🖋️ Einsatzbericht Nr. 371 vom 24.07.2025 – Willkommen im Königreich der Absurdität
Oder: Der Tag, an dem die Realität die Satire überholte....

"Was zum goldenen Gurkenschäler war das denn bitte?!"
Ja, genau das hab ich gedacht. Mehrmals, laut. Und mit so viel Sarkasmus im Blut, dass Herz-Aus-Gold es vermutlich als Spende ablehnen würde.
Aber gut – fangen wir mal ganz von vorne an. Wie immer. Gibt schließlich am meisten Sinn.
☀️ Im Süden fast schon... friedlich?
Man glaubt es kaum – aber im Süden war mal alles in Ordnung.
Fast schon idyllisch.
Also... wenn dabei außer acht lässt, dass idyllisch in Chernarus gleichbedeutend ist mit "etwas weniger Blut als gestern".
Prigorodki atmete durch, die Zelte standen noch, die Kürbisse waren geerntet, was wollte man mehr?
Ach ja....
Keine Schüsse.
Aber Pustekuchen. In Chernogorsk hatte es mal wieder geknallt.
Natürlich.
WhiskeyMixer, der unverwüstliche Alltagsheld, wurde beim Krankenhaus angeschossen. Frech!
Und was macht man in so einem Fall? Richtig: Überleben und den Angreifer unschädlich machen.
Hat er dann auch, kompromisslos und präzise wie immer.
Ganz ehrlich: So wird das gemacht.
🕵️♂️ Kuriose Gestalten und Jannik findet LKW
Dann gab’s noch merkwürdige Gestalten, die bei @Cala-Js Behausung rumschlichen.
Aber nichts passierte: Keine Schüsse, keine Angriffe, kein Theater.
Also entweder waren sie einfach höflich oder haben seine Behausung nicht gesehen. Beides selten, aber wir nehmen, was wir kriegen.
Und dann?
Dann war da Jannik.
Oh ja... der gute Jannik.
Zur Abwechslung mal ein wandelnder Glückspilz auf zwei Beinen.
Und was findet er in der Nähe von Berezino? Einen. Verdammten. LKW.
Einfach so beim Spazierengehen. Der Gute wäre fast drüber gestolpert.
Ich mein… andere riskieren täglich ihr Leben für ’ne abgelaufene Dose Thunfisch – und der stolpert über ’nen ganzen Truck.
Sein Grinsen war im Funk so laut zu hören, ich musste fast leiser stellen.
Jannik im Glück
📡 Und dann – Funkkontakt aus dem Westen
Als wir dachten, der Tag würde vielleicht ohne größeren Nervenzusammenbruch enden, meldete sich Herz-Aus-Gold frisch aus dem Westwald.
Mit einer Stimme, die klang, als hätte sie gerade drei emotionale Schleudergänge überlebt.
Der Fairness halber musste ich mir am Ende des Gesprächs auch eingestehen: Dem war sogar auch so.
Was sie zu erzählen hatte?
Tja....
Das war kein Bericht.
Das war ein psychologischer Feldversuch darüber, wie viel Wahnsinn ein Mensch an einem Tag ertragen kann. Durchgeführt lebenden Objekt: an sich selbst.
🏰 Willkommen in Absurdistan
Herz-Aus-Gold war unterwegs im Westwald, Freunde besuchen.
Weil sie es gerade brauchte. Ein bisschen Glaube, ein bisschen Sinn-Suche, ein bisschen „Was zur Hölle mach ich hier eigentlich noch?“
Also zog sie weiter in Richtung der Burg.
„Ich werde mir diese ominöse Kirche von Morthana mal etwas näher anschauen“, hatte sie gesagt.
Ich schwieg.
Denn wenn Herz-Aus-Gold was sagt, was nach Pilgerreise klingt, dann weiß ich: Da steckt mehr dahinter.
Und ich hatte ja auch schon meine Begegnungen mit der ach so "heiligen" Kirche von Morthana gehabt. Das eine Mal hatte ich einen abtrünnigen von ihnen erschossen, als er in Berezino ein Bambi im Camp erschoss und beim nächsten Mal half ich der Kirche bei der Verteidigung und dem Abtransport der LKW aus Gorka, gemeinsam mit Bitwanted. Was ich da gesehen hatte in den Kisten... das reichte für einen ersten Eindruck vollkommen aus. Ernsthaft... ich weiß nicht, was wilder war. Diese Kisten an vergammeltem Menschenfleisch oder die Raider, die diese Kisten einfach in ihren LKW gepackt hatten, um alles mitzunehmen.
Ich hatte echt keinen Bedarf da näher einzutauchen.
Aber man kennt ja Herz-Aus-Gold... Sie will alles immer ganz genau wissen, verstehen, ergründen und so.
Und hey – die Begrüßung war royaler als alles, was ich bisher so gehört habe.
König NiggoB, Königin janinesta (Selina), Junker dakel und – Trommelwirbel – Erzbischof Nickelus ( Nickel).
Volles Haus!
Nachdem sie dem Herrscherpaar einen Teddybären voller Nägel überreicht hatte und dem Erzbischof Nickelus ( Nickel) zwei Packungen Nägel spendierte, fühlte sich sie gleich um mehr als 22kg leichter.
Sagte sie mir scherzend. Da war die Welt noch in Ordnung...
Die Burgführung stand als erstes auf der Tagesordnung: Ein bisschen Mittelalter, ein bisschen Ehrfurcht vor dem Gemäuer, ein bisschen „Sieh mal, wie ruhig und friedlich es hier sein kann.“
Und dann?
Dann kam der Moment.
Der Turm der Kirche.... atemberaubende Aussicht. Das muss man sagen.
Herz genoss sie sichtlich und den Frieden, den der Wald von hier oben ausstrahlte. Ihr Blick viel auf die zugebaute Taverne, die ein gewisser Pilzjunkie bezogen hatte. Noch wusste sie das aber nicht, hatte ich ihr nicht gesagt.
Ja, alles strahlte Frieden und Ruhe aus.
Und plötzlich säuselte Erzbischof Nickelus mit dem Einführungsvermögen eines ganzen Abrisskommandos: „Dort unten sind übrigens Silas sterbliche Überreste begraben....“
Herz: Still.
Stiller als sonst. Also ich meine echt still. Dann beinahe wütend.
Ich kann mir dieses Flackern in ihrem Blick förmlich vorstellen.
Dieses „Was zum…?“
Dieses „Nein.“
Dieses „Nicht er. Nicht so.“
Drinnen tobte ein Sturm, der jeden Nordwind neidisch gemacht hätte.
„Das war nicht Silas“, sagte sie nach der ersten Sekunde des Schocks, als sei es das Beiläufigste der Welt.
„Das kann er nicht sein. Das ist ein Irrtum, eine Verwechslung...vielleicht hatte er einen Zwillingsbruder...."
Ja, klar...
Chernarus ist ja bekannt für seine grandiosen Verwechslungen und Missverständnisse, aber in diesem Fall gab es leider keinen Zweifel.
Ich hätt' sie vorbereiten sollen. Wirklich. Ich wusste, dass es irgendwann rauskommt.
Aber ich hab’s aufgeschoben. Und jetzt? Jetzt war es zu spät. Jetzt stand sie da, mit diesem Brocken Wahrheit im Magen, der sich nicht verdauen ließ, egal wie lange sie darauf herumkaute.
Und ich?
Ich durfte dabei zusehen, wie sie langsam zu zerfallen drohte. Das schlimmste: Ich war schuld.
Aber das zeigte mal wieder, dass die Kirche von Morthana und besonders der Schmerzbischof Nickelus ( Nickel) eine ganz besondere Meinung zum Tod und Leben hatten.
Ankunft und auf dem Kirchturm
🍅 Segnung mit Beigeschmack
Nach "seelischen Sturzflug" auf dem Turm hätte man Herz-Aus-Gold einen ruhigen Abend am Lagerfeuer bei ihren Freunden gegönnt.
Stattdessen gab’s erstmal eine Zeremonie, durchgeführt vom Schmerzbischof Nickelus ( Nickel) persönlich, rund um rote Feldfrüchte.
Ein geheimes Ritual, zu dem nur das Königspaar, Junker dakel und die spirituell zitternde Herz eingeladen waren.
Was da genau geschah?
Keine Ahnung.
Sie erzählte nicht viel. Und das, obwohl sie sonst in jedem Apfelkern eine Geschichte sieht.
Aber der Ton in ihrer Stimme sagte alles: Beeindruckt, zutiefst verwirrt aber doch irgendwie berührt.
Und gleichzeitig voll im „Warum genau bin ich nochmal hier?“-Modus.
Sie meinte, das brauche Zeit, das zu verarbeiten.
Und hey - ich lese daraus ein klares: „Ich hab keine Ahnung, was da gerade abgegangen ist, aber es war heftig.“
Immerhin konnte sie mich beruhigen: Entgegen meiner Befürchtungen wurde kein Menschenfleisch verzehrt.
Puh.
König NiggoB hatte dem Erzbischof und der Kirche von Morthana sogar vor dem Einzug feierlich das Versprechen abgenommen, dass in den Mauern der Burg kein Menschenfleisch verzehrt werden würde.
Der Erzbischof? Der begrüßte das sogar. Echt jetzt... Sie seien schließlich keine Kannibalen.
Have I got news for you....
Also alles kein Problem.
Vermutlich war das auch der Grund, warum keiner von denen bisher an Kuru erkrankt war. Dennoch blieben die Kisten, die ich gesehen hatte, ein Rätsel.
Aber ja. Ein Ritual war’s.
Ein Moment zwischen Transzendenz und "Ich glaub, ich hab zu viel Pilze gefuttert".
Und Herz-Aus-Gold?
Die stand mal wieder mittendrin.
Eingeklemmt zwischen Erdfrucht, Ehrfurcht und Erkenntnis.
Sie lächelte, wie sie es sonst auch tut. Irgendwie.
Aber ich weiß nicht, ob's ein "Ich verstehe jetzt mehr vom Glauben"-Lächeln oder nicht viel eher ein "Ich verstehe langsam, warum die hier so ticken, wie sie ticken."-Lächeln war.
Gruppenfoto bei dem Ritual
🔥 Grillabend mit Fesselspielchen
Danach: Endlich die verdiente Lagerfeuerromantik.
Wie eine wärmende Decke im eiskalten Sturm saßen die Freunde ums Lagerfeuer zusammen und erzählten sich alte Geschichten. Herz schwärmte förmlich davon, wie malerisch die Flammen die Schatten an den Burgmauern tanzen ließen.
Man lachte. Sogar Herz. Und wer Herz kennt, weiß: Ein Lachen von ihr ist wie ein Sonnenstrahl in einem Land, in dem es sonst nur regnet.
Aber dann… dann gingen NiggoB und janinesta in den Turm.
Händchenhalten? Kronen polieren? Es gab noch ganz andere Erklärungsversuche...
Was auch immer.
Zurück blieb Herz mit dakel – und dem Erzbischof.
Klingt wie der Beginn eines guten Witzes, wurde aber schnell zur Horrorshow.
Denn: Der Erzbischof schlich sich geduckt von hinten an Herz-Aus-Gold heran und wollte sie fesseln!
Einfach so. Kein Kontext. Kein Vorwand. Kein „Darf ich bitte mal symbolisch - rein symbolisch - deine Hand fürs Seelenheil binden?“ –
Nein. Direkt: Anpacken. Erstmal mit einem Seil.
Und Herz? Herz brüllte ihn an: „FASS MICH NICHT AN!“ – und das nicht im Sinne von emotional berührt.
Das war der Schrei einer Frau, die mehr erlebt hat, als manch einer jemals verstehen wird – und bei der gerade jemand versucht, ihre letzte Grenze zu überschreiten.
Der König stürmte zurück, hochgradig alarmiert.
Und was tat der Rächer der Schwachen?
Nach einigem Hin und Her und einigen Ausflüchten seitens des Bischofs begleitete er Herz zu seinem Turm, um ihr das Nachtquartier zu zeigen. Doch kaum wollte der edle Herrscher das Tor öffnen, versuchte der niederträchtige Bischof erneut unser Herz zu binden. Da hatte der König genug davon. Er schoss dem Typen ins Bein. Einmal Beinschuss royal. Respekt, wer's selber macht!
Ob ich bei ihm die Sache mit den Beinschüssen vielleicht lernen könnte?
Naja. Jedenfalls verschnürte dakel den Erzbischof nun wie ein Paket.
Und Herz-Aus-Gold?
Ob ihr es glaubt oder nicht: Sie drehte komplett durch.
Sagte sie zumindest hinterher zu mir.
Sie brüllte den am Boden liegenden an: "WARUM, NICKEL? WARUM?" und als er sich befreien wollte, holte sie aus.
Zack. Faust. Mitten ins Kreuz.
Und dann: Stille.
Der Bischof sackte zusammen wie ein schlecht gefalteter Unterstand.
Herz befürchtete das Schlimmste und rannte in Panik davon; versteckte sich.
Dachte, sie hätte ihn… naja ihr wisst schon.... umgebracht, getötet, ihm das Licht ausgepustet, das letzte Leben aus den Rippen geschlagen, ihn in die ewigen Jagdgründe geschickt, ihn über den Jordan gehen lassen.. lauter solche Sachen.
Eben ein Schlag zu viel; ein Moment zu viel Wahnsinn.
Und dann die Angst, dass sie wieder die war, die „zu weit gegangen war“.
Dass sie überreagiert hatte.
Wie damals bei Blue_Master und den Gummigeschossen.
Aber: Der Erzbischof überlebte.
Nennt es göttliche Fügung oder einfach einen zu schwachen Schlag. Aber er wachte auf.
Er schien sich zu erklären. Was er sagte, weiß ich allerdings nicht.
Und was macht man in so einem Moment als Herrscher?
Richtig.
Man zeigt Gnade und lässt den Unhold einfach wieder gehen.
Weil... warum auch nicht?
War ja nur ein versuchter Übergriff am Lagerfeuer unter Freunden. Nur ein harmloser Scherz.
Was kann schon passieren?
Ich mein, das war so absurd... ich musste lachen.
Dieses Lachen, das tief aus der Kehle kommt, weil man nicht mehr weiß, ob man gleich weint.
Herz fand das Ganze weniger komisch.
Lagerfeuerromantik?
🔁 War ja so klar...
Herz-Aus-Gold war weggerannt aus diesem instinktiven Überlebensreflex, den man sich hier irgendwann zulegt wenn man oft genug gejagt wird.
Und dakel? Der suchte sie.
Fand sie im Klosterhof. Er kam auf sie zu. Mit erhobenen Händen, entwaffnend. Vertrauen schaffen, oder wenigstens so tun.
Herz?
Traute ihm nicht.
Traute niemandem mehr.
Kann man ihr das verübeln? Also ich kann's verstehen.
Dann kamen NiggoB und der Erzbischof dazu.
Ja genau der Erzbischof. Der, der eben noch durchgedreht war.
Und genau dieser Erzbischof zog nun eine Schrotflinte und zielte auf Herz und den König.
Hätte ja keiner ahnen können...
"Ich wurde verraten! Verraten von meinem eigenen Volk!" stöhnte der König ungläubig.
Was antwortete der selbsternannte Sprachrohr Morthanas? Richtig, sowas wie: "Wenn Morthana befiehlt, muss ich folgen. Ihr versteht?" Und zwar in richtig bedauerndem Ton. Als täte ihm das alles furchtbar leid, aber es müsse sein. Verstanden hat da niemand mehr irgendwas.
Und dann ging’s rund.
Im Dunkeln, wie ein Schatten aus alten Märchen, Fesselte der Erzbischof Herz.
Klick. Diesmal mit Handschellen.
Einmal „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ bitte.
Herz versuchte, ruhig zu bleiben. Ruhig zu atmen und zu reden.
Sie baute sich vor ihm auf und sagte betont und eindrücklich: "Nickel, das ist nicht nötig. Diese Fesseln sind nicht nötig. Wir können über alles reden."
Auch der König befahl ihm, sie sofort loszubinden und der Junker solle den Erzbischof festnehmen.
Was kam zurück?
Keine Antwort. Nur ein Schlag mit dem Gewehr in Herz' Seite. Hart und unbarmherzig.
Wieder versuchte Herz auf ihre Art zu deeskalieren: "Das war nicht nötig. Lasst uns heute nicht noch mehr Blut vergießen..."
Der König stürmte vor.
dakel ebenso, nur um sich versehentlich selbst zu fesseln.
Ja, du hast richtig gelesen.
Er. Fesselte. Sich. Selbst.
Junge, du hattest eine verdammte Aufgabe!
Ein Moment, so grotesk, dass ich bei der Schilderung fast lachen musste – wenn’s nicht so verdammt tragisch gewesen wäre.
Dann: Ein Schuss.
Der König fiel, genau vor Herz' Füße.
Nicht tot, aber getroffen. Offenbar nutze der Erzbischof Platzpatronen.
Herz schaffte es, sich zu befreien.
Irgendwie.
Adrenalin, Panik, pure Willenskraft. Sucht euch was aus.
Der Erzbischof zielte auf sie, aber sie war schneller.
Sie wich aus. Schlug zu. Traf ihn. Zweimal. Mit allem, was sie hatte.
Faust. Noch eine. Ein regelrechter Nahkampf in der Finsternis.
Mein alter Vater hätte dazu gesagt: "Recht so! Schad um jede, die daneben geht!"
Auch Junker Dakel befreite sich und schoss nun seinerseits dem Erzbischof in die Seite.
Kurz, klar, entschlossen.
Endlich. Wäre ich dort gewesen, ich hätte ihm zumindest applaudiert.
Der König wachte wieder auf.
Als der Morgen graute, lag der Angreifer vor ihnen.
Regungslos, tot.
Der Angriff im Dunkeln
🎭 Der Mann hinter der Maske
Erst danach – als die Sonne langsam aufging, als Herz-Aus-Gold zitternd vor der Leiche saß und dakel sich wieder gefangen hatte, wurde klar: Das war nicht der echte Erzbischof Nickelus ( Nickel) gewesen.
Bei Lichte betrachtet fielen den Umstehenden einige Ungereimtheiten auf. Außerdem, so sagte Herz, habe er mit ihr gar nicht über Mothana reden wollen. Sie hätte es ahnen müssen.
Der da vor ihr war ein Fanatiker gewesen. Ebenfalls ein Erzbischof, die @Nicke. Aber eben nicht ganz Nickel.
Der echte Erzbischof Nickelus ( Nickel) war wohl nach seiner Führung und dem Ritual aufgebrochen zu einem Feldzug, wie andere später bestätigten.
Was davon echt war? Keine Ahnung.
Herz glaubt’s halb. Ich? Kein Stück.
So oder so, das war eine Lektion im Wahnsinn gewesen, die keiner haben wollte.
Der falsche Nickelus
🧭 Und jetzt?
Sie rief mich über Funk. Mit zittriger Stimme und versuchte ihre Gedanken zu ordnen.
Ich sagte ihr: „Geh da weg, jetzt sofort!“
Kurz. Klar. Ohne Schnörkel.
Aber sie?
Blieb.
Wegen NiggoB .
Wegen janinesta (Selina).
Wegen diesem absurden Theater aus Kutten, Krönchen und Kalibern.
Weil sie – trotz allem – immer noch glaubte, dass irgendwas zu retten war.
Dass Loyalität nicht nur ein Wort ist.
Auch wenn jeder andere schon gegangen wäre.
Sie blieb.
Weil sie’s nicht anders konnte.
Weil sie’s immer so machte.
Und weil sie noch hoffte, wo andere längst abgeschlossen hatten.
Aber sie blieb nicht in der Burg, sondern sie zog sich in das beschauliche Dörfchen Galkino zurück.
Wenigstens etwas.
🔥 Fazit?
Natürlich hätte ich jetzt gern ’nen eleganten Abschluss.
Ein bisschen Hoffnung, ein bisschen Glanz.
So mit Pathos und ganz viel Gefühl.
Aber ganz ehrlich?
Chernarus ist der versiffte Hinterhof der Apokalypse.
Und heute hat’s mal wieder nach Blut, Verrat und Schießpulver gestunken.
Diese Welt verdient keinen hübschen letzten Satz.
Nicht heute. Nicht nach diesem Bullshit.
Vielleicht nur das hier:
Wenn Herz-Aus-Gold heute nicht gestorben ist, dann weil sie sich mit beiden Fäusten gewehrt hat.
Weil sie nicht still war, als die anderen vor Schreck schwiegen.
Weil sie aufstand – selbst mit schmerzender Seite und der Waffe vor Augen.
Und wer da draußen immer noch denkt, das hier wär nur ein Spiel…
der hat noch nie gesehen, wie ein Erzbischof mit ’ner Waffe in der Hand "Gnade" predigt.
Nr. 371 - Ende.