💌 Herzensgrüße vom 15.06.2025 – Von Hoffnung, Heimkehr und Heimtücke
Hallo ihr Lieben,
manchmal scheint alles stabil: Die Camps stehen, die Vorräte sind aufgefüllt, wir haben viele helfende Hände und ein wenig Frieden liegt in der Luft.
Doch oft genügt ein Funke – ein Warnschuss, ein Missverständnis, ein Verrat – und man sieht, wie fragil das ist, was wir hier aufgebaut haben.
💥 Zwischen Angriffen und Abschieden
Es ist erstaunlich, wie schnell die Schatten der Vergangenheit (und damit meine ich jetzt nicht DEN Schatten...) wiederkehren – und mit ihnen die Gewalt, die uns so vertraut und doch jedes Mal aufs Neue fremd erscheint. In den frühen Morgenstunden erreichte mich eine Nachricht von den Berezino-Boys. Bitwanted berichtete mir, dass ihr zentrales Lager in den frühen Morgenstunden erneut angegriffen worden war. Ein blauer LKW und eine schwarze Olga sollen dabei eine Rolle gespielt haben. Ob es wieder MISA war, die Hütchenbande oder jemand ganz anderes – das ließ sich nicht mit Sicherheit sagen.
Ein Bambi soll sich am Zahlenschloss zu schaffen gemacht und sich dabei am Stacheldraht verletzt haben. Anschließend sei er zur Polizeistation gerannt und dort verblutet. Das Kuriose: trotz Bandagen im Gepäck. Eine seltsame Geschichte. Vielleicht zu seltsam, um keine Absicht zu sein. Der Junior ist sich jedenfalls sicher: Das war ein Späher.
Er wollte vor seiner Basis jedenfalls ein Zeichen setzen. Ein Warnschuss sollte klar machen: „Hier ist Schluss.“ Doch die Angreifer, die kurz nach dem Bambi an ihr Lager kamen, verstanden den Hinweis falsch – oder wollten falsch verstehen – und erschossen ihn. Bitwalker sprang nun auch ein und verteidgte ihren Wohnsitz. Danach zogen sie sich die Angreifer immerhin zurück.
Es tat mir leid, dass sie schon wieder Opfer eines Angriffs geworden waren, wo sie doch gerade erst begonnen hatten, offiziell unser Auffanglager in Berezino zu betreuen.
Aber der Weg, den wir gingen war nicht immer leicht. Im Gegenteil. Manchmal war es einfacher ohne groß nachzudenken zu schießen, als zunächst das Gespräch zu suchen. Dafür war die Letztere Option aus meiner sicht wesentlich lohnender.
Besuch bei den Berezino Boys
Später traf ich auf Jannik am Auffanglager in Berezino und ich war froh, dass er hier Anschlussgefunden hatte. Ich scherzte mit ihm, dass er ja schon fast zum Inventar gehöre.
Leider sollte seine Reise am heutigen Tag ein tragisches Ende finden. Zumindest vorübergehend. Er wurde krank, starb an einem Wundbrand und landete an der Küste. Leider war ich nicht mehr in der Nähe und konnte ihm so auch nicht helfen.
Auf dem Weg in den Süden begegnete ich einem Überlebenden – voll ausgerüstet, weiße Armbinde, wachsamer Blick. Ich hielt an und bot ihm einen Platz im Wagen an. Einfach so. Ein kleiner Akt der Menschlichkeit auf staubiger Straße. Er nahm an, bedankte sich – und erst, als er neben mir saß, erkannte ich ihn: rob28.
Wir fuhren ein Stück gemeinsam, redeten kaum, doch irgendwie war da ein stilles Einverständnis. Zum Abschied überließ er mir eine DMR – als Dank. Und in mir regte sich ein seltsames Gefühl.
Diese Waffe... sie war mehr als nur ein Gewehr.
Seit jener Nacht, in der ich meine erste DMR aus den kalten, starren Händen eines meiner Entführer zog, verband mich mit diesem Modell eine Art Hassliebe.
Ja, sie konnte mir das Leben retten. Aber sie trug auch eine Geschichte in sich – von Angst, von Ohnmacht, von Überleben.
Waffen waren eben nie nur Metall. Sie waren Entscheidungen. Zeichen. Und manchmal auch Erinnerungen.
Vielleicht würde ich sie weitergeben.
An Sueda, die mir ihre Blaze überlassen hatte, oder an Bitwanted – Junior – der seine DMR bei dem hinterhältigen Überfall durch ein abtrünniges MISA-Mitglied verloren hatte.
Nicht, weil ich sie nicht gebrauchen konnte, sondern weil sie in anderen Händen mit Sicherheit besser aufgehoben wäre.
Ich war mir noch nicht sicher und für den Moment war es mir wichtiger, ein Versteck für "HOFFNUNG 2.0" zu finden.
Aber zuvor holte ich noch Cala-j bei Rify ab und brachte ihn nach Berezino.
🛠 Wiederaufbau und Verlust
Cable98 (Tom) meldete über Funk Vandalismus in Prigorodki: Die Inhalte der Zelte lagen verteilt, Gegenstände verstreut. Hilfsbereit brachte er alles wieder in Ordnung.
Als ich später in Prigorodki ankam, sah ich den Schaden. Jemand hatte unser Militärzelt, das wir als Spende bekommen hatten, einfach aufgestellt und Kisten verschleppt. Wer das getan hatte und warum, war unklar.
Cala-j meldete Schüsse aus Elektrozavodsk. Ein toter Sanitäter lag vor der Polizeistation in Chernogorsk. Und all gab uns mehr und mehr Rätsel auf. Wer war der Tote, wie war er gestorben und wer hatte die Schüsse abgegeben?
🧨 HOFFNUNG verloren, HOFFNUNG gefunden
Dann kam die Nachricht, die mir den Boden unter den Füßen wegriss: Davos von den Banana Ops war als Bambi nach Prigorodki gekommen und erzählte mir von einem Angriff auf ihn und seine Begleiter durch Männer mit weißer Armbinde. In einem roten Sarka!
Ein mulmiges Gefühl breitete sich in mir aus. Ich kontaktierte meine Quelle in Berezino – und es bestätigte sich:
Sie - wahrscheinlich MISA - hatten mir „HOFFNUNG 2.0“ geraubt. Der Platz, den ich provisorisch als Versteckt gewählt hatte, war offenbar nicht sicher genug.
Das war also der Dank. Der Dank für meine Hilfe. Für meine Fahrten. Für mein Vertrauen.
Ich rief Cala-j und gemeinsam mit Davos fuhren wir in den Norden. Ich wollte sehen, ob ich "HOFFNUNG 2.0" nicht irgendwie wiederbekommen konnte. Vielleicht durch Verhandlungen? Doch dann überschlugen sich die Ereignisse.Auf halber Höhe ging ich zu Fuß mit Davos weiter. Cala-j brachte meinen roten Gunter "TREUE 2.0" freundlicherweise sicher zurück in den Süden.
In der Zwischenzeit gab Cala-j noch hilfreiche Tipps an Jannik weiter, der in Solnichniy von einem Unbekannten angeschossen worden war und sich verletzt hatte. Er überlebte und konnte fliehen.
Inzwischen war auch die Gruppe um NiggoB und janinesta (Selina) gegen die Angreifer im Norden im Einsatz. @NiggoB schaltete einen der Angreifer aus, janinesta (Selina) wurde verletzt, überlebte aber Gott sei Dank. Ich tastete mich vor, begrüb die Leichen und nach einiger Zeit endlich die rettende Nachricht: NiggoB hatte sie gefunden: "HOFFNUNG 2.0" stand im Feld. Zwei Reifen kaputt, Kühler beschädigt, aber sonst ging es ihr gut. Sie fuhr noch. Ich sicherte das Auto, reparierte es mit Ersatzteilen (Die Banana Ops überließen mir zwei Reifen und einen Kühler) – und fuhr in den Süden zurück. Einen Reifen konnte ich ihnen schon gleich zurückgeben, denn ich fand ihn unweit ihrer kleinen Festung.
Ich bedankte mich bei den Banana Ops, NiggoB und janinesta (Selina) für die Hilfe und war glücklich, meine gute alte "HOFFNUNG 2.0" wiederzuhaben.
Auf der Suche nach Hoffnung
🔥 Vom Feuer gezeichnet, vom Feuer getragen
Zurück in Prigorodki traf ich Jerry wieder. Silas und später auch UltrA waren ebenfalls da. Am Lagerfeuer erzählte ich von "HOFFNUNG 2.0". Von MISA. Von dem, was bleibt, wenn man alles verloren hat und es sich dann selbst zurückholt. Mit Hilfe von Freunden.
Dann kam John – ein Überlebender aus England. Ja, richtig gehört. Ich zeigte ihm das Camp. Er war überrascht, was hinter unseren Auffanglagern steckte. Als er seinen Wunsch äußerte, eines Tages seinen Freund mitzubringen, bot ich ihm mein Auto an. „TREUE 2.0“. Ich hatte genug zu tun mit all den anderen Fahrzeugen und hatte gesehen, wie schnell man eines verlieren konnte. Besser, John nutzte das Fahrzeug, als dass ich es irgendwo einschloss.
John bedankte sich – und fuhr los.
Auch Plysim von der Schweizergarde war kurz zu Besuch. Höflich und offen wie immer. Es tat gut, vertraute Gesichter zu sehen.
Viel zu früh zog er dann aber auch schon los.
John und Silas sowie UltrA und Plysim am Camp
🎃 Kunst aus Kürbis
Silas zeigte sich etwa später erstaunlich kreativ – arrangierte Kürbisse, Äpfel und andere Dinge im Zelt zu kleinen Kunstwerken. Es war, als würde er mit diesen Gesten eine Art inneren Frieden suchen. Und vielleicht auch den Betrachtern schenken. "Das Auge isst mir", sagte ich und musste lachen.
Dann brach ich auf nach Elektrozavodsk, wo ich das neue Militärzelt aufstellen wollte, bevor es gestohlen werden konnte. Das heute im Lager war ein regelrechter "Close Call". Zu meiner Überraschung folgte Silas mir. Einfach so. Kein Wort nötig. Wir schlugen uns durchs namenlose Dorf, kamen an einem Zug-Event vorbei und fanden dort noch zwei weitere Zelte. Ein echter Glücksgriff.
Das Auffanglager in Elektrozavodsk wurde von uns nun endlich ausgebaut. Ein weiterer Schritt, ein weiterer Schutzraum. Ich war Silas sehr dankbar für die Hilfe und die Begeleitung.
Er sagte zwar nicht viel, aber er wusste instinktiv genau, was er zu tun hatte, ohne dass ich viel erklären musste. Am Ende legte er sich in dem kleinen Hexenhaus schlafen und auch ich zog mich für die Nacht zurück.
Kürbiskunst
Arbeiten am Lager in Elektrozavodsk
🚨 Notruf in der Nacht
Gerade als ich mich zur Ruhe legen wollte, kam ein Notruf von John. Sein Gunter hatte in Svetlojarsk einen Unfall erlitten – Kühler hinüber und ein Reifen. Zündkerze und Batterie hatte er an sich genommen.
Ich machte mich auf den Weg. Svetlojarsk war ein Höllenloch, aber ich fand das Fahrzeug und sicherte es notdürftig – und überließ die endgültige Reparatur einem anderen Tag. Von John fand ich keine Spur, aber ich vermutete er hatte sich irgendwo versteckt, um die Nacht abzuwarten.
Ich verkroch mich ebenfalls im Wald. Erschöpft. Still.
Rettungsaktion "Treue 2.0"
🌅 Zum Schluss...
Manchmal fragt man sich, warum man sich das alles antut. Die Müdigkeit... die Rückschläge. Das ewige Aufbauen, nur damit jemand wieder alles einreißt.
Aber dann sitzt man am Feuer, sieht einem schweigsamen Begleiter beim Anordnen der Kürbisse zu oder hilft einem Fremden, sein Auto zu retten – und plötzlich weiß man es wieder.
Weil Hoffnung kein Zufall ist, sondern eine Entscheidung.
Und so bleibe ich.
Nicht, weil ich muss, sondern weil ich will.
Bleibt wachsam.
Bleibt mitfühlend.
Und bleibt – ihr wisst schon:
…am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛
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