🖋️ Einsatzbericht Nr. 371 vom 20.07.2025 - Prigorodki brennt. Innen wie außen.

"Hallo, Hallo? Ist das Ding an?"
Klar, man kann sagen: Das war halt Pech.
Wenn man bereit ist, alles andere auszublenden – die Muster, die Warnzeichen, das hässliche Kribbeln im Nacken kurz vor’m Knall.
Wenn man bereit ist, das Realitätslevel so weit runterzudrehen, dass ein schwerbewaffnetes Dreierteam zu friedlichen Besuchern werden.
Aber was da an dem Tag durch den Funkkanal geschossen kam – das konntest du dir nicht mal zusammenfantasieren, wenn du drei Tage ohne Schlaf das Lager bewachst und dabei Pilze aus dem Westwald lutschst.
Ich meld mich zurück. Nicht, weil ich’s geil finde, sondern weil Herz-Aus-Gold es nicht mehr kann.
Also bitte – wer soll's sonst machen? Der spirituelle schweigende Haus- und Hofmeister Silas etwa?
Wohl kaum.
Also los. Keine Gnade, kein Filter, kein Schnickschnack. Nur das, was war in meinem unverblümt lieblichen Ton.
🧨 Erst Berezino, dann MISA: Wenn reden auch nicht hilft
Angefangen hat’s – wie so oft – mit einem Knall. Oder eher: einer Explosion direkt vor der Haustür der Berezino Boys.
Bitwanted meldete Alarmstufe Rot. Schon wieder.
Und ich sag’s euch: Der hat so nervös gefunkt, man hätte meinen können, sie hätten ihm gerade live ein Fass voller Nachtsichtgeräte und Nägel aus seiner Base weggetragen.
Verständlich. Wenn dir alle zwei Tage einer ins Heim einbricht, wird selbst das Umsortieren von Konserven zur Nervenprobe.
Und ich? Funke zurück. Mit dem Einzigen, was mir geblieben ist: schwarzem Humor.
Immerhin – Bitwanted feuerte Warnschüsse, der Eindringling rannte.
Kleiner Sieg im großen Chaos. Gibt schlechtere Startbedingungen.
Aber Chernarus wäre nicht Chernarus, wenn’s dabei geblieben wär.
Denn dann kam die nächste Bauchlandung: Herz’ Gespräch mit (MISA) ROB.
Sie sprach von einem Kampf um einen LKW, von Schüssen vor dem Camp, von Leuten in weißen Armbinden, die auf Unbewaffnete Samariter geschossen und ihnen das Auto geklaut hatten.
Und Rob? Der winkte ab. „Nonsense.“ Vielleicht war’s auch „Bullshit.“ Keine Ahnung.
Nehmt eins, schmeckt beides gleich.
Er sagte, sie hätten schießen müssen.
Weil sie ja immer beschossen würden.
Herz versuchte, wie immer, das Beste rauszuholen.
Sie bat ihn sogar, seine Sicht der Dinge schriftlich zu geben, damit sie das in ihren Berichten richtigstellen könne.
Ihr kennt ihren Ton. Freundlich. Verständlich. Die Sorte Gesprächsführung, bei dem sich selbst ein pyromanisches Huhn mit Wutproblem entschuldigen würde.
Aber Rob schwieg.
Und trotzdem – Herz verteidigte ihn vor den anderen.
Noch immer.
„Er ist ein guter Anführer.“
„Er muss einen Sturm im Zaum halten.“
Ja. Klar. Herz halt.
Der Schriftwechsel war am Ende so fruchtlos wie ein Apfelbaum im Apfelhain von Berezino.
Aber was blieb, war diese eine Aussage: „Der Angriff war notwendig. Man hatte keine Wahl.“
Und Herz? Antwortete trocken: „Man hat immer eine Wahl.“
Natürlich hat man die.
Man hat immer die Wahl, nicht auf Leute zu schießen, die nur Kleidung verteilen wollen.
Man hat die Wahl, ein gestohlenes Auto zurückzugeben.
Oder halt nicht.
Aber was man einmal hat... das gibt man in Chernarus offenbar lieber nicht mehr her.
Die alte Weisheit „Haben ist besser als brauchen.“ Greift noch immer – Mahlzeit.
👑 Königin Selina und der letzte gute Moment
Wenigstens janinesta (Selina) sorgte mit ihrem heiteren Gemüt für etwas, das man in Chernarus fast schon nostalgisch Normalität nennen könnte.
Also… Chernarus-Normalität.
Sie tauchte in Prigorodki auf, nannte sich mittlerweile „Königin Selina“ – bestand aber nicht mal richtig drauf. Ich schätze, das war eher so eine Mischung aus Respekt, Überlebenshumor und wirklich schräger Gruppendynamik. Neue Welt, neue Titel, alte Probleme.
Herz-Aus-Gold drückte ihr jedenfalls ein königsblaues Sanitäter-Outfit in die Hand. „Samariter in Blau.“, sagte sie grinsend.
Klang wie ein Cocktail oder ein Dessert – schmeckte aber, wie so vieles hier, nach Verantwortung.
Und wie groß diese Pflicht an dem Tag noch werden würde, ahnte sie nicht.
Sanitäteroutfit für helfende Hand Selina
Zusammen mit Silas, Pascal/Ikarus und Herz-Aus-Gold ging’s nach Chernogorsk.
Nägel, Werkzeuge, ein paar Verbände – die klassischen Zutaten für jede Menge looten.
Fast idyllisch.
Wenn man es ignorieren konnte, dass „Idylle“ hier meist das Vorspiel für Blut war.
Silas verschwand im Industriegebiet.
Herz meinte nur trocken: „Der kommt schon klar.“
Ich dachte mir: Joa. Hoffentlich besser als das letzte Bambi, das dort verschwand und nie wieder als Ganzes gesehen wurde.
Man kam am Krankenhaus und der rostigen Axt an. Dort fand die Gruppe Pilze im Unterstand. Ob die da ein einschlägiger Pilzjunkie hinterlegt hatte? Gut möglich.
In Chernogorsk
Auf dem Rückweg nahm Selina dann den Weg über die Tankstelle und traf auf einen Fremden.
Allein, aber freundlich und ruhig. Er stellte sich vor als: Ein friedlicher Wanderer.
Klar. Weißt du, wie die anfangen, die dich später erschießen?
Genau so.
Wenn ich eins gelernt hab, dann dass in Chernarus oft "friedlich" gleichbedeutend ist mit "ich schieß erst, wenn du nicht hinguckst."
Aber trotzdem stand er da, der Fremde.
Als wäre das hier nicht Prigorodki, sondern eine verdammte Wanderung im Donautal.
Man hätte die Szene einfrieren können und als Hoffnungsschimmer titulieren können.
Aber Chernarus lässt keine Hoffnung einfrieren. Es bringt sie eher zum Kochen.
Und dann blutet sie aus.
Denn diese Begegnung – harmlos, banal, beinahe süß – war der Prolog.
Für das, was noch kommen sollte.
Blutig.
Persönlich.
Vielleicht auch verräterisch.
Selina und der friedliche Wanderer
🚤 Motorboot = Düsterer Vorbote
Dann kam das Funkgewitter.
Herz-Aus-Gold war auf dem Rückweg im Sumpf, hörte einen Bootsmotor.
„Ein Motorboot in Prigorodki. Drei Leute. Geared.“
Sie rannte los, zurück Richtung Camp.
Und murmelte dabei: „Wie früher bei Henrik und Shizo und Whomba...“
Dunkle Erinnerungen an schlechte Tage.
Sie wies janinesta (Selina) an, mit Silas in den Nordwald zu fliehen. Sie hatte absolut kein gutes Gefühl bei der Sache.
Der Nordwald... wir sollten ihn nach diesem Tag umbenennen in Mordwald.
Herz-Aus-Gold zog mit ihnen, deponierte Blaze und 3 Packungen Nägel im Busch – als hätte sie es geahnt.
Und dann Herz im Funk: „Ich lauf zurück ins Camp.“
Selina: „Du musst da nicht rein...“
Herz: „Doch…“
Und ich schwöre, dieses „Doch“ klang, als würde sie es sich selbst einreden. Es war so bedeutungsschwanger... als würde sie sich mit diesem "doch" unbedingt vergewissern wollen, dass sie es noch konnte.
Sie wollte zeigen, dass sie es noch konnte, dass sie sich noch traute.
Fremde Leute ansprechen, ohne Vorbehalte. Hilfe anbieten. Nach dem Bambi gestern... nun ja. Hätte sie es mal nicht getan. Hätte sie mal auf die Worte ihres nebulösen Freundes gehört, der ihr riet "Es besteht kein großer Unterschied zwischen Vorsicht und Klarsicht." Aber egal ob nun Vorsicht oder Klarsicht, das alles warf sie heute mal wieder gekonnt in Herzmanier über den Haufen. Verdammt.
Dann kam: „Hab ihn gesehen. Rohbau. Versuche ihn anzusprechen.“
Und kurz darauf: „Hallo? Hallo? Bitte nicht schießen!“
Spoiler: Haben natürlich trotzdem geschossen.
Mehrere Schüsse.
Danach: Nichts.
War ja klar.
Herztod
🧠 Planlosigkeit trifft Puls
Ich sah einen am Bahnhof.
Ich schoss. Ich traf nicht.
Natürlich nicht.
Meine Hand zitterte als hätte ich eine Überdosis Koffein intus gehabt. Dabei war es nur das gute alte pure Adrenalin.
Vier Zombies kamen auf mich zu.
Wenigstens die konnte ich noch aus dem Weg räumen.
Planlose Sueda
janinesta (Selina) brachte währenddessen Silas in Sicherheit, wie Herz es gewollt hatte. Silas... immer wollte sie ihn schützen. Nun schon zum zweiten Mal. Keine Ahnung, was sie an ihm fand. Aber sie sagte immer "An ihm ist etwas, das Heilen muss. Ich bin dazu da, dass er die Gelegenheit dazu bekommt."
Eso-Quasch. Nun lag sie tot im Dreck und Selina übernahm ihre Rolle. Für den Moment.
Ich hörte ihre Stimme im Funk, knapp, aber relativ ruhig: „Die sind gleich bei Silas und mir. Die sehen mich gleich, weil ich blau bin… Darf ich schießen?“
Und ich?
Ich hätte fast gelacht. „Darf ich schießen?“ Ernsthaft? Das war ja fast schon süß.
Als würden wir hier noch Anträge einreichen bei der moralischen Kommission für Endzeitfragen.
Herz war tot!
Was hätte sie sonst tun sollen? Tee anbieten?
Den gab’s hier nicht mal mehr... ich also: „Die sind bestimmt nicht freundlich. Wenn sie bei dir sind, schieß!"
Dann knallte es aus dem Nordwald.
Selina: „Einer tot.“
Sekunden später: „Beide tot.“
Du bist so ein Tier ey...
Eine Ein-Frau-Armee. Ich glaube, das waren ihre Kills Nr. 2 und Nr. 3.
Während ich noch versuchte, meine Finger von Zittern auf „Zielen“ umzuschalten, hatte sie schon zwei erledigt.
Pascal/Ikarus meldete sich mit dem, was man einen Geistesblitz nennt: „Wo ist der Dritte?“
Gute Frage. Ich sah ihn nicht.
Aber ich wusste: Der war da.
Einer ist immer noch da. Der, der abwartet. Der, der zählt, wie viele schon am Boden liegen.
Ich sicherte Selinas und Silas’ Rückzug, lief im Zickzack, duckte mich, fluchte leise, versteckte meinen blauen Helm in einem Busch –
Tarntrick von jayphiiyo. Hat nichts gebracht. Aber hey, Versuch war da.
Dann: die Leichen.
Ich ging langsam.
Chernarus hat mir beigebracht, dass der Tod manchmal nur so tut.
Manche liegen da bloß, damit du näher kommst – und bumm.
Aber diesmal blieben sie liegen.
Die beiden Leichen
Und dann sah ich ihn.
Grüner Helm. Halb verdecktes Gesicht durch grünen Shemagh.
Diese Körperhaltung, als hätte er gestern noch von Weltfrieden geträumt und heute dann doch lieber zur Waffe gegriffen.
Er war es, der „friedliche Wanderer“ von der Tankstelle.
Der, mit dem Selina geplaudert hatte.
Der, der meinte, er sei einfach nur unterwegs.
Ein netter Typ. Ein Unschuldslamm.
Wahrscheinlich spendet der auch noch Blut... während er dich lootet.
Und jetzt lag er hier.
Mit der gleichen Waffe wie zuvor.
Nur die Presseweste, die war anders.
Die gleiche, wie der andere Nebelkrieger da neben ihm.
Ich starrte auf ihn runter und dachte: „Nenn das nochmal friedlich, und ich fress meine DMR samt Scope.“
Vielleicht hatte er nicht zuerst geschossen.
Vielleicht war er nur zufällig hier.
Aber ganz ehrlich – erklär mir mal, wie man zufällig an so ’ne Presseweste kommt?
Die gibt’s nicht beim Containerlooten hier am Hafen.
Und selbst wenn – selbst wenn – die drei anderen ihn nur zufällig getroffen haben, auf ein bisschen freundlichen Austausch unter Gleichgesinnten oder alten Bekannten...
Warum, verdammt nochmal, sollten sie Herz erschießen und dann ihn ansprechen und ihm eine verfluchte Presseweste geben?
Was ist das für ein Szenario?
„Hey Bro, die Schüsse grad? Jau, wir gerade ’ne unbewaffnete rote Tussi weggeballert. Nichts für ungut. Aber hier hast du ne Presseweste. Gönn dir! Bis Baldrian!"
Klingt absolut logisch.
Wenn man bereit ist, die Realität für einen Fiebertraum zu halten.
Ich weiß nicht, was seine Rolle in all dem war oder wer er gewesen ist.
Aber ich weiß: Irgendwie stecke er da drin.
Und das da war nicht neutral oder freundlich.
Das war gezielt.
Und jetzt lag er da, als Teil des Problems.
Smalltalk war die neue Tarnung. Wieder was gelernt.
Auf die harte Tour – wie immer.
Ich beschloss, die Leichen nicht zu bestatten, weil ich mir kein eigenes Grab graben wollte. Der Kampf war noch nicht vorbei. Und wer in Chernarus vorzeitig abschließt, wird meistens direkt mit abgeschossen.
Also Rückzug. Zurück Richtung Lager.
Ich legte mich ins Feld, Blick auf die Leichen.
Warten. Beobachten. Atmen. Innerlich Fluchen.
Und dann – wie aus dem Drehbuch eines besonders miesen Hinterhalts – schlich sich ein Bambi an die Toten an.
Ganz offen.
Ganz harmlos.
Die Haltung schrie „Ich bin Lockvogel! Knall mich ab!“. Baiting vom Feinsten.
Aber ich war sauer.
Zwei Schüsse.
Einer saß.
Für den Bruchteil einer Minute fühlte ich mich, als hätte ich Kontrolle über diese ganze Scheiße zurückgewonnen.
Ich murmelte ein bitteres „Immerhin das“ – und zog mich zum Rohbau zurück.
Ehre gerettet.
Kurz. Für exakt eine halbe Stunde.
Denn eins weiß man hier: Wenn einer lootet, liegt sein Bruder irgendwo im Gebüsch und zählt deine Wirbel.
Und ich hing – Überraschung – noch immer an meinem Leben.
Silas und janinesta (Selina) waren zum Glück schon weg.
Gerade rechtzeitig, denn NiggoB und der Erzguru Nickelus ( Nickel) meldeten sich: Angriff auf das Königreich.
Koordiniert.
Im Funk brodelten Theorien wie Kürbisse in der Suppenküche von KrawallKueken auf dem gemoddeten Server: MISA? Taktisches Ablenkungsmanöver? Wollten sie die Banana OPs in Prigorodki binden, um oben freie Fahr zu haben? Die Theorie hatte Hand und Fuß, aber ganz ehrlich?
Ich schob die Idee direkt zurück ins Regal mit der Aufschrift „Unwahrscheinlich, aber beliebt“. Diese Typen – drei, vier, fünf vielleicht – bewegten sich, als wären sie ein eigenes Kapitel.
Nicht MISA, was Eigenes. Was Kaltes, was Stilles. Ich hatte MISA oft in Aktion beobachtet. Das hier war anders und irgendwo tief in mir wusste ich, dass Herz' Vertrauen in (MISA) ROB gerechtfertigt war. Er würde so etwas nie anordnen oder dulden. Abgesehen davon hatte der friedliche Wanderer damit zu tun und perfekt Deutsch ohne Merkmale gesprochen. Das passte nicht ins Bild.
Ich blieb zurück.
Grübelnd.
Mit den Leichen.
Mit den Gedanken.
Mit dem Funkgerät.
Und endlich – endlich – rief ich Jammet und Black Lion zur Hilfe.
Weil selbst ich irgendwann akzeptiere, dass Rückendeckung besser ist als Trotz.
Und manchmal… ist Alleinsein keine Haltung, sondern ein verdammter Fehler.
Lockvogelbambi
🪦 Jagd, Frust und Versagen 2.0
Auf dem Weg zum Rohbau kam ich an ihr vorbei.
Ich fand sie: Herz. Oder das, was von ihr übrig war.
Mehr Leere als Körper.
Dort, wo kein Mensch liegen sollte.
Nicht sie. Nicht so.
Ich zerlegte sie. Ja. Ich tat es.
Weil man es hier muss. Weil „würdevoll“ in Chernarus ein verdammtes Luxusprodukt ist.
Begraben? Keine Chance. Behalten? Noch weniger.
Also blieb nur das: Rein pragmatisch, moralisch völlig falsch, aber notwendig.
„Sorry, Herz…“
Es kam leise. Und es kam spät.
Und es brach mir das Herz.
Nicht laut.
Nicht filmreif.
Einfach nur still.
Wie alles, was hier zu früh endet.
Totes Herz
Der Rest war ein Desaster in Zeitlupe.
Black Lion kam hinzu. Wir campten die Leichen ab, ich schoss auf einen Gegner, traf mal wieder nicht. Wir zogen uns zurück, wollten flankieren und wurden dabei selbst flankiert.
Ich war zu weit oben und er lief dem Gegner direkt in die Arme und starb.
Ich zog mich wieder zurück in den Süden in Richtung Rohbau. Schaffte es noch ein paar persönliche Dinge von Herz zu retten. Beispielsweise diese weißen Teddybären, an dem sie so gehangen hatte.
Was das Ding schon alles überlebt hatte...
Und dann folgten Schüsse direkt aus dem Lager. Raid-Schüsse. Wer auch immer da drin war, er schoss wohl mit Black Lions Waffe auf die Wand oder einfach nur wild um sich. Bait oder Raid? Ihr entscheidet.
Ich wollte hinstürmen, aber Black Lion und Jammet hielten mich zurück. Ich bleib auf Posten. Sah draußen einen Rumrennen, legte an und schoss. Herz hatte dieses Schuss schon mehrere Male erfolgreich gemacht. Hütchenbande und so. Aber ich? Keine Spur. Traf natürlich nichts.
Desaster in Zeitlupe
💣 Die Rückkehr der Bambi-Armee
Dann wendete sich das Blatt.
Während der Kampf im Nordwesten tobte, landeten Bambis in Prigorodki.
Nicht die hilflosen „Hilfe, ich bin neu hier“-Bambis. Sondern die im Raid gefallenen, mit Wut im Blick.
Losel von den Banana OPs meldete sich. Eine Gegner campte im Kochhaus.
Natürlich tat er das. Immer hockte einer im Kochhaus.
Erst kam der Plan, dann kam der Sturm.
ninja2.00926 (UltrA), Losel, Pascal aka Ikarus, Black Lion und ich – alle halb ausgestattet, aber ganz entschlossen.
Und Jammet als unsere wachsamer Blick im Norden.
Bambis mit dem Mut er Verzweiflung und einer einzigen Blendgranate.
Mehr brauchte es nicht.
Nur ein Signal von Black Lion.
ninja2.00926 (UltrA) warf – sauber, punktgenau.
Dann: Schüsse von innen. Nachladen. Panik. Routine. Chaos.
Wir rein.
Einer tot. Zwie von uns down.
Zweiter feuert zurück – wild, hektisch.
Ikarus feuert – Klick. Keine Munition mehr.
Ich?
Zielte. Atmete. Schoss.
Kopf. Treffer.
Gegner fiel. Bewusstlos.
Ich legte nach.
Beinschüsse? Üben wir ein andermal.
Für diesen Moment – nur für diesen einen Moment – war Prigorodki wieder sicher.
Aber sicher in Chernarus ist wie trocken im Regenschauer – hält nie lange an.
Angriff der Bambi-Armee
🧹 Und dann war es wieder still - oder doch nicht?
Ich beseitigte die Überreste. Schrecklich sah es aus und ich verkniff mir einen Witz darüber, dass Silas mit dem Besen das Chaos würde beseitigen müssen.
Er blieb verschwunden. Herz – tot.
Kurz gab es noch eine Episode, in der ich Mora von den Banana Ops am Camp traf. er beobachtete drei Fremde, die am Camp in Silas' Verschlag einbrechen wollten und vor dem Camp rumschossen. Als ich dazukam, war es bereits sehr dunkel und außer beobachten konnte ich nicht viel tun. Gestohlen hatten sie nichts, ich glaube sie waren einfach den Schüssen gefolgt und wollten ihrerseits etwas Action haben.
Im Morgengrauen zogen sie weiter.
Drei Fremde am Camp suchen nach Action
Später kam noch Nousen (Tobi) vorbei und ich berichtete ihm schweren Herzens, was sich zugetragen hatte. Auch Jannik kam ans Camp und wir ließen den Abend ausklingen.
Es war ruhig hier. Für meinen Geschmack zu ruhig und damit meinte ich nicht das Fehlen von Schüssen.
Nousen am Camp
🔥Fazit?
Natürlich kann man das alles als Sieg bezeichnen.
Wenn man bereit ist, dabei über die Leichen zu steigen.
In Chernarus sind Siege wie dieser wie unbekannte Konserven: Man isst sie, weil man muss, nicht weil sie schmecken. Und sie machen krank.
Aber die Frage bleibt: Wie viele „Siege“ wie diesen verträgt ein Lager, bis keiner mehr übrig ist, der sie noch zählt?
Man kann sich an alles gewöhnen.
An das Chaos, vielleicht auch an Verrat.
Nur nicht daran, dass sie nicht mehr am Feuer sitzt.
Im Camp. Mit uns.
Herz-Aus-Gold war zurück gewesen.
Für eine kurze Zeit.
Und jetzt?
Jetzt bleibt mir nur Aussicht darauf, dass sie wiederkommt.
Und das Gefühl, dass sie längst wieder unterwegs ist.
Wie immer.
Ich hoffe nur, dass sie diesmal bleibt.
Nur… lang genug.
Denn seien wir ehrlich: Wer sonst soll das hier noch alles aufschreiben? Der stille Hausmeister mit dem Latein? Ich bitte euch...
Bis dahin halt ich die Stellung. Hab ja sonst auch nichts zu tun.
Nr. 371 - Ende