Beiträge von Herz-Aus-Gold

    Jupp, das kann ich für Vanilla auch bestätigen. Danke für euren Einsatz liebes Team und danke auch an alle freiwilligen Helfer der ersten zwei Tage.
    Habe mich sehr über den Besuch des CRK und des einen oder anderen vom Survival gefreut. Und danke an den Chaoten von DoT, dass er mich nicht gleich getötet hat ;)

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    Somit schließe ich offiziell den ersten Band der Reihe "Tagebuch eines Samariters in Chernarus".
    Vielen Dank an alle Beteiligten, die Community und natürlich alle großen und kleinen Überlebenden da draußen. Ihr seid klasse! Unglaublich, was wir alles in den letzten drei Monaten gemeinsam erlebt haben.

    Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Danke an alle fleißigen Leserinnen und Leser da draußen und für eure Nachrichten.

    Wer noch etwas mehr lesen möchte.. ich habe meine fehlenden Einträge seit März inzwischen nachgetragen und nun kann man die GANZE Geschichte lesen.

    Leider konnte ich aufgrund der Zeichenbegrenzung im ersten Post nichts mehr einfügen, aber hier findet ihr nochmals alles in leserlicher Form online:

    Zitat

    Tauche ein in die fesselnden Geschichten und Erlebnisse der Samariter von Chernarus, die seit 2016 als Helfer und Retter in Chernarus aktiv sind. Sie haben eine Mission, Menschen zu helfen und eine Oase der Sicherheit inmitten des Chaos zu schaffen. Erfahre mehr über ihre Begegnungen mit anderen Überlebenden, ihren Herausforderungen und ihren unermüdlichen Einsatz, um etwas Menschlichkeit in der Apokalypse zu verbreiten und den Traum am Leben zu erhalten.

    Bereite dich darauf vor, in eine Welt voller Überlebenskampf, Freundschaft und Verrat einzutauchen. Werde Teil der Geschichte und erlebe unvergessliche Abenteuer in einer Welt, in der jede Handlung über Leben und Tod entscheiden kann.


    Cover_Entwurf_2_thumb.jpg Buchruecken_Entwurf_thumb.jpg

    --> Das Tagebuch eines Samariters in Cheranrus Band 1: Prigorodki bei Heyzine.com


    Oder für den heimischen Reader zum Runterladen:

    [--> Link zur PDF]

    An dieser Stelle auch unbekannterweise einen Dank an Keyser, der in seinem Thema "Die Stimme der Erlösung" meine Inspiration für den Umgang mit Heyzine geliefert hat. Das hat mich tief beeindruckt und ich wollte sowas auch einmal versuchen :)

    Und ganz besonderen Dank auch an Crocodile Dendi. Danke für die Idee mit dem Buch auf dem gemoddeten Server. Ich habe zwar keine Ahnung, ob und wie sowas klappen könnte, aber ich habe ja nun eine PDF erstellt und sobald ich weiß, an wen ich mich da wenden kann, könnte man das gerne in Angriff nehmen :)

    21. Mai 2023 – Abschluss-Abschuss (Event)

    Überall macht sich Aufbruchstimmung breit und es kommt mir vor, als herrsche eine Ruhe vor dem Sturm. Gestern traf Tabasko einen Fremden in der Polizeistation in Chernogorsk und mit „traf“ meine ich jetzt nicht im Sinne von „mit einer Kugel getroffen.“ Der Fremde zielte auf Tabasko, aber er blieb ungewöhnlich locker und fragte sein Gegenüber ganz ruhig nach seinem Namen. Das ist eigenartig, denn sonst ist Tabasko ja immer der Typ, der einer Gefahr direkt ins Gesicht springt. No risk, no fun oder high risk, high gain. Ich bin darüber keinesfalls traurig oder so. Im Gegenteil, es ist toll, wenn die Jungs nach all den harten und aufregenden Tagen wieder etwas lockerer werden, aber etwas liegt definitiv in der Luft. Der Fremde stellte sich Tabasko als Paul vor und beide gingen nach einem kurzen Gespräch getrennte Wege. Kaum zu fassen.

    Unser guter Vlad war gestern auch ganz fleißig. Er kam wieder am Bambi-Auffanglager vorbei und brachte ganz viele Vorräte ins Lager. Ungelogen, es müssen Tonnen an Fleisch und Kleidungsstücken gewesen sein. Ein paar Waffen hatte er in der Nähe auch versteckt. Es scheint, als wolle er nun ebenfalls aufbrechen und daher noch einmal alle seine Sachen in gute und sinnvolle Hände geben.

    Als ich unterwegs zum Lager bin, melden sich Blue, Tabasko, Dani und Opi per Funk. Ein Fremder ist am Lager. Opi ist sehr nervös, denn er beobachtet, wie der Fremde immer wieder in ein Gebäude rein und wieder heraushuscht. Er vermutet, dass es sich um einen Minenleger handelt, aber ich bitte die Jungs trotzdem erst einmal alles zu beobachten und beschleunige meine Schritte. Keiner spricht den Fremden an, sie beobachten nur. Plötzlich meint Tabasko, der Fremde würde auf ihn zielen. Ich bitte ihn, trotzdem nicht auf ihn zu schießen und er tut mir den Gefallen. Dummerweise fällt gleich darauf ein Schuss, der Fremde hat zuerst geschossen. Mein Freund geht stöhnend und getroffen zu Boden. Die Jungs erwidern das Feuer. Ich renne durch den Kugelhagel zu den Verletzten und versuche zu retten, was noch zu retten ist. Verdammt! Warum habe ich nicht gleich gesagt, dass sie schießen dürfen? Weil ich Angst hatte, dass es wieder einmal einen Falschen trifft und ich Opis Mantra „Es gibt keine unschuldigen Bambis“ nicht teile. Ich weigere mich vehement. Es stellt sich heraus, dass es wieder unser Paul ist. Er entschuldigt sich zutiefst, auf Tabasko geschossen zu haben. Wir sichern alle Ausrüstung und Paul zieht weiter, aber nicht ohne Standpauke meinerseits, warum er denn kein Armband zur Erkennung getragen habe und was ihn dazu bewogen hat, auf Tabasko zu schießen. „Na ja, der hat auf mich gezielt!“. Das ist immer so eine verflixte Sache mit dem Vertrauensvorschuss. Um auf etwas andere Gedanken zu kommen und noch etwas „Spaß“ zu haben, laden Charly und Tabasko für abends alle Interessierten zu einem Event ein. Es soll das Abschluss-Abschuss-Event werden, denn wir wissen, dass nun bald etwas Neues beginnt. Treffpunkt ist Prigorodki um 20 Uhr, sehr zu meinem Leidwesen. Während ich in der Umgebung noch einige Sachen zusammensuche, betritt ein unbekannter Überlebender das Camp. Blue übernimmt und redet mit ihm, allerdings ist der Fremde nur schwer zu verstehen und zieht bald wieder davon. Lediglich etwas Essen und Verbandszeug nimmt er sich. Ich komme gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie er in Richtung Elektrozavodsk den Gleisen folgt. Die Neugier packt mich und ich jage mir einen Adrenalin-Stick in meinen Oberschenkel. Dann sprinte ich los, aber ich schaffe es mit meinem Gepäck nicht, ihn einzuholen und auf Höhe der Brücke verliere ich ihn schließlich aus den Augen. Schade. Erst auf dem Rückweg zum Camp bemerke ich einen toten Mann unterhalb der Brücke. Das muss er sein! War es ein Versehen oder hat er sich absichtlich auf die Gleise geworfen? Ist er seinen Verletzungen erlegen? Wir werden es wohl nie erfahren und so beerdige ich ihn schweren Herzens. Schade, dass ich ihn nicht kennenlernen konnte. Dann ereilt mich erneut ein Funkspruch. Blue hat Zombiefleisch gegessen! Mir wird heiß und kalt und ich erstarre. Oh nein… wir alle wissen, was das bedeutet. Nun ist er unheilbar krank und wird nach und nach dem Wahnsinn verfallen. Der Arme Blue… Ich renne zurück zum Camp. Es muss doch ein Heilmittel geben! Aber da fällt mitten im Camp ein Schuss. Instinktiv nehme ich meine Erziehungs-Vaiga ™ in die Hand und frage, was los ist. Blue meint noch „das war ich“, da löst sich ein Schuss in seine Richtung. Blue geht zu Boden. Ich laufe zu Blues Körper und möchte ihn gerade wieder aufwecken und aus seiner Ohnmacht aufwecken, da merke ich, dass Blue sich nicht mehr regt. Um mich rum wird alles still. So still. Wie… wie kann das sein? Ich schaue auf meine Vaiga. Auf das Magazin. Nein, es waren alles hundertprozentig Gummigeschosse. Ich habe sie selbst am Vormittag noch kontrolliert, da Charly und Tabasko immer mal wieder im Spaß meinten, sie würden eines Tages meine Gummi-Munition gegen scharfe Munition austauschen. Und nun liegt der arme Blue regungslos vor mir. Als ich erkenne, was das bedeutet, lasse ich die Vaiga entsetzt fallen. Mit solch einem Ding möchte ich nichts zu tun haben! Heulend rüttle ich an Blue. „Nein, Blue! NICHT! WACH AUF!“, schreie ich und schüttele ihn, aber sein Körper verharrt in der unnatürlichen Pose. Ich kann mir nicht erklären, wie Blue an dem Geschoss sterben konnte. Hatte ihn die Krankheit bereits so geschwächt? Jemand versucht mich über Funk zu trösten. Blue sei ohnehin unheilbar krank gewesen und es sei besser so. Aber ich möchte davon nichts hören. Ich bin ein Mörder. Immer wieder heule ich „Blue… Blueee! Blueeee!“. Der Regen fällt unbarmherzig auf mich herab, aber es ist mir egal. Ich kann meinen Dienst so nicht fortsetzen. Wie durch einen Schleier bekomme ich mit, dass andere ins Lager kommen. Blues Leiche wird entsprechend beerdigt und alles zieht an mir wie durch einen Schleier vorbei. Samariter-Blau fährt mit Charly noch zu einem merkwürdigen Einsatz, denn er und Tabasko haben unterwegs auf dem Rückweg von Novidimitrovsk einen Fremden namens Sharpai aufgegriffen und ihn zum Camp gebracht. Er konnte zunächst gar nicht glauben, ein solches Bambi-Auffanglager zu finden und vor allem anderen Überlebenden zu begegnen, die ihn nicht gleich umbringen wollten. Er scheint zutiefst misstrauisch und zurückhaltend, aber auch sehr höflich. Jedenfalls wollten Charly und Samariter-Blau ihn nach Dolina fahren, wo ein Freund von ihm Hilfe benötigt. Allerdings verschwand er ganz plötzlich auf dem Weg aus dem Auto. Möglicherweise war es eine Falle, die er und sein Freund in Dolina aufgestellt hatten oder aber seine Angst wurde zu groß und das alles war ihm suspekt. Jedenfalls kommen die beiden unverrichteter Dinge zurück. Ich melde mich für den Abend ab und eröffne der Gruppe, dass ich nun etwas Zeit für mich benötige. Zeit, um über das Erlebte nachzudenken und mir wieder klar zu werden, wer ich eigentlich bin. Ich wandere allein nach Solnichniy, wo wohl alles seinen Anfang genommen hat. Irgendwo in der Ferne höre ich Schüsse aus der Richtung von Prigorodki. Die anderen haben vermutlich ihren Spaß. Ich durchstreife die Krankenstation und lege mein Tagebuch gemeinsam mit dem noch immer makellosen Helm auf einen Tisch und ziehe die rote Notarzt-Kleidung aus. Ich habe das Gefühl, sie nicht mehr verdient zu haben. Blues Blut klebt an ihr und ich beschließe wieder einige Zeit auf Wanderschaft zu gehen. Vielleicht wird man mir irgendwann verzeihen, vielleicht werde ich mir irgendwann verzeihen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Lebt wohl, meine Freunde. Ein anderer Samariter wird kommen und meine Arbeit fortsetzten. Hoffentlich wird er würdiger sein und ebenfalls ein Herz-aus-Gold haben. Der Traum muss weiterleben. Der Traum wird weiterleben.

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    19. Mai 2023 – Power and Chaos

    Heute gibt es wieder einiges zu berichten. Alni hat mir erzählt, dass er mit seinem Kumpel Mattes unterwegs war und sie sich in der Nähe von Shakhovka aufgehalten haben. Mitten im Feld haben sie gewartet, als plötzlich ein blaues Auto vorbeifuhr. Alni hat den Fahrer angesprochen und er hat die beiden nach einem kurzen Gespräch mitgenommen. Der Fremde, der sich als Durog vorstellte, scheint sehr nett zu sein. Ich frage mich, ob wir Kontakt zu ihm aufbauen können. Jedenfalls haben Alni und er sich gut verstanden, und Alni hat einige nützliche Tipps erhalten.

    Es gibt jedoch auch andere Neuigkeiten. In der letzten Nacht wurde die Chernogorsker Basis überfallen. Die Angreifer haben sie aufgesprengt und sogar Ravinis kleine Basis, in der er zur Untermiete wohnt, leergeräumt. Es tut mir leid für den armen Ravini. Er hat sich so viel Mühe gegeben und nun ist alles weg. Wo er momentan ist, wissen wir nicht. Vielleicht hat er sich einfach etwas zurückgezogen.

    Außerdem gibt es Berichte von Charly, Tabasko und Dani. Sie waren unterwegs von Novo zum Bambilager. Dani war zuvor in Chernogorsk unterwegs, während Charly und Tabasko einen LKW besorgt haben. Charly hat den LKW am sogenannten heiligen Manfred-Turm abgestellt und sich hingelegt. Kurz darauf kam Dani am Bambi-Auffanglager an und wurde plötzlich angeschossen. Opi war sofort zur Stelle und sah den Angreifer, als er gerade fliehen wollte. Er hat sofort ein paar Schüsse auf ihn abgegeben und somit einen unserer größten Feinde niedergestreckt. Vermutlich handelt es sich um den Scharfschützen, der uns in den letzten Tagen fast täglich belagert und dann immer wieder auf mysteriöse Weise verschwindet. Er hat sogar den Truck leergeräumt und Granaten darauf geworfen, obwohl er das ganze Zeug nicht haben wollte. Pure Zerstörungswut! Opi nennt ihn einen "kleinen toxischen Bastard" und vermutet, dass er einen großen Groll gegen uns hegt. Aber warum? Ich verstehe es einfach nicht. Was ist so falsch daran, ein Lager zu haben, in dem wir anderen Überlebenden helfen wollen? Oder hält er uns für die Gruppe mit den lilafarbenen Armbändern, weil sie uns unterstützen?

    Diese Frage wird mich noch eine Weile beschäftigen, denn kurz darauf wird Wolfgang von einem Überlebenden auf der Wiese angeschossen, und auch Tabasko, der ihm zur Hilfe eilen will, gerät unter Beschuss. Über Funk kann ich mithören, wie auf ein Bambi am Brunnen geschossen wird. Sind unsere Jungs wieder so weit gegangen, dass sie auf Unschuldige schießen? Es macht mich so krank! Sätze wie "Wenn wir ihn nicht erschießen, sind wir als Erstes dran" oder "Der gehörte bestimmt zu denen" sind für mich unerträglich. Klar, sie sind keine Samariter. Aber was ist aus unserem Lager geworden? Es wird ständig sabotiert, vandalisiert und von Scharfschützen belagert. Und natürlich passiert es, wie es passieren musste. Andi meldet sich über Funk bei mir. Wir haben ihn vor dem Mister-X-Event kennengelernt, als er mit seinen zwei Freunden am Camp vorbeigekommen ist. Sie sind alle drei sehr nette Leute, aber heute hat es ausgerechnet Florian erwischt. Er war als Unbekannter Spieler am Brunnen, angelockt durch die Schüsse. Florian und Andi melden sich nun auch über Funk. Es herrscht schon ein gewisses Chaos angesichts der vielen Gruppen, aber wir schaffen es zumindest, Florians Ausrüstung zu sichern. Schnell wird klar, dass wir heute mit mehreren Gegnern zu kämpfen haben, insgesamt etwa drei oder vier. Vielleicht auch mehr. Unsere Jungs nehmen die Gruppe ins Visier, und Andi unterstützt uns freundlicherweise tatkräftig. Er schafft es, zwei unserer Gegner auszuschalten, wird aber selbst Opfer von Schüssen. Genauso wie Wolfgang, der erneut angegriffen wird. Danach wird auch Tabasko getroffen, aber wir wissen nicht genau, von wem. Dani gerät ebenfalls unter Beschuss, doch Chewie schafft es, Gegner Nummer drei zu eliminieren. Schließlich erledigt Kanu ein verdächtiges Bambi, das sich bei den Leichen der anderen herumtrieb und nicht auf Ansprache reagierte. Eine schlechte Idee. Danach ist alles ruhig. Totenstill.

    Das Ergebnis? Überall sind Leichen. Leichen... und der Geruch von verbranntem Fleisch... Es ist schrecklich. Die Bilder lassen mich nicht los. Und gerade als ich anfange aufzuräumen, kommt ein Bambi mit erhobenen Händen ins Camp. Zum Glück schaffe ich es, die Jungs davon zu überzeugen, nicht einfach zu schießen. Vermutlich haben seine erhobenen Hände ihn heute gerettet. Er stellt sich uns als Custer vor. Anfangs bin ich skeptisch, ob er nicht zu der Gruppe gehört, die uns gerade überfallen hat, aber er verhält sich freundlich und unsere Gegenseitigen Vertrauensproben bestehen wir gegenseitig. Außerdem nimmt er am Funkkanal teil. Also wird er von uns mit Ausrüstung versorgt. Am Ende bekommt Florian seine Sachen zurück. Immerhin etwas. Doch diese Aktion zeigt mir deutlich, dass wir dringend einen Plan für solche Situationen benötigen. Aber wie sollen wir das bewerkstelligen, mit so vielen Gruppen und Fraktionen? Trotzdem bin ich dankbar, dass die Jungs uns heute so energisch verteidigt haben. Vielleicht haben wir uns nun ein paar Tage Ruhe erkämpft.

    Nachdem alle Leichen begraben wurden, albern die ersten auch schon wieder herum. Auch Jammet gesellt sich zu uns. Nach ungefähr einer Stunde herrscht bereits wieder eine lockere Atmosphäre. Wir passen uns an und feiern unseren Sieg. Zumindest für den Moment. Ich hoffe auf bessere Zeiten und darauf, dass wir uns wieder auf das konzentrieren können, was wirklich wichtig ist: Anderen zu helfen, nicht uns ständig verteidigen zu müssen.

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    Moin, ich persönlich könnte 1st Person garnicht spielen,

    da ich an dieser motion sickness wie man sagt eingehen würde.

    20 min maximal dann muss ich mich hinlegen. [sick]

    Habe diese Probleme leider auch bei jedem anderen Spiel was in 1st Person läuft ;(

    Ich fühle, wie gesagt, mit dir... Vielelicht sollten wir mal eine Selbsthilfegruppe Gründen? :D

    Gestern habe ich spaßeshalber mal beim Abschluss-Abschuss-PvP-Event auf dem Vanilla einige Zeit in first-person Perspektive gespielt. Die Einstellung mit dem Head Bobbing hatte ich da noch nicht geändert, aber vielen Dank für den Hinweis, Melo! Das werde ich natürlich noch probieren.

    In einigen Situationen fand ich die Perspektive auch tatsächlich besser, aber ich blieb dann doch oft an einem Ort und habe festgestellt, dass ich mich generell weniger bewegt habe. Eben weil mir schnell übel wurde. Wobei ich ja auch nicht aktiv PvP betrieben habe. Der Weg von Pavlovo zum Camp ohne erschossen zu werden, war schon eine Herausforderung XD

    Es ist nicht nur ein Schwindel, sondern wirklich eine Übelkeit vom Magen her. Ganz komisch, da mir im echten Leben Autofahren und auch viele Achterbahnen nichts ausmachen. Aber jeder ist da wohl anders und es betrifft ja nicht nur DayZ als Spiel. Leider... Vielleicht ist es eine Gewohnungssache, aber momentan bin ich unter diesem Aspekt noch froh über die Perspektive in der dritten Person.

    Meine Frage in die Runde wäre jetzt: Was ist denn jetzt mit diesem 28 DayZ later Server? Ist er momentan aktiv, solange keine OneLife-Session läuft oder woher genau rührte das? Ein paar Informationen zum Sinn und Zweck fänd ich mal ganz spannend :)

    Wer heute Abend Lust hat:
    Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe laden die Novo/Cherno-Gruppe und ein paar Freunde und Bekannte am Sonntag, den 21.05.2023 ab 20 Uhr auf dem Vanilla Server beim "Heiligen Manfred" zu einem Abschluss "Shoot out!" ein.
    Ein letztes Mal lassen die Jungs es krachen. Der "Heilige Manfred" ist der große Turm am Bambi-Auffanglager in Prigorodki. Also an alle Bambis und solche, die es nicht werden wollen: Heute Abend wird dort scharf geschossen. Seid vorsichtig... ;)

    PS: Waffen sollten selbst mitgebracht oder anderen Spielern abgenommen werden. Es sei denn Charly stellt doch noch ein paar Fässer und Kisten auf. Keine Ahnung, was die Jungs da vor haben XD

    18. Mai 2023 - Turmbau

    Heute ist ein seltsamer Tag. Über Nacht steht plötzlich ein riesiger Turm beim Brunnen im Camp! Er ist mindestens 17 Stockwerke hoch, massiv aus Holz und mit vielen Treppen und einem Tor unten. Ich frage mich, wer ihn gebaut hat. Warum entsteht so etwas über Nacht? Ist es eine Art Statement? Oder soll es uns schützen? Ich kann es nicht verstehen. Es wirkt einerseits wie eine Kampfansage, und ich mache mir Sorgen, dass unser Camp dadurch noch stärker bedroht wird. Wie es sich herausstellt, waren es wohl wirklich unsere Jungs. Also die Gruppe um Charly, Tabasko und viele mehr. Nun, jetzt steht er jedenfalls da und ich beschließe, den Unterstand am Brunnen etwas zu versetzen, damit er nicht mit dem Tor des Turns ins Gehege kommt.

    Heute ist auch ein neuer Samariter in blauer Uniform in Staroye aufgetaucht. Ich nenne ihn Joe. Er ist ein stämmiger Kerl und muss sich nun erstmal zurechtfinden und seinen Platz finden. Es ist keine leichte Aufgabe, hier zu überleben und sich durchzuschlagen.

    Am Abend treffe ich Kanu, Jammet, Tabasko, Shizo und unseren Gast Tobi am Bambi-Auffanglager. Tobi erzählt von seiner Zeit beim CRK, dem Chernarus Roten Kreuz. Eigentlich wollte er nach Deer Isle und dort aushelfen, aber dann hatte er sich doch entschieden, einmal bei uns vorbeizuschauen. Die Leute vom CRK sind also gewissermaßen unsere Kollegen, und er teilt viele Informationen über ihre Arbeit mit uns. Auch sie hatten mit Problemen durch Überlebende zu kämpfen, die ihre Lager plündern wollten. Aber da die Gemeinschaft die Arbeit des CRK sehr schätzt, haben sie viele Freunde, die im Ernstfall helfend eingreifen. Er berichtet von einem Vorkommnis, als eine ganze Familie es auf ihre Güter abgesehen hatte und dann die großen Fraktionen gemeinsam den Kampf gegen sie aufnahmen. Ich bin zwar absolut kein Freund von Gewalt, aber ich finde es enorm beeindruckend, wenn eine Gemeinschaft sich zusammenschließt und sich für eine gute Sache einsetzt. Vielleicht ist der Turm der Jungs ja auch so ein Statement. So sagen sie auf ihre Art und Weise, dass sie hinter uns und unserer Sache stehen. Die Jungs nennen das Bauwerk übrigens „den heiligen Manfred“. Whatever…

    Gemeinsam fahren wir nach Solnichniy und besorgen statten dort das Zelt mit neuer Nahrung und Kleidung aus. Zum Ausklang des Tages gehen wir zurück in Prigorodki noch jagen. Es macht Spaß und die Stimmung ist seit Langem endlich mal wieder unbesorgt. Zum Glück gibt es trotz meiner Warnungen keine weiteren Vorkommnisse bezüglich des Snipers. Hoffentlich bleibt es so.


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    17. Mai 2023 - Rückschläge

    Es ist unfassbar. Ein weiterer Samariter in Blau wurde heute in Staroye erschossen. Die Nachricht traf uns wie ein Schock. Er war ein wertvolles Mitglied unseres Teams und wir werden ihn schmerzlich vermissen. Wenn ich alles richtig verstanden habe, hatte er sich vor knapp 12 Zombies in die Polizeistation gerettet, um sich dort zu verbinden. Zuvor hatte er die Station durchsucht und alles war sicher. Aber als er sich dann um seine Wunden kümmern wollte, brach der Funkkontakt ab. Ein Rettungsteam konnte lediglich einen Rucksack und seinen Speer sichern. Möge er in Frieden ruhen.

    Die Situation hier ist weiterhin chaotisch. Ich habe nach langem Fußmarsch Die Kisten und der Unterstand wurden erneut zerstört. Es scheint, als ob wir nie zur Ruhe kommen werden. Doch ich lasse mich nicht entmutigen. Ich begebe mich auf die Suche nach Leder, um neue Reparaturen vorzunehmen und die Basis wieder aufzubauen.

    Nach einiger Zeit harter Arbeit gelingt es mir, alles wieder aufzubauen. Das Zelt ist gefüllt mit Feuerwehrausrüstung, die ich in Elektro gefunden habe. Es ist beruhigend zu wissen, dass wir im Ernstfall gut gerüstet sind. Leider musste ich feststellen, dass die Basis von Bubi zerlegt wurde. Es ist nur noch eine Kiste und ein kaputter Zaun übrig. Ich frage mich, wer dahintersteckt und was ihr Motiv ist. Aber ich werde nicht aufgeben. Wir werden uns von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen.

    Es ist wichtig, dass wir als Team zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen. Die Zeiten sind hart, doch wir werden diese Prüfung überstehen. Ich werde das Tagebuch weiterführen, um unsere Erfahrungen festzuhalten und aus ihnen zu lernen. Es ist ein kleiner Akt der Normalität in einer Welt voller Unsicherheit und Gefahren.

    Möge Samariter Blau in Frieden ruhen. Wir werden seinen Mut und seine Hingabe niemals vergessen.

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    16. Mai 2023 - Ausflug

    Am nächsten Morgen kontrolliere ich noch vorsichtiger das Lager als sonst. Jeden Baum und Strauch suche ich ab, schaue mehrmals auf den Berg und den Rohbau, ehe ich das Lager betrete. Alles ist ruhig. Ich drehe eine Runde am Containerhaften, um neue Rucksäcke zu besorgen. Als ich ans Lager zurückkomme, sehe ich einen fremden Überlebenden. Meine Hände spannen sich um meine Waffe, aber ich lasse locker. Nein, dieser Überlebende hat mir nichts getan. Ich bin hier um zu helfen. Also gehe ich langsam auf ihn zu und grüße freundlich. Erst jetzt fällt mir auf, welchen schrecklichen Fehler ich begangen hätte, wenn ich zuerst abgedrückt hätte. Bei dem Fremden handelt es sich um keinen Geringeren als unseren Bubi! Ich bin froh, dass es ihm offenkundig gut zu gehen scheint. Gemeinsam ziehen wir uns ins Koch-Haus zurück und essen etwas. Er berichtet mir, dass er bei einem Militär-Konvoi ziemliche viele Waffen gefunden hat und zeigt mir stolz seine ganzen Knarren. Auch Munition hat er für die meisten. Allerdings fragt er auch, ob wir schon darüber Bescheid wissen, dass unser Camp geplündert wurde. Ich muss lachen. Natürlich. Das war ja nicht zu übersehen. Ich kontere, dass wir auch mitbekommen haben, dass seine Scheune leider kaputt ist. Er nickt. Jemand hat sich wohl den Weg freigesprengt und dabei ein Zelt zerstört sowie das Partyzelt und sämtliche Sachen in seiner kleinen Scheune gestohlen. Auch der Fahnenmast und die Fahne sind verschwunden. Ich drücke ihm mein Beileid aus. Ich kann gut nachfühlen, wie es ihm gerade geht. Aber davon lässt er sich nicht beirren. Er hat vor, weiter in Richtung Westen zu gehen. Eventuell zur Gefängnisinsel oder nach Balota. Ich bitte ihn, vorsichtig zu sein und rate ihm, nicht alle seine neuen Waffen „am Mann“ zu tragen. Ob er sich daran hält? Wir werden sehen. Wir verabschieden uns und ich bleibe allein zurück. Da ich momentan nicht viel tun kann, beschließe ich quasi meine Wunden von gestern zu lecken – im übertragenen Sinne – und ruhe mich für den Abend noch etwas aus. Kanu wollte mit Hikaru, Jammet und Blue gemeinsam vom Lager aufbrechen und eine kleine Reise unternehmen und auch ich wollte sie begleiten. Ein kleiner Abstand von dem Sniper hier wird uns allen sicher ganz guttun.

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    Abends treffen wir uns dann alle am Camp. Jammet, Hikaru, Blue, Kanu, Shizo und ich. Auch Wolfgang ist per Funk dabei, aber er geht seiner eigenen Wege. Das ist in Ordnung, ich denke er braucht das ab und an einfach. Ich lasse meine rote Samariterkleidung zurück, um möglichst wenig Aufsehen zu erregen. Gemeinsam suchen wir uns unseren Weg durch Cherno, vorbei an der Feuerwehr und statten nach einem Streifzug über Balota unserem lieben alten „Onkel Boris“ einen Besuch ab. Vor Jahren haben Jammet und Kanu diese riesengroße Statue im Wald gefunden und sie liebevoll nur „Onkel Boris“ genannt. Jammet und Kanu schwelgen in alten Erinnerungen. Hier war es, wo Opi die Gruppe das erste mal „getroffen“ hat, im wahrsten Sinne des Wortes. Es gab ein Feuergefecht, aber am Ende entstand daraus eine jahrelange Kameradschaft. Romantisch. Irgendwie… aber ich wäre trotzdem froh, wenn nicht jede Beziehung hier in Chernarus mit einem Feuergefecht starten müsste. Da es stark zu regnen anfängt, verbringen wir die Nacht in einem leerstehenden Haus vor dem Kamin, ehe es dann am Morgen weitergeht. Unterwegs sehen wir, wie ein Helikopter abstürzt und gemeinsam mit Blue und Shizo rennen wir vor, um die Gegend auszukundschaften. Ich entdecke einen großen Rucksack im Wrack, aber außer einem Zombie sind keine Überlebenden zu sehen. Wir ziehen weiter in Richtung Pavlovo. Von einem Berg aus haben wir noch einen wunderschönen Ausblick auf die Gefängnisinsel und besuchen das Grab des anonymen Krieges. In Pavlovo selbst hat Blue hat das zweifelhafte Vergnügen, die Gas-Zone auszukundschaften. Mit der richtigen Ausrüstung, versteht sich. 😉 So wie ich das sehe, schlägt er sich gut. Am Ende kann auch Shizo noch eine Runde dort drehen und wir schlagen unser Lager auf. Ich beschließe jedoch, wieder zum Camp zurückzugehen. Laut Wolfgang war der Sniper wohl da, hat aber keine Kundschaft bekommen. Das Gesicht hätte ich zu gerne gesehen 😉 Ich beschließe, die Nacht im Freien zu verbringen und morgen dann bei Tagesanbruch ins Camp zurückzukehren. Sicher ist sicher.


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    Das ist ja wirklich eine spannende Diskussion hier und ich finde es toll, dass sie wirklich sachlich geführt wird, sofern das eben möglich ist. Mir ist bei alle dem natürlich klar, dass diese Frage auch letzten Endes eine Frage der persönlichen Präferenz und natürlich auch eine Frage der Vorerfahrungen (welche Spiele spiele ich sonst, warum spiele ich DayZ, wie spiele ich DayZ...) ist.

    Es stimmt schon, dass aktuell auf dem Vanilla-Server mehr zuwachs ist und das freut mich persönlich total!

    Ich versuche auch immer wieder neue Spieler anzusprechen und etwas Werbung für die Community und das Forum hier zu machen, denn ich bin der festen Überzeugung, dass eben das auch eine große Stärke "unseres" Vanilla-Servers im Vergleich zu anderen da draußen ist. Hier gibt's halt wirklich eine große und vor allem auch eine nette Community, in der es Spaß macht, sich zu beteiligen. Und wenn dann jemandem auf dem Vanilla langweilig wird, empfehlen wir natürlich den Survival Server. :D

    Allerdings müssen wir schauen, wie sich das weiterhin - vor allem nach dem Wipe - alles entwickelt. Ich für meinen Teil versuche gerade quasi auf dem Vanilla Server Gelegenheitsspieler hier auf die Community hinzuweisen. Und ich bin überrascht, wie viele gar nicht mitbekommen, dass es eben so eine Community gibt. Von daher zeigt mir das schon, dass das ein guter Weg zum langfristigen Erhalt der Community als Ganzes ist. Aber ich schweife ab, man möge es mir verzeihen.


    Worauf ich eigentlich hinaus möchte...mir stellt sich die Frage: Der Vanilla zieht ja sehr sehr viele von außerhalb an. Ist da die Umfrage hier im Forum wirklich aussagekräftig für die Vanilla-Spieler? Daher habe ich mal die Leute, die ich so getroffen habe angeschrieben und gebeten, sich hier auch mal zu melden. Und gerade in unserem Sprachkanal entbrannte auch schon eine heiße Diskussion darüber. Also auch bei "uns" auf dem Vanilla gibt es unterschiedliche Lager. Wobei da natürlich auch einige inzwischen auf dem Survival spielen. Das ist genau das, was Noach ja bereits geschrieben hatte.

    Egal, wie die ganze Sache ausgeht, ich fände es schade, wenn der Vanilla-Server als "Testballon" genutzt werden würde, denn das hat immer so ein - wir sagen hier "Geschmäckle". Aber ich kann gut nachvollziehen, dass man das Argument "die Spielerzahlen sinken dann" auf den Prüfstand stellen möchte mit möglichst wenig Risiko. Die Frage ist halt dabei nur, ist das dann aussagekräftig für die Community (Tm)?

    Ich kann es nochmals betonen, für mich ist es dort gut so, wie es jetzt ist. Auch wenn ich es hasse, dass sich da täglich ein paar Sniper verstecken und einfach Leute bei uns abfarmen. Das wäre mit der First-Person-Perspektive natürlich ein Problem weniger und "die" müssten halt auch vorsichtiger werden. Allerdings ist es halt auch so, dass ich die First-Person gesundheitlich schwer aushalte. Wie weit ich da bereit bin zu gehen, weiß ich nicht. Daher habe ich um die reinen First-Person-Server bisher immer einen Bogen gemacht. Aber ich bin nur ein Spieler unter vielen und am Ende entscheiden ohnehin die Teammitglieder. Aber ich möchte an der Stelle nochmals betonen, dass ich es toll finde, dass solche Diskussionen auch möglich sind. Das zeigt, dass GermanDayZ eine aktive Community ist und genau das suchen derzeit viele im Bereich DayZ. :)

    Edit: Unglückliche Formulierung etwas überarbeitet. Ich hoffe, ich trete so in kein Fettnäpfchen ;)

    Danke für eure Antworten. Wie geschrieben, denke ich mir das bereits, aber ich hätte es gerne von offizieller Stelle bestätigt, um nichts Falsches zu sagen :)

    Also warte ich brav, bis sich jemand aus dem Team hier meldet. :)

    Eine kurze Frage an unsere Admins:
    Ich weiß nicht, ob es schon entschieden ist, aber ich wurde in letzter Zeit öfter auf dem Server danach gefragt, ob der Wipe den Vanilla-Server auch betrifft. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass nach dem Update auch der Wipe für den Vanilla gilt und wir dann quasi am Dienstag/Mittwoch neu anfangen.

    Stimmt das soweit, was ich da erzähle? Möchte ja keinen Murks sagen und es wäre schön, wenn einer vom Admin-Team das bestätigen oder dementieren könnte ;)

    15. Mai 2023 – Hass-Spirale

    Der heutige Tag beginnt, wie erhofft. Das Wetter ist ordentlich und ich kann endlich weiter am Bambi-Auffanglager die Aufbauarbeiten vorantreiben. Auch Ravini kommt vorbei und packt mit an. Sehr nett von ihm! Ich hoffe, er bereut seinen Entschluss nicht und kommt durch unseren mysteriäsen Saboteur oder Scharfschützen nicht wieder in Gefahr. Aber alles bleibt ruhig und schließlich möchte Ravini weiterziehen. Über Funk meldet er sich schließlich. Er habe gerade einen Überlebenden „getroffen.“ Ganz in der Nähe, zwischen Prigorodki und Cherno im Waldstück. Ich frage nach und es stellt sich heraus, dass Ravini dieses Mal beschlossen hat, zuerst zu schießen und dann Fragen zu stellen. Nur in diesem Punkt war dann keiner mehr da, den er befragen konnte. Ich traue meinen Ohren nicht… Haben die Vorfälle am Camp so derartig düstere Früchte getragen, dass nun auf jeden geschossen wird? Ich verurteile die Tat zutiefst, aber ich kann verstehen, was Ravini dazu bewogen hat. Nachdem in der letzten Zeit so viel auf ihn geschossen wurde… aber man muss doch diese Hass-Spirale irgendwie durchbrechen können. Es ist ja nicht nur Ravini. Am Camp sind alle momentan etwas angespannt seit sich diese fremde Gruppe zu Erkennen gegeben hat. Wobei ich inzwischen nicht mehr glaube, dass sie allein handelt. Hier haben eindeutig mehrere ihre Finger im Spiel und wir bieten leider ein perfektes Ziel für ihren Machthunger und ihre Zerstörungswut.

    Ich beschließe für den fremden Überlebenden das Einzige zu tun, das ich noch tun kann. Ich lasse mir von Ravini den Weg beschreiben, aber da ich etwas unfähig bin, muss er mich doch abholen und mir die Stelle zeigen. Ich sichere die ganzen Dinge in einem Rucksack. Vermutlich war es ein Einzelgänger auf Wanderschaft. Natürlich hatte er auch die eine oder andere Waffe dabei, aber eine Angel, ein Fischfilet, eine Wanderkarte, ein Kompass… all das spricht da eine andere Sprache. Es tut mir sehr leid um den Gefallenen und ich beerdige die Überreste, ehe ich die Sachen zum Lager schaffe. Ravini beschließt etwas über das Camp zu wachen. Ich lagere den Rucksack im Koch-Haus zwischen und gehe meiner Arbeit nach. Wieder etwas die Umgebung erkunden und nach Vorräten suchen. Das Camp braucht neue Nahrung. Unterdessen kümmert sich ein neuer Verbündeter um das Camp. Er möchte, dass ich seinen Namen hier nicht nenne, aber er stellt sich als Lockvogel für den Sniper zur Verfügung. In Grün gekleidet und ohne viel Brauchbares bei sich zu haben, geht er ins Camp. Ravini meldet über Funk, dass er zwei Spieler im Camp sieht. Mir ist sofort klar, was das bedeutet und unser Freund versucht auch den anderen Spieler auszumachen, aber da ist es schon zu spät. Ein lautloser Schuss trifft ihn und er sackt leblos vor dem Blockhaus neben dem Koch-Haus zusammen. Ravini bekommt alles von seinem Aussichtspunkt aus mit und ich beiße die Zähne zusammen. Verdammt! Der Sniper hat wohl wieder einen erwischt, aber nun wissen wir, dass er im Lager ist. Mein Freund Cyfox scannt das Lager ab, aber es scheint, als habe sich der Schütze wieder einmal in Luft aufgelöst. Elender Feigling, aber das war zu erwarten. Mehr als heimtückisch schießen und sofort auf unlautere Art und Weise zu verschwinden, kann er nicht. Eventuell natürlich auch unbewachte Camps ausräumen, aber das wird noch zu prüfen sein. Cyfox meldet, dass er unseren Freund begraben und seine Ausrüstung gesichert habe. Viel war es nicht. Das Camp scheint wieder ruhig zu sein. Außerdem erhalte ich einen weiteren Funkspruch. Clas hat sich gemeldet und der Gruppe vorgestellt. Er funkt ab jetzt auch auf unserer Frequenz und ich biete ihm den Rucksack an, den ich zuvor von dem toten Überlebenden gesichert habe. Clas hat ihn wohl gut gekannt, aber er ist nicht böse auf uns, sondern ist dankbar, dass ich zumindest seine Sache gesichert und seinem Freund eine angemessene Beerdigung gegeben habe. Ich laufe also, nachdem ich die Sachen vom Camp geholt habe los und versuche Clas in Cherno bei der Tankstelle zu treffen. Dort angekommen nimmt er alles dankbar an sich und ich biete ihm an, mich zum Camp zu begleiten. Allerdings warne ich ihn auch gleich vor, dass es derzeit dort hochgradig gefährlich ist. Trotz der Warnung beschließt er, mir zu folgen und gemeinsam setzen wir unseren Weg fort. Cyfox hat sich wieder in seine Schatten zurückgezogen und ich zeige Clas das verlassene Camp. Wolfgang stößt mit Charly zur Gruppe, aber sie sind noch etwas weiter weg. Als ich Clas das Koch-Haus zeigen möchte, stehen wir plötzlich einem in Grün gekleideten Fremden gegenüber. Ich frage auf Deutsch und Englisch, wer er ist. Aber es kommt keine Antwort, außer eine grüßende Geste und ein typischer Q/E-Tanz. Etwas seltsam anmutend… schützend halte ich mir meine Fäuste vors Gesicht, denn es kam einfach zu oft vor, dass ich angegriffen worden bin. „Der gefällt mir nicht…“ geht es mir noch durch den Kopf, als er schweigen an mir vorbeirennen möchte. Nochmals hebt er die Hand zum Gruß. Auf meine erneute Frage, ob er denn reden könne, kommt keine Antwort. Nur eine Geste, die wie ein Kopfschütteln interpretiert werden könnte. Nein, der gefällt mir wirklich ganz und gar nicht. Charly gibt durch, dass er unterwegs sei, da bricht der Fremde an mir vorbei ins Nebenzimmer. Clas hinter mir hebt warnend sein Gewehr, doch ich merke zu spät, was gerade vorgeht. Als der Fremde wieder durch den Türbogen läuft, hält er eine M4 im Arm und hält voll drauf. Getroffen gehe ich zu Boden, dann wird alles um mich herum Schwarz.

    Ich erwache auf einem Bett. Es muss das Bett im Haus neben dem Koch-Haus sein. Schmatzgeräusche lassen mich aufschrecken. Richtig… ich hatte mich hierher nach dem heimtückischen Angriff gerettet. Clas… oh nein! Hat es ihn erwischt? Schnell gebe ich per Funk durch, dass ich die Positionen der einzelnen benötige. Clas erklärt kurz, was passiert ist. Nachdem ich einige Zeit bewusstlos war, hat er sich, mehr tot als lebendig, zum Brunnen geschleppt. Dort traf er dann auf ein Bambi, mit dem er versuchte in Kontakt zu treten. „Yo yo yo, friendly!, grüßte das Bambi und Clas erwiderte: „Ja, bin auch friendly.“ „I’m friendly, man.“, kam es dann wieder von dem einen. „Yeah, I’m too. Did you see anyone around? Because I was killed here, lately“, fragte Clas ihn nach dem Schützen. „Yes, I’ve seen someone at Balota. I almost got killed there.“, erklärte das Bambi am Brunnen. Das kann nun stimmen oder auch nicht. Aber mir kommt das alles sehr suspekt vor und auch Clas hat so im Nachhinein seine Zweifel. Der Schock mit dem Schützen sitzt bei uns allen noch tief, aber Clas bleibt bei all dem erstaunlich ruhig und gelassen. „Okay.“, bestätigte er nach seiner Aussage dem Bambi noch kurz. Dann ging der Fremde wieder und ein anderer Überlebender kam an den Brunnen. Auch diesen versuchte er anzusprechen. Allerdings kam nur ein „Shit, man!“ von ihm und die beiden schlugen ihn kampfunfähig. Sehr feige Aktion! Leider bin ich selbst mehr tot als lebendig und kann so hilflos am Boden liegend nichts für ihn tun. Allerdings meldet sich Cyfox nun per Funk. Er zieht sich in einer Hütte zurück und hält sich in einer Ecke versteckt. Seine Ruhe wird belohnt, denn vor ihm taucht einer der beiden Bambis auf. Vielleicht ist es die Tatsache, dass ich im Sterben liege, vielleicht ein Fieberschub, aber mir kommt es so vor, als würde ich durch Cyfox‘ Augen alles mitansehen. Das Verräterische Essgeräusch des Fremden dringt an mein Ohr. Er scheint ihn nichts zu sehen, nichts zu ahnen. Behalt bloß die Nerven! Mit einer stoischen Geduld nehme ich die USG-45 in meine Hand. Erbarmungslos und kalt. Mein Gegenüber ahnt noch immer nichts, kniet ahnungslos kauend vor mir auf dem Boden. Ich hole tief Luft. „Für Clas und Herz!“, brülle ich und drücke ab. 7 Schüsse, dann ist es ruhig. Mein Gegenüber sinkt leblos zu Boden. Cyfox hat ihn erwischt. „Hab einen! Blockhaus, hab einen.“ ist über Funk zu hören. Charly ist überrascht: „Echt?“ Aber ich weiß, dass die Gefahr noch nicht gebannt ist. Es waren mindestens zwei und der am Boden sieht nicht nach dem Schützen mit der M4 aus. Daher bleibt Cyfox in seiner versteckten Position und wartet geduldig auf den Freund, der bestimmt gleich kommen wird. Allerdings machen ihm da ein paar Zombies einen Strich durch die Rechnung, die durch die Schüsse aufgeschreckt wurden. Leise und geduckt schleicht sich Cyfox zur Tür und schließt diese. Zurück ins Versteck. Schritte. Die Tür öffnet sich. Der Fremde tritt ein und zielt. Cyfox zielt ebenfalls auf den Kopf, oder besser gesagt auf das Gesicht. Auf dem Kopf trägt er den funkelnden blauen UN-Helm. Meinen Helm! Meinen Helm, der mich und die Samariter vor mir so makellos begleitet hat. Der Fremde schießt, trifft aber nicht. Dafür durchsieben Cyfox‘ Kugeln ihn unbarmherzig. In der Ecke des Hauses geht er hinter einem Schrank stöhnend zu Boden. „Down, hab ihn!“, gibt unser Mann durch. Wieder scheint es mir, als würde ich alles miterleben. Wie noch einen Zombie erschießt und die Tür zuschmettert. Wie der dann zu dem Überlebenden läuft und merkt, dass der Fremde noch atmet. Wie er panisch nach etwas zum Fesseln sucht, aber nichts findet. Wie der Fremde wieder aufwacht und nach seiner Schrotflinte greift. Wie Cyfox schnell abdrückt, allerdings keine Kugeln mehr im Magazin hat. Wie er dann um den am Boden Liegenden herumtanzt, zum Speer greift und ihm dann den Rest gibt. Trauer durchfließt mich, kein Stolz. Auch Cyfox nicht, aber es war das Einzige, was er tun konnte. Immerhin haben die beiden aller Wahrscheinlichkeit Clas angegriffen. Charly feiert den Erfolg, aber erleichtert sind wir noch nicht. Beunruhigend ist, dass auch dieser Fremde keine M4 bei sich hatte, also müssen es mindestens drei gewesen sein. Cyfox sichert alles, was zu sichern ist. Um mich rum wird alles Schwarz.

    Ich wache auf in der Nähe von Solnichniy. Ist das ein Traum? Ich prüfe das Lager und durchstreife die Krankenstation. Ein toter Zombie. Hier muss jemand vor Kurzem gewesen sein. Vorsichtig gehe ich zum Brunnen. Wenn das hier ein Traum ist, dann müsste ich doch aufwachen, wenn die Zombies mich erledigen, oder? Ich gehe auf die Straße und lasse auf mich einprügeln, ohne mich zur Wehr zu setzen. Na los, ihr Bestien! Zeigt, was ihr drauf habt. Die Schläge fühlen sich verdammt realistisch an. Aber ich bleibe gefasst stehen, plötzlich kommt ein Überlebender in einer gelben Daunenjacke vorbei und schlägt auf den Zombie ein. Der möchte mir helfen! Wie süß… ich beschließe, doch noch nicht aufwachen zu wollen und klammere mich mit aller Kraft an dieses seltsame Leben. Ich bedanke mich bei dem Fremden. Er stellt sich als Shizo vor und er war sogar auf der Suche nach mir. Naja… was heißt „nach mir“. Er wollte das Bambi-Auffanglager bei uns besuchen und hatte gehofft, dort jemandem zu begegnen. Wie eigenartig, dass wir uns nun ausgerechnet hier über den Weg laufen. Ich zeige ihm das Camp in Solnichniy und biete ihm ein paar Dinge an. Ja, dieses Camp lohnt sich definitiv. Hier sollten wir mehr Zeit investieren. Nach einem kurzen Gespräch verabschieden wir uns und ich beschließe, mich allein zurück auf den Weg nach Prigorodki zu machen.

    Am Camp passen unterdessen Wolfgang, Charly, Jammet und Clas auf alles auf. Die Fremden wurden gelootet und im Rohbau hat Charly noch den Schweinehund erwischt, der mit seiner M4 voll auf uns draufgehalten hatte. Ende gut, alles gut? Wer weiß. Diese drei gehörten jedenfalls nicht zu dem Sniper und auch nicht zu der Gruppe, die täglich unser Camp zerlegt. Eine neue Bedrohung schleicht sich an uns heran. Als hätten wir nicht schon genug zu tun…

    Völlig erschöpft und entkräftet komme ich am Abend dann am Lager an, nehme mir meine Sachen, inklusive dem noch immer makellosen blauen Helm (das grenzt wirklich an einem Wunder) und lege mich erschöpft nach einem reichhaltigen Abendessen ins Bett.

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