„R&R nach Vorschrift – oder wie man ein Schiff effizient halbiert“
Nach langer Abwesenheit hatte sich im Büro der Glorreichen Missgeschicke ein beachtlicher Stapel an R&R-Anträgen angesammelt. Rannulf stand am Fenster, nahm einen bedächtigen Schluck seines Morgenkaffees und betrachtete den Hof.
„Die Truppe ist durch“, murmelte er. „Urlaub wäre mal angebracht… bevor sie anfangen, sich gegenseitig als Trainingsziele zu benutzen.“
Sein Blick wanderte gedanklich zur Küste. Ein Boot lag dort. Mehr Wrack als Schiff – aber mit etwas Optimismus… und Ignoranz… durchaus seetüchtig zu bekommen.
Rannulf griff zu Papier und Stift und verfasste eine amtliche Nachricht:
"An alle der 501st,
wir werden uns einer Herausforderung stellen, die es in sich hat.
Packt leicht – nur das Nötigste zum Überleben für ein paar Tage in der Sonne.
Hochachtungsvoll
Rannulf"
Er lehnte sich zurück und nickte zufrieden. „Das wird eine schöne Überraschung.“
Sgt. Kraechz bekam den Auftrag, „gewisse Urlaubsklamotten“ unauffällig zum Schiff zu transportieren. Was er genau Sgt. Kraechz darunter verstand, hinterfragte Rannulf nicht. Ein klassischer Fehler.
Am Tag der Abreise marschierte die Truppe geschniegelt und gebügelt – zumindest im Rahmen der Möglichkeiten – los. Jeder hatte gepackt. Keiner wusste, was sie erwartete.
Als sie Berezhki erreichten, lag das Schiff am Strand. Ein trauriger Anblick zwischen Rost, Salz und schlechten Entscheidungen.
Die Gesichter der Truppe sprachen Bände.
„Sichern!“, befahl Rannulf trocken, als wäre das alles exakt so geplant gewesen.
Frau Hpt. Sarafiya_Nici verschränkte die Arme, ließ ihren Blick über das Wrack schweifen und nickte langsam.
„Ich will jede Schraube und jeden Nagel aus diesem Kutter“, sagte sie trocken. „Die Teddybären-Abteilung hat Bedarf.“
The Mighty Quin verdrehte die Augen und verschwand kommentarlos im Inneren des Schiffes. Ein Mann mit Mission – leider ohne klar definierte Prioritäten.
Kurz darauf entdeckten WeizenWarrior und NecrosiS eine versteckte Kiste mit der Aufschrift: Urlaub. Offenbar ein Werk von Sgt. Kraechz.
Die Kiste wurde geöffnet – und tatsächlich: leichte Kleidung, Sonnenbrillen, ein Hauch von Zivilisation.
Innerhalb weniger Minuten hatte sich die gesamte Truppe umgezogen.
Die Stimmung stieg.
Bis auf einen.
The Mighty Quin war noch immer verschwunden.
Dann kam der Knall.
Ein dumpfes, tiefes Donnern aus dem Inneren des Schiffes – gefolgt von einer Druckwelle, die mehrere Kameraden elegant, aber ungewollt ins Wasser beförderte.
Rannulf blinzelte. Einmal. Zweimal.
„…das war neu.“
Es stellte sich heraus, dass The Mighty Quin bei dem Wort „Herausforderung“ offenbar an Explosionspfeile gedacht hatte – und vorsorglich seinen gesamten Rucksack damit gefüllt hatte.
Kombiniert mit offenem Feuer… und ausgelaufenem Öl…
Nun ja.
Das Schiff war jetzt… zweigeteilt.
Im wahrsten Sinne.
Zum Glück kamen alle mit mehr oder weniger Würde und ein paar Blessuren davon.
Rannulf stand am Strand, tropfnass, sah sich die Überreste des Plans an und nahm einen tiefen Atemzug.
„Ich hatte eigentlich an Meer, Sonne und Ruhe gedacht…“ murmelte er.
Sarafiya_Nici trat neben ihn, klopfte sich Wasser aus dem Ärmel und sagte trocken:
„Hast du doch. Mehr Wasser als geplant, aber immerhin.“
Rannulf nickte langsam. „Fairer Punkt.“
Die große 501st Suicide Squad Cruise wurde damit offiziell umgewandelt – in spontanen Badespaß bei Berezhki.
Und so endet eben ein kleiner R&R-Ausflug der 501st als ein glorreiches Missgeschick.
