🖋️ Einsatzbericht Nr. 371 vom 26.06.2025
Hallo, hallo? Ist das Ding an...?
Tja... wo soll ich anfangen. Was für ein Dreckstag...
Herz-Aus-Gold war schon seit Sonnenaufgang unterwegs. Fässer sichern, Blut spenden, Grillen, Fässer schleppen. Jannik an ihrer Seite, wie immer hilfsbereit und transportierte das letzte Fass mit seinem Auto.
Ich war derweil in Berezino unterwegs, näher am Wald als am Lager.
Herz schien zufrieden. Sogar beschwingt. Ihr Tonfall im Funk war einer, den man selten zu hören bekam. Dieser "Komm-lass-uns-mal-wieder-die-Welt-retten"-Modus.
Naja und wer Herz kennt, weiß: Wenn sie so redet, zieht das Chaos meist schon die Stiefel an.
Herz am Feuer
💱 Verhandlungen und Prinzipien
Dann kam die Sache mit (MISA) ROB Rob. Herz-Aus-Gold wollte den roten Gunter zurück – Herbert, wie janinesta (Selina) ihn liebevoll getauft hatte. Es tat wirklich weh zu hören, wie sehr sie unter seinem Verlust litt und Herz wusste, dass NiggoB nie verhandeln würde. Er hatte seinen Stolz, aber ihr war auch klar, dass es einem Höllenkommando gleich kam, ihn mit Gewalt zu befreien.
Also meldete sie sich beim Anführer von MISA. (MISA) ROB Rob und bat um die Freilassung von "Herbert". Rob war natürlich total überrascht. Er wusste nichts von einem Kriegsgefangenen namens "Herbert". Sie erklärte, dass es um das rote Auto ging und stieß auf Verständnis.
Rob legte Bedingungen vor. Zwei davon waren zähneknirschend akzeptabel. Die dritte? Nein. Niemals. Da stieg sie aus, keine faulen Kompromisse.
Herz war keine Figur auf einem Schachbrett.
Pinky brachte es knurrend auf den Punkt: "Wir verhandeln nicht mit Terroristen." Herz meinte zwar, dass MISA keine Terroristen seien (Naja zumindest ein Großteil nicht, wenn man von Mejt absah...), aber sie wusste, was Pinky gemeint hatte. Man wollte sich nicht erpressbar machen und so beschloss sie, über den Austausch nachzudenken.
Außerdem sprachen die beiden wohl noch über den gestrigen Vorfall am Camp in Prigorodki. Zum Glück verstand (MISA) ROB , dass die Samariter nichts mit dem Schuss des Snipers auf das Auto zu tun gehabt hatten.
Ich dachte nur: Während andere auf große Hose machen, steht Herz einfach da und ist halt.. Herz. Und das reicht. Aber das reicht eben auch, damit man irgendwann im Fadenkreuz landet.
💊 Mario, Timo und....der „blöde Tussi-Typ“?!
Nachmittag dann: Mario. Herz-Aus-Gold traf ihn auf dem Feld.
Wundbrand, natürlich.
Fortgeschritten, war ja klar.
Herz seufzte im Funkkanal. Warum war es eigentlich immer Wundbrand? Und zur Krönung hatte der Patient auch noch Cholera. Sie brachte ihn ins Camp, reichte ihm alles, was sie hatte – Tetra, Kohletabletten, die ganze Palette. Sein Kumpel Timo stieß dazu. Zwei erschöpfte Gestalten, aber freundlich.
Und dann kam Alex. Herz erkannte die Stimme sofort und rief im Funkkanal "Leute, das glaubt ihr nicht! Das ist der "blöde Tussi"-Typ von gestern!"
Ich glaube ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass sie ihm am liebsten gezeigt hätte, was eine "blöde Tussi" mit einer Blaze anrichten kann. Aber gut... es war Herz. Sie atmete durch und bliebt freundlich. Am Ende lachten beide über das gestrige Erlebnis. Er hatte halt unbedingt sterben wollen. Wäre er mal mir begegnet. Das hätten wir ganz schnell regeln können. Ich sag nur: "Teleport, please..."
No hard feelings. Die Gruppe war dankbar und blieb freundlich.
WhiskeyMixer kam in seinem Auto vorbei, warf etwas Fleisch auf den Grill und leistete ihnen Gesellschaft.
Am Ende überlebte Mario. War zwar knapp, aber sie brachte ihn durch. Und die drei zogen weiter.
Herz blieb zurück. Mit dem Gefühl, dass sie manchmal mehr verzeiht, als Chernaurus bereit ist zu vergeben.
Mario mit Timo und Alex in Prigorodki
⛪ Teddybären mit Beigeschmack
vonBausch und Nickel kamen ins Camp. Nickel mit einem rosa Teddybär in der Hand und dem Titel "Erzbischof Nickolus" für sie beide auf den Lippen. Kein Witz. Herz-Aus-Gold begrüßte die beiden, aber ich hörte im Funk dass die Stimmung zunächst angespannt war. Sie fühlte sich heute nicht sicher und der Ton des Erzbischofs Nickolus ( Nickel) ließ nichts Gutes erhoffen. Das hier war kein Besuch, das war ein diplomatischer Drahtseilakt mit einem Touch von Religiösität.
Der Bär, die weiße Armbinde. Nickel sprach es nicht aus, aber insgeheim wusste Herz-Aus-Gold, dass er die Samariter vielleicht verdächtigte, diesen Bären nach dem Raid hinterlassen zu haben. Herz sprach ruhig, aber bestimmt und erzählte den beiden Vertretern der Kirche von Morthana von Tabasko und Charly117 . Von alten Zeichen, falschen Spuren. Von Leuten, die lieber Teddybären in geraideten Basen hinterließen, als nachhaltige Spuren.
Die beiden glaubten ihr.
Dann kam etwas, das man auf diesem Fleckchen Erde selten sieht: Einsicht. Nickel gab zu, dass der Angriff auf Berezino vor einem Tag aus ihren Reihen kam. Unkoordiniert, aber real. vonBausch sagte nur: "Das Problem hat sich verdüngt." Ich dachte an das Feld, an den Schuss, den ich abgegeben hatte. Ja, klar... verdüngt......
Sie brachten eine Sanitärtasche mit REFUGE-Fahne. Und den Teddybären als Zeichen der Anerkennung. Herz-Aus-Gold nahm beides an und beide versicherten, sie würden die Camps im Notfall auch mit ihrem Leben verteidigen. Sie dankte ihnen herzlich für das Angebot.
Dann wurden noch ein paar Worte gewechselt. Irgendwas mit Undank von den Leuten in Berezino, aber da Jannik nun auch als Bambi wieder am Camp vorbeischaute, konnte das gleich gemeinsam gelöst werden und am Ende haben sie wohl irgendwelche heiligen Tomaten gegessen. Natürlich wieder ohne mich. War ja klar.
Offizieller Besuch der Kirche von Morthana in Prigorodki
Tja und dann wollte beide wieder fahren. Jannik fragte nach einer Mitfahrgelegenheit, aber die beiden lehnten ab. Und da entschied Herz, ihn heimzubringen. Eine verhängnisvolle Entscheidung.
🚗 FIN IN DOMO TUA
Herz-Aus-Gold fuhr mit Jannik los. In ihrem geliebten Sarka – HOFFNUNG 2.0. Sie wollten helfen. Natürlich.
Jannik kam heil an seiner Basis an. Doch vor seiner Tür: Menschenfleisch. Ein Zeichen? Von der Kirche? Oder doch wieder ein makabrer Gruß von Charly117 und Tabasko?
Herz-Aus-Gold fuhr allein weiter. Richtung Khelm.
Und dann sah sie ihn.
Ein Bambi wurde am Heuhaufen von Zombies attackiert.
Herz – wie sie eben war – hielt an. Rief: „Hi! Brauchst du was?“
Der Überlebende winkte. Aber als sie näherkam, rannte er los, als würde ihn der Teufel persönlich verfolgen.
Noch einmal fragte sie: „Do you need something?“
Er antwortete. Auf seine Weise. „Ich hätte gerne ALLES!“
Ohne Worte.
Mit gezogener Flinte.
Der erste Schuss zerschlug das Rückfenster.
Sie rief noch "Don't shoot, please!" aber der zweite Schuss traf sie direkt in den Hinterkopf.
Ohne Warnung. Ohne Chance.
Dann: Dunkelheit.
Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits tief im Nordwald, als der Notruf kam.
Was danach geschah, war chaotisch.
Das Dröhnen des Motors hallte von der Straße über mir. Der Täter fuhr tatsächlich mit dem gestohlenen Sarka von Herz bis zum Jägercamp.
Ich setzte mich in Bewegung – sofort.
Black Lion und Jannik ebenfalls. Letzterer vergaß vor lauter Eile sogar, seine Basis abzusperren. Aber fürs Umkehren blieb keine Zeit.
Black Lion musste eine laufende Bambiversorgung in Solnichniy abbrechen, um zu helfen.
Gemeinsam suchten wir das Gelände ab.
Ich wurde angeschossen – meine Schulter brannte.
Wir verloren ihn nicht sofort. Black Lion erwiderte das Feuer.
Aber es war, als hätte der Schütze einen Pakt mit dem Nebel selbst geschlossen: Er traf uns nicht richtig – und wir trafen ihn nicht.
Jannik war es, der ihm zu nahekam.
Fast stolperte er über ihn – und zahlte dafür mit seinem Leben.
Dann richtete der Fremde die Waffe auf mich.
Der Schuss traf meine DMR. Ich rannte.
Black Lion feuerte erneut. Doch es reichte nicht. Am Ende entkam der Schütze.
Aber wir hatten wenigstens etwas zurückgewonnen.
Black Lion fand HOFFNUNG 2.0 – unversehrt.
Und Jannik, der später erneut aufbrach, fand Herz’ Rucksack.
Ein kleines Stück von ihr.
Ein Zeichen: Sie war nicht vergessen.
Und doch – Prigorodki war plötzlich still.
Als hätte jemand das Licht gelöscht.
Zwischenfall in Berezino
Ich dachte an Silas, an die Worte die Herz den letzten Tag so verfolgt hatten.
Fin in domo tua.
„Das Ende ist in deinem Haus.“
Vielleicht meinte er keinen Ort.
Vielleicht meinte er sie, Herz selbst.
Diese offene, hilfsbereite, beinahe naive Art, jedem die Hand zu reichen – selbst, wenn sie längst zur Faust geballt war.
Vielleicht war genau das ihr Verhängnis geworden.
Eine bittere Lesart, aber vielleicht nicht ganz falsch.
Doch eines weiß ich sicher:
Herz-Aus-Gold ist zäh. Sie kommt wieder.
Sie ist ein Prinzip.
Und Prinzipien – wahre Prinzipien – fallen nicht so leicht.
Sie verschwinden nicht mit einem Schuss.
Sie war das verdammte Gegengift zu all dem hier – und sie wird alles daran setzen, zurückzukehren.
Nach Prigorodki.
Mit der passenden Blutgruppe im Gepäck.
So wie sie eben ist.
Bis dahin sollten wir versuchen, die Camps einigermaßen in Ordnung zu halten.
Nicht, dass sie heimkommt und erstmal alles wieder putzen muss...
Nr. 371 - Ende.
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