💛 Herzenssache – Berichte aus 1.29/2

  • Montag, 14.09.2026 – Tag 032 - Wenn Kontrolle ihren Preis bekommt

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    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, an denen man sich fragt, ob unser Chernarus einem absichtlich RĂ€tsel vor die FĂŒĂŸe wirft. Nicht die großen RĂ€tsel ĂŒber Leben, Tod und Menschlichkeit. Ich meine die Sorte, bei der jemand erschossen wird, das Auto verschwindet und wenig spĂ€ter ausgerechnet vor der eigenen HaustĂŒr wieder auftaucht.

    Fast vollstÀndig.

    Als hÀtte jemand sagen wollen: Es ging nie um deine Sachen.

    Und wĂ€hrend Cypress versuchte herauszufinden, wer ihm damit welche Botschaft schicken wollte, tauchte andernorts eine ganz andere Art von Botschaft auf. Schwarz auf weiß. Offiziell. I.K.E.A. hatte ihr Konzept ĂŒberarbeitet und erklĂ€rte unser Chernarus kĂŒnftig nicht nur beobachten und kontrollieren, sondern bestimmte Leistungen gegen Bezahlung anbieten zu wollen. Frei nach dem Motto: „Kontrolle hat ihren Preis.“ In gewisser Weise ein Paradigmenwechsel, wenn man so wollte.

    Nun ja.

    FĂŒr mich klang das auf den ersten Blick nicht so positiv.

    Aber alles der Reihe nach.

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    🚗 Ein roter Sarka auf Abwegen

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    Cypress war mit seinem roten Sarka unterwegs und passierte den Leuchtturm beim ehemaligen @Crippsy77-Tower, als er einen Unfall hatte. Nichts Ungewöhnliches eigentlich. Wir befinden uns schließlich in Chernarus und Autos haben hier bekanntlich manchmal ein Eigenleben.

    Er bekam den Wagen wieder unter Kontrolle und wollte gerade weiterfahren, als plötzlich auf ihn geschossen wurde.

    Cypress lenkte ein, hielt an und stieg aus.

    Und wurde augenblicklich erschossen.

    Pinky und The_GraveDigger machten sich sofort auf den Weg zur UnglĂŒcksstelle, aber als sie dort eintrafen, war vom TĂ€ter keine Spur mehr zu sehen. Der rote Sarka war ebenfalls verschwunden. Cypress' Leiche lag noch dort, doch einige Dinge fehlten: Seine Plattenweste, Waffen, weitere AusrĂŒstung.

    Alles deutete zunĂ€chst auf das hin, was man leider erwarten wĂŒrde: Jemand hatte ihn abgepasst, erschossen, geplĂŒndert und war mit dem Auto verschwunden.

    Cypress war entsprechend begeistert. Nicht.

    Also ungefÀhr so begeistert, wie man eben ist, wenn man gerade erschossen und seines Autos beraubt worden ist. Ich kannte das...
    Er machte sich schließlich zurĂŒck auf den Weg zu seiner Behausung.

    Und dort wurde die Geschichte eigenartig.

    Denn vor seinen Toren stand sein roter Sarka. Einfach so. ZurĂŒckgebracht.

    Bis auf seine VS89 schien sogar noch fast alles vorhanden zu sein. Selbst sein NachtsichtgerÀt lag im Kofferraum.

    Ich musste die Sache mehrfach im Kopf durchgehen. Jemand erschießt ihn, nimmt den Wagen mit, fĂ€hrt damit offenbar zu seiner Basis und stellt ihn dort wieder ab. Hochwertige AusrĂŒstung bleibt zurĂŒck. Wenn es nur um Beute gegangen wĂ€re, ergab das wenig Sinn.

    Also worum ging es?

    Eine Botschaft? Eine Warnung? Eine Rechnung aus irgendeiner Vergangenheit, von der ich nichts wusste? Aber ich ahnte etwas.

    Cypress selbst schien ebenfalls eine Ahnung zu haben. Mehr sagte er zunÀchst nicht. Vielleicht werden wir bald erfahren, was hinter der Sache steckte.

    Bis dahin bleibt nur dieses merkwĂŒrdige Bild eines roten Sarkas vor einer Basis, der einfach zurĂŒckgebracht worden war.

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    🧣 Ein stiller Helfer

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    Am Camp saß unterdessen .chantal2000schweigend da. Sie traute sich nicht zu reden; war sehr schĂŒchtern. WhiskeyMixer kam vorbei und wusste zunĂ€chst nicht recht, was sie benötigte, und versuchte herauszufinden, wie er ihr helfen konnte. Ein weiterer schweigender Fremder war ebenfalls am Camp und beteiligte sich an ihrer Versorgung. Wer genau er war, blieb fĂŒr mich zunĂ€chst offen, aber er schien zumindest helfen zu wollen.

    Gemeinsam mit WhiskeyMixer begann er schließlich, einen Unterstand fĂŒr Chantal zu bauen, damit sie nicht in der KĂ€lte sitzen musste.

    Eigentlich eine schöne Geste.

    Und dann hob der Fremde plötzlich seine Waffe und zielte kurz auf .chantal2000.

    WhiskeyMixerreagierte sofort.


    Er stellte sich dazwischen und machte unmissverstĂ€ndlich klar, dass die Waffe am Camp heruntergenommen werden sollte. Der Fremde zog sich anschließend zurĂŒck.

    Was genau in diesem Moment in ihm vorging, weiß ich nicht. Vielleicht war es eine merkwĂŒrdige Geste, vielleicht ein MissverstĂ€ndnis, vielleicht etwas anderes. Ich möchte ihm keine Absicht unterstellen, die ich nicht kenne. Aber genau deshalb gibt es unsere Regeln.

    Nicht weil wir jedem Besucher grundsĂ€tzlich misstrauen. Aber ein Finger am Abzug genĂŒgt manchmal, um aus einem MissverstĂ€ndnis einen Toten zu machen. Dass WhiskeyMixer eine Ansage machte und sich schĂŒtzend vor .chantal2000 stellte, war deshalb genau richtig.

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    📜 Kontrolle als GeschĂ€ftsmodell?

    Und dann kam I.K.E.A.

    Genauer gesagt kam ein neues Protokoll.

    Ich habe in den vergangenen Jahren einiges von ihnen gelesen und erlebt. I.K.E.A. war nie eine Organisation, die sich mit halben Sachen zufriedengab. Wenn sie sich einmischten, dann meistens mit Nachdruck und vor allem fĂŒr eine gute Sache. Man konnte ĂŒber ihre Methoden streiten, aber ihr bisheriger Anspruch war zumindest relativ klar: Sie wollten eingreifen, wenn Macht aus dem Gleichgewicht geriet oder andere Gruppen ihrer Meinung nach Grenzen ĂŒberschritten.

    Nun verÀnderte sich dieser Anspruch.

    Das neue Protokoll stellte „Kontrolle“ noch stĂ€rker in den Mittelpunkt. I.K.E.A. erklĂ€rte sich selbst zum Kontrollorgan fĂŒr organisierte Gruppen und behielt sich vor, WaffenbestĂ€nde, Munition, Sprengstoffe, Fahrzeuge, Ressourcenlager und andere relevante VorrĂ€te zu ĂŒberprĂŒfen.

    Eine solche Kontrolle dĂŒrfe zwar verweigert werden. Allerdings, so stand es dort sinngemĂ€ĂŸ, werde schon die Weigerung selbst zum Grund fĂŒr erhöhte Aufmerksamkeit.

    Das ließ mich schlucken. Denn natĂŒrlich kann man sagen: Wer nichts zu verbergen hat, kann doch einfach die TĂŒr öffnen. Aber genau dieser Satz ist gefĂ€hrlich. Nicht jeder, der seine TĂŒr geschlossen hĂ€lt, plant einen Krieg. Manche Menschen möchten schlicht selbst entscheiden, wer ihr Zuhause betritt und ihre VorrĂ€te durchsucht.

    Auch wir Samariter wĂŒrden nicht begeistert applaudieren, wenn plötzlich jemand vor unserem Lager stĂŒnde und erklĂ€rte, aufgrund der eigenen Definition von Gleichgewicht nun unsere BestĂ€nde prĂŒfen zu wollen und gerade weil wir mit I.K.E.A. eng verbunden sind und janinesta (Selina) sogar zu dieser Fraktion gehörte, wollte ich da keinen Konflikt herbeireden. Aber fĂŒr mich war klar, dass die Samariter von Chernarus niemandem Rechenschaft ĂŒber ihre BestĂ€nde schulden. Transparenz aus Freundschaft: Definitiv ja. Rechenschaft aus Unterordnung: nein. Das wĂŒrde meine Linie sein und man wĂŒrde abwarten, wie sich die Dinge entwickelten.

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    🔹 Drei Packungen NĂ€gel fĂŒr Schutz?

    Noch mehr grĂŒbelte ich ĂŒber den nĂ€chsten Teil.

    I.K.E.A. bot kĂŒnftig einen zeitlich begrenzten "Raidschutz" an.

    Preis: Drei Packungen NĂ€gel pro Woche.

    Wer bezahlt, könne im Falle eines gemeldeten Raids mit einer Intervention rechnen.

    Daneben gab es einen sogenannten "Raidgegenschlag". Wer selbst geraidet worden war und die Sache nicht eigenstĂ€ndig austragen wollte, konnte I.K.E.A. gegen fĂŒnf bis zehn Packungen NĂ€gel und eine Beteiligung an der Beute mit einem Gegenschlag beauftragen.

    Ich gebe zu, da musste ich das Dokument kurz weglegen.

    Vielleicht tue ich ihnen Unrecht.

    Vielleicht ist es wirklich nur das, was sie behaupten: eine VergĂŒtung fĂŒr Zeit, Risiko, Material und Personal.

    Aber mein erster Gedanke war trotzdem: Das klingt verdammt nach Schutzgeld.

    NatĂŒrlich gibt es einen Unterschied.

    Schutzgeld bedeutet fĂŒr mich, dass jemand erst eine Gefahr erzeugt oder androht und anschließend Geld dafĂŒr verlangt, einen davor zu bewahren. Und das behauptete die I.K.E.A. ausdrĂŒcklich nicht.

    Sie boten eine Leistung an.

    Nur wird die Sache kompliziert, wenn dieselbe Institution gleichzeitig entscheidet, wer kontrolliert werden muss, wer ein Sicherheitsrisiko darstellt, wann eine Kontrolle verweigert wurde und wann daraus weitere Maßnahmen entstehen. Dann kommen Kontrolle, Schutz und Sanktionierung aus derselben Hand und das betrachte ich skeptisch. Aber auch hier wird die Zeit zeigen, wie sich die Dinge entwickeln. Vielleicht geht es wirklich nur um eine einfache AufwandsentschĂ€digung und ich sehe alles etwas schwarz. Aber ich gebe zu, dieser Paradigmenwechsel hat mich ĂŒberrascht.


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    đŸ›Ąïž Zwischen Hilfe und Herrschaft

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    Vielleicht bin ich bei solchen Dingen besonders empfindlich.

    Wir Samariter von Chernarus haben sich damals bewusst fĂŒr einen anderen Weg entschieden. Wir helfen. Wir vermitteln, wenn beide Seiten das wĂŒnschen. Wir verteidigen unser Camp und die Menschen darin, wenn es notwendig wird.

    Aber wir verlangen nicht, die VorrĂ€te anderer Gruppen zĂ€hlen zu dĂŒrfen.

    Wir entscheiden nicht, wer zu mÀchtig geworden ist.

    Und wir treten niemandem die TĂŒr ein, weil er uns nicht hineinlassen wollte.

    Das bedeutet nicht, dass unser Weg der einzig richtige ist.

    Vielleicht wĂŒrde unser Chernarus ohne Gruppen wie I.K.E.A. tatsĂ€chlich an manchen Stellen noch schneller aus dem Gleichgewicht geraten. Ich kenne genug Situationen, in denen ihre Leute eingegriffen, geholfen oder sich gegen Gruppen gestellt haben, vor denen andere lieber weggesehen hĂ€tten. Und ich kenne WhiskeyMixer und NiggoB lange genug, um zu wissen, dass hinter all dem mehr steckt als bloße Lust an Macht. Trotzdem muss ich nicht jede Entwicklung gutheißen und Freundschaft bedeutet fĂŒr mich auch nicht, den Verstand oder das BauchgefĂŒhl zu untergraben. Also sprach ich lange mit WhiskeyMixer und janinesta (Selina) ĂŒber diese Änderungen. Und ja, am Ende wĂŒrde die Zeit zeigen, was daraus werden wĂŒrde.

    FĂŒr heute hat I.K.E.A. sich jedenfalls wieder fĂŒrs Helfen entschieden und uns eine große Spende an Zelten zukommen lassen. Black Lion wĂŒrde gerne ein Paar davon benutzen um die Erstversorgerzelte zu errichten. So wie frĂŒher. Ich denke, das ist eine gute Idee.

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    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht hatten die beiden großen Geschichten dieses Tages mehr miteinander zu tun, als es zunĂ€chst schien. Cypress wurde erschossen, beraubt und bekam anschließend fast alles wieder zurĂŒck. Jemand hatte Macht ĂŒber ihn ausgeĂŒbt, ohne dass wir wussten, warum.

    I.K.E.A. veröffentlichte ein Protokoll, in dem sie offen erklĂ€rte, Macht kĂŒnftig verstĂ€rkt kontrollieren zu wollen. In beiden FĂ€llen blieb am Ende dieselbe Frage: Was möchte jemand eigentlich erreichen, wenn es offensichtlich nicht nur um Beute geht? Bei Cypress werden wir vielleicht bald eine Antwort bekommen.

    Bei I.K.E.A. wird sie sich erst durch die Zeit zeigen.

    Vielleicht funktioniert ihr neues Konzept tatsĂ€chlich so, wie sie es sich vorstellen. Vielleicht entstehen daraus interessante Konflikte, vielleicht sogar Schutz fĂŒr Menschen, die sich selbst nicht verteidigen können. Vielleicht wird aus „Kontrolle hat ihren Preis“ aber irgendwann etwas, bei dem diejenigen bezahlen mĂŒssen, die eigentlich nur in Ruhe gelassen werden möchten.

    Ich weiß es nicht.

    Noch nicht.

    Darum werde ich hier weder den Untergang unseres Chernarus' ausrufen noch begeistert drei Packungen NĂ€gel auf den Tisch legen.

    Ich werde hinschauen, denn eines stimmt an ihrem neuen Protokoll ganz sicher: Information ist die Grundlage jeder Entscheidung.


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    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.

    Herz-Aus-Gold 💛

  • Dienstag, 15.09.2026 – Tag 033 - Von seltsamen Begegnungen und ersten Fahrten

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    Hallo ihr Lieben,

    manchmal besteht ein Tag nicht aus einem großen Ereignis, sondern aus vielen kleinen Begegnungen, die einem trotzdem im GedĂ€chtnis bleiben. Ein alter Bekannter taucht wieder auf. Jemand bekommt Hilfe, ohne darum bitten zu mĂŒssen. Eine fremde Gruppe versucht nach einem Raid wieder von vorne anzufangen. Ein Bambi verhĂ€lt sich so merkwĂŒrdig, dass selbst unser geduldiger @Der_Bert irgendwann beschließt, dass es nun wirklich genug ist.

    Und irgendwo dazwischen endet die erste Autofahrt eines Neuzugangs deutlich frĂŒher als geplant.


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    đŸČ Noah und das rote Essenszelt

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    Jammet, Pinky, janinesta (Selina) und Black Lion waren gemeinsam unterwegs, wĂ€hrend Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 am Camp auf einen Neuzugang namens Noah traf. Der Name kam mir bekannt vor. TatsĂ€chlich war er bereits vor ungefĂ€hr einem halben Jahr einmal in unserem Chernarus gewesen und kannte sich entsprechend noch recht gut aus. Er brauchte keine EinfĂŒhrung ins Überleben, keine große Wegbeschreibung und vermutlich auch keine Belehrung darĂŒber, dass man Wasser am besten nicht direkt aus irgendeiner Flasche trinkt.

    Er brauchte schlicht etwas zu essen.

    Sein nĂ€chstes Ziel war Solnichniy, und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 zeigte lachend auf unser rot-gelbes Essenszelt. Dabei erklĂ€rte sie ihm gleich, dass er sich ĂŒber ihr Lachen keine Gedanken machen solle. Das Schicksal habe, was sie betrifft, wohl eine ganz besondere Art von Humor.

    Ich glaube, besser hĂ€tte sie es kaum ausdrĂŒcken können.

    Denn inzwischen ist es fast jedes Mal dasselbe. Menschen begegnen ihr, hören das Lachen und versuchen zunĂ€chst herauszufinden, was daran lustig sein soll. Dabei ist daran ĂŒberhaupt nichts lustig. Es gehört zu etwas, das ihr widerfahren ist und das sie nicht abschĂŒtteln kann, so sehr sie es vermutlich manchmal gern wĂŒrde. Umso bemerkenswerter finde ich, dass sie selbst inzwischen einen Weg gefunden hat, den ersten Moment mit ein wenig trockenem Humor abzufangen.

    Vielleicht ist das auch eine Form von Kontrolle.

    Wenn man schon nicht entscheiden kann, ob man lacht, kann man wenigstens selbst entscheiden, was man dazu sagt.

    Noah jedenfalls schien damit umgehen zu können. Er bekam etwas zu essen und setzte anschließend seinen Weg fort.

    Manchmal ist Hilfe tatsÀchlich so einfach.

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    🎣 „Daddy“ Bert

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    Weniger einfach war @Der_Berts Begegnung.

    Er berichtete mir spĂ€ter von einem Bambi namens Sven, das sich ausgesprochen merkwĂŒrdig verhielt. Sven schnalzte, rĂŒlpste, hechelte und wirkte insgesamt ziemlich aufgedreht. Offenbar war das Teil seiner Rolle. Er erzĂ€hlte @Der_Bert, dass er ganz allein unterwegs sei und harte Tage hinter sich habe. @Der_Bert zeigte ihm, wie man aus einfachen Materialien ein Seil fĂŒr eine improvisierte Angel herstellt.

    Das reichte offenbar bereits.

    Sven erklĂ€rte daraufhin, @Der_Bert zu lieben. Und nannte ihn „Daddy“...

    Ich gebe zu, an dieser Stelle musste ich kurz ĂŒberlegen, wie ich auf diese Information reagieren sollte. @Der_Bert versuchte trotzdem herauszufinden, wohin Sven eigentlich wollte und ob er sich in Chernarus ĂŒberhaupt auskannte. Eine vernĂŒnftige Antwort bekam er nicht. Vielleicht wusste Sven tatsĂ€chlich selbst noch nicht so genau, wohin mit sich. Dass eine Rolle ungewöhnlich ist, macht sie schließlich nicht automatisch problematisch. Aber ungewöhnlich war sie definitiv.

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    đŸ›ąïž Cookie und ein Fass

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    Zum GlĂŒck kam etwas spĂ€ter ZuzuCookie von N.A.N.S. aus Richtung KĂŒste dazu.

    Sie hatte weniger GlĂŒck gehabt und war wohl in der NĂ€he des Airfields an einer Krankheit gestorben, die sie zu spĂ€t bemerkt hatte. Nun musste sie sich erneut ausrĂŒsten. Sie aß etwas, trank und nahm sich die Dinge, die sie fĂŒr den Neustart benötigte.

    Dabei fragte sie @Der_Bert, ob er selbst etwas brauche.

    Und tatsÀchlich suchte er Zahlenschlösser.

    ZuzuCookie hatte welche. @Der_Bert wiederum hatte ein Fass, das er zusammen mit einer Olga kurz zuvor von ASSAULTxHDx bekommen hatte.

    Einfach so.

    Ohne Handel. Ohne Gegenleistung.

    Weil Bert eben @DeR_Bert war und ASSAULTxHDx ihm offenbar in Erinnerung hatte, dass auch @Der_Bert ihm in der Vergangenheit immer wieder ausgeholfen hatte. Solche Dinge gefallen mir. Dinge sind Dinge. Heute gehören sie dir, morgen liegen sie irgendwo ruiniert im Straßengraben. Aber wenn Hilfe irgendwann zurĂŒckkommt, ohne dass jemand Buch darĂŒber gefĂŒhrt hat, dann bleibt davon mehr ĂŒbrig als nur ein Gegenstand.

    ZuzuCookie und @Der_Bert einigten sich schließlich auf einen Tausch: zwei Zahlenschlösser gegen das Fass. Und ehrlich gesagt war @Der_Bert wohl auch ganz froh ĂŒber einen Grund, das Camp zu verlassen. ZuzuCookie fĂŒhlte sich in Svens NĂ€he ebenfalls zunehmend unwohl. Der bezeichnete sie wohl als „Sahneschnitte“, was ihre Begeisterung ĂŒber seine Anwesenheit nicht gerade steigerte...
    Ein GlĂŒck, dass es nicht Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 war, die er da angetroffen hatte. Ich glaube sie hĂ€tte ihm ganz schnell gezeigt, wie scharf eine "Sahneschnitte" schießen kann...

    Aber @Der_Bert hatte ohnehin eine Mission. Also stiegen beide ins Auto und fuhren Richtung Norden.


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    đŸšïž Wieder von vorne

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    Bei N.A.N.S. angekommen erfuhr @Der_Bert, dass die Gruppe erst vor Kurzem geraidet worden war und dabei fast alles verloren hatte. Nun sammelten sie die Reste zusammen und begannen neu.

    Erst einmal klein.

    Aber sie wollten nicht aufgeben.

    Genau solche Geschichten kenne ich inzwischen nur zu gut. Man baut etwas auf, investiert Stunden, Tage, manchmal Wochen, und dann kommt jemand vorbei und in kĂŒrzester Zeit ist alles verschwunden. Gerade deshalb finde ich es bemerkenswert, wenn Menschen anschließend nicht einfach sagen: Das war's.

    Sie bauen wieder.

    Vielleicht kleiner.

    Vielleicht vorsichtiger.

    Aber sie bauen.

    @Der_Bert blieb noch eine Weile bei ihnen, plauderte und bot sogar an, die zweite Olga fĂŒr sie zurĂŒckzuhalten, falls sie noch weitere Zahlenschlösser auftreiben konnten und das Auto bis dahin nicht anderweitig verschwand. Dann machte er sich zurĂŒck auf den Weg nach Solnichniy.

    In der Hoffnung, Sven habe inzwischen ebenfalls seinen Weg gefunden.

    Und dass jener ominöse Patrick ihn nicht gefunden habe. Achja... dieser ominöse Patrick.


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    😐 Patrick findet Sven

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    Bevor @Der_Bert aufgebrochen war, hatte Sven plötzlich Angst bekommen. Ein „böser Mann“ namens Patrick wĂŒrde nach ihm suchen. Er schrie um Hilfe und machte deutlich, dass dieser Patrick offenbar eine dĂŒstere Rolle in seiner Geschichte spielte. @Der_Bert erklĂ€rte ihm daraufhin ziemlich klar, dass er dieses Spiel nicht mitspielen wolle. Wenn Sven tatsĂ€chlich Hilfe benötigte, wĂŒrde @Der_Bert ihm selbstverstĂ€ndlich helfen. Aber bei dieser Geschichte wollte er nicht mitmachen und hatte ohnehin anderes vor.

    Ich finde das völlig legitim.

    Man kann einem Menschen helfen, ohne automatisch Teil jeder Geschichte werden zu mĂŒssen, die er mitbringt.

    SpÀter kam Sven dann tatsÀchlich wieder.

    Mit Patrick.

    @Der_Bert sah die beiden. Und ging einfach.

    Ich musste lachen, als er mir das erzĂ€hlte. Ich verstand ihn zu gut. Unsere Welt ist manchmal so seltsam und verrĂŒckt. Das ist es manchmal tatsĂ€chlich der vernĂŒnftigste Umgang mit einer Situation, die Beine in die Hand zu nehmen und zu sagen: "Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen."

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    🚙 Sophies erste Autofahrt

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    WĂ€hrend @Der_Bert also versuchte, Sven und Patrick möglichst erfolgreich aus dem Weg zu gehen, hatte Sophie ein ganz anderes Abenteuer: ASSAULTxHDx hatte ihr offenbar eine Olga ĂŒberlassen. Vermutlich diejenige, die die Kirchenschwester Yeva mit WhiskeyMixer an dem einen Abend im Wald entdeckt hatte. Eine Olga war eine ziemlich große Sache fĂŒr jemanden, der noch nicht allzu viel Erfahrung mit Fahrzeugen hat.

    Sophie machte sich also auf den Weg.

    Ihre erste Autofahrt.

    Sie schaffte es sogar ein gutes StĂŒck.

    Bis zum BahnĂŒbergang in Elektrozavodsk.

    Dort endete die Reise.

    EndgĂŒltig.

    Die Olga war ruiniert.

    SpĂ€ter schrieb Sophie mir: „Meine erste Autofahrt. Hat nicht ganz bis Zuhause gereicht.“

    Ich gebe zu, darĂŒber musste ich herzlich lachen, wegen dieses fĂŒr sie so typisch trockenen Fazits. So war Sophie. Kein Drama. Kein Fluchen. Kein großer Untergang.

    Einfach: Hat nicht ganz gereicht.

    ja... Willkommen in Chernarus.

    Ich glaube, damit hat sie die wichtigste Lektion ĂŒber Autos bereits gelernt. Sie bringen einen entweder ans Ziel oder eben nicht. Dazwischen gibt es erstaunlich wenig.


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    🌅 Gedanken zum Schluss

    Wenn ich auf diesen Tag zurĂŒckblicke, bleibt mir vor allem etwas ganz UnspektakulĂ€res im Kopf: Menschen halfen einander. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 zeigte Noah, wo er etwas zu essen bekam. @Der_Bert brachte Sven etwas bei, auch wenn ihm dessen Art zunehmend unheimlich wurde. ASSAULTxHDxgab @Der_Bert ein Auto und ein Fass, weil @Der_Bert ihm zuvor geholfen hatte.

    @Der_Bert wiederum tauschte das Fass, bot N.A.N.S. UnterstĂŒtzung an und versuchte auf seine Art, ihnen beim Wiederaufbau unter die Arme zu greifen. Und selbst Sophie nahm ihren ersten Totalschaden erstaunlich gelassen. Vielleicht ist genau das die Art von Kreislauf, die ich lieber sehe als jene aus Raids, Rache und GegenschlĂ€gen.

    Jemand hilft. Irgendwann hilft jemand zurĂŒck. Und vielleicht ist das am Ende die wertvollste WĂ€hrung, die wir noch haben.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.

    Herz-Aus-Gold 💛

  • Mittwoch, 16.09.2026 – Tag 034 - Wie nah ist eigentlich "nah"?

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    Hallo ihr Lieben,

    manchmal verÀndert ein einziges Wort die ganze Stimmung einer Nachricht.

    "Ich wurde aus meinem Auto geschossen..."
    -"Wo?"
    -"In Prigorodki", „...bei Prigorodki“, "...nahe Prigorodki"

    Wenn man so etwas hört und gerade mehrere Camps an der KĂŒste betreut, denkt man natĂŒrlich an einen Hinterhalt. An Leute, die sich irgendwo in der NĂ€he festgesetzt haben könnten und potenziell nun auch andere bedrohen könnten. An mögliche Angriffe auf das Camp, an die Menschen dort...

    Und manchmal stellt sich dann heraus, dass „nahe Prigorodki“ in unserem Chernarus alles andere als ein festgelegter geografischer Begriff ist.

    Aber bevor ich dazu komme: Sophie hatte schon wieder ein neues Auto.

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    🚙 Sophies nĂ€chster fahrbarer Untersatz

    Nach dem eher kurzen Leben ihrer Olga vom Vortag hatte Sophie offenbar beschlossen, sich fahrzeugtechnisch nicht unterkriegen zu lassen. Oder besser gesagt: WhiskeyMixer hatte ihr diese Entscheidung erleichtert, denn er ĂŒberließ ihr einen Humvee.

    Ich musste ein wenig schmunzeln. Erst die erste Autofahrt, die am BahnĂŒbergang endete, und nun gleich einen Humvee... In unserem Chernarus gibt es offenbar keine behutsame Lernkurve. Hier geht es direkt vom ersten Totalschaden zum MilitĂ€rfahrzeug.

    Nun ist ein Humvee natĂŒrlich etwas robuster als eine Olga. Theoretisch. Aber wir alle wissen, dass Humvee eigentlich wie rohe Eier sind... obust bedeutet nicht unverwundbar, und schon gar nicht unauffĂ€llig. Wer mit so einem Ding unterwegs ist, kĂŒndigt sich schließlich nicht gerade... sagen wir mal dezent an. ASSAULTxHDx hatte Sophie deshalb wohl auch geraten, mit ihren Fahrzeugen vorsichtig zu sein.

    Ein guter Rat.

    Wie sich spÀter zeigte.


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    đŸ”« Wer schießt auf Autos?

    ZunÀchst erreichte uns allerdings eine andere Meldung. janinesta (Selina) und Pinky waren bei Vyshnoye unterwegs, als auf sie geschossen wurde. Und offenbar war das dort nicht das erste Mal passiert. Das machte die Sache interessant, oder eher beunruhigend. Wenn an derselben Stelle wiederholt Fahrzeuge von uns unter Beschuss geraten, stellt sich irgendwann die Frage, ob dort jemand ganz bewusst Jagd auf Autos macht. Oder auf uns...

    NatĂŒrlich wusste ich nicht, ob es tatsĂ€chlich dieselbe Person oder dieselbe Gruppe gewesen war. Vielleicht waren es vollkommen unterschiedliche Begegnungen. Vielleicht einfach Pech. Aber solche Muster merkt man sich.

    Vor allem, wenn Menschen nicht einmal wissen, weshalb auf sie geschossen wird.

    Ein Fahrzeug ist in unserem Chernarus schließlich nicht nur ein Fortbewegungsmittel. Es ist manchmal der Unterschied zwischen einer sicheren RĂŒckkehr und mehreren Stunden Fußmarsch durch Gegenden, in denen man besser nicht zu lange bleiben möchte. Vielleicht macht genau das Autos zu so reizvollen Zielen.

    Oder jemand mag einfach keine fahrenden Menschen.

    Auch möglich...

    Jedenfalls entkamen janinesta (Selina) und Pinky unbeschadet. Was man vom Auto leider nicht sagen konnte... da war wohl wieder eine neue TĂŒr fĂ€llig geworden.

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    đŸȘ” Ein Unterstand verschwindet

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    Am Camp gab es ebenfalls eine kleine VerÀnderung.

    Der Unterstand, den WhiskeyMixer und der schweigende Fremde vor einem Tag fĂŒr .chantal2000 gebaut hatten, war wieder abgebaut worden.

    Warum, wussten wir nicht.

    Vielleicht hatte jemand die Materialien gebraucht. Vielleicht störte der Unterstand jemanden. Vielleicht war es einfach einer dieser FĂ€lle, in denen Dinge in unserem Chernarus schneller verschwinden, als man ĂŒberhaupt Gelegenheit hat, sich daran zu gewöhnen.

    Trotzdem fand ich es schade.

    Nicht wegen der paar Stöcke und der Plane.

    Sondern weil dieser Unterstand fĂŒr mich weniger ein Bauwerk gewesen war als eine kleine Geste.
    Da hatte jemand schweigend mit angepackt, WhiskeyMixer hatte geholfen und am Ende hatte .chantal2000 wenigstens etwas Schutz vor der KĂ€lte gehabt.

    Nun war davon nichts mehr ĂŒbrig.

    Tja.

    So schnell kann es gehen.

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    đŸ’„ „Bei Prigo!“... "nahe Prigo!"

    Am Abend wurde es dann plötzlich ernst.

    Sophie war aus ihrem Humvee geschossen worden. "Bei Prigo" oder „nahe Prigo“, hieß es zunĂ€chst.

    Ich glaube, in meinem Kopf gingen augenblicklich sĂ€mtliche Warnlampen an. Wie nah? Wo genau? Waren die SchĂŒtzen noch dort? Bestand Gefahr fĂŒr das Camp? FĂŒr uns?

    Sophie meinte, es seien mehrere gewesen. Auf Armbinden hatte sie in der Situation nicht geachtet, was ich ihr nun wirklich nicht vorwerfen konnte. Wenn Kugeln fliegen, gehört eine sorgfÀltige modische Bestandsaufnahme der Angreifer vermutlich nicht zu den wichtigsten PrioritÀten. Ich fragte noch einmal nach dem Ort.

    Sophie war sich nicht ganz sicher.

    Dann kam irgendwann: „Am Flugfeld.“

    ...

    Ich hielt kurz inne.

    Welches Flugfeld? Mir dÀmmerte es...

    Schließlich bestĂ€tigte WhiskeyMixer, dass er SchĂŒsse aus Richtung Balota vernommen hatte.

    Ah.

    Balota.

    NatĂŒrlich.

    Ich atmete tatsÀchlich etwas erleichtert auf.

    Nicht weil Sophies Tod dadurch weniger schlimm gewesen wĂ€re. NatĂŒrlich tat sie mir leid, und ihr schöner neuer Humvee dĂŒrfte damit ebenfalls Geschichte gewesen sein oder zumindest in fremden HĂ€nden gelandet sein. Aber Balota ist nicht Prigorodki.

    Nicht einmal wirklich „direkt daneben“.

    „Nahe Prigo“ war in diesem Fall also eine sehr großzĂŒgige Interpretation von NĂ€he.

    Und das machte einen Unterschied. Denn solange die SchĂŒsse aus Balota kamen, deutete zunĂ€chst nichts darauf hin, dass jemand gezielt unsere Camps bedrohte oder sich direkt vor unserer HaustĂŒr herumtrieb. Das beruhigte mich.

    Ein bisschen zumindest.


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    🛬 GefĂ€hrliches Pflaster

    Gleichzeitig musste man aber auch sagen: Balota ist ein Flugfeld. Und Flugfelder sind in unserem Chernarus selten Orte, an denen man entspannt aussteigt, die Beine vertritt und sich mit anderen Überlebenden gepflegt ĂŒber das hiesige Wetter unterhĂ€lt.

    MilitÀrische Gebiete ziehen Menschen an.

    Menschen mit Waffen.

    Menschen, die hoffen, dort wertvolle AusrĂŒstung zu finden.

    Und Menschen, die genau darauf warten, dass jemand anderes diese AusrĂŒstung fĂŒr sie einsammelt. Wer mit einem Humvee durch Balota fĂ€hrt, wird gesehen. Das macht den Angriff nicht automatisch richtig oder nachvollziehbar. Aber es macht ihn weniger ĂŒberraschend. Vielleicht war das auch der Moment, in dem Sophie verstand, was ASSAULTxHDx mit seinem Hinweis gemeint hatte.

    Ein Humvee schĂŒtzt nicht vor Angriffen. Manchmal sorgt er lediglich dafĂŒr, dass andere dich schneller bemerken.


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    đŸïž Ein Blick in die Zukunft

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    WĂ€hrend wir uns also mit SchĂŒssen, verschwundenen UnterstĂ€nden und der sehr flexiblen Definition von Entfernungen beschĂ€ftigten, war Pinky in einem anderen Chernarus unterwegs.

    Auf Motorradsuche.

    MotorrÀder.

    Allein das Wort klingt fĂŒr mich momentan noch fast ein wenig fremd.

    Aber offenbar könnten genau solche Dinge nach dem nÀchsten Wipe auch zu uns kommen.

    Pinky hatte jedenfalls seinen Spaß.

    Sehr viel Spaß.

    Und ich musste lÀcheln, als ich davon hörte.

    Es war irgendwie wie ein kleiner Blick durch ein Fenster in unsere mögliche Zukunft. Noch fahren wir mit Sarkas, Olgas, Humvees und all den anderen Fahrzeugen durch die Gegend, die uns regelmĂ€ĂŸig verraten, ĂŒberschlagen, gegen BĂ€ume setzen oder auf imaginĂ€ren Kaugummis ins Schleudern geraten.

    Und vielleicht passiert uns das demnÀchst auch auf MotorrÀdern.

    Was soll schon schiefgehen?

    Ich möchte die Frage lieber nicht beantworten...

    Aber Pinky kam jedenfalls von seiner Exkursion "fĂŒr die Wissenschaft" mit einem wissenden Dauergrinsen zurĂŒck.


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    🌅 Gedanken zum Schluss

    Dieser Tag hatte etwas Eigenartiges.

    Auf janinesta (Selina) und Pinky wurde bei Vyshnoye geschossen. Sophie verlor ihren Humvee bei Balota. .chantal2000 s Unterstand war abgebaut worden.

    Alles Dinge, die zunÀchst nach einer weiteren dunklen Entwicklung klingen könnten. Und doch war nicht alles miteinander verbunden. Oder?

    Vielleicht ist das eine der schwierigsten Lektionen hier: Nicht aus jedem Zufall sofort ein Muster zu machen und nicht jede schlechte Nachricht automatisch in die schlimmstmögliche Richtung weiterzudenken. Als Sophie sagte, sie sei „nahe Prigo“ erschossen worden, war mein Kopf sofort beim Camp.

    Bei unseren Leuten.

    Bei der Frage, ob jemand uns beobachtet oder gezielt in der Umgebung Jagd macht. Am Ende war es Balota.

    Noch immer gefÀhrlich und Àrgerlich. Aber etwas vollkommen anderes.

    Vielleicht braucht man manchmal einfach einen Moment mehr, bevor aus Sorge Gewissheit wird.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.

    Herz-Aus-Gold 💛

  • Donnerstag, 17.09.2026 – Tag 035 - Wenn die Welt kurz still wird

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    Hallo ihr Lieben,

    nach all den SchĂŒssen, Sprengfallen, UnfĂ€llen, verschwundenen Fahrzeugen, seltsamen Begegnungen und halbgaren Gewissheiten der letzten Tage war es heute beinahe irritierend ruhig.

    Nicht friedlich im großen Sinn. DafĂŒr kenne ich unser Chernarus inzwischen zu gut.

    Aber ruhig.

    So ruhig, dass man fast das GefĂŒhl bekommen konnte, die Welt wĂŒrde entweder endlich einmal tief durchatmen – oder ganz bewusst den Atem anhalten.


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    📌 Das Schwarze Brett

    The_GraveDigger nutzte die Ruhe jedenfalls sinnvoll und baute in Prigorodki unser "Schwarzes Brett" wieder auf.

    Wobei „Schwarzes Brett“ vermutlich etwas grĂ¶ĂŸer klingt, als es in Wirklichkeit ist.

    Es ist ein Zaun.

    Daran stehen zwei Holzkisten. Darin liegen Papierfetzen und KĂŒrbiskerne, mit denen wir irgendwie versuchen, Nachrichten zu hinterlassen. Improvisation auf Vanilla-Art eben. Kugelschreiber wĂ€ren natĂŒrlich praktischer. Wenn es denn welche gĂ€be.

    Und wenn die seltenen Exemplare, die man findet, irgendwann auch tatsĂ€chlich noch schreiben wĂŒrden. Tun sie nicht. Nicht mehr bei uns. Also werden eben Papierfetzen gesammelt, KĂŒrbiskerne zweckentfremdet und irgendwie Wege gefunden, sich Nachrichten zu hinterlassen.

    Eigentlich passt das ziemlich gut zu uns.

    Wir haben keine funktionierenden Poststellen mehr, keine Telefone und keine BriefkÀsten. Aber irgendwo in Prigorodki steht ein Zaun mit zwei Kisten.

    Und das reicht uns.

    Jemand hinterlÀsst eine Nachricht.

    Ein anderer liest sie spÀter.

    Vielleicht entsteht daraus eine Verabredung, eine Warnung, ein Hinweis oder einfach nur ein kleines Zeichen, dass jemand da gewesen ist.

    Mehr braucht es manchmal gar nicht.


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    đŸŒŸ Fast nichts

    Ansonsten geschah erstaunlich wenig. Keine große Schießerei. Keine dramatische Rettungsaktion. Keine Explosionen, Sprengfallen oder Zeichen mit Gasgranaten. Keine angebauten oder vergrabenen Tomaten im Camp. Kein Auto, das spontan beschloss, sich mit der Physik anzulegen.

    Keine Nachricht, bei der sofort alle hektisch in unterschiedliche Richtungen losrannten.

    Einfach Ruhe.

    Und ich merkte, dass ich gar nicht mehr wusste, wie ich damit umgehen sollte. Wenn stÀndig etwas passiert, gewöhnt man sich irgendwann daran, dass jederzeit die nÀchste Meldung kommen könnte. Irgendjemand braucht Hilfe. Irgendwo wurde geschossen. Ein Camp wurde geöffnet. Ein Fremder taucht auf. Jemand wurde beraubt. Irgendetwas stimmt nicht.

    Und wenn dann plötzlich nichts kommt, fragt man sich fast schon automatisch: Warum? Ist wirklich alles ruhig? Oder wissen wir nur noch nicht, was gerade irgendwo geschieht?

    Vielleicht ist das die eigentliche Krankheit dieser Welt. Nicht, dass stÀndig etwas passiert. Sondern dass man irgendwann selbst in der Ruhe nach Gefahr sucht.


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    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute blieb mir kein großes Ereignis im Kopf. The_GraveDigger baute unser "Schwarzes Brett" wieder auf. Mehr war eigentlich nicht nötig.

    Ein StĂŒck Zaun, ewei Kisten, Papierfetzen und KĂŒrbiskerne.

    Und ein Ort, an dem jemand eine Nachricht hinterlassen kann.

    Manchmal sind es genau solche kleinen Dinge, die zeigen, dass eine Gemeinschaft noch lebt. Nicht die großen KĂ€mpfe oder die Namen der Gruppen. Nicht Fahrzeuge oder Mauern. Es ist mehr die Tatsache, dass irgendjemand glaubt, es lohne sich, eine Nachricht fĂŒr den NĂ€chsten zu hinterlassen. Njaa und heute war es still.

    Vielleicht holte unser Chernarus wirklich nur einmal tief Luft. Vielleicht hielt es den Atem an.

    Ich weiß es nicht.

    Aber fĂŒr einen Tag genĂŒgte mir die Ruhe.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.

    Herz-Aus-Gold 💛

  • Freitag, 18.09.2026 – Tag 036 - Fremden Schlösser und eigene Wege

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    Hallo ihr Lieben,

    nach dem beinahe unheimlich ruhigen Donnerstag war es heute mit der Stille ziemlich schnell vorbei. War ja klar...

    Der Tag begann mit einer Alarmmeldung von Cypress und plötzlich war Prigorodki wieder hellwach: Sophie war angegriffen worden. Genauer gesagt hatte sie ihre Garage öffnen wollen und war dabei von hinten erschossen worden. Als wĂ€re das nicht schon dreist genug, hatte der TĂ€ter anschließend offenbar ihr Zahlenschloss entfernt und durch eines mit einem anderen Code ersetzt.

    Damit war sie nicht nur tot, sie war auch noch aus ihrer eigenen Garage ausgesperrt.

    Ich weiß nicht, was ich an der Aktion schlimmer fand: Den Schuss aus dem Hinterhalt oder diesen fast schon spöttischen Zusatz, jemandem danach noch die eigene TĂŒr vor der Nase zu verschließen.


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    🔐 Fremder Code am eigenen Tor

    Cypress von der Schutztruppe war sofort vor Ort und auch einige unserer Nachbarn ließen nicht lange auf sich warten. In solchen Momenten merkt man, wie eng Prigorodki inzwischen wieder zusammengerĂŒckt ist. Sobald irgendwo etwas passiert, stehen plötzlich Menschen da, schauen nach dem Rechten, sichern Straßen und versuchen wenigstens herauszufinden, was eigentlich geschehen ist. Nur diesmal gab es nicht viel herauszufinden.

    Vom SchĂŒtzen fehlte jede Spur.

    Niemand konnte sagen, ob er sich noch irgendwo in der NĂ€he befand oder lĂ€ngst weitergezogen war. Wir wussten auch nicht, ob Sophie gezielt angegriffen worden war oder ob jemand einfach eine Gelegenheit genutzt hatte. Sicher war nur, dass jemand wusste, wie man eine Garage ĂŒbernimmt, ohne sie einfach nur aufzubrechen. Und genau das machte mir Sorgen.

    Ein verschwundenes Schloss ist Ă€rgerlich, aber ein neues Schloss mit fremdem Code ist eine Botschaft. Zumindest fĂŒhlt es sich so an.

    Unterdessen half Cypress dabei, Sophies Tor wieder aufzuraiden, damit sie ĂŒberhaupt wieder in ihre eigene Behausung kam. Schon die Formulierung ist vollkommen absurd. Eigentlich baut man Tore, damit Fremde draußen bleiben. In Chernarus endet man irgendwann damit, sein eigenes Tor aufzubrechen, weil irgendjemand beschlossen hat, einem die Kontrolle ĂŒber die eigene TĂŒr abzunehmen.

    Tja.

    Von einem normalen Nachbarschaftsproblem waren wir damit ziemlich weit entfernt. Aber zumindest packte die Schutztruppe bzw. Cypress mit an und half Sophie wieder in ihre Garage zu kommen. Schon gut, wenn man Nachbarn mit entsprechender Feuerkraft und Expertise hat, die als SchlĂŒsseldienst fungieren können. Und ich glaube Cypress hat die willkommene Abwechslung genossen.


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    đŸŒČ SchĂŒsse bei Mogilevka

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    SpĂ€ter verlagerte sich die Unruhe weiter ins Landesinnere. Bei Mogilevka wurde auf Mordax geschossen. Ich kenne Mordax kaum, aber weiß, dass die Sache damit garantiert nicht einfach erledigt war.

    Was genau passiert ist, kann ich leider nicht sagen. Aber es kamen immer wieder SchĂŒsse aus der Gegend und Sophie, die sich dort auch umsehen wollte, berichtete noch von mindestens einer weiteren Partei, die beteiligt gewesen sein musste.

    Was genau dort los war, konnten wir hinterher nicht wirklich auflösen.

    Ein SchĂŒtze, ein Bau. SchĂŒsse und viele Beteiligte. Mehr wussten wir nicht.

    Und manchmal ist es besser, diese LĂŒcken stehen zu lassen, als sie mit der Geschichte zu fĂŒllen, die gerade am bequemsten erscheint.


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    🎁 Auf nach Berezhki!

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    Am Abend ging es dann in Richtung Berezhki. Dort sollte ein kleines Gefecht stattfinden und .chantal2000 hatte mich tatkrĂ€ftig beim VErstecken unterstĂŒtzt. Kisten, Waffen und...Geschenke=
    Das Ganze lockte natĂŒrlich verschiedene Leute an.

    I.K.E.A. war mit NiggoB, Jannnik und Leiharbeiter Cypress unterwegs und hatte sich wohl bereits einen guten Teil der versteckten Dinge sichern können.

    Nelli hatte schon den ganzen Abend den Wunsch, auch mal ein paar Erfahrungen zu sammeln im Umgang mit der Waffe. Also willigte ich ein und wir gingen als Bambis in den Norden. Pinky nahm uns mit @Janinestsa freundlicherweise in "PISSY" (ich glaube, die Schreibung gefĂ€llt mir am besten) mit. Pinky lieh mir auch seine SCR, eine Waffe mit der ich noch nie geschossen hatte. Überhaupt, ich war alles andere als ausgebildet im Kampf. Aber dennoch dachte ich, das wĂ€re eine gute Gelegenheit, Nelli ein paar DInge in Sachen Absicherung zu zeigen und ungezwungen ein paar Erfahrungen zu sammeln. Man wusste nie, wann ich das Camp mal wieder im Ernstfall wĂŒrde verteidigen mĂŒssen.

    Als Nelli und ich schließlich eintrafen, war von I.K.E.A. aber nichts mehr zu sehen.

    Berezhki lag still da. Zumindest auf den ersten Blick.

    Wir begannen, das Dorf zu durchsuchen und fanden tatsĂ€chlich noch einiges. Nicht mehr die große Auswahl, die vermutlich vorher dort gelegen hatte, aber genug, dass sich die Suche lohnte. Vor allem Nelli freute sich ĂŒber ein paar Ballerinas, das auch gut fĂŒr die FĂŒĂŸe sein sollte.

    WĂ€hrend wir unterwegs waren und in den Felsen kletterten, entdeckte ich am Horizont zwei Gestalten, die ĂŒber eine Felsenkette sprinteten. Mein Blick folgte ihnen durch den Wald, sie wollten das Dorf wohl looten. Ich beobachtete sie und war mir nicht sicher, ob sie uns gesehen hatten.

    Aber niemand machte Anstalten, daraus einen Kampf zu machen.

    Und genau so kann es auch gehen.

    Nicht jeder gemeinsame Aufenthalt in einem Dorf muss mit einer Leiche enden. Auch bei einem PvP-Abend nicht und schon gar nicht, wenn es das verschlafene Nest Berezhki ist...

    Ich war darĂŒber jedoch ziemlich froh.

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    đŸȘš Der gefĂ€hrlichste Gegner: ein Felsen

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    Leider benötige ich manchmal gar keinen anderen Überlebenden, um mich selbst in Schwierigkeiten zu bringen.

    Ich wollte auf einen Felsen klettern.

    Warum? Damit ich die beiden noch etwas besser beobachten konnte.

    Oben angekommen beziehungsweise beim Versuch, dort hinaufzukommen, machte ich jedenfalls eine eher unfreiwillige Bekanntschaft mit der Schwerkraft. Ich verfehlte einen Sprung und stĂŒrzte ab.

    Und brach mir das Bein.

    Großartig.

    Von einem Moment auf den anderen war aus unserer gemĂŒtlichen Lootrunde eine zwanzigminĂŒtige Zwangspause geworden. Und dann hörte ich die Schritte der beiden anderen in meiner NĂ€he. Ich legte mich in eine Felsspalte und blieb ganz regungslos liegen. Über Funk sagte ich Nelli noch, sie solle sich nach Osten zurĂŒckziehen. Wir wĂŒrden uns dann bei der Scheune treffen, an der wir einen vergrabenen Event-Stash entdeckt hatten.


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    📩 Eine Seemannskiste vor der Scheune

    Nachdem mein Bein wieder halbwegs mitspielte, setzten wir unsere Suche fort. Und dann hatten wir tatsĂ€chlich GlĂŒck. Nellie hatte die Spitzhacke aus einer erbeuteten Kiste bei sich und wir konnten eine vergrabene Seemannskiste heben.

    Darin befand sich unter anderem ein Ghillie, den ich fĂŒr Pinky mitnehmen wollte. Keiner in den normalen Farben, sondern wirklich in GrasgrĂŒn. Selten und er bot exzellente Deckung.

    Wir nahmen die Sachen mit. Nach meinem Absturz fĂŒhlte sich definitiv wie eine kleine EntschĂ€digung an. Nicht, dass mir das Schicksal das wirklich gönnen wĂŒrde, aber hey ich kann es mir wenigstens einreden. Nelli war noch immer gut gelaunt, aber schon etwas geknickt, dass es noch kein Gefecht gegeben hatte.


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    đŸ”„ Eine Nacht in Berezino

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    Von Berezhki aus zogen Nelli und ich weiter in Richtung Berezino. Der Plan war, dass wir uns eine ZĂŒndkerze suchen und dann ein Boot nach in den SĂŒden in Richtung Prigorodki nehmen wollten. Zwischendurch beseitigen wir noch eine Straßensperre aus BaumstĂ€mmen, die jemand mitten auf der Straße aufgestellt hatte. Das war die zweite Konstruktion dieser Art im Nordosten, von der ich in dieser Woche mitbekommen hatte. Was trieb Leute dazu, so etwas zu tun? Wenn ein Auto verunfallte hatten sie nichts davon, sofern sie nicht bei der Falle blieben und es ging nur darum, anderen Leuten zu schaden, ohne einen Nutzen davon zu haben. Kein Verhalten, was wir in unserem Chernarus haben wollten. Denn so lange wie wir uns dort aufgehalten hatten, hĂ€tte sich der Erbauer bestimmt bemerkbar gemacht, wĂ€re er noch dort gewesen.
    Aber zum GlĂŒck hatte Nelli ihre Spitzhacke noch dabei und die Pfosten waren bald weggerĂ€umt.

    Als wir in Berezino ankamen war es inzwischen dunkel und wir campierten zunĂ€chst im Wald. Als es dĂ€mmerte, begann es jedoch zu regnen und wir suchten uns eine HĂŒtte, in der wir uns ein Feuer machten.

    Ein bisschen WĂ€rme, ein wenig Ruhe. Sachen sortieren. Vielleicht kurz durchatmen.

    NatĂŒrlich hielt dieser Plan nicht besonders lange.

    Zombies sorgten dafĂŒr, dass ich wieder aufschreckte. Der Zombie, der da geschrien hatte, war nicht auf mich aufmerksam geworden! Also rief ich Nelli zu, alles stehen und liegen zu lassen. Wir mussten hier so schnell wie möglich weg.

    Normalerweise hÀtte ich einfach mit den Fremden gesprochen. Ich meine es war wirklich nah am Camp in Berezino. Aber ich war nicht in meiner gewohnten Kleidung unterwegs und es war noch immer PvP-Abend, also gut möglich, dass das Leute unterwegs waren, die leider nichts mehr in Berezhki vorgefunden hatten und denen ein knisterndes Feuer mit zwei Leuten gerade recht kam, um ihre Statistik etwas aufzubessern.

    Im Nachhinein war das vermutlich eine sehr gute Entscheidung, sofort die Flucht anzutreten und nicht lange zu fackeln. Denn aus einiger Entfernung konnte ich beobachten, wie zwei bewaffnete Überlebende sich an der Hauswand einer anderen HĂŒtte entlang schlichen und in Richtung des rauchenden Kamins schauten. Sie wirkten nicht wie Leute, die zufĂ€llig vorbeischauten.

    Einer nahm eine Position an einem anderen GebĂ€ude ein und beobachtete unseren Eingang. Die Waffen waren draußen und die beiden schienen ziemlich eindeutig auf jemanden zu warten.

    Auf uns.

    BekrĂ€ftigt wurde das durch die Tatsache, dass beide barfuß unterwegs waren.

    Das muss man sich vorstellen. Sie waren komplett bewaffnet und bereit, ein Haus zu stĂŒrmen.

    Aber ohne Schuhe.

    DafĂŒr gab es nur eine ErklĂ€rung: Sie wollten nicht gehört werden und ihre arglosen Ziele ĂŒberraschen. Mit anderen Worten: Uns.

    Ich atmete hörbar aus.

    Da stehen zwei Menschen bewaffnet im Morgengrauen vor einem Haus, nahe des Camps in Berezino offensichtlich nicht dort, um nach Hilfe zu fragen... nein, das war dann definitiv der Punkt, an dem ich sagte, dass ich da nicht einfach das GesprĂ€ch suchen wĂŒrde. Aber ein Schuss sollte dennoch sein. Eine Botschaft. Hier war Berezino. Da war das Camp in der NĂ€he. Ich wollte hier keine Leute dulden, die Jagd auf andere machten. Egal, welcher Wochentag es war. Also bereitete ich mich seelisch darauf vor.


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    đŸ”« Abstand schaffen

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    Ich beobachtete die beiden noch etwas, dann bekam ich einen von ihnen ins Visier und schoss.

    Ich traf ihn. Nicht tödlich, zum GlĂŒck...

    Ganz ehrlich? Das reichte mir.

    Ich wollte keinen Kampf bis zum bitteren Ende. Ich wollte, dass sie verschwanden und wir ebenfalls verschwinden konnten.

    Genau das passierte. Die beiden ergriffen die Flucht.

    Und Nelli und ich beschlossen, ebenfalls nicht darauf zu warten, ob sie vielleicht mit VerstĂ€rkung zurĂŒckkamen.

    Also nichts wie weg.


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    🚛 Mit sechs Kilometern pro Stunde Richtung Heimat!

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    Unsere Flucht fĂŒhrte uns schließlich zu einem einsamen Hof. Keine Spur einer ZĂŒndkerze fĂŒr ein Boot, aber wir entdeckten dort einen LKW!

    Fast fahrbereit.

    Fast.

    Es fehlten zwei Doppelreifen.

    „Nur zwei Reifen“ ist natĂŒrlich eine sehr optimistische Beschreibung, besonders wenn man diese Reifen gerade nicht besitzt. Aber der LKW bewegte sich.

    "Bewegen" ist das richtige Wort: Mit ungefÀhr sechs Kilometern pro Stunde.

    Also ungefĂ€hr in dem Tempo, bei dem man wĂ€hrend der Fahrt wahrscheinlich noch Pilze am Straßenrand sammeln könnte.

    Trotzdem saßen wir im LKW.

    Und fuhren in Richtung Nizhnoye.

    Ich musste lachen.

    Nach SchĂŒssen, einem gebrochenen Bein und zwei Bewaffneten vor unserer HĂŒtte krochen wir nun mit sechs Stundenkilometern Richtung SĂŒden beziehungsweise Heimat und suchten nebenbei nach LKW-Reifen. Das kann man nicht erklĂ€ren... das muss man selbst erleben.

    In Nizhnoye hatten wir GlĂŒck und fanden einen der fehlenden Reifen. Den zweiten entdeckten wir schließlich bei @Der_Berts Camp in Solnichniy. Oder "Burg Bert", wie wir seine kleine Festung inzwischen nennen. Ich werde es nicht mĂŒde zu betonen: "Chicks können halt nicht 'klein'..."

    Damit war unser Schwertransport endlich vollstÀndig.

    Der LKW stand ordentlich auf seinen RĂ€dern und plötzlich fĂŒhlte sich aus dieser ziemlich improvisierten Flucht tatsĂ€chlich etwas Brauchbares entstanden an.


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    🚚 Fahrschule Bambini – Schwerlastklasse

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    Und dann kam Nellis erste Fahrstunde. Ich hatte ihr schon ihr kleines Haus in Prigorodki vermittelt.

    Nun saß sie in einem LKW. Nach Sophies kurzer ersten Autofahrt am BahnĂŒbergang war ich zugegebenermaßen ein wenig angespannt.

    Ein LKW ist schließlich kein besonders kleines Übungsfahrzeug. Aber Nelli machte ihre Sache richtig gut. Sie brachte das Ding heil und ohne einen Kratzer nach Prigorodki.

    Ohne Unfall. Ohne Überschlag. Ohne Bekanntschaft mit einem Baum oder Straßenschild. Ich war ehrlich beeindruckt.

    ZurĂŒck in Prigorodki stellte ich den LKW erst einmal sicher und begann, die Sachen zu sortieren, die wir unterwegs eingesammelt hatten. Nach diesem Tag war genau diese ruhige TĂ€tigkeit erstaunlich angenehm. Einfach nur Kisten öffnen.

    Dinge einrĂ€umen, Ordnung schaffen. Kein Schuss mehr. Kein Alarm. Kein Mensch, der dir beim Öffnen deines Tores in den RĂŒcken schoss und dann ein fremdes Zahlenschloss anbrachte.


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    🌅 Gedanken zum Schluss

    Als wir schließlich wieder in Prigorodki waren und ich mich durch unsere Beute sortierte, kam mir der ganze Tag noch einmal ziemlich chaotisch vor. Am Morgen hatte Sophie plötzlich keinen Zugang mehr zu ihrer eigenen Garage gehabt, weil ein Fremder sie erschossen und ihr Schloss ausgetauscht hatte. Wenig spĂ€ter wurde bei Mogilevka auf Mordax geschossen, der wiederum einem Fremden folgte und dabei seinen "Bau" entdeckte. Am Abend war aus einem kleinen Ausflug nach Berezhki erst ein gebrochenes Bein, dann eine Seemannskiste und schließlich ein LKW geworden.

    Viele Fragen blieben dabei offen.

    Wer Sophie angegriffen hatte, wussten wir noch immer nicht. Und auch bei den beiden bewaffneten MĂ€nnern in Berezino blieb am Ende nur der Eindruck, dass sie wohl kaum dort gewesen waren, um sich mit uns gemĂŒtlich ans Feuer zu setzen. Vielleicht muss man solche Dinge aber nicht immer sofort lösen.

    Manchmal ist es völlig in Ordnung, einen Tag einfach damit zu beenden, dass man wieder nach Hause gekommen ist.

    Nelli hatte ihre Fahrstunde bestanden und der LKW stand heil in Prigorodki.

    Mein Bein funktionierte wieder halbwegs und ich hatte endlich Zeit, die Sachen einzurÀumen.

    FĂŒr heute reichte mir das.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.

    Herz-Aus-Gold 💛