vielleicht. Aber ich bin’s nicht.
Es war ein Kampfgebiet.
Risiko war da.
Typ hat verloren. So läuft das hier.
Aber: Die Kleidung passte auch nicht hundertprozentig. Vielleicht war’s doch ein anderer. Ein Mysterium bleibt’s. Wie vieles in diesem Land.
🔥 Fazit
Ein LKW, ein Zipfelmütziger mit absichtlicher oder unabsichtlicher Zielschwäche, ein Bambi mit Revierverhalten und ein Bischof, der mich vermutlich nicht zum Tee einladen wird – das ist die Kurzversion.
Man könnte sagen: Chernarus war heute... gnädig. Kein Todesfall. Kein Großangriff.
Aber unter der Oberfläche? Brodelt’s weiter.
Denn was sich hier wie Alltag anfühlt, ist in Wahrheit längst Grenzgang. Zwischen Wahn und Wirklichkeit. Zwischen Vertrauen und dem nächsten Schuss.
Herz ist vorsichtiger geworden.
Ich auch.
Und morgen? Wird bestimmt wieder alles anders.
Da versucht mich hoffentlich keiner mit einer mittelalterlichen Waffe zu erledigen oder mir den Kopf abzureißen.
Nr. 371 - Ende.