DIE GIER UND DIE SELBSTREFLEXION
Chernarus. Eine karge Welt, in der man nichts geschenkt bekommt – außer vielleicht eine Kugel.
Wir hatten es endlich geschafft: Drei Autos, randvoll mit Werkzeug, Baumaterial, Vorräten... und Stolz. Man hätte meinen können, wir wären der ChernoADAC.
Doch dann kamen sie... in der Nacht. Leise. Heimtückisch. Und mit sehr langen Fingern. Hühnerdiebe schlichen sich durch Berezino.
Als wir am Morgen erwachten, war nicht nur ein Huhn weg, sondern auch alle Fahrzeuge. Das geklaute Huhn muss ja irgendwie transportiert werden...
Herz-Aus-Gold hat den Einbruch entdeckt und das schlimmste verhindert indem sie unser Heim gleich wieder verschloss. Einfach eine gute Seele..
Während wir noch tief schlummerten und wahrscheinlich von Lagerfeuern und Hühnerschenkeln träumten, schloss sie das Lager wieder ab und rettete damit, was noch übrig war: unsere Würde. Oder zumindest ein paar Dosen Bohnen.
Doch es war nicht der erste Übergriff. Und irgendwann ist Schluss.
Wir haben uns genommen, was uns genommen wurde – schließlich spricht man in Chernarus nicht von Diebstahl, sondern von "Rückführung beweglicher Güter".
Aber was bleibt?
Der bittere Nachgeschmack von Gier.
Wir reden von Eigentum… aber Eigentum? In Chernarus? Wenn die Gier zur Normalität wird, dann sollte man sich mal wieder erinnern was man wirklich braucht.
Denn sobald du was hast, willst du mehr. Drei Autos. Fünf Zelte. Sieben Paar Schuhe. Und plötzlich merkst du: Der Rucksack ist voll, aber der Magen leer.
Vielleicht ist das die wahre Lektion hier draußen: Man braucht keine drei Autos und drölfzig Zelte ...
Man braucht nur ein gutes Steak.
Am Feuer. Mit Freunden.
Die Berezino Boys