Überleben? Optional! - Episode 003: Camp im Fadenkreuz
- Suedas Wochenbericht vom 15. bis zum 21. Dezember 2025 -
- Folge 003 -
Hallo? …Hallo?
Okay. Gut. Das rote Lämpchen leuchtet. Also tue ich jetzt einfach so, als wäre das hier geplant.
Einsatzzentrale, hört ihr mich?
Hier spricht Sueda Staneva. Ersatzteil. Äh bitte was…?! WAS STEHT HIER? NEIN - äh
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371. Immer noch da, sehr zum Leidwesen für manche.
Ich bin so ne Art Realitätsfilter. Nicht besonders hübsch, nicht immer angenehm – aber zuverlässig, wenn’s darum geht, den Dreck aus der Luft zu ziehen. Und diese Woche… tja. Diese Woche war Chernarus in Bestform.
Erst freundlich. Fast höflich. So dieses „Ach komm, wird schon“-Gefühl.
Und dann trat es dir mit Anlauf gegen’s Schienbein, nahm dir das Auto weg, klaute dir n‘ Zelt und fragte anschließend ganz unschuldig, warum du jetzt so empfindlich reagierst.
Wir hatten Verhandlungen, die nach Fortschritt klangen – und in Funkstille endeten. Wir hatten Kämpfe, die keiner wollte. Entscheidungen, die trotzdem getroffen wurden. Und Momente, in denen Menschlichkeit kurz durchblitzte… bevor wieder jemand dachte, ein Brunnen sei ein Schießstand.
Kurz gesagt: Es war eine Woche, die dich gleichzeitig bauen ließ – und alles wieder abreißen wollte. Also macht euch ’ne Pipsi auf. Oder, was ihr sonst so habt, lehnt euch zurück. Atmet tief durch. Ich nehme euch mit.
Willkommen zurück in unserem Chernarus.
🚘Montag – 15.12.2025 - Silberfische in der Nacht
🚘Montag – 15.12.2025 - Silberfische in der Nacht
Der Morgen begann mit etwas, das selbst mir kurz den Sarkasmus aus dem Gesicht gezogen hat: vJoni wurde geraidet. Und ja – Joni und ich sind jetzt nicht „beste Freunde“. Eher so Kategorie: man nickt sich zu und hofft, der andere schießt dir nicht gleich in den Rücken. Aber nen Raid wünsch ich niemandem. Das hat ihn hart getroffen. Und das tat mir leid. Wirklich.
Währenddessen war jayphiiyoauf Tour. Zelenogorsk, später ein Zug-Event bei Zvir – und wie das Leben so spielt, endete die Nacht nicht romantisch, sondern frontal an ‚ner Laterne. Kühler kaputt. Zündkerze hinüber. Nacht, Kälte, der Klassiker.
Und irgendwo in diesem Chaos verschwand plötzlich ‚ne Kiste aus Jays Auto. ABC-Stuff. Alles Weg. Stattdessen lag da ein Baseballschläger mit Lichterkette. Tauschgeschäft? Kunst? Oder einfach Chernarus, das mal wieder „witzig“ sein wollte?
Eher Letzteres.
Denn parallel dazu schlich Mora von den Silberfischen durch die Gegend – rein zufällig natürlich – ebenfalls auf der Suche nach einem Kühler. Chernarus und seine Autos.
Jay, hilfsbereit wie sie ist, bot ihm ihren an. Was sie nicht wusste: Mora war ziemlich sicher genau der Typ, der sich ihre Kiste geangelt hatte. Silberfisch halt. Glänzt kurz. Ist weg. Hat Spaß.
Das Beste daran? Die beiden müssen die ganze Zeit um dieses Auto herumgeschwänzelt sein – und haben sich trotzdem nicht gesehen. Ja vielleicht war Mora an dem Abend eher kein Silberfisch, sondern ein Blindfisch. Okay, okay. Wir alle wissen wie leicht man da draußen mal was übersieht. Besonders wenn’s mitten in der Nacht ist.
Aber witzig war’s schon.
Jay zog sich jedenfalls zurück. Und ihre Laune? Sagen wir so: Gegen Jays Wut wirkte Herz’ Enttäuschung über Greeny wie eine sanfte Frühlingsbrise.
Am Morgen sicherte die Berezino Union dann zusammen mit Cala-j Jays Olga. Reifen ran, Karre wieder flott.
Randy meldete sich auch – wegen dem Bericht von letzter Woche: Der schwarze Gunther vor Elektro war wohl einfach ein Unfall von ihr gewesen. Passierte leider.
In Nizhnoye verschwand unser Regenfass. N‘ ziemlicher Affront. Wir wollten essen, Wasser sammeln… stattdessen lernten wir wieder: Ehrlichkeit ist halt hier weiterhin optional.
Hm wär n‘ guter Titel für Herz neuen Podcast. Naja egal…
Ähem…dann kam wenigstens ein Lichtblick: janinesta (Selina) bekam "HERBERT", ihren blauen Gunther, von der Berezino Union. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie sie durchs Camp lief. Freudestrahlend. Und Herz-Aus-Gold bekam im Gegenzug von ihr den roten Sarka. Geschichtsträchtig. Herz war glücklich – und grübelte natürlich sofort, wie sie das Ding nennen sollte. Fahrzeuge brauchen Namen. Immer. Sonst sind sie beleidigt.
Und dann: nächster Schlag. Der grüne Ada der Berezino Union wurde geklaut. "Frauele" ( LadyBitStorm) und Bitwanted wurden bei Nizhnoye im Auto erschossen. Täter meldete sich prompt und stolz: Davus von den Silberfischen und gratulierte sich zu dem guten Schuss. Silberfische…ich sag’s ja: Sie sind klein, gemein und tauchen immer dann auf, wenn’s am meisten nervt. Aus dem fahrenden Auto hat er die beiden geschossen. Locke hätte das wieder „lecker“ genannt. Die Berezino Union fand’s… sagen wir: weniger lecker.
KYS meldete sich derweil wegen des Unterstands an Bastis Tankstelle. Abgebaut. Von ihnen. Aha. deco entschuldigte sich – man habe gedacht, es sei ‘n Banditencamp. Banditencamp. An einer offenen Tankstelle im Westen. Mit offen zugänglichen Sachen. Keine Samaritersachen. Deswegen haben sie nicht gedacht, dass es n‘ Samariter-Ding ist.
Ja. Genau. Zur Klarstellung und zum Mitschreiben: Das war Bastis Projekt – „Last Hope“. N‘ Gemeinschaftsding. Und selbst wenn man sich „geirrt“ hatte: Man benahm sich nicht wie die Axt im Wald. Herz-Aus-Goldsagte trocken: „Nicht mein Thema. Klärt das mit Basti.“ Also Entschuldigung notiert. Protokoll erfüllt.
Der Schankmeisterwurde inzwischen Jäger und Sammler fürs Camp und wirkte dabei… erschreckend zufrieden. Jannnik hingegen sammelte Bambis. Wirklich. Er nahm Pontan von Elektro im Auto mit nach Prigorodki – „mitnehmen“ bedeutete hier allerdings nicht „Steig ein, ich bring dich in Sicherheit“, sondern mit vorgehaltener Waffe zu sagen „STEIG EIN!“. Pontan sprach kein Deutsch. Jannik hasste Englisch. Ergebnis: eine der verzweifeltsten Kommunikationssituationen dieser Woche. „RED DEUTSCH, VERDAMMT!“ – hat nicht funktioniert. Am Ende war Pontan trotzdem dankbar, rüstete sich am Camp aus und zog weiter. Manchmal reicht das schon zum Überleben.
janinesta (Selina) traf am Camp noch auf Papa Big – keine Ahnung, wer das war, aber er wollte keine Hilfe. Lootet sich alles selbst. Respekt. Unsere Camps sind Angebote. Keine Pflicht. Auch wenn Jannik manchmal… nachhilft.
Und zum Abschluss schrottete WhiskeyMixernoch seinen grünen Ada. Er wollte durch einen Busch fahren. Der Busch hatte andere Pläne. Plötzlich: solide Hitbox. Auto tot.
Und weil Chernarus gern nachtritt, gab’s im Norden noch das erste Gefecht zwischen der Hütchenbande und I.K.E.A. Natürlich im Norden. Es ist immer der Norden. Wenn irgendwo geschossen wird, dann da, wo’s kalt ist und alle überzeugt sind, im Recht zu sein.
Whiskey schnappte sich erst ein Hütchen, dann das zweite – und das zweite machte ein Hütchenspiel daraus: Kopf kurz hinter der Wand hervor, Whiskey schoss, Kopf weg. „Missed me.“
Whiskey ließ das nicht auf sich sitzen, kletterte aufs Dach, scoped rüber Richtung Nordwald – und als das Hütchen dann wegrannte und sich hinter einem Heuballen versteckte, erwischte er es doch. Zwei Hütchen down, das dritte entschied sich für die gesündeste Option in Chernarus: rennen. I.K.E.A. eins, Hütchen null.
Abends sprach Herz-Aus-Gold noch mit WhiskeyMixer über den roten Sarka. Zu viele Autos. Roter Gunther, Rally-Gunther, Kisten, Pläne… irgendwann war selbst bei Herz Schluss mit motorisiertem Optimismus. Der Sarka sollte in gute Hände. Whiskey sagte nur ein Wort: „ vJoni“. Naja und „El Patron“.
Herz hielt kurz inne – und wusste: Ja. Schon wegen der Geschichte. Wegen „Hoffnung“. Also nahm sie Kontakt auf.
Währenddessen half Der Bert in Svetlojarsk einem Neuankömmling namens Martin – Camp Gucci, Ausstattung. Willkommen im Irrenhaus. Jay brachte Spenden nach Prigorodki. Pontan tauchte noch einmal kurz auf, man saß zusammen, Herz bedankte sich. Camp lief. So gut Camps halt laufen, bevor wieder jemand meint, er müsste „Action“ suchen.
☣️Dienstag – 16.12.2025 - Gruppenfoto und Giftgasunfälle
☣️Dienstag – 16.12.2025 - Gruppenfoto und Giftgasunfälle
Der Dienstag bewies eindrucksvoll: Hoffnung hatte hier zwar vier Räder – aber nicht jeder durfte sie anfassen.
vJoni meldete sich wegen des roten Sarkas. Begeistert. Überschwänglich. Herz sei die Beste. Natürlich würden sie das Auto nehmen. Und als Herz-Aus-Gold sagte, sie stelle es in Prigorodki bereit, kam: Felix ( erschmadiebasics) hole es gleich ab.
Herz: entsetzt. Felix?
Sie stellte klar: „Nein. Felix holt gar nichts ab. DU holst das Auto ab, Joni.“
Joni versuchte zu erklären, Felix habe sich bereits umgebracht und sei als Bambi unterwegs. Herz blieb hart. Emotional dement war sie nicht. Felix hatte dem Camp geschadet – ohne Entschuldigung. Also bekam er nicht auch noch „HOFFNUNG“ in die Hand gedrückt. Kindisch? Vielleicht. Klar? Definitiv. Am Ende holte Joni das Auto selbst ab.
Danach holte Cala-j den „bunten Hund“ ab – ein Fundfahrzeug, das Herz-Aus-Goldbei Balota im Wald entdeckt hatte. Ein grüner Sarka im Wald war praktisch unsichtbar. Der Täter hatte aber Türen abmontiert. Eine rote Tür schimmerte zwischen den Tannen – und genau deswegen hatte Herz das Auto überhaupt gesehen. Wer ihn damals überfallen hatte? Immer noch unbekannt. Cala war trotzdem glücklich. Und das zählte.
Später holten Herz und Basti Benzin für Generator und Batterieladegerät. Autobatterien leer, Zeit für Realität. Jammet begleitete sie. Am Camp entstand ein Gruppenfoto mit Jammet, S-TLK, Basti, Dorian und Wundbrand-Tom. Tom meldete nebenbei, dass er auf einem Boot an der Küste erschossen worden war. Man nickte. Chernarus.
Danach fuhren Herz, Jammet und Selina Konvoistrecken ab – Routine: Krankenhaus, "Last Hope", Wege checken. Bis sie genau das taten, was man nicht tun sollte: Sie standen zu lang in einer Gegend, in der Giftgas einschlug. Und natürlich schlug es ein. Herz verlor die Orientierung, alle drei wurden krank. Sehr krank.
Sie rasten Richtung Prigorodki, während schon klar war: keine Blutreserven, kein Gegenmittel, kein Null-Negativ. Nicht mal Herz war gerade kompatibel. Zeit lief. Schnell. Sie wichen Richtung Tankstelle in Cherno aus, Hoffnung auf Krankenhaus – aber es sah mies aus. (Oh, ich sollte Dichter werden!)
Und dann lief Dorian s-tlk in die Arme am Camp . Null-Positiv. Nicht perfekt – aber perfekt genug. Dorian spendete. Und spendete. Und spendete.
janinesta (Selina) brauchte drei Beutel. Herz nahm einen und als sie genesen war verabreichte sie Jammet ihr Blut.
Und so sprangen die drei dem Tod von der Schippe.
Basti hatte noch nach Leibeskräften unterstützt und war mit dem Boot in die Gegend gekommen.
Tja und für Herz? Für Herz war das ein Close Call. Ein sehr deutlicher. Wieder einmal zeigte sich: Ohne Vorräte ist Samariterarbeit nur ein hübscher Begriff auf einer Armbinde.
Abends saßen sie im Camp. Erschöpft. Angeschlagen, aber lebendig. Wunden wurden geleckt. Lektionen gelernt. '
Und Dorian?
Still. Aber ein Held.
🛢️Mittwoch – 17.12.2025 - Zu sichere Basen, Fässerspenden und Blutgruppenbingo mit Freunden
🛢️Mittwoch – 17.12.2025 - Zu sichere Basen, Fässerspenden und Blutgruppenbingo mit Freunden
Kann ’ne Base zu sicher sein? Ja.
Herz-Aus-Gold traf auf dem Weg nach Cherno Melo Katar – Melo, vom gemoddeten Server, Scherzkeks mit faustdickem „Hoppla“ hinter den Ohren. Er berichtete, er habe in Elektro eine Base gefunden und „sicherer gemacht“. Herz grinste schon, bevor sie fragte wie.
Dreistelliges Schloss raus. Vierstelliges rein. Code? Kann nur Melo. Natürlich.
Herz vermittelte. Informierte die Besitzer. Problem: Die Besitzer hatten sich – entgegen aller Warnungen – in ihrer eigenen Basis ausgeloggt. Und jetzt kamen sie nicht mehr raus. Sie erreichten Melo nicht. Also musste Herz wieder zwischen allen Stühlen sitzen und Dinge regeln, die Leute eigentlich selbst hätten lösen können. Am Ende wurde der Code weitergegeben. Basis offen. Herz genervt. Diese leise Art von genervt, bei der man weiß: Beim nächsten Mal lächelt sie ein bisschen weniger.
Bitwanted brachte ein Fass vorbei. Event-Stash. Herz bedankte sich freundlich. BitWanted und Schankmeister holten Benzin, quasi Begleitschutz.
Später holten ninja2.00926 (UltrA) und Cala-j Basti in Tishina ab. Basti hatte dort eine Garage gebaut, war offiziell Bürgermeister und wollte einen Dienstwagen – aber nicht zu viele Autos, sonst kamen Neider. Herz grillte und angelte wie immer, während Basti erzählte, er sei früher Rettungshubschrauberpilot gewesen. Herz war sichtbar beeindruckt. Samariter im Kern, ich sag's ja.
Dann ging’s zum abgestürzten Weihnachtsmann, für n' bisschen Loot.
Herz fand ‚ne Plattenweste. Rio brachte ein weiteres Fass vorbei. Event-Stash füllte sich. Und am Ende spielte Herz Blutgruppen-Bingo – mit mäßigem Erfolg, bis jayphiiyo und Basti hinterherfuhren, Testkits organisierten und sie endlich wieder Null-negativ hatte. Anschließend: Vorräte auffüllen. Vorsorge. Überlebensstrategie.
🏕️Donnerstag – 18.12.2025 – Reges Treiben am Camp
🏕️Donnerstag – 18.12.2025 – Reges Treiben am Camp
Während ich im anderen Chernarus ein Gruppenfoto für die UNOC schoss – ja, ich hab auch mal „Urlaub“ – passten Black Lion und Jammet auf Prigorodki auf.
Basti fand ein Feuer, das brannte – aber keine Seele weit und breit. Dafür: komplettes Feuerholz weg und in den Kamin gestopft. Essen fast leer. Jemand hatte offenbar entschieden, dass Nervensägen auch ‘ne Lebensform sind.
E.C.H.O. kam vorbei mit Teddy und einem Vierer-Zahlenschloss. S-TLK bekam Rios Fass überreicht und bedankte sich. Er brachte Felle und Fleisch – dringend gebraucht. Herz-Aus-Gold räumte auf, baute zwei Unterstände. ninja2.00926 (UltrA) kam rückwärtsfahrend ins Camp, weil sie mit Cala-j Wetten abschloss wie andere Leute Einkaufsliste schreiben. Immerhin versprach sie Hilfe bei der Blutgruppenjagd: 20 Testkits wollte sie im Auto sammeln.
Herz-Aus-GoldBatterien, rechnete Benzin gegen Laufzeit und tat so, als wäre das alles völlig normal. Wissenschaft in Chernarus: „Wie lange läuft der Generator, bis wieder irgendwer ihn klaut?“
🎯Freitag – 19.12.2025 – MISA kehrt zurück- naja irgendwie…
🎯Freitag – 19.12.2025 – MISA kehrt zurück- naja irgendwie…
Der Tag begann verdächtig ruhig. Und das ist rückblickend immer ein schlechtes Zeichen.
Herz-Aus-Gold werkelte an der Rostigen Axt und fuhr den roten Sarka spazieren. Kurz davor hatte ich einen schwarzen Gunther gefunden – so einen, der nach jayphiiyos Gunther „Black Beauty“ aussah. Ich gab Jay den Tipp. Sie war dankbar – und machte etwas Seltenes: Sie gab Autos weiter. Herz bekam den roten Sarka und die „Black Beauty“, die sollte ninja2.00926 (UltrA) bekommen. Für einen kurzen Moment wirkte alles zivilisiert.
Der rote Sarka…Veteran. Zwölf Unfälle überlebt. Der dreizehnte kam nachts: Wasser nicht gesehen, reingefahren, Motor tot. Ende Gelände. Immerhin hieß das Ding nicht Hoffnung. Sonst wäre die Hoffnung jetzt wortwörtlich abgesoffen. Die liegt, hoffentlich, weiterhin bei El Patron – irgendwo in der Version 4.0.
Pinky und Cala-j bargen die Ladung und brachten Herz zurück zum Camp. Der Schankmeister meldete Wölfe in Prigorodki. Ja. Wölfe. Mitten im Ort. Ungewöhnlich. Aber leider kein Märchen. Auf dem Rohbau tauchte ein Sniper auf – Puls hoch – Aber Entwarnung: Es war Rio. Beobachtend, freundlich und: mit Fass! Eine Kiste die er für sie versteckt hatte, holten sie später von einem Zugevent ab.
Aber Rio lehnte eine Mitfahrgelegenheit ab. Er stieg nicht in irgendwelche Autos. Vielleicht angesichts der jüngsten Ereignisse eine kluge Wahl.
Dann Notruf: janinesta (Selina) meldete, WhiskeyMixer und NiggoB hätten bei Kamyshovo eine Panne. Drei Reifen weg, Kühler weg, Wasser weg. Also: Auto tot, nur noch Stimmung vorhanden. Herz-Aus-Gold packte alles, was ging, und fuhr mit Schankmeister, Basti und Pinky los. Unterwegs stellte man fest: Ein Reifen fehlte. Natürlich. Zum Glück fanden sie einen in Kamyshovo, reparierten das Auto und Whiskey und NiggoBkamen wieder los.
Parallel dazu meldete janinesta (Selina) etwas, das mir Bauchweh machte: Ein Mann namens Michael war am Camp. Englisch, gebrochen Deutsch, sehr informiert. Herz wurde misstrauisch. Whiskey hatte öffentlich MISA „vermisst“. Und plötzlich klang alles nach: MISA ist zurück. Stimmen klangen verdächtig nach (MISA) ROB. Herz warnte Selina. Sie zog sich zurück, sah am Brunnen noch einen zweiten – die kannten sich. Das reichte völlig.
Zwei Fässer sollten noch nach Cherno, wurde aber abgeblasen. Zu riskant. Herz-Aus-Goldund Pinky zogen in den Wald, Schankmeister und Basti sollten am Weihnachtsbaum Granaten rauslooten. Keine Granaten, keine Überraschungen.
Und dann traf der Schankmeister eine Serie maximal ungünstiger Entscheidungen:
Erst schoss er in der Stadt auf Zombies. Laut. Dann verschanzte er sich in der Polizeistation. Schritte vor der Tür. Zwei Spieler rein. „Polen“, sagten sie. Schankmeister grüßte freundlich, sogar mit Trinkspruch in Tschechisch. Und dann erschossen sie ihn. Einer meinte noch: „Sorry, I have to do this.“
Ja. Klar. Dann ist ja alles gut.
Schankmeister wachte in Svetlojarsk wieder als Bambi auf. Pinky holte ihn zusammen mit Herz ab. Er landete erst am Bürogebäude statt am Camp Gucchi – Zombie-Hölle – fast tot. Herz schaffte es gerade noch, ihn mit Blut zu stabilisieren. Basti hatte sich inzwischen Richtung Camp in Prigorodki gerettet. Schankmeister war vor allem wegen einer Sache fertig: Die Armbrust, die Herz ihm gegeben hatte, war weg.
Herz alarmierte Locke. Blick vom Nordwald auf den Rohbau. Locke sah nichts, ging zum Brunnen – und fiel tot um. Basti zog seinen Dienstrevolver, wollte retten, was ging – und starb ebenfalls. Zwei weitere Bambis. Im Kochhaus hatte sich noch ein Aushilfs-Samariter verschanzt. Waffe in der Hand, nicht geschossen. Trotzdem gestürmt. Und Granaten hatten Zelte beschädigt. Das war kein Versehen. Das war Absicht.
Ab da war Schluss mit freundlich. Herz-Aus-Gold Gold informierte Black Lion, S-TLK – und mich. Ersetzbares CrewmitgliedNr. 371. Ich bezog Stellung am Turm. S-TLK callte sauber. Ich versemmelte erst, weil ich nun mal ich bin. Dann schossen Black Lion und ich gleichzeitig – und mein Treffer saß. Sniper down.
Die anderen stürmten das Camp. Der zweite Angreifer wurde am Brunnen gestellt. Locke erwischte ihn kampfunfähig, Basti musste mit dem Messer ran – und das traf ihn härter als jeder Schuss. Basti war kein PvPler. Er war Rettungshubschrauberpilot gewesen. Einer von denen, die wirklich helfen wollen. Genau solche Leute in so eine Situation zu drücken – das war das Widerwärtige.
Später meldete sich Rob. Bestätigte alles. MISA war zurück. WhiskeyMixers Aufruf hatte funktioniert – nur leider nicht so, wie man’s sich wünscht. Begründung: Zu viele gut ausgerüstete Leute am Camp, da wollte man ein bisschen Action machen. Klar. Herz und ihre „Privatarmee“. Natürlich.
Herz stellte im Funk klar: Camps und Brunnen sind keine Bühne. Kein Trainingsgelände. Kein Hochloot-Areal. Das sind Orte, an denen Menschen ankommen und atmen sollen. Rob versprach, sie kämen nicht wieder. Ehrlich? Die gleichen Worte hatte ich bei den Berezino Boys auch schon gehört und am Ende waren sie zwei Tage später geraided worden.
Aber hey, heute standen wir noch. Sie nich. Aber das Gefühl blieb: Das war nich vorbei. Nur vertagt.
Später tauchten zwei Bambis am Camp auf: Florian und Andi. Hunger, Cholera – wir kriegten das hin. In der Polizeistation sicherten wir die Sachen vom Schankmeister. Blaue Armbinden lagen dort. Keine Ahnung, was MISA damit vorhatte. Sicher nichts Nettes. Die Armbrust blieb weg.
Herz kam per Boot über Berezino und Nizhnoye zurück. Und traf eine Entscheidung: Keine Langwaffe mehr. Nicht aus Angst, sondern als Zeichen. Armbrust ja – Langwaffe nein. Damit niemand behaupten konnte, sie hätte „Action gesucht“. Ich wusste nich, ob das klug war. Aber ich verstand’s.
Wir waren friedlich. Wir waren wehrhaft. Und wir ließen uns nicht zu etwas anderem machen.
⛺Samstag – 20.12.2025 - Die Lücke der Schande
⛺Samstag – 20.12.2025 - Die Lücke der Schande
Ein Neuankömmling am Camp: erschmadiebasics (Felix). Konnte nicht reden. Chat-Bambi. Herz erklärte ihm geduldig alles – Regeln, Brunnen, „bitte nicht klauen“, danke fürs Zuhören. Felix zog weiter. Kurz. Schmerzlos. So mögen wir das.
Die Berezino Union war bei Basti im Westen bei "Last Hope", und bei Balota gab’s Schüsse auf sie. Typisch. Wenn irgendwo da unten geschossen wurde, war der Schatten oft nicht weit.
Dann kam die Meldung, die Herz-Aus-Gold wirklich traf: Ein Zelt war mitten im Camp abgebaut und geklaut worden. Nicht sauber. Nicht ordentlich. Sondern zerlegt. Seile, Stofffetzen, Säcke – auf dem Boden. Wie hingeworfen.
Und das war nicht „nur“ ein Zelt. Das war ihr Test. Ihr Vertrauensbeweis, nach dem Gespräch mit Mora über Zelte und Camp-Respekt. Keine zwei Wochen hatte es gehalten.
Herz ahnte ziemlich schnell, wer seine kleinen Langfinger im Spiel gehabt hatte: @itssniper (Spacey – oder SpacER, wie er sich jetzt nennen wollte.) Und im Camp lagen rote Armbinden. Genau die, mit denen er sich so gern brüstete.
Natürlich war er es nicht. Als Herz ihn zur Rede stellte. Natürlich nicht. Und außerdem: Stehlen sei ja nicht verboten.
HALLO? Junge, was ist bei dir kaputt?
Du kommst ans Camp, stopfst dir die Taschen voll, fragst nach Draht, Zahlenschloss, Taxi – und sobald Leute mal Abstand halten, damit du selber klar kommst, klaust du ihnen ihr Zelt?
Er blieb bei „war ich nicht“. Bis Herz die roten Armbinden erwähnte. Da dämmerte es ihm. Und dann kam das Geständnis: Sein Freund Elliot sei halb verhungert gewesen, Spacer habe ihm gesagt, er dürfe sich bedienen… und naja, das Zelt halt auch. Und dass die Sachen am Boden lagen – man habe halt nicht aufgeräumt.
Herz glaubte kein Wort. Aber Spacer bot großherzig an, das Zelt zurückzugeben. Und da war Schluss. Samariter betteln nicht.
Herz machte ein Foto der Lücke: Gap of Shame. Und teilte es mit allen. Mahnmal. Spacer wollte sich „im Namen seines Teams“ entschuldigen. Herz sagte: Reicht nicht. Schaden ersetzen. Lücke schließen. Mit dem Zelt oder gleichwertigem Ersatz.
Spacer meinte: ginge gerade nicht. Kein Platz.
Ja. Nee. Ist klar.
Herz war so sauer, dass sie ihm mit der Armbrust entgegensah, als er wieder am Camp rumwühlte. Sie nannte ihn einen „Wiggly Worm“. NiggoB und WhiskeyMixer kamen dazu und guckten, als hätten sie Herz gerade zum ersten Mal wirklich kennengelernt. Whiskey fragte, ob er ein paar Schüsse in die Luft geben dürfe – als „Motivation“. Herz nickte. Spacer rannte.
„Erwarte nie wieder Hilfe von mir, bis der Schaden ersetzt ist!“ rief Herz-Aus-Goldhinterher.
SpacER beschwerte sich im Funk. Er sei so eine Behandlung nicht gewohnt.
Tja, kleiner Lord, nette Chernarussen hatten gerade Weihnachtsurlaub. Und Herz hatte keinen Nerv mehr für Ausreden.
janinesta (Selina) war – wie immer – eine verdammte Heilige. Freundlich. Ruhig. Distanziert. Ich war mir trotzdem sicher: Wenn der Knilch Herbert angefasst hätte, wäre Weihnachten auch bei ihr vorbei.
Dann tauchte ein gelbes Fass versteckt am Camp auf. Unbekannter Spender. Rio war’s nicht. Also: Danke. Es kamen Angebote für Zelte. Herz lehnte ab. Es ging nicht ums Zelt. Es ging ums Prinzip. Und den Schaden konnte nur der Verantwortliche wiedergutmachen. SpacER oder Elliot, wenn’s denn wirklich Elliot war.
Jannnik meldete, sein Auto sei ins Wasser gegangen. Whiskey sah das Foto. Sah das Foto vom roten Sarka im Wasser von Herz. Und meinte trocken: „Ist heute Auto-Waschtag?“
Am Brunnen begegnete Herz einem Bambi mit Rohr in der Hand. Kein Angriff. Stattdessen stellte er sich als Harald vor. Harald. Kein Witz. Er wartete auf zwei Freunde, bekam eine kurze Ausstattung und zog weiter.
Abends kam E.C.H.O. vorbei, reparierte Zelte. Er und ich machten Wettschießen auf Granaten. Ich schnitt gar nicht so schlecht ab. Danach suchten wir einen Weihnachtsmann-Crash, fanden ihn nicht – hatten trotzdem Spaß. E.C.H.O. zog sogar einen weißen Anzug an, weil ich’s vorgeschlagen hatte. Ich zog eine grüne Bluse an, weil er’s vorgeschlagen hatte. Nicht mein Geschmack, aber wir lachten.
Und bevor Gerüchte entstehen: Nein. Das war kein Date. Das war eine kontrollierte soziale Interaktion mit Notausgang.
Zum Schluss hinterließ Echo mir eine kryptische Nachricht: 9-1-13-23-8-1-20-25-15-21-13-1-4-5-13-5.
Ich zeigte das später Herz. Sie wird‘s wahrscheinlich schneller knacken als ich.
⚔️Sonntag – 21.12.2025 - Raidversuche und die Rückkehr des Schattens
⚔️Sonntag – 21.12.2025 - Raidversuche und die Rückkehr des Schattens
Der Tag begann mit einer kleinen, sehr gezielten Unverschämtheit: Jemand hatte unsere Fahne gesenkt. Nicht geklaut. Nicht zerstört. Nur gesenkt. So ein stilles „Ich könnte, wenn ich wollte“. Herz zog sie kommentarlos wieder hoch. Zeichen verstanden. Spiel nicht mitgespielt.
ninja2.00926 (UltrA) half weiter am Camp. newwolf kam als Bambi an und erzählte, er sei am Airfield erschossen worden. Kommentar: „SSKM – Selbst Schuld, kein Mitleid.“ Dorian beobachtete das ruhig. Wie immer.
Dann Raid-Alarm im Norden. Natürlich im Norden. Ich rückte aus und nahm E.C.H.O. mit. ninja2.00926 (UltrA) und Basti bauten währenddessen in Elektrozavodsk ein Camp. Ofen, Partyzelt, zwei Unterstände – sah richtig schnuckelig aus. Fast wie Hoffnung. Fast.
E.C.H.O. und ich hatten den Ort des Angriffs fast erreicht, da kam Entwarnung: NiggoBhatte die zwei Angreifer exekutiert. Komplett erledigt. I.K.E.A. – der Name war offenbar Programm.
Kaum entspannt, kam die nächste Meldung: Zwielichtige Gestalten am Schloss in Prigorodki. Also wieder umdrehen, zurückrasen, Puls hoch – und am Ende war’s ruhig. Still. Nichts. Chernarus liebt sowas.
Ich fuhr Selinas Auto weiter, holte Niggo in Elektro ab und brachte ihn nach Svetlojarsk. Und nein: auch das war kein Date. Auf dem Weg wurden wir bei Solnichniy beschossen – ein Typ mit Hexenhut und Schrotflinte. Schlechter Schütze. Sehr schlecht. Trotzdem ärgerlich, weil janinesta (Selina)s "HERBERT" einen Makel abbekam. Das nahm ich persönlich.
Danach ging die Jagd los: Bitwanted meinte, sie hätten einen Verdächtigen erwischt – aber seeing is believing. Ich legte mich selbst auf die Lauer. Sah jemanden, der passte. Schoss. Traf natürlich nicht. Er verschwand in einer Lagerhalle und war weg. Ende der Spur. Herbert zurück nach Hause.
Beim Zug-Event fand ich noch vier Fässer. Eines ging an janinesta (Selina, eines an Jammet, eines behielt ich – und eines stellte ich so ab, dass es jemand anders finden konnte. Karma, Chernarus-Edition.
Später tauchte der Schatten wieder auf, unterhielt sich mit Pinky, dem Schankmeister – den er konsequent „Schanki“ nannte – und einem unfreundlichen Bambi, das fast auf ihn geschossen hätte, dann aber abzog. Rio kam kurz vorbei, ließ Dinge da. Danke an den stillen Helfer.
In "Last Hope" waren Bastis Plattenwesten weg, dafür lagen siebzig Nägel da. Kein perfekter Tausch, aber akzeptabel. Basti wurde später südöstlich von Zelenogorsk nahe Myshkino angeschossen – entkam aber.
Dann meldete Jannnik noch eine Klarstellung: Nicht die Hütchen hatten den roten Sarka bei Novodimitrovsk abgestellt. Er war’s gewesen. Unfall, kaputt, stehen lassen, gegen Ada getauscht. Jannik war einfach ein Sarka-Schreck. Herz war sauer. Zurecht. Man ließ einen roten Sarka nicht stehen wie Sperrmüll.
Zum Abschluss brachte Herz-Aus-Gold noch ein Fass nach Novo, schaute bei Camp Gucci vorbei – das wuchs enorm. Chicks können halt nicht klein. In Elektro fand sie ein Fass für Basti und eine Armbrust. Beides holte er sich ab.
Und damit endete der Tag. Und damit auch die Woche.
Fazit
Und damit, liebe Zuhörenden – Bambis und Altlasten, Silberfische und Möbelhausbetreiber, Umbenenner, Beobachter und alle, die gerade testen, welche Armbinde heute „die richtige“ ist und welche morgen wieder ganz schnell „Missverständnis“ war – das war diese Woche.
Eine Woche, in der man sich vorsichtig annäherte und trotzdem erstaunlich oft daneben schoss. Mit Fahrzeugen, die Namen hatten – und danach nur noch Geschichten waren. Mit Gruppen, die sich neu erfanden, während alte Konflikte erstaunlich haltbar blieben. Mit Weihnachtsbäumen, bei denen man besser vorher prüfte, was eigentlich drinsteckte.
Herz tat, was Herz immer tat: Sie baute, verband, schlichtete – und versuchte, diesem Chaos etwas zu geben, das man mit viel gutem Willen Wärme nennen konnte.
Und ich? Ich hörte hin. Nicht nur auf das, was gesagt wurde – sondern auf das, was auffällig unausgesprochen blieb. Ich merkte mir, wer leise wurde, sobald es unbequem wurde. Und wer plötzlich sehr überzeugt klang.
Mit trockenem Kommentar. Hochgezogener Augenbraue. Und einem Funkgerät, das selten Antworten liefert – aber zuverlässig Stimmungen auffängt.
Sueda Staneva. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 geht für diese Woche vom Kanal.
Falls ihr mich sucht: Ich bin irgendwo zwischen Nestwärme und Reibung. Mit einer DMR, die meistens weiß, was sie tut – und einer Geduld, die das leider nicht immer tut.
Nr. 371 – Ende.
🎞️VIDEOBEITRAG (ab Sonntag, 28.12.2025, 18:00 Uhr):