[SvC] Die Samariter von Chernarus

  • 💌 Herzensgrüße vom 30.03.2025 – Zwischen Zugevents, neuen Gesichtern und Feuerwerk


    Hallo ihr Lieben,


    habt ihr das heute auch gespürt? Chernarus lebt. Und wie!
    Das ging schon in der Nacht los. Über die Funkwellen wehen neue Gerüchte von Raids, die angeblich nicht hätten stattfinden dürfen – oder vielleicht doch? Die Wahrheit liegt wohl wie so oft irgendwo dazwischen. Immerhin: Die betroffenen Parteien haben sich zusammengesetzt und miteinander gesprochen. Ein Schritt in die richtige Richtung. Und nein, allem Anschein nach waren die Chicks dieses Mal nicht beteiligt. Das bestätigt meine Vermutung, dass es noch andere Gruppen in Chernarus gibt, die über die nötigen Mittel und Wege verfügen, um Basen zu plündern – Gruppen, die bisher unter dem Radar geblieben sind. Die Lage bleibt spannend.

    🛤️ Zugevents & gute Taten

    Heute drehte sich bei mir vieles um die begehrten Zugevents. Wir benötigen aktuell vor allem Fässer zur Lagerung, und so machte ich mich auf die Suche – leider ohne großen Erfolg. Aber immerhin: ein mittelgroßes Zelt wanderte in meinen Rucksack und fand gleich darauf seinen Platz in Nizhnoye. Im Grillhaus gibt es nun ein kleines Vorratszelt – natürlich gefüllt mit dem Nötigsten für hungrige Gäste.

    In Berezino traf ich erneut auf Chris (Bitwalker) und seinen Begleiter – ich nenne sie liebevoll die Berezino Boys, bis sie mir sagen, wie sie sich wirklich nennen wollen. Sie wirken nach wie vor aufgeschlossen aber auch tief entschlossen, ihr Zuhause zu verteidigen. Ich überreichte ihnen ein vierstelliges Zahlenschloss und etwas Draht für den Ausbau – kleine Bausteine für ein sicheres Heim.

    🛡️ Anspannung am Camp und Stimmuuung im Wahn

    Später in Prigorodki wurde es kurzzeitig ungemütlich. Pinky meldete von seinem Posten aus zwei bewaffnete Überlebende, die sich von der Küste in einem Boot dem Camp näherten. Erinnerungen an die letzte Season wurden wach und wie eine Gruppe von Vandalen den Seeweg zum Camp wählten und dort alles in Schutt und Asche gelegt hatten.
    Definitiv eine angespannte Situation. Daher reif ich auch die Campsicherung zur Hilfe, die zum Glück aber besonnen agierte.
    Denn gleichzeitig tauchte ein Bambi auf, und ich machte mich schnell auf den Weg, um zu verhindern, dass ein Missverständnis zu einem Unglück führt.


    Zum Glück klärte sich die Situation bald: Eine bekannte Stimme... Stimmuuung ! Und die beiden „Unbekannten“ waren niemand anderes als die Berezino Boys. Offenbar hatte Stimmuuung mit technischen Problemen oder geistigen Störungen zu kämpfen, denn er sprach wirr, rannte durch das Camp wie ein wilder Eber und verkündete schließlich, dass er nun „Heilung“ durch die beiden anderen fände. Ob Bug oder eine seltene
    Form des Wahnsinns – wir wissen es nicht. Jedenfalls: er erhielt seine endgütige Heilung, niemand kam weiter zu Schaden, und auch das Camp blieb heil. Also – alles gut.


    🧭 Der Freund meines Freundes...

    Beim Streifzug durch die Umgebung traf ich auf einen weiteren Überlebenden – wieder mit gezogener Waffe. Ich rief ihm zu, und er schoss nicht. Stattdessen stellte er sich als Markus vor – ein Kontakt der Schweizergarde, offenbar auf Anweisung von Plysim unterwegs. Ich zeigte ihm das Camp, erklärte ihm, wer wir sind und was wir tun. Er war gut informiert und zog bald wieder weiter. Es war eine ruhige, sachliche Begegnung – so, wie man sie sich öfter wünschen würde.


    🧰 Pannenhilfe vor dem Zugevent

    Später half ich @PropaGandalf und deco , ein paar Zelte und Fässer vom Zugevent bei Riffy zu bergen. Decos Sarka hatte wieder einmal technische Probleme – ein Kühler war fällig, den ich ihm lieh. Später bekam ich ihn zurück, samt Zündkerze und Batterie. Verlässlich, wie man ihn kennt. Ich schätze diese Art von Fairness sehr.

    Auf dem Rückweg schoss jemand aus Richtung des Zugevents in Elektrozavodsk auf mein Fahrzeug. Die Schüsse verfehlten glücklicherweise – ob sie ernst gemeint waren, lässt sich schwer sagen. Jedenfalls kam ich heil davon. Auch im Norden sollen wieder Raids stattgefunden haben, denn es wurden Schüsse gemeldet, die sehr an Raidschüsse erinnerten. Eine Nachfrage ergab, dass die Schweizergarde offenbar nicht darin verwickelt war. Und selbst wenn sie angegriffen worden wären (die Zeiten sind auch im Norden hart, wie ich hier gelesen habe), weiß ich, dass sie sich zu verteidigen wissen.


    🌌 Besuch vom "anderen" Chernarus

    Zurück in Prigorodki stellte ich mein Auto ab, zog die Zündkerze und machte mich ans Angeln. Die Nacht brach über das Camp herein und auf dem Rückweg hörte ich Schritte. Ich traf ich auf einen Besucher von "anderen" Chernarus – entgegen seinem eher schießwütgen Ruf ließ er mich am Leben, nahm sich lediglich etwas zu essen und Kleidung. Auch mein Auto blieb bei mir, obwohl er es wohl gerne mitgenommen hätte. Glück gehabt? Vielleicht. Aber auch das ist Chernarus. Jedenfalls ist auch er fair geblieben, soviel steht fest.

    🎇 Feierlaune und alte Erinnerungen

    In der Ferne blitzten Lichter auf – Chernogorsk wurde von einem kleinen Feuerwerk erleuchtet. Offenbar hatten die Chicks wieder etwas zu feiern. Vielleicht ein neuer Bauabschnitt? Vielleicht der bloße Umstand, am Leben zu sein. Gründe gibt es viele, doch sie brauchen keinen Grund wie es scheint.


    Und zum Abschluss holte ich Jay bei den Zugevents im Norden ab. Auf der Fahrt in den Süden sprachen wir über früher. Ich glaube, ein bisschen Heimweh nach Novo ist da immer noch in ihr. Ich kann’s verstehen. Das war schon eine besondere Zeit.


    Soweit ein ereignisreicher, aber alles in allem doch recht friedlicher Tag.


    Passt gut auf euch auf,

    achtet aufeinander – und auf euch selbst.

    Und wie immer: bleibt am Leben.


    gez.

    Herz-aus-Gold 💛

  • 💌 Herzensgrüße vom 31.03.2025 – Zwischen Lags, Verlust und ein bisschen Trotz

    Hallo ihr Lieben,


    manchmal spielte Chernarus einem seltsame Streiche – und heute war einer dieser Tage, an denen ich einfach nur den Kopf schütteln konnte. Über Lags. Über Kühler. Über Mauern. Aber auch über mich selbst.


    🧃 Ein Morgen in Cherno

    Der Tag begann mit einer kleinen Versorgungsrunde in Chernogorsk. Ich wusste, es war gefährlich, aber irgendwer musste ja Medikamente für Prigorodki besorgen. Schon am Krankenhausdach fiel mir ein Zombie auf – in einer sehr merkwürdigen Position. Ich kletterte also hoch, um ihm zu helfen (oder ihn zu erlösen). Doch bevor ich oben ankam, sah ich aus dem Fenster einen Fremden, der sich in einem der Lagerhäuser versteckte. Ich winkte – doch er reagierte nicht und verschwand schließlich in Richtung der umliegenden Hochhäuser.



    Etwas später fielen Schüsse in der Stadt. Ich packte meine Sachen und verließ Chernogorsk lieber rasch. In Prigorodki entdeckte ich zwei fremde Überlebende, die sich in Richtung Brunnen bewegten. Vorsichtshalber parkte ich mein Auto ein Stück entfernt, beobachtete sie und ließ sie schließlich ziehen. Sie hinterließen ein totes Huhn auf der Straße. Die Botschaft war deutlich. Vielleicht ein Zeichen der sogenannten „freien Chernarussen“? Zumindest war auch dieses Huhn nicht vergammelt und konnte entsprechend zubereitet werden, um hungernden Reisenden zu helfen.


    🚗 Lag #1 – Täglich grüßt Elektrozavodsk...

    Auf dem Weg nach Elektro passierte es dann: Mein erster richtiger Lag-Unfall. Der Kühler war hinüber. Also rumpelte ich mit dem kaputten, qualmenden Auto zurück nach Prigorodki, reparierte es, füllte es am Brunnen auf – und kaum war ich bereit, weiterzufahren, traf ich auf zwei freundliche mittelmäßig ausgestattete Bambis, die sich am Camp bedienten und auf der Durchreise waren.



    20250331192406_1.jpg


    🐣 Westreise mit Gesellschaft

    Ich bot den beiden eine Mitfahrgelegenheit nach Zelenogorsk an, wo ich ein Zugevent aufsuchen wollte. Vielleicht fand ich dort ja endlich ein Fass, um weitere Versorgungsgüter zu lagern.
    Leider war das Event nicht aktiv, aber ich ließ sie dort raus, verabschiedete mich freundlich und machte mich wieder auf den Rückweg Richtung Küste.


    🚗 Lag #2 – Der Chernolag schlägt zu!

    Tja, und wieder schlug der nächste Lag zu. Zweiter defekter Kühler des Tages. Keine Ersatzteile mehr. Ich fragte im Funk nach Hilfe – und die Chicks erklärten sich bereit, mir einen Kühler zu geben. Problem: Der Kühler lag in der Base. Ich war draußen. Und sie unterwegs. Uns trennten jede Menge Tore voneinander. Ravini bot an, ihn mir über den Zaun zu werfen – doch seine Wurfkünste waren, sagen wir… ausbaufähig. Beide Kühler landeten im Wassergraben. Ich sprang hinterher ins kühle Nass – aber keine Chance, sie zu bergen. Als ich versuchte, mich wieder an Land zu ziehen, war ich zu schwer. Also zog ich meine schwarze Plattenweste aus, auf die ich so stolz gewesen war – und sah, wie sie in hohem Bogen durch die Luft flog mit samt Inhalt im Wasser versank. Was war heute nur los?!
    All meine Bemühungen, die Weste oder die Kühler aus dem Wasser zu ziehen, schlugen fehlt.


    Ich saß frierend am Rand, nass, enttäuscht… und irgendwie auch traurig. Wie konnte es sein, dass Mauern und Tore am Helfen hinderten? Dass man als Außenstehende so wenig ausrichten konnte, wenn man selbst in Not war? Jay kam später mit Ersatzteilen – das war lieb. Aber der Verlust meiner eigenen, hart erarbeiteten Ausrüstung schmerzte dennoch. Nicht wegen des Werts ("Never love your loot") – sondern wegen dem, was ich auf mich genommen hatte, um an sie zu kommen.

    🎣 Ein Funke Trotz und neuer Vandalismus-Vorfall in Berezino

    Trotz allem: Ich musste mein Auto wieder flottmachen. Also schwamm ich den ganzen Weg zurück durch das kalte Wasser, kurierte eine satte Erkältung aus, füllte den Kühler, baute ihn ein – und fuhr weiter. Auf dem Weg sammelte ich noch Jay ein, denn ich wollte die Zugevents an der Küste abfahren und sie wollte ebenfalls in den Norden. Vielleicht sollte ich über ein Taxiunternehmen nachdenken.
    In Berezino packte ich vorsorglich zwei neue Kühler ein. Ich ahnte noch nicht, wie dringend wir sie bald brauchen würden…
    Und noch etwas war ganz und gar faul: Einer der Unterstände ist wieder abgebaut worden am Camp. Also weider ein Fall von Vandalismus am Camp! Leider hatte ich keine Zeit, ihn wieder aufzubauen. Aber ich frage mich, wer hier wieder sein Unwesen treibt.



    🚗 Lag #3 – Und noch einer... wieder mal Cherno.

    Ihr ahnt es sicher: Wieder ein Lag. Wieder in Chernogorsk. Wieder ein Kühler. Zum Glück hatte ich diesmal einen dabei. Also: Wagen repariert, weiter ging’s.


    🤝 Auf Friedensmission

    Ich fuhr nach Norden, um als neutrale Person zu bestätigen, dass die Wiedergutmachung zwischen Rheingauer und seinem versehentlichen Raider ordnungsgemäß erfolgt war. Alles war sauber – das konnte ich mit gutem Gewissen bezeugen. Jay untersuchte währenddessen einen Helicrash und schenkte mir als Dank ein Nachtsichtgerät. Nicht nötig, aber wirklich lieb. Tja und auf dem Heimweg passiert es dann erneut: Der Balota-Lag schlug kurz vor Chernogorsk nochmal voll zu und hinterließ uns zunächst bewusstlos und - ohne funktionierenden Kühler. So baute ich schließlich den letzten verbliebenen Kühler ein und endlich kamen wir nach einer abenteuerlichen Reise heil wieder in Chernogorsk an.


    🧭 Airfield-Abenteuer & Fetzi

    Abends entschied ich mich spontan zu einem Abstecher zum Airfield. Ja... gut. Mein Stolz... ich wollte einfach wieder eine schöne schwarze Plattenweste für mich finden. Das Problem: Ich war seit Jahren nicht mehr dort gewesen – mit Ausnahme des Chernarus Elefanten-Rennens (aka. "LKW-Rennens"). Es war riesig, verlassen und ehrfurchtgebietend. Ich fand einiges, aber leider keine schwarze Weste. Dafür eine Mine, die ich rechtzeitig entdeckte und spontan „Fetzi“ taufte. Ja, selbst gefährliche Dinge brauchen einen Namen.


    🛠️ Sarka in Nöten & Herz fast am Ende mit der Geduld

    Auf dem Rückweg versank dann mein Sarka in einem dieser gemeinen kleinen Bäche. Ich kämpfte fast 30 Minuten, baute ein Lagerfeuer, hebelte, schob – und bekam ihn tatsächlich wieder frei. Müde, erschöpft, aber erleichtert kehrte ich schließlich zurück nach Prigorodki im strömenden Regen. Passend zu meiner Laune... aber hay, auch als Samariter kann man mal einen schlechten Tag haben. Morgen wird bestimmt bessser!

    Abends hörte ich dann noch Schüsse oder war es eher eine Explosion aus Richtung Chernogorsk. Ob bei den Chicks alles in Ordnung ist? Ich hoffe, es war kein Raidversuch in ihrer Basis, denn auf weitere Taxifahrten hätte ich heute wirklich keine Lust mehr. Das hat mich heute schon zu viele Kühler gekostet.


    🌌 Fazit des Tages

    Drei geschrottete Kühler, zwei Kühler und eine schwarze Plattenweste im Meer versenkt, ein paar gute Gespräche und bei allem immer der Versuch, nicht zu verzweifeln.
    Manchmal ist das schon alles, was man erreichen kann – und trotzdem irgendwie genug.

    Und manchmal braucht man einfach nur Unmengen an Ersatzteilen im Kofferraum oder Freunde in der Gegend, um das Schlimmste zu verhindern. Mein "Teufelssarka" (denn dass der das alles überlebt hat, muss schon fast mit dem Teufel zugehen... so viele Schutzengel kann es nicht geben!) fährt noch und das ist die Hauptsache.


    Passt auf euch auf. Und wenn ihr heute ein kleines bisschen Wärme übrig habt, dann reicht sie weiter.

    Nicht alle haben ein Lagerfeuer.

    Bleibt am Leben


    gez.

    Herz-aus-Gold 💛

  • 20250402013636_1.jpg

    „I don't wanna start a fight, I always try to do what's right…“

    💌 Herzensgrüße vom 01.04.2025 – Kein Aprilscherz aber neue Pläne

    Hallo ihr Lieben,

    heute hätte alles ein Scherz sein können. Aber leider war nichts davon zum Lachen. Naja vielleicht doch... ihr kennt das ja.



    🛤️ "Neutrale Zone der Begegnung", "Pufferzone mit Herz" oder eher "Checkpoint Herz"?

    Weil alle Zugevents an der Küste wie vom Erdboden verschluckt waren, entschied ich mich für einen weiteren Ausflug nach Zelenogorsk. Irgendwo mussten die Fässer ja sein! PropaGandalf nahm ich in die Richtung mit. Er redete immer wieder etwas von Geschäftsidee, Getränken und sonstigen Sachen. Ziemlich wirr, wenn ihr mich fragt, aber so ist er manchmal. Jedenfalls haben wir das Angenehme wieder mit dem Nützlichen Verbunden und Taxi gespielt. Was soll ich sagen? Trotz meines Lag-Pechs am Vortag gab's heute keinerlei Probleme und dann kam ausgesprochenes Loot-Glück dazu.


    In Zelenogorsk warteten sogar ganze drei Fässer auf mich. Für mich war das ein deutliches Zeichen.


    Denn wenn die Auffangcamps an der Küste immer weiter unter Druck geraten und mein altes Lager der massiven Expansion der Chicksbase weichen musste, dann wurde es Zeit, andere Standbeine aufzubauen:

    Einen neutralen Ort. Eine Zone der Begegnung. Eine Puuferzone mit Herz, könnte man sagen. Sowas wie "bis hierher und nicht weiter" oder so.
    Nicht als Gegenpol, sondern als Korridor. Ein Platz, an dem man sich auf Augenhöhe begegnen kann und zwar mitten in Chernogorsk.


    Und ich wusste sofort, wo: Die alte Kneipe gegenüber der Chicks-Base am Kanal – die rostige Axt.


    Dort, wo einst Geschichten erzählt und Gläser gehoben wurden, wollte ich einen Samariter-Posten errichten. Kein Bollwerk, kein Machtanspruch. Sondern mehr ein Rastplatz, ein offenes Ohr. Ähnlich wie die Kiste mit den Snacks beim Denkmal, nur gemütlicher. Das kommunizierte ich sogleich auch den Chicks und jayphiiyo wollte das Gebiet respektieren. Ob es klappt? Wir werden sehen. Es liegt auf jeden Fall an jedem von uns.


    🎨 Blau, blau blüht der Enzian?

    Ach, und dann war da noch etwas: In Zelenogorsk habe ich – ein wenig spaßeshalber – ein blaues Barett aufgesetzt, das ich gefunden hatte. Und… ja, ich glaube, Blau steht mir. Erinnert mich fast an die alten Zeiten, als ich mit einem Blauhelm durch die Gegend gelaufen bin.




    Da inzwischen gefühlt jede zweite Gruppe mit weißen Armbinden unterwegs ist, und meine Jungs ohnehin meist Bambifahnen oder gar keine Armbindentragen, habe ich mich entschieden, umzusteigen auf Blau – wie die Refuge-Fahne, die ja schon in Berezino und Prigorodki weht. Ein kleiner Farbtupfer und vielleicht erkennt man mich dann auch etwas schneller wieder. Das Beret were ich aber vermutlich wieder ablegen. Sieht schon etwas albern aus, war aber ziemlich witzig.

    🛥️ Begegnung auf See und vorsichtige Schritte

    Während ich also mitten in Chernogorsk zu bauen begann, machten sich Jammet, Pinky und s-tlk mit dem Boot auf in Richtung Prigorodki. Unterwegs sichteten sie ein anderes Boot mit mindestens einem Fremden an Bord. Die Lage war angespannt – beide Lager schauten sich wachsam an. Doch es fiel kein Schuss. Nur Blicke, und vielleicht ein Hauch von Respekt und "Ich will hier ganz schnell wieder weg".

    🚧 Inspektion des Bauvorhabens

    Die Samariter rückten schließlich zu Fuß bis vor die Chicksbase vor – nicht als Drohung, sondern um meine kleine Baustelle zu inspizieren. Aber auch die Chicks bauten kräftig aus, und das machte beide Seiten vorsichtig. Ich begleitete meine Freunde bis ans neue Tor des Hühnerstalls, wo uns eigenwillige Musik empfing – irgendwie schräg, irgendwie passend aber fürchterlich laut. Es folgte ein kurzer Austausch mit einem kleinen Tauschgeschäft. Und dann sahen sich die Jungs unser Lager und die Eckkneipe an. Zustimmung. Die anderen Samariter waren sehr angetan vom neuen "Außenposten", also Prigorodki inmitten von Chernogorsk.


    Ich machte mich an die Arbeit. Fenster wurden verriegelt, Türen gesichert. Nicht, weil ich uns abschotten wollte – sondern um deutlich zu machen, dass dies kein Ort des Schießens, sondern des Schutzes sein soll. Immerhin wird das ein neutaler Korridor und keine Schießbude. Das gilt übrigens für beide Seiten!

    Achja und falls sich jemand wundert: Nicht alle Samariter sind in Rot oder Grün unterwegs und manchmal braucht es leider einfach auch die Rückendeckung, wie die Vorfälle der vergangenen Jahre zeigen.
    Aber nach den ganzen Überfällen sind wir wehr- und vor allem standhaft. Mit dem Unterschied, dass wir immer zuerst das Gespräch suchen, bevor geschossen wird. Dafür stehen wir. Das war schon immer so und wird sich auch nicht ändern. Selbstschutz geht schließlich vor in diesen harten Zeiten, aber bisher sind wir ganz gut gefahren und die Leute da draußen werden bestätigen können, dass wir nicht leichtfertig mit Waffen umgehen. (Von diversen legendären Warnschüssen mal abgesehen...aber wir haben seit dem gelernt.)


    🧭 Noch ein Hinweis:

    Dann kam noch ein Hinweis von AndiX , dem Sprecher von El Patron. Offenbar ist eine neue Gruppierung aufgetaucht, diesmal mit schwarzen Armbinden. Wer sie sind? Noch weiß ich es nicht. Doch sie scheinen organisiert zu sein. Achtet auf sie – und aufeinander. Wir werden sehen, ob sie Freund, Feind oder keines von beiden sind.



    Passt auf euch auf.
    Redet weiterhin miteinander. Schießt nicht zu schnell.

    Und bleibt bei allem, was ihr tut, menschlich und am Leben.


    gez.
    Herz-aus-Gold
    💛

  • 20250402233859_1.jpg

    💌 Herzensgrüße vom 02.04.2025 – Zwischen Hoffnung, Verlust und neuen Farben


    Hallo ihr Lieben,

    manche Tage in Chernarus beginnen mit einem Funken Hoffnung, nur um dann mit schwerem Herzen zu enden. Heute war so ein Tag.


    🌱 Ein Ort für Begegnung

    Schon am Morgen stand fest: Der Ausbau der kleinen Eckkneipe „zur rostigen Axt“ in Chernogorsk sollte weitergehen. Nicht als Frontposten, nicht als Mahnmal, sondern als Zeichen für Begegnung. Ein Ort für Gespräch, für das Miteinander auf Augenhöhe. Dank jayphiiyo Spende – ein paar Schleifsteine und eine blaue REFUGE-Fahne – konnte ich den Fahnenmast endlich in Angriff nehmen.


    Gemeinsam mit Black Lion holte ich schwere Steine von der Küste, schlug Holz und begann mit dem Aufbau. Leider machte uns ein technischer Fehler einen Strich durch die Rechnung. Ich musste den Masten abbauen und an anderer Stelle neu aufbauen – was bedeutete: viele der Steine gingen verloren, und ich musste sie erneut besorgen. Das kostete Zeit, Nerven – und Energie. Doch am Ende flatterte sie endlich im Wind: die blaue Fahne der Zuflucht.




    🚗 Ein herber Schlag

    Zurück in Prigorodki befüllte ich die Vorräte, ehe ich mich auf den Weg zu einer Fässertour machte. Jay fragte, ob ich sie im Norden abholen könnte, also nahm ich ihren roten Sarka, beladen mit Versorgungsgütern. Unterwegs wollte ich die Lager in Solnichniy, Berezino und Nizhnoye auffüllen. Doch schon bei unserer Garage an der Küste wurde ich jäh aus dem träumerischen Alltag gerissen: sie war aufgebrochen worden. Und schlimmer noch – Hikarus blauer Gunter war verschwunden.




    Der Verlust traf mich unerwartet. Nicht nur, weil wir ein Fahrzeug verloren hatten – sondern weil es zeigte, dass selbst wir Samariter inzwischen Ziele von Raubzügen werden. Pinky hatte vor Tagen schon Fremde dort beobachtet… vielleicht waren sie es. Vielleicht nicht. Aber der Schmerz bleibt. Und die nagenden Fragen nach dem Warum. War es eine Aktion "alter Bekannter"? War es eine Racheaktion, weil ich einer Gruppe oder Fraktion geholfen hatte, die jemand nicht mochte? War es einfach ein Gelegeneheitsdiebstahl, weil unsere Garage einfach nur minimalen Schutz bot? Fragen über Fragen, aber keine Antwort und auch keine Aussicht darauf, den Gunter zurückzubekommen. Doch das Schicksal meinte es gut.



    🛠️ Ein Hoffnungsschimmer auf vier Rädern

    In Elektrozavodsk fiel mir ein weiterer roter Sarka auf – frisch gespawnt. Ich erinnerte mich, dass El Patron kürzlich einen solchen verloren hatte. Ich funkte AndiX an und tatsächlich: es war ihrer. Ich versprach, ihn flottzumachen und sicherzustellen. Auch wenn ich ihn selbst gern behalten hätte – so kurz nach dem Verlust unseres Gunters – wusste ich, dass das Richtige war, ihn der Gruppe zu übergeben. Besitz verpflichtet und ich hatte gerade wahrlich genug Verpfichtungen um die Ohren, auch ohne ein weiteres Fahrzeug. Ich werde den roten Sarka "Hoffnung" nennen.


    🍂 Ein weiterer Rückschlag in Nizhnoye

    Solnichniy war ruhig. Ich befüllte das Lager, alles wie immer. Doch in Nizhnoye dann der Schock: das Lager war – bis auf drei Zelte – komplett zerstört worden. Wieder. Ich weiß nicht, wer so etwas tut. Oder warum. Da war sie wieder, die Frage nach dem Warum. Langeweile? Wut? Gleichgültigkeit? Rache? Ich habe keine Antwort, aber davon lasse ich mich nicht beeirren.

    Ich atmete durch. Nahm das Material aus dem Sarka – ein paar gegerbte Felle – und baute die Unterstände erneut auf. Es tat weh. Nicht nur wegen der Arbeit, sondern wegen der Erinnerungen. Schon einmal hatten solche Übergriffe das zarte Band der Hoffnung zerschnitten. Ich will nicht, dass sich das wiederholt.



    👥 Rückkehr und neue Begegnungen

    In Berezino war alles in Ordnung. Ich holte Jay in Riffy ab, fand sogar ein Fass beim Zugevent – und dann, zurück in Elektro, tauschten wir die Fahrzeuge. Ich machte den roten Sarka wieder fahrtüchtig und stellte ihn sicher bei der rostigen Axt unter. Morgen soll Andi ihn abholen. Ich bin froh, ihm etwas zurückgeben zu können.



    💭 Zum Schluss...

    Der Tag war lang. Die Zweifel nagen. Wer hat den Gunter gestohlen? Wer zerstört unsere Lager?

    Doch während ich durch die Straßen von Cherno fuhr, vorbei an der leise wehenden blauen Fahne, spürte ich wieder ein kleines Stück Hoffnung.

    Möge dieser Ort – unsere „rostige Axt“ – zu einer Brücke werden. Zwischen Lagern. Zwischen Menschen.


    Bleibt wachsam. Bleibt freundlich. Und bitte – bleibt am Leben.


    gez.

    Herz-aus-Gold 💛

  • 💌 Herzensgrüße vom 03.04.2025 – Dunkle Stunden und Lichtblicke

    20250404013609_1.jpg



    Hallo ihr Lieben,


    Im Morgengrauen gab es wieder einen Raid – und zwar einen ziemlich... „medienwirksamen“, wenn ich das so sagen darf. Dieses Mal traf es niemand Geringeren als die Chicks in Action. Verantwortlich zeichnete sich Peter der Miese ( Cone ) , der sich öffentlich dazu bekannte. Zwischen Symbolbildern, explosiven Aktionen und einer Predigt am Schluss fand ich eine Botschaft. Er meint, er habe Chernarus einen Gefallen getan, indem er Besitz vernichtet und Strukturen zerstört hat.

    Aber Hand aufs Herz: Ist Zerstörung wirklich ein Weg, den wir gehen sollten?

    Zeigt es nicht eher einmal mehr, dass nichts sicher ist, dass alles beliebig werden kann?


    Ihr kennt mich. Ich konnte noch nie etwas damit anfangen, in Basen einzubrechen oder Besitz zu stehlen. Und erst recht nicht mit blinder Zerstörungswut. Selbst ein herrenloses Fass am Wegesrand würde ich stehen lassen, wenn ich ahne, dass es jemandem gehört. Mag naiv klingen – aber für mich ist Respekt eben keine Verhandlungsmasse und Vertrauen muss sich verdient werden. Offener und ehrlicher Respekt ist auch keine Frage der Sprengkraft.


    Wie ich erfahren habe, war auch eines unserer Fahrzeuge von der Zerstörtungswut betroffen: Hikarus blauer Gunter. Ich hatte gestern davon berichtet.
    Nachdem er wieder aufgefunden worden war, hatten die Chicks sich bereit erklärt, ihn über Nacht in ihrer Basis zwischenzuparken. Tja und nun ist er Geschichte.

    Für uns war es leider eben kein Ehrendienst, sondern ein echter Bärendienst, den der Freiheitskämpfer uns da unwissentlich erwiesen hat. Das war wohl ein Preis, den er bereit war einzugehen. Nur ist das mit dem Wissen so eine Sache: In Chernarus ist oft vieles nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint.


    In Anlehnung an seine kleine Bibelstunde fällt mir da ein Zitat des Johannes ein: "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen."

    Lasst uns gemeinsam dafür einstehen, dass unsere Taten weiterhin gut sein mögen und nicht durch die Irrungen und Wirrungen verwaschen werden.


    Wenn Peter glaubt, „zu viel Besitz“ sei das Übel, verstehe ich seinen Frust irgendwo. Aber wann wird es „zu viel“? Wenn ein Bambi bei uns einen Verband in einem Unterstand mit lauter Verbänden findet? Wenn ich alles an medizinischem Material, das ich finde oder das gespendet wird in unsere Unterstände packe? Ist das auch "zu viel"?

    Ich fürchte, wer glaubt, dass nur Zerstörung Probleme löst, wird am Ende nur mehr Trümmer hinterlassen – und nichts, was uns weiterbringt.


    Natürlich respektiere ich, dass Peter seine Aktion verteidigt – so wie wir verteidigen dürfen, woran wir glauben und wofür wir stehen, auch wenn wir von anderen dafür belächelt werden.

    Wir sind nach wie vor freundlich zu jedermann und mir ist es egal, welches Armband getragen wird, sofern auch wir mit dem gegebenen Respekt behandelt werden und eben nicht mit einer Packung 9x19mm oder Ähnlichem.


    Die Chicks in Action haben unsere Lager mehrfach unterstützt, Versorgungsgüter gebracht und Überlebende zu den Camps geführt, während andere einfach weggesehen oder geschossen hätten.

    Vielleicht haben sie manchmal mehr geliefert, als die Camps aufnehmen konnten. Vielleicht sind wir bei vielen Dingen nicht immer einer Meinung.

    Aber sie haben geholfen – mit Taten und nicht nur mit Worten. Meiner Ansicht nach hat es niemand verdient, dass sein Hab und Gut über Nacht zerstört wird.


    Übrigens gibt es viele helfende Hände da draußen und das rechne ich euch allen hoch an. Vielen Dank an jeden Einzelnen von euch, der manchmal auch still und heimlich die Camps befüllt, Essen spendet, die Felder bewirtschaftet oder einfach nur am Camp ist oder Fremden den Weg weist. Ich sehe es oft und freue mich darüber. Danke auch für jedes friedliche Gespräch am Feuer.
    Besonders nach so schweren Schlägen, wie wir sie die Tage erlebt haben, sind diese Dinge ein steter Quell der Kraft.

    Von ganzem Herzen: Danke! <3

    💭 Trotz allem: Es gab Lichtblicke

    Wo wir gerade bei Lichtblicken sind: Die Schweizergarde – vertreten durch Kommandant Plysim und Vize-Kommandant stadelgetto – stattete der rostigen Axt einen Besuch ab.

    Gemeinsam genossen wir etwas geräuchertes Fleisch (leider kein Bündnerfleisch…) und stellten schnell fest: StAdelGetTo hatte sich eine fiese Infektion zugezogen. Selbstverständlich nicht durch das Essen! Es handelte sich um den gemeinen Wundbrand aber zum Glück konnte ich mit den richtigen Medikamenten helfen. Nach einem Besuch der kleinen Kneipe-Toilette, einer ausgewogenen Mahlzeit und einem Aufenthalt vor dem warmen Feuer war er wieder auf den Beinen.



    Die Garde zeigte sich beeindruckt von der gemütlichen Atmosphäre der neutralen Zone. Sogar jayphiiyo von den Chicks in Action schaute kurz vorbei und legte vor dem Eintreten demonstrativ ihre Armbrust ab. Eine schöne Geste und so konnte wir ungezwungen einige Worte austauschen. Neutral, aber auf Augenhöhe. Vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer: Es geht also doch: Gespräch statt Gewehrlauf.

    Doch draußen brodelte es weiter und die Garde berichtete, dass auch im Norden nie wirklich Ruhe einkehrt und die Zeiten hart sind.



    🏴‍☠️ Action am Rand

    Im Süden kam es zwischen El Patron und einem Versorgungskonvoi der Chicks zu einem Schusswechsel. Zum Glück konnte alles geklärt werden.

    Am Abend traf ich AndiX an der Basis der Chicks und übergab ihm den roten Sarka, den ich für seine Gruppe am Vortag flottgemacht hatte. Er bedankte sich herzlich – eine kleine Geste der Zusammenarbeit.



    Weiter westlich hingegen hatte Rheingauers Piratencrew (also die Crew vom Rheingauer! ) weniger Glück: Ihr Lager wurde überfallen, und eine schwarze Olga verschwand. Trotz schneller Unterstützung durch die Chicks konnten die Täter entwischen. Aber die Olga wurde an einem Spawnpunkt wiedergefunden, also vielleicht wurde sie beim Angriff auch zerstört.

    Ich plane, ihm bald ein paar neue Schlösser zu bringen – sicher ist sicher.


    Und auch im Osten war nicht alles ruhig:

    Bei KYS wurde in der Nacht ein LKW entwendet. Erste Berichte deuten darauf hin, dass die Tschechen wieder im Land sind. Es gibt bereits erste Sichtungen. Aber auch hier wurde der Raid durch helfende Hände wohl vereitelt.

    🚗 Und zum Schluss: Das Bambi-Mobil kehrt zurück! Vielleicht...

    Ich nutzte die Gelegenheit für einen Abstecher von Prigorodki über Berezino nach Novodmitrovsk – einmal quer durchs Land. Und tatsächlich sorgt Novo noch immer für seine Kinder: Ich konnte einen roten Gunter im Industriegebiet flottmachen, der dort wohl gespawn ist. Er ist zwar nicht blau – aber vielleicht freut sich Hikaru trotzdem. Und wer weiß, vielleicht wird der kleine Rote ja das neue "Bambi-Mobil", so wie damals.




    Fässer. Zelte. Fahrzeuge.

    Sie sind nützlich, ja.

    Aber sie sind nicht das, was eine Gemeinschaft ausmacht.

    Man baut keine Welt auf verbrannter Erde.

    Man baut sie auf Vertrauen.

    Aber das ist momentan schwerer zu finden als jedes Fass in Chernarus.

    Mit oder ohne Explosionen.


    Passt auf euch auf. Haltet zusammen. Und bleibt am Leben.


    gez.

    Herz-aus-Gold 💛

  • 💌 Herzensgrüße vom 04.04.2025 – Ruhe im Herzen, Sturm da draußen

    20250404220637_1.jpg


    Hallo ihr Lieben,


    heute war einer dieser Tage, die still und ruhig erscheinen – und doch spürt man unter der Oberfläche das Brodeln. Wenn man dann einmal einen Blick vor die Tür wirft, hinaus aus dem eigenen Garten, dann sieht man, dass da draußen längst ein Sturm tobt.


    Es war ein Tag voller Kontraste, denn während ich die Sonne über Prigorodki untergehen sah, braute sich draußen eben jenes Unwetter aus Überfällen, Verlusten und erhitzten Gemütern zusammen.



    🚨 Entwendeter KYS-LKW wieder aufgetaucht

    Im Morgengrauen erreichten mich erste Nachrichten: Der entwendete LKW der Gruppe KYS wurde gefunden. Jemand hatte ihn achtlos in der Nähe vom Balota Airfield abgestellt, und die Chicks in Action konnten ihn zurückführen. Es gab keinen Kampf, keine Gegenwehr. Der LKW stand einfach da, beschädigt durch Einschüsse an der Frontscheibe und dem Motor und mit drei Fässern an Board sowie jeder Menge Baumaterial – PropaGandalf hatte wohl in der Nacht zuvor auf den flüchtenden LKW geschossen und getroffen, doch die Räuber waren entkommen. Sie hatten das Gefährt dann wohl in Balota abgestellt.

    Warum ist unklar, aber er stand dort definitiv nicht lange.


    Und ich? Ich räumte unsere kleine Eckkneipe „Zur rostigen Axt“ in Chernogorsk auf, nichtsahnend, dass draußen in Chernarus schon wieder ein neuer Brand schwelte.


    🛻 Ein Herz aus Munition

    Nach getaner Arbeit entdeckte ich etwas Merkwürdiges in meinem Auto: Jemand hatte mit Munition ein Herz in den Kofferraum gelegt.

    War es eine Botschaft? Ein Scherz? Ein Zeichen?

    Vielleicht hat jemand mein Auto gefunden und sich einen kleinen Spaß erlaubt – oder es war tatsächlich ein ehrliches Zeichen der Sympathie. Das Symbol bewegt mich. Doch warum ausgerechnet Munition? Gerade ich, die doch Gewalt und Waffen so sehr meidet, aber beginnt sie als notwendiges Übel der Verteidigung zu begreifen. Vielleicht lag die Munition schon länger dort und ich hatte einfach vergessen, sie in das Eventfass zu lagern. Oder jemand hat sie mir dort ins Auto gelegt?



    Ein seltsames Gefühl überkam mich. Natürlich weiß ich, dass unsere Verstecke längst kein Geheimnis mehr sind. Doch solange niemand sie mutwillig zerstört oder uns ernsthaft schadet, werde ich weiterhin auf das Gute in den Menschen hoffen. Und wer weiß? Vielleicht werde ich eines Tages genau diesem Unbekannten begegnen und ihm mit diesem Auto helfen, das er stehen ließ und nicht gestohlen oder mutwillig zerstört hat – denn so funktioniert unsere kleine Welt hier draußen: Irgendwann schließt sich der Kreis wieder. Für den Moment bin ich dankbar, dass ich mein Auto noch habe.



    🍖 Ein friedliches Lagerfeuer

    Am Camp angekommen, traf ich auf Pinky. Gemeinsam grillten wir Schweinesteaks, denn das Lager brauchte dringend frische Vorräte und Pinky war reichlich vom Jagdglück gesegnet worden.

    Dann plötzlich: Ein gelber Sarka fuhr aus Richtung Elektrozavodsk am Camp vorbei. Kein Hupen. Kein vereinbartes Signal; Fremde. Vorsichtig, aber offen trat ich auf die Straße und winkte. Das Auto hielt an. Drei Überlebende stiegen aus – freundlich und ohne Feindseligkeit. Sie sprachen Englisch und stellten sich als die zurückgekehrte Gruppe aus Tschechen und Slowaken heraus, die sich nun MISA nennen. Unsere Kontakte waren zuvor eher oberflächlich gewesen, aber am Camp hatten sie sich stets überwiegend respektvoll verhalten.



    Doch mir waren auch die Geschichten zu Ohren gekommen, die sich im Norden zugetragen hatten: Diebstähle, Überfälle und Baseraids gegen KYS und ein weiteres Duo. Ich spürte, wie ich innerlich zerrissen wurde zwischen meiner Abneigung gegenüber solchen Handlungen und dem Verständnis, dass in dieser Welt leider allzu oft nur das Recht des Stärkeren gilt und viele daran festhalten. Ich versuchte diese Gedanken bei Seite zu schieben und im Moment zu leben. Sie waren jetzt hier, am Camp. Und am Camp ist jeder willkommen, der unsere Lager und Arbeit respektiert. Egal, welche Armbinde getragen wird.

    Wir unterhielten uns kurz, dann fuhren sie weiter in Richtung Westen. Zurück blieb ein seltsames Gefühl: War ich zu nachsichtig? Oder einfach nur menschlich? Oder hatte ich gerade richtig gehandelt?



    💬 Schüsse in Balota

    Später zeigte ich unserem Besucher Cliffz die Spawnpunkte für Bretter in Prigorodki, als Black Lion und Pinky mit unserem schwarzen Gunter zurückkehrten und Schockierendes berichteten:

    Sie waren unterwegs auf ihrer Versorgungstour auf dem Rückweg nahe Balota beschossen worden – konnten aber zum Glück mit dem Schrecken entkommen.

    Niemand wusste Genaueres: Weder die Piraten von Balota ( Rheingauer! ), noch die Chicks oder KYS konnten etwas dazu sagen. Das Misstrauen wuchs, und mich quälte erneut das Gefühl der Ohnmacht: wieder einmal nicht helfen zu können. Wenigstens waren meine Jungs sicher heimgekehrt und konnten ihre Versorgungstour zu den Bambizelten starten.




    ⚠️ Zerstörung des Partyzelts in Elektro

    Doch leider erreichte mich bald darauf eine weitere schlechte Nachricht von Kanu und Pinky: Jemand hatte das Partyzelt in der Scheune von Elektrozavodsk entfernt. Wieder eine sinnlose Zerstörung, die mich tief traf. Wer tut so etwas? Und warum? Es war doch nur ein Ort, der anderen Zuflucht und Versorgungsgüter bieten sollte. Langsam scheint sich diese Spirale des Vandalismus immer schneller zu drehen, und es tut weh, das mitansehen zu müssen.


    Während Pinky und Kanu weiter unterwegs waren, um die Unterstände in Kamyshovo wieder aufzufüllen, beobachteten sie ein kleines Schlauchboot mit drei Überlebenden an Bord. Es fuhr in der Nähe von Kamyshovo an der Küste entlang Richtung Elektrozavodsk. Wer waren diese Leute? Wo kamen sie her und was hatten sie vor?


    Zumindest schienen sie nicht feindlich gestimmt, denn es fiel kein einziger Schuss. Dennoch lässt mich der Gedanke nicht los: Noch mehr Unbekannte, noch mehr Fragezeichen in diesen ohnehin schon angespannten Zeiten. Hoffen wir, dass sie in friedlicher Absicht unterwegs waren.



    🕯️ Eine Nacht am Feuer

    Ich spendierte Prigorodki einen weiteren Unterstand für die vielen Knochen, die wir aus der Jagdbeute gewonnen hatten, und stellte Knochenmesser her. Anschließend bereitete ich mich auf die Nacht vor, bastelte Fackeln und saß lange am Lagerfeuer. Ein Bambi, vermutlich einer von MISA, kam vorbei, nahm sich eine Fackel und etwas zu essen, dankte kurz und verschwand wieder in der Dunkelheit.



    Einmal hörte ich noch Schritte – doch niemand zeigte sich. Vielleicht war es nur der Wind. Vielleicht auch ein zögerndes Bambi, das zwischen Angst und Vertrauen schwankte.




    🏘️ Aufmerksamkeit für Elektrozavodsk

    Am Morgen beschloss ich, nicht untätig zu bleiben. Ich konnte das Partyzelt zwar nicht ersetzen, aber dafür baute ich am Camp dort zwei neue Unterstände – einen für Essen und einen für Seile, Leder und Jutebeutel. Zwei Schafe kreuzten meinen Weg und landeten ebenfalls auf dem Grill. Damit war Elektro wieder gut aufgestellt. Auf dem Weg zurück sah ich an der Tankstelle dann noch die Leiche eines Bambis. Offenbar war jemand mit seinem Spawnpunkt nicht zufrieden gewesen... Ich bestattete die sterblichen Überreste fachmännisch in einer Seebestattung. Möge er Frieden finden.


    Müde, aber zufrieden kehrte ich nach Prigorodki zurück.



    🚩 Nachtrag aus Balota

    Wie ich später erfahren sollte, hatten die Chicks in Action unseren Bericht über den Beschuss von Pinky und Kanu sehr ernst genommen und die Gegend um Balota noch am gleichen Abend untersucht. Dabei stießen sie auf eine Basis von MISA, die wohl kürzlich erst eingerichtet worden war. Berichten zufolge wurde zunächst seitens der CIA versucht, zu den Basenbesitzern Kontakt aufzunehmen und mit ihnen zu reden statt zu raiden, aber es kam dann zu einem heftigen Gefecht zwischen den Chicks und MISA, bei dem letztere offenbar empfindlich getroffen wurden. Das erklärte dann auch die Anwesenheit des Bambis an unserem Camp, das wohl einer der Gefallenen gewesen sein musste. So schließt sich auch dieser Kreis – und dennoch bleibt ein ungutes Gefühl in meinem Bauch zurück.

    Gewalt zieht immer Gewalt nach sich, ein Kreislauf, den eigentlich niemand wirklich gewinnen kann.


    Für die einen ein weiterer chaotischer Tag voller Verluste.

    Für mich war es ein Tag voller kleiner Dinge – wie das Herz aus Munition und die Tatsache, dass meine Freunde heil aus dem Beschuss gekommen sind.


    Und ja, ich hadere oft mit mir selbst:

    Ich verurteile Gewalt und Raubzüge zutiefst, und dennoch verstehe ich irgendwie die Verzweiflung jener, die zu solchen Mitteln greifen. Die Welt ist nicht mehr, wie sie einmal war – sie ist rau, brutal und oft ungerecht. Doch gerade deshalb versuche ich, zuzuhören und zu verstehen, aber ich komme oft aus dem Verurteilen nicht heraus und dann bricht sich meine Empörung Bahn.

    Zu viel habe ich schon erlebt und der Schmerz sitzt tief.


    Aber solange es noch kleine Zeichen der Menschlichkeit gibt, wie das Herz im Auto und hungrige Bambis da draußen auf Hilfe angewiesen sind, solange bleibe ich hier.


    Mit Hoffnung im Gepäck, einem Platz am Feuer und einem offenen Ohr für alle, die es brauchen.



    Bleibt am Leben, passt auf euch auf und verliert nicht den Glauben daran, dass es trotz allem noch Gutes gibt.




    gez.

    Herz-aus-Gold 💛

  • 💌 Herzensgrüße vom 05.04.2025 – Die Hoffnung stirbt zuletzt

    20250405171617_1.jpg



    Hallo ihr Lieben,


    heute war einer dieser Tage, an denen kleine Nadelstiche tief sitzen und mich beinahe ratlos zurücklassen. Aber von Anfang an...

    🐟 Besuch in Prigorodki

    Pinky berichtete mir heute Morgen, dass Thorsten erneut am Camp war. Es scheint ihm gut zu gehen und er schlägt sich wacker alleine durch. Doch leider stellte mein Samariterkollege dabei fest, dass unser Lager in Prigorodki nicht so gut gefüllt war, wie angenommen. Vor allem Essen und Verbände fehlten uns dringend. Irgendjemand hatte sich ordentlich bedient in der vergangenen Nacht.
    Ich machte mich also auf den Weg ins Krankenhaus nach Chernogorsk, um unseren Vorrat wieder aufzufüllen.

    🩹 Rückschlag im Krankenhaus

    Dort angekommen, traf mich direkt der nächste kleine Schlag: Jemand hatte den Unterstand mit der Kleidung hinter dem Krankenhaus zerstört. Die übrigen Unterstände standen unversehrt und ordentlich nebeneinander. Pinky versuchte mich noch aufzumuntern, witzelte etwas von schlechter Kleiderauswahl und vermutlich sei der Unterstand aus Frust abgebaut worden, aber ich konnte nicht wirklich lachen. Es sind diese kleinen, sinnlosen Akte der Zerstörung, die mich ermüden.



    Doch ich gab nicht auf, richtete die Unterstände neu aus und stellte sicher, dass die Leiter aufs Dach wieder zugänglich war.

    Nachdem alles wieder ordentlich stand, packte ich Medikamente und Verbände zusammen und machte mich auf den Rückweg nach Prigorodki.

    🎣 Fischräuchern mit Pinky

    Zurück im Camp ging ich mit Pinky fleißig zum Fischen. Gemeinsam verbrachten wir eine angenehme Zeit am Wasser. Später räucherten wir unseren Fang, und das Lager in Prigorodki war endlich wieder gut gefüllt.


    👗 Nachschub für Berezino

    Anschließend fuhr ich nach Berezino und dort sah alles in Ordnung aus, auch wenn die Kleiderauswahl natürlich auch hier nicht die beste war. Aber in Zeiten wie diesen greift man eben auch mal zum rosa Kragenkleid, wenn nichts anderes da ist. Ich hinterließ etwas frisch geräucherten Fisch, um wenigstens den Hunger der Vorbeiziehenden zu stillen, und trat dann den Rückweg zur Eckkneipe „zur rostigen Axt“ an.


    🚨 Notfall in Zelenogorsk

    Gerade, als ich in der Eckkneipe angekommen war und die nächsten Bauarbeiten plante, erreichte mich ein Notruf: Andi, Joni und Dave von El Patron waren in Zelenogorsk in einen heftigen Lag geraten und dabei ums Leben gekommen. Ausgerechnet Zelenogorsk – der Ort, der für mich praktisch eine absolute Todeszone darstellt. Doch die Jungs brauchten dringend Hilfe, und so zögerte ich nicht lange.

    Ich schnappte mir das rote Bambimobil, nahm Pinky und Jammet noch ein Stück weit mit und holte anschließend die drei frischen Überlebenden an der Küste von Solnichniy ab. Angespannt, aber sichtlich erleichtert, stiegen sie ein und unsere Fahrt begann.


    In Balota hupte ich kräftig, um den Rheingauer auf uns aufmerksam zu machen – nicht, dass er noch dachte, wir wären feindlich gesinnt. Prompt meldete er sich kurz darauf über Funk und fragte nach, ob wir das gewesen seien. Am liebsten hätte er geschossen, doch zum Glück tat er es nicht. Wir passierten sein Revier friedlich und erreichten schließlich Zelenogorsk.

    Andis Jubelschrei, als wir sein Auto fanden, brachte mich trotz aller Anspannung und allem Zittern (immerhin musste ich uns vier heil durch sämtliche Lags manövrieren und wohlbehalten durch die Todeszone bringen...) zum Schmunzeln: „Die Hoffnung lebt noch!“ Ich erkannte sofort, dass er meinen Brief gelesen und den roten Sarka liebevoll ebenfalls „Hoffnung“ genannt hatte. Ein lsutiges Wortspiel, aber überaus passend.

    Ich versorgte „Hoffnung“ mit ausreichend Wasser und die Jungs spendierten ihr einen neuen Kühler. Auch wenn vieles von ihrem Loot verloren war – die Hoffnung hatte überlebt.


    🛟 Ein weiterer Passagier

    Auf dem Heimweg von Zelenogorsk kam ich noch an einem Helicrash vorbei und nahm eine Plattenweste sowie Feldwesten für die Camps mit. Granatwerfer und Waffen ließ ich liegen – schließlich verschieße ich höchstens Teddybären.

    Kurz vor Balota entdeckte ich dann noch einen Überlebenden, der sich als Freund vom Rheingauer entpuppte. Selbstverständlich nahm ich ihn mit und setzte ihn sicher in der Nähe seines Ziels ab.


    🏚️ Zurück an der rostigen Axt

    Zurück in Chernogorsk angekommen, stellte ich noch schnell einen zweiten Unterstand auf und lagerte einige Kürbisse zum Trocknen ein. Die Nacht brach herein, und während ich den Tag Revue passieren ließ, hörte ich irgendwo in der Ferne noch ein paar Schüsse – vermutlich kleinere Scharmützel. Doch für mich und die Samariter blieb der Tag glücklicherweise friedlich.

    🕊️ Fazit des Tages

    Heute wurde mir wieder bewusst, wie nah Hoffnung und Verzweiflung beieinander liegen. Raids, Zerstörung, sinnlose Gewalt und Unfälle – und doch sind es oft gerade die kleinen Gesten, die uns wieder Mut schöpfen lassen.


    Fehlende Unterstände hin oder her; so lange es Leute gibt, die beispielsweise ihr Auto liebevoll „Hoffnung“ nennen, gibt es für mich keinen Grund aufzugeben.

    Passt auf euch auf, verliert nie die "Hoffnung" ;)


    gez.

    Herz-aus-Gold 💛