Frohes Neues Jahr!
Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal zu Wort melden und das Feedback von Whiskey ergänzen. Viele der angesprochenen Punkte decken sich stark mit meinen eigenen Erfahrungen, weshalb ich Vanilla gern aus meiner persönlichen Sicht weiter ausführen möchte.
Wie bereits beschrieben, entsteht auch mein Feedback nicht aus Unzufriedenheit, sondern aus Verbundenheit mit dem Server und der Community. Ich spiele Vanilla ganz bewusst weil ich Servern mit Tradern und extremen Mods einfach nicht ansprechend finde Vanilla hat da einfach einen schönen Grundkern. Gleichzeitig schließt sich für mich das Bewahren dieses Kerns nicht mit Feinschliff oder Weiterentwicklung aus.
Ein Punkt, der bereits angesprochen wurde und den ich voll teile, ist die Wahrnehmung von Vanilla innerhalb der Community. Für mich fühlt sich Vanilla stellenweise wie ein Nebenprodukt an. Nicht, weil es schlecht läuft oder vernachlässigt wird, sondern eher, weil Vanilla scheinbar „einfach funktioniert“ und deshalb wenig Aufmerksamkeit bekommt. Dabei ist die Entwicklung eigentlich enorm. Ich bin zu Zeiten auf GDZ gekommen, da waren abends fünf Spieler online, wenn es gut lief. Heute gibt es Phasen, in denen Vanilla zeitweise mehr Traffic hat als die Modded-Server. Das zeigt mir sehr deutlich, dass Vanilla lebt und angenommen wird.
Gerade deshalb finde ich es schade, dass sich Vanilla manchmal wie das „fünfte Rad am Wagen“ anfühlt, während Innovation und Sichtbarkeit stärker im Modded-Bereich stattfinden. Dabei zeigen Beispiele wie die neuen Waffenvariationen sehr gut, wie man Vanilla beleben kann, ohne seinen Charakter zu verändern. Diese Skins sind rein kosmetisch, greifen nicht ins Gameplay ein und bringen trotzdem spürbar mehr Identität und Frische.
In dieselbe Richtung gehen für mich weitere Quality-of-Life-Ideen. Dinge wie Fraktionsflaggen, auf die man über längere Verweildauer hinarbeitet, saisonale Wetterwechsel oder leicht angepasste Umweltbedingungen verändern das Spiel nicht grundlegend, sorgen aber für Atmosphäre und Motivation. Auch wenn sich dadurch das bisherige Konzept eines reinen Vanilla-Servers auf GDZ leicht verändern würde, sehe ich darin die Chance, eine größere und langfristig stabilere Spielerschaft zu erreichen.
Ich weiß, dass ich das Thema eines eigenen Login- bzw. Ladebildschirms für Vanilla schon einmal angesprochen habe und dies damals mit dem Hinweis abgelehnt wurde, dass es sich dabei um eine Mod handeln würde. Das kann ich nachvollziehen. Gleichzeitig sehe ich mittlerweile viele Server, die bewusst als Vanilla Plus laufen. Dort gibt es kleine QoL-Anpassungen, die nichts am eigentlichen Gameplay verändern. Keine veränderten Loot-Werte, keine Anpassungen an Hunger- oder Durstverlust, keine Eingriffe in Waffenbalance oder Spawns. Es sind einfache Anpassungen, die das Gefühl, die Atmosphäre oder die Präsentation verbessern. Auch wenn es dann streng genommen nicht mehr „reines Vanilla“ ist, bleibt der Kern unangetastet.
Ein weiterer Punkt betrifft für mich die aktuelle Situation rund um Clans und Fraktionen. Momentan macht es auf Vanilla kaum einen Unterschied, ob ich Teil einer offiziellen Fraktion, eines Clans oder einfach einer Gruppe bin. Abgesehen von einer optionalen Markierung auf der Karte – die viele bewusst meiden – gibt es keinen echten Mehrwert. Das Gruppenfoto wirkt eher symbolisch, da man auch ohne offizielle Fraktion mit fünf Spielern exakt dieselben Möglichkeiten hat. Auch Armbinden verlieren für mich an Bedeutung, da sie häufig gewechselt oder bewusst doppelt genutzt werden.
Hier fehlt mir ein echter Anreiz, mich bewusst und langfristig als Fraktion zu etablieren. Nicht im Sinne von spielerischen Vorteilen, sondern als Ziel, auf das man gemeinsam hinarbeiten kann. Eine Fraktionsflagge oder ähnliche Identitätsmerkmale, die ich mir erst nach einer gewissen Verweildauer oder Aktivität verdienen muss, würden Zusammenhalt fördern und dem Fraktionsgedanken wieder mehr Gewicht geben.
Eng damit verknüpft ist für mich das Thema Raids. Wie schon beschrieben, empfinde ich den fehlenden Schutz außerhalb üblicher Online-Zeiten als extrem frustrierend. Mir ist bewusst, dass feste Raidzeiten wahrscheinlich nicht umsetzbar sind. Trotzdem führt der aktuelle Zustand dazu, dass Offline-Raids eher die Regel als die Ausnahme sind. Als arbeitender Spieler mit normalem Tagesrhythmus bin ich dadurch strukturell im Nachteil.
Nach Hause zu kommen und festzustellen, dass meine Base über Nacht ohne Gegenwehr geöffnet und zerstört wurde, ist extrem demotivierend – besonders dann, wenn viel Zeit und Arbeit hineingeflossen ist. Gerade für neue Spieler, die bewusst Vanilla gewählt haben, ist das ein harter Dämpfer.
Deshalb halte ich es für absolut legitim, zumindest über einen zeitlich begrenzten Raidschutz nachzudenken, zum Beispiel in einem Fenster zwischen 00:00 und 06:00 Uhr. Dieses Schutzfenster könnte flexibel angepasst werden, je nachdem, wie die Vanilla-Spieler darauf Feedback geben. Das würde Raids nicht abschaffen, aber einen faireren Rahmen schaffen, Frust reduzieren und langfristigen Basebau wieder attraktiver machen. Mir geht es dabei nicht darum, Risiko aus DayZ zu entfernen, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Spiel, Motivation und realem Leben zu finden.
All diese Punkte greifen für mich ineinander: die Wahrnehmung von Vanilla, sinnvollere Fraktionsstrukturen, gezielte QoL-Anpassungen und ein fairer Umgang mit Raids. Sie zielen nicht darauf ab, Vanilla neu zu erfinden, sondern darauf, den bestehenden Kern zu stärken und langfristig lebendig zu halten.
Lasst uns da einen schönen Talk drüber führen, wie Feedback nunmal so läuft!!!