Berezino – Stille, Benzin & Kugeln
Es ist eine Weile her, seit dem letzten Newsletter. So vieles ist passiert. Gutes und auch nicht so gutes.
Man sagt, wenn es in Chernarus ruhig wird, dann plant entweder jemand etwas... oder es ist schon zu spät.
Im Moment ist es – und das sagen wir mit einem mulmigen Gefühl – relativ ruhig.
Natürlich, hier und da kracht mal eine Salve, jemand schreit "Bandit!", oder ein Zombie bekommt kurzzeitig Karriereambitionen. Aber im Großen und Ganzen: Ruhe. Und genau das macht uns nervös.
Neulich hatten wir einen seltsamen Vorfall: Eine kurze Belagerung unserer kleinen Base. Merkwürdig organisiert. Koordiniert fast. Als hätten da Leute gestanden, die wussten, wie wir ticken.
War’s ein Überfall?
War’s ein Missverständnis?
Oder war’s nur der schlimmste Überraschungsbesuch seit der letzte Kerl dachte, er kann bei uns „nur mal kurz gucken“?
Ich weiß es nicht. Aber mein Bauchgefühl sagt: Das waren keine Fremden...
Während wir uns also wieder mit typisch Chernarussischer Paranoia einrichten – halb entspannt, halb nervös, immer mit einer geladenen Waffe neben der Zahnbürste – fällt auf: Herz ist weg.
Nicht „weg“ im Sinne von „gekidnappt“ – sie ist ... weg. Einfach weg. Ihr letzter Bericht lässt blicken, dass sie so schnell nicht wieder kommt. Aber, sie hat sich die Ruhe verdient. Sofern sie Ruhe hat.
Es hat irgendwas mit Morthana zu tun. Wir hoffen sehr, das es ihr dort auch gut geht. Sollten wir erfahren das ihr Leid zugefügt wird ... werden wir sie finden.
Aber so wie es aussieht, geht es ihr wohl gut. Körperlich. Wie es ihrer Seele geht, können wir nicht beurteilen. Aber wir hoffen sehr das sie sich wieder selbst findet.
Wir gönnen’s ihr. Wirklich.
Aber ihre charmante Stimme fehlt, ebenso das melodische Pfeifen, mit dem sie zuverlässig Horden von Untoten vor ihr Auto lenkte.
Wir vermissen sie… es ist einfach nicht dasselbe.
Aber anstatt in Nostalgie zu versinken, dachten wir: Nutzen wir die Zeit sinnvoll.
Und so kam es, dass wir beschlossen, die alte Kneipe in Schuss zu bringen.
Der Bau sah aus, als hätte ein Erdbeben einen Streit mit einem Traktor gehabt. Jämmerlich – höchste Zeit für ein Makeover.
Mitten in der Arbeit kam dann der legendäre Moment:
Jannik – seines Zeichens Mann für’s Grobe – beschloss:
„Ich geh mal eben Dampf ablassen.“
Wir so: „Mach keinen Krawall.“
Jannik so: „Krawall? Ich? Niemals.“
Die Tankstelle so: "BOOM"
Ein Feuerball. Rauch. Der Sound von „Oh nein“ in Dolby Surround.
Und dann: Peng.
Ein Schuss.
Jannik fällt.
Tot.
Ruhe.
Man könnte sagen, er bekam seine Quittung schneller als ein schlechter Restaurantkritiker.
Die Stille ist verräterisch. Fühl dich niemals sicher.
Mit Wut im Bauch sammelte er seine Sachen ein und zog los, den Übeltäter zu suchen.
Held oder Hitzkopf – das klären wir später.
Und so geht das Leben weiter.
Mit trügerischer Ruhe.
Mit Kneipensanierung.
Mit Explosionen, Schüssen, Selbstfindung und Gulaschgefühlen.
Ein (fast) ganz normaler Tag in Berezino.
Ihr alle da draussen, geniesst die Ruhe ... solange sie noch ist ... es wird ganz sicher wieder rauer werden.
Die Berezino Boys
BEREZINO BOYS - SCHUNKLER