ninja2.00926 (UltrA):
Ja, am nächsten Tag. Dazu komme ich noch ![]()
Und entschuldige das falsche Taggen. In der Regel weiß ich, dass du den anderen Namen hier hast.
Aber manchmal ist man so in Gedanken, da vergisst man sowas. Habs verbessert ![]()
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Neues Benutzerkonto erstellen ninja2.00926 (UltrA):
Ja, am nächsten Tag. Dazu komme ich noch ![]()
Und entschuldige das falsche Taggen. In der Regel weiß ich, dass du den anderen Namen hier hast.
Aber manchmal ist man so in Gedanken, da vergisst man sowas. Habs verbessert ![]()
es war einer dieser Tage, an denen Chernarus sich wieder einmal von beiden Seiten zeigte:
von der, die uns Hoffnung schenkt – und von der, die uns prüft.
Der Tag begann unerwartet.
Das Dröhnen eines Motors weckte mich aus meinem allzu kurzen Schlaf. Ich hatte mich in der Nähe der Basis in ein Haus zurückgezogen und war dort wohl eingeschlafen.
Als ich die Türe öffnete, sah ich einen Humvee vor der Basis parken. "Nicht schon wieder....", dachte ich bei mir und beschloss dieses Mal voll auf Konfrontation zu gehen. Ich lief zur Basis. Hinten war erneut aufgebrochen worden. Aber statt eines Raids, wurde der Fremde nun "be-raided". Manche nennen dieses seltsame Schauspiel auch einen "Reverse-Raid".
Die drei brachen in die Basis ein, ja wirklich! .
Aber nicht um zu stehlen, sondern um die gestohlenen Dinge zurückzugeben. Und sogar noch etwas mehr, wie UltrA mir hinterher sagte.
Überall standen Kisten und die drei Personen waren eifrig am Räumen.
Es waren ninja2.00926 (UltrA), die wohl nicht mit mir sprechen wollte. Überhaupt schien ihr meine Anwesenheit sehr unangenehm zu sein... auch Cala-j und Jannnik waren dabei. UltrA hatte sich wohl meine Worte über den Einzelgänger mit schlimmen Erfahrungen zu Herzen genommen und in aller Frühe beschlossen, diesen Fehler zu korrigieren.
Nun war sie mit ihren Freunden zurückgekommen, um das Werk zu vollenden.
Ein seltener und unglaublicher Akt der Einsicht in einem Land, in dem ich besonders in den letzten Wochen immer wieder lieber Schweigen als Haltung beobachtet hatte.
Als alles wieder in der Basis stand, machte UltrA Anstalten, die Wand wieder zuzubauen. Aber sie würde sich in der Basis befinden und nicht mehr rauskommen.
Ich ahnte, was sie vorhatte: Sie wollte sich anschließend umbringen und so an der Küste aufwachen, denn sie trug lediglich ein T-Shirt und typische Bambi-Klamotten. Vielleicht war das ihre Form der Buße und möglicherweise brachte ich sie um ihre Form der Reue, aber ich konnte das einfach nicht zulassen.
Keiner sollte hier sinnlos sterben. So lief das hier nicht.
Nicht, solange ich da war.
"Oh nein, das tust du nicht!", donnerte ich schroff aber bestimmt. Dabei schob ich sie fast schon zurück durch die Lücke im Zaun.
"Wenn du das jetzt tust, dann wird es hier am Ende nur stinken! Stell dir mal vor, du kommst nach Hause, findest deine Basis aufgebrochen, aber wieder zugebaut. Und im Hof liegt dann einfach eine Leiche rum..." Ich schüttelte den Kopf.
"Wenn du es bereust, dann geh da raus in die Welt und helfe einem Bambi. Aber bringe dich hier nicht um, das nützt niemandem."
Vielleicht hat sie’s verstanden. Vielleicht auch nicht. Vielleicht - nein mit Sicherheit empfand sie mich in diesem Moment als unglaublich nervig und anstrengend, aber das war ein Opfer das ich bereit war einzugehen. Manchmal konnte ich einfach nicht aus meiner Haut.
Nein, keiner sollte heute hier sein Leben lassen müssen.
Ich baute die Wand zu, hörte wie der Humvee davonfuhr und suchte dann einen Ausweg aus der Basis. Solide Tore.
Den Ausweg über die Treppe vor dem Haus konnte ich nicht mehr nehmen, da die Wand dort wieder zugebaut worden war. Allerdings schaffte ich es, auf einen Unterstand zu klettern und von dort kam ich über einen kleinen Sims am Haus auf den Zaun und anschließend über die Mauer.
Anlauf, dann ein Sprung und es war geschafft.
Vielleicht würde ich UltrA eines Tages zeigen, wie man eine Basis auch wieder verließ, ohne sich umzubringen...
Während andere Basen aus Langeweile öffneten, tat HC_GraveDigger genau das Gegenteil.
Er füllte in den Bambi Camps in Berezino, Nizhnoye und später auch Solnichniy die Unterstände und Zelte auf.
Ich fragte ihn, warum er das tat. Er war kein Samariter und auch keiner der Berezino Boys. Trotzdem kam er Tag für Tag und sah nach dem Rechten.
„Warum ich das tue?“, fragte er.
„Langeweile. Und… irgendwann ist man selbst froh, wenn man an der Küste rauskommt und volle Zelte findet.“
Er hatte recht.
Vielleicht waren genau Menschen wie er der Grund, warum ich nie ganz verzweifle und immer wieder aufstand. Ich musste schmunzeln, wenn ich daran dachte, wie er einst mit seinen zwei Freunden Cala-js Garage geöffnet und seine Olga gestohlen hatte. Just in dem Moment, als ich dazustieß. Ich rannte hinter ihnen her und sie versenkten die Olga versehentlich im Hafenbecken.
Ich half einem seiner Freunde an Land und erklärte, dass sie gerade die Gemeinschaftsgarage geöffnet hatten. "Ja, aber man hat uns auch geraided!". Das war die Erklärung für alles. Man schoss, weil auf einen geschossen worden war. Man raidete, weil man geraidet worden war. Ein eweiger Kreislauf des Hasses und der Rache. Am Ende ließ ich ihn ziehen, aber kurz darauf fanden er und sein Freund unsere zwei roten Sarkas im Wald: "HOFFNUNG 2.0" und "ZUVERSICHT 2.0". Auch hier wollten sie zuschlagen, aber Black Lion, Jammet und s-tlk kamen dazwischen. Doch ganz die Samariter, die sie waren, wurde zunächst geredet statt geschossen. Und so akzeptierten die zwei Freunde am Ende, dass wir unsere Autos behalten wollten und zogen weiter.
Etwas später schenkte ich ihnen den roten Sarka namens "ZUVERSICHT 2.0" als Zeichen der Freundschaft. Tja und nun? Nun zog Grave Digger alleine seine Runden und half aus, wo er konnte.
Und ich? Ich war nicht allein bei der Betreuung der Camps und das war eine enorme Erleichterung in Anbetracht der ganzen Schwierigkeiten, denen wir uns derzeit ausgesetzt sahen.
In der nähe der "Rostigen Axt" fand ich einen vergrabenen Stash.
Ich grub ihn aus, sah einige Patronen und eine Dose Bier. Ich ließ alles liegen und vergrub es wieder ordentlich. Wer auch immer das dort vergraben hatte, ich hoffte er würde es eines Tages brauchen können.
Ja, das sagt viel über mich, aber auch über Chernarus:
Man muss nicht alles nehmen, was man findet.
Ich hatte den Stash gerade wieder vergaben, da hörte ich Freudenschüsse aus Richtung der Hochhaussiedlung. Keine Raidshcüsse, denn als ich mit drei "Kommunikativen Vanilla Schüssen" antwortete, kam auch promt die Antwort vom Berg. Eine Art Gruß.
Ich zog weiter in Richtung Prigorodki und antwortete. Auch die Schüsse des Fremden bewegten sich und am Ende hatten wir uns wohl knapp verpasst. Er an der rostigen Axt, ich in Prigorodki
Dann machte ich mich auf den Weg nach Elektrozavodsk.
Dort war die Tür der Scheune der Brits zwar geöffnet – aber das Tor dahinter zum Glück noch intakt.
Zurück am Camp in Prigorodki angekommen, drückte mir Jannnik dann beim Grillen in der "Sauna" ein Stück Fleisch in den Mund.
"Fett", um genau zu sein. Ungefragt. Es war entsetzlich heiß und ich hustete, griff nach Wasser. "Wehe, wenn das Mensch war, Jannik!", fauchte ich.
Aber er winkte ab. "Nein, alles gut. Ist vom Tier."
Es gibt Tage, an denen möchte ich ihn einerseits freundschaftlich einen Klaps auf die Schulter geben, aber andererseits ihn einfach nur würgen...
Pinky und Jannik jagten später noch drei Schweine und grillten ihr Fleisch für das Auffanglager.
Ich glaube, es war lange her, dass Prigorodki so viel Essen in den Zelten hatte.
Später kam ninja2.00926 (Ultra) war ebenfalls wieder am Camp und redete sogar wieder mit mir.
Warum sie nun doch als Bambi am Camp gelandet war? Ein Zombie hatte sie erwischt.
Auch das passierte den besten von uns dann und wann.
Ich selbst sah etwas später im Wald von Solnichniy einen Fremden rennen. Ich lief ihm nach, versuchte mit ihm zu sprechen, aber er rannte weg. Als ich einen Zombie sah, wollte ich instinktiv nach meiner Armbrust greifen und ihn erledigen. Dummerweise hatte ich aber von einem vorher gelooteten Polizei-Event eine R12 auf dem Rücken. Ich zog die Waffe und schoss. Es gab einen Ohrenbetäubenden Knall, der nicht nur mich sondern auch den Fremden zu Tode erschreckte. Er nahm die Beine in die Hand und rannte um sein Leben. Er konnte ja nicht ahnen, dass ich nur auf den Zombie geschossen hatte... Irgendwie tat er mir leid, aber ich konnte ihn nicht mehr einholen.
Erst etwas später sah ich in Dolina wieder einen Fremden, versuchte wieder zu reden aber auch dieser hatte kein Bedürfnis und rannte einfach weiter.
Unverrichteter Dinge ging ich weiter in Richtung Nizhnoye, um mir @HC_Grave Diggers Arbeit anzusehen. In der Tat waren die Zelte randvoll und ich verabschiedete mich dort von ihm. Kaum war er gegangen, entdeckte ich ein Bambi vor dem Ortschild. Es sah nachdenklich aus und war so in Gedanken versunken, dass es den herannahenden Zombie nicht kommen sah. Ich half und erschoss den Angreifer.
Anschließend fragte ich das Bambi, ob ich helfen könne. "Nein danke.", sagte er. "Ich bin fast tot und will einfach nur sterben..."
Er sah wirklich erschöpft und vom Leben gezeichnet aus. „Ich glaube, ich geb auf…“, flüsterte er.
Ich sah die Müdigkeit in seinen Augen – und doch auch den Funken, der noch nicht erloschen war.
"Nein, tust du nicht. Es gibt immer noch einen Weg...", sprach ich. "Ich versorge dich jetzt erstmal und dann sehen wir weiter."
Ich verband ihn, gab ihm Essen und brachte ihn zum Auffanglager in Nizhnoye.
Dort gesellte sich nach einiger Zeit sein Freund Jens dazu.
Black Lion drehte leise eine Runde mit seinem Auto durch die Gegend wie ein Schutzengel auf vier Reifen.
Die beiden schienen freundlich und angenehm überrascht über unsere Arbeit. Ich erklärte ihm, dass die Samariter an der Küste diese Bambi Camps oder Auffanglager betreuten und wir in der Regel erst redeten und nur im Notfall schossen. "Und wo ist der Haken?", wollte Thomas wissen. Ich lachte: "Guter Punkt! Nein, keine Sorge. Wir nehmen kein Geld oder Nägel. Aber wenn ihr unsere camps in Ruhe lasst, nichts abbaut und die Waffen stecken lasst, solange ihr hier seid, dann ist das mehr als Dank genug."
Er nickte und wollte das gerne einhalten. Trotzdem blieb ich auf Abstand. Sie waren zu zweit, ich allein. Aber ich wusste, dass irgendwo auf dem Hügel Black Lion saß und auf mich aufpasste.
Am Ende gab ich den beiden je eine Hose, damit sie nicht frierend weitermussten.
Und auch wenn ich anfangs ein mulmiges Gefühl gehabt hatte, so schienen sie aufrichtig zu sein und zogen dankbar weiter.
WhiskeyMixer, dakel und Jannnik waren währenddessen mal wieder auf Tour.
Irgendwo an der Küste hörte ich Jannik über Funk:
„Ich VERHUNGERE!"
Whiskey stöhnte väterlich: "Ich hab dir doch gesagt, du sollst vor der Fahrt nochmal was essen..."
Locke lachte nur: „Ich geb dir gleich drei Äpfel. Dann wird das schon.“
Wie oft Jannik schon am Hungertod vorbeigeschrammt ist oder von ihm erwischt wurde... ich habe aufgehört zu zählen.
Aber ich köntne vielleicht irgendwann mal Bücher darüber schreiben.
Später verteidigten die drei die Garage des Rheingauer! .
Jemand wollte sie erneut öffnen – vielleicht dieselben Leute wie am Vortag.
Vielleicht neue.
Ich war währenddessen an der "Rostigen Axt", füllte Wasser im Fass auf, angelte und grillte Fisch. Ind er Ferne donnerten die Raidschüsse und Explosionen und ich wünschte mir fast schon etwas die Zeiten zurück, als die Chicks in Action solche Raidschüsse stets mit ihrer unmittelbaren Präsens beantworteten. Nun halfen WhiskeyMixer und Jannnik eben aus.
In Chernarus ist Frieden selten und nie selbstverständlich.
Später traf ich auf HellhoundSamuel am Camp.
Wir unterhielten uns wie früher – ruhig, bedacht und dann kam Crippsy auf uns zu.
Er arbeitet wieder an seinem Herz aus Kürbisfeldern. Ich musste lachen, aber in dieser Sache war er unermüdlich.
"Look HerZ, this is your heart!" sagte er stolz. Ich blickte vom Turm aus auf das Feld und dankte ihm für die nette Geste.
Bevor ich mich zur Ruhe setzte, sah ich eine Bewegung auf Mount Wolfgang. Es war einer jeder Punkte, die sich nicht ganz nahtlos ins Gesamtbild der Felsen einfügen wollten.
Ich hob die DMR, blickte durch das Zielfernrohr. Dann sah ich ihn: Einen Scharfschützen.
Allem Anschein nach zielte er direkt auf das Camp - auf mich!
Ich zielte. Etwas höher, als ich sollte. Über den Kopf. Drückte ab.
Zunächst befürchtete ich, dass er fiel. Aber er rannte.
Gut.
Man muss nicht töten, um Grenzen zu setzen.
Und er hatte wohl verstanden. Für den Moment.
Nach all den Zwischenfällen der letzten Wochen mussten wir einfach wachsam sein und ein Schütze vom Berg aus, der auf das Camp blickte wurde als potenzielle Bedrohung gewertet. Zu oft hatten Schüsse aus dem Hinterhalt einen der Unsrigen oder ein harmloses Bambi getroffen.
Dieser Tag hat mir gezeigt:
Wir alle schwanken zwischen Hell und Dunkel,
zwischen Geben und Nehmen,
zwischen Reue und Wiederholung.
Manche raiden aus Langeweile.
Andere füllen Camps aus Überzeugung.
Manche wollen aufgeben.
Andere halten Äpfel hin.
Und manche stehen einfach am Berg und warten darauf, dass jemand reagiert.
Chernarus prüft uns jeden Tag aufs Neue.
Aber wir entscheiden, wie wir uns präsentieren.
Ich hoffe, ich habe heute die richtige Wahl getroffen.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf –
und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
Du warst nicht in der Mission "Einbruch mit Rückführung" vorgesehen und solltest es auch nicht sein!!! Ich habe dir auch gesagt du sollst gehen jeder von uns!!! Und ich kann sehr woll aus einer base rausspringen!!! Das habe ich schon mehrmals gemacht. Es nervt wenn man kein NEIN akzeptiert. Ich habe es angefangen und ICH wollte es auch beenden! Aber nein da hast du mich einfach hochkant rausgeworfen! Es hat mich dort aufgeregt und es regt mich immer noch auf.
-UltrA
Danke ninja2.00926 (UltrA)....
Mir wird nun einiges klarer.
Ja – ich weiß, dass ich manchmal kein „Nein“ akzeptiere.
Ich bin stur geworden, vielleicht zu stur.
Wenn man über längere Zeit gezwungen ist, allein die Stellung zu halten, Vertrauen verliert, hofft, sich wieder irrt und daraufhin enttäuscht wird, dann wächst dieser Dickkopf wie ein Panzer, den man nur schwer wieder ablegen kann.
Man könnte sogar sagen, ich habe ein Talent dafür entwickelt, genau dann auf die Bildfläche zu treten, wenn andere einfach ihre Ruhe wollen – oder ich die Moralkeule schwinge, obwohl niemand darum gebeten hat.
Gerade gestern hatte ich es mit Cala-j davon, und ja… ich verstehe, was du meinst.
Als ich euch dort sah – dich, den Humvee, die offene Basis – musste ich erst sortieren, was ich überhaupt fühlte.
Ich habe so viel erlebt in den letzten Wochen: Vertrauen, Verlust, Täuschungen… ich bin vorsichtig geworden.
Und als ich euch da stehen sah, hatte ich wirklich einen Moment Angst, dass ihr einfach weitermacht wie bisher.
Dass ihr beendet, wobei E.C.H.O. euch unterbrochen hatte.
Weil diese Welt mich gelehrt hat, dass Gutgläubigkeit allzu oft ausgenutzt wird.
Aber ihr seid nicht „die anderen“.
Und ich hätte es besser wissen müssen.
Ich habe dann schnell gemerkt, worum es euch, vor allen dingen aber dir wirklich ging. Ich hätte gehen können.
Es war ein Fehler, das nicht zu tun.
Ich hätte euch mehr zutrauen müssen, euch mehr Vertrauen schenken und vor allen Dingen: mehr zuhören.
Doch als ich begriff, dass du dich töten wolltest, um das Tor zu verschließen, ging bei mir innerlich etwas an… ein Alarm, den ich nicht kontrollieren konnte.
Ich hatte keine Klarheit, keine Erklärung – nur das Gefühl, dass du dir in Ärger und Frust etwas antun würdest, das niemandem hilft.
Nicht dir.
Nicht uns.
Und nicht dem Basenbesitzer.
Als wolltest du dich für die Sache opfern und dann eine tragische Heldin sein, obwohl es in der Geschichte keine Helden gab.
Darum sagte ich "So leicht ist das nicht!".
Ich war sauer, wie leichtfertig du dein Leben bereit bist wegzuwerfen. Etwas, das doch so wertvoll ist!
Es war kein Zweifel an deinem Können.
Es war schlicht Angst.
Angst, dass du in dieser Nacht wieder an die Küste bist– zurückgezogen, für dich und im Schweigen. Und dass dir diese Rolle - weit weg von uns gefällt.
Und dass ich mir dann Vorwürfe mache.
Denn ob du’s glaubst oder nicht: Du fehlst, wenn du nicht da bist. Du fehlst, wenn du schweigst, auch wenn du das manchmal brauchst.
Vielleicht war ich zu forsch, zu laut, zu sehr „Herz“.
Ich habe euch überrannt, und ja ich weiß es jetzt: Ich hätte reden sollen.
Vor allem aber hätte ich zuhören sollen.
Dass es euch etwas bedeutete, dass ihr das Richtige tun wolltet, habe ich viel zu spät begriffen.
Und dafür entschuldige ich mich.
Vielleicht sind wir in diesem Moment geistig einfach aneinander vorbeigefahren:
Du dachtest, ich traue dir nichts zu.
Ich dachte, du würdest dich opfern, um es dir „einfach“ zu machen.
Beides falsch, beides schmerzhaft.
Das nächste Mal werde ich dir mehr zutrauen, denn du verdienst das.
Ich möchte mit dir Dinge erleben, nicht gegen dich kämpfen.
Und ich hoffe, du kannst mir meine Sturheit verzeihen.
Ich werde daran arbeiten.
Alles Liebe
— Herz 💛
OOC:
Ich weiß, dass ich euch in der Situation überrannt habe, und es tut mir leid.
Ich wollte das nicht.
Ich verstehe absolut, warum das für euch frustrierend war.
Als Spielerin war ich wirklich kurz unsicher, was ihr da vorhattet. Aber bei meiner Figur schwang noch etwas Zweites mit:
Herz reagiert extrem empfindlich, wenn jemand sein Leben leichtfertig wegwirft.
Das kommt aus ihrer Geschichte: Sie war in dieser Season ja einige Zeit lang bei der Kirche von Morthana und hat dort gelernt, dass jeder Tod einen Bruch im "Ich" hinterlässt – dass man mit jedem Respawn etwas verliert, bis man irgendwann nicht mehr derselbe Mensch ist.
Sie glaubt nicht, dass Morthana die Fäden in der Hand hält, aber die Worte des Erzbischofs Nickolus ( Nickel ) haben sie schon geprägt. Das Leben war für sie vorher schon immer schützenswert, aber durch die Rede des Erzbischofs ging ihr dieser neue Aspekt des "sich Verlierens" auf. Und da sie selbst ja unmittelbar vor ihrem Aufenthalt im Kloster erschossen wurde, hat sie diesen Bruch noch sehr gut in Erinnerung gehabt. Sie hat ihn wirklich gespürt und glaubt daher felsenfest, dass daran etwas Wahres ist.
Daher würde sie sich auch nie etwas antun oder einfach umbringen. Aber sie würde auch nicht einfach tatenlos zusehen, wie ein anderer sich vor ihren Augen tötet.
Als Spielerin weiß ich selbstverständlich, dass Respawns spielmechanisch keine echten Konsequenzen haben. Logisch.
Aber Herz nimmt das emotional ernst – manchmal zu ernst – und dadurch reagiert sie impulsiv und vielleicht wie in eurem Fall auch zu bestimmt.
Ich gelobe Besserung.
Nächstes Mal frage ich auch OOC vorher nach, statt direkt zu handeln.
Danke, dass ihr es angesprochen habt und mir da die Augen geöffnet habt.
Und danke, dass ihr bereit war das Zeug zurückzugeben.
Ihr seid echte Ehrenleute und ne tolle Truppe!
Hab euch lieb, ihr drei. ♥️
~Die Spielerin hinter "Herz".
Danke für deine Worte! Falls es zu Impulsiv oder zu wütend rüber kam tut es mir leid ![]()
Ja manchmal brauch ich das schweigen, die stille, nichts zusagen. Das liegt aber auch an meiner "Character" Story.
Leichtfertig lasse ich nicht mein char. sterben.
Aber ich bin da wenn man mich braucht sei es auch nur als Schutzschild
. Ich weiß das du es gut meinst und meintest. Ich bin dir auch nicht böse oder nachtragend.
Und ja die Küste und nur mich das ist manchmal auch sehr schön. Trotzdem Danke dir für alles!
Gezeichnet
-UltrA
der Halloween-Spuk war vorüber.
Kein verrottetes Fleisch mehr auf unseren Wangen, kein "Herz-Aus-Holz" mehr, wie mich einige im Spaß nannten. Keine eingefallenen Augenhöhlen, kein schattenhaftes Spiegelbild, das uns anstarrte wie ein Fremder mit trostlosen Augen.
Wir sahen uns wieder ähnlich, waren endlich wieder Menschen.
Ich hisste die REFUGE-Fahne erneut am Camp und es fühlte sich an wie ein neues Kapitel.
Ruhiger.
Heller.
Ehrlicher.
Am Camp drehte ich meine Runde und traf auf Snickers.
Er machte „Urlaub“, wie es schien und brachte uns Draht, Morphium, eine Batterie
und eine Flasche. Letztere sah definitiv aus, als hätte sie eine Geschichte zu erzählen, aber sie blieb aus.
Snickers hatte nämlich... technische Probleme. Irgendwie konnte er sich nicht mit uns unterhalten, lediglich schreiben.
Einer der seltenen Fälle, bei denen das Schweigen wirkliche Ursachen hatte und nicht einfach ein Akt der Täuschung oder des Unwissens waren.
Doch wir arrangierten uns, unterhielten uns trotzdem irgendwie gut. Wenn man lange genug mit schweigenden Bambis und Personal zu tun hat, dann kommt man auch damit klar.
Nach kurzer Zeit wurde er jedoch bleich und klammerte sich an seinen Bauch.
Ich war nicht sicher: Hatte er sich überfressen am Camp oder die Cholera bekommen? Ihm war wohl nicht bekannt, dass sie seit einiger Zeit ziemlich heimtückisch war und man sehr vorsichtig sein musste. Beides war jedenfalls möglich und so gab ich ihm vorsorglich ein paar Tetracyclin-Tabletten.
Danach ging es ihm auch bald wieder besser und ich konnte wieder weiter am Camp meinen Tätigkeiten nachgehen.
Pinky kam vorbei, und kurz darauf hörte ich das Dröhnen eines Motors. Zunächst fuhr ein Ada vorbei, dann ein LKW. Darin: WhiskeyMixer .
Das Fahrzeug war vollgestopft mit Baumaterial.
„Herz!", rief er stolz, "Heute bauen wir ihn! Den Boxring vor Prigorodki!“
Nachdem die Jungs sich immer wieder Boxkämpfe geliefert hatten und wir im anderen Chernarus ein richtiges Boxturnier besucht hatten, die "BB Fight Night" (in der NiggoB sogar der Champion geworden war und sich seitdem liebend gern "Niggorodki the Fear" nannte...) war der Wunsch gewachsen auch hier unter kontrollierten Bedingungen Faustkämpfe austragen zu können.
Und so packten viele helfende Hände mit an. Cala-j, ninja2.00926 (Ultra), Jannnik, Locke, Pinky, WhiskeyMixer und ich. Habe ich jemanden vergessen? Falls ja, tut es mir leid. Aber an dem Tag passierten noch so viele Dinge, dass ich mir gerade nicht mehr ganz sicher bin.
Wir alle schleppten Balken, stellten Wände auf, richteten Pfosten aus und bauten die Arena samt Zuschauertribüne.
Aber noch bevor der Boxring richtig stand, war kalr, wer den ersten Kampf haben würde... UltrA geriet mit Locke aneinander. Worum es im Einzelnen ging, weiß ich leider nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass es etwas mit einer Hexte, kurzen Zwergenbeinen und ungenießbaren Äpfeln zu tun hatte.
Als der Ring endlich fertig war,
durfte er eingeweiht werden.
Erst traten ninja2.00926 (UltrA) und Jannnik gegeneinander an.
Ein Kampf mit Herzblut. Jannik war schnell und flink im Ausweichen, aber UltrA zielstrebig und ließ sich nicht einschüchtern.
Aber behielt sie die Oberhand und Jannik verlor.
WhiskeyMixer grinste und sagte zu mir "Ich Wette, der Ring steht bis Donnerstag!"
Wir lachten. Denn wir wussten: In Chernarus war alles nur geliehen. Heute war der Ring hier und morgen konnte ihn schon jemand wegen der Baumaterialien abgebaut haben.
Das wäre zwar schade, denn dieser Ring hatte wirklich Potenzial, aber so liefen die Dinge hier.
Im zweiten Kampf kämpfte UltrA dann nach einer kurzen Pause gegen Locke. Ich war mir nicht sicher, ob sie sich schon genügend erholt hatte, aber UltrA war heiß auf den Kampf und vielleicht auch auf etwas Genugtuung.
Locke war impulsiv wie eh und je. Gut gelaut und voller lockerer Sprüche. Die Fäuse flogen, beide mussten sich bandagieren und nach einer Unterbrechung ging es weiter, eingeleitet von Gewehrschüssen, die WhiskeyMixer abgab.
Beide standen sich gegenüber, schlugen nach einander, trafen sich. Plötzlich fiel UltrA. Locke hatte sie getroffen. ich spurtete in den Ring, um sie zu reanimieren, aber es war zu spät.
Der Schlag hatte sie so heftig getroffen, dass sie starb und an der Küste landete.
Ich seufzte. Aber so war sie, ich musste es akzeptieren. Locke wollte das aber nicht auf sich sitzen lassen und nahm Janniks Ada, um sie abzuholen.
Während er unterwegs war, kam Rio wieder vorbei.
Er hatte die hatte die Schüsse gehört, doch alles war gut.
Locke brachte Ultra zurück und für einen Moment
fühlte sich alles an wie ein kleines, chaotisches Familienfest.
Fast.
Am Leuchtturm fielen plötzlich Schüsse.
Anfangs waren sie noch weit weg, dann kamen sie näher in unsere Richtung; nach Prigorodki.
Ein Fremder schoss offenbar auf Zombies. Sah zu uns, zielte in unsere Richtung.
ninja2.00926 (UltrA) wollte zurückschießen – aber ich rannte dazwischen, hob die Hände und winkte.
Versuchte zu deeskalieren.
Schließlich flüchtete der Fremde.
WhiskeyMixers wachsamer Blick verfolgte ihn ein Stück.
Schließlich sah er einen zweiten Überlebenden mit Kürbiskopf durchs Industriegebeit laufen.
Und dann,
vor Prigorodki,
stand er wieder: Der stumme Fremde, der geschossen hatte. Dieses Mal mit einer Fackel.
Ich sprach mit ihm und entschuldigte mich dafür, dass UltrA vorher auf ihn geschossen hatte.
Er antwortete nicht, sondern sprach nur mit Gesten. Er legte uns Nägel hin. Ich bot ihm Hifle an, aber er schüttelte nur den Kopf. Abschließend erklärte ich ihm,
dass Schüsse in unserer Gegend gefährlich waren, für ihn und für uns.
Er nickte stumm und verschwand erneut.
Später, als es dunkel geworden war, sah UltrA zwei Spieler an einem kleinen Lagerfeuer nahe dem kleinen Militärcheckpoint.
Ich brachte ihnen Äpfel, aber traf nur noch einen an. Den Stillen von vorhin. Ich legte den Apfel vor ihn und ging wieder weg.
Whiskey beobachtete unterdessen jemanden im Tec-Gebäude. Wieder der Kürbiskopf.
Ich wollte Kontakt aufnehmen und traf unterwegs wieder auf den Stillen Fremden. Da er mir seinen Namen nicht nennen wollte, beschloss ich ihn "Fritz" zu nennen. ich fragte, ob das okay war, aber konnte an seiner Geste nichts ablesen. Also blieb es bei "Fritz".
Locke lachte.
„Na toll. Jetzt kann ich ihn gar nicht mehr erschießen! Wenn er doch nen Namen hat..."
Manchmal ist ein Name eben wie ein Schutzschild.
ninja2.00926 (UltrA) und ich räumten später gemeinsam die Dosen in die "Rostige Axt" ein, die Rio gebracht hatte.
Dann kam Crippsy vorbei, bestaunte den Boxring und trat gegen WhiskeyMixer an.
Whiskey gewann.
Natürlich.
Er hätte beim Kämpfen wohl sogar einen Bären beeindruckt, glaube ich.
Die Stimmung war leicht, freundlich, ungewohnt warm und herzlich trotz der Kämpfe. Einfach sportlich.
Und dann – als hätte der Tag nur auf diesen Moment gewartet –
meldete sich Kallele bei mir.
Er entschuldigte sich. Eine Entschuldigung, die ich in seinem Namen auch an die anderen Campbewohner weitergegeben habe.
Es schien aufrichtig.
Er sagte, er bedauere, dass er mir damals in den Kopf geschossen hatte und dass die Situation ihn zu schnellen Entscheidungen getrieben habe.
Und er sprach offen aus, dass der Raid ein Fehler gewesen war. Ebenso das Terrorisieren der Camps zur eigenen Belustigung.
Zitat
Mit dieser Nachricht würde ich mich gerne bei dir ( und bei den anderen Camp bewohnern ) entschuldigen. Die Sachen die ich gemacht habe wahren oft unüberlegt und nicht nötig. Trotzdem sind sie passiert und ich bin nicht Stolz auf diese Momente und ich bereue sie auch. Ich hoffe du kannst meine Entschuldigung annehmen und wir können in der nächsten Season wieder zusammen am Feuer sitzen.
Was soll ich sagen? Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich räumte ein, dass ich auch in einigen Dingen besonnener hätte agieren müssen und ich nahm seine Entschuldigung an.
Nicht aus Schwäche, sondern weil ich endlich merkte, dass ein Knoten sich lösen wollte, der sich viel zu lange schon viel zu eng um meine Brust geschlungen hatte.
Der Tag endete spät, aber mein Herz fühlte sich leichter an als sonst.
Wir bekamen unsere Gesichter zurück,
unsere Würde, unsere Kämpfe und unsere kleinen Siege.
Ich ging müde schlafen, aber zufrieden.
Immer in dem Wissen, dass ich manchmal in Chernarus eine zweite Chance bekam und diese ebenfalls vergeben durfte.
Und, dass Vergebung nicht immer ein Geschenk ist, sondern manchmal auch ein Weg, den man gehen kann.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
Manchmal scheinen die Tage hier wie aus Fetzen zusammengenäht:
meine Schneeflocke überschlug sich, ein LKW wurde bei Elektrozavodsk "erobert", Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 kam zurück in unser Chernarus, nur um von Schussgeräuschen empfangen zu werden und Hainsi erlebte in seinem Auto Dinge, die er kaum glauben konnte.
Nichts davon war geplant, nichts davon erschien für sich genommen sinnvoll – aber alles davon typisch für meine kleine Welt.
Und so nahm der Tag seinen Lauf.
Der Tag begann mit einem Funksprüche von jayphiiyo.
Sachlich und nüchtern wollte sie wissen, ob ich in der Gegend sei nur um dann fast schon peinlich berührt zu schildern, dass "SCHNEEFLOCKE", die weiße Olga mit den roten Türen, die ich ihr überlassen hatte auf ihrem Dach lag. Sie hatte sich beim Kreisel in Chernogorsk überschlagen und hing nun fest.
Ein Auto auf dem Dach ist in Chernarus eigentlich nichts Besonderes, aber seit dem Erlebnis mit Dakels "GUSTAVER" wusste ich, wie schwer es war ein auf diese Art feststeckendes Auto wieder zu drehen. Damals hatten wir mehrere Stunden mit vereinten Kräften daran gearbeitet und ich kann Jay. Sie hatte es immer eilig, auch wenn sie es sich nicht anmerken ließ.
Also brach ich mit meinem Sarka auf in Richtung des Kreisels, um zu helfen.
Wir versuchten es zunächst mit Lagerfeuern, den klassischen "Vanilla Wagenhebern", wie ich diese Dinger inzwischen nannte. Aber alles Probieren brachte nicht den gewünschten Erfolg. Das Auto drehte sich zwar imemr mal wieder zur Seite, aber wirklich vorwärts kamen wir nicht.
Erst, als ich mit meinem Sarka regelrecht dagegen fuhr, schaffte ich es nach und nach das Auto in eine Position zu bekommen, von der aus Jay den Rest erledigen und es umschieben konnte.
Am Ende mussten lachten wir und jubelten. So sehr, dass ich schon befürchtete, man würde uns hören und gleich vom Fleck weg erschießen.
Es hatte geklappt und wir erinnerten uns an unser erstes wirkliches Treffen.
Damals vor etwas mehr als einem Jahr traf ich auf sie, Elli und Culti. Ich hatte Culti meinen roten Gunter geschenkt. Als Starthilfe. Und sie hingen mit dem Auto in Chernogorsk hinter der Mauer bei der Feuerwehr fest. Zunächst hatte ich einen Überfall befürchtet, als mich jemand ansprach. "Hands up, hands up! Give me all your wate--- äh weapons!" Ich nahm die Hände hoch, aber konterte gleich: "Isch kann nix droppen Waffen, wenn Isch haben Hände oben, Jüngs!!"
Ich weiß nicht, ob mein gestellt schlechtes Deutsch oder die Absurdität der Situation das Eis gebrochen hatte, aber die Leute gegenüber begannen laut zu lachen. Ein gutes Zeichen und Culti und Eli erkannten mich wieder. Dann schien es auch der Stimme gegenüber zu dämmern. "Bist Herz-Aus-Gold? Ja guck mal, das ist deine Mühle!" Sie gab den Blick frei auf den roten Gunter, der hoffnungslos festhing zwischen der Mauer und dem Berg.
Damals schaffte ich es vergleichsweise schnell, das Auto mit den Lagerfeuern zu drehen und wieder wegzufahren.
Heute jedoch hatte es schon etwas mehr Teamwork gebraucht und es war unglaublich, wie Jay und ich uns in den letzten Monaten seit dem ersten Treffen gefunden, verloren und wiedergefunden hatten.
Tja, manchmal wiederholt das Leben sich – nur sind wir dann alle etwas älter, vielleicht etwas weiser und haben hoffentlich etwas mehr Verständnis für die Eigenarten des Gegenübers entwickelt.
Jay borgte sich später den LKW, den wir am camp gefunden hatten. Den von vonBausch. Er gehörte zwar nicht mir, aber ich war mir sicher, er hatte nichts dagegen.
Allerdings stellte ich eine Bedingung: "Keine Raids mit dem Ding."
Sie nickte, versprach es, und ich glaubte ihr.
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 kehrte von ihrer Reise auf DeerIsland endlich zurück und erreichte Elektrozavodsk.
Wie zur Begrüßung hallten Schüsse durch die Stadt. Sie kletterte auf einen Turm und entdeckte einen scheinbar herrenlosen LKW mitten in einer Straße stehend. Wo so ein Ding einfach auf einer Straße stand, waren auch meist ein Schütze oder ein Fahrer nicht weit. Also suchte sie die Umgebung ab und fand tatsächlich jemanden, der in Richtung des LKWs zielte. Sie hatte gute Schussbahn, aber war nicht aufs Töten aus. Im Gegenteil. Sie schlich sich näher und beschloss herauszufinden, was geschehen war. Immer in Deckung bleibend. Die Räder des LKW waren zerschossen worden. Da der Schütze noch Blick auf das Fahrzeug hatte, war ihr klar, dass der Fahrer noch irgendwo sein musste. Sie durchsuchte ein paar Häuser, als eine bekannte Stimme durch den Funk hallte.
Es war jayphiiyo.
Jay hatte auf den Fahrer geschossen, um das Fahrzeug zu übernehmen – Straßenraub. Ich hatte es geahnt.
Eine fragwürdige, aber in Chernarus nicht mehr unübliche Taktik. Sie hatte Glück, dass ich nicht zur Stelle war. Ich ahnte bereits, wem der LKW gehörte und hatte natürlich Mitleid mit dem Fahrer.
Aber Nr. 371 nahm's gelassen. Sie hatte lange genug mit den Chicks gemeinsam Zeit verbrach und gekämpft, um zu wissen wie sie tickten.
Diskussionen über Moral waren nicht so ihr Ding.
Aber sie war irritiert.
Nicht von den Schüssen,
sondern von Jay.
"Und jetzt liegst du einfach hier und campst das Ding ab? Meine Fresse... Die Jay, die ich gekannt hab, die hätte den LKW einfach genommen und wär damit weggefahren.
Die hätte sich nicht versteckt. 2, 1, Risiko!"
Doch Jay erkannte 371 fast ebenso wenig wieder und wunderte sich über das eigenartige Lachen, dass zu hören war.
Schief, lauter als sonst, unkontrolliert. "Hä, bist das du die da so lacht?"
"Joa... frag nicht. Ich bin Kuru gegeben worden..." sagte sie. Genau so mit all den Fehlern. Als würde sie noch immer nicht richtig darüber sprechen können und das Ganze für einen üblen Scherz halten.
So standen die beiden da, zwei Schatten ihrer selbst, die versuchten, sich wiederzuerkennen.
Sueda bot an, nach dem Fahrer zu suchen. "Kontakt aufnehmen" nannte sie es. Vielleicht konnte ja mit ihm reden, auch wenn die Chancen nach so einem Beschuss natürlich sehr gering dafür waren. Aber so war sie nunmal. Erst reden, dann krachen lassen.
Aber der Fahrer des LKW war verschwunden, der LKW bald weggefahren durch Jay.
Etwas später stand vonBauschs LKW wieder vor dem Camp. Er hatte einen kleinen Motorschaden, aber nichts was man nicht reparieren konnte. Jay brauchte ihn offensichtlich nun nicht mehr und ich fuhr ihn wieder zurück in die Garage.
Hainsi tauchte später am Camp auf mit dem gelben Sarka. Er erzählte mir aufgeregt, was ihm passiert war.
Fahrt nach Altar, Radio Zenit. Dort einen ersten kleinen Unfall gehabt. Dann weiter nach Myshkino, dort wieder ein Unfall.
Fahrt gegen einen Baum. Aufwachen an der Küste.
Er hatte sich zum Auto zurückgekämpft, aber es fehlte ein Kühler.
Schnell wollte er Ersatzteile aus der alten Banana-Base bei Pushtoshka holen, aber dort seien keine Autoteile mehr zu finden gewesen.
Alles leer, alles verlassen.
Und dann – typisch Chernarus – lag der benötigte Kühler etwas später einfach ein Dorf weiter nahe seinem verunfallten Sarka.
So reparierte er das Auto und fuhr weiter, als sei nichts gewesen.
Jannnik lachte, als er hörte, welches Auto Hainso gefahren war:
Es war der "WITWENMACHER", den Jannik selbst geschenkt bekommen hatte.
Er wusste wie eigensinnig das Auto war und auch wenn ich immer gern Partei für gelbe Sarkas ergriff, so fand ich inzwischen, dass dieses Auto seinen Namen zu Recht trug.
Manchmal passen Name und Schicksal eben etwas zu gut zusammen.
Noch in der Nacht erreichte uns eine schlechte Nachricht:
Die Basis vom Rheingauer! war erneut geöffnet worden. Dieses Mal endgültig.
Aufgebrochen, ausgeraubt, ausgeplündert – diesmal bis auf ein paar Reste an Toren und Stämmen.
Normalerweise würde jetzt der Rheingauer kommen und die aufgebrochene Basis fachgerecht abbauen und die Bauteile wiederverwerten, aber seit meiner Nachricht an ihm und einem kurzen Dank für die Info über sein Basis hatten wir keinen Kontakt mehr. Ich glaube auch er wartete auf den Wipe, um dann wieder neu zu starten und ich fragte mich, ob er vielleicht in der nächsten Season wieder "rheingauern" würde. So nannten wir es, wenn er eine offene, verlassene Basis abbaute, um aus den Überresten etwas Neues entstehen zu lassen.
Wer es getan hatte?
Unklar, aber natürlich gab es Gerüchte.
Doch eines war sicher: Chernarus gönnte niemandem lange Ruhe.
Locke suchte in dieser Zeit Drähte in Chernogorsk,
Ultra kümmerte sich um das Camp und verräumte ein paar Sachen. Jemand hatte Kürbiskerne fallen lassen und für heute war das wirklich unser größtes Problem am Camp.
Unglaublich und irgendwie erholsam.
Ich lagerte noch etwas Baumaterial in Prigorodki ein.
Spät in der Nacht sah ich am Schwarzen Brett jemanden stehen.
Eine Gestalt, die sich anschließend langsam in Richtung Feld wegbewegte.
Ind er Kiste sah ich Zahlen, gelegt aus Kürbiskernen (371)und eine Schweinemaske.
Es war klar, für wen die Botschaft bestimmt war: für Sueda, unser Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371.
Vermutlich hatte E.C.H.O. ihr diese Sachen hinterlassen. Als Botschaft. Ich versuchte ihm noch zu folgen, sah ihn vom Heuhaufen aus, aber dann war er plötzlich vor meinen Augen verschwunden.
Ich trottete zurück zum Camp und nahm die Dinge an mich.
Morgen würde ich ihr die Sachen wohl übergeben.
Der Tag irgendwie voller Vergleiche.
Zwischen früher und heute, zwischen Ruhe und Chaos.
Ich ging spät schlafen, war erschöpft.
Aber wir hatten heute wieder etwas Menschlichkeit in dieses Land getragen. Oder es zumindest versucht.
Manchmal reicht das schon.
In diesem Sinne:
Bis morgen, ihr Lieben.
Bleibt wachsam und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
Es ist fast schon ironisch.
Gerade hatte ich noch mit HellhoundSamuel, jayphiiyo und einem Neuzugang namens Sebastian am Camp geredet und gelacht.
Und dann, als ich mich gerade zurückziehen wollte, kam dieser Moment, vor dem ich mich am meisten fürchte:
Ich einen LKW und sah hektische Gestalten zwischen der Hochhaussiedlung umherirren.
Ein weiterer Raidversuch.
Ein weiterer Moment, in dem ich wusste: Egal was ich tue, ich werde jemanden enttäuschen und dass es dieses Mal keinen "richtigen" weg gibt. Sondern nur einen, der am wenigsten zerstört.
Aber wie immer: Alles der Reihe nach und ich beginne beim Anfang.
Der Tag begann seltsam vertraut.
Eine weiße Olga mit roten Türen rollte am Camp vorbei, hielt kurz, hupte zweimal: "SCHNEEFLOCKE". jayphiiyo
Ich musste lächeln, weil dieses Hupen so typisch für sie war. Wie für viele.
Ein kleiner Gruß. Ein "Ich bin da, wer noch?"
Doch das Lächeln hielt nicht lange an, denn janinesta (Selina) kam mit gesenktem Blick zu mir:
Ihr Stash war verschwunden. Ausgeräumt worden.
Ich überprüfte unsere eigenen Verstecke und auch wir hatten Verluste zu beklagen.
Das Zeltfass, das Wagenzelt, das Partydach… alles weg.
Keine Spuren und keine Hinweise. Nur die Leere, die bleibt und das Misstrauen, wenn jemand Fremdes nun die eigenen Dinge in den Händen hielt.
Ich seufzte.
So war Chernarus.
Man musste loslassen lernen, selbst dann, wenn man nicht bereit dafür war.
Mir fielen die Worte von NoahsZeitreise ein, die er einst gesagt hatte. "Wisst ihr... alles in Chernarus hat seine Zeit. Jetzt ist es meine Zeit mit dieser Waffe, etwas später hat jemand anderes sie dann."
Wenig später meldete sich jayphiiyo aus Komarovo: eine Panne. "SCHNEEFLOCKE" hatte es übel erwischt.
Der Kühler war ruiniert, der Motor beschädigt und ein Reifen fehlte.
Ich fuhr zu ihr, setzte einen neuen Kühler ein und füllte Wasser nach.
Den Reifen wollte sie sich später selbst suchen.
Sie rechte mir einen blauen Helm und ich dankte. Anschließend brach ich wieder auf zurück nach Prigorodki.
Am Brunnen traf ich später Sebastian, einen Neuzugang.
Er sagte er sei auf der Reise und wollte herausfinden, ob die Geschichten und Legenden über uns stimmten.
Ich musste lachen. Legenden und Geschichten?
So wie die, über die ich hier täglich berichtete?
Er berichtete mir, er sei auch in der "Krabbelgruppe" des anderen Chernarus gewesen und habe dort Smokey Eyesgetroffen.
Ich kannte sie gut und sie hatte ihn bestimmt mit ihrer grenzenloser, engelsgleicher Geduld unterstützt.
Wir sprachen lange über die Motivation gewisse Dinge zu tun, über Gewaltspiralen und Verantwortung.
Darüber, dass selbst unsere Hilfsaktionen bei manchen übel aufstießen und sie behaupteten, wir seien nur so, um uns selbst zu schützen.
Über die Rolle der Samariter auf dem Server und dass mit ihr nicht nur Macht, sondern auch viel Verantwortung mitschwangen. Er verstand mich ungewöhnlich gut und erzählte mir von seiner Wandlung. Am Ende erzählte er von einem anderen Chernarus (also nicht dem von Smokey und von dem ich immer erzähle), in dem er ein "CRC" gegründet hatte –
angelehnt an das CRK. Das "Chernarussian Red Cross" und dort Bambis geholfen hatten. War er vielleicht auch ein Samariter im Herzen?
Er sprach vom „goldenen Arm“ eines Mannes, Null-negativ, der bei jeder Gelegenheit Blut spenden musste.
Ich lachte bitter. „Kommt mir bekannt vor“, sagte ich und legte meine Hand über meinen Arm.
Mein Blut war oft genug zum Werkzeug geworden, aber den "goldenen Arm" hatte ich es nie genannt.
Für mich war es eher Fluch und Segen zugleich und es gab eine Zeit, da war ich zur Abgabe gezwungen worden.
Ich schauderte und vertrieb die dunklen Gedanken.
Le-Chuck war fort. Ich war frei und gab nun mein Blut freiwillig und gern.
Und so sollte es auch bleiben.
HellhoundSamuel kam später auch ans Camp, setzte sich zu uns und brachte Morphin und Adrenalin für unsere Vorräte mit.
Ich gab ihm ein paar Nägel, die ich übrig hatte und er wollte sich eine Basis aufbauen.
jayphiiyo stieß dazu, grinste und grüßte freundlich. "Olla!"
Ich stellte beide Sebastian vor.
Sie wollte weiter looten. ich war mir noch nicht sicher, was ich tun wollte.
Angeln vielleicht, aber am Ende ging ich mit Sebastian in Richtung Nordwald, wo sich unsere Wege trennten. Ich zog weiter zum Sommerlager bei Mogilevka, um nach warmen Jägerjacken für das Camp zu suchen.
Ich hörte einen LKW in der Ferne. Er fuhr in Richtung Hochhaussiedlung.
Ich funkte dakel und Jannnik an, doch es kam keine Antwort.
Sie schliefen vermutlich schon.
Also beobachtete ich – und erkannte, was geschah: Sie wurden wieder geraidet.
Und der LKW gehörte Jay, da war ich mir sicher.
Mir wurde flau.
Denn ich wusste, dass ich nun wirklich zwischen zwei Fronten stand. Wie schon einmal, nur hatte ich mir da noch einreden können, dass es auch andere gewesen sein konnten. Hier war der Fall aber klar.
Wenn ich verteidigte, musste ich gegen Jay kämpfen.
Und wenn ich nichts tat?
Dann verriet ich Dakel und Jannik.
So fühlte es sich an.
Egal, was ich tat, es war flasch und ich konnte nur eine Wahl treffen, die am wenigstens schmerzte.
Ich blieb auf der Anhöhe, sah die Silhouetten und hörte plötzlich Schüsse.
Offenbar mischte sich eine dritte Partei ein und mir wurde klar:
Ich musste gehen.
Nicht nach Prigorodki, nicht in die Nähe – ich musste richtig gehen.
Ganz raus. Weit weg.
Aus dem Gebiet. Raus aus dem Konflikt und weg vom Schussfeld der Loyalitäten.
Und das tat ich am Ende auch, selbst wenn es mir unendlich schwer fiel.
Schweigen schützt die Täter, aber mehr als die beiden warnen konnte ich nicht.
Neutralität ist leicht, wenn man sie nicht leben muss.
Aber wenn die eigenen Freunde schießen – dann ist sie ein Messer.
Also zog ich mich zurück, bis nur noch Stille blieb.
Der heutige Tag war ein Tag, an dem ich gemerkt habe, dass Neutralität manchmal das Mutigste ist, was man tun kann, aber sie sich manchmal auch feige anfühlt und schmerzhaft.
Ich war weder Feind noch Verbündete.
Ich war in diesem Moment einfach nur Herz, die versuchte, niemanden zu verlieren und sich selbst dabei nicht zu verraten.
Ich ging schlafen, fern von allen.
Mit dem Gefühl, dass Loyalität nie einfach ist; aber Ehrlichkeit immerhin ein Anfang.
In diesem Sinne: Bleibt vorsichtig.
Bleibt euch treu und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
die Nacht war kurz, zerschnitten von Gedanken, die nicht ruhen wollten.
Ich hatte mich zurückgezogen, als alles eskalierte.
War einfach aus dem Wald verschwunden, wie ein Schatten, der keine Rolle spielen wollte.
Ich dachte, Schweigen wäre in diesem Moment das Klügste.
Weniger Worte, weniger Missverständnisse.
Aber am nächsten Morgen kam eine Nachricht über Funk.
Nur eine Zeile.
„Viel Spaß noch.“
– Jay
Ich starrte eine halbe Minute auf den Bildschirm, als hätte sich der Text von selbst verschluckt.
Spaß? Womit? Was sollte das heißen?
Ich spürte, wie sich ein kalter Knoten in meiner Brust zusammenzog, als ich im Anschluss E.C.H.O.s Bericht las. Ein neuer Eintrag in seinen Akten.
Ich erfuhr von den Schüssen, die gefallen waren.
Von dem Chaos, das sich in der Nacht bei der Hochhaussiedlung abgespielt hatte.
Ich ahnte, was jayphiiyo dachte.
Was sie fühlen musste.
Warum diese Nachricht so klirrend kalt gewesen war, auch wenn sie auf den ersten Blick harmlos wirkte.
Ich wusste es besser.
In ihrem Kopf ergab alles Sinn: Ich war schon einmal dort gewesen und hatte geschossen. Auf einen ehemaligen Wegbegleiter, PropaGandalf.
In ihrem Kopf ergab es ein Bild, das mich traf wie ein Schlag ins Gesicht.
Ein Bild, das in diesem Fall nicht stimmte, aber doch so erschreckend logisch wirkte.
Ich atmete tief durch, bevor ich zurückschrieb.
Nicht, um mich zu rechtfertigen oder meinen Stolz zu verteidigen. Auch wenn das mein erster Impuls gewesen war.
Nein, tief im Inneren wusste ich genau, wie sich Verrat anfühlte. Und ich wollte nicht, dass sie auch nur einen Atemzug länger daran glauben musste, ich sei diejenige gewesen, die ihr in den Rücken gefallen war.
Also erklärte ich es.
Ruhig.
Zeile für Zeile.
Dass ich nach dem ersten Schusswechsel gegangen war.
Dass E.C.H.O. dort gewesen war, nicht ich.
Dass ich nicht E.C.H.O. war und ich keinen Schuss in ihre Richtung abgegeben hatte. Überhaupt hatte ich an diesem Abend nicht geschossen.
Dass meine Handlung kein Fluchtversuch gewesen war, sondern der Versuch, nicht in alte Muster zu rennen.
Dass es mir leidtat, dass die Situation ihr so wehgetan hatte.
Ich hoffte, sie würde mir Glauben schenken und es nicht als Ausrede sehen.
Aber ich wusste, was ich getan hatte und was nicht und dazu stand ich.
Und sie…
hörte zu.
Kein Zurückschreien.
Kein Abblocken.
Nur dieses stille, angespannte Zuhören, bei dem man spürt, dass das Gegenüber gerade versucht, ein Puzzle neu zu ordnen.
Ihr Text wurde ruhiger.
Ehrlicher.
Aufrichtig.
Ein Missverständnis.
Der Schütze hatte wohl Dinge bei sich, die sie an mich erinnert hatte. Vielleicht eine Waffe, vielleicht die Art, wie er vorgegangen war; Beobachtend, berechnend?
Ich weiß nicht, ob damit alles gut war.
Ob die alten Wunden wieder schweigen würden.
Ob die neuen heilen könnten.
Aber für heute… reichte es mir zu wissen, dass wir uns geschrieben hatten.
Und dass sie mich nicht mehr für den Feind hielt.
Während ich schrieb, war Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 schon unterwegs nach Elektrozavodsk.
Sie bemerkte, dass an ItsSniper55 (Spacyes) Turm einige Teile fehlten – ein stilles Zeichen dafür, dass andere angefangen hatten zu bauen.
Also zog sie ans dortige lager weiter, wo sie – ganz in ihrem Element – fünf Schafe zusammentrieb und erlegte.
Anschließend grillte sie das Fleisch und versorgte das Camp mit frischen Vorräten.
Manchmal wirkt die Welt weniger dunkel, wenn man nur lange genug den Duft von einem Lagerfeuer riecht.
In der Kiste beim Scharzen Brett in Prigorodki lag eine ruinierte Bandage. Danaben das Symbol von Veyr/\.
Ein Gruß?
Ein Versprechen?
Oder ein weiterer dieser kryptischen Hinweise, die niemand von uns verstand?
Wir wussten es nicht.
Nicht an diesem Tag, nicht an diesem Morgen.
WhiskeyMixerschien Veyr/\ nicht sonderlich zu mögen order ernst zu nehmen und meinte, ich solle einfach eine neue Bandage reinlegen.
Manchmal war die Lösung für ihn so einfach, aber ich bezweifelte, dass das die Antwort sein würde.
Dann fiel uns auf, dass Crippsys liebevoll angelegte Kürbisfelder verschwunden waren.
Das Herz aus Kürbisfeldern...
Als hätte jemand sie mit Absicht ausgelöscht.
Ich vermutete Veyr/\ sagte damit: "Ich war hier.“
Jannnik traf später SebastianThe1st.und jemanden namens Cider.
Zwei freundliche Reisende, die nur kurz verweilten und dann wieder ihren Weg gingen.
Später, als ich zurück nach Prigorodki kam, beschloss ich die Geschenke von Rio an Mawa und ihren Sohn zu geben. Ich packte die AKM und die Thundra sowie die R12 und alle weitere Dinge ein und fuhr mit dem Auto zu ihrer kleinen Behausung.
Dort freute sich Szeppi über die Dinge, aber gab mir Thundra und R12 zurück. Ich sollte sie behalten. Waffen sagten mir nichts, ich brauchte sie eigentlich nicht. Aber ich beschloss sie für das Abschlusballern aufzubewahren, das nun bald stattfinden würde.
Auch Jannik kam vorbei und Szeppi erzählte uns von einem Vorfall, der sich vor ein bis zwei Tagen in Elektrozavodsk ereignet hatte.
Er war stolz darauf gewesen, seinen ersten eigenen LKW zusammengebaut zu haben. Ein Wrack, dass er gefunden hatte.
Gerade war er mit dem Fahrzeug auf dem Weg nach Prigorodki gewesen, als er in Elektrozavodsk beschossen worden war. Er konnte sich noch in ein Haus retten und entkommen, aber der LKW war verloren. "Die Reifen haben die mir zerschossen!", jammerte er. Zu diesem Zeitpunkt hatte Sueda mit noch nichts von ihrem Treffen mit jayphiiyo in Elektrozavodsk erzählt und ich bin mir sicher, dass sie nicht geschossen hätte, wenn sie gewusts hätte, wer da am Steuer saß. Aber so konnte ich keine Losen enden vereinen. Ich sprach ihm lediglich Mut zu, dass wir nach dem LKW suchen würden.
Auto blieben hier selten lange verschollen und ich beschloss, bei der Hochhaussiedlung vorbeizuschauen. Möglicherweise stand der LKW ja noch dort und es handelte sich um sein Fahrzeug?
Doch leider fand ich das Fahrzeug nicht vor. Auch dakel und Jannnik, die mit der Reperaturarbeit begonnen hatten, konnten mir nichts zu dessen Verbleib sagen.
Aber ich war mir sicher: Früher oder später würden wir herausfinden, was geschehen war.
Später saßen wir in kleiner Runde beisammen: janinesta (Selina), NiggoB, WhiskeyMixer, Black Lion, Pinky und ich.
Wir sprachen über Vertrauen, über Loyalität und meine Entscheidung, neutral zu bleiben.
Aber auch über die Frage, wie man damit umgeht, wenn man jemandem die Hand reicht und diese Person glaubt, man habe sie betrogen.
Ich fragte sie: „Wie geht man damit um, wenn jemand nicht sieht, wie sehr man für ihn kämpft?
Wenn jemand glaubt, man habe ihn hintergangen – obwohl man es nicht hat?“
Eine Antwort blieb aus, denn ich kannte sie bereits: Zu sich selbst stehen und der eigenen Linie treu bleiben.
Früher oder später würde sich die Wahrheit zeigen. Es brauchte nur Geduld.
Am Nachmittag traf ich Locke allein am Camp.
Wir redeten über E.C.H.O. und über seine nächtliche Verteidigung der Hochhaussiedlung.
Über seine Eigenarten in der Kommunikation und über seine Akten.
„Her, er ist der verdammte Golem der Hochhaussiedlung“, sagte Locke,
und ich musste lachen.
So unrecht hatte er damit wohl nicht.
Ich gestand ihm, dass ich mich in jener Nacht zurückgezogen hatte.
Aus Prinzip, nicht aus Feigheit.
Und er nickte nur.
Er verstand.
Ich erzählte ihm, dass jayphiiyo und andere der Chicks in Action beim Raid überrascht wurden und dass ich mich mit ihr ausgesprochen hatte. Ich begann: "Das zwischen uns ist etwas kompliziert..." Er schmunzelte. "Na ich würde sagen eine vorbelastete Wiederannäherung." Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen. Für jemanden, der nicht viel auf Gefühle gab und mit ihnen nicht umgehen wollte, kannte er sich erstaunlich gut aus.. In Locke verbarg sich mehr, als man auf den ersten Blick erkennen konnte.
Rio tauchte auf und zielte mit seinem Gewehr auf Hainsis Haus.
Ich schlich mich an ihn heran, wusste zunächst nicht, dass es sich um Rio handelte. "Also egal, auf wen du da zielst, du wirst nicht abdrücken.", sagte ich als ich direkt hinter ihm stand.
Er ließ sich nicht beirren. Er hatte eine Gestalt gesehen im Nordwald. Vielleicht ein Bambi, vielleicht mehr.
Genaueress wussten wir nicht, aber am Ende verlief der Abend ruhig und Rio brachte wieder ein paar seiner Spenden vorbei.
Ich richtete ihm Szeppis Dank für die Geschenke aus und ich glaube, er freute sich.
Später traf ich in der Nähe des Camps beim Brunnen auf Thomas, den ich vor ein paar Tagen mit seinem Freund Jens bei Nizhnoye begrüßt hatte.
Er berichtete mir, wie sie auf ihrer Reise in den Westen beide die Opfer eines Bärenangriffs geworden waren. Sein Freund war bestimmt auch unterwegs hierher von der Küste aus, also wartete Thomas am Camp.
Locke und ich fuhren nach Berezino, um für HC_GraveDigger nach dem Rechten zu sehen. Er hatte uns bereits so viel in Berezino, Nizhnoye und Solnichniy geholfen, dass ich auch etwas für ihn tun wollte. Als wir dort ankamen stand seine Garage jedoch offen. Ob es wirklich seine aktuelle war, wussten wir nicht. Aber ich schrieb ihm eine Nachricht.
Dann zogen wir weiter nach Gorka.
Es war nur ein Verdacht, aber ich hatte das Gefühl, dass der rote Sarka von vonBausch noch immer irgendwo in der Nähe stehen musste.
Zu viele Hinweise hatten in diese Richtung gezeigt und ich ahnte, wer der Raider gewesen sein könnte. Ich kannte seine Muster, kannte seine Verstecke.
Und tatsächlich. Kaum parkte Locke das Auto im nahegelegenen Wald, sahen wir zwischen zwei Tannen den roten Sarka stehen: "ZUVERSICHT 2.0".
Unversehrt aber dafür um eine Geschichte reicher.
Wir sicherten ihn sofort und brachten ihn zurück nach Prigorodki.
Von Bausch würde sich freuen.
Endlich einmal wieder eine Rückführung statt ein Verlust.
Zurück am Camp in Prigorodki traf ich später wieder auf E.C.H.O.
Er legte mir eine kryptische Botschaft aus Kürbiskernen ins Essenszelt:
Zitat
8-5 | 23-8-15 | 23-15-14-20 | 19-20-1-25
Es erinnerte mich an alte Zeiten mit Silas und doch hatte E.C.H.O. seinen ganz eigenen Stil.
Ich spielte ein wenig mit, tat so, als würde ich es nicht verstehen, um Zeit zu schinden.
Denn im Hintergrund näherte sich Locke.
Er wollte Echo ein Geschenk bringen und ich wollte E.C.H.O. möglichst lange am Camp halten.
Und als Locke schließlich vor ihm stand, reichte er ihm eine Schweinemaske, die er ihm ohnehin geben wollte.
Doch dann sagte er weiter: "Ich habe noch was für dich. Für deinen Dienst."
Er überreichte ihm eine tarnfarbene Sturmhaube.
"Die möchte ich dir geben. Das ist meine. Wenn du mal ein Problem hast, bei dem ich dir vielleicht helfen kann, dann kommt einfach mit dieser Maske zu mir und ich werde dir helfen.
Ganz egal, was es ist. Ich weiß deinen Dienst also wirklich zu schätzen."
E.C.H.O. nahm die Maske an und Locke fügte noch hinzu: "Du unterstützt mich, obwohl du mich nicht kennst, ich unterstütze dich auf jeden Fall auch."
Ein bewegender Moment. Eine solche Geste ist in Chernarus ein Schwur.
Vielleicht der größte, den man leisten kann.
E.C.H.O. bedeutete Locke ihm zu folgen und ging in Richtung des Boxrings. Locke dachte erst, er wolle gegen ihn boxen, aber zum Glück hatte er anderes vor.
Stattdessen lief E.C.H.O. weiter gen Westen.
Ich folgte ihnen in einigem Abstand, nicht sicher ob ich erwünscht war oder nicht. Auch Locke hatte keine Ahnung, was er von ihm wollte. "Ich stehe auch immer auf dem Schlauch, aber das macht ihn nicht weniger sympatisch."
Ich folgte ihnen also mit gebotenem Abstand, versteckte mich schließlich unter einem LKW und beobachtete die beiden.
Es musste albern ausgesehen haben, wie ich da in Rot unter dem Wagen lag, aber erst nach einiger Zeit wurde E.C.H.O. auf mich aufmerksam und schien verwundert zu sein – sofern man das hinter seiner Maske erkennen konnte.
Da überreiche ich ihm etwas Sprengstoff, den er mir sofort zurückwarf. Test bestanden.
Ich wollte seine Reaktion wissen und mir war nun klar: Er war kein Raider. Nicht mehr oder vielleicht nie gewesen.
Er wollte einfach nur seine Ruhe und vielleicht ein kleines Stück Frieden. Ich gönnte es ihm.
Am Ende gab er mir noch zwei Haufen an Nägeln und wir gingen zurück zum Camp.
Am späten Abend schoss Echo noch auf zwei Mönchshauben, die er im Camp gefunden hatte.
Er mochte diese Dinge nicht – und je länger ich in Chernarus lebte, desto mehr verstand ich ihn.
Ich versprach ihm, in Zukunft ein noch mehr darauf zu achten, dass diese Kopfbedeckungen nicht mehr offen im Camp rumlagen und nicht nochmal jemand Opfer eines Missverständnisses werden würde.
Dann kam die Nacht,
leise und sanft, und wir blieben noch etwas zusammen,
Locke, Echo und ich – friedlich, nach einem Tag voller Brüche.
Es gibt Tage, an denen man zwischen Fronten steht,
ob man will oder nicht.
Tage, an denen die Wahrheit schwer ist,
weil sie niemand hören möchte.
Aber Frieden bedeutet auch, den eigenen Weg zu gehen,
auch auf die Gefahr hin, dass keiner dich versteht.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
es gibt Tage, da wacht man auf und spürt schon beim ersten Atemzug, dass man heute mehr balancieren muss als sonst.
Zwischen Nähe und Distanz, zwischen Helfen und Aushalten und zwischen dem Wunsch, sich einzumischen – und dem Wissen, dass man es bleiben lassen muss.
Der 14.11. war genau so ein Tag.
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 begann den Tag in der "Rostigen Axt", prüfte Vorräte, sortierte –
während ich mit Cala-j über den Raidversuch, @E.C.H.O.s Eingreifen und den Austausch mit jayphiiyo sprach.
Er sah es ähnlich wie ich: Neutral bleiben war schwer geworden.
Sehr schwer.
Aber wir mussten es zumindest versuchen.
Und doch sagte er mit diesem ruhigen, warmen aber irgendwie doch abgeklärten Ton: „Sie hatten ihre Gründe.“
Nennen wollte er sie nicht. Aber ich hörte genug zwischen den Zeilen, um zu wissen, dass es nicht einfach eine Rechtfertigung gewesen war.
Später stieß Nr. 371 auf Hainsi am Camp.
Er zuckte zusammen, als sie lachte – dieses unberechenbare, kurugeschwängerte Kichern, das so gar nicht zu dem passte, was man in ihr sah.
Sie erklärte ihm, dass man ihr Menschenfleisch verabreicht hatte und er nickte tapfer. Zunächst gab er sich unbeeindruckt, aber später räumte er ein, dass ihn die Lache dann doch etwas verstört hatte.
Doch dann geschah etwas Seltsames… Chernarus-typisches: Die beiden entdeckten plötzlich ihre „inneren Kinder“.
Hainsi hatte ja zwei "innere Kinder", wie ich sie liebevoll nannte, die sich dann und wann zu Wort meldeten und zu genießen schienen, was der große Hainsi da tat.
Und Sueda? Nun, seit sie mit Kuru infiziert worden war, war ihr Verstand manchmal vernebelt und glich dem eines kleinen Kindes.
Diese Facetten sprachen nun miteinander. Auf ihre Weise. Unlogisch, aber warm und irgendwie schräg. Zugleich aber einfach nur unschuldig.
Vielleicht braucht man genau solche Augenblicke, damit man nicht völlig untergeht in dieser Welt.
Kurz darauf brachen @Niggo, janinesta (Selina), Hainsi und Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 nach Myshkino auf.
Jannnik hatte dort fast sein gesamtes Blut verloren, Kampf gegen Zombies, keine Bandage.
„Typischer Anfängerfehler“, murmelte Cala-j trocken. Und er hatte recht.
Sie fanden ihn gerade noch rechtzeitig. Sueda verabreichte ihm eine Dosis Herzblut und peppelten ihn wieder auf.
Kleine Siege sind in dieser Welt viel wert.
Auf dem Rückweg hatte Nr. 371 noch einen ordentlichen „Lag-Spike“, wie sie es nannte, aber alle kamen dennoch sicher wieder am Camp in Prigorodki an.
Doch die Ruhe hielt nicht lange.
Kaum zurück, kam die erschütternde Nachricht: @Dakels und Jannniks Basis bei der Hochhaussiedlung war geradet worden. Vermutlich in der Nacht.
Und zwar gründlich.
Garagen offen, WhiskeyMixerss grüner Ada verschwunden, @E.C.H.O.S weißer Ada ebenso, den ich noch am gestrigen Abend dort in der Garage gesehen hatte.
Ein Schlag in die Magengrube.
Kurioserweise war das Fass fast komplett leergeräumt, aber die Sturmhaube, die Locke E.C.H.O. geschenkt hatte, war noch immer dort.
Wie ein stummer Zeuge ihres Versprechens, als habe das Schicksal es so gewollt und Locke von seinem Schwur nicht entbinden wollen.
Vor Ort traf dakel eine Überlebende - Phalangen.
Sie behauptete, sie habe zuvor in Elektrozavodsk eine Basis aufgebrochen, sei dann weitergezogen und habe hier weitergeraidet.
Ob das stimmte?
Schwer zu sagen.
Aber sie stellten sie – und die Sache endete, wie solche Geschichten meistens enden. Mit Schüssen und Toten.
Whiskey jedoch war sicher: Die Chicks hätten die Händeim Spiel.
Er war angespannt und brach sofort auf, um ihren Unterschlupf zu finden.
In Elektrozavodsk fand er dann direkt auch eine neue Hochhausbasis, von der er vermutete, dass sie ihnen gehörte.
Ich warnte ihn, dass er die Falschen treffen könnte und empfahl sie erst einmal zu beobachten und Näheres herauszufinden.
Doch er war in diesem Moment Feuer pur: „Herz, ich warte nicht, bis sie die zugebaut haben!“
Die Sache war beschlossen. Die Jungs waren heiß auf Rache.
Und ich?
Ich beschloss mich wieder rauszuhalten. Schweren Herzens.
Ich war kein Kämpfer; kein Raider und ich konnte nicht Prigorodki in Elektrozavodsk verteidigen.
Pinky brachte es auf den Punkt. Klar und deutlich: "Wir haben Seite an Seite mit den Chicks gekämpft. Das waren unsere Kameraden. Auf Kameraden schießt man nicht."
Also blieben wir im Camp in Prigorodki, janinesta (Selina), Pinky und ich, während in Elektrozavodsk der Kampf tobte und Schüsse zu uns hinüber hallten.
Ich half nicht. Weder aktiv noch passiv. Ich verteilte nur medizinische Vorräte in den Zelten, stellte Kleidung bereit.
Mehr nicht.
Und das musste reichen.
Währenddessen baute Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 @E.C.H.O.s Garage wieder zu.
Doch ihr fehlte ein Zahlenschloss, um alles wieder zu verschließen.
Sie suchte vergeblich.
Bis sie plötzlich in einer der Garagen nebenan ein Zahlenschloss neben einer Werkbank liegen sah.
Ein Zeichen.
Für sie reichte das aus und am Ende war das Tor wieder verschlossen.
WhiskeyMixer, Jannnik, dakel, und NiggoB sowie später auch Locke als Ausguck zogen gen Elektrozavodsk.
Wir blieben im Camp und hielten Wache.
Und je mehr Schüsse wir hörten, desto stärker spürte ich das Ziehen in mir: Sollte ich nicht doch irgendwie helfen? Aber wem? Beiden Seiten? Und zu welchem Preis?
Es war einer dieser Momente, wo man begreift, dass Helfen manchmal Verrat bedeutet und Nicht-Handeln ebenso.
Also tat ich das einzig Richtige: Ich tat weiterhin gar nichts.
Ich wählte den schweren Weg: Neutralität.
Als die Schüsse nachließen, zog Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 in Richtung der Brits' Barn, um dort die Lage zu prüfen und wollte auch nach dem Camp in Elektrozavodsk sehen.
Sie sah die zerstörte Garage neben der Scheune. @Whiskeymisters "österreichische Wertarbeit". Aufgeschossen oder gesprengt. Der LKW verschwunden.
Ein weiterer Verlust für jemanden, der ohnehin schon viel verloren hatte.
Sie sah einen Überlebenden durch den Wald rennen in Richtung Mt. Wolfgang. Es stellt sich raus, dass es Cala-j war, der ebenfalls beobachtet hatte.
Gemeinsam liefen sie zurück ins Camp. Dort gab sie ihm eine frische Armee-Jacke in Grün, denn seine war ziemlich mitgenommen von der Reise.
Doch Nr. 371 war noch nicht fertig mit dem Tag.
Sie hörte Geräusche in Szeppis Basis, kletterte aufs Dach und erschreckte den armen Jungen damit fast zu Tode,
Als er ihr Kichern hörte, kam er vorsichtig raus. Sie grüßte ihn locker, sprang vom Dach und sagte: "Keine Sorge. Ich esse keine Kinder. Liegen mir zu schwer im Magen..." und eskortierte ihn anschließend sicher Richtung Chernogorsk. Sie wollte nicht, dass eventuell auf ihn geschossen wurde, weil man ihn für einen der Raider hielt.
So schräg sie manchmal war – auch sie hatte ein gutes Herz.
Die Moral im Camp war niedlich. Die Kämpfer hatten zwar einen Sieg errungen, aber um welchen Preis?
Eine Base zu verlieren, bedeutet in Chernarus immer man verliert ein Stück Zuhause und Sicherheit.
Abgesehen davon fehlte noch immer jede Spur von den Autos.
Nr. 371 setzte sich zu WhiskeyMixer, sprach ungewöhnlich ernst und leise, als sie sagte: „Ich weiß, wie sich das anfühlt, wenn du alles verlierst... Wenn sie mir das Camp eines Tages unterm Hintern wegbauen, dann kannst du mich dran erinnern. Deal?"
Ich glaube er nickte und ich hoffte, es tat ihm gut.
Wenn auch nicht jetzt, vielleicht dann eines Tages.
Am Ende transportierte die "Hochhaustriuppe" und ihre Freunde die Nacht hindurch Güter ab in ihrem LKW.
Fässer, Seemannskisten und viele weitere Dinge, die sie sich zurückgeholt hatten. Was auch immer noch von ihren Dingen übrig war und nicht von Granaten oder Sprengstoffen zerstört worden war.
So ging der LKW hin und her zwischen Elektrozavodsk und der Hochhaussiedlung im Westen.
Und wir im Camp hielten weiter Wache.
Leise.
Zwischen Helfen und Aushalten.
Zwischen den zerstörten Tören und beschädigten Fässern der Hochhäuser von Elektrozdavodsk fand Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 später, als alles vorrüber war und sie sich ein Bild der Lage machen wollte, ein Blatt Papier.
Halb verrußt, halb vom Regen aufgeweicht, als hätte die Stadt selbst versucht, die Worte zu verschlucken, aber es dann doch nicht ganz geschafft.
Ein Entwurf vielleicht. Definitiv jedoch eine Kampfansage.
Unfertig.
Abgebrochen.
Aber der Ton… der Ton war deutlich genug, um die Luft ein paar Grad kälter werden zu lassen.
Sie las leise vor, während der Wind durch die ausgebrannten Fenster zog:
ZitatAlles anzeigen„… na ihr Helden der Hochhäuser?
Die neue Speerspitze im PvP?
Legenden in spe?
Glückwunsch zu eurem ‘epischen' Sieg…
Base stand schon halb offen… Supermarkt am Black Friday....
Silbertablett … Geschenkband und Schleife...
trotzdem volle Truppenstärke… Teamwork
Instinkt.....Panik.... nicht sicher“
Danach fraßen Brandlöcher den Text.
Nur Bruchstücke blieben übrig – halbe Gedanken, wie Zähne in einem dunklen Maul.
ZitatAlles anzeigen„… keine Niederlage sondern ein Vorspiel.
Ruhe vor dem Sturm.
Nächstes Mal … Tür wieder offen …
… freien Blick …
wenn’s bei EUCH knallt.“**„Vorbereitung ist alles.
....spielt nicht gern zweimal das gleiche Spiel.
...sehen uns an der Front… oder im Gebüsch... euch.
Am unteren Rand, kaum noch zu entziffern,
eine Signatur oder etwas, das wie eine sein sollte:
„Chuck … Attack“ ?
Der Regen hatte den Namen verwaschen und das Feuer den Rest erledigt.
Allein beim Anblick des Namens "Chuck" lief mir ein Schauer über den Rücken.
Nein, das hatte ich bestimmt falsch gelesen. Vielleicht war es auch "Chick Attack"?
Oder etwas ganz Anderes.
Darunter, als hätte jemand später mit anderer Handschrift ergänzt — nicht durchgestrichen, nicht verborgen, nur halb verlaufen vom Regen, aber klar:
Zitat„OOC: Danke für das kleine Intermezzo heute Abend.
Hat trotzdem Spaß gemacht!
Der Beitrag ist natürlich IC gemeint – Glückwunsch nochmal an die Sieger.
Aber da wird noch was kommen ;)“
Es wirkte fast zärtlich fehl am Platz.
Wie ein ehrlicher Moment. Mehr war nicht übrig. Ein schwarzes Loch aus verkohltem Papier.
Aber das reichte.
Es war keine Botschaft an mich, nur ein Zischen aus der Dunkelheit –
ein angebrannter Gedanke, ein Vorgeschmack auf das, was nach dem WIPE kommen würde.
Die Welt um mich herum rüstete auf.
Alte Feinde suchten nach wie vor den Kampf. MISA würde gestärkt zurückkehren und Greeny von den ehemaligen Bananen hatten mir deutlich gesagt, dass er die Camps zwar respektieren würde, aber dass sie auch den Kampf suchten. Selbst Freunde wie WhiskeyMixer und NiggoB sagten, sie würden sich dem raueren Ton anpassen.
Und überall las ich Zeichen für den Sturm.
Aber ich lasse mich davon nicht beirren.
Ich atme.
Ich stehe.
Ich halte.
Und ich erinnere mich daran, wer ich nach all dem noch immer bin:
Ich bin Herz.
Ich komme immer wieder, wenn andere gehen.
Ich helfe, wenn andere schießen.
Ich baue auf, wenn andere zerstören.
Solange es Menschen gibt, die Wärme brauchen oder einfach nur jemanden,
der den Funken Hoffnung nicht ausgehen lässt werde ich weiter meine Arbeit tun.
Mit ruhiger Hand und klarem Blick.
Und mit einem Herzen, das nicht brennt, sondern leuchtet.
Es war ein Tag voller Risse.
Voller Fragen, auf die keine Seite eine Antwort hatte.
Und doch blieb etwas zurück,etwas, das größer war als all die Verluste:
Wir hielten stand.
Neutral zu bleiben, wenn rundherum alle Seiten kämpfen, war schwer.
Aber es war Teil unseres Weges.
Teil dessen, was uns zu Samaritern machte.
Und manchmal – manchmal ist nicht kämpfen
der mutigste Kampf von allen.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
manchmal beginnen Tage nicht laut.
Nicht mit Schüssen oder mit Funksprüchen, sondern mit einem leisen Gespräch, das alte Wunden berührt und neue Wege öffnet.
So war es heute.
Ich nahm mir ein Herz und schrieb nochmals mit jayphiiyo.
Der Vorfall der letzten Tage lag schwer zwischen uns, und ich wusste, wenn wir jetzt nichts klären, wird dieser Schatten zwischen uns bleiben
wie eine Wand, die keiner abzubauen wagt.
Wir schrieben uns lange.
Sie erklärte, was geschehen war. Warum sie tat, was sie tat.
Wie sie zu der Überzeugung gelangen konnte, ich hätte sie hintergangen.
Und es leuchtete mir ein. Sie war einem Irrtum aufgesessen. Ich nannte es ein "Missverständnis" und ich spürte seit Langem wieder ein Stück Wärme aus ihrer Richtung.
Da ich an meinen Aufzeichnungen saß, nutze ich die Gelegenheit und fragte nach "SCHNEEFLOCKE", meiner weißen Olga.
Dem Auto, das ich ihr anvertraut bzw. überlassen hatte.
Sie atmete tief durch und sagte mir, dass "SCHNEEFLOCKE" nicht mehr existierte.
Ein Baumstamm, ein Unfall.
Chernarus hatte sie genommen.
Aber sie hatte lange und treu durchgehalten.
Cala-j hatte ihr geholfen und ihr eine rote Olga dagelassen, damit sie nicht zu Fuß weitermusste.
Jay erzählte mir, dass sie sich nun erst enmal zurückziehen wolle.
Dass sie aber stolz sei, jede Basis geknackt zu haben, die sie haben knacken wollen. Egal, ob mit Waffe, der Axt, Munition, Sprengstoff oder Köpfchen.
Sie stellte auch klar, dass der Raid auf die Hochhaussiedlung kein „Armbrust-Raid“ gewesen war, sondern echte Sprengkraft dahinter gesteckt hatte.
Nun würde sie sich sammeln, um für das, was auch immer nach dem Wipe kommen würde, bereit zu sein.
Ich erzählte Cala-j vom LKW, der Szeppi in Elektrozavodsk gestohlen worden war und der beim fehlgeschlagenen, zweiten Raid auf die Hochhaussiedlung liegengeblieben war. Kleinlaut gab Cala zu, er habe ihn "Chernarus zurückgegeben". Er war ohnehin nur noch kaum fahrtüchtig gewesen. Aber nun war Szeppis LKW fort und man musste ihm die Botschaft überbringen.
Cala hörte zu, dachte lange nach und stellte schließlich vor Mawa Haus einen anderen LKW ab. In Rücksprache mit den Chicks, wie er später erklärte. Als Wiedergutmachung, denn Szeppi war nie ihr Ziel gewesen. Ich hörte zu und fragte mich, wie oft Mawa und Szeppi noch zwischen die Fronten geraten würden. Erst E.C.H.O. und nun jayphiiyo ... aber ich begrüßte die Geste, auch wenn ich ahnte, dass es sich dabei eigentlich um Crippsys Truck handelte. Den, der aus der Brit's Garage gestohlen worden war. Cripps yfragte sich natürlich nun, wie seine ganzen Güter bis zum Abschlussballern an den Zielort kommen sollten, denn er wollte alle seine Sachen spenden. Aber ich war mir sicher, wir würden einen Weg finden.
ninja2.00926 (UltrA) sprach das Thema mit dem Baseraid in Chernogorsk noch einmal an.
Jene Szene, in der ich sie, Jannnik und Cala-j überrascht hatte, als sie und die anderen etwas wieder gutmachen wollten.
Ich räumte ein, dass ich zu impulsiv und aus verletztem Vertrauen heraus gehandelt hatte und entschuldigte mich.
Und sie stellte klar, dass sie es zu keinem Zeitpunkt böse gemeint habe.
Wir hatten beide Fehler gemacht, und beide hatten wir aus guten Gründen heraus gehandelt.
Und zum ersten Mal seit einigen Tagen hatte ich das Gefühl: Heute heilt wieder etwas.
Locke berichtete mir von Yannicks neuestem Kunststück: „Die Pflaume hat sich mit dem Auto selbst zerlegt.“
Es war fast schon Routine. Ein Auto weniger, ein Wrack mehr.
Jannik war in seinem Ada von Elektro nach Prigorodki gefahren und bei der Brücke verunglückt. Jannik tot, das Auto hinüber.
Zurück am Camp war Locke wieder Äpfel in die kleine Basis von janinesta (Selina). Sie war nicht amüsiert. Äpfel, Fische... was kam als Nächstes?
Dann begegnete ich Jens wieder am Brunnen. Der Freund von Thomas, den ich vor ein paar Tagen hier getroffen hatte.
Dieses Mal hatte kein Bär ihn erwischt, sondern ein Huhn.
Ja, wirklich! Ein Huhn.
Er hatte es gejagt und dann waren Zombies über ihn hergefallen.
WhiskeyMixer, der auch am Camp war, schenkte ihm ein NVG und ich brachte ihn nach Dolina zu seinem Freund.
Auf dem Weg durch Solnichniy hatte ich einen kurzen Anflug von Panik. Nicht, dass uns Wegelagerer auflauerten, aber es blieb ruhig.
Auf meinem Rückweg prüfte ich das dortige Camp, alles war an seinem Platz. Nur im Unterstand an der Straße lagen zwei Bandagen, die nicht steril waren.
Ich räumte sie aus, denn für Bambis waren sie gefährlich. Wundbrand war allgegenwärtig.
Etwas später fanden WhiskeyMixer und ich den weißen Ada wieder, der von den Chicks aus der Hochhaussiedlung gestohlen worden war.
In Elektrozavodsk, unweit ihrer geöffneten Basis. Wir sicherten ihn gemeinsam, denn ich wusste dass er E.C.H.O. gehörte.
Das verschlossene Tor war schnell überwunden und Whiskey öffnete es von der Innenseite, damit er das Auto nach draußen fahren konnte. Alles schien, als habe jemand gewollt, dass man das Auto leicht fand und damit schnell verschwinden konnte. Und im Kofferraum lag ein umgedrehtes V aus Kürbiskernen.
Ein Zeichen.
Ein Hinweis.
Veyr/\.
War es Veras Stash?
Oder hatte sie die Lagerhalle geöffnet, den anderen grünen Ada entwendet, ihr Zeichen hinterlassen und alles wieder verschlossen?
Oder war es jemand, der wollte, dass wir glaubten es sei Veyr/\ gewesen?
Niemand wusste es.
Aber das Gefühl im Bauch blieb ungut.
Whiskey vermisste "SCHIMMEL", seinen grünen Ada jedenfalls weiterhin schmerzlich.
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 und Locke brachten später den weißen Ada in E.C.H.O.S. Garage.
Ich hoffe, er freut sich.
Manchmal ist ein Auto nur ein Auto —
aber manchmal ist es ein Vertrauensbeweis und ein Dankeschön.
Ich hatte tagelang nach einer anderen roten Tür gesucht.
Nichts.
Als Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 und Locke von der Hochhaussiedlung zurückfuhren, suchten sie Autowaracks ab. "Ich helf beim Suchen. Ich finde dir eine!", sagte Locke voller überzeugung. Sueda lächelte. "Hab ich die letzten Tage auch schon probiert ohne Erfo - ". Dann brach sie ab.
Locke hob eine rote Sarka-Fahrertür in die Höhe.
"Hab eine!"
Manche Menschen haben echt Talent für sowas.
Wir dankten und suchten im Gegenzug für seinen schwarzen Gunter eine passende Türe, aber leider ohne Erfolg.
Scheint, als sei das Glück für diesen Tag schon aufgebraucht gewesen.
Ich kehrte ins Lager nach Prigorodki zurück.
Mit müden Knochen, aber einem ruhigeren Herzen.
Mit mehr Verständnis, als ich es am Morgen gehabt hatte.
Mit Wiedergutmachungen auf allen Seiten, echten Gesprächen und kleinen Zeichen der Hoffnung zwischen all dem Schutt der letzten Tage.
Und während draußen der Wind ums Kochhaus strich saß ich am Feuer, dankbar, dass es Tage gab, an denen nicht alles brach, sondern manchmal auch etwas heilte.
In diesem Sinne:
Bleibt vorsichtig
bleibt menschlich und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
es war einer dieser Tage, an denen man das Gefühl hat, dass die Welt um einen herum schon wach ist, bevor man selbst die Augen vollständig öffnen kann.
Ein Tag, der mit einem Funkspruch begann – und mit neuen Rätseln endete.
In der Nacht, als das Feuer längst heruntergebrannt war und die Schatten zwischen den Häusern von Prigorodki etwas dichter wirkten als sonst, bemerkte ich es beim Vorbeigehen:
In der Box beim schwarzen Brett lag eine REFUGE-Fahne.
Sorgsam gefaltet.
Daneben zwei Zeichen, gelegt aus Kürbiskernen — ein K und ein G.
Kallele und Greeny waren offensichtlich hier gewesen.
Ich blieb einen Moment stehen, die Hände auf dem Rand der Kiste, und atmete leise aus.
Ich erinnerte mich an meinen Briefwechsel mit Greeny.
Er hatte gesagt, er habe mir damals die Bambifahne bringen wollen — das geschenk von dem ich nicht wusste, was es war.
Ich hatte sie damals abgelehnt, weil man mir sagte, es sei keine Entschuldigung.
Und ein Geschenk ohne ein offenes Wort… war für mich nichts anderes als Bestechung oder Beschwichtigung.
Kalles Entschuldigung hatte ich angenommen.
Sie war aufrichtig gewesen, ohne Ausflüchte, Vorwürfe oder falsches Spiel.
Zwischen uns war alles wieder gut.
Aber bei Greeny…
da lagen die Dinge tiefer.
Er hatte lange mit uns am Camp gelebt, unsere Arbeit gesehen, unser Vertrauen geteilt — und dann mit seinem Verhalten mein Vertrauen tief erschüttert und vermutlich nicht verstanden, worum es mir eigentlich ging. Ich wollte seine Zusicherung, dass sich so etwas nie wieder wiederholen würde.
Er sagte, er verstehe meinen Wunsch nach Abstand.
Er würde ihn respektieren und die Camps achten.
Und doch lag nun diese Fahne in der Kiste mit seinem Buchstaben daneben.
Er erklärte mir später, es sei Kalle wichtig gewesen.
nur darum sei er mitgekommen und ich glaubte ihm das.
Vielleicht war das hier mehr sein Werk als Greenys.
Ich schätzte die Geste.
Vor allem von ihm.
Ich nahm die Fahne an mich, faltete sie neu und sauber, und legte sie in meine Kiste.
Dann löschte ich die letzten spuren des Lagerfeuers und ließ den Tag hinter mir.
Pinky meldete früh Schüsse aus der Richtung Chernogorsk.
Kommunikative Vanilla-Schüsse?
Zu unregelmäßig. Es waren nicht viele, aber genug, um dieses vertraute Ziehen im Bauch auszulösen, dieses „Da stimmt etwas nicht.“
Als ich schließlich am Camp eintraf, hörte ich schon E.C.H.O.s hastiges Tappen über den Funk.
Seine Art zu reden – oder nicht zu reden und uns trotzdem Dinge zu zeigen– war immer eine Mischung aus Rätsel, Warnung,
und einem einzigen großen, schweigsamen Fingerzeig.
„Er oder sie war hier“, lautete die Botschaft. „Veyr/\. Im Industriegebiet.“
Spuren zwischen der Hochhaussiedlung und dem Liebesnest. Spuren, die in den Nordwald in Richtung Pusta führten.
Und von dort?
Wahrscheinlich weiter nach gen Norden oder in Richtung Elektrozavodsk, aber Gewissheit gibt es in Chernarus selten.
Am Schwarzen Brett fand ich später das Zeichen:
ein umgedrehtes V –
und eine ruinierte Refuge-Fahne.
Ich hatte die Fahne in der Nacht noch in meine Kiste gelegt und wusste, dass sie noch unbeschädigt gewesen war.
Wollte Veyr/\ zwischen den Bananen und uns erneut Misstrauen schüren? Hatte sie es gewusst oder war es nur der Versuch gewesen, uns zu schaden?
War es eine Warnung an uns?
Eine Botschaft?
Ich wusste keine Antwort.
Aber die Stille in meinem Kopf fühlte sich plötzlich enger an.
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, Jannnik und Locke machten sich derweil auf, um E.C.H.O. aus Kamyshovo abzuholen.
Er war Veyr/\s Spur gefolgt, aber hatte sie dann wohl verloren und war von Zombies ordentlich verprügelt worden.
Unterwegs hatte Sueda "Lag Spikes" wie sie es nannte.
Trotzdem erreichten sie Kamyshovo, packten ein Fass ein und wollten E.C.H.O. zurück nach Prigorodki fahren.
Doch als Sueda die Fahrertür öffnete und einstiegen wollte, saß E.C.H.O. schon hinter ihrem Lenkrad.
In ihrem heiligen Sarka.
Dem Auto, das sie aus den Händen ihres Entführers, Diego Corvianus Virgu, zurückerobert hatte.
Dem Auto, das niemand außer ihr fahren durfte. ("Wenn das jemand schrottet, dann ja wohl ich!")
Dem Auto, das eine bewegte Geschichte hinter sich hatte und noch nicht einmal einen Namen...
Nr. 371 fauchte ihn an wie eine Katze, und E.C.H.O. ?
Still, aber nicht lebensmüde, stieg er aus.
Rannte los.
In den Wald.
Sueda hinterher.
Sie rief ihm nach, bot ihm an einzusteigen. Sie würde ihn mitnehmen aber er sollte halt nicht fahren.
Aber ich glaube, er hatte in diesem Moment einfach blanke Angst. Vor ihr und vor allem vor ihren Fahrkünsten und den "Lag Spikes".
Am Ende kamen dennoch alle wohlbehalten nach Prigorodki zurück.
Als der Abend sich über das Camp legte, tauchte E.C.H.O. wieder am Camp auf.
Nr. 371 und er grillten Fleisch mit den anderen und alberten herum,
und in einem dieser Momente stieß Sueda versehentlich mit der Dose an –
und traf E.C.H.O. mitten ins Gesicht.
Ein Schlag.
Unabsichtlich.
Ein einziger Sekundenbruchteil, in dem eine Freundschaft stolpert.
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 entschuldigte sich tausendfach, und E.C.H.O. warf sich auf den Boden, als wolle er um Gnade flehen oder möglichst wenig Angriffsfläche bieten.
Es war ein seltsames Bild und Suedas hysterisches Kuru-Gelächter machte es auch nicht besser.
Doch ich glaube am Ende gingen sie wieder freundschaftlich auseinander. Zumindest ist noch keine Akte über sie aufgetaucht...
Pinky meldete später erneut Schüsse aus Chernogorsk.
ninja2.00926 (UltrA) und Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371 machten sich auf den Weg –
und fanden im Industriegebiet einen Rucksack, eine Waffe
und schließlich @WhiskeyMixers grünen Ada.
Nicht zerstört, mehr verunfallt.
Aber die ganze Unfasstelle war seltsam. Als sei er platziert worden.
Sorgfältig.
Mit Absicht.
Im Kofferraum –
Kürbiskerne.
Das Zeichen, das Veyr/\ immer hinterlässt.
„Das ist ein Symbol“, sagte UltrA.
Whiskey meinte trocken: „Naja, wenigstens wissen wir jetzt,
dass er ein miserabler Autofahrer ist.“
Wir brauchten Reifen, einen Kühler und etwas Wasser.
Wie viele Leute braucht man aus Prigorodki um ein Auto zu reparieren? - Alle!
Und wie immer kamen sie: Ultra, Jammet, Jannnik, Pinky, später Whiskey und dakel.
Der Ada wurde geborgen.
Zumindest etwas ging heute gut aus.
Am Abend traf ich Hainsi in der Sauna.
Er stand da mit blutigen Händen, Fisch in der einen, ein Fleischermesser in der anderen.
Ich gab ihm Handwickel, er briet Äpfel.
Ja, richtig.
Äpfel.
In einer Sauna.
Das gibt's nur bei uns...
Fast hätten er den Fisch verbrannt, aber ich rettete ihn im letzten Moment aus den Flammen.
Sein Topf war ruiniert. Da musste man immer aufpassen.
Jannnik und dakel rasten währenddessen mit dem schwarzen Gunter durchs Dorf.
Sie hielten kurz an und stolz päsentierte mir Dakel seine winterliche Plattenweste. Er hatte sie sich aus der Basis der Chicks zurückgeholt. Sein Preis, den er für das "Black General"-Event bekommen hatte.
Ich besuchte später Davus Basis.
Sie war ordentlich zugebaut, und darin stand ein Auto,
das Schneeflocke ähnlich sah, aber keine Schneeflocke war.
Locke schaute am Camp vorbei, ich brachte ihn auf den neusten Stand.
Ich glaube, dieser Tag hat mir vor allem eines gezeigt:
Es gibt noch viele Dinge, die ich noch nicht weiß und die für mich keinen Sinn ergeben.
Ob ich jemals Antworten auf all meine Fragen bekommen werde?
Manchmal kann man Autos bergen,
Fische retten,
Wunden versorgen.
Und manchmal muss man ertragen,
dass es Fragen gibt ohne Antwort,
Feinde ohne Gesicht,
und Freunde, die gerade selbst nicht wissen, wohin sie gehören.
Ich hoffe trotzdem,
dass wir auch morgen wieder füreinander da sind,
trotz aller Zeichen im Dunkeln,
trotz aller Kürbiskerne,
trotz aller umgedrehten V....
In diesem Sinne:
Bleibt vorsichtig, passt aufeinander auf und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
es gibt Tage, da fließt die Zeit sanft wie ein ruhiger Bach.
Und heute? Heute wurde Normalität einfach überbewertet.
In der Nacht saß ich mit Pinky am Feuer.
Die Glut knisterte, der Himmel hing tief und schwer über uns,
und in einem dieser Momente, in denen man zu lange ins Licht schaut,
schien es plötzlich so, als blickte aus den Flammen ein Kobold zu mir hinüber.
Ein kleines Geisterwesen, verschmitzt, wach, unheimlich ruhig.
Bis ich feststellte:
Es war nur Pinky.
Natürlich war es Pinky.
Aber der Gedanke ließ mich leise schmunzeln –
in Chernarus kann selbst ein Freund im Feuerschein wie ein Dämon wirken.
ninja2.00926 (UltrA) stellte sich danach als „Versuchsobjekt“ zur Verfügung,
denn wir wollten herausfinden, ob granaten an Westen wirklich so harmlos geworden waren, wie wir hofften.
Für die Wissenschaft.
Ich lehnte ab, dass man direkt auf UltrA schoss.
Nicht, weil ich ihr nichts zutrauen würde – sondern weil ich keine tödlichen Experimente an Freunden dulde.
Ich habe schon genug Menschen sterben sehen.
Also schossen wir stattdessen auf eine leere Weste.
Und tatsächlich:
Wir lernten etwas über die verschiedenen Arten von Sprengstoffen und was sie anrichten konnten.
ninja2.00926 (UltrA) und Jannnik waren in dieser Nacht… nun.... auf Krawall gebürstet.
Ihre übliche Mischung aus Provokation und spielerischem Streit eben.
Ein Schubs, eine Herausforderung, fast wie ein „Komm doch!“ und ein „Mach doch!“
Und dann lag Ultra plötzlich tot auf der Straße, noch ehe ich verstand, was geschehen war.
Ob sie zuerst geschlagen hatte oder Jannik – wer wusste das schon.
Oft entscheiden Bruchteile von Sekunden darüber, ob ein Kampf in Lachen oder in Blut endet.
Dieses Mal war es Letzteres.
ninja2.00926 (UltrA) erwachte an der Küste und fluchte.
Sie hatte die begehrteste Blutgruppe erwischt: Null negativ.
Ein Segen und ein Fluch zugleich.
Ich schickte Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 und Locke los, um sie zu holen.
Beide brachten sie sicher nach Prigorodki zurück,
und UltrA tat, was man eben am Camp tut, wenn man diese Blutgruppe hat, die alle gebrauchen können: Sie spendete vier Beutel Blut.
Still.
Selbstverständlich.
Ohne ein Wort darüber zu verlieren.
Ich dankte ihr und verstaute die Beutel im Zelt.
Wenig später meldete WhiskeyMixer sich im Funk.
Erschossen.
Nördlich von Pusta, beim Polizeievent.
Sein Auto verschwunden.
Wegelagerer- Unsere altebkannten Wegelagerer, dessen war er sich sicher.
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 eilte hin, fand jedoch nur noch seine Leiche.
Sie war fast völlig ausgezogen. Daneben stand ein gelbes Fass und ein Rucksack voller Fleisch war ebenfalls achtlos auf die Straße geworfen worden.
Sie sicherte, was zu sichern war und brachte den Rucksack zurück nach Elektrozavodsk.
Dort traf sie auf einen Überlebenden im Zelt. Einen, der sofort die Waffe zog, als er ihr Kichern hörte.
„Kollege, nimm die Waffe bitte runter. Das macht mich nervös...", befahl sie.
Der Fremde reagierte und tat wie geheißen. Gut so, denn es war IcedCoffe (Erik).
Ein alter Bekannter und alles andere als ein aggressives Bambi.
Er hatte meditiert, wie er erkkärte. Zeit für sich genießen und war alleine umher gewandert, als er weiter nördlich erschossen worden war.
Wir fanden heraus: Das war WhiskeyMixer gewesen, der als Bambi dorthin geeilt war, weil er sein Auto dort vermutete.
Bei der "neuen" Bananen-Basis, der er vor einiger Zeit entdeckt hatte.
Er hatte den vermeintlichen Dieb gesehen und geschossen. Ein tragisches Missverständnis, doch reden war angesichts der Tatsache, dass wir es mit den Wegelagerern zu tun hatten keine Option gewesen. Zumindest anfangs nicht.
Währenddessen suchten Locke und Jannnik ebenfalls dort nach dem Auto.
Doch die Wegelagerer verhielten sich ruhig und nichts ließ darauf schließen, dass sie vor Ort waren.
Whiskey versuchte über Funk noch mit ihnen zu reden, lief um ihre neue Basis herum, aber Schweigen war die einzige Antwort.
Bis Greeny sich im Funkkanal meldete. Whiskey schilderte er habe süffisanz gefragt, wie es denn nun weitergehen solle mit seinem grünen Ada.
Sie selbst hätten ja kein Auto mehr und würden es gerne behalten. Doch Whiskey erwiderte: "Ich würde es mir schon gerne wieder zurückholen" und ich wusste, dass er das notfalls auch mit Sprengstoff und Munition tun würde.
Doch Whiskey war ein Mann der Ehre und so sprach man sich ab. Man wollte es als geplantes Gefecht austragen. Am Ende schlug Greeny einen Boxkampf vor.
Im Ring von Prigorodki.
Whiskey gegen Greeny - und der Gewinner sollte das Auto erhalten.
Eine ungewöhnliche Maßnahme, denn ich war der festen Überzeugung gewesen, beide Seiten brannten nur auf einen Kampf, aber offenbar hatten die ehemaligen banana Ops vor seinen Fähigkeiten im Schusswaffengebrauch Respekt und Greeny witterte eine Chance im Boxkampf. Er hatte bei der Eröffnung der Kneipe der Berezino Boys in der vergangenen Season eindrucksvoll demonstriert, dass er durchaus in der Lage war, auszuteilen. Doch auch Whiskey hatte schon gegen Niggo, Locke und Crippsy gekämpft und einige Siege vorzuweisen. Es schien spannend zu werden und man musste sich nur noch auf einen Termin einigen.
Locke hatte unterdessen seinen ersten Autounfall.
Kühler kaputt, zwei Reifen weg.
Er gab auf, warf eine Granate – und starb selbst daran.
Die Banana Ops interpretierten die Explosion als Angriff.
Natürlich.
In dieser Welt ist alles Angriff oder Flucht, doch was sie befürchteten blieb aus.
Schließlich entschied Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371, dass Locke sein Auto zurückbekommen sollte.
Sie holte ihn an der Küste bei Kamyshovo ab und fuhr mit ihm in Richtung Solnichniy, wo er und Jannnik das verunfallte Fahrzeug geparkt hatten.
Einen Reifen, einen Kühler und etwas Wasser und schon fuhr das Auto wieder. Locke brachte es wohlbehalten nach Hause.
Rio füllte währenddessen Solnichniy wieder auf – Dosen, Trinkwasserflaschen und was man sonst noch so brauchte.
Ich dankte ihm.
Solche Gesten sind wie Licht in einem dunklen Haus.
Klein, aber wichtig.
Am Ende des Tages tauchte Davus am Camp auf.
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 grüßte ihn mit ihrer unverkennbaren Kuru-Lache.
Er berichtete davon, dass seine Basis geradet worden war vor einigen Tagen und die anderen Bananen ihm beim Ausbau geholfen hatten.
Aber es war nicht viel entwendet worden.
Sie sagte ihm klar und offen: „Die Samariter waren das nicht. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer...“
Recht hatte sie. Wir hatten Frieden mit ihm geschlossen und hatten ohnehin nie Rache als Ziel gehabt.
Dennoch wussten wir, dass es einige Gruppen gab, die in letzter Zeit aufs Raiden aus waren.
So wie es aussah, glaubte er ihr und das war ein Anfang.
Schließlich zog er sich zurück und sie begab sich wieder zum Ort, an dem WhiskeyMixers Leiche gelegen hatte. Sie sicherte das Fass und trug den ganzen Weg durch die Nacht bis nach Prigorodki.
Es war ein Tag voller Missverständnisse, falscher Fährten und überraschender Menschlichkeit.
Ein Tag, an dem jemand Fehler machte
und dennoch versuchten, sie zu korrigieren.
Ein Tag, an dem jemand starb, wieder aufstand und weiterlief, weil er keine andere Wahl hatte.
Und vielleicht – vielleicht reichte das auch schon.
In diesem Sinne: Passt auf euch auf und auf eure Basen und Autos...
und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
Oh Junge, die sollen mal schneller ihre Abenteuer erleben, ich möchte wissen, wie es weitergeht… O.o
Äh, ich meine… Ich bin jetzt markierbar im forum. :3
Bin die Blutgruppe ja zum Glück wieder los ![]()