Herzzeit - Ein Blick zurück (1.29)

  • Herzzeit vom 23.06.2026 (Dienstag) – Tag 076: Die Geburtsstunde der Roten Allianz Chernarus (RAC)


    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, an denen man das Gefühl hat, dass sich etwas verändert. Nicht von heute auf morgen, sondern langsam.
    Fast unbemerkt.
    Neue Bündnisse entstehen, alte Fronten verhärten sich und irgendwo dazwischen versuchen wir Samariter weiterhin einfach nur das zu tun, was wir immer getan haben: helfen.


    🚚 Ein LKW kehrt zurück

    Assault und Luk hatten sich gerade erst niedergelassen, als sie in der Nacht bereits Opfer eines Raids wurden. Kaum hatten sie begonnen, sich ein kleines Zuhause aufzubauen, war ein großer Teil ihrer Arbeit schon wieder zunichtegemacht.

    Zur gleichen Zeit formierte sich eine neue Gruppierung: die Rote Allianz Chernarus, kurz RAC. Einige ihrer Mitglieder waren zuvor Teil der Rostigen Axt gewesen, unter anderem Sickboy und LiquidNexxus. Offiziell bestätigte niemand einen Zusammenhang, doch ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Überfall auf Assault vielleicht mehr mit dieser neuen Gruppierung zu tun hatte, als zunächst sichtbar wurde.

    Kurz darauf erhielt der Engel von Novo ( Angelus Novi) über den offenen Funk zwei Koordinaten. Der Unbekannte erklärte ihm, er habe in der Vergangenheit immer wieder Basen Unbeteiligter geschützt und als Dank dürfe er nun mit diesen Informationen machen, was er wolle.

    Am angegebenen Ort stand tatsächlich ein LKW; es war Assaults gestohlenes Fahrzeug.

    Der Engel brachte ihn nach Prigorodki und ich nahm sofort Kontakt zu Assault auf. Natürlich sollte er seinen LKW zurückbekommen. Genau dafür sind wir schließlich da.

    🪵 Man hilft sich

    Da NiggoB und WhiskeyMixer gerade am neuen Boxring arbeiteten und unser eigener LKW nach WhiskeyMixer s unglücklichem Zusammenstoß endgültig ausgemustert werden musste, fragte ich Assault, ob wir seinen LKW bis zur Rückgabe noch kurz nutzen dürften.

    So transportierten wir Stämme und Bretter für das Bauprojekt.


    ⚔️ Unruhige Zeiten

    Lange hielt die Ruhe jedoch nicht an.

    In Novodimitrovsk wurde die Basis von @Dreizehnzwölf (Max) angegriffen. Kurz darauf rückten WhiskeyMixer und Jannnik aus, um zu helfen. Die Hinweise deuteten auf CHAOS hin und schließlich entwickelte sich ein Gefecht, bei dem nach ersten Berichten wohl jeweils zwei Kämpfer auf beiden Seiten fielen.

    Am Ende konnte I.K.E.A. die Basis sichern und CHAOS zog sich mit einigen erbeuteten Gegenständen zurück. Doch noch bevor sich der Staub gelegt hatte, wurde auch Jannniks Turm in der Nacht zum Ziel eines weiteren Raids.

    Zum Glück befand sich dort kaum noch etwas von Wert.

    Trotzdem zeigte der Vorfall erneut, wie angespannt die Lage inzwischen geworden war.

    🗨️ Ein längst überfälliges Gespräch

    Während andernorts geschossen wurde, suchte ich das Gespräch mit Greeny_29.

    Dabei stellte sich heraus, dass er jenes schweigende Bambi gewesen war, das Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 vor einigen Tagen am Camp mit Gummigeschossen überwältigt, gefesselt und schließlich erschossen hatte. Seine Erklärung war einfach: Er habe Angst gehabt.

    Angst, erschossen zu werden, wenn er sprechen würde.

    Ob das der Wahrheit entsprach, vermag ich bis heute nicht zu sagen.

    Was ich jedoch wusste, war etwas anderes.

    Greeny_29 hatte monatelang mit uns am Camp gearbeitet. Er kannte unsere Regeln. Er wusste, dass wir zuerst reden und erst sehr spät zur Waffe greifen. Ich ging stark davon aus, dass er auch davon wusste, dass wir in den vergangenen Wochen immer wieder gezielt von schweigenden oder sich verstellenden Bambis provoziert worden waren.

    Gerade deshalb konnte ich seine Erklärung nicht einfach stehen lassen.

    Ich erklärte ihm ruhig, aber deutlich, dass ich ihn bitte, künftig einen Bogen um unsere Camps zu machen. Nicht aus Feindschaft, sondern weil das Vertrauen im Moment schlicht nicht mehr da war.

    Wenn er irgendwann wieder dazugehören möchte, dann führt der Weg dorthin nicht über Missverständnisse oder Spielchen, sondern über Taten. Vor allem die Geschichte um janinesta (Selina) und den Raid auf ihr Haus muss aus unserer Sicht erst aufgearbeitet werden.

    Wir lassen uns helfen. Wir helfen anderen.

    Aber wir lassen uns nicht dauerhaft für dumm verkaufen.

    im Übrigen stellte sich heraus, dass er die LKW Batterie für Davus und Kallele besorgen wollte, die gerade den LKW von Crippsy77 aus Krona holen wollten... ob Davus wirklich nichts davon gewusst hat, vermag ich nicht zu sagen. Aber ich gebe zu, dass mich die ganze Aktion mit einem faden Beigeschmack zurückgelassen hat.

    Ein rätselhaftes Projekt

    Zum Abschluss fragte ich den Erzbischof der Kirche von Morthana, Nickel, noch, ob sie sich vielleicht mit einigen Baumaterialien am Boxring beteiligen möchten.

    Seine Antwort überraschte mich.

    Alle verfügbaren Ressourcen würden derzeit für ein „Projekt in Elektro“ benötigt. Mehr verriet er nicht.

    Ich kenne den Erzbischof inzwischen gut genug, um zu wissen, dass hinter solchen Antworten meist mehr steckt. Was auch immer dort geplant wird – ich habe das Gefühl, dass wir schon bald mehr darüber erfahren werden. (Anmerkung von Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371: Oder auch nicht, wenn die Eminenz von Kirchenknilch sich erstmal aus seiner Gurkenmaske schälen muss...oder waren es Tomaten? Egal...)

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute hatte ich das Gefühl, dass Chernarus sich langsam verändert.

    Neue Gruppen entstehen. Alte Bündnisse verschieben sich. Menschen, die gestern noch Seite an Seite gekämpft haben, gehen heute getrennte Wege oder stehen sich plötzlich gegenüber.

    Und trotzdem gibt es diese kleinen Momente, die mir Hoffnung machen.

    Ein gestohlener LKW findet den Weg zurück zu seinem Besitzer. Menschen leihen sich gegenseitig Fahrzeuge, damit ein Boxring entstehen kann. Es wird gebaut, geholfen und weitergemacht, obwohl ringsherum wieder geschossen und geraided wird.

    Vielleicht ist genau das der Unterschied.

    Man kann sich entscheiden, was man hinterlassen möchte: Noch mehr Trümmer, oder einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen können.

    Ich hoffe, dass wir uns auch in Zukunft immer wieder für Letzteres entscheiden.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 24.06.2026 (Mittwoch) – Tag 077: Neue Fronten


    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, an denen sich die Grenzen zwischen Freund, Fremdem und Feind immer weiter zu verwischen scheinen. Neue Gruppen entstehen, alte Bündnisse lösen sich auf und jeder scheint davon überzeugt zu sein, auf der richtigen Seite zu stehen. Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt noch jemanden gibt, der einfach nur in Ruhe leben möchte.

    🟥 Die Rote Allianz tritt ins Licht

    Heute bekannte sich die Rote Allianz Chernarus (RAC) offiziell zu dem Raid auf Assault.

    Gleichzeitig stellte Sickboy öffentlich klar, dass LiquidNexxus, Homeless und er die "Rostige Axt" verlassen hätten und mit deren Geschäften nichts mehr zu tun hätten. Für Blitzo war das sichtlich kein leichter Moment. Die "Rostige Axt" war sein Herzensprojekt gewesen, ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen sollten. Nun gingen einige ihrer bekanntesten Gesichter eigene Wege.

    Damit war zumindest eines klar: RAC war keine lose Idee mehr, sondern begann sich als eigenständige Gruppierung zu etablieren.

    Wohin dieser Weg führen würde, konnte zu diesem Zeitpunkt wohl niemand sagen.


    🚛 Ein LKW findet ein neues Zuhause

    Der Tag begann mit einem weiteren Raidversuch von CHAOS auf eine Basis bei Novoselki. Später begegnete ich Davus am Camp und wir unterhielten uns kurz darüber. Ich vermutete, dass es sich bei der Basis um Olis Unterkunft handeln könnte, sicher wusste ich das allerdings nicht. Ich hoffte nur, dass unsere Camps von all dem unberührt bleiben würden.

    Kurz darauf beschäftigte mich schon die nächste Geschichte.

    Der geliehene LKW, den wir einst von Blitzo und Sickboy erhalten hatten, war nach einem unglücklichen Lag-Unfall endgültig zerstört worden. Zum Glück überraschte mich Assault mit einem großzügigen Angebot: Er brauche seinen LKW inzwischen nicht mehr und wir könnten ihn übernehmen.

    Als kleines Dankeschön half ich ihm beim Umzug. Eine Wagenladung voller Stämme, Bretter, Werkzeuge, Holzkisten, Fässer und Baumaterial wanderte in Richtung seiner neuen Bleibe. Dort stellte ich den LKW zunächst ab und nahm lediglich Batterie und Reifen wieder mit, damit wir ihn später problemlos zurück nach Prigorodki bringen konnten.

    Manchmal entsteht Vertrauen eben nicht durch große Worte, sondern dadurch, dass man sich gegenseitig hilft.

    🏕️ Die Arbeit hört nie auf

    Am Krankenhaus in Chernogorsk waren zwei unserer Unterstände abgebaut worden. Zum Glück kümmerte sich Blitzo sofort darum und errichtete sie erneut. Ich machte mich mit dem LKW auf den Weg und füllte beide Unterstände wieder auf. Es sind genau diese Arbeiten, die in den großen Geschichten oft untergehen. Aber gerade sie halten unsere Camps am Leben.


    🐷 Ein Fremder mit Schweinemaske

    Später berichtete mir Blitzo von einem schweigsamen Fremden mit Schweinemaske, der an der "Rostigen Axt" aufgetaucht war.

    Blitzo blieb vorsichtig und behielt seine Waffe in der Hand. Der Unbekannte sagte kein Wort.

    Nach einiger Zeit verschwand er wieder. Vielleicht war er einfach nur auf der Durchreise. Vielleicht auch nicht.

    Aber es war definitiv nicht E.C.H.O.


    🐺 Ein neuer Whitewolf

    Am Camp begrüßte ich anschließend einen Neuankömmling, der sich Whitewolf nannte. Natürlich musste ich sofort an den Whitewolf ( Exildor) von damals denken, der einst das Gemeinschaftscamp "Astloch" bei Dolina errichtet hatte.

    Doch dieser Whitewolf war ein anderer.

    Er begrüßte mich freundlich, stattete sich in aller Ruhe am Camp aus und zog anschließend weiter.

    Manche Namen kehren zurück.

    Die Menschen dahinter sind dennoch ganz andere.


    🎯 Der Scharfschütze vom Airfield

    WhiskeyMixer berichtete später von einem alten Bekannten, dem Airfield-Camper.
    Jannnik war am Airfield von jenem Scharfschützen angeschossen worden, der bereits in der vergangenen Season für viel Ärger gesorgt hatte. Inzwischen wissen wir relativ sicher, dass er sich "Killdozer" nennt.

    Er scheint genau zu wissen, was er tut.

    Er lauert Menschen auf, legt Fallen und nutzt jede Gelegenheit.

    WhiskeyMixer gelang es schließlich, den Angreifer auszuschalten. Trotzdem sprach er mit erstaunlichem Respekt über dessen taktisches Geschick.

    Vielleicht muss man die Fähigkeiten eines Gegners anerkennen können, ohne deshalb seine Taten gutzuheißen.


    ⚔️ Wer kämpft gegen wen?

    Wenig später meldete Assault einen Raider an Rheingauers! Garage.

    Er konnte den Angreifer überwältigen, bevor WhiskeyMixer hinzukam. Gemeinsam wollten sie ihn festsetzen, doch WhiskeyMixer s Schlag fiel etwas zu kräftig aus.

    Der Raider starb.

    Nicht lange danach begegnete eine Campwache in "Little Prigo" einem weiteren Bambi bei Kamyshovo.

    Er behauptete, nichts mit RAC oder dem Überfall auf Rheingauer! zu tun zu haben. Er nannte sich lediglich "Geist".

    Merkwürdig war allerdings, dass der Tote einen Regenwurm bei sich trug...
    Unwillkürlich musste ich dabei an Homeless denken.

    Vielleicht war es Zufall.

    Vielleicht auch nicht.

    Langsam begann ich mich zu fragen, wohin RAC eigentlich wollte.

    Erst Assault.

    Nun Rheingauer!

    Wer würde als Nächstes ins Visier geraten?

    Und was, wenn sie eines Tages auch uns als Verbündete von CHAOS ansehen würden, nur weil wir jedem helfen, unabhängig von der Farbe seiner Armbinde?

    Ich habe darauf nur eine Antwort.

    Wir haben keine Verbündeten.

    Wir haben Freunde und Gäste. Wir haben Menschen, denen wir helfen.

    Mehr nicht.

    Assault konnte mit dieser Haltung nur wenig anfangen.

    Davus dagegen schien eher amüsiert. Er bemerkte, dass RAC ihnen im Grunde gar nicht so unähnlich sei.

    Vielleicht hatte er damit sogar in gewisser Weise recht.


    🔥 Die Falle unter der Brücke?

    Als sie später nach Prigorodki zurückkehrte, fiel Sueda auf einer Brücke eine Rauchfahne auf.

    Neugierig folgte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 ihr bis zu einem kleinen Lagerfeuer unterhalb der Brücke. Von einem Menschen fehlte jedoch jede Spur.

    Dann krachte plötzlich ein Schuss. Die Kugel schlug nur knapp neben ihr ein.

    Instinktiv rannte sie den Hang hinauf, während weitere Schüsse links und rechts an ihr vorbeizischten. Erst oben angekommen blieb sie stehen. Sie atmete einmal tief durch, nahm ihre DMR von der Schulter und drehte sich um. Der erste Schuss verfehlte sein Ziel nur knapp.

    Der zweite traf.

    Als sie wenig später beim Angreifer ankam, war bereits alles vorbei. Bei ihm fand sie lediglich eine Derringer und eine weitere Pistole.

    Warum er auf sie geschossen hatte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Ob das Lagerfeuer tatsächlich nur eine Falle gewesen war oder bloßer Zufall, weiß ich ebenfalls nicht.

    Ich weiß nur, dass Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 an diesem Abend heil und etwas stolz nach Prigorodki zurückkehrte.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute hatte ich mehr denn je das Gefühl, dass Chernarus in Bewegung geraten ist.

    Neue Gruppen entstehen, alte Freundschaften verändern sich und überall wird darüber gesprochen, wer im Recht ist und wer nicht. I.K.E.A. hatte sogar Toah zum Feind der Fraktion erklärt, was ich inzwischen gut nachvollziehen konnte. Dennoch wollte ich vorsichtig sein.

    Vielleicht kämpfen am Ende tatsächlich alle für das, was sie für richtig halten. Doch während darüber diskutiert wird, wer Täter und wer Opfer ist, braucht irgendwo ein Mensch immer noch Verbandszeug, etwas zu essen oder einfach jemanden, der ihm zuhört. Ich wünsche niemandem Krieg.

    Aber wenn er schon geführt werden muss, dann hoffe ich, dass irgendwo zwischen all den Fronten noch Platz für ein Herz bleibt.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    🎞️VIDEO-STREAM vom Mittwoch, 24.06.2026

    🌿DayZ mit Herz - Besuch aus dem Chat 😉🚚 (Herzzeit #019) #gdz #dayzrp #dayz
    Hallo ihr Lieben,heute nehme ich euch mal wieder mit auf Tour. Ein LKW muss gesichert werden, das Camp in Prigorodki braucht Medizin und natürlich sind beim ...
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  • Herzzeit vom 25.06.2026 (Donnerstag) – Tag 078: Wenn Schatten der Vergangenheit zurückkehren


    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, an denen das Leben in Chernarus einfach seinen gewohnten Lauf nimmt. Die Gärten müssen gepflegt werden, Unterstände brauchen Nachschub und irgendwo wartet immer jemand auf Hilfe. Und dann gibt es diese Momente, in denen man plötzlich innehält, weil einen etwas aus der Vergangenheit einholt. Etwas, das man eigentlich zur Seite gelegt hatte.

    Heute war so ein Tag.


    🌫️ Ein Brief aus dem Nebel

    Vor einiger Zeit hatte ich am Camp einen Zettel gefunden. Der Wind hatte ihn gegen eines unserer Zelte gedrückt. Ich hatte ihn damals aufgehoben und eingesteckt, doch wie so oft kam das Leben dazwischen. Es gab Wichtigeres zu tun. Menschen brauchten Hilfe, Vorräte mussten verteilt werden und irgendwo wartete immer schon die nächste Aufgabe.

    Heute nahm ich mir endlich die Zeit, den Brief in Ruhe zu lesen.

    Er war von Vittorio/Heleranos .

    Ich habe ihn in den vergangenen Wochen als einen Menschen kennengelernt, der oft mehr mit sich selbst kämpfte als mit den Gefahren dieser Welt. Er half beim Camp, packte mit an, stellte gemeinsam mit uns Fahnen auf und schien langsam wieder etwas zu finden, das ihm lange gefehlt hatte.

    Und doch hatte ich immer das Gefühl, dass da noch etwas anderes war.

    Etwas, das ihn verfolgte.

    Sein Brief erzählte von Flammen, vom Nebel und von einer Frau namens Theressa. Von einer Vergangenheit, die ihn wieder einzuholen drohte. Von einem Kampf gegen eine Dunkelheit, die ihn einst verschlungen hatte und die ihn nun erneut zu rufen schien.

    Ich verstand nicht jede Zeile.

    Vielleicht musste ich das auch gar nicht.

    Vor einiger Zeit hatte Vittorio/Heleranos uns schon einmal eine Botschaft hinterlassen. Runenschrift. Nur drei Worte.

    Flammen. Nebel. Freiheit.

    Ich verstehe nicht viel von Runen.

    Aber ich glaube, manche Menschen müssen erst durch das Feuer gehen, bevor sie erkennen, wer sie wirklich sind. Und manche müssen sich erst im Nebel verlieren, bevor sie den Weg nach Hause finden.

    Falls das hier ein Abschied ist, hoffe ich, dass du gefunden hast, wonach du gesucht hast.

    Falls nicht...

    ...dann weißt du ja, wo das Camp steht und dass wir alles tun werden, um dich zu unterstützen. Was auch immer du da bewältigen musst...


    🌱 Der Alltag geht weiter

    Während ich den Brief wieder sorgfältig zusammenfaltete, ging das Leben in Chernarus längst weiter.

    Ich kümmerte mich um Prigorodki, während Jannnik auf die Jagd ging und sich um unsere Gärten kümmerte. Anschließend machte ich mich auf den Weg nach Elektrozavodsk, füllte die Vorräte auf und lief am Abend wieder zurück zum Camp.

    Zwischendurch berichtete The_GraveDigger, dass einige der helfenden Hände offenbar etwas Lagerkoller bekommen hatten und in Prigorodki Schüsse gefallen waren. Zum Glück blieb es bei einem kurzen Zwischenfall.


    📻 Frust im Funk

    Später hörte ich einem Funkgespräch zwischen Rheingauer! und Sickboy von der Roten Allianz Chernarus zu.

    Es fiel mir auf, wie viel Frust inzwischen auf allen Seiten mitschwang. Ich musste dabei an Schmetterling08 denken.

    Damals hatten wir gemeinsam gelacht, gebaut und Pläne geschmiedet. Irgendwann schlichen sich Missverständnisse ein, dann Verletzungen und schließlich gingen alle ihre eigenen Wege.

    Ich hoffe sehr, dass sich Geschichte nicht zwangsläufig wiederholen muss. Denn jeder glaubt, für das Richtige zu kämpfen. Und doch bleibt am Ende oft nur Enttäuschung zurück.


    🌙 Gerüchte in der Nacht

    In der Nacht machte das Gerücht die Runde, RAC habe erneut versucht, bei Rheingauer! einzubrechen. Assault berichtete, einer der Beteiligten sei sogar auf frischer Tat ertappt worden. Rheingauer! schilderte die Ereignisse später etwas anders. Eingedrungen sei niemand. Wie so oft blieb mehr als eine Wahrheit zurück.


    🤝 Ein ehrlicher Fehler

    Kurz vor Einbruch der Dunkelheit begegnete ich schließlich einem stillen Bambi. Ich gebe zu, dass ich inzwischen vorsichtiger geworden bin. Zu vieles war in den vergangenen Tagen passiert. Doch statt vorschnell zu urteilen, sprach ich sie an. Die junge Frau stellte sich schließlich als "Gisi" vor.

    Sie war gemeinsam mit Samu und einem weiteren Freund namens "Joni" unterwegs. Nein, nicht vJoni und auch nicht jener Samuel aus vergangenen Zeiten, sondern ein anderer Überlebender, den ich erst vor Kurzem kennengelernt hatte.

    Im Gespräch stellte sich heraus, dass Gisi versehentlich einen unserer Unterstände abgebaut hatte. Sie hatte gar nicht gewusst, dass er zu unserem Camp gehörte und wollte ihn einfach mitnehmen. Als ich sie darauf ansprach, bestritt sie nichts.

    Im Gegenteil.

    Sie entschuldigte sich sofort. Eigentlich hätten wir für den Wiederaufbau eine Zeltplane oder zwei Felle gebraucht. Beides hatten die drei jedoch nicht.

    Also machte ich ihr einen anderen Vorschlag: Fünfzig Stöcke. Gemeinsam mit Joni machte sie sich sofort auf den Weg und wenig später stand zwischen unseren Unterständen aus Zeltplane ein einfacher Unterstand aus Holz. Er passte überhaupt nicht zu den anderen aus Zeltplane.

    Und genau deshalb mochte ich ihn. Er erinnerte mich daran, dass Fehler passieren. Entscheidend ist nicht, ob jemand einen Fehler macht.

    Entscheidend ist, was danach geschieht. Ich schenkte Gisi zum Abschied eine Armbrust. Samu und Joni bekamen noch Rucksäcke und einige andere Dinge für ihren weiteren Weg.

    Dann zogen die drei weiter.


    🚗 Ein ruhiger Abend

    Später wurden in Svetlojarsk ein Ada und eine Olga gemeldet. Zunächst entstand die Sorge, CHAOS könnte erneut auf Raidtour sein. NiggoB machte sich vorsorglich auf den Weg.

    Doch die Nacht blieb ruhig. Später tauchte ein Foto auf, das Assault gemeinsam mit CHAOS zeigte. Sofort entstanden neue Gerüchte. Kallele erklärte jedoch umgehend, dass man lediglich bei einem Unfall geholfen und dabei das Bild gemacht habe. Ob mehr dahintersteckte? Ich weiß es nicht.

    Und manchmal ist es besser, erst einmal abzuwarten, bevor man urteilt.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Als ich Gisi, Samu und Joni hinterhersah, musste ich noch einmal an Vittorios Brief denken.

    Der eine kämpfte gegen Schatten aus seiner Vergangenheit. Die andere hatte einfach einen Fehler gemacht und den Mut gehabt, ihn wieder gutzumachen.

    Vielleicht ist genau das der Unterschied. Nicht jede Last muss ein Mensch allein tragen.

    Und nicht jede Geschichte endet dort, wo etwas kaputtgeht.

    Manchmal beginnt genau dort etwas Neues.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.


    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    🎞️VIDEO-STREAM vom Donnerstag, 25.06.2026

    🌿DayZ mit Herz - Wie war das noch damals...? (Herzzeit #020) #gdz #dayzrp #dayz
    Hallo ihr Lieben,heute nehme ich euch mal wieder mit auf Tour. Kein fester Plan, aber das Camp könnte sicher Nahrung brauchen und während des Streams unterha...
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  • Herzzeit vom 26.06.2026 (Freitag) – Tag 079: Neue Wege


    Hallo ihr Lieben,

    manchmal begegnet man Menschen genau in dem Moment, in dem sie alles verloren haben. Einfach, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren und die Regeln und den Rhythmus dieses Landes noch nicht kannten. Vielleicht erinnern mich solche Begegnungen deshalb immer wieder daran, warum unsere Camps überhaupt entstanden sind.


    🚁 Ein Absturz im Herzen des Landes

    Am Vormittag erreichte uns die Nachricht, dass bei Stary Sobor ein Militärhubschrauber abgestürzt war.

    CHAOS konnte die Ladung sichern, wurde beim Rückzug jedoch selbst unter Beschuss genommen. Alex, den manche nur als den „Toxic Sniper“ kennen, wurde getroffen, konnte sich aber offenbar noch rechtzeitig zurückziehen. Kurz darauf entdeckte E.C.H.O. eine weiße Olga in einem Waldstück. Man vermutete, dass sie zu CHAOS gehörte, und Jannik brachte das Fahrzeug schließlich in Sicherheit.

    So schnell wechselten in Chernarus manchmal die Rollen.

    Jäger wurden zu Gejagten.


    🚶 Eine Wanderung nach Berezino

    Später machte ich mich zu Fuß auf den Weg nach Berezino. Ich brauchte einfach etwas Ruhe brauchte.

    Noch immer gingen mir die Gespräche über die neu entstandene Guerillagruppe durch den Kopf. Immer wieder musste ich an Schmetterling08 denken und daran, wie aus guten Absichten irgendwann Misstrauen werden konnte. Vielleicht war es nur Zufall. Vielleicht aber auch eine Geschichte, die sich immer wieder zu wiederholen drohte.


    🪖 Zwei Fremde am Camp

    Als ich Berezino erreichte, fiel mir sofort auf, dass einige Zombies vor dem Camp tot am Boden lagen.

    Ich wurde vorsichtig.

    Statt einfach hineinzugehen, beobachtete ich zunächst aus der Ferne. Kurz darauf liefen zwei schwer bewaffnete Fremde durch das Camp. Einer trug einen roten, der andere einen grauen Motorradhelm. Mein erster Gedanke war, mich nicht zu zeigen. Ich legte meine Blaze in ein Gebüsch, kletterte auf das Dach der Krankenstation und sprach sie von dort aus an.

    „Entschuldigt... würdet ihr eure Waffen vielleicht wegstecken? Das macht mich immer etwas nervös.“

    Zunächst suchten sie nur nach der Stimme. Dann kam einer langsam näher.

    „Sprech ich etwa Spanisch?“, rief er schließlich herauf. Ich musste lachen.

    „Nein... aber bisher habe ich dich einfach nicht gehört.“

    Er grinste, steckte seine Waffe weg und nach kurzem Zögern tat sein Begleiter es ihm gleich.

    Erst da verließ ich mein Versteck.


    🤝 Johann und Trebossa

    Der Mann mit dem grauen Helm stellte sich als Leutnant Johann vor. Sein Begleiter hieß Trebossa.

    Sie hörten aufmerksam zu, während ich ihnen erklärte, warum es unsere Camps überhaupt gibt und weshalb wir versuchen, jedem Neuankömmling den Einstieg etwas leichter zu machen.

    Dann erzählten sie ihre Geschichte: Erst am Abend zuvor seien sie bei Zelenogorsk erschossen worden und mit jedem Satz wurde mir klarer, was geschehen sein musste. Die beiden hatten ihre erste Basis ausgerechnet vor den Toren des CHAOS-Gebiets errichtet. Als wäre das nicht schon unglücklich genug gewesen, trugen sie auch noch schwarze Armbinden...

    Ich konnte mir denken, wie diese Begegnung verlaufen war. „Man hätte doch wenigstens reden können“, sagte Johann kopfschüttelnd und ich konnte seinen Frust gut verstehen. Und doch erklärte ich ihm, dass zwischen manchen Gruppierungen inzwischen so viel Feindschaft herrschte, dass Worte oft gar keine Chance mehr bekamen. Später bestätigte auch der CHAOS-Kurier den Vorfall.

    Zunächst war Johann erschossen worden. Sein Freund sollte anschließend "befragt" werden. Doch als dieser sich entgegen ihrer Anweisungen bewegte, starb auch er.

    Danach wurde ihre kleine Basis vollständig zurückgebaut. Nun standen beide wieder dort, wo fast jeder einmal angefangen hatte: Mit leeren Händen an der Küste.


    🚗 Ein neuer Anfang

    Während wir noch miteinander sprachen, erwähnten die beiden, dass sie nun dringend ein Fahrzeug suchten, um irgendwo neu anfangen zu können. Ich erzählte ihnen vom Wohnheim, von unserem Hilfsprojekt und davon, dass es manchmal etwas dauert, bis wir passende Fahrzeuge finden. Dann versprach ich ihnen, die Augen offen zu halten.

    Und während ich das sagte, fiel mir bereits ein Auto ein, das vielleicht genau das Richtige für die beiden sein könnte. Vielleicht konnte aus diesem schlechten Anfang doch noch etwas Gutes entstehen.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Auf meinem Rückweg musste ich daran denken, wie unterschiedlich Menschen auf Verlust reagieren.

    Die einen werden bitter, die anderen geben auf. Und wieder andere stehen einfach auf, klopfen sich den Staub von der Kleidung und beginnen noch einmal von vorn.

    Vielleicht ist genau das der größte Mut, den diese Welt verlangt; nicht immer zu gewinnen, sondern nach jeder Niederlage den Willen zu behalten, wieder etwas aufzubauen.


    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛


    🎞️VIDEO-STREAM vom Freitag, 26.06.2026

    🌿DayZ mit Herz - Unterwegs in Chernarus (Herzzeit #021) #gdz #dayzrp #dayz
    Hallo ihr Lieben,heute nehme ich euch mal wieder mit auf Tour. Kein fester Plan, aber mal sehen, was kommt :)💛 Herzzeit – Gedanken, Begegnungen, Entscheidun...
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  • Herzzeit vom 27.06.2026 (Samstag) – Tag 080: Vertrauensbrüche


    Hallo ihr Lieben,

    Vertrauen ist eine merkwürdige Sache.

    Es lässt sich nicht bauen wie ein Unterstand. Nicht mit Brettern, Nägeln oder Baumstämmen. Es wächst langsam. Oft über Wochen oder Monate. Und manchmal reicht eine einzige Entscheidung, damit etwas zerbricht, das sich nicht so einfach wieder zusammensetzen lässt.

    Heute musste ich daran oft denken.


    🚚 Ein neuer Anfang auf vier Rädern

    Als ich morgens das Camp kontrollierte, stellte ich fest, dass sämtliche Bandagen verschwunden waren. Auch die Angeln und Köder hatten über Nacht neue Besitzer gefunden. Es war ärgerlich, aber nichts, was sich nicht ersetzen ließ. Viel mehr beschäftigte mich eine andere Sache.

    Ich hatte Johann versprochen, nach einem Fahrzeug Ausschau zu halten. Also meldete ich mich bei I.K.E.A. und fragte, welches der beiden Fahrzeuge sie lieber als Belohnung für ihren Einsatz rund um Blitzo s LKW behalten wollten: den gelben Sarka oder den LKW.

    NiggoB entschied sich für den LKW.

    Und im selben Atemzug sagte er, Johann solle ihn bekommen. Ich sag es immer wieder: Genau solche Momente machen unsere Gemeinschaft aus. Weil wir teilen, wenn wir können.
    Ich richtete den LKW noch etwas her, legte Werkzeug, einige Baumaterialien und ein paar Stämme hinein. Viel weiter kam ich jedoch nicht.

    Aus Chernogorsk waren Schüsse zu hören. Also sprang ich kurzerhand ins Fahrzeug und machte mich auf den Weg. Noch im Vorbeifahren winkte mir ein Bambi am Camp zu. Ich hätte gerne angehalten, doch manchmal muss man Prioritäten setzen.

    In Berezino traf ich schließlich Johann wieder.

    Gemeinsam verbrachten wir den Abend am Camp, ehe Rio ein Zugevent bei Rify meldete. Also fuhren wir los und beluden den LKW mit Brettern, einem Fass und einem Zelt.

    Anschließend überließ ich Johann endgültig den Truck. Er wirkte beinahe sprachlos. Ich glaube, er hatte nicht damit gerechnet, dass ihm jemand einfach so ein Fahrzeug mit Baumaterial anvertrauen würde.

    🏕️ Von Camp zu Camp

    Zu Fuß ging es für mich weiter. In Berezino packte ich zwei Kühler für Prigorodki ein, denn dort waren inzwischen keine mehr vorhanden. Anschließend brachte ich Medikamente nach Nizhnoye und einen weiteren Kühler nach Solnichniy.

    Dort traf ich überraschend auf CHAOS.

    Und erneut auf Tomas, TomTeeJay.

    Kallele und Davus überreichten mir außerdem eine seltene Armbrust in beiger Tarnlackierung, die sie beim Helikopterabsturz geborgen hatten. Sie selbst konnten damit wenig anfangen.

    Ich werde sie in Ehren halten. Während wir uns unterhielten, erzählte Tomas voller Begeisterung von seiner neuen Basis.

    Erst viel zu spät fiel mir auf, dass wir nicht allein waren. Ich konnte ihn nur noch warnen.

    Danach machten wir gemeinsam bei Kamyshovo ein Boot klar. Er wollte nach seiner Unterkunft sehen, während ich nach Prigorodki zurückkehrte.


    🔓 Wenn Vertrauen missbraucht wird

    Unterdessen berichtete Blitzo etwas, das mich weit mehr beschäftigte als jede verlorene Ausrüstung. Er hatte seinen "SCHNEEFUCHS" zurückbekommen.

    Jenes Auto, das ich ihm damals überlassen hatte, nachdem seine ursprüngliche Olga verloren gegangen war. Wie sich nun herausstellte, war das Fahrzeug bereits vor gut einer Woche von Mitgliedern der heutigen RAC entwendet worden. Damals gehörten sie offiziell noch zu Blitzo s Gruppe und der "Rostigen Axt".

    Sie kannten den Zahlencode, weil Blitzo ihnen vertraut hatte. Ich merkte sofort, wie schwer ihm diese Erkenntnis fiel. Er versuchte, die Sache herunterzuspielen. Meinte, sie hätten viel durchgemacht und vielleicht sei all das einfach aus Wut passiert.

    Ich konnte das verstehen, aber ich wollte es nicht gutheißen. Wer Vertrauen geschenkt bekommt, trägt Verantwortung dafür.

    Man darf unterschiedlicher Meinung sein und getrennte Wege gehen. Aber das Vertrauen eines Freundes auszunutzen, nur weil man inzwischen auf einer anderen Seite steht...

    ...das hinterlässt Spuren.


    🎯 Ein alter Schatten kehrt zurück

    WhiskeyMixer meldete sich wenig später.

    An unserer Eventarena hatte sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt. Ein Zahlenschloss versperrte plötzlich den Eingang und einige Versorgungsgüter waren in einem fremden Zelt gelandet.

    Fast zeitgleich berichtete Pinky von einem Fremden, der unbehelligt am Camp gegrillt hatte.

    Sofort hatten wir denselben Gedanken.

    Toah.

    Wir bezogen unsere Positionen.

    Kurz darauf erschien Marcel, unser fuerwehrler am Camp. Während wir noch miteinander sprachen und in Erinnerungen an früher schwelgen, hörte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 plötzlich Geräusche aus dem Kochhaus. NiggoB versuchte zunächst, Kontakt aufzunehmen.

    Keine Antwort.

    fuerwehrler entschied sich schließlich, als Erster hineinzugehen. Unbewaffnet.

    Keine Sekunde später fielen Schüsse. fuerwehrler brach leblos zusammen. NiggoB, WhiskeyMixer und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 stürmten sofort hinterher.

    Doch NiggoB reagierte schneller, als der Angreifer nachladen konnte. Der Kampf war vorbei.

    Später verglichen wir Pinkys Beobachtungen mit dem Aussehen des Angreifers. Vieles sprach dafür, dass es tatsächlich Toah gewesen war.... wieder einmal.
    Wieder einmal hatte sein Zorn einen absolut Unbeteiligten dahingerafft.

    Schweigend sicherten wir Marcels Ausrüstung notdürftig und versprachen ihm, ihn später persönlich an der Küste abzuholen.

    ⚰️ Das Ende einer langen Jagd

    Noch war der Tag jedoch nicht vorbei.

    In Berezino entdeckten Pinky und janinesta (Selina) erneut eine Leiche am Camp. Außerdem waren zahlreiche Zombies unterwegs. Sie meldeten den Vorfall sofort und zogen weiter, um Medikamente zu besorgen. The_GraveDigger alarmierte The_GhostRider, der gerade Wache hielt.

    Tatsächlich erschien wenig später erneut ein Fremder am Turm.

    Er wurde mehrfach aufgefordert zu reden.

    Er erhielt Warnungen.

    Doch statt darauf einzugehen, begann er, den Turm zu umrunden und offensichtlich nach einem Weg hinein zu suchen.

    The_GhostRider entschloss sich zu schießen. Eigentlich wollte er nur die Beine treffen, aber die Kugel traf den Kopf.

    Damit endete eine Geschichte, die unsere Camps viele Tage lang beschäftigt hatte.

    Die sterblichen Überreste wurden später würdevoll bestattet und den Flammen übergeben.


    🌱 Ein neuer Anfang

    Am Abend holte ich gemeinsam mit Cala-j noch Chantal in Solnichniy ab. Sie war erst vor Kurzem nach Chernarus gekommen, kannte SebastianThe1st. und wollte lernen, wie man in dieser Welt überlebt. Wir nahmen sie mit nach Prigorodki.

    Während Cala-j ihr die Grundlagen erklärte, musste ich unwillkürlich lächeln. Zwischen all den Konflikten begann irgendwo gerade wieder jemand ganz von vorne. Später begegnete ich noch Elias.

    Zunächst schwieg auch er. Ich rollte mit den Augen. In letzter Zeit schien Schweigen fast zur Mode geworden zu sein.

    Doch schließlich fand auch er seine Sprache, verstand, was unsere Camps bedeuteten, bedankte sich und zog weiter.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute habe ich viel über Vertrauen nachgedacht.

    Darüber, wie leicht es verloren gehen kann und wie schwer es ist, es wieder aufzubauen.

    Vielleicht ist Vertrauen am Ende wie eines unserer Camps.

    Jeder kann dort vorbeikommen.

    Jeder darf sich bedienen.

    Aber damit ein Camp bestehen bleibt, braucht es Menschen, die nicht nur nehmen, sondern auch etwas zurückgeben.

    Vielleicht gilt das nicht nur für unsere Unterstände.

    Sondern auch für Freundschaften.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.


    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    🎞️VIDEO-STREAM vom Samstag, 27.06.2026

    🌿DayZ mit Herz - Die Sache mit dem LKW... (Herzzeit SPEZIAL #022) #gdz #dayzrp #dayz
    Hallo ihr Lieben,heute nehme ich euch mal wieder mit auf Tour. Wir machen einen LKW für Johann flott, reden mit Blitzo über die neusten Entwicklungen in Bezu...
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  • Herzzeit vom 28.06.2026 (Sonntag) – Tag 081: Neue Gesichter


    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, an denen keine große Schlacht geschlagen wird und trotzdem vieles in Bewegung gerät.

    Missverständnisse werden ausgeräumt. Menschen sprechen endlich miteinander. Neue Überlebende finden ihren Weg an unsere Camps und beginnen irgendwo zwischen Angst und Hoffnung ein neues Leben. Vielleicht sind es genau diese Tage, die zeigen, dass Chernarus nicht nur aus Kämpfen besteht.


    🏕️ Ein Camp bleibt niemals lange leer

    The_GraveDigger meldete am Morgen, dass in Berezino wieder Medizin und Gasmasken fehlten. Einige Dinge lagen achtlos auf dem Boden verstreut. Ob das dieselben beiden Überlebenden gewesen waren, die eine Campwache in der Nacht noch beobachtet hatte, ließ sich nicht mehr feststellen.

    janinesta (Selina) holte unterdessen Jannnik und fuerwehrler in Solnichniy ab. Jannnik hatte wieder einmal bewiesen, dass der berüchtigte "Jannik-Move" keine Legende ist und war kurzerhand während der Fahrt aus einem Auto gesprungen. Ich glaube langsam, manche Dinge gehören einfach zu einem Menschen.

    🤝 Wenn man miteinander spricht

    Blitzo berichtete später, dass er sich mit den Leuten von RAC ausgesprochen habe. Je länger ich ihm zuhörte, desto deutlicher wurde, dass manche Geschichten eben doch mehr als eine Seite haben.

    Die Olga war damals nicht gestohlen worden, weil man Blitzo schaden wollte. Sie wurde genutzt, weil mehrere Lager angegriffen worden waren und dringend Material in Sicherheit gebracht werden musste. Anschließend wollte RAC das Fahrzeug zurückbringen, geriet jedoch selbst unter Beschuss. Einer von ihnen starb und die Olga blieb schließlich in einer Garage bei Stary Sobor zurück.

    Da Blitzo angekündigt hatte, einige Tage nicht erreichbar zu sein, informierte ihn zunächst niemand darüber. Erst viel später meldete sich einer der Beteiligten, erklärte ihm den gesamten Ablauf und nannte den Standort des Fahrzeugs. Blitzo holte die Olga schließlich selbst zurück.

    Die Beteiligten entschuldigten sich bei ihm und überließen ihm zusätzlich Material als Wiedergutmachung.

    Ich freue mich ehrlich, dass die Angelegenheit zwischen ihnen geklärt werden konnte.

    Und trotzdem blieb bei mir ein kleiner Gedanke zurück....vielleicht bin ich in solchen Dingen altmodisch. Aber selbst bei Menschen wie janinesta (Selina) oder Pinky würde ich niemals einfach ein Schloss aufschließen und mir etwas nehmen, nur weil ich gerade niemanden erreiche. Auch dann nicht, wenn ich glaube, gute Gründe dafür zu haben.

    Vertrauen lebt davon, dass man den schwierigeren Weg geht, nicht unbedingt den bequemeren.


    🚗 Hilfe unterwegs

    Währenddessen waren janinesta (Selina) und Pinky wieder quer durchs Land unterwegs. Diesmal halfen sie Rheingauer! und retteten sowohl ihn als auch sein Fahrzeug. Ich selbst brachte Kleidung nach Elektrozavodsk, kümmerte mich um das Camp und pflanzte noch einige Zucchini an.

    Es sind oft genau diese kleinen Arbeiten, die in den Berichten untergehen und doch dafür sorgen, dass unsere Camps überhaupt funktionieren.


    🥊 Unterricht in Chernarus

    Später brachte fuerwehrler seinen Freund Febreze mit. Sein Start in Chernarus verlief... sagen wir einmal... unerquicklich.

    Kaum war er in Kamyshovo angekommen, geriet er vermutlich CHAOS vor die Füße. Statt einer freundlichen Begrüßung zeigte er aus Versehen den Stinkefinger, obwohl er eigentlich nur winken wollte. Manchmal kann eine falsche Bewegung über Leben und Tod entscheiden. Zum Glück ließ er sich davon nicht entmutigen und fand schließlich den Weg nach Prigorodki.

    Auch Chantal war wieder am Camp.

    Cala-j nahm sich erneut Zeit für sie und zeigte ihr geduldig, wie man sich gegen Zombies behauptet und worauf es beim Boxen ankommt. Jeder von uns hat einmal so angefangen; mit den ersten unsicheren Schritten. Mit Fragen und Fehlern. Und wo sind wir heute?


    🏠 Ein neuer Anfang

    Währenddessen begannen Johann und Trebossa endlich mit dem Bau ihrer ersten richtigen Unterkunft. Als ich daran vorbeikam, musste ich lächeln. Vor zwei Tagen hatten die beiden noch erzählt, wie sie alles verloren hatten. Nun standen sie dort, mit Hammer und Brettern in der Hand, und bauten sich Stück für Stück wieder eine Zukunft auf.

    Genau da zeigt sich die Stärke eines Menschen. Nicht, niemals zu fallen. Sondern wieder aufzustehen.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute sind mir viele neue Gesichter begegnet.

    Manche voller Hoffnung, manche noch etwas unsicher. Und manche hatten gerade erst erfahren, dass Chernarus nicht immer fair ist.

    Ich hoffe, dass sie sich eines bewahren können. Nicht ihre Ausrüstung oder ihre Autos. Sondern die Bereitschaft, anderen trotzdem noch zu vertrauen.


    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.


    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    🎞️VIDEO-STREAM vom Sonntag, 28.06.2026

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    Hallo ihr Lieben,heute nehme ich euch mal wieder mit auf Tour. Ich laufe die Camps ab und will am Ende in Berezino ankommen. Aber heute steht erstmal die ers...
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  • Herzzeit vom 29.06.2026 (Montag) – Tag 082: Aktion und Reaktion


    Hallo ihr Lieben,

    heute fällt mir das Schreiben schwer. Nicht, weil so viel passiert ist, das ist es zwar auch. Aber ich weiß noch immer nicht, ob ich das Richtige getan habe.


    🏕️ Ein unruhiger Abend

    Der Tag begann eigentlich ruhig.

    Nahe der BBA wurde ein LKW abgestellt, der wenig später von Kallele und Davus wieder abgeholt wurde. Noch konnten wir uns keinen Reim darauf machen.

    NiggoB, WhiskeyMixer und ich räumten derweil zum wiederholten Mal an der Eventarena auf. Wieder hatte jemand Zelte versetzt, Gegenstände eingelagert und Dinge aus unserem Camp mitgenommen. Also räumten wir alles zurück an seinen Platz und bauten anschließend weiter an Blitzo s Bar. Eigentlich hatte ich danach noch nach Berezino laufen wollen. Doch als die Dunkelheit hereinbrach, blieb ich in Prigorodki.

    Kallele war ebenfalls dort. Er war nach einem kleinen Bauunfall als Bambi zurückgekehrt und wir saßen noch eine Weile am Lagerfeuer. Es war einer dieser ruhigen Abende, an denen man fast glauben konnte, dass Chernarus auch friedlich sein kann.


    🏹 Toahs Rückkehr

    Kurz vor Sonnenaufgang änderte sich alles. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich eine Bewegung am Rohbau.

    Zu zielstrebig, zu entschlossen und die Waffe im Anschlag. Ich kannte das Bild.
    Auch Pinky schlug von seinem Aussichtsposten aus Alarm.

    Mir war sofort klar, wen ich vor mir hatte. „Kalle... Vorsicht. Das könnte er sein...“

    Mehr brachte ich kaum heraus. Kallele hatte nur eine BK-18 bei sich und fragte noch, ob er schießen solle.

    Ich bejahte. Dann zog ich mich auf das Dach des Kochhauses zurück. Von dort aus konnte ich nur Bruchstücke erkennen.

    Ich hörte Schüsse. Dann Stille.

    Keine Antwort mehr von Kallele.

    Noch ehe ich begriff, was geschehen war, lief der Fremde bereits mit erhobener Waffe durch unser Camp.

    Er rief nach mir. Sagte ich solle doch rauskommen, er wolle mir helfen.
    Diese Stimme...es war Toah. Kein Zweifel. "Kleiner Feigling!", warf ich ihm zurück.

    💘 Karma

    Er stolzierte durchs Camp und suchte nach mir. Provozierte.
    Ich umklammerte die Armbrust, die Kallele mir gegeben hatte fester. Kallele, der jetzt irgendwo da unten tot auf dem Boden lag. Tot, weil er sich für mich geopfert hatte. Für das Camp...
    Ich zielte und schoss, aber ich verfehlte. Natürlich...
    Doch Toah schien das entweder nicht zu bemerken oder nicht zu wissen, woher der Schuss gekommen war. Weitere spöttische Kommentare folten.

    "Herzchen, wo bist du denn? Komm doch raus..." Er nannte mich einen Feigling.

    Ich weiß bis heute nicht, ob er selbst glaubte, was er sagte. Aber ich atmete durch und schloss die Augen. Versuchte die Aufregung und Unsicherheit herunterzuschlucken. Dann kniete ich mich auf dem Dach in seine Richtung, legte einen neuen Pfeil auf und atemete durch.

    Gerade, als er höhnisch fragte, ob ich wieder meine „Prügelknaben“ holen würde, verstummte er mitten im Satz.
    Der Pfeil hatte getroffen. Toah lag im Camp.

    Ich sprang vom Dach, wollte ihn fesseln. Wollte ihn noch ein letztes Mal zur Rede stellen. Ich wollte, dass dieser Wahnsinn endlich aufhörte.

    Doch als ich ihn erreichte, war es bereits zu spät.

    Er war tot.

    Ich blieb einen Moment neben ihm stehen.

    Nicht triumphierend oder erleichtert.

    Einfach nur still.

    Ich hatte nie gewollt, dass es so endet. Aber ich wusste gleichzeitig, dass dieser Kampf nicht von mir begonnen worden war.

    Er hatte heute Kallele erschossen. Er war bewaffnet ins Camp gestürmt. Und doch fragte ich mich in diesem Moment nur: Warum?

    Warum musste es überhaupt so weit kommen?


    ⚰️ Kalles Opfer

    Kurze Zeit später kamen Pinky, der Saint und die anderen. Gemeinsam bargen wir die Ausrüstung und bestatteten die beiden.

    Erst später wurde mir richtig bewusst, was eigentlich geschehen war. Nicht ich war Toahs erstes Ziel gewesen.

    Es war Kallele. Er hatte sich zwischen das Camp und den Angreifer gestellt. Mit einer einfachen BK-18, was Toah sogar noch überheblich quittiert hatte. Eine einfache Schrotflinte gegens ein automatisches Sturmgewehr.

    Kallele nahm das erstaunlich gelassen.

    Fast zu gelassen.

    Er meinte sogar, man müsse mit Toah reden. Vielleicht könne man ihn noch erreichen. Auch er hatte in Bezug auf die Camps früher Fehler gemacht und würde die Dinge nun anders sehen.
    Ich wünschte, ich könnte diesen Optimismus teilen.

    Doch ich glaube, Toah sah in mir längst das personifizierte Böse. Ich weiß nicht, ob Worte daran noch etwas hätten ändern können.


    🚖 Noch ein Versuch

    Während wir am Camp noch versuchten zu begreifen, was gerade geschehen war, machten sich Kallele und Davus wenig später an der Küste auf die Suche nach Toah.

    Nicht, um ihn zu erschießen. Sondern um mit ihm zu reden.

    Tatsächlich trafen sie auf einen frisch erwachten Überlebenden. Doch statt das Gespräch zu suchen, zeigte ihnen das Bambi nur den Stinkefinger und ging unmittelbar zum Angriff über.
    Wenig später lag auch dieser Überlebende tot im Gras. Wieder stand der Verdacht im Raum, dass es Toah gewesen sein könnte. Für heute war das zumindest das Letzte, was wir von ihm gehört hatten. Doch ich war mir sicher, dass das nicht das Ende der Geschichte war. Noch nicht.


    🔎 Auf Spurensuche

    Später machten sich janinesta (Selina), Pinky, Blitzo und ich auf den Weg, um Toahs Versteck im Wald zu finden. Irgendwoher musste er seine Waffe geholt haben, eine AUR AX mit Schalldämpfer.

    Wir wollten verstehen. Und wir wollten verhindern, dass sich alles wiederholt.

    Zunächst fanden wir nichts.

    Erst Rio erkannte auf meinen Aufnahmen etwas Entscheidendes: Toah musste kurz zuvor seine eigene Kiste geplündert haben. Dort lagen eine AUR AX, ein Schalldämpfer, mehrere Magazine und ausreichend Munition. Mit genau dieser Ausrüstung war er anschließend ins Camp gekommen. Plötzlich ergab vieles einen Sinn.

    Und gleichzeitig tat es noch mehr weh.

    Denn Rio erzählte mir auch, dass Toah den Standort dieser Kiste nur kannte, weil sie früher häufig miteinander gehandelt hatten...

    Da war es wieder. Vertrauen... und wir alle wussten inzwischen, dass dies auf sehr unterschiedliche Weise enden konnte.

    🤝 Trotz allem

    Wenig später begegnete ich Nockray5, "Dr. Locke" wieder. Auch er sprach zunächst kaum.

    Vor einigen Tagen hätte mich das vermutlich sofort misstrauisch gemacht. Heute sprach ich ihn trotzdem an. Und am Ende verstanden wir uns. Vielleicht schließt er sich der Roten Allianz an. Vielleicht auch nicht. Aber solange jemand bereit ist zu reden, werde ich das Gespräch suchen. Daran möchte ich festhalten.


    🍂 Abschiede

    Am Abend erzählte mir Arndt schließlich noch von Johann.

    Offenbar hatten Kallele und Davus ihn mehrfach aufgesucht, gefesselt und ihm eine "Lektion" erteilen wollen. Schließlich hatte Johann aufgegeben. Den LKW, den wir ihm mit so viel Freude überlassen hatten, wollte er nicht einmal mehr zurück.

    „Behaltet ihn“, soll er gesagt haben. Vielleicht war es nur Frust.

    Vielleicht aber auch Resignation.

    Es schmerzte mich.

    Nicht wegen des LKW, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass mehrere Tage gemeinsamer Arbeit innerhalb weniger Stunden wieder zerbrochen waren.

    Die zweite Nachricht von Arndt überraschte mich ebenfalls.

    Der Toxic Sniper, der in den vergangenen Tagen immer wieder für Unruhe gesorgt hatte, soll sich zurückgezogen haben.

    Warum, wusste niemand. Vielleicht ist seine Geschichte damit wirklich zu Ende.

    Vielleicht sehen wir ihn eines Tages wieder.

    Im Moment fällt es mir allerdings schwer, darüber nachzudenken. Noch immer sehe ich Kallele vor mir. Und noch immer zittert meine Hand, wenn ich an die beiden Pfeile denke, den ich heute abgeschossen habe.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute zitterte meine Hand. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich anders hätte handeln können.

    Vielleicht.

    Vielleicht auch nicht.

    Ich weiß nur eines: Ich möchte nie an den Punkt kommen, an dem sich so etwas normal anfühlt. Denn wenn der Tag kommt, an dem ein Mensch einen anderen tötet und anschließend einfach weitermacht, als wäre nichts gewesen...dann hat diese Welt mehr verloren als nur ein weiteres Leben.

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛


    🎞️VIDEO-STREAM vom Montag, 29.06.2026

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    Hallo ihr Lieben,heute nehme ich euch mal wieder mit auf Tour. Wir brechen den Weg nach Berezino ab und suchen Stacheldraht für die Arena. Soweit der Plan, a...
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  • Herzzeit vom 30.06.2026 (Dienstag) – Tag 083: Wunden lecken


    Hallo ihr Lieben,

    nach den vergangenen Tagen kehrte heute etwas Ruhe ein. Nicht, dass nichts passiert wäre. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass viele erst einmal damit beschäftigt waren, die Ereignisse der letzten Tage zu verarbeiten. Vielleicht ging es mir selbst nicht anders.


    🔧 Die Arbeit geht weiter

    Am Morgen machte ich mich wieder auf die Suche nach Draht für unsere Event-Arena. Leider blieb ich erfolglos. Dafür meldete The_GraveDigger, dass er in Berezino ein paar Drähte für uns zurückgelegt hatte. Manchmal sind es genau diese kleinen Gesten, die einem zeigen, dass man mit einer Aufgabe nicht allein ist.


    ⚒️ Auch Bauen kann gefährlich sein

    Der Basenbau von CHAOS forderte heute bereits den zweiten Toten. Nachdem vor wenigen Tagen Kallele beim Schutz unseres Camps gefallen war, stürzte nun Davus beim Bauen von einem Turm und kam dabei ums Leben. Es erinnerte mich daran, dass Chernarus nicht nur durch Kugeln gefährlich ist. Manchmal reicht schon ein unachtsamer Schritt auf einem Baugerüst... Ich hoffe inständig, das A.B.R.I.S.S. (official) nicht auf die Basis aufmerksam wurde. Aber bisher blieb es ruhig.

    🏠 Ein neues Zuhause

    In Berezino hörte The_GraveDigger zwar einige Schüsse, weitere Vorfälle blieben jedoch aus.

    Später zeigte er cookfrags eine mögliche neue Bleibe. Unser Wohnheim soll weiterhin vor allem Neuankömmlingen und Menschen offenstehen, die nach einem Raid alles verloren haben. Deshalb möchten wir dort möglichst keine größeren Waffen- oder Munitionslager unterbringen. Nicht, weil wir cookfrags misstrauen würden, sondern weil wir verhindern möchten, dass der gesamte Komplex dadurch unnötig zum Ziel wird.

    Er zeigte viel Verständnis dafür und schaute sich die vorgeschlagene Unterkunft in Ruhe an.

    🌾 Eine Warnung

    Auf meinem Weg durch Mogilevka entdeckte ich ein Bambi an @TomTeeJays Basis.

    Für einen Moment blieb ich stehen und beobachtete die Situation. Der Fremde schaute sich zwar um, zog schließlich aber weiter, ohne etwas mitzunehmen.

    Ich schrieb Tom trotzdem noch einmal und erinnerte ihn daran, dass ich seinen Standort für ungünstig hielt. Schon bei unserem letzten Gespräch hatte ich ihm davon abgeraten, sich dort niederzulassen. Ob ihn meine Nachricht noch rechtzeitig erreicht, weiß ich allerdings nicht.

    🌫️ Noch mehr Schüsse?

    Am Abend hörte ich schließlich erneut Schüsse.

    Jannnik hatte nahe des Militärgeländes vor Chernogorsk auf eine vorbeifahrende Olga geschossen, die möglicherweise zu CHAOS gehörte. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 quittierte das mit einigen Schüssen in seine Richtung. Nicht, um ihn zu treffen, sondern weil sie ihrem Ärger Luft machen wollte.

    Der Nebel war an diesem Abend allerdings so dicht, dass ohnehin kaum etwas zu erkennen war. Jannnik blieb bei seiner Meinung. Das sei keine Campgegend mehr und deshalb etwas völlig anderes.

    Vielleicht hat er damit sogar recht. Und trotzdem wünsche ich mir, dass wir die Schießereien wenigstens aus der unmittelbaren Umgebung unserer Camps heraushalten können. In den vergangenen Wochen ist dort schon genug Blut geflossen.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute hatte ich das Gefühl, dass viele einfach weitermachen.

    Es wird gebaut.

    Aufgeräumt.

    Material gesammelt.

    Neue Unterkünfte gesucht.

    Fast so, als könnte man die vergangenen Tage dadurch ein kleines Stück hinter sich lassen. Manchmal beginnt Hoffnung eben nicht mit großen Worten, sondern mit etwas Draht, einem Bretterstapel oder einem Menschen, der sagt: "Ich habe da noch etwas für euch zurückgelegt."

    In diesem Sinne:
    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

    🎞️VIDEO-STREAM vom Dienstag, 30.06.2026

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    Hallo ihr Lieben,nach dem gestrigen Angriff auf das Camp steht erst einmal Wundenlecken an. Außerdem gilt es noch Stacheldraht für die Event-Arena zu finden....
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  • Herzzeit vom 01.07.2026 (Mittwoch) – Tag 084: Kein Gastrecht mehr


    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Entscheidungen, die trifft man nicht gern. Heute musste ich zum Beispiel einem Menschen sagen, dass er an unserem Camp nicht mehr willkommen ist. Es nämlich gibt irgendwann einen Punkt, an dem man zuerst diejenigen schützen muss, die einem anvertraut werden. Und der Schutz geht vor.


    🎯 Schüsse an der Küste

    janinesta (Selina) und Pinky wollten am Morgen lediglich einige Kühler aus The_GraveDiggers Camp in Berezino holen.

    Doch schon auf dem Hinweg fielen wieder Schüsse von der Küste. Erneut traf es ausgerechnet "HERBERTS" Heckklappe.

    Langsam bekam der alte Gunter mehr und mehr Charakterdellen... Wir vermuteten den "Küsten-Reaper" hinter dem Angriff. Vielleicht war es aber auch Toah oder jemand ganz anderes. Sicher sagen konnten wir es nicht.

    Fast zeitgleich meldete The_GraveDigger einen Schuss nahe des Camps in Berezino. Eine Leiche fand er allerdings nicht.

    janinesta (Selina) und Pinky beschlossen daraufhin, den direkten Rückweg aufzugeben und stattdessen über Krasnostav Medikamente zu besorgen. Manchmal ist der längere Weg eben doch der sicherere.


    🩹 Ein ganz normaler "Chantal-Moment"

    Währenddessen kümmerte ich mich in Prigorodki um Chantal. Sie hatte sich eine Wundinfektion eingefangen und brauchte dringend Antibiotika. Außerdem musste ich ihr etwas Blut geben. Sie hatte es irgendwie geschafft, sich versehentlich selbst Blut abzunehmen. Ich musste trotz allem schmunzeln, denn trotz allem sah sie noch immer gut aus und grinste breit, als sei nichts gewesen.

    Kaum standen janinesta (Selina), Chantal und ich vor dem Kochhaus, erreichte uns die nächste Meldung: The_GraveDigger hatte in Berezino einen schweigenden aber sich verdächtig verhaltenden Fremden erschossen, auf den Toahs Beschreibung passte. Mir war sofort klar, was das bedeuten konnte.

    Wenn er wirklich wieder an der Küste gespawnt war, würde sein Weg vermutlich erneut nach Prigorodki führen. Ich bezog Stellung im Turm und bat janinesta (Selina) und Chantal, sich vorsichtshalber im Kochhaus einzuschließen.


    🚫 Das Ende des Gastrechts

    Es dauerte nicht lange, dann stand Toah tatsächlich wieder am Camp. Er behauptete, er suche CHAOS und wolle mit ihnen sprechen.
    Ich wusste nicht, was mich mehr ärgerte. Die dreiste Selbstverständlichkeit mit der er wieder ans Camp kam und einfach so nach Informationen fragte oder die Tatsache, dass er nicht hier war, um sich zu entschuldigen oder sich mit uns zu befassen. Es war so, als existierten wir gar nicht....
    Seine Aufmerksamkeit galt einzig und allein CHAOS, denn ich glaube er hatte seinen Fehler inzwischen bemerkt und wollte ihn wiedergutmachen.

    Ruhig erklärte ich ihm, dass er dafür weder mich noch unsere Camps brauchte. Er wusste schließlich selbst, wie er Kontakt zu ihnen aufnehmen konnte.

    Ich machte ihm deshalb unmissverständlich klar, dass er in Prigorodki kein Gastrecht mehr besaß und daher am Camp nicht mehr willkommen war. Nicht nach allem, was geschehen war. Nicht, nachdem Menschen am Camp gestorben waren. Nicht, solange er unser Lager immer wieder zum Schauplatz seiner persönlichen Auseinandersetzungen machte und nicht bereit war, sich zu entschuldigen und zu ändern.

    Er nickte nur. "Er werde sich das merken", sagte er bestimmt und wandte sich zum Gehen.


    🤝 Eine letzte Chance

    In diesem Moment kam ausgerechnet Kallele als Bambi den Weg entlang.

    Toah freute sich sichtbar. Er wolle die Sache vom Vortag klären. Dann sagte er einen Satz, der mich gleichzeitig traurig und wütend machte.

    Hätte er gewusst, dass dort Kalle stand, hätte er nicht geschossen. Mir wurde in diesem Augenblick erst richtig bewusst, was das bedeutete. Es war ihm also keineswegs egal gewesen, wen er erschoss. Er hatte ganz bewusst uns gesucht.

    Kallele reagierte wieder einmal erstaunlich ruhig. Er erklärte ihm noch einmal, warum das Verhalten am Camp niemandem etwas brachte.

    Warum all das sinnlos war. Toah hörte tatsächlich zu. Er sagte sogar, er wolle gehen. In ein anderes Chernarus.

    „Joah... das passt“, antwortete Kalle trocken.

    Für einen kurzen Moment glaubte ich wirklich, dass diese Geschichte vielleicht doch noch ohne weiteres Blutvergießen enden könnte.

    Doch dann drehte sich Toah plötzlich um.

    Er schlug Kalle mit der Faust ins Gesicht.

    Und machte anschließend Anstalten, einfach zu verschwinden.

    In diesem Moment war mir klar, dass sich nichts geändert hatte.

    Ich schoss einen Pfeil ab.

    Dann noch einer.

    Dann ein dritter.

    Auch @janinste (Selina) war inzwischen zur Stelle.

    Am Ende blieb nur noch Stille.

    Ich blickte lange auf den Jungen hinunter mit einer Frage, auf die ich bis heute keine Antwort gefunden habe.

    Wie kann ein Mensch so viel Zorn und Hochmut in sich tragen, dass er jede ausgestreckte Hand einfach ausschlägt?

    🌱 Es geht auch anders

    Später in der Nacht erschien noch ein weiterer Fremder am Camp.

    Unbewaffnet.

    Ruhig.

    Er bediente sich an den Vorräten, nickte mir freundlich zu und zog anschließend weiter.

    Ich merkte erst, als er längst verschwunden war, dass ich meine Armbrust noch immer in den Händen hielt.

    Langsam ließ ich sie sinken.

    Es geht also doch noch. Nicht jeder Neuankömmling sucht gleich den Kampf.

    Und genau deshalb werde ich auch morgen wieder jeden Menschen zuerst begrüßen.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Heute endete etwas.

    Nicht der Konflikt.

    Aber meine Hoffnung, dass Toah unsere Camps irgendwann als das sehen würde, was sie sein sollten.

    Ein Ort, an dem Waffen schweigen.

    Ein Ort, an dem jeder willkommen ist.

    Heute musste ich zum ersten Mal einem Menschen sagen, dass dieses Gastrecht für ihn nicht mehr gilt.

    Das fällt mir nicht leicht.

    Denn jeder Ausschluss fühlt sich ein wenig wie eine Niederlage an.

    Nicht für uns.

    Sondern für die Idee, dass Menschen sich verändern können.

    Trotzdem weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war.

    Denn wer anderen Schutz verspricht, muss ihn manchmal auch durchsetzen.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.


    gez.
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    🎞️VIDEO-STREAM vom Dienstag, 01.07.2026

    🌿DayZ mit Herz - Gastrecht verwirkt (Herzzeit #026) #gdz #dayzrp #dayz
    Hallo ihr Lieben,Sondersendung statt dem geplanten Retro-Stream... das Camp befindet sich in einer Gefahrenlage. Auf Pinky und Selina wurde geschossen und Gr...
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  • Herzzeit vom 02.07.2026 (Donnerstag) – Tag 085: Neue Gesichter und verwirrende Aussagen


    Hallo ihr Lieben!

    Nach den vergangenen Tagen war ich ehrlich gesagt froh über jeden Menschen, der an unseren Camps auftauchte und einfach nur Hilfe suchte. Ohne Hintergedanken, ohne Provokation und möglichst auch ohne Sturmgewehr in der Hand....
    Dass wir inzwischen überhaupt bei jedem schweigenden Fremden darüber nachdenken, ob dahinter vielleicht wieder Toah steckt, gefällt mir absolut nicht. So sollte man an einem Camp nie auf Fremde zugehen müssen und es frustriert mich, dass er so einen Einfluss auf uns hat...
    Die anderen sehen es gelassen. Auch das wird irgendwann aufhören und zumindest heute zeigte sich, dass ein wenig Vorsicht nicht bedeuten muss, dass wir vergessen haben, warum die Camps überhaupt hier stehen.

    👋 Ein wirklich neues Gesicht...

    janinesta (Selina) und Pinky waren wieder auf Versorgungstour, als sie bei Kamyshovo ein Bambi entdeckten. Nach den Erfahrungen der letzten Tage war der erste Gedanke natürlich wenig schmeichelhaft: Ist das wirklich ein Neuankömmling oder wartet dort die nächste Überraschung auf sie?

    Trotzdem nahmen sie Kontakt auf.

    Und siehe da: Der Fremde hieß Ted, war tatsächlich neu in Chernarus und hatte offenbar keinerlei Interesse daran, ihnen mit einem Baseballschläger hinterherzurennen, sie zu provozieren oder sich anderweitig verdächtig zu benehmen. Man merkt, wie niedrig unsere Ansprüche inzwischen geworden sind...

    janinesta (Selina) und Pinky erklärten ihm, was es mit unseren Camps auf sich hatte, luden ihn in "HERBERT" ein und brachten ihn nach Berezino. Dort nahm The_GraveDigger ihn in Empfang, zeigte ihm das Lager und half ihm bei der ersten Ausstattung. Genau dafür sind diese Orte gedacht und nach all den Geschehnissen der vergangenen Tage tat es gut zu hören, dass eine Begegnung mit einem Bambi tatsächlich einfach nur eine Begegnung mit einem Bambi gewesen war.

    Auf ihrem Rückweg schauten sich Pinky und janinesta (Selina) noch zwei der liegengebliebenen Züge an und suchten nach brauchbaren Vorräten, bevor sie schließlich wieder nach Prigorodki zurückkehrten.


    🍪...und ein nicht ganz so neues Gesicht.

    Dort wartete später der nächste Besucher auf sie. "InsaneCookie" stellte sich der Fremde vor und behauptete ziemlich überzeugt, dass ich ihn kennen würde.

    Tatsächlich klingelte irgendwo ganz weit hinten etwas bei mir. Ich erinnerte mich dunkel an zwei Bambis, die vor einigen Seasons bei uns aufgetaucht waren und eine erstaunliche Vorliebe dafür entwickelt hatten, sich selbst zu fesseln, sich gegenseitig in Schwierigekiten oder gar umzubringen oder auf andere kreative Weise dafür zu sorgen, dass ich ihretwegen meine ersten graue Haare bekam... Ich hatte sie damals "Erkan und Stefan" getauft, wegen ihrer Art zu reden.

    Vielleicht war er wirklich einer von ihnen.

    InsaneCookie betrachtete zunächst interessiert die Waffen von janinesta (Selina) und fragte sich, warum sie am Camp überhaupt bewaffnet herumlief. janinesta (Selina) erklärte ihm lediglich, dass es leider manchmal notwendig sei, sich verteidigen zu können. Mehr musste er nicht wissen und nach den vergangenen Tagen war das ohnehin eine Feststellung, über die ich nicht mehr lange diskutieren möchte.

    Dann wurde das Gespräch allerdings zunehmend merkwürdig.

    InsaneCookie erzählte von einem Trader, also einem Händler, den ausgerechnet ich ihm früher gezeigt haben sollte. Außerdem sprach er von einer digitalen Karte, die wir damals benutzt hätten und von Autos, die er an einem Terminal erscheinen lassen konnte...
    Als ich später davon hörte, klang das Ganze für mich sehr wie ein Fiebertraum. Auf jeden Fall nicht nach unserem Chernarus.
    janinesta (Selina) widersprach ihm auch gleich. So etwas hatte es in unserem Chernarus nie gegeben und ganz sicher hatte ich niemandem einen Trader gezeigt.

    InsaneCookie blieb trotzdem überzeugt.

    Früher sei das eben so gewesen, erklärte er. Aber dieses Chernarus gäbe es heute nicht mehr.

    Nun gut.

    Vielleicht hatte er in der Zwischenzeit einfach ein paar andere Länder gesehen und seine Erinnerungen miteinander vermischt. Nach einigen Jahren kann so etwas vermutlich passieren. Vielleicht hatte ihm die Sonne an der Küste aber auch ein wenig zu lange auf den Kopf geschienen...

    Seinen eigentlichen Namen wollte er Selina jedenfalls nicht verraten.

    Dafür erzählte er, dass er gemeinsam mit Ted unterwegs sei – jenem Ted, den Selina und Pinky gerade erst nach Berezino gebracht hatten.

    Seinem Bruder.

    Natürlich. Unser Chernarus ist manchmal echt ein Dorf...


    🚙 Unser HERBERT ist BLAU!

    Unterwegs sei InsaneCookie außerdem beinahe von einem schwarzen Gunter überfahren worden. Ob janinesta (Selina) und Pinky das gewesen seien?

    janinesta (Selina) musste ihn erneut enttäuschen.

    Unser "HERBERT" ist BLAU.

    Sehr blau sogar.

    Und inzwischen vermutlich eines der bekanntesten Fahrzeuge an der Küste. Immerhin besitzt er sogar sein eigenes Lied.

    Spätestens jetzt schien es wenig sinnvoll, InsaneCookie noch von irgendetwas überzeugen zu wollen. Als er schließlich auch noch Grüße für eine gewisse „Naddel“ ausrichten ließ und damit offenbar mich meinte, beschlossen janinesta (Selina) und Pinky, die Sache einfach auf sich beruhen zu lassen.

    Manchmal muss man Menschen nicht verstehen. Manchmal reicht es nämlich vollkommen aus, ihnen freundlich zuzunicken und zu hoffen, dass sie ihren Weg finden.

    InsaneCookie verabschiedete sich schließlich und verschwand außerhalb des Camps vor ihren Augen. Und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 hatte das gesamte Schauspiel vom Turm aus beobachtet.

    Kopfschüttelnd. "Naddel? Der hat ja noch mehr Schrauben locker als ich..."

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht war das heute genau der richtige Tag nach all dem Ärger mit Toah.

    Gestern musste ich einem Menschen erklären, dass er sein Gastrecht an unseren Camps verspielt hatte. Heute begegneten uns gleich mehrere Fremde und wir mussten uns wieder daran erinnern, dass nicht jeder von ihnen etwas Böses im Schilde führt.

    Ted brauchte Hilfe und bekam sie. InsaneCookie brauchte vielleicht eher jemanden, der ihm geduldig zuhörte, während er von einem Chernarus erzählte, das zumindest in seiner Erinnerung einmal ganz anders ausgesehen hatte. Und das ist auch in Ordnung.

    Menschen kommen mit unterschiedlichen Geschichten hierher. Manche kennen wir. Manche glauben wir zu kennen. Manche erinnern sich an Dinge, an die wir uns beim besten Willen nicht erinnern können. Und manche nennen einen plötzlich aus heiterem Himmel „Naddel“...

    Solange sie friedlich durch unsere Camps ziehen, dürfen sie trotzdem Gäste sein.

    Auch wenn Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 vom Turm aus dabei ein wenig mit dem Kopf schüttelt.


    In diesem Sinne, passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 03.07.2026 (Freitag) – Tag 086: Der rote Rucksack und seltsame Bambis


    Hallo ihr Lieben!

    Eigentlich war es ein ruhiger Tag. Zumindest bis zum Abend, denn dann wurde bei Severograd wieder ein abgestürzter Helikopter gemeldet und irgendwo zwischen Wrackteilen, Wald und bewaffneten Überlebenden tauchte ein roter Rucksack auf, dessen Inhalt offenbar wichtig genug war, dass sich gleich mehrere Menschen dafür durch den Norden von Chernarus jagten.


    🎒 Der rote Rucksack

    E.C.H.O. gelang es als Erstem, den Träger des Rucksacks zu stellen. Es kam zu einem Feuergefecht, das sein Gegner zwar überlebte, aber vermutlich nicht in besonders guter Erinnerung behalten wird. E.C.H.O. brach ihm „nur“ das Bein, fesselte ihn und nahm den Rucksack an sich. Für seine Verhältnisse kann man das vermutlich schon fast als fürsorglich bezeichnen.

    Damit war die Sache allerdings noch lange nicht erledigt.

    Auf seinem weiteren Weg versuchte ein uns bis dahin unbekannter Überlebender den Rucksackträger E.C.H.O. bei dem verschlafenen Ort Tisy in eine Falle zu locken. Mehrere Schüsse fielen und E.C.H.O. wollte mit einer solchen Gefahr im Rücken verständlicherweise nicht einfach weiterziehen. Also begann er seinerseits nach dem Schützen zu suchen und entdeckte ihn schließlich gut versteckt in einer Tanne. Dieses Mal reagierte E.C.H.O. zuerst.

    Später stellte sich heraus, dass der unbekannte Schütze yKing gewesen war, der seine Niederlage erstaunlich gelassen hinnahm und E.C.H.O. sogar für dessen Geschick lobte. Man kann offenbar auch aufeinander schießen und sich anschließend gegenseitig Anerkennung zollen. Chernarus eben.

    🌲 Aus Gegnern werden Verbündete

    E.C.H.O. zog mit dem roten Rucksack weiter durch die Wälder in Richtung des Militärgebiets von Tisy. Darin befand sich ein Code, mit dem sich dort ein Depot öffnen ließ, während NiggoB bereits das Gelände absicherte.

    Allerdings war auch der ursprüngliche Rucksackträger längst wieder unterwegs.

    Und E.C.H.O. war nicht der Einzige, der Interesse an der Sache hatte. Mitten im Wald traf er auf Davus.

    Es kam zum Schusswechsel und Davus war diesen winzigen Augenblick schneller, der in Chernarus manchmal über alles entscheidet. Allerdings erwischte es beide. E.C.H.O. starb und fand sich wenig später wieder an der Küste, während Davus irgendwann mit einem gebrochenen Bein zu sich kam. Er schiente es notdürftig, nahm den roten Rucksack an sich und schleppte sich damit weiter in Richtung Depot.

    Dort wartete bereits NiggoB.

    Natürlich schoss NiggoB erst einmal auf Davus. Warum sollte es auch einfach sein?

    Doch ziemlich schnell stellte sich heraus, dass die eigentliche Gefahr nicht der jeweils andere war. Der ursprüngliche Träger des Rucksacks hatte es ebenfalls bis zum Ziel geschafft und vor dem Depot Stellung bezogen. Plötzlich standen NiggoB und Davus vor demselben Problem.

    Also taten sie etwas, womit ich nach all den Auseinandersetzungen zwischen I.K.E.A. und CHAOS nicht unbedingt gerechnet hätte: Sie arbeiteten zusammen. Gemeinsam stürmten sie das Gebäude, überwältigten den Verteidiger und öffneten schließlich mit dem Code das Depot. Die erbeuteten Vorräte wurden anschließend brüderlich geteilt.

    Manchmal braucht es in Chernarus offenbar nur den richtigen gemeinsamen Gegner, damit zwei Menschen für einen Augenblick vergessen, welche Armbinde der andere trägt.

    💥 Was man nicht braucht

    Bei einer Sache waren sich die beiden ebenfalls einig: Sprengstoff und größere Mengen Munition brauchte keiner von ihnen.

    Also wurde das Zeug kurzerhand zerschossen. Zumindest größtenteils.

    E.C.H.O. kehrte später noch einmal zum Depot zurück und beseitigte die verbliebenen Reste. Ganz leer ging er dabei ebenfalls nicht aus, denn irgendwo fand sich noch eine schwarze SK, die ihm nach Meinung von Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 ausgesprochen gut stand.

    Ich überlasse die modische Bewertung an dieser Stelle ihr...

    🚙 „Feet hurt.“

    Damit begann der nächste Teil des Abends. Bei Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 gingen mehrere Meldungen von E.C.H.O. ein, deren Informationsgehalt sich im Wesentlichen auf wechselnde Ortsangaben und den Zustand seiner Füße beschränkte.

    „Novaya Petrovka, bring Mask. Feet hurt.“

    Später:

    „Gvozdno, feet hurt really bad, bring mask.“

    Die Botschaft war angekommen.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 machte den "SCHRUNTER" bereit, konnte allerdings nicht sofort losfahren, weil sich in der Nähe des Camps ein Bambi herumtrieb und sie nach den Erfahrungen der letzten Tage erst sicherstellen wollte, dass davon keine Gefahr ausging.

    Schließlich brach sie auf, sammelte zunächst Blitzo in Gorka ein und fand E.C.H.O. letztendlich in Dubrovka.

    Natürlich wollte E.C.H.O. fahren und natürlich sagte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 nein.

    „Bist du verrückt? Wenn das Auto geschrottet wird, killt uns Herz-Aus-Gold eigenhändig!“

    Ich finde es schön, dass wenigstens einer von uns vernünftig ist.

    🏚️ Ein Blick hinter fremde Mauern

    Bevor es nach Hause ging, machten die drei allerdings noch einen kleinen Umweg.

    Nahe Berezino hatten die Samariter vor einiger Zeit eine Basis entdeckt, bei der wir inzwischen vermuteten, dass sie dem sogenannten Küsten-Reaper gehören könnte. Jenem Überlebenden also, der bereits mehrfach an der Küste auf Fahrzeuge und auch auf Samariter geschossen hatte. Die Campwache in Berezino hatte bei zwei Gelegenheiten versucht, ihn zu stellen, bislang jedoch ohne Erfolg.

    Also sahen Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, Blitzo und E.C.H.O. sich dort etwas genauer um.

    Nein, sie brachen nicht ein und sie nahmen nichts mit. Nur weil jemand möglicherweise auf uns geschossen hat, gibt uns das noch lange nicht das Recht, seine Unterkunft auseinanderzunehmen.

    Aber Ersetzbares Crewmitglied wollte lediglich verstehen, mit wem wir es eigentlich zu tun hatten.

    Danach ging es zurück nach Prigorodki und irgendwann durfte E.C.H.O. dann doch ans Steuer des "SCHRUNTERS".

    Er brachte alle im Eiltempo nach Hause. Es soll bei Elektrozavodsk einen kleinen Unfall gegeben haben. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 wollte mir davon eigentlich nichts erzählen. Aber der "SCHRUNTER" fährt noch, also belassen wir es dabei.


    👀 „Du kannst dich ruhig bedienen!“

    Später stand Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 wieder auf ihrem Turm und bemerkte ein Bambi, das auffällig vorsichtig durch das Camp schlich. Nach allem, was wir in den vergangenen Tagen erlebt hatten, beobachtete sie den Fremden zunächst aufmerksam. Irgendwann wurde es ihr jedoch zu bunt und sie rief vom Turm herunter, dass er sich das Geschleiche sparen könne. Es sei alles in Ordnung, er dürfe sich ruhig an den Vorräten bedienen.

    Der Fremde reagierte sofort.

    Er nahm die Beine in die Hand und rannte Richtung Norden davon, als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 blieb einigermaßen ratlos auf ihrem Turm zurück und fragte sich, was sie denn nun schon wieder falsch gemacht hatte.

    Erst später ergab ein Austausch mit anderen Überlebenden eine mögliche Erklärung: Bei dem Bambi hatte es sich vermutlich um einen Serben gehandelt, der schlicht kein Wort von dem verstanden hatte, was ihm diese bewaffnete Frau von einem Turm herunter zugerufen hatte. Wenn man es aus seiner Perspektive betrachtet, war Weglaufen vielleicht gar keine so schlechte Entscheidung.

    Offenbar war er gemeinsam mit drei Freunden neu in unserem Chernarus unterwegs. Kontakt hatten wir bislang noch nicht aufnehmen können und so wussten wir weder ihre Namen noch, was sie hierhergeführt hatte. Aber vielleicht würde sich das noch ändern.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Was mir von diesem Tag bleibt, ist ausgerechnet das Bild von NiggoB und Davus vor diesem Depot.

    Zwei Menschen aus Gruppen, die sich seit Wochen gegenseitig Autos zerschießen, Basen aufbrechen und vermutlich auch morgen wieder genügend Gründe finden werden, aufeinander zu schießen. Und dann steht plötzlich jemand anderes vor der Tür und innerhalb weniger Augenblicke wird aus dem Gegner ein Mitstreiter, die Tür gemeinsam gestürmt und hinterher die Beute geteilt.

    Und dann war da dieser unbekannte Serbe, der vermutlich einfach nur etwas Essen und Ausrüstung suchte, von Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 freundlich angesprochen wurde und daraufhin um sein Leben rannte... Nach den letzten Tagen musste ich darüber tatsächlich lachen.

    Vielleicht begegnen wir ihm und seinen Freunden noch einmal. Dann sollten wir es vielleicht mit Winken versuchen.


    In diesem Sinne, passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold

    🎞️EVENT-STREAM vom Freitag, 03.07.2026

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  • Herzzeit vom 04.07.2026 (Samstag) – Tag 087: Schüsse aus dem Dunkel


    Hallo ihr Lieben,

    heute war einer dieser Tage, an denen ich mich wieder daran erinnert habe, wie viel von dem, was wir hier tun, eigentlich aus kleinen Handgriffen besteht. Man fährt los, weil jemand ein Kopfband für ein Nachtsichtgerät braucht. Man sammelt Kleidung und Rucksäcke für andere, bringt einen Neuankömmling zum Camp, schaut beim Bau einer Arena vorbei und versucht zwischendurch noch, ein paar Menschen davor zu bewahren, sich mit einer unbedachten Bewegung selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Und dann reicht am Ende ein einziger Schuss aus dem Dunkeln, damit alle wieder wissen, wie wenig selbstverständlich diese ruhigen Momente eigentlich sind.


    🎒 Eine Tour nach Zelenogorsk

    janinesta (Lina), Blitzo und ich machten uns am Vormittag auf den Weg nach Zelenogorsk, weil die Dame in Blau dringend ein neues Kopfband für ihr Nachtsichtgerät brauchte. Arndt von CHAOS hielt dort irgendwo Wache über ihren "Palast" und trotzdem beschlossen wir, einfach mit dem roten Gunter direkt ins Militärgebiet zu fahren und nachzusehen, was sich finden ließ.

    Ein Kopfband war natürlich nicht dabei.

    Dafür kamen wir mit Kleidung, neuen Rucksäcken und einigen Waffen zurück, die ich wieder für das Abschlussballern herrichten möchte.

    Später hörte ich, Arndt sei weiterhin nicht sicher gewesen, welche Fahrzeuge eigentlich zu uns gehören und wir sollten uns doch ankündigen. Ich sehe das ehrlich gesagt anders. Wir haben inzwischen mehrfach offengelegt, womit wir unterwegs sind, und selbst Davus gegenüber habe ich zur klaren Kommunikation unsere Einsatzfahrzeuge benannt. Wir können nicht für jede Versorgungsfahrt erst um Erlaubnis bitten, als würden wir fremdes Gebiet betreten, obwohl wir lediglich unseren Alltag erledigen und helfen. Samariter betteln nicht. Wenn Davus diese Information an seine Leute nicht weitergibt, liegt die Verantwortung nicht mehr auf unserer Seite. Natürlich müssen wir vorsichtig sein, aber selbstverständlich waren wir das.

    In Chernogorsk begegneten wir unterwegs einem Bambi, das sich hinter dem Denkmal mit den Panzern versteckte und immer wieder zu uns hinübersah. Wir boten Hilfe an, erhielten jedoch keine Reaktion und ließen den Fremden schließlich in Ruhe. Auf dem Rückweg entdeckten wir erneut ein Bambi, diesmal hinter einem Baum am Kreisel. Ob es derselbe Überlebende war, konnten wir nicht sagen.


    🥊 Licht für den Boxring

    NiggoB und WhiskeyMixer arbeiteten unterdessen weiter an ihrem Boxring. Inzwischen kümmerten sie sich sogar um die Beleuchtung und bekamen Unterstützung in Form von Stacheldraht und Kabeltrommeln.

    Als wir später bei Dunkelheit zu einer kleinen Besichtigung eingeladen wurden, musste ich zugeben, dass die beiden wirklich ganze Arbeit geleistet hatten. Die Arena wirkte bei Nacht noch einmal ganz anders und ich begann mich tatsächlich auf den Wettbewerb zu freuen.

    Manchmal tut es gut, zwischen all den Konflikten etwas entstehen zu sehen, dessen einziger Zweck darin besteht, Menschen zusammenzubringen.


    🚙 Abschied von "HERBERT"

    janinesta (Selina) und Pinky waren derweil wieder auf Konvoi-Tour und suchten im Norden nach brauchbarer Ausrüstung. Dann kam die Nachricht, vor der sich wohl jeder fürchtet, der ein Fahrzeug lange genug besitzt: Pinky hatte einen Unfall.

    Er behauptete später, er habe falsch gebremst. Wie genau man einen Gunter so falsch bremst, dass er anschließend endgültig das Zeitliche segnet, überlasse ich an dieser Stelle seiner eigenen Erklärung. "HERBERT" war jedenfalls Geschichte.

    janinesta (Lina) war entsprechend niedergeschlagen. Der blaue Gunter hatte uns lange begleitet, war beschossen, repariert, beladen und immer wieder über die Straßen von Chernarus geprügelt worden. Er war irgendwann mehr als nur irgendein Auto gewesen. Aber er würde irgendwann wieder auftauchen, da waren wir uns sicher.

    Black Lion sammelte die beiden mit seinem Sarka ein und gemeinsam suchten sie Ersatz. Bei Tisy wurden sie tatsächlich fündig: Ein roter Gunter.

    janinesta (Lina) schwankte noch zwischen HERBERTA und HERBERTIUS.

    Ich bin gespannt, welcher Name sich am Ende durchsetzt.


    👋 Ein Neuankömmling mit sehr neugierigen Fingern

    Über Funk bot janinesta (Lina) einem Neuankömmling namens Batex eine Einführung an. Ich holte ihn mit dem "SCHRUNTER" in Svetlojarsk ab und brachte ihn nach Prigorodki, wo wir auf sie warten wollten.

    Schon auf den ersten Blick wirkte er voller Tatendrang.

    Vielleicht etwas zu viel Tatendrang.

    Er begann sofort damit, sich auszurüsten, und zeigte auffällig großes Interesse an Black Lions grünem Sarka. Black Lion erklärte ihm mehrmals, dass er die Finger von dem Fahrzeug lassen sollte. Doch auch ein Zahlenschloss des Turms schien auf Batex eine geradezu magische Anziehungskraft auszuüben.

    Als er anschließend noch mit gezogener Pistole durch das Camp lief, warnte ich ihn, dass so etwas sehr leicht zu Missverständnissen mit unseren Campwachen führen könnte. Er fragte mich daraufhin, wo diese Campwachen denn überhaupt seien. Ich musste sofort an Marcooo denken. Der Junge hatte damals auch gedroht, mich zu erschießen, aber ich konnte ihn überzeugen, dass das keine gute Idee war und dass es Leute gab, die auf mich aufpassten. Das war damals zwar etwas geblufft gewesen, aber es hatte gewirkt.

    Pinky und Black Lion gaben sich schließlich zu erkennen und ließen keinen Zweifel daran, dass sie Batex inzwischen ziemlich genau beobachteten. Er verstand überhaupt nicht, warum. Und fairerweise muss man sagen: Woher sollte er es auch wissen? Er kannte Toah nicht. Er kannte die vergangenen Wochen nicht.

    Er wusste nichts von den schweigenden Bambis, den Angriffen oder den Menschen, die freundlich ins Camp gekommen waren und wenige Augenblicke später auf uns geschossen hatten.

    Ich versuchte ihm deshalb zu erklären, weshalb wir inzwischen vorsichtiger geworden waren. Ob davon wirklich alles bei ihm ankam, war eine andere Frage...


    🌑 Schüsse aus dem Dunkeln

    Als es dunkel wurde, bat WhiskeyMixer uns zur Arena, wo NiggoB und er die Beleuchtung endlich installiert hatten. Wir sollten die Arena in voller Pracht sehen und in der Tat war das Ergebnis atemberaubend. Nach der Besichtigung der Arena liefen wir gemeinsam zurück nach Prigorodki.

    Dann meldete Pinky plötzlich schallgedämpfte Schüsse aus der Dunkelheit. Er konnte ausweichen.

    Batex nicht.

    Der Neuankömmling wurde tödlich getroffen.

    Innerhalb weniger Sekunden waren alle alarmiert. Niemand wusste, woher die Schüsse kamen oder wer dort im Dunkeln auf uns wartete. WhiskeyMixer reagierte schließlich am schnellsten und konnte den Angreifer mit seiner M4 ausschalten, als jemand ihn vor dem Camp entdeckte. Als wir später die Leiche untersuchten, fanden wir erstaunlich viel Munition, Baumaterial und eine AK-74. Letztere legten wir für Batex zurück.

    Doch die eigentliche Frage blieb offen: Wer war dieser Mann? Nichts an ihm erinnerte an Toah und auch CHAOS erschien uns unwahrscheinlich. Der Küsten-Reaper sollte sich ebenfalls nicht in dieser Gegend aufhalten.

    Also blieb nur ein weiterer unbekannter Schütze, der nachts unmittelbar vor unserem Camp auf Menschen feuerte.

    Warum?

    Wir wissen es nicht.

    Und genau solche Momente machen es immer schwerer, entspannt auf einen Fremden zuzugehen.


    🌱 Was aus unserer Saat wird

    Batex ließ sich von seinem ersten Tod erstaunlich wenig beeindrucken. Kaum war er wieder zurück, zog er durch das Industriegebiet und schoss lautstark auf Zombies.

    Ich musste unwillkürlich lachen.

    Gleichzeitig kamen alte Erinnerungen hoch.

    An andere Neuankömmlinge.

    An Einführungskurse.

    An Menschen, denen wir stundenlang erklärt hatten, wie man überlebt, wie man mit anderen umgeht und weshalb unsere Camps funktionieren.

    Und an einige von ihnen, bei denen wir später feststellen mussten, dass sie aus all dem etwas völlig anderes gemacht hatten. Sie hatten das gelernte Wissen genutzt, um uns zu schaden.

    janinesta (Selina) wirkte am Ende des Abends ebenfalls etwas bedrückt. Ich legte ihr eine Hand auf die Schulter.

    Genau deshalb hatte ich den Einführungskurs dieses Mal auch nicht selbst übernommen.

    Ich bin müde geworden.

    Nicht vom Helfen. Aber davon, immer wieder dieselben Dinge zu erklären, Menschen an die Hand zu nehmen und irgendwann feststellen zu müssen, dass man keinerlei Einfluss darauf hat, was sie später aus diesem Wissen machen.

    Cala-j hatte bei Chantal vor einigen Tagen den Anfang gemacht. Heute war janinesta (Lina) an der Reihe.

    Und vielleicht ist es gut, wenn diese Aufgabe nicht immer auf denselben Schultern liegt.

    Ich sagte ihr nur: „Du kannst nichts dafür, was die Leute aus dem machen, was sie hier bei uns lernen.“

    Dann musste ich selbst über den Satz nachdenken.
    Wir können ihnen zeigen, wie man Feuer macht, wie man Zombies bekämpft, wie man anderen begegnet.
    Wir können ihnen erklären, warum es diese Camps gibt und weshalb wir versuchen, zuerst zu reden. Doch irgendwann gehen sie hinaus in diese Welt und treffen ihre eigenen Entscheidungen.

    Wir säen die Saat. Aufgehen muss sie selbst. Und manchmal wissen wir vorher nicht, was daraus wächst.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Wenn ich so darüber nachdenke, war genau das heute meine wichtigste Erkenntnis. Ich muss nicht jeden Menschen retten.
    Ich muss auch nicht dafür verantwortlich sein, welchen Weg jemand einschlägt, nachdem er unser Camp verlassen hat.

    Wir können Wissen weitergeben, Hilfe anbieten und eine Tür öffnen. Was jemand daraus macht, liegt irgendwann nicht mehr bei uns.

    Das bedeutet nicht, dass ich aufhöre zu helfen. Aber vielleicht darf ich lernen, einen Teil dieser Verantwortung abzugeben.

    An janinesta (Selina), an Cala-j. An Pinky, The_GraveDigger und all die anderen, die inzwischen selbst Menschen an die Hand nehmen.
    Denn wenn unsere Idee wirklich Bestand haben soll, dann darf sie nicht nur an einer Person hängen.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 05.07.2026 (Sonntag) – Tag 088: Die Serben


    Hallo ihr Lieben,

    manchmal braucht es mehrere Begegnungen, bevor aus Fremden tatsächlich Menschen mit Namen werden.

    In den vergangenen Tagen hatten wir immer wieder von einer neuen Gruppe gehört. Mal sah jemand Gestalten an unseren Camps, mal fiel ein Schuss, mal verschwanden sie wieder, bevor überhaupt ein Gespräch möglich war. Vieles blieb Vermutung und gerade nach den letzten Wochen war es schwer, solchen Begegnungen völlig unbefangen entgegenzugehen.

    Heute sollte sich das ändern.


    Eine Fahne für Svetlojarsk

    Der Tag begann für Schwester Yeva in Svetlojarsk. Das dortige Camp hatte schon bessere Zeiten gesehen. Mehrere Unterstände waren verschwunden, Kleidung und Lebensmittel fehlten und insgesamt wirkte der Platz ziemlich mitgenommen.

    Also machte sie sich daran, wieder Ordnung hineinzubringen und einige der fehlenden Unterstände neu aufzubauen. Selina und Pinky brachten später Material für einen Fahnenmast sowie eine REFUGE-Fahne vorbei und am Ende des Tages wehte sie wieder über dem Camp. Es war schön zu sehen, dass der Ort damit zumindest äußerlich wieder etwas von seinem alten Gesicht zurückbekommen hatte. Wo sich der Rest der Kirche von Morthana eigentlich herumtrieb, wusste allerdings selbst Schwester Yeva nicht so genau. Immer wieder war von einem neuen Projekt des Erzbischofs Nickolus ( Nickel) die Rede, über das ich mich angeblich noch „freuen“ würde.

    Nun ja, was auch immer das heißen wollte. Wenn ein Erzbischof der Kirche von Morthana so etwas ankündigte, konnte das alles bedeuten und besonders Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371s Vorfreude erhielt sich erfahrungsgemäß in Grenzen. Sie versuchte noch immer herauszufinden, wo sich das Hauptlager der Kirche befand und @Bruder_Tommys Spur zu folgen.
    Bisher ohne Erfolg. Vielleicht ist das für alle Beteiligten besser so.


    🧸 Ein Wiedersehen in Elektrozavodsk

    Später machte ich mich nach Elektrozavodsk auf, um Zucchini ins dortige Auffanglager zu bringen. Bei der Polizeistation bemerkte ich mehrere Menschen und entschied mich zunächst, die Situation vom Dach eines Hauses aus zu beobachten.

    Drei Fremde waren dort unterwegs.

    Dann sah mich einer von ihnen und winkte. Ich winkte zurück und erkannte schließlich Plysim, charmant wie eh und je. Damit entspannte sich die Lage schlagartig. Er stellte mir seine drei neuen Rekruten vor, wobei einer davon zu diesem Zeitpunkt bereits regungslos am Boden lag. Die Zombies hatten ihm offenbar einen etwas zu herzlichen Empfang bereitet und ich war gerade ein paar Minuten zu spät gekommen. Also half ich bei der Bestattung des Armen und gab seinen Überresten einem würdevollen Abschied.

    Die beiden anderen bekamen von mir unsere üblichen Begrüßungsteddys und wir unterhielten uns noch kurz, ehe ich weiterzog. Sehr weit kam ich allerdings nicht. Kaum befand ich mich auf Höhe des Krankenhauses, fiel ein Schuss.

    Ich eilte hinunter und nahm meine DMR in die Hand. Noch bevor ich die Polizeistation erreichte, sah ich einen der Rekruten regungslos am Boden liegen. Etwas weiter bewegte sich ein Unbekannter zwischen den Häusern, die Waffe im Anschlag, aufmerksam, lauernd. Für einen Moment zögerte ich. Einfach auf einen Fremden zu schießen widerstrebt mir noch immer, egal wie oft Chernarus mir einredet, dass es manchmal klüger wäre. Aber hier lag gerade jemand, den ich noch wenige Minuten zuvor begrüßt hatte, tot auf der Straße, und der Mann vor mir machte nicht den Eindruck, als wolle er reden oder die Waffe senken. Wieder war jemand, der gewissermaßen unserem Schutz anvertraut worden war, vor unseren Augen getötet worden.
    Ich konnte mich ihm von hinten nähern, legte an und drückte schließlich ab.
    Der Schuss saß.
    Wenig später lag auch der Unbekannte leblos an der Bushaltestelle. Es fühlte sich nicht gut an, aber in diesem Moment hatte ich keine Möglichkeit gesehen, ihn anzusprechen, ohne ihm zugleich die Gelegenheit zu geben, noch jemanden zu erschießen.

    Erst danach entdeckte ich einige Meter weiter einen weiteren von Plysims Rekruten.

    Auch er war tot.

    Als Plysim schließlich aus seiner Deckung kam, berichtete er, dass sie unter Beschuss geraten seien. Ich deutete nur auf den Angreifer und erklärte ihm, dass von ihm zumindest keine Gefahr mehr ausging zumindest erledigt war.

    Beim Sichern der Sachen verlor dann auch der letzte Rekrut seinen Kampf gegen die Zombies.

    Ein ziemlich ernüchternder erster Tag für seine neue Mannschaft.

    Aber irgendwann lernen sie es.

    Hoffentlich.

    Plysim blieb bei der Ausrüstung und wartete auf ihre Rückkehr, während ich noch die Vorräte im Camp auffüllte und anschließend nach Prigorodki weiterzog.


    🛢️ Ein Fass vor der Tür

    WhiskeyMixer und der Engel von Novo, Angelus Novi, waren unterdessen im Norden unterwegs und entdeckten ein zugebautes Haus. Vor der Feuerstelle stand ein Überlebender vollkommen regungslos und reagierte weder auf Ansprache noch auf die beiden Fremden vor seinem Zuhause.

    Ein Stück weiter fanden sie ein leeres blaues Fass.

    WhiskeyMixer beschloss kurzerhand, dieses Fass zurück zum Haus zu tragen und dort abzustellen. Der Engel sicherte ihn, während er sich dem Tor näherte.

    Und ob man es glaubt oder nicht: Genau in diesem Moment öffnete sich das Tor.

    Beide zogen sich sofort zurück und beobachteten aus sicherer Entfernung. Der Engel konnte mindestens drei Menschen ausmachen.

    Sofort kam die Frage auf, ob es sich dabei um jene Gruppe handelte, die wir inzwischen intern nur noch „die Serben“ nannten. Einer ihrer Leute hatte vermutlich am Vortag auf Pinky geschossen und Batex getötet, bevor WhiskeyMixer den Angreifer ausschalten konnte. Zumindest deutete vieles darauf hin, dass es so gewesen war.

    Und nun stellte derselbe WhiskeyMixer ihnen ein Fass vor die Haustür. Tj aund später folgte sogar ein gelber Sarka, den wir noch übrig hatten. WhiskeyMixer und der Engel hatten beschlossen, ihn den Neuankömmlingen mit etwas Baumaterial und einem Fass vor die Basis zu stellen.

    Manchmal hat unser Chernarus einen ziemlich eigenartigen Sinn für Nachbarschaftspflege.

    Ein weiterer Kontakt kam nicht zustande und WhiskeyMixer fuhr schließlich über die Küste nach Berezino zurück.


    🌙 Silhouetten im Dunkeln

    Dort sah ich etwas später drei oder vier Gestalten im Licht einer Leuchtfackel vor @The_GraveDiggers Turm.

    Sie hantierten am Schloss.

    Natürlich beobachtete ich die Sache sehr aufmerksam.

    Doch sie ließen das Camp in Ruhe, bedienten sich lediglich an Essen und Getränken und zogen anschließend weiter. Währenddessen kümmerte ich mich um die Gärten und pflanzte Kürbisse, Paprika und Zucchini. WhiskeyMixer entschied sich zunächst, ihnen zu folgen, kehrte aber kurz vor Solnichniy noch einmal um, um sein Auto zu holen. Offenbar fuhr er später an der Gruppe vorbei. Einer der Männer lief auf sein Fahrzeug zu.
    WhiskeyMixer gab Gas.

    Nach den vergangenen Tagen konnte ich ihm das kaum verdenken.


    🚗 „Bulgaren? Ungarn? Serben!“

    Ich zog später weiter nach Nizhnoye, um nach dem dortigen Camp zu sehen. Bis auf einige fehlende Vorräte und etwas Ausrüstung war alles in Ordnung.

    Auf meinem Weg Richtung Solnichniy kam mir plötzlich ein grüner Ada entgegen. Nicht WhiskeyMixer....
    Ich wollte mich gerade verstecken, als ein Zombie mir einen Strich durch die Rechnung machte und ich mich verteidigen musste.

    Der Wagen hielt.
    Zwei Männer stiegen aus.
    Rote Armbinden.
    CHAOS.

    Mein Herz pochte. Je nachdem, wen ich da vor mir hatte konnte das gut oder weniger gut ausgehen. Aber es waren wohl Davus und Arndt.
    Davus warnte mich, weiter vorne vorsichtig zu sein. Bei Solnichniy seien sie auf eine neue Gruppe gestoßen. Einen hätten sie versehentlich erschossen, einen anderen gefesselt und ein dritter sei entkommen. „Bulgaren oder Ungarn“, meinte er. Ich schüttelte den Kopf: „Vermutlich Serben.“

    Ich bedankte mich jedoch für die Warnung, aber genau diese Leute wollte ich ohnehin finden. Ich wollte endlich wissen, weshalb am Vorabend unmittelbar vor unserem Camp auf Pinky und Batex geschossen worden war. Also lief ich weiter.


    🇷🇸 Endlich Namen

    Nahe der Tankstelle sah ich sie schließlich: Vier Männer liefen gemeinsam die Straße entlang. Nicht weit entfernt lag noch die Leiche desjenigen, den CHAOS zuvor erwischt hatte. Ich schlich mich zunächst zum Camp und bezog auf dem Dach des Supermarktes Position. Von dort konnte ich sie beobachten, ohne direkt mitten zwischen ihnen zu stehen.

    Einer bemerkte mich. Ein anderer kam sofort näher und richtete seine Armbrust auf mich. „Don't shoot!“, rief ich ihm entgegen. Der Pfeil flog trotzdem knapp an mir vorbei. Nun wurde auch ich etwas ungehalten. Ich hatte außer meiner Axt keine Waffe bei mir und musste mich deshalb auf das verlassen, was mir normalerweise ohnehin lieber ist.

    Meine Stimme.

    Ich erklärte ziemlich deutlich, dass dies ein Camp sei und dass es keine besonders gute Idee wäre, dort auf die Leute zu schießen, die sich darum kümmern. Dann kam ein weiterer Mann hinzu und versuchte zu beschwichtigen. Sie seien neu. Sie wüssten noch nicht, wie die Dinge hier liefen. Aber sie wollten es lernen. Damit konnte ich etwas anfangen; Vertrauen gegen Vertrauen. Also stieg ich vom Dach und zum ersten Mal hatten die gesichtslosen Fremden der vergangenen Tage Namen.

    Tony. Luditosha. Leka. Jarofflies.

    Luditosha übernahm größtenteils das Reden und erzählte mir von ihrer Begegnung mit CHAOS. Einer ihrer Leute sei erschossen, ein anderer als Geisel genommen worden. Am Ende habe CHAOS sie jedoch ziehen lassen, da sie nichts von Wert hatten, was sie anbieten konnte. Dann kam die unvermeidliche Frage: Ob ich vielleicht wüsste, wo sie ein Auto finden könnten.

    Ich musste lachen und antworte auf Englisch:. „Right at your base.“ Mein Gegenüber sah mich an, als hätte ich gerade eine vollkommen andere Sprache gesprochen.

    Also erklärte ich es. Ein Freund von uns hatte bereits ein Fahrzeug vor ihrer Unterkunft abgestellt. Ein gelber Sarka. Für sie. Nun wurden die Gesichter noch länger. Einer fragte nach dem blauen Fass vor ihrem Haus. Ich nickte: „Ja. Derselbe Mann.“ Und wenn sie schon dabei waren, ihre neue Heimat zu erkunden, konnten sie auch gleich nachsehen, was wir ihnen noch hineingelegt hatten: ein weiteres Fass, eine Fahne und einige Nägel für den Anfang.

    Die Reaktion war beinahe rührend. Sie bedankten sich überschwänglich und einer von ihnen drückte mir im Gegenzug eine REFUGE-Fahne in die Hand, die er kurz zuvor im Supermarkt gefunden hatte. So kann es also auch gehen. Ich sprach anschließend noch den Schützen vom Vorabend an. Langsam wurde klar, dass dahinter offenbar keine gezielte Aktion gegen uns gesteckt hatte. Derjenige hatte schlicht nicht gewusst, was unsere Camps waren und wie wir dort miteinander umgehen. Das machte die Schüsse und Batex' Tod nicht ungeschehen. Aber zumindest machte es sie verständlicher.

    Die Jungs versprachen, unsere Camps künftig zu respektieren. Ich lud sie daraufhin gleich zum geplanten Boxevent von I.K.E.A. ein.
    Dann verabschiedeten wir uns. Sie machten sich auf den Weg zurück zu ihrer Basis. Zu ihrem neuen Auto.

    Und hoffentlich auch zu ihrem blauen Fass.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Als ich später über diesen Tag nachdachte, musste ich schmunzeln.

    Seit Tagen sprachen wir von „den Serben“, ohne eigentlich zu wissen, wer diese Menschen waren. Wir hatten Silhouetten gesehen, Schüsse gehört und Vermutungen angestellt. Aus einzelnen Beobachtungen entstand in unseren Köpfen langsam eine Geschichte.

    Heute hatte diese Geschichte plötzlich Gesichter bekommen. Und Namen.

    Tony, Luditosha, Leka und Jarofflies.

    Vier Menschen, die gerade erst angekommen waren, Fehler gemacht hatten und gleichzeitig offenbar bereit waren zuzuhören und zu lernen.

    Vielleicht ist genau deshalb das Gespräch so wichtig. Ein unbekannter Schütze bleibt im Kopf lange ein Feind. Ein Mensch, mit dem man gesprochen und gelacht hat, ist plötzlich jemand, dessen Geschichte man wenigstens ein kleines Stück kennt. Gestern schoss einer von ihnen auf uns.

    Heute schenkte einer mir eine Fahne und wir schenkten ihnen ein Auto. Unser Chernarus kann schon ein ziemlich merkwürdiger Ort sein. Aber genau deshalb möchte ich mir die Zeit nehmen, Menschen kennenzulernen, bevor ich entscheide, wer sie für mich sind.


    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛


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  • Herzzeit vom 06.07.2026 (Montag) – Tag 089: Eine Hand wäscht die andere


    Hallo ihr Lieben,

    heute war wieder einer dieser Tage, an denen sich Frust und Hoffnung erstaunlich nahekommen. Während an einem Ort Dinge verschwinden, für die Menschen viel Zeit und Mühe investiert haben, reicht anderswo schon ein kleiner Tausch, ein freundliches Wort oder ein Topf Wasser, damit aus Fremden langsam Bekannte werden. Und vielleicht brauchte ich genau das heute.


    🌱 Arbeit, die bleibt

    Den Vormittag verbrachte ich in Solnichniy und kümmerte mich um das Camp. Nach den vergangenen Tagen war dort einiges liegengeblieben und ich versuchte, wieder etwas Ordnung hineinzubringen.

    Später traf ich in Prigorodki auf ein Bambi, das zunächst überhaupt nicht reden wollte. Nach den Erfahrungen der letzten Wochen beobachtete ich ihn natürlich etwas genauer, wollte aber nicht gleich wieder vom Schlimmsten ausgehen. Also versuchte ich es auf anderen Wegen. Wenn er schon nicht sprechen wollte, könne er seinen Namen ja vielleicht tanzen. Oder ich würde eben raten.
    Irgendwann hielt er es wohl selbst nicht mehr aus und begann doch zu reden: PeDaZweegaat, nannte er sich.
    Er erzählte, dass er sich niederlassen wolle und sogar schon ein Auto gefunden habe. Sein bisheriges Leben in Chernarus war allerdings etwas unglücklich verlaufen, denn zuletzt war er am eigenen Stacheldraht gestorben. Nun ja. Auch das gehört wohl zur Eingewöhnung.

    Wir versorgten ihn mit einer Grundausstattung, unterhielten uns noch kurz und schließlich zog er weiter.


    ⚔️ Beobachter werden Beteiligte

    Cala-j berichtete unterdessen von einem Raid von CHAOS auf TomTeeJay. Zunächst beobachtete er nur und hielt sich aus der Sache heraus. Als die Angreifer bereits auf dem Rückzug waren, gab er jedoch einen Schuss ab und wurde daraufhin selbst getötet. Manchmal reicht in Chernarus eben ein einziger Moment, um aus einem Zuschauer plötzlich einen Beteiligten zu machen.
    Chantal war derweil wieder am Camp. Pinky hatte sie in Elektrozavodsk abgeholt und setzte ihren kleinen Einführungskurs fort. Es war schön zu sehen, dass sie inzwischen immer mehr lernte und gleichzeitig auch andere bereit waren, sich Zeit dafür zu nehmen.


    🎃 Ein seltsamer Kürbis

    Später kam NiggoB zum Turm in Prigorodki und ich konnte es mir nicht verkneifen, mich als Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 auszugeben, um ihn ein wenig zu ärgern. NiggoB ließ sich erstaunlich bereitwillig darauf ein, versuchte ihr schöne Augen zu machen und schenkte ihr schließlich einen äußerst...merkwürdigen Kürbis. Ich bin mir bis heute nicht sicher, was genau er damit ausdrücken wollte. Vielleicht ist es besser, manche Dinge einfach nicht zu hinterfragen.

    🪵 Wenn Aufbau und Abriss aufeinandertreffen

    WhiskeyMixer und Jannnik kamen später ebenfalls vorbei und berichteten, dass CHAOS wieder äußerst fleißig gewesen sei. Der Eindruck verdichtete sich, dass verschiedene Unterkünfte in kürzester Zeit vollständig zurückgebaut worden waren. WhiskeyMixer verglich sie irgendwann mit Holzwürmern und ganz falsch fand ich dieses Bild nicht. Irgendwo müssen die ganzen Nägel für das große Bauprojekt schließlich herkommen. Man hätte natürlich auch fragen können...

    Ich stand eine Weile mit janinesta (Selina) am Camp und betrachtete unser Lager. „So viel Arbeit mit den neuen Bambis...“, murmelte ich, „...und diese Leute reißen alles an einem Nachmittag wieder ein.“ Genau das frustriert mich wohl am meisten. Nicht, dass jemand einen anderen Weg geht als wir. Sondern dass Aufbau so viel langsamer ist als Zerstörung.
    Man verbringt Stunden damit, einem Neuankömmling zu helfen, einen Ort aufzubauen, an dem jemand vielleicht heimisch werden kann, sammelt Material, organisiert Fahrzeuge und versucht Menschen dazu zu bringen, nicht sofort aufeinander zu schießen oder das Land zu verlassen. Und dann braucht es manchmal nur wenige Minuten, um davon kaum etwas übrigzulassen.

    WhiskeyMixer beobachtete später noch den Bau bei CHAOS und jemand lief ziemlich provokant mit roter Armbinde durch das Militärgelände. Bis auf einige drohende „Warnschüsse“, wie Kallele sie nannte, blieb es allerdings ruhig.

    🏚️ Die Rostige Axt

    Als ich später mit Rio allein am Camp stand, erzählte er mir von der "Rostigen Axt". Dort war eingebrochen worden: Die Kisten auf den Tischen waren verschwunden und auch das rot-gelbe Medikamentenzelt fehlte.
    Dieses Zelt hatte ich damals mit Mühe organisiert und gerade deshalb traf mich die Nachricht mehr, als ich zunächst zugeben wollte. Blitzo hatte so viel Zeit in diesen Ort investiert. Die "Rostige Axt" sollte ein Treffpunkt sein, ein Platz zum Essen, Reden und Zusammenkommen. Nun sah sie plötzlich geplündert aus.

    Dass Dinge verschwinden, daran gewöhnt man sich irgendwann in Chernarus. Schwerer wiegt das verlorene Vertrauen. Irgendjemand war dort gewesen, hatte sich umgesehen und all das einfach mitgenommen. Blitzo hatte so viel Mühe in die Einrichtung gesteckt und nun fehlten ausgerechnet die Dinge, die diesen Ort zu seinem Ort gemacht hatten.
    Ich gab eine Suchmeldung nach dem Zelt heraus und WhiskeyMixer kam vorbei, um sich den „Tatort“ anzusehen. Spuren fanden wir keine. Klar war eigentlich nur, dass jemand für einen solchen Abtransport vermutlich ein Fahrzeug gebraucht hatte.

    Also fuhren wir verschiedene Basen und bekannte Orte ab, doch nirgends tauchte das Zelt auf.

    🇷🇸 Eine Hand wäscht die andere

    Schließlich beschlossen wir, bei unseren neuen Bekannten vorbeizusehen, den Serben. Ich hatte noch einige Zeltplanen und Seile dabei, die sie für ihren Aufbau gebrauchen konnten. Außerdem wollten wir @WhiskeysMixers grünen Ada wieder im Wald abstellen.

    Dann erwischte WhiskeyMixer eine Baumwurzel.
    Der Ada gab ein Geräusch von sich, bei dem mir schon klar war, dass wir ein Problem hatten. Der Kühler war fast hinüber.
    Da fiel mir ein, dass wir den Jungs in ihren gelben Sarka einen Ersatzkühler gelegt hatten. Vielleicht konnten wir tauschen.

    Wir stellten den Ada im Wald ab, versteckten unsere Waffen in einem Gebüsch und liefen zur Straße. Keine Minute später kamen drei der Serben über den Weg, dicht gefolgt vom gelben Sarka. Für einen kurzen Moment glaubte ich, dass sie auf uns zielten, und rief ihnen entgegen, dass wir Hilfe brauchten.
    Dann wartete ich.
    Ich gebe zu, dass ich in diesem Augenblick gespannt war, ob unsere erste Begegnung wirklich etwas bedeutet hatte. Vor gerade einmal einem Tag waren wir noch Fremde gewesen. Einer ihrer Leute hatte vor unserem Camp auf uns geschossen und ich hatte später mit einer Axt in der Hand auf einem Supermarktdach gestanden, während mir ein Armbrustbolzen um die Ohren flog. Wir hatten danach miteinander geredet, uns kennengelernt und waren friedlich auseinandergegangen. Aber ob eine einzige Begegnung schon ausreichte, um sich aufeinander verlassen zu können?

    Es fiel kein Schuss.
    Stattdessen wurden wir freundlich begrüßt.

    Ich erklärte ihnen, dass wir ohnehin auf dem Weg zu ihnen gewesen waren, weil ich ihnen einige Zeltplanen für ihre Basis bringen wollte. Leider hatten wir unterwegs einen kleinen Unfall gehabt und benötigten nun selbst einen Kühler. Einer der Männer stieg sofort ins Auto und fuhr los: „You helped us, now we help you.“
    Ich musste lachen. So einfach konnte es also sein.

    Wir hatten ihnen vor einigen Tagen ein Auto, Fässer, Nägel und ein wenig Hilfe für den Start gegeben. Nicht, weil wir dafür irgendwann etwas zurückhaben wollten, sondern weil sie neu waren und etwas Unterstützung gebrauchen konnten. Heute standen nun ausgerechnet wir mit einem kaputten Auto im Wald und plötzlich waren sie diejenigen, die helfen konnten.

    Ich bemerkte allerdings, dass einer von ihnen noch eine schwarze Armbinde trug und warnte ihn vorsichtshalber. CHAOS wertete diese Farbe inzwischen sehr eindeutig und würde vermutlich nicht lange fragen, bevor geschossen wurde. Ebensowenig I.K.E.A. Weiß oder Grün wären momentan wesentlich ungefährlicher, erklärte ich ihm.
    Ansonsten schien es den Jungs gutzugehen, nur das Essen wurde knapp. Also legte ich etwas abseits im Wald ein kleines verstecktes Beet an und gab ihnen von meinem gebratenen Fleisch und Kürbis sowie eine Dose NotaCola ab, die ich noch im Gepäck hatte. WhiskeyMixer kümmerte sich um Wasser.
    Als der dritte Mann schließlich mit dem Kühler zurückkam, bauten wir ihn in den Ada ein. WhiskeyMixer ließ ihnen noch einige Nägel als Dank zurück und unser grüner Ada wurde ausgiebig bewundert. Dann verabschiedeten wir uns, gingen zurück in den Wald und holten unsere Waffen aus dem Versteck. Wenig später waren wir wieder auf der Küstenstraße unterwegs nach Hause.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Als WhiskeyMixer mich später in Prigorodki absetzte, blieb ich noch eine Weile am Camp stehen und ließ den Tag Revue passieren. Vieles war passiert. Vielleicht ein bisschen zu viel für einen einzigen Tag. Da waren Orte zurückgebaut worden, an denen Menschen gerade erst angefangen hatten, sich etwas aufzubauen. Die "Rostige Axt" war ausgeraubt worden und irgendwo war ein Medikamentenzelt verschwunden, das Blitzo viel bedeutet hatte. Ich hatte janinesta (Selina) noch gesagt, wie müde es mich manchmal machte, zu sehen, wie viel Zeit wir in Menschen und Orte investierten, während andere all das in einem Nachmittag wieder einreißen konnten.

    Und dann stand ich wenige Stunden später mitten im Wald bei Menschen, die wir vor zwei Tagen noch nicht einmal beim Namen kannten, und hörte diesen einfachen Satz:
    „You helped us, now we help you.“

    Vielleicht ist es genau deshalb wichtig, trotzdem weiterzumachen.
    Nicht jede ausgestreckte Hand wird angenommen und nicht jeder, dem man hilft, wird sich später daran erinnern.
    Manche nehmen, was sie bekommen können, und verschwinden. Manche zerstören sogar das, was andere ihnen oder für andere aufgebaut haben.

    Aber manchmal bleibt eben doch etwas hängen.
    Und dann steht man irgendwann mit einem kaputten Kühler im Wald und jemand, der gestern noch ein Fremder war, streckt seinerseits die Hand aus.
    Eine Hand wäscht eben die andere.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 07.07.2026 (Dienstag) – Tag 090: Geburtstagsfeiern und andere Katastrophen


    Hallo ihr Lieben,

    manchmal nimmt sich Chernarus offenbar vor, an einem einzigen Abend möglichst viele unterschiedliche Geschichten unterzubringen. Einen falschen Alarm, einen Geburtstag am See, geangelten Fisch, einen LKW-Reifen auf dem Grill, eine alte Geschichte über eine Steinsuppe, mehrere äußerst fragwürdige Badeversuche und schließlich Schüsse aus dem Hinterhalt.
    Dabei wollten wir heute eigentlich nur Black Lions Geburtstag feiern. Eigentlich...


    🏕️ Falscher Alarm

    Zunächst erreichte mich eine Nachricht von Blitzo wegen der vermeintlich ausgeraubten "Rostigen Axt". Ja... ich schreibe bewusst "vermeintlich."
    Wie es sich herausstellte hatter er das verschwundene Medikamentenzelt selbst abgebaut und auch die Kisten waren keineswegs gestohlen worden. Er hatte sie lediglich weggeschlossen.

    WhiskeyMixer und ich waren also gestern vollkommen umsonst losgezogen und hatten halb Chernarus nach einem Zelt abgesucht, das niemals verschwunden gewesen war.
    Nun ja.
    Immerhin hatten wir dadurch die Serben noch einmal getroffen, ihnen ein paar Sachen vorbeigebracht und am Ende selbst ihre Hilfe gebraucht. Vielleicht war unsere kleine Irrfahrt also gar nicht so umsonst gewesen, wie sie zunächst erschien.

    Ich kümmerte mich anschließend noch ein wenig um das Camp in Solnichniy, baute dort einen weiteren Unterstand und ging angeln. In der Stadt fand ich außerdem die Leiche eines Bambis, die ich bestattete. Wer es gewesen war und was ihm zugestoßen war, wusste ich nicht. Aber wenigstens sollte er nicht einfach zwischen den Häusern liegen bleiben.


    🎂 Geburtstag am Black Lake

    Am Abend stand dann etwas wesentlich Schöneres auf dem Programm: Black Lion hatte Geburtstag gehabt und wir fuhren gemeinsam zum Black Lake, um zu feiern. Black Lion, Jammet, Blitzo, Pinky, janinesta (Selina), s-tlk, Neuzugang Chantal, NiggoB, WhiskeyMixer und ich fanden sich nach und nach am See ein.
    Es wurde geangelt, geredet und gelacht. Chantal erzählte stolz von ihrem ersten selbst gefangenen Fisch am Vortag und auch s-tlk versuchte sich nach all den Jahren ein erstes Mal am Angeln. W

    Irgendjemand schleppte sogar einen LKW-Reifen an und wir warfen schließlich alles auf ein Lagerfeuer, was sich irgendwie grillen ließ. Vermutlich sollte ich an dieser Stelle ausdrücklich erwähnen, dass der Reifen nicht zum Verzehr gedacht war.

    Als WhiskeyMixer einen Kochtopf über dem Feuer anbrachte und Chantal auf dem Wanderweg einige Steine entdeckte, musste ich an eine alte Geschichte denken, die ich vor langer Zeit einmal gehört hatte. Die Geschichte von einem klugen Mönch, einem Topf Wasser und einer Suppe, die angeblich nur aus einem Stein gekocht werden sollte. Also saßen wir gemeinsam am Black Lake und ich erzählte ihnen die Geschichte von der Steinsuppe. Von Menschen, die glaubten, nichts geben zu können, bis jeder nur eine Kleinigkeit beisteuerte und am Ende genug für alle da war.
    Eigentlich passte sie ziemlich gut zu diesem Abend.
    Und vielleicht hätten wir danach einfach weiter am Feuer sitzen bleiben sollen.


    🏊 Vom Perlentauchen und anderen schlechten Ideen

    NiggoB und WhiskeyMixer kamen nämlich auf die Idee, im See "Perlentauchen" zu gehen.
    ja. In einem See. In Chernarus.
    Von einer Klippe.
    Mit Black Lion.

    Ich weiß nicht, an welcher Stelle dieses Vorhabens man hätte erkennen können, dass es möglicherweise nicht besonders vernünftig war.
    WhiskeyMixer sprang und stieß sich dabei offenbar den Kopf. Er verlor im Wasser das Bewusstsein und ertrank, bevor wir noch etwas für ihn tun konnten. Ich stand am Rand wie erstarrt und starrte Fassungslos auf das, was sich da vor mir abspielte.
    NiggoB nahm den Verlust seines Freundes derart schwer, dass er ohne Whiskey offenbar ebenfalls nicht mehr weiterleben wollte und sich noch einmal von der Klippe stürzte. Immerhin überlebte er seinen Versuch. Ich rannte sofort zu ihm und versuchte ihn wieder zur Vernunft zu bringen, schiente sein verletztes Bein und brachte ihn wieder einigermaßen auf die Füße.
    Black Lion betrachtete das alles offenbar als Einladung und sprang ebenfalls noch einmal.
    Auch er starb.

    Ich weiß noch immer nicht, ob das alles der Fantasie eines schrecklichen Traumes entsprungen ist oder ob es sich wirklich so zugetragen hat.
    Betroffen sammelten wir jedenfalls ein, was von den Sachen unserer unfreiwilligen Perlentaucher übrig geblieben war, und organisierten die Rückgabe der Ausrüstung, sobald sie an der küste wieder aufgetaucht waren. Und so war aus einer gemütlichen Geburtstagsfeier innerhalb kürzester Zeit ein kleiner Rettungs- und Bergungseinsatz geworden.
    Leider sollte das nicht die letzte Katastrophe des Abends bleiben.


    🔫 Schüsse auf Cookfrags und Sense

    Noch während wir versuchten, alles zu sortieren, erreichte uns eine Meldung von cookfrags und Sense. Die beiden hatten begonnen, sich ein neues Lager aufzubauen, und waren dabei unter Beschuss geraten. cookfrags wurde schließlich von einem Zombie erwischt und auch auf Sense wurde geschossen, bevor die Infizierten das Werk vollendeten.
    CHAOS?
    Wir wussten es nicht. Aber der Verdacht lag nahe.
    Damit war die Geburtstagsfeier endgültig vorbei.

    Wir brachen auf, sammelten unsere frisch an der Küste Gestrandeten wieder ein und machten uns gemeinsam auf den Rückweg. Ein roter Gunter, Black Lions grüner Sarka und der grüne Ada von I.K.E.A., in dem WhiskeyMixer, NiggoB und Neuzugang Chantal unterwegs waren.

    Bei Solnichniy sahen wir im Industriegebiet zwei Bambis mit Waffen. Einer von ihnen hätte Kallele sein können, der zuvor in Polizeikleidung bei The_GraveDigger in Berezino aufgetaucht war. Wir hielten uns jedoch nicht weiter auf und fuhren weiter. Nicht so WhiskeyMixer. Er überließ NiggoB das Steuer des Adas und ging nach den beiden Ausschau halten.
    Wir übrigen erreichten Elektrozavodsk ohne Zwischenfälle.


    💥 Nicht schon wieder

    Doch dann, nahe der Tankstelle, sahen wir einen Ghillie im Feld liegen und auf die Straße zielen.
    janinesta (Selina) fuhr mit dem roten Gunter weiter. Auch Black Lion kam mit seinem Sarka vorbei.
    Dann wurde auf den grünen Ada gezielt und geschossen.
    NiggoB saß am Steuer und versuchte auszuweichen.
    Chantal war sofort tot.
    Und in mir riss irgendetwas.
    Nicht schon wieder.
    Nicht schon wieder jemand, den wir gerade erst aufgenommen, an die Hand genommen und durch seine ersten Tage begleitet hatten. Chantal hatte noch wenige Stunden zuvor am Black Lake gesessen, von ihrem ersten Fisch erzählt und Steine für meine Geschichte gesammelt. Als wir aufgebrochen waren hatte sie gefragt, was sie tun musste. Ich hatte nur gelacht, abgewunken und gesagt "Gut aussehen!" Und nun lag sie zusammengesackt und leblos in dem grünen Ada, weil irgendein Mensch am Straßenrand beschlossen hatte, auf einen vorbeifahrenden Wagen zu schießen.
    Ich wurde wütend. Richtiggehend wütend. Vielleicht zu wütend...
    Ich wies janinesta (Selina) an anzuhalten, doch sie wollte zunächst weiterfahren. Vermutlich war das vernünftiger. Wir wussten nicht, wo der Schütze genau stand, ob er allein war oder ob er nur darauf wartete, dass wir ausstiegen.
    Als der Wagen schließlich seitlich zum Stehen kam, sprang ich trotzdem aus dem noch rollenden Auto und humpelte zurück in Richtung des vermeintlichen Angreifers.
    janinesta (Selina) war über meine Sturheit alles andere als glücklich.
    Und ich kann es ihr nicht einmal verdenken.

    Aber in diesem Moment konnte ich einfach nicht mehr im Auto sitzen bleiben und weiterfahren. In den vergangenen Wochen hatten wir Menschen aufgenommen, versorgt, ihnen das Überleben beigebracht und versucht, ihnen einen sicheren Anfang zu ermöglichen. Dann kamen Toah, die Schüsse an den Camps, Angriffe auf unsere Fahrzeuge und immer wieder Menschen, die aus dem Hinterhalt das Feuer eröffneten. Ich wusste selbst, dass es unvernünftig war, einem bewaffneten Ghillie hinterherzulaufen. Aber noch weniger ertrug ich in diesem Augenblick den Gedanken, einfach weiterzufahren und ihn vielleicht auf das nächste Auto schießen zu lassen.
    Auf freiem Feld hatte ich gegen einen Ghillie allerdings kaum eine Chance, seine Spur wiederzufinden.
    Blitzo, NiggoB, janinesta (Selina), Pinky, Black Lion und Jammet kamen nach, nachdem die Fahrzeuge gesichert waren. Wir suchten die Umgebung ab, doch der Schütze war inzwischen verschwunden.
    janinesta (Selina) war sauer auf mich, weil ich mein Leben derart leichtfertig aufs Spiel gesetzt hatte.
    Sie hatte recht.
    Das machte meine Wut und den Schmerz nur leider nicht kleiner.


    🌲 Wer war der Schütze?

    Unsere Suche blieb erfolglos, aber langsam entstand ein Verdacht: Kallele und Davus von CHAOS könnten cookfrags und Sense beobachtet haben. Auch WhiskeyMixer, der noch versucht hatte, ihnen zu folgen, hielt deren neue Bleibe inzwischen für nicht mehr sicher.

    Auf dem Heimweg holte ich Chantal in Kamyshovo ab. Black Lion und Jammet brachten im grünen Sarka noch Essen und Kleidung für sie mit und so ging es erneut über Elektrozavodsk zurück.
    Nahe Mt. Wolfgang bemerkten wir ungewöhnlich viele Pilze. Für sich genommen nichts Besonderes, aber sie ließen vermuten, dass hier vor nicht allzu langer Zeit jemand unterwegs gewesen war. Die Spur führte in Richtung Prigorodki.

    S-tlk hatte unterdessen eine Bambileiche am Camp gemeldet. Für einen Moment schrillten wieder sämtliche Alarmglocken, doch es stellte sich heraus, dass es lediglich Chantals alter Körper war, den man aus dem Ada gezogen hatte.
    Am Camp begrüßten wir noch Rio, der sich durch den Vorfall wieder darin bestätigt sah, nie in ein Auto einzusteigen.
    Kurz darauf erschien ein stilles Bambi, bediente sich an den Vorräten und rannte anschließend in Richtung Chernogorsk davon.

    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 wurde misstrauisch.
    Vielleicht waren es die Pilze. Vielleicht das schweigende Bambi. Vielleicht waren es einfach die vergangenen Wochen, die dafür gesorgt hatten, dass solche Kleinigkeiten inzwischen genügten, um das Gefühl hervorzurufen, beobachtet zu werden.
    Sie kontrollierte die "Rostige Axt".
    Alles war in Ordnung.
    WhiskeyMixer überprüfte Mogilevka.
    Auch dort zunächst nichts.

    Als Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 schließlich zurück nach Prigorodki lief, hörte sie plötzlich einen grünen Ada vorbeifahren.
    Dann sah sie eine Gestalt.
    Ein Ghillie kam den Hügel südlich von Dubovo hinuntergelaufen und stieg in das Fahrzeug.
    Damit war zumindest eines klar: Der Ghillie war tatsächlich noch hier gewesen.
    Und er gehörte offenbar zu CHAOS, denn das Auto kannten wir...
    Arndt?
    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 war sich ziemlich sicher.
    Nur beantwortete das die wichtigste Frage nicht: Warum hatte er auf den Ada geschossen?
    Warum musste Chantal sterben?
    Und weshalb hatte er sich danach noch in der Nähe unseres Camps aufgehalten?
    Was hatte das stille Bambi damit zu tun – wenn überhaupt etwas?

    WhiskeyMixer und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 liefen noch die Küste entlang und kontrollierten die Basis vom Rheingauer! und auch Assaults Unterkunft. Ihr Weg führte sie bis zur Gefängnisinsel. Doch alles schien verschlossen und ruhig. Schließlich brach die Nacht über ihnen herein.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Eigentlich wollte ich heute von Black Lions Geburtstag erzählen.
    Vom Angeln am See, von Chantals erstem Fisch, von s-tlk, der ebenfalls das Angeln ausprobiert hatte, von einem vollkommen überflüssigen LKW-Reifen und von NiggoB und WhiskeyMixer, die auf die grandiose Idee kamen, Perlentauchen zu gehen. Von einer alten Geschichte über einen Stein, aus dem eine Suppe wurde, weil viele Menschen bereit waren, jeweils eine Kleinigkeit beizutragen.
    Und vielleicht ist es gerade deshalb schwer, diesen Tag einzuordnen.
    Denn ein paar Stunden später saß Chantal wieder an der Küste.
    Nicht, weil sie einen Fehler gemacht hatte. Nicht, weil sie jemanden bedroht oder sich in einen Kampf eingemischt hatte. Sie saß einfach in einem Auto mit Menschen, die sie sicher nach Hause bringen wollten.

    Vielleicht war es deshalb auch falsch von mir, diesem Ghillie hinterherzulaufen. janinesta (Selina) hatte allen Grund, sauer auf mich zu sein. Ich kann nicht von anderen verlangen, vorsichtig zu sein, und selbst kopflos einem bewaffneten Mann hinterherhumpeln.

    Aber ich merke, dass es mir zunehmend schwerfällt, solche Dinge einfach hinzunehmen und weiterhin runterzuschlucken.
    Wir können nicht jeden Menschen beschützen, der unsere Camps besucht. Wir können nicht jede Kugel verhindern und schon gar nicht versprechen, dass jemand sicher ist, nur weil er mit uns unterwegs ist. Das wäre in Chernarus eine Lüge.

    Aber vielleicht können wir wenigstens dafür sorgen, dass diejenigen, die wieder an der Küste aufwachen, dort nicht allein bleiben.
    Chantal jedenfalls haben wir wieder abgeholt.
    Und morgen geht es weiter.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 08.07.2026 (Mittwoch) – Tag 091: Aufgewühlte Zeiten


    Hallo ihr Lieben,

    nach den Ereignissen der vergangenen Tage hätte ein wenig Ruhe eigentlich ganz gutgetan. Und auf den ersten Blick sah es heute sogar danach aus. Pinky, janinesta (Selina) und einige andere waren wieder unterwegs, versorgten sich, sahen nach dem Rechten und meldeten keine größeren Zwischenfälle. Doch ruhig fühlte es sich trotzdem nicht an. Dafür war in den letzten Tagen zu viel passiert und dafür gab es zu viele kleine Beobachtungen, die für sich genommen vielleicht nichts bedeuteten, zusammengenommen aber dafür sorgten, dass wir weiterhin genauer hinsahen als sonst.


    🚗 Unterwegs

    Pinky und janinesta (Selina) waren wieder gemeinsam auf Tour und auch die anderen verteilten sich über das Land. Große Neuigkeiten gab es zunächst nicht, was inzwischen beinahe schon eine Meldung für sich wert war. Allerdings schien auch die Rote Armee Chernarus (RAC) wieder aktiver zu werden. Was genau sie vorhatten und wohin ihr Weg sie führen würde, ließ sich noch nicht sagen. Seit ihrer Gründung hatten wir gelernt, ihre Bewegungen zumindest im Auge zu behalten. Nicht, weil wir uns in ihren Konflikt einmischen wollten, sondern weil sich Konflikte in Chernarus selten daran halten, wo sie eigentlich hingehören. Irgendwann stehen sie vor der eigenen Haustür oder betreffen Menschen, die man kennt.


    💀 Zu viele Tote

    Am Camp fanden sich unterdessen auffällig viele Bambileichen.
    Woher sie kamen, wussten wir nicht. Hatte CHAOS hier wieder sein Unwesen getrieben? War irgendwo eine Auseinandersetzung eskaliert? Oder hatten sich einfach mehrere unglückliche Geschichten am selben Ort gesammelt? Nach den vergangenen Tagen war es schwer, solche Dinge noch beiläufig hinzunehmen. Eine Leiche konnte ein Unfall sein. Mehrere ließen einen zumindest genauer hinschauen.

    Der Engel von Novo, Angelus Novi, machte sich deshalb auf den Weg zur Basis unserer Neuzugänge, den Serben. Noch war dort alles verschlossen und offenbar unversehrt. Es wurde sogar eifrig weitergebaut. Das beruhigte mich zumindest ein wenig. Gerade erst hatten Menschen dort begonnen, sich etwas Eigenes aufzubauen, und nach allem, was wir zuletzt erlebt hatten, hoffte ich sehr, dass man ihnen dafür ein wenig Zeit lassen würde.

    WhiskeyMixer sah auch bei cookfrags vorbei. Dort bot sich das gleiche Bild: Die Unterkunft war noch geschlossen.
    Wenn CHAOS also unterwegs gewesen war, stellte sich die Frage, was sie eigentlich vorhatten.
    Vielleicht gar nichts.
    Es wäre schön, wenn wir nicht hinter jeder Bewegung sofort eine Absicht vermuten müssten. Aber Chernarus hatte uns in letzter Zeit leider genügend Gründe gegeben, vorsichtig zu bleiben.


    🎯 Der Küstenreaper

    Und dann war da noch jemand, der inzwischen fast schon zu einem eigenen Problem geworden war: Der Küstenreaper.
    Nachdem auf den gelben Sarka der Serben bei Berezino geschossen worden war, verdichteten sich die Hinweise auf seine Anwesenheit deutlich. WhiskeyMixer und eine Campwache nahmen seine Spur in Berezino auf und folgten ihr die Küste hinunter bis nach Nizhnoye. Doch irgendwo dort verlor sie sich.
    Keine Begegnung. Kein Gespräch. Kein Schusswechsel.
    Nur wieder dieses Wissen, dass irgendwo zwischen den Bäumen und Häusern jemand unterwegs war, der bereits mehrfach auf Menschen und vor allem auch auf Versorgungstransporte an der Küste geschossen hatte.

    Vielleicht störte mich daran inzwischen weniger, dass wir ihn nicht fanden, als dass wir noch immer nicht verstanden, warum er das überhaupt tat. Ich kann mit Menschen reden, die etwas wollen. Ich kann mit Räubern verhandeln, mich mit Gegnern auseinandersetzen und manchmal sogar verstehen, weshalb jemand einen Weg eingeschlagen hat, den ich selbst niemals gehen würde.
    Aber mit einem Schuss aus dem Verborgenen lässt sich schlecht reden.

    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht war heute eigentlich gar nicht besonders viel los.
    Pinky und janinesta (Selina) kamen von ihrer Tour zurück. Unsere Neuzugänge bauten weiter. cookfrags' Unterkunft stand noch. Der Küstenreaper wurde nicht gefunden und die Toten am Camp konnten uns nicht mehr erzählen, was ihnen zugestoßen war.

    Und trotzdem fühlte sich dieser Tag nicht ruhig an.
    Vielleicht liegt das weniger an dem, was heute geschehen ist, als an dem, was in den vergangenen Wochen geschehen war: Toah, CHAOS, RAC, der Küstenreaper, Schüsse auf unsere Fahrzeuge und Menschen, die kaum ein paar Tage bei uns waren, bevor sie zum ersten Mal an der Küste aufwachten. Irgendwann beginnt man, genauer hinzusehen.
    Ein fremdes Bambi wird länger beobachtet, ein Motorengeräusch lässt einen aufhorchen und ein paar Tote am Camp werfen plötzlich Fragen auf, über die man früher vielleicht nur kurz nachgedacht hätte.

    Ich möchte nach wie vor nur aufpassen, dass aus Vorsicht irgendwann nicht Misstrauen gegen jeden wird.
    Denn wenn wir anfangen, in jedem Fremden einen möglichen Angreifer zu sehen, haben diejenigen, die diese Unruhe verursachen, am Ende mehr verändert als nur ein paar Einschusslöcher und verlorene Ausrüstung.

    Vielleicht war es deshalb sogar gut, dass heute nicht viel passiert ist.
    Wir konnten weiterbauen.
    Andere konnten weiterbauen.
    Und manchmal ist das einfach genug für einen Tag.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 09.07.2026 (Donnerstag) – Tag 092: Ein Küstenreaper brüstet sich


    Hallo ihr Lieben,

    manchmal ist es leichter, mit einem erklärten Feind umzugehen als mit Menschen, bei denen man nicht mehr weiß, woran man eigentlich ist. Ein Feind schießt auf dich und du weißt wenigstens, warum du dich vor ihm in Acht nehmen musst. Schwieriger wird es bei Menschen, mit denen man schon am Lagerfeuer stand, geredet, gehandelt und gelacht hat. Menschen, deren Entschuldigungen man angenommen hat und bei denen man trotz aller Unterschiede immer wieder davon ausgegangen ist, dass es irgendwo eine Grenze gibt.
    Heute musste ich mich fragen, ob ich diese Grenze vielleicht an einer ganz anderen Stelle gezogen hatte als sie.


    📻 Alte Stimmen

    Zunächst meldeten sich zwei Stimmen, die ich schon länger nicht mehr gehört hatte: ravini01 und Alnitak waren zurückgekehrt. ravini01 zog wieder durch unser Chernarus und beklagte sich dabei vor allem darüber, dass seine Vorräte langsam zur Neige gingen. Manche Dinge ändern sich offenbar nie.
    Fast beruhigend, wenn man bedenkt, was ansonsten gerade geschah.


    🚛 Ein weiterer Raid

    Rheingauer! s Unterkunft war aufgebrochen worden. Vieles deutete auf RAC hin, sicher wussten wir es allerdings nicht. Fahrzeuge fehlten, darunter auch ein LKW. Ein weiterer stand noch vor der Basis und wurde von Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 zunächst gesichert.

    Der verschwundene LKW war allerdings nicht das Fahrzeug der Kirche. Erzbischof Nickolus ( Nickel) war der Meinung, dass sich dieses inzwischen bei CHAOS befand. Dort wusste man davon jedoch nichts. Also verbuchten wir ihn intern als "vermutlich ebenfalls gestohlen".
    Überhaupt schien der Fahrzeugbestand in Chernarus heute ziemlich zu leiden. Auch bei CHAOS waren ein LKW, eine Olga und ein Ada zerstört worden.
    Manchmal fragt man sich, ob wir irgendwann mehr Zeit damit verbringen, Fahrzeuge zu suchen, zu reparieren, zu stehlen und zu zerstören, als tatsächlich irgendwohin zu fahren.


    🎥 Ein Video von Arndt

    Dann meldete sich Arndt und plötzlich wurde aus einer Vermutung traurige Gewissheit: Er war der Ghillie gewesen. Er hatte auf unseren Konvoi geschossen.
    Und er war es gewesen, dessen Kugel Chantal im grünen Ada getötet hatte.

    Damit hätte die Sache eigentlich geklärt sein können. Zumindest wusste ich nun, wer geschossen hatte. Doch Arndt beließ es nicht bei seinem Geständnis, sondern zeigte uns auch noch eine Aufnahme von dem Vorfall. Er wollte beweisen, dass er nicht Schuld gewesen war, sondern dass er nur entsprechend seiner Anweisung gehandelt hatte.
    Ich hörte sie mir an.
    Und dann hörte ich Kallele und Davus im Hintergrund lachen: „Töte so viele wie möglich!“
    Vielleicht war es nur ein Spruch im Eifer des Gefechts oder ein ziemlich geschmackloser Scherz gewesen. Vielleicht hatten sie tatsächlich geglaubt, dort im Ada ausschließlich I.K.E.A. vor sich zu haben. Vielleicht hatten sie gar nicht erkannt, wer in den Fahrzeugen saß, und erst hinterher verstanden, wen Arndt getroffen hatte.
    Arndt jedenfalls hatte innerlich triumphiert und gedacht, er habe WhiskeyMixer erschossen...

    Ich weiß es nicht.
    Genau das beschäftigt mich.
    Denn Kallele und Davus sind für mich nicht einfach zwei rote Armbinden irgendwo am Horizont. Wir haben inzwischen einiges miteinander erlebt. Wir haben gestritten und diskutiert, aber uns auch wieder am Lagerfeuer versöhnt. KALLE saß selbst erst vor wenigen Tagen mit mir nachts am Lagerfeuer in Prigorodki, als Toah auftauchte. Er fragte mich, ob er schießen dürfe, weil es unser Camp war und er wusste, dass wir dort andere Regeln haben. Wenig später starb er bei dessen Verteidigung. Wir haben CHAOS trotz aller Vorbehalte eine Olga überlassen, weil sie unsere Bedingungen akzeptierten. Nach den Schüssen auf unseren roten Gunter, den "SCHRUNTER" hatten sie erklärt, sie hätten uns nicht erkannt. Als Pinky und janinesta (Selina) später in "HERBERT" beschossen wurden, wurde wieder darüber gesprochen, welche Fahrzeuge zu den Samaritern gehören. Ich hatte ihre Entschuldigungen angenommen, auch wenn mir manches daran nicht gefiel.

    Vielleicht gerade deshalb traf mich diese Aufnahme.
    Denn nun waren wir wieder an genau diesem Punkt: Hatten sie wirklich nicht gewusst, wer dort fuhr?
    War I.K.E.A. tatsächlich das Ziel und wir waren schlicht zur falschen Zeit gemeinsam mit ihnen unterwegs?
    Oder hatte sich das hinterher nur als passende Erklärung angeboten?

    Ich möchte ihnen nicht etwas unterstellen, das ich nicht weiß. Aber genauso wenig kann ich so tun, als würde mich dieser Satz nicht beschäftigen.
    „Töte so viele wie möglich..." Chantal war kein Mitglied von I.K.E.A.
    Sie war eine Neuankömmling, die wir gerade erst dabei begleiteten, in dieser Welt Fuß zu fassen. Sie saß einfach in einem Auto auf dem Weg nach Hause.
    Und sie war an diesem Abend gestorben...


    💢 War es wenigstens ein Versehen?

    Chantal selbst war entsprechend sauer auf Arndt, verständlicherweise.
    Ich dagegen wusste zunächst gar nicht, was ich von ihm halten sollte.
    Tat es ihm leid?

    Ich glaube, genau das konnte ich nicht richtig greifen. Vielleicht schon. Vielleicht war ihm erst durch unsere Reaktion bewusst geworden, wen er da eigentlich erwischt hatte. Aber gleichzeitig hatte er uns die Aufnahme gezeigt, fast so, als gehöre sie zu einer Geschichte, die man hinterher erzählen konnte.
    Und für Chantal war es eben keine lustige Geschichte.

    Ich dachte wieder an Greeny_29 . An die Banana Ops. An dieses Lachen, das damals über Funk zu hören gewesen war, nachdem unsere Freunde überfallen worden waren. Damals hatten wir darüber gesprochen. Es hatte Entschuldigungen gegeben und ich hatte versucht, die Sache nicht größer zu machen, als sie sein musste.
    Dann kam der Rückfall... die Sache am Camp und auch danach hatten wir wieder das Gespräch gesucht. Aber mir war inzwischen klar, dass die Dinge nicht so einfach waren.

    Nun hörte ich wieder Stimmen von Menschen, die ich kannte, während auf Menschen geschossen wurde, die zu uns gehörten.
    Vielleicht war es wirklich nur die Jagd auf I.K.E.A.
    Aber selbst dann bleibt eine Frage: Wenn man auf ein Fahrzeug schießt, ohne zu wissen, wer darin sitzt, wie viel Unterschied macht es hinterher noch, wen man eigentlich treffen wollte?

    Ich wollte Arndt nicht vorschnell verurteilen. Ebenso wenig Kallele oder Davus. Dafür kenne ich sie inzwischen zu gut und weiß auch, dass Situationen von zwei Seiten vollkommen unterschiedlich aussehen können.
    Aber einfach abhaken konnte ich es diesmal auch nicht.


    🎯 Der Küstenreaper

    Als wäre das nicht genug, meldete sich auch der Küstenreaper wieder zu Wort.
    Offenbar war er ziemlich überzeugt davon, mich erwischt zu haben. Er glaubte, gestern auf meinen Sarka geschossen und mich darin getötet zu haben.
    Es war einmal unser Sarka gewesen, das stimmte. Daher schwieg ich zu dieser Darstellung und fragte nur: "Dann hast du gestern in Berezino geschossen?"
    Er bestätigte und es klang im Funk fast, als würde er dabei grinsen.

    Wass er nicht wusste war: Ich hatte gar nicht darin gesessen. Auch nicht Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, die sonst einen gelben Sarka, ihren "WITWENMACHER" fuhr.
    Nein, es waren unsere serbischen Freunde gewesen. Und die waren munter weitergefahren...

    Ich gebe zu, dass mir diese Erkenntnis eine gewisse Genugtuung bereitete.
    Weniger erfreulich war die Frage, was wir nun mit dem Küstenreaper machen sollten.
    Wir wussten inzwischen, wo sich seine Basis befand. Wir hatten sie bereits erkundet und bewusst in Ruhe gelassen. Nicht, weil wir nicht die Möglichkeit gehabt hätten, etwas zu unternehmen, sondern weil Raiden nicht unser Weg ist.
    Wir bauen auf.
    Wir helfen.
    Wir versuchen zu reden.
    Und wenn wir uns verteidigen müssen, tun wir das.
    Aber wir ziehen nicht los, um anderen ihr Zuhause zu nehmen.

    Nur macht dieser Mann es uns zunehmend schwer, an diesem Grundsatz festzuhalten. Wie oft soll jemand auf unsere Leute schießen dürfen, bevor aus Verteidigung irgendwann die Überlegung wird, ihm die Möglichkeit dazu zu nehmen? Wie lange kann man sagen: „Wir raiden nicht“, wenn man gleichzeitig weiß, wo derjenige seine Waffen und Vorräte lagert, mit denen er immer wieder Jagd auf Menschen an unserer Küste macht?
    Ich kenne die Antwort darauf noch nicht.
    Und vielleicht ist es gut, dass ich sie nicht im Zorn gesucht habe.


    🌅 Gedanken zum Schuss

    Am Ende blieb mir heute vor allem Arndts Aufnahme im Kopf.
    Nicht einmal wegen des Schusses selbst.
    Schüsse gehören leider zu Chernarus und ich habe längst aufgehört zu glauben, dass eine rote, grüne oder sonst irgendeine Armbinde zuverlässig davor schützt.

    Es waren die Stimmen.
    Menschen, die ich kenne.
    Menschen, denen ich trotz allem immer wieder begegnet bin, ohne die Waffe zu heben. Mit denen wir gehandelt, gesprochen, gestritten und uns anschließend wieder zusammengerauft haben. Menschen, deren Entschuldigungen ich angenommen habe, weil ich daran glauben möchte, dass ein Fehler ein Fehler bleiben darf und nicht zwangsläufig bestimmt, was jemand beim nächsten Mal tut.

    Vielleicht wussten Kallele, Davus und Arndt wirklich nicht, wer in diesen Fahrzeugen saß und hatten die ersten beiden bewusst fahren lassen und nur auf das Fahrzeug geschossen, das sie I.K.E.A. zuordnen konnten. Vielleicht hatten sie also wirklich nur I.K.E.A. im Kopf gehabt und alles andere ergab sich aus der Situation. Das möchte ich ihnen sogar glauben.
    Aber Chantal ist trotzdem gestorben.

    Und wenn Arndt wirklich bedauert, dass ausgerechnet sie seine Kugel getroffen hat, dann hoffe ich, dass davon etwas hängen bleibt. Nicht als Schuld, die er ewig mit sich herumtragen soll, sondern vielleicht als Gedanke beim nächsten Mal, bevor jemand auf ein vorbeifahrendes Auto zielt.
    Denn manchmal sitzt darin eben nicht der Feind, den man erwartet.
    Manchmal sitzt darin einfach eine Chantal.

    Und ich möchte trotz allem nicht anfangen, jeden Menschen, der uns verletzt, nur noch als Gegner zu betrachten.
    Genauso wenig möchte ich aber so tun, als wäre alles in Ordnung, nur weil wir uns kennen.
    Vertrauen bedeutet für mich nicht, alles hinzunehmen.
    Vielleicht bedeutet es manchmal auch, jemanden anzusehen und zu sagen: Das hier hat wehgetan. Erklär mir, warum.
    Und dann zuzuhören, was er darauf antwortet.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 10.07.2026 (Freitag) – Tag 093: King of the Hill


    Hallo ihr Lieben,

    nach den aufgewühlten letzten Tagen tat es beinahe gut, einmal einen Tag zu erleben, an dem nicht irgendein unbekannter Schütze aus einem Gebüsch auf uns feuerte, ein Bambi mit fragwürdigen Absichten durch eines unserer Camps schlich oder irgendwo ein Fahrzeug verschwand, das eigentlich jemand anderem gehörte. Ganz friedlich war es natürlich trotzdem nicht. Aber immerhin wusste man dieses Mal vorher, dass geschossen werden würde und wer auf wen schießen wollte. Es fand nämlich wieder ein "Lass Krachen in..."-Event statt.
    In Chernarus ist das inzwischen vermutlich schon eine Form von Erholung.

    🏗️ BBA 2.0?

    Bei der BDU, der "Better Days Unit" (oder auch der "Base Defense Unit" oder "Bambi Defending Unit", nennt es wie ihr wollt...) wurde weiter an der "Zentrale" gebaut. Die BBA 2.0 nahm langsam Gestalt an und damit entstand wieder einer dieser Orte, an denen aus Brettern, Nägeln und ziemlich viel Geduld etwas Neues wachsen sollte.
    Es war unser Testlauf, was man an unserer Lagerhalle verbessern konnte und ich wollte dort die Waffen zwischenlagern, die ich für das Abschlussballern wieder herrichtete.

    Ich beobachte solche Bauprojekte inzwischen immer mit einer etwas zwiespältigen Mischung aus Freude und Sorge. Es steckt so viel Arbeit darin, etwas aufzubauen, während es manchmal nur wenige Minuten braucht, um all das wieder einzureißen. Vielleicht ist gerade deshalb jeder neue Balken und jede neue Wand auch ein kleines Zeichen dafür, dass die Menschen hier noch nicht aufgegeben haben.


    👑 King of the Hill

    Der eigentliche Mittelpunkt des Tages war allerdings das "King-of-the-Hill-Event", bei dem I.K.E.A. und CHAOS gegeneinander antraten. Auch Ikarus_98 (Pascal) ließ sich wieder einmal blicken und mischte mit, nachdem wir ihn schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatten. Er fand recht früh einen Granatwerfer und war seelig...
    Davus dagegen eher weniger...
    Und während I.K.E.A. und CHAOS sich sonst gern irgendwo zwischen Zelenogorsk, Elektrozavodsk und irgendwelchen fremden Basen gegenseitig beharkten, gab es dieses Mal wenigstens einen klar abgesteckten Rahmen dafür. Niemand musste rätseln, ob ein vorbeifahrender Gunter Freund, Feind oder einfach nur jemand war, der zufällig zur falschen Zeit dieselbe Straße benutzte.
    Am Ende konnte I.K.E.A. beide Runden für sich entscheiden.
    Ich vermute, das wird man sich dort noch eine Weile anhören dürfen.
    Und CHAOS vermutlich ebenfalls.

    🚙 Eine erstaunlich friedliche Küste

    Viel mehr geschah an diesem Tag tatsächlich nicht. janinesta (Selina) und Pinky machten sich später noch einmal gemeinsam auf den Weg und fuhren an der Küste entlang.
    Nach allem, was dort in den vergangenen Tagen passiert war, ist inzwischen schon eine Fahrt von A nach B erwähnenswert, bei der "HERBERT" – beziehungsweise sein noch namenstechnisch etwas ungeklärter Nachfolger – nicht plötzlich neue Einschusslöcher bekam.
    Kein Küstenreaper.
    Kein Toah.
    Kein Ghillie im Gebüsch.
    Keine Kugeln aus dem Dunkeln.
    Sie kamen einfach durch.
    Vielleicht sollte man solche Tage inzwischen im Kalender markieren.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Es war ein ungewöhnlich ruhiger Tag und vielleicht fällt mir das gerade deshalb so sehr auf.
    Natürlich wurde beim "King of the Hill" geschossen. Menschen starben, kamen wieder und versuchten es noch einmal. I.K.E.A. und CHAOS standen sich gegenüber und niemand musste sich darüber wundern, wenn ihm plötzlich eine Kugel um die Ohren flog. Aber dort gehörte es hin. Alle Beteiligten wussten, worauf sie sich eingelassen hatten.
    In den vergangenen Tagen hatte ich oft das Gefühl, dass diese Grenze zunehmend verschwimmt. Zwischen einem Kampf, den beide Seiten suchen, und einem Schuss auf jemanden, der einfach nur mit einem Auto nach Hause fährt. Zwischen einem Gegner und einem Fremden. Zwischen Vorsicht und der Erwartung, hinter jedem Baum müsse zwangsläufig jemand lauern.
    Heute war das anders.

    janinesta (Selina) und Pinky fuhren die Küste entlang und kamen einfach nach Hause.
    Eigentlich sollte das keine Nachricht wert sein.
    Aber gerade fühlt es sich ein bisschen so an, als wäre es eine.
    Und vielleicht darf ein Tag auch einfach einmal so enden.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 11.07.2026 (Samstag) – Tag 094: Die inoffizielel Rückkehr von F.A.T


    Hallo ihr Lieben,

    manche Namen verschwinden eine Weile aus Chernarus und irgendwann glaubt man fast, sie gehörten zu einer vergangenen Zeit. Und dann steht plötzlich wieder irgendwo eine Kiste mit Nägeln herum, jemand baut an einer neuen Zentrale und man stellt fest: Nein. Sie waren offenbar nur kurz etwas anderes machen.
    F.A.T. ist zurück. Und während andernorts weiter geraidet, geplündert und geschossen wurde, nahm diese Rückkehr langsam Formen an. Sie haben sich in unserem Testballon der BBA 2.0 niedergelassen und boten an, mit dem Verwahren und Aufbereiten der Eventwaffen zu helfen.
    Ich erinnerte mich noch daran, wie sie damals den jayphiiyo roten Gunter zu "Chuckle Chicks" Zeiten gemeinsam mit Rheingauer! von der Hütchenbande zurückerobert hatten und wie sie gezielt deren Garagen geöffnet und auch meinen roten Sarka "HOFFNUNG" zurückgebracht hatten. Ihre Methoden mochten brachial sein, aber diese "Front against Terrorism" bzw. "Freiwillige Arschlochtruppe" hatte es in sich...


    🎯 Ein Magazin, ein Raid und ECHO

    Eine unserer Campwachen war zunächst in Balota unterwegs und schaffte dort etwas, das vermutlich jedem irgendwann passiert, aber bei einer DMR besonders schmerzt: Sie verlor eines ihrer Magazine. Ausgerechnet dort.
    Bei der Suche danach fiel ihr allerdings etwas wesentlich Interessanteres auf: In der Gegend wurde geraidet und statt sich selbst einzumischen, gab sie die Beobachtung weiter. E.C.H.O. nahm sich schließlich des Raiders an. Was genau dort zwischen den beiden geschah, bekam ich nicht mit.


    🪱 Homeless und die Regenwurmkontrolle

    Später traf ich Homeless am Camp in Prigorodki und natürlich dauerte es nicht lange, bis sein Blick wieder auf unsere Vorräte fiel.
    Keine Regenwürmer.
    Das fand er gut.

    Ich glaube, wir hatten damit zumindest in diesem einen Punkt endlich seine Qualitätskontrolle bestanden.
    Weniger beruhigend war allerdings etwas anderes: Homeless sah einem Toten, der zuvor bei der Basis vom Rheingauer! gefunden worden war, verdächtig ähnlich. Mosin, schwarze Cargohose – einiges deutete darauf hin, dass er erneut dort unterwegs gewesen sein könnte. Dessen Fahrzeuge in Balota waren inzwischen jedenfalls vollständig verschwunden.
    Ob Homeless und vielleicht RAC tatsächlich etwas damit zu tun hatte, wusste ich nicht. Aber angesichts der Entwicklung rund um RAC wäre es zumindest keine vollkommen überraschende Erkenntnis gewesen.


    🥫 Leere Vorräte

    Auch The_GraveDigger hatte wieder schlechte Nachrichten von der Küste: In Berezino war erneut das Essen verschwunden und in Nizhnoye fehlten neben Lebensmitteln auch Medikamente und Schuhe.

    Es sind diese kleinen Verluste, die irgendwann mehr Arbeit machen, als man zunächst denkt. Ein paar Dosen hier, einige Medikamente dort, Schuhe, Verbände oder Kleidung – für den Einzelnen vielleicht nichts Besonderes. Für jemanden, der frisch an der Küste erwacht und mit nichts als seiner Kleidung am Körper vor einem unserer Unterstände steht, können genau diese Dinge jedoch den Unterschied machen.
    Also würden wir wieder auffüllen.
    Wie immer.


    🏗️ BBA 2.0 – oder doch F.A.T.?

    Unterdessen wurde weiter an der BBA 2.0 gebaut, wobei sich langsam die Frage stellte, ob diese Bezeichnung überhaupt noch zutreffend war.
    Viel mehr entstand hier die neue Zentrale von F.A.T.
    The Saint und Krümel waren jedenfalls wieder da und damit kehrte ein Name zurück, den viele vermutlich noch aus früheren Zeiten kannten. Noch bestand vieles aus Baustelle, Material und Plänen, aber Stück für Stück nahm die Sache Gestalt an.
    Ich beobachtete das mit einiger Neugier.
    In Chernarus weiß man schließlich nie, was aus einer Idee wird, wenn man ihr genügend Nägel gibt.


    🔫 Warum, Jannik?

    Weniger nachvollziehen konnte ich eine Nachricht aus Elektrozavodsk.
    Dort hatte Jannnik ein Bambi erschossen, das vor ihm davongelaufen war.
    Warum?
    Genau diese Frage blieb bei mir hängen.

    Nach allem, was in den vergangenen Wochen passiert war, verstand ich, warum Menschen vorsichtiger geworden waren. Toah hatte uns mehr als einmal gezeigt, dass ein harmlos wirkender Neuankömmling eben nicht immer harmlos sein musste. Wir hatten stille Bambis erlebt, Menschen, die unter falschem Namen an unsere Camps kamen, und andere, die erst freundlich grüßten und wenige Augenblicke später ihre Waffe hoben.

    Aber wenn wir irgendwann anfangen, jemanden allein deshalb zu erschießen, weil er vor uns weglief, dann hatten diese Erfahrungen mehr mit uns gemacht, als mir lieb war.
    Vielleicht gab es Gründe, die ich nicht kannte. Vielleicht hatte Jannnik in diesem Augenblick etwas gesehen oder vermutet, das mir fehlte.
    Trotzdem blieb die Frage.
    Warum nur?


    🚛 F.A.T macht einen Ausflug

    Am Abend brachen The Saint und Krümel noch einmal nach Balota auf. Ihr Ziel war Rheingauer! s bereits mehrfach heimgesuchte Basis. Sie wollten sie erneut öffnen und anschließend das Tor wieder vernünftig versiegeln.

    Was dort noch achtlos auf dem Boden herumlag, sammelten die beiden ein und verstauten es in ihrem LKW. Wenn schon jemand eine Unterkunft auseinandernahm und den Inhalt in der Gegend verteilte, musste man die Sachen schließlich nicht auch noch dort verrotten lassen.

    Dann näherte sich plötzlich ein Fahrzeug.
    Krümel schaffte es gerade noch rechtzeitig, den LKW im nahegelegenen Wald zu verstecken, ehe ein roter Sarka an ihnen vorbeifuhr. CHAOS? Möglich.
    Sicher waren sie sich nicht.
    Der Wagen fuhr jedenfalls weiter und die beiden blieben unentdeckt.
    Bevor sie den Ort verließen, hinterließen sie noch einen kleinen Gruß.
    Eine Kiste.
    Darin Nägel. Und die Nägel bildeten drei Buchstaben: FAT.
    Subtil war anders.
    Aber immerhin wusste nun jeder, wer da gewesen war.

    🏠 Zurück an die Arbeit

    Danach ging es für The Saint und Krümel zurück zur Baustelle und die Arbeiten an ihrer neuen Zentrale wurden fortgesetzt.
    Damit war es dann wohl endgültig offiziell.
    F.A.T. war wieder da.
    Was daraus entstehen würde, wusste ich noch nicht. Aber zwischen CHAOS, I.K.E.A., RAC, Kirche, Samaritern und all den kleineren Gruppen und Einzelgängern bekam unser Chernarus damit wieder einen weiteren Namen auf seiner ohnehin schon ziemlich unübersichtlichen Landkarte.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Vielleicht war es ausgerechnet @Janniks Bambi, das mir am Ende dieses Tages am meisten im Kopf blieb.
    Ich kann verstehen, dass die vergangenen Wochen Spuren hinterlassen haben. Ich merke es selbst. Wenn heute jemand schweigend auf eines unserer Camps zuläuft, greife auch ich schneller zur Waffe als noch vor einigen Wochen. Wenn nachts Schritte vor dem Kochhaus zu hören sind, denke ich nicht mehr zuerst an einen Neuankömmling, der etwas zu essen sucht. Ich denke an Toah. An den Küstenreaper. An all die Situationen, in denen unsere Gutgläubigkeit beinahe oder tatsächlich mit einem Leben bezahlt wurde.

    Vielleicht ist genau deshalb die Versuchung so groß, irgendwann einfach nicht mehr abzuwarten.
    Aber ein Bambi, das wegrennt, kann auch einfach ein Bambi sein, das Angst hat.
    Und wenn wir das irgendwann vergessen, dann verändern nicht nur wir diese Welt. Dann hat diese Welt auch uns verändert.

    Vielleicht braucht es deshalb gerade jetzt Orte wie unsere Camps. Vielleicht braucht es Menschen, die trotz allem noch einmal fragen, bevor sie schießen. Und vielleicht braucht es sogar Leute, die nach all den Kämpfen und Raids einfach irgendwo stehen und aus Nägeln drei ziemlich alberne Buchstaben legen: F.A.T. ist zurück.
    Mal sehen, was sie daraus machen.

    Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛

  • Herzzeit vom 12.07.2026 (Sonntag) – Tag 095: Wem kann man noch trauen?


    Hallo ihr Lieben,

    es gibt Tage, an denen man sich fragt, was eigentlich schlimmer ist: zu wissen, dass jemand gegen einen arbeitet, oder nicht mehr zu wissen, ob jemand, dem man vertraut, einem die Wahrheit sagt.
    Mit einem Gegner kann ich umgehen. Ich kann Abstand halten, vorsichtiger sein und notfalls meine Waffe ziehen. Schwieriger wird es bei den Menschen, bei denen ich das eigentlich nicht möchte. Bei denen ich mich dabei ertappe, nach Erklärungen zu suchen, weil ich ihnen lieber glauben würde, als misstrauisch zu werden.
    Und genau davon gab es heute leider gleich mehrere.


    🐷 Der Mann mit der Schweinemaske

    Blitzo erzählte mir von einem Mann namens „Streicher“, den er bei der "Rostigen Axt" getroffen habe. Der Fremde habe ihn angesprochen und gefragt, ob er nach jemandem suche, der an der Küste mit einer Schweinemaske Menschen töte. Angeblich hatte er selbst beobachtet, wie dort ein weiblicher Überlebender mit einer Mosin von eben diesem Mann erschossen worden war.
    Eigentlich eine ziemlich eindeutige Geschichte.

    Nur passte sie für mich nicht zusammen.

    Warum sollte ausgerechnet dieser Streicher, der seit mehr als 10 Seasons kaum ein Wort verlor, plötzlich bei Blitzo auftauchen, um ihm genau davon zu erzählen? Warum sollte er überhaupt wissen, dass diese Information für ihn von Interesse sein könnte? Und noch etwas störte mich: Ich kannte die Situation, von der er offenbar sprach. E.C.H.O. war dort gewesen und auch eine unserer Campwachen hatte sich vor Ort befunden. Mit blauer Armbinde und blauem Helm war sie nun wirklich nicht besonders unauffällig gewesen. Ein außenstehender Beobachter hätte sie eigentlich sehen müssen. Ausgerechnet sie kam in der Erzählung aber überhaupt nicht vor...

    Derjenige, der von ihrer Anwesenheit nichts wusste, war vermutlich das Opfer selbst.
    Homeless.

    Damit blieben für mich zwei Möglichkeiten, von denen mir keine besonders gefiel: Entweder hatte Homeless sich als „Streicher“ ausgegeben, seine Stimme verstellt und Blitzo diese Geschichte erzählt. Oder Blitzo wusste sehr wohl, von wem die Information stammte, wollte mir den Namen aber nicht nennen.

    Ich sagte ihm offen, dass mir die Geschichte merkwürdig vorkam. Blitzo beharrte darauf, dass es keinen Irrtum geben könne. WhiskeyMixer wiederum meinte, dass eine solche Finte durchaus zu Homeless passen würde. Auch ich hatte inzwischen davon gehört, dass er nach einem gescheiterten Raidversuch schon einmal versucht haben soll, unter anderer Identität an einem Camp aufzutreten. Vielleicht war es also tatsächlich so.
    Aber mir ging dabei immer wieder die Geschichte mit Blitzos LKW und RAC durch den Kopf. Damals hatte ich mich gefragt, ob ich Sickboy und den anderen noch trauen konnte. Nun saß ich da und fragte mich plötzlich dasselbe bei Blitzo.
    Das gefiel mir überhaupt nicht.

    🍪 Krümel macht Krümelsachen

    Viel Zeit zum Grübeln blieb mir allerdings nicht, denn in Prigorodki trieb sich Berichten zufolge ein seltsames Bambi mit weißer Armbinde herum, das offenbar zu F.A.T. gehörte. Es nannte seinen Namen nicht, aber im Nachhinein glaube ich, dass das Krümel gewesen sein muss.
    Krümel schoss vor dem Camp herum und machte den Eindruck, als wolle er damit jemanden herauslocken. Arndt war ebenfalls vor Ort, ließ sich darauf jedoch nicht ein. Stattdessen unterhielt er sich mit The Saint, der im Turm saß, und irgendwann fiel von Arndt ein Satz, bei dem ich nicht wusste, ob er scherzte oder es tatsächlich ernst meinte.
    Bei Arndt ist das manchmal schwer auseinanderzuhalten.
    Er würde zu gerne einmal "Herz", also Herz-Aus-Gold erschießen.
    Mich.
    Ich ballte meinte Faust, ließ sie dann locker und seufzte, als ich das hörte.

    Nach der Geschichte mit Chantal hätte ich eigentlich erwartet, dass er zumindest ein wenig verstanden hätte, warum mich sein Verhalten beschäftigte. Stattdessen hatte ich zunehmend den Eindruck, dass wir inzwischen dasselbe Ziel verfolgten nur aus vollkommen unterschiedlichen Gründen.
    Denn ja, ich würde Arndt auch gern einmal erwischen...
    Nicht, weil ich plötzlich Freude daran gefunden hätte, Menschen zu jagen, sondern weil ich ihn gern für das zur Rechenschaft ziehen würde, für das, was passiert war. Für die Schüsse auf unsere Leute, für Chantal und vielleicht auch ein bisschen für diese unbekümmerte Art, mit der er darüber sprach. Nur gibt es da ein Problem: Wenn Arndt tatsächlich irgendwann vor mir stünde und ich den Finger am Abzug hätte, weiß ich nicht, ob ich es fertigbringen würde.
    Vielleicht würde ich wieder reden wollen.
    Vielleicht würde ich wieder fragen, warum.
    Vielleicht würde ich wieder hoffen, dass er seine Waffe senkt.

    Toah hatte mir einmal vorgeworfen, ich würde andere vorschicken. Prügelknaben, die für mich erledigten, wozu ich selbst nicht den Mut hätte. Aber so funktioniert es nicht. Ich habe keinen Schlägertrupp. Niemanden, dem ich Namen auf eine Liste schreibe und der anschließend loszieht, um meine Probleme zu beseitigen. Wenn ich entscheide, dass eine Grenze überschritten wurde, muss ich auch selbst mit dieser Entscheidung leben und meine Grenze verteidigen.
    Und genau das macht es manchmal so schwer.
    Denn wie lange kann man unter solchen Bedingungen noch Samariter sein? Wie lange kann man freundlich auf einen Fremden zugehen, wenn man inzwischen bei jedem zweiten stillen Bambi überlegt, ob gleich eine Waffe gezogen wird? Wie lange möchte man überhaupt noch helfen, wenn man ständig damit rechnen muss, dass jemand darin nur eine weitere Gelegenheit sieht, einen zu provozieren?
    Ich glaube, diese Frage werde ich mit in die nächste Season nehmen müssen.


    🔫 Ein Schuss in Chernogorsk

    Später waren Pinky und janinesta (Selina) wieder gemeinsam unterwegs, als in Chernogorsk auf janinesta (Selina) geschossen wurde. Ein Fremder wurde anschließend dabei beobachtet, wie er in Blitzos Kirche verschwand.
    Und wieder war dieses unangenehme Gefühl da.

    janinesta (Selina) meldete sich bei Blitzo und tatsächlich räumte er ein, dass der Schuss von ihm gekommen war. Es tue ihm leid. Er habe auf einen Zombie schießen wollen.
    Das kann passieren.
    Natürlich kann das passieren.
    Ich habe selbst schon oft genug erlebt, wie schnell in dieser Welt etwas schiefgeht, und ich möchte niemanden wegen eines einzelnen Fehlers verurteilen. Trotzdem blieb etwas zurück, das mich störte.

    Warum hatte er sich nicht gleich gemeldet? Wenn ich versehentlich auf jemanden schieße, den ich kenne, wäre mein erster Gedanke doch, mich zu entschuldigen und zu erklären, was passiert ist. Blitzo hingegen war verschwunden und zur Kirche zurückgelaufen.
    Vielleicht hatte er gar nicht bemerkt, dass er janinesta (Selina) beinahe getroffen hatte.
    Vielleicht war es wirklich nur ein unglücklicher Schuss.
    Vielleicht.

    Und schon wieder saß ich da und suchte nach Erklärungen.
    Ausgerechnet bei Blitzo.

    Ich kenne ihn lange. Ich weiß, wie viel Arbeit er in die "Rostige Axt" gesteckt hat, wie oft wir uns gegenseitig geholfen haben und wie viele Dinge wir gemeinsam erlebt haben. Als RAC sich von ihm trennte und sein Auto verschwunden war, hatte ich mich darüber geärgert, dass sein Vertrauen möglicherweise ausgenutzt worden war. Als er mir später erklärte, was tatsächlich geschehen war, wollte ich ihm glauben.
    Eigentlich will ich das noch immer.

    Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir diese Zweifel so unangenehm sind.
    Denn wenn ich irgendwann bei Blitzo anfangen muss zu überlegen, ob ein Schuss wirklich einem Zombie galt oder vielleicht doch janinesta (Selina), dann liegt das Problem längst nicht mehr nur bei diesem einen Schuss.


    🚚 Noch ein bisschen Normalität

    Immerhin gab es auch Dinge, über die man nicht lange nachdenken musste. S-tlk, eine unserer Campwachen und Chantal gingen gemeinsam auf Versorgungstour. Von der Kirche in Svetlojarsk holten sie ein blaues Partyzelt ab und bei einem Zugevent fanden sie außerdem ein blaues Fass. Beides fürs Boxevent, denn Schwester Yeva hatte in Abwesenheit des Erzbischofs Nickolus ( Nickel), aber mit dessen Einverständnis entschieden, das Zelt dem Boxevent von I.K.E.A. zu spenden.
    Ganz gewöhnliche Arbeit also. Dinge transportieren, Vorräte sammeln und dafür sorgen, dass irgendwo wieder etwas mehr herumsteht als vorher.
    Manchmal bin ich für genau solche Meldungen inzwischen ziemlich dankbar.


    💥 Der letzte Kampf rückt näher

    Zum Abschluss wurde WhiskeyMixer noch aus Solnichniy abgeholt und bekam von einem großzügigen Spender einige Sprengkörper überlassen. Lange herumliegen würden die vermutlich nicht.
    CHAOS hatte inzwischen angekündigt, dass am Dienstagabend der finale Kampf zwischen ihnen und I.K.E.A. stattfinden sollte. Der Sieger würde ihre Basis bekommen, anschließend wollte CHAOS sich zurückziehen.
    Ob das wirklich das Ende dieses Konflikts sein würde?
    Nach allem, was in den vergangenen Wochen geschehen war, wagte ich keine Prognose mehr.
    Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 gab E.C.H.O. jedenfalls die drei „Weißwürste“ zurück, die er ihr zuvor anvertraut hatte. Wenn am Dienstag tatsächlich das große Finale stattfinden sollte, gab es vermutlich bessere Orte für Sprengstoff als E.C.H.O.S. Rucksack.


    🌅 Gedanken zum Schluss

    Die Frage dieses Tages lässt sich leider nicht mit einem Namen beantworten.
    Wem kann man noch trauen?
    Homeless? Vielleicht hatte er sich tatsächlich als Streicher ausgegeben. Vielleicht auch nicht.
    Blitzo? Ich möchte es. Und allein die Tatsache, dass ich diesen Satz inzwischen mit „möchte“ beginnen muss, macht mich traurig.
    Arndt? Da weiß ich zumindest, dass ich vorsichtig sein sollte. Das ist fast einfacher.

    Aber vielleicht liegt mein Fehler auch darin, Vertrauen immer wieder wie eine Entscheidung zu betrachten, die man einmal trifft und die anschließend Bestand haben soll. Vielleicht ist Vertrauen hier längst etwas geworden, das jeden Tag neu bestätigt werden muss. Durch kleine Dinge. Durch Ehrlichkeit. Dadurch, dass jemand einen Fehler zugibt, bevor man ihn darauf anspricht. Dadurch, dass man eine fremde Basis eben nicht öffnet, obwohl man den Code kennt. Oder dass man nicht abdrückt, nur weil man es könnte.
    Ich möchte nicht misstrauisch gegenüber jedem Menschen werden, der durch eines unserer Camps läuft. Das wäre vielleicht sicherer, aber es wäre nicht mehr das, wofür wir diese Orte einmal gebaut haben.
    Gleichzeitig merke ich, dass mich die vergangenen Jahre verändert haben.

    Und vielleicht wird die wichtigere Frage für die nächste Season deshalb gar nicht sein, wem ich noch vertrauen kann.
    Sondern wie viel Vertrauen ich mir selbst noch erlauben möchte, ohne dabei irgendwann vollkommen naiv zu werden.
    Darauf habe ich noch keine Antwort.

    In diesem Sinne: Passt auf euch auf und bleibt am Leben.

    Gez.
    Herz-Aus-Gold 💛