💌 Herzensgrüße vom 22.10.2025 – Unbekannte Krankheit und Hexenwesen
Hallo ihr Lieben,
etwas stimmt nicht mit uns.
Ich sehe es in den Gesichtern – diesen fahlen Schimmer, das graue, aufgequollene Fleisch, die trüben Augen.
Als hätte uns jemand die Menschlichkeit aus dem Spiegel genommen und nur die Hülle dagelassen.
Niemand weiß, was es ist.
Eine Krankheit vielleicht, oder nur ein weiterer Scherz dieser Welt, die uns manchmal so gern an der Grenze zwischen Leben und Tod tanzen lässt.
Wir spüren nichts. Kein Fieber, keine Schmerzen.
Nur das Bild, das uns verrät.
Manche lachen darüber, nennen es den „Halloween-Effekt“.
Andere vermummen sich mit Schals oder Skimasken.
Ich weiß nur, dass es mich mehr beunruhigt als jeder Schuss, weil es etwas zeigt, das sonst verborgen bleibt –
wie leicht wir das Menschliche verlieren können, wenn uns die Welt nur lang genug mit ihrer entsetzlichen Fratze in die Augen sieht.
Und trotzdem:
Wir leben noch.
Wir bauen, jagen, helfen und lachen.
Wir tun, was wir immer tun –
nur dass wir uns dabei selbst kaum wiedererkennen.
🚗 Von Schienen und Schrammen
Der Tag begann mit ein paar Unfällen.
Jannnik fuhr seinen Ada auf Schienen. Ja, das ist nicht unbedingt die beste Idee.
Er verlor die Kontrolle über das Fahrzeug und fuhr gegen eine Hochspannungsleitung. Der Kühler wurde ruiniert, und auch die Zündkerze war hinüber. Zum Glück war janinesta (Selina) auf Abruf und sie folgte seinem Hilferuf bis tief hinein in den Westen. Sie brachte ihm Ersatz und half ihm, den Wagen wieder in Gang zu setzen. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 sagt es ja immer wieder: "Sie ist ne verdammte Heilige und Jannik ist ein verdammter Chaot!"
Ein kleines Wunder, dass das Auto noch zu gebrauchen war. Ein Glück im Unglück. Viel schlimmer hätte es enden können.
Tja aber was soll ich sagen? Etwas später dann der nächste Unfall: Janniks Ada überschlug sich auf einem Feldweg. ZUm Glück konnte er sich einen improvisierten Wagenheber aus einem Lagerfeuer basteln und das Auto wieder umdrehen. Dann setzte er seinen Weg fort. Dieses Mal ohne weitere Autounfälle.
Aber die Sache zeigt klar, warum es um unsere Vorräte an Kühlern am Camp wieder schlecht bestellt ist. Okay okay... der Korrektheit halber muss ich anfügen:
Es war sein eigener Kühler. Aber ihr wisst ja, wie ich das meine ![]()
Es scheint, als würde Chernarus selbst immer neue Wege finden, um uns daran zu erinnern, dass nichts ewig hält – nicht einmal die Autos, die uns von A nach B bringen.
Janniks Unfallserie
🏕️ Ein Herz aus Kürbiskernen und Zeichen am Schwarzen Brett
Am Camp traf ich zuerst auf Hainsi. Zunächst bekam ich einen Schrecken, als ich ihn sah, denn er trug eine rote Hexenhaube, wie sie der militante Arm der Kirche von Morthana bei der Entführung von Sueda ( Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371) getragen hatte. Er trug auhc eine Hexennase, wie Greeny sie in der vergangenen Season am Camp gerne zur Schau gestellt hatte. So kam ich anfangs nicht darauf, dass es sich lediglich um unseren Hainsi handelte, aber zum Glück klärte sich das schnell auf. Genau wie mein Gesicht war auch seines durch diese eingangs erwähnte merkwürdige Krankheit gezeichnet. Blass, schal. Als wäre sämtliches Leben aus unseren Wangen gewichen. Und dennoch waren wir da.
Hainsi mit Hexenhaube und seltsame Krankheit
Später traf dann Alex, der Wolfsmann am Lager ein.
Er grüßte freundlich, und ich war froh, ihn zu sehen.
Es tat gut zu wissen, dass sein Weg ihn wieder zu uns gefunden hatte, nach so viel Einsamkeit im Wald.
Alex am Camp
Im Zelt mit dem Kürbisherz lag eine Bambi-Armbinde mitten im Kürbisherz.
Fast wie ein Geschenk.
Fast.
Die Bambifahne war einst eines unserer Symbole gewesen – neben der Refuge-Fahne.
Ein Zeichen für Neuanfang, für Unschuld, für die, die nichts hatten als Hoffnung.
Aber ich ahnte, woher die Armbinde vermutlich stammte.
Eine Bambi-Fahne war uns vor nicht allzu langer Zeit gestohlen worden.
Vielleicht brachten die Täter sie nun Stück für Stück zurück, so wie auch die Refuge-Fahne ihren Weg in Stückchen wieder zu uns gefunden hatte.
Ich biss die Zähne zusammen und verstaute die Armbinde.
Armbinde im Herz
Am Schwarzen Brett lagen zwei neue Buchstaben: M und C.
Ich weiß nicht, was sie bedeuten sollten.
Manchmal ist Unklarheit hier gefährlicher als Bedrohung – weil sie sich festsetzt im Kopf und man immer und immer weider darüber nachdenkt, was das alles wohl zu bedeuten hat.
Buchstabensalat
Alex schien meine Nachdenklichkeit zu bemerken.
Er brachte versuchte mich aufzumuntern und brachte mir eine neue Fahne, ein stilles Angebot.
„Falls euch die jetzige mal geklaut wird…“
Ich nickte dankbar. Es fühlte sich an wie eine Geste von jemandem, der mehr verstanden hatte, als er sagte.
🐗 Jagd und Fettregel
Etwas später gingen Alex und ich gemeinsam jagen. Für mich war es kein großer Erfolg, denn ich scheuchte zunächst das Wildschwein viel zu früh auf und verfehlte dann auch noch, wie so oft.
Aber Alex traf.
Er erlegte zwei Schweine, wir zerlegten sie und brachten das Fleisch zurück ins Camp.
Nach dem Grillen sah ich, wie er Fett ins Essenszelt legte.
Ich winkte ab.
„Bitte kein Fett in die Zelte“, sagte ich nur leise mehr zu mir selbst als zu ihm.
Man konnte bei Fett nie sicher wissen, ob es nicht von Menschen stammte, wenn man nicht selbst bei der Verarbeitung Hand angelegt hatte.
Darum gab es die "Fettregel". Sollte jemand am Camp Fett im Essenzelt finden, so was es nicht von uns dort hineingelegt worden und potenziell gefährlich.
Das war eine dieser stillen Regeln, die wir uns selbst setzten, um eventuellen Gefahren entgegenzuwirken.
Später stellte ich aus dem Wildschweinleder Rucksäcke her, spendete noch etwas Blut und hoffte, dass wenigstens das den Tag nützlich machte.
Auf der Jagd
🎃 Von Hexen, Gesichtern und Schatten
Jannnik kam später mit einem Hexenbesen zum Camp.
Wir lachten darüber, denn all seine Bemühungen, das Ding zum Fliegen zu bringen, scheiterten. Eine kleine Absurdität im Alltag, und es tat gut, gemeinsam so zu lachen.
Doch das Lachen blieb mir bald im Hals stecken.
Am Feuer erzählte ich Alex die Geschichte von "Nscheiss", dem Mann, den wir hatten ziehen lassen.
Er schien nachdenklich. Schließlich tauschten wir Pfannen: alt gegen neu.
Manchmal ist das alles, was man tun kann – etwas Altes loslassen, etwas Neues beginnen.
Kurz darauf brachen er und Jannik auf, um nach Konvois zu suchen.
Hexenbesen und andere Dinge
🚙 Vom Witwenmacher und Buchstabensalat
Etwas später kam Hainsi wieder.
Jannik übergab ihm den Witwenmacher 2.0, einen gelben Sarka.
Hainsi freute sich ehrlich, und es tat gut, das zu sehen.
Gemeinsam grillten wir die letzten Fleischreste,
und Jannik fand sogar noch einen Hexenhut.
Er setzte ihn auf, grinste, und für einen Moment schien alles wieder leicht.
Am Schwarzen Brett lag ein neuer Buchstabe: J.
Vermutlich für Jannik.
Und am Abend sah ich in einer der Kisten ein kleines Herz aus Kürbiskernen.
So viele Nachrichten an einem Tag.
Ich wünschte, ich wüsste, welche davon ernst gemeint waren.
Jannik am Camp
🏚️ Das Schloss und der Scherzkeks
In der Rostigen Axt entsorgte ich verdorbenes Fleisch.
Bei der Garage in Chernogorsk wurde ein Fremder gesehen.
Man hielt Abstand.
Etwas später dann am Camp die Überraschung, es war Melo Katar gewesen. Er besuchte uns wieder und wir unterhielten uns kurz.
Kaum war Melo Katar jedoch wieder fort,
war ein dreistelliges Schloss am Tor zum Kochhaus angebracht worden.
Ich hätte es mir ja denken können....
Ich seufzte.
Melo der alte Scherzkeks...
Jannnik war so freundlich und setzte sich daran, das Schloss zu knacken – und bei 666 sprang es auf.
So ein kleiner Teufel...
Ich lächelte, trotz allem iregndwie.
Melo am Camp
🌆 Verfolgung bei Dämmerung
In Berezino sah ich später eine Leiche auf den Gleisen liegen.
Ein anderer Mann huschte in der Nähe in einem Gebüsch in Deckung. Sein Mörder oder sein Freund?
Ich weiß bis heute nicht, was mich dazu veranlasst hatte, aber ich folgte ihm, vorsichtig und mit Abstand. Immer weiter, bis nach Svetlojarsk, wo er sich mit einem zweiten Überlebenden traf.
Ich beobachtete sie von einem Wohnhaus aus, wie sie bei der Kirche auf Zombies schossen.
Sie bemerkten mich nicht.
Eigentlich hätte ich da umdrehen können. Aber ich entschied mich dagegen und folgte ihnen weiter bis zur Klinik, dann verlor ich sie jedoch aus den Augen.
Im Containerhafen sah mich dann aber einer von ihnen.
Die Waffe im Anschlag.
Ich duckte mich hinter eine Mauer.
Es dämmerte bereits.
Ich hob die Hände über den Kopf und rief, so ruhig ich konnte, dass ich friedlich sei und sie bitte nicht schießen sollten.
Nichts geschah.
Dann rannte einer von ihnen an mir vorbei, so nah, dass ich seinen Atem hörte.
Der andere blieb stehen, sah mich an, zielte – und ließ die Waffe sinken.
Er drehte sich um und lief.
Einfach so.
Ich dachte an damals – an Prigorodki, an die Balzbubis, an das Lachen, das Schießen, das Schweigen danach.
Und ich war ihnen dankbar, dass diese beiden hier anders entschieden hatten und mich unbehelligt weiterziehen ließen.
Ich blieb noch eine Weile liegen, wartete, bis das Zittern in meinen Beinen nachließ und setzte dann meinen Weg fort.
Auf leisen Spuren
⚒️ Nachklang
Später hörte ich noch von The_GraveDigger.
Er war wieder in Berezino aktiv, baute, half, räumte auf –
wie jemand, der nie müde wurde,
die Welt ein kleines Stück zu reparieren.
Zitat von HC_GraveDiggerHallo Herz, habe in Bere, frisches Fleisch im Camp aufgefüllt, Verbände und Klamotten durch sortiert. [...] Flagge wieder gehisst, und die Flagge an der kneipe in Bere auch wieder gehisst. Habe vorhin auch Schüsse gehört nahe Berenzino, richtung Kehlm oder Krasnostav. Das Wars Soweit.
Ich zog weiter.
Von Svetlojarsk zurück nach Berezino, von dort über Nizhnoye nach Solnichniy.
Dort suchte ich mir ein Haus, legte die Waffen beiseite und atmete durch.
Zum ersten Mal an diesem Tag wirklich.
Der Weg zurück
🌅 Zum Schluss...
Chernarus war still geworden, aber es war keine friedliche Stille.
Eher die, die bleibt, wenn man zu viel gesehen hat.
Heute hatte ich viele Zeichen gefunden –
eine Armbinde, Buchstaben, Kürbiskerne.
Und doch war alles, was zählte, das, was ich nicht verlor: die Hoffnung, dass selbst in dieser Welt noch jemand die Waffe senken kann.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf – und bleibt am Leben.
gez.
Herz-Aus-Gold 💛