ÜBERLEBEN? Optional! - Episode 004: Bescherung mit Beigeschmack
- Suedas Wochenbericht vom 22. bis zum 28. Dezember 2025 -
- Folge 004 -
Hallo? … Hallo?
Ja. Läuft.
Einsatzzentrale, bitte kommen.
Hier meldet sich mal wieder euer Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371.
Ja, immer noch da. Noch nicht ersetzt. Ich bin wie moralisches Desinfektionsmittel.
Brennt kurz, riecht streng, aber danach weiß man wenigstens, wo die Wunde ist…
Willkommen zu einer Woche, in der Weihnachten gefeiert wurde, als wäre es ein Wettbewerb in Sachen Eskalation.
Mit Raids, in denen Basen ausgenommen wurden wie Weihnachtsgänse. Echt jetzt… ich hab Anstand zwischendurch mal online gesehen. Aber der hat sich für die Weihnachtstage dann ausgeloggt.
Also, was ihr gleich hört, ist kein Protokoll.
Kein Trost.
Und ganz sicher kein Feel-Good-Happy-Go-Lucky-Rückblick.
Es ist das, was übrig bleibt, nachdem sich alle mal wieder beruhigt haben – hoffentlich.
Also schnappt euch eine Pipsi. Oder besser für diese Woche sogar zwei.
Oder was immer euch hilft, diese Woche ohne Nervenzusammenbruch zu überstehen.
Lehnt euch zurück.
Hier kommt mein persönlicher Wochenrückblick.
🎯Montag – 22.12.2025 – Wie man Vertrauen mit einer R12 zerlegt
🎯Montag – 22.12.2025 – Wie man Vertrauen mit einer R12 zerlegt
Statusmeldung: Die Lücke der Schande lebte. Und erfreute sich bester Gesundheit.
Der Tag begann mit ItsSniper55 (SpacER). Natürlich begannt er mit SpacER.
Der junge Brite verkündete lauthals, er sei „bei fünfzig Prozent“!
Fünfzig Prozent wovon, bliebt zunächst offen.
Vermutlich von Einsicht. Oder Verstand…
Herz meinte, er bezog sich auf das Umräumen, damit er dem Camp das Zelt endlich zurückgeben konnte. Ja, vielleicht auch das.
Ich ging nachsehen. Die Lücke war exakt so groß wie gestern und den Tag davor. Hab extra nachgemessen. Wunderbar…. Fortschritt ist relativ.
Etwas später, als ich gerade meine Runde drehte, tauchte ein Fremder mit Kapuze am Camp auf. Sagte zumindest Basti.
Und ein Zweiter mit Polizeiuniform und…blauer Armbinde? Die beiden grillten und gaben Basti Essen ab. Verkehrte Welt.
Aber es blieb ausgesprochen freundlich und ruhig. Und mit „ausgesprochen“ meine ich: Basti redete und die zwei anderen schwiegen. Was in Chernarus immer für gemischte Gefühle sorgt.
Und dann, kaum waren Basti und der Typ mit der Mönchkapuze weg – Trommelwirbel – Auftritt: SpacER.
Ja. SpacER.
Er hielt tatsächlich Wort und brachte das Zelt zurück.
Dokumentieret das Ganze mit Stolz und einem Foto, das er Herz-Aus-Gold schickte.
Ein Foto. Ein Zelt. Ein Beweisstück.
Sie sagte nur nüchtern: „ Noted. The tent is back. The gap is closed. The matter is settled.”
Also alles gut?
Nicht ganz. Auf dem Foto: noch jemand.
Ein Beobachter. Der Typ mit der blauen Armbinde und der Polizeiuniform. Gesicht nicht erkennbar.
Stand da. Schaute.
Sah fast schon etwas aus wie Dorian, oder wie jemand, der sehr bemüht ist, wie Dorian auszusehen. Aber man erkannte das Gesicht leider nicht und es fehlte auch die typische rote Sanitäter-Hose und sein Helm. Der hier war mehr so wie ein Polizist, aber mit Besen auf dem Rücken.
Wir sind uns im Nachhinein nicht sicher.
Was wir aber sicher wissen: Der Typ beobachtete, wie SpacER eine beleidigende Geste zur geschlossenen Lücke der Schande machte. Der gute alte Stinkefinger, international verständlich. Und SpacER redete nicht.
Der Fremde schallerte ihm eine. Mit der Faust. Dann hob der Junge seine Hände entwaffnend und warf, offensichtlich eines Besseren belehrt, einen Handkuss zur geschlossenen Lücke und gab anschließend einen Daumen hoch.
Alles in Allem sehr SpacER. Deckt sich mit allem, was ich bisher über ihn weiß und erlebt hab. Also kein Grund, da zu zweifeln.
Und dann kippte es und alles wurde verwirrend.
Zwischen Polizeimann und SpacER entsteht so etwas wie eine… Verbindung. Eine ungute.
Der Fremde forderte SpacER nonverbal auf, das Zelt wieder einzuräumen.
Seile, Stofffetzen, das ganze Zeug. Ordnung machen.
Sah so aus, als solle er den Schaden wiedergutmachen.
Und was tat der Knilch? Machte erst mit, aber stellt sich dann dumm.
Nicht gespielt, eher erschreckend authentisch. Es folgen wieder Stinkefingergesten, was mit einer Schelle quittiert wurde und anschließend kam es zum Faustkampf zwischen den beiden, so zumindest SpacERs Schilderung.
Als er genug Schläge kassiert hatte, fing er an das Zelt einzuräumen. Nur um dann wieder mit den Gesten anzufangen. Der Junge wusste einfach nicht, wann Schluss war. Da half dann auch keine erhobenen Hände zur Deeskalation.
Das waren Reiz und Reaktion in Reinform.
Ein Experiment, das wir alle schon kennen, aber für das ein Bambi-Camp definitiv der falsche Ort ist.
Die Szene wurde kurz unterbrochen, als Pinky ins Camp kam und grüßte, aber dann rannten wohl beide ums Camp rum. Für ihn sah es so als seien es SpacER und sein Kumpel Elliot gewesen, die das Zelt zurückgebracht hatten.
Ihm kam es aber alles etwas komisch vor, also zog er sich auf seinen Aussichtsposten zurück.
ItsSniper55 schilderte Herz-Aus-Gold später, sie haben sich etwas gekloppt. Und ja… vielleicht kamen auch ein Besen, eine Schaufel und eine Brechstange dabei zum Einsatz.
„Melee-Combat“, nannte er es. Nicht Wildes aus seiner Sicht. Aber für die Augen eines unbescholtenen Beobachters war das eine Eskalation mit Ansage.
Pinky verlor die Sicht.
SpacER zog eine Schaufel aus dem Camp, um sie wegzuräumen. Tja und hier verschwimmen die Versionen und es wurde hässlich.
Der Polizeimann zog seine Waffe – vermutlich eine R12 – und zerschmetterte somit das Vertrauen, das man in die Samariter und ihre blauen Armbinden steckte mit einem Schlag. Einfach so.
Spacey down. Mitten im Zelt.
Mitten beim Einräumen.
Pinky hörte den Schuss und gab Alarm. Schankmeister und Basti waren auch sofort im Krisenmodus. Und der Funk? Begann zu brodeln.
Ein Mord am Camp.
Samariter-Kontext. Samariter-Verdacht.
Spacey war außer sich vor Entrüstung.
Er konnte es nicht fassen, dass er am Camp von jemandem mit Samariter-Armbinde erschossen worden war. Er verdächtigt zunächst Pinky.
Herz-Aus-Gold und NiggoB gingen sofort dazwischen.
Klar. Deutlich. Unmissverständlich.
Samariter schießen nicht am Camp und Pinky würde so etwas auch nie tun.
SpacER konterte: Doch doch! Herz-Aus-Gold habe ihn ja mal erschossen.
Oh Mann… wie kann man Dinge nur so durcheinanderbringen?
Nein, Herz hat nie auf ihn geschossen oder ihn erschossen.
Herz. Tut. Sowas. Nicht.
Ich hab behauptet ich hätte ihn erschossen. Erzieherische Maßnahme, wisst ihr noch?
Damals, als er das Auto von Locke klauen wollte – was er ja laut seiner Aussage nicht gewesen ist, weswegen ich ihn aber dann auch eigentlich gar nicht hätte erschießen können, selbst wenn ich es gewesen wäre…. Da soll nochmal einer mitkommen. Also Kurzfassung: Herz hat nicht eine Kugel auf ihn abgefeuert. Und ich hab‘s nur behauptet, damit der Junge endlich mal die anderen in Ruhe lässt. Danke für nichts.
Aber mit dem Vorfall heute hab ich nichts zu tun.
Ich glaub ich hätte schon viel früher meine DMR gezogen…
Naja. Herz-Aus-Gold stellte die Sache klar: Samariter schossen nicht einfach so am Camp. Dazu musste es einen Angriff oder gezielte Provokation geben und selbst dann war das die letzte Option. Aber was war denn dann nun geschehen? Wer war der Fremde mit der blauen Armbinde? Jemand, der sehr überzeugend Samariter gespielt hat? Wie Dorian sah er – von hinten betrachtet – nicht aus. War es am Ende doch Elliot, der seinem Freund einen Streich spielen wollte? Oder jemand anderes? Und auch @Ninja (UltrA) meldete sich und sagte Cala-j und sie hatten am Vortag einen Überlebenden in Elektro mit blauer Armbinde gesehen. Und NiggoB hatte ja gesagt, sie seien von einem Duo mit blauen Armbinden geraided worden. Dann die Armbinden, die bei Schankies totem Körper gefunden wurden… das Ganze ergab einfach keinen Sinn.
Was auch immer es war; das Timing war katastrophal. Und Herz-Aus-Gold alles andere als amüsiert.
Vertrauen. Respekt. Camp.
Alles stand plötzlich auf sehr wackeligen Beinen.
Immerhin: ItsSniper55 Sachen konnten gesichert werden.
Er war fast fröhlich, als er seinen charakteristischen Helm wieder aufsetzen konnte.
Prioritäten…
Pinky beobachtete noch lange.
Der Fremde zog Richtung Chernogorsk ab.
Dann sah man nichts mehr von ihm.
Der Tag wurde noch mysteriöser, als janinesta (Selina) später auf einem ihrer Streifzüge die Cone-Boxen meldete. Richtig gehört. BoxEN.
Nicht eine.
Fünf.
C-förmig vor der Statue aufgebaut.
Inhalt: Ein einziger Pilz.
Hommage oder Holzhammer?
Herz-Aus-Gold war skeptisch. Cone war sonst eigentlich subtiler.
Das hier wirkte wie ein Feuerwerk mit Leuchtschrift, nicht wie ein gutplatzierter cone’scher Nadelstich. Wobei sie auch schon gesagt hatte, sie würde eine Kiste wieder zum Denkmal bringen. Um der alten Zeiten willen… naja das ist ja nun erledigt worden.
janinesta (Selina) und Basti brachten von ihrer Tour noch Bleche ans Camp.
I.K.E.A. besorgte den ehemaligen Brits – jetzt „Red Rifles“ einen LKW.
Irina Zamenova holte einen gelben Sarka von Novodimitrovsk nach Prigorodki. Herz hatte ihn Jay abgekauft als Fahrschulfahrzeug, da der gute Schanki Fahrstunden nehmen wollte. Und was würde sich besser eigenen als ein beinahe unzerstörberer Sarka?
Währenddessen Vandalismus in Elektro.
Ein Unterstand abgebaut. Dabei hatten doch ninja2.00926 (UltrA) und Basti gerade erst alles schön aufgebaut. Man fasst es nicht…
I.K.E.A. bastelte an einem Weihnachtsbaum, Einladung zu einer kleinen Weihnachtsfeier inklusive.
Am Ende des Tages noch eine geraidetete Basis irgendwo in der Nähe von Gorka.
Ein Humvee weg.
Gerüchte. Namen. Verdächtigungen.
Chicks, Silberfische, Hütchen, Berezino Union, Renegade-Bananen, Felix und Joni, Misha-Reste, I.K.E.A, KYS… jeder konnte, aber keiner wollte es gewesen sein.
Nichts Greifbares.
Viele Fragen, wenig Antworten.
Die Stimmung kippte. Das konnte ja heiter werden.
🐍Dienstag – 23.12.2025 – Eine Schlingel-Schlange schlängelt sich zurück
🐍Dienstag – 23.12.2025 – Eine Schlingel-Schlange schlängelt sich zurück
Der Tag begann damit, dass Herz-Aus-Gold von zwei Zombies gehetzt wurde.
Nicht metaphorisch. Wörtlich und ganz klassisch: keuchend, kreuz und quer durch Prigorodki.
Sie erzählte später, es sei einer dieser Momente gewesen, in denen man sich fragt, warum man morgens überhaupt aufgestanden ist. Die Zombies jedenfalls wirkten hochmotiviert. Herz-Aus-Gold weniger. Am Ende schaffte sie es zurück zum Camp, leicht genervt, leicht außer Atem und in genau der Stimmung, in der man wirklich keine Überraschungen mehr gebrauchen konnte.
Natürlich wartete dort eine.
Am Feuer und im Feuersteinkreis lagen Geschenke.
Sauber platziert. Fast liebevoll.
Es sah gemütlich aus. Weihnachtlich.
Fast so, als hätte jemand kurz vergessen, dass wir uns in Chernarus befanden und nicht mitten in der Apokalypse.
Herz-Aus-Gold war hin und weg. Solche Überraschungen hat man gern.
Der freundliche Spender war schnell gefunden: SneakySnake .
Oder, wie ich ihn mir intern notierte: Schlangenkind Schlangi Mc Schlangen Böse.
Mit Augenzwinkern. Aber nur mit einem.
Herz-Aus-Gold bemerkte außerdem, dass die Fahne wieder nach unten gezogen war. Schon wieder…. weniger gut.
Ein Detail, das man übersehen konnte – oder als stillen Kommentar verstand. Während sie das noch einordnete, sah sie SneakySnake am Camp herumklettern. Er versuchte, in den Turm zu gelangen. Autotüren, Balanceakte auf Zäunen, Boosting. Alles dabei. Mit der Hartnäckigkeit eines Kindes, das überzeugt war, dass irgendwo schon ein Weg sein müsse, wenn man nur oft rauf und runterkletterte.
Und dann hatte Herz-Aus-Gold diesen einen Moment.
Den Geistesblitz.
Sie fragte ihn direkt, ob er es gewesen sei, der die Fahne immer wieder herunterließ.
SneakySnake bestätigte es im Chatfenster. Ja… SneakySnake war heute ein Chat-Bambi +. Ein mittelmäßig ausgestattetes Bambi, das nicht redete aber schrieb.
Zum Glück ohne großes Theater. Sie erklärte ihm, dass das ein ziemlich alberner Streich war und dass dadurch die Unterstände und Strukturen sowie die Fahne gefährdet waren.
Und er entschuldigte sich sogar.
Man musste ihm lassen: Er log nicht.
Man blieb noch gemeinsam am Camp, genoss den Anblick der Geschenke und dann zogen beide wieder weiter.
Kurz darauf kam die nächste Meldung rein.
In Nizhnoye waren zwei tote Bambis gefunden worden.
BzU_GraveDigger, der Wirt im Rasthof der wiederkehrenden Seelen, stand vor einem Rätsel.
Die Szene wirkte widersprüchlich.
Es sah nach einem Kampf aus, aber irgendwie auch nach Selbstmord.
Der eine hatte die Bandage des anderen.
Beide waren tot. Aber die Körper lagen zu weit von einander entfernt.
CCSI: Nizhnoye ermittelt.
Beides passte nicht richtig zusammen.
BzU_GraveDigger grübelte, ob sie überfahren worden waren. Gut möglich.
Einvernehmlich eskaliert? Auch möglich.
Am Ende blieb nur dieses ungute Gefühl, dass hier etwas passiert war, das niemand wirklich verstand.
Und dann kippte die Stimmung endgültig.
Ein ehemaliger Brite – einer von den Red Rifles mit der roten Armbinde - meldete sich wütend. Es war ItsSniper55 (SpacER). Seine Basis war geraidet worden. Als er ankam, war sie bereits offen und Sachen lagen auf dem Boden. Ordnung war keine mehr da. LKW auch nicht.
Er war aufgeregt; verständlich. Und sofort begannen die Schuldzuweisungen.
I.K.E.A, KYS, die Chicks, die Hütchen, Silberfische, vJoni und erschmadiebasics (Felix?), Berezino Union oder doch Irgendwelche Unbekanntes? Alles wurde genannt, aber nichts bewiesen.
Besonders I.K.E.A. geriet unter Druck.
„Gestern tauscht ihr uns noch einen LKW, heute raidet ihr uns!“, lautete der Vorwurf.
Ein trojanisches Pferd, hieß es.
dakel von I.K.E.A. reagierte sofort klar:
IKEA raidet nicht einfach so und ohne Grund. Schon gar nicht friedliche Leute.
Sie raidet nicht aus Bosheit.
Wenn IKEA raidet, dann mit Plan, kontrolliert und zielgerichtet. Und sie standen zu den Raids, die sie durchführten.
Und vor allem: Sie verschwendeten keine Munition für solche Spielchen.
Herz-Aus-Gold stand wieder zwischen den Stühlen.
Wie so oft.
Es gab Andeutungen, dass die größte Gruppe ihre Finger im Spiel gehabt haben könnte. Und natürlich Spacer von Herz wissen, welche Gruppe das sei. Sie solle doch mal sagen, was sie wisse. Orakeln, einordnen, Namen nennen.
Herz-Aus-Gold lehnte ab.
Klar. Ruhig. Bestimmt.
Erstens: Es war zu diesem Zeitpunkt schlichtweg nicht möglich zu sagen, welche Gruppe oder Fraktion nun die größte war. Sie spazierte nicht einfach in die Basen anderer Fraktionen, zählte dort Tore, Zelte, Fässer und Fahrzeuge und katalogisierte dann die Machtverhältnisse. Abgesehen davon sah sie es nicht ein, als Sprachrohr für Theorien und Anschuldigungen herzuhalten. Egal, was sie gesagt hätte, es wäre wieder auf sie zurückgefallen und sie wollte sich ein für alle Mal aus diesen Streitigkeiten heraushalten.
„Das müsst ihr unter euch klären“, sagte sie sinngemäß.
Und meinte es auch so.
Und ich?
Ich machte unterdessen Lootruns.
Zu irgendwelchen Militär-Events.
Ich sammelte Dinge, die niemandem mehr gehörten und deshalb nicht einfach rumliegen sollten. Es war eine willkommene Flucht vor dem Camp, vor den Vorwürfen, vor dem ständigen Grundrauschen aus Misstrauen und verletztem Stolz.
Manchmal musste man Abstand nehmen, um nicht selbst Teil des Wahnsinns zu werden. Und an diesem Tag hielt das wirklich niemand mehr aus…
🎄Mittwoch – 24.12.2025 – Anstand im Weihnachtsurlaub
🎄Mittwoch – 24.12.2025 – Anstand im Weihnachtsurlaub
Der Dienstag begann weihnachtlich. Also so weihnachtlich, wie es in Chernarus eben ging, wenn der Begriff „Besinnlichkeit“ als lose Empfehlung verstanden wurde.
Die ehemaligen Briten – Red Rifles, Ex-Brits, wie auch immer man sie nennen wollte – beschlossen, ihre Basis in Elektro aufzugeben. Nach dem Raid erschien ihnen das logisch. Gute Idee: aus einer unsicheren Basis wegziehen. Blöde Idee: ausgerechnet nach Prigorodki. Ausgerechnet dahin, wo ohnehin schon jeder zweite Nerv blank lag.
Besonders ItsSniper55 war in Hochform. Er kündigte an, das Camp notfalls „abzucampen“, um den Typen zu erwischen, der ihn im Zelt erschossen hatte. Präzise Planung sah anders aus. Ich machte ihm klar, dass jemand, der ernsthaft auf das Camp zielenwürde, nicht lange unbehelligt bliebe. Er grinste nur. Man werde ihn ja ohnehin nicht sehen. Ghillie. 900 Meter. Phänomenal große Worte und Reichweiten. Witzigkleine Realitätsnähe.
Ich nahm es zur Kenntnis. Drohungen waren Drohungen. Und die musste man ernst nehmen, selbst wenn sie aus vertrautem Mund kamen.
Auf den Straßen lagen Kürbisse. ItsSniper55 s Vorstellung von Aufräumen. Müllentsorgung nach Endzeitstandard. Bei der Gelegenheit bediente er sich auch an ein paar Brettern aus dem Camp. Für seine Basis. Später fragte er im Funkkanal nach Baumaterial. Ne Säge und so. Herz-Aus-Gold sagte, ob er im Camp keine gesehen habe, als er sich die Bretter geholt habe und erinnerte ihn ruhig daran, dass Fragen und ein einfaches Danke manchmal Wunder wirkten. Auch in der Apokalypse. Der Knilch hatte sich nämlich die Bretter einfach so gemopst. Mal wieder ganz @itssniper. Und ja, er entschuldigte sich. Mal wieder. Bot an, die Bretter zurückzugeben. Aber Herz winkte ab. Ein einfaches „Danke“ würde reichen.
Dann wurde es unübersichtlich.
Die Briten mit den roten Armbinden berichteten von einem Fremden, der durch das Industriegebiet von Prigorodki rannte, dicht gefolgt von Zombies. Und von zwei Briten mit roter Armbinde und sehr viel Tatendrang... Schwester Yeva entkam. Erst den Zombies, dann den beiden rotarmbandigen Verfolgern. Sie beobachtete, wie sie erfolglos nach ihr suchten, - nicht ohne ein süffisantes Lächeln - und kehrte anschließend in Richtung Camp zurück. Dort traf sie auf offenem Feld Basti und warnte ihn freundlich, aber bestimmt. Zwei schießfreudige Gestalten seien unterwegs. Kurz darauf bestätigten die Schüsse ihre Worte. Nicht auf Menschen. Auf Zombies. In Prigorodki. In Camp-Nähe. Eine brillante Idee, wenn man Eskalation wie Treuepunkte sammelte.
Die Eskalation ließ nicht lange auf sich warten. Schüsse locken nun mal andere Schützen an.
ItsSniper55 wurde erschossen.
Mitten beim Bauen in seiner Basis.
Von einem nicht näher bezeichneten Individuum, das ständig Action suchte und nach Aussage von Basti der Meinung war, „Gefahren“ aktiv beseitigen. Nein, ich war’s nicht. Auch Schwester Yeva nicht. Und Herz-Aus-Gold schon dreimal nicht.
Zwischen all dem Chaos gab es einen seltenen, fast leisen Moment. erschmadiebasics (Felix) näherte sich Herz wieder an. Entschuldigte sich. Schadensbegrenzung, vermutlich. Aber selbst Schadensbegrenzung war besser als offener Bruch. Man konnte wieder reden, ohne dass jemand sofort eine Waffe auf den anderen richtete. Und das war gut.
In Solnichniy meldete Olga dann Vandalismus am Camp. Dinge wurden rausgerissen und auf dem Boden verteilt. Sie räumte auf und reparierte den Schaden. Herz-Aus-Gold dankte.
Und dann der Vorfall, der dem ganzen Tag die Krone aufsetzen. Zumindest bis zu diesem Zeitpunkt. Kann man offline Raids steigern? Ja! Offline Raids an Weihnachten. Heiligabend. Zur Bescherungszeit. Wenn alle mit ihren Familien und Freunden zusammensitzen. Dann ist es doch eine super Idee, mal bei den Nachbarn einzusteigen… man kennt es ja.
Und ich hatte ja sowas geahnt. Also nahm das Schicksal seinen Lauf.
Am Abend, mitten in der Bescherung, entschloss ich mich, nach dem Camp zu sehen. Vorsichtshalber. Ich nahm einen Umweg über den Nordwald. Kaum dort angekommen, hörte ich Explosionen oder Schüsse. Schwer zu sagen. Jedenfalls hatte jemand da wohl eine Basis ins Visir genommen und ich ahnte, wem sie gehörte…
Ich gab Alarm. Aber klar, keiner meldete sich. War ja auch mitten an Weihnachten.
Aus sicherer Entfernung beobachtete ich, aber sah niemanden. Nur ab und an ging ein Tor auf. Die nahmen die Basis wohl aus wie ne Weihnachtsgans…
Dann endlich antwortete Locke. Ich erklärte ihm alles und wartete, bis sich die Lage etwas beruhigt hatte. Dann zog mich zurück. Weihnachten und so. Versteht mich nicht falsch. Das war keine Feigheit, sondern es hatte handfeste Kapazitätsgründe.
Später wurde klar, was passiert war.
Zwei bis drei Typen mit Hexenhüten und schwarzen Armbinden waren gekommen, um bei Locke und Basti einzubrechen. Ausgerechnet bei Basti von allen guten Menschen hier… Unser Chernarus hieß ihn wirklich richtig willkommen.
Basti nannte es "unchristlich".
Ich nannte es stilvoll im Funk den „Gipfel der Scheißigkeit“.
Locke verteidigte, was zu verteidigen war. Der Kern seiner Basis blieb unangetastet. Er selbst wurde aber tödlich getroffen. Die Berezino Union rückten etwas später mit NiggoB und janinesta (Selina) nach. Die Situation wurde geklärt. Ein Täter gestellt. Einer auf der Flucht. Und vermutlich war da draußen noch irgendwo ein dritter. Hinweise deuteten jedenfalls darauf hin und drei klingt in solchen Geschichten immer besser als zwei. Die Hexenhüte waren also wieder da. Keine „Hütchen“. Dafür war es zu früh am Abend.
Aber das war es noch nicht alles für den Weihnachtsabend.
In der Nacht versuchten nämlich noch die Hütchen im Norden das namenhafte Möbelhaus zu knacken. Klassischer Wachturm-Raid, wie es schien. Grüner Ada kaputtgeschossen. Zwei Autos entwendet, darunter ein weißer Ada namens „RENATO“ und außerdem Herbie, Selinas roter Gunter. Es war zum Glück nicht ihr blauer „HERBERT“, aber ich hoffte trotzdem, sie würde nicht wieder anfangen Seile aus irgendwelchen Gedärmen zu knüpfen und dabei manisch zu singen…
Alarm. Gegenwehr. Ein Helfer griff ein. Einer dieser Menschen, die rein zufällig und ohne bestimmten Grund immer dort sind, wo es brennt. Man kennt es ja. Kam leider zu spät an den Ort des Geschehens und wollte den Hütchen den Weg abschneiden. Dummerweise lag ne Mine im Weg… gab nen ziemlichen Knall. Aber mit geschientem Bein schleppte sich der unermüdliche Helfer in der Not vorwärts und verschloss die Basis provisorisch wieder. Alles wurde verstaut, der Inhalt des ruinierten qualmenden Autos gesichert und dann auf dem Dach Stellung bezogen. Es dauerte nicht lange, da kam der weiße Ada mit zwei Insassen zurück. Ein Schuss, ein Treffer. Dummerweise auf den Beifahrer, der Fahrer entkam und sein Kumpel schien nur bewusstlos zu sein. Ein Jammer. Aber zumindest hatten die Hütchen nun verstanden: Heute Abend läuft hier nichts mehr. Kamen dann auch nicht wieder.
Der Raid wurde gestoppt.
Die Basis gesichert.
Der Helfer zog sich zurück.
Manche Abende endeten eben so.
Memo an mich selbst: Beim nächsten Date gehen wir bitte wieder zu mir, Niggo.
Ist mir zu gefährlich bei dir…
–🎁Donnerstag – 25.12.2025 – Wunden lecken und andere Weihnachtsrituale
🎁Donnerstag – 25.12.2025 – Wunden lecken und andere Weihnachtsrituale
Es war kein Tag der großen Taten.
Es war ein Tag des Wundenleckens.
So einer, an dem man morgens aufstand, in den Spiegel schaute – sofern man einen hatte – und feststellte, dass man erstaunlich lebendig aussah für das, was die letzten Tage angerichtet hatten.
Sogar „Last Hope“ stand noch, auch wenn der Ofen aus war. Buchstäblich, denn jemand hatte ihn abgebaut. Einfach so… Basti meinte anteilnehmend, jemand habe bestimmt die Steine für das Grab seiner verstorbenen Mutter gebraucht und vor lauter Kummer nicht darauf geachtet, dass die eigentlich zum Gemeinschaftsofen gehörten. Klar. Bestimmt.
Außerdem wurde dort Tetracyclin konsumiert, als wäre es Hustenbonbons zur Erkältungszeit. In rauen Mengen. Beunruhigend großen Mengen. Die Berezino Union hatte großzügig Tetra nach Last Hope gebracht, aber nun waren alle Tabletten wieder weg.
Ich ertappte mich bei dem Gedanken, dass unsere Bakterien vermutlich gerade kollektiv beschlossen, immun zu werden. Hyperdesensibilisiert. Abgehärtet. Unbeeindruckt.
Vielleicht war es langfristig keine brillante Idee, Antibiotika offen zugänglich zu lagern…
Oder vielleicht doch?
Wir würden es irgendwann herausfinden.
"Lost Hope" "Last Hope" bekam etwas später wieder einen Steinofen.
Und dann passierte etwas, womit wirklich niemand gerechnet hatte:
Greeny_29 von den Silberfischen tauchte auf. Plötzlich. Typisch Silberfisch. Aber er fiel nicht über die restlichen Vorräte und Unterstände her, sondern spendete ein mittelgroßes Zelt. Einfach so. Offenbar hatte selbst das grüne Silberfischchen kurz die weihnachtliche Stimmung erwischt.
Als wäre das noch nicht genug, wurde aus einem Silberfisch mehrere und aus einem Zelt später auch noch ein weiteres Militärzelt. Zwei Zelte. An einem Tag gespendet.
Ich notierte mir innerlich, dass Chernarus manchmal seltsame Wege fand, Balance herzustellen.
Ich wollte auch was Nützliches tun und machte mich auf Autosuche.
Herz-Aus-Gold auch und so ziemlich jede Gruppe oder Fraktion suchte bewusst oder unbewusst mit. Hatte schon fast komische Züge…
Drei Fahrzeuge waren ja immerhin beim Hütchen-Raid an I.K.E.A. geklaut worden, und Autos verschwanden bekanntlich nicht einfach. Sie wechselten nur den Besitzer und den Aufenthaltsort. Meistens irgendwo in Richtung Wald. Wir hatten da so eine Ahnung, manche Muster wiederholten sich. Und weil wir diese Ahnung hatten, klapperten wir die klassischen Verstecke ab.
Und dann hatte ich einen dieser Momente, in denen sich alles kurz richtig anfühlte.
Ich fand "HERBIE".
janinesta s (Selinas) "HERBIE".
Rot mit blauen Türen, zwischen grünen Tannen.
War tatsächlich schwer zu übersehen, der Gute. Ich glaube er war auch froh, mich zu sehen. Ich machte ihn flott und brachte ihn in den Süden. Er schnurrte wie ein verschmustes Kätzchen.
Im Süden angekommen fragte ich janinesta (Selina), ob wir nicht tauschen konnten. Herz hatte ja noch den schwarzen Gunter mit roten Türen von Woche eins und so tauschten wir.
Jetzt gab es also zwei rote Gunter im Besitz von Herz-Aus-Gold Gold.
Zwei Herzmobile.
Das eine hieß "FREUNDSCHAFT"
Das andere "HERBIE".
Ordnung im Chaos. Wenigstens irgendwo. Und natürlich wusste sie auch schon wieder genau, was sie mit den beiden anstellen wollte.
Pinky, Locke und Herz-Aus-Gold besuchten „Last Hope“.
Ich blieb in Bewegung.
Und irgendwo draußen hatte ein nicht näher bezeichnetes Individuum, das immer auf der Suche nach Action war, ebenfalls Glück. Ein grüner Ada tauchte bei Tri Kresta auf. Frisch gespawnt. Sofort flottgemacht. Dinge liefen manchmal erstaunlich glatt – wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.
Am Abend saßen wir bei „Last Hope“ zusammen. Die Silberfische kamen vorbei, wie versprochen, mit den Zelten. Es war ruhig. Nicht friedlich im klassischen Sinn, aber… leiser. Ein Hauch von Besinnlichkeit. Kurz. Fragil.
Später, tief in der Nacht, fuhr ich mit dem Boot an der Küste entlang Richtung Berezino. Vorsorglich. Man wusste ja nie, ob die Hütchen wieder unterwegs waren und dieses Mal an der Ostküste wüten wollten. Auf Höhe Solnichniy sah ich zwei Fahrzeuge. Eine schwarze Olga und etwas weiter weg noch ein zweites Auto. Ada? Gunter? Schwer zu sagen. Ich folgte ihnen eine Weile auf dem Wasser.
Als ich den Sichtkontakt verloren hatte, meldete Basti einen Gunter, der am Camp in Prigorodki vorbeifuhr. Blau? Schwarz? Augenzeugenberichte widersprachen sich.
Herz-Aus-Gold war zu diesem Zeitpunkt bei „Last Hope“ geblieben. Versteckt in der Nähe. Sie sah die Autos ebenfalls vorbeifahren. Und brachte Ordnung in das Durcheinander:
Es war ein schwarzer Gunter mit blauer Tür und eine schwarze Olga.
Sie zog sich zurück für die Nacht. Jemand berichtete noch ein Lagerfeuer gesehen zu haben, an dem Ort an dem Basti einst gewohnt hatte, bevor KYS ihn „besucht“ hatte. Ein einzelner Punkt Licht in der Dunkelheit. Konnte alles bedeuten. Oder nichts.
Später kam die Meldung, dass die zwei Autos wiedergefunden worden waren. Ganz in der Nähe. Der schwarze Gunter wurde abgeholt und stellt euch vor: Jemand hatte die Dreistigkeit besessen, die schwarze Olga einfach gegen die eigene "SCHROLGA" auszutauschen. Auch schwarz. Der Schlingel legte alles wieder ordentlich in den Kofferraum, parkte die beschädigte Olga und nahm die in besserem Zustand mit. Neu gegen alt… ein Autotausch auf Endzeitniveau. Ich konnte mir nicht helfen – ich war gleichermaßen beeindruckt und sprachlos.
Ob das den ursprünglichen Besitzern gefallen würde?
Unwahrscheinlich.
💥Freitag – 26.12.2025 – Alte Bekannte und neue Verluste
💥Freitag – 26.12.2025 – Alte Bekannte und neue Verluste
Manchmal hat Chernarus ja diesen ganz eigenen Sinn für Humor.
Am 26. Dezember bestand er darin, alte Gesichter wieder aus der Versenkung zu holen.
Ich traf Monty Burns Burns am Camp.
Ja. Den Monty Burns.
Den Monty, den ich letzte Season schon gesehen hatte.
Und die Season davor auch.
Den Monty, der damals mit seinem Kumpel gemütlich im Haus grillte und dessen Kumpel voller Kuru loslachte, als wir uns das erste Mal trafen… Ja der hatte Menschenfleisch gegessen.
Und genau dieser Monty stand nun wieder vor mir.
Lebendig. Unversehrt.
Allerdings als Chat-Bambi. Sprach nicht, schrieb nur.
Und ihm ging es offenbar gut.
Das musste man in Chernarus ja schon als Erfolg verbuchen.
Er stattete sich aus und zog weiter und auch ich patrouillierte ein wenig, folgte einer Spur – vermutlich ein anderer Überlebender, aber die Spur verlief sich.
Wie so viele Dinge in diesen Tagen. Nichts Greifbares. Kein Abschluss.
Dann begannen die Meldungen.
Und ich dachte mir – nicht zum ersten Mal - ernsthaft: Wir brauchen ein Tom-Register.
Zuerst kam die Nachricht aus Berezino:
Tom war geraidet worden. Der „Wundbrand“-Tom ( sloptork )
Der, der inzwischen mit der Berezino Union gemeinsame Sache machte.
Ihm war eine nicht unerhebliche Menge Sprengstoff gestohlen worden.
Dazu Munition. Nägel. Alles, was man definitiv nicht verlieren wollte.
Die übliche Leier begann sofort.
Hütchen?
Chicks?
Silberfische?
Irgendwer anderes?
Misha-Reste?
Man wusste es nicht. Man wusste nie etwas. Nur, dass es wieder passiert war.
Kaum war das verarbeitet, kam die nächste Meldung:
Die Britischen Red Rifles seien eventuell geraidet worden. In Prigorodki.
Ich sah mir die Sache an.
Da stand wirklich nur noch ein Rahmen und merkwürdig platzierte Baumstämme.
Ich schickte Crippsy ein Foto und fragte nach.
Antwort: Nein. Kein Raid.
ItsSniper55 baute einfach nur so.
Achso… das war seine Art absolut raidsicher oder zumindest „so schwer zu raiden wie möglich“ zu bauen. Zu seiner Verteidigung: er hatte ja keine Säge gehabt…
Improvisation auf Red-Rifle-Art.
Immerhin lag am Camp jetzt eine zusätzliche Säge für ihn bereit.
In der "Rostigen Axt" kontrollierte ich anschließend unsere Bestände.
Und stellte fest: Unsere Kisten waren weg.
Alle.
Na toll.
Zwischendurch spendete Lady Bitstorm Blut am Camp. Ich dankte und fuhr sie danach im gelben Sarka quasi als Taxi nach Berezino.
Kleine Gesten. Große Wirkung.
Zumindest für den Moment.
Später traf Pinky Vader – bei Staroye, beim Weihnachts-Event. Vader hätte Pinky vermutlich erschießen können, aber er war freundlich.
Jammet scherzte, ob sie denn auch Geschenke ausgetauscht hätten.
Ich vermutete, dass sie sich gegenseitig am Leben gelassen hatten war das wertvollste Geschenk.
Dann kam die nächste schlechte Nachricht aus dem Norden.
Und wieder hieß der Betroffene: Tom.
Diesmal Cable98 .
Der Bürgerservice-Tom aus Tishina.
Auch geraidet.
Auch an den Weihnachtsfeiertagen.
Selbst vor Behörden machte man keinen Halt mehr.
Oder gerade deswegen.
Am Camp traf ich später selbst auf Vader.
Ich unterhielt mich auch kurz mit ihm, dann rannte er weiter. Tja und Herz und ich begannen, das Camp auf „Winterschlaf-Modus“ umzustellen.
Die nächsten Tage wollten wir Abstand.
Ein bisschen Ruhe.
Seele baumeln lassen.
Nicht ständig Alarm, Verdacht, Verlust.
Also wurde alles so verlustsicher wie möglich gemacht.
Und dazu gehörte auch die Fahne.
Die Refuge-Fahne wurde abgenommen.
An ihrer Stelle wehte nun eine Zombie-Fahne.
Pragmatisch. Unauffällig.
Und doch eindeutig.
Die Kenner würden das Camp auch so erkennen.
Mit oder ohne Fahne.
🏝️Samstag – 27.12.2025 – Weitere Raids und Urlaubsträume
🏝️Samstag – 27.12.2025 – Weitere Raids und Urlaubsträume
Der heutige Tag begann für mich offiziell im Urlaub.
Inoffiziell natürlich nicht.
Denn auch wenn man selbst nicht anwesend war, fand Chernarus immer einen Weg, einem trotzdem Arbeit zu machen.
Vorweg: Alles, was ich über diesen Tag weiß, weiß ich vom Hörensagen. Ich war nicht dabei. Ich kann nichts prüfen, nichts bewerten, nichts gerade ziehen. Ich kann nur zuhören, sortieren und mir denken, dass das hier wieder einer dieser Tage war, an denen Abwesenheit nicht vor Eskalation schützte.
Der Tag begann mit einem Knall.
Und zwar bei der Berezino Union – direkt im Hauptquartier.
Sie meldeten einen Raid-Versuch. Zwei Personen seien gestellt worden. Rucksäcke mit Nägeln und Sprengstoff habe man im Wald gefunden. Herz kommentierte trocken, die beiden hätten vermutlich nur angeln wollen. Mit Sprengstoff. Selbstverständlich. Für besonders widerspenstige (Silber-)Fische.
Mittags krachte es dann erneut in Berezino. Ein weiteres Gefecht. Das Camp hielt stand. Nur ein Unterstand war abgebaut worden. Nichts, was man nicht reparieren konnte. Trotzdem nervig. Vor allem an den Feiertagen, wenn eigentlich niemand Lust auf Daueralarm hatte.
Dann kam die nächste Meldung:
LadyBitStorm – das Fräuele – war aus ihrer weißen Olga geschossen worden.
Natürlich bei Solnichniy.
Wo auch sonst?
Pinky meldete später, dass Prigorodki ruhig geblieben sei. Fast schon verdächtig ruhig. Währenddessen machten sich @Jammet, S-TLK und er auf den Weg Richtung NWA. Konvois ablaufen. Nachtsichtgeräte organisieren. Überblick behalten. Irgendjemand musste es ja tun.
Sie arbeiteten sich Richtung Airfield vor.
Vorbei an Konvois.
Vorbei an Helikopter-Abstürzen.
Nichts Besonderes.
Zelte wurden durchsucht.
Dann das Flugzeug.
Die Abwurfstelle.
Alles schien leer. Kein Überlebender. Also rein in die Container. Sichern, was zu sichern war.
Und genau dann tauchte ein Fremder auf.
Er wirkte zunächst ratlos.
Und damit begann das klassische Dilemma:
Grüßen?
Abwarten?
Schießen?
Aber das hier war kein Waldweg.
Kein Brunnen.
Kein Camp.
Es war ein verdammtes Militärgebiet.
Jammet scopte und meldete, der Fremde ziehe eine Waffe. In dem Moment entschieden sich S-TLK und Pinky zu schießen. Treffer. Der Fremde ging bewusstlos zu Boden. Stand wieder auf. Jammet schoss nach – ohne Treffer. S-TLK beendete die Situation endgültig.
Wer der Fremde war, wusste niemand.
Ob er feindlich gesinnt war, wusste auch niemand.
Natürlich kamen danach die leisen Zweifel. Man hätte vielleicht reden können. Vielleicht fragen. Vielleicht deeskalieren. Aber ich konnte mir den Gedanken nicht verkneifen, dass man, wenn man freiwillig ins Airfield ging, sehr genau wusste, worauf man sich einließ. Genauso gut hätten sie es selbst sein können, die dort liegen geblieben wären.
Der Loot war nicht nennenswert.
Die Aufregung dagegen schon.
Und so endete der siebenundzwanzigste Dezember.
🛏️Sonntag – 28.12.2025 – Ruhetag… angeblich.
🛏️Sonntag – 28.12.2025 – Ruhetag… angeblich.
Zum 28. Dezember kann ich tatsächlich mal nicht viel sagen.
Und das allein ist schon bemerkenswert.
Es schien ein Ruhetag gewesen zu sein.
So ein echter.
Nicht die Sorte Ruhe, bei der man später feststellt, dass man nur zufällig nicht hingeschaut hat, sondern eher die Art von Stille, die entsteht, wenn alle gleichzeitig beschlossen haben, ihre Kräfte zu sammeln. Oder ihre Nerven. Oder beides…
Vielleicht ist auch einfach niemand zu mir gekommen und hat mir erzählt, was passiert ist. Das wäre ebenfalls eine plausible Erklärung. In Chernarus weiß man nie so genau, ob einfach nichts passiert ist – oder ob man nur nicht auf der Verteilerliste steht. Aber ehrlich gesagt: Ist mir egal.
Die Camps stehen noch.
"Lost Hope" steht.
Prigorodki steht.
Nichts brennt.
Nichts fehlt in auffälligem Ausmaß.
Keine Stimme übers Funkgerät schreit mich an.
Urlaub…
Selbst in der Apokalypse darf man sich das offenbar mal erlauben.
Damit endete diese Weihnachtswoche.
Eine Woche voller Raids.
Voller Gerüchte, Eskalationen, Fehlentscheidungen und… nennen wir es mal improvisierter Moral.
Und ich hofft – ganz leise, ganz unauffällig –,
dass die nächste Woche vielleicht ein kleines bisschen entspannter werden wird.
Fazit…
Und damit, liebe Zuhörenden, Feiertagsüberlebende, moralische Improvisationstalente, Bambis mit schlechtem Timing, Altlasten mit gutem Gedächtnis,
Silberfische auf Stippvisite, Möbelhausbetreiber mit Bauplänen, Gelegenheitssamariter, Armbindenwechsler und alle, die diese Woche gelernt haben,
dass Weihnachten kein Schutzschild ist – das war sie.
Diese Woche.
Eine Woche, in der Anstand allem Anschein nach auch Urlaub hatte und sich niemand so recht zuständig fühlte, ihn zu vertreten.
Mit Raids zwischen Bescherung und Bettkante.
Mit Autos, die verschwanden, wieder auftauchten und plötzlich neuen Leuten gehörten.
Mit Zelten, die Hoffnung gaben und Schüssen, die Vertrauen erschütterten.
Es war eine Woche, in der man viel erklärte und wenig sicher wusste.
In der Entscheidungen getroffen wurden, weil irgendwer etwas tun musste –
und sich im Nachhinein alle fragten, ob genau das wirklich die beste Idee gewesen war.
Herz-Aus-Goldtat, was Herz immer tut:
Sie hielt zusammen, wo andere auseinander liefen.
Sie baute, vermittelte, sprach ruhig, wenn es lauter wurde, und nannte Dinge beim Namen,
ohne sie unnötig zu verschönern.
Und ich?
Ich hörte zu.
Nicht nur dem Funkverkehr, sondern den Pausen dazwischen.
Ich merkte mir, wer plötzlich sehr still wurde und wer auffällig viel erklärte.
Ich sortierte Stimmungen, legte Berichte nebeneinander und zog Linien, wo andere lieber im Nebel blieben.
Mit trockenem Kommentar.
Mit einer Augenbraue, die sich selten ohne Grund hob.
Und mit einem Funkgerät, das selten Antworten liefert, aber erstaunlich zuverlässig verrät, wann etwas kippt.
Wenn ihr mich braucht, ich bin irgendwo zwischen Weihnachtsfrieden und Neujahreskrachen, mit einer Pipsi, die inzwischen lauwarm geworden ist, (Warum immer ich?)
und einer Geduld, die diese Woche mehr mitgemacht hat als ihr lieb war.
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 - Ende
🎞️VIDEOBEITRAG (ab Sonntag, 04.01.2026, 18:00 Uhr):