„Eine einfache Patrouille“
Der Duft von frischem Morgenkaffee zog durch die Gänge von Arkadius. Rannulf stand am Fenster seines Büros, blickte hinunter in den Hof und beobachtete das morgendliche Treiben.
Mitten im Gewusel: Nici – wie immer mit sarkastischem Tonfall, wie ein General auf Koffein, der seine Ameisenkolonie organisiert.
Rannulf nahm einen Schluck Kaffee, schmunzelte und machte sich auf den Weg nach unten.
„So! Was machen wir heute? Faulenzen? Inventur? Nein! Wir fahren unsere Patrouille. Sollte schnell und einfach gehen“, hörte man Sarafiya_Nicirufen, mit einem Unterton, der bereits ahnen ließ, dass es nicht einfach werden würde.
Als Rannulf in den Hof trat, rief sie ihm schon entgegen:
„ WeizenWarriorund ich übernehmen die nördliche Route. JJH und Rannulf fahren die südliche – und nehmen Katurionunterwegs mit!“
Rannulf hob eine Augenbraue, nickte und nippte an seinem Kaffee.
„Ich mach den Rover klar“, sagte JJH.
„Ich komm gleich nach – muss nur noch was packen“, erwiderte Rannulf und verschwand im Lager, um seine Stiefel notdürftig zu flicken.
Währenddessen waren Nici und WeizenWarrior bereits losgefahren.
Nach einer Weile knisterte das Funkgerät:
„Seid ihr schon unterwegs? Könnte was zu essen gebrauchen.“
Katurions Stimme.
„Warten noch auf Rannulf, dann geht’s los“, antwortete JJH – und hupte zweimal.
Rannulf hörte das Hupen, griff nach seiner Ausrüstung und stieg in den Rover.
JJH übernahm das Navigieren – das tat er gern, vor allem, wenn sein selbstgebrautes Bier als „Verpflegung“ mit an Bord war.
Die Fahrt verlief ruhig, bis der Funk wieder aufrauschte.
„Rannulf an Nici, kommen.“
„Rannulf hier, kommen.“
„Wir haben eine Absturzstelle entdeckt, sehen uns das an – vielleicht gibt’s Überlebende.“
„Verstanden. Und passt auf euch auf. Ende.“
Am Ziel angekommen, sprang plötzlich Katurion aus einem Busch.
„Halt! STOPP! Hier bin ich!“
Rannulf trat auf die Bremse, der Rover kam quietschend zum Stehen.
„Einsteigen!“, rief JJH, und kurz darauf ratterte der Rover wieder los.
„Der geht ja ab!“, meinte Katurion.
„Ab hundert Sachen bist du quasi unsterblich“, erwiderte JJH grinsend.
„Spitze schafft er 130 – mit Rückenwind“, murmelte Rannulf.
Kaum ausgesprochen, krachte der Rover mit voller Wucht gegen einen Pfosten, der hinter einem Busch verborgen war.
„Joah… das war so nicht geplant“, meinte Rannulf trocken und kratzte sich am Kopf.
„Ich hab nur ’ne Glühkerze und ’ne Batterie – aber keinen Kühler“, fluchte JJH, öffnete die Seemannskiste – und grinste: „Ah, was ein Glück, da liegt noch einer drin!“
Schnell wurde repariert, Katurion sicherte währenddessen die Umgebung. Kurz darauf waren sie wieder unterwegs.
„Hätte nicht gedacht, dass wir das überleben“, murmelte Katurion.
„Der Motor hält mehr aus, als er sollte. Ein kleiner Krater ist nix für ihn“, erwiderte Rannulf, halb stolz, halb erleichtert.
Über Funk kamen immer wieder kurze Berichte von Nici – Züge, Absturzstellen, keine Überlebenden. Routine eben.
Bis JJH meinte: „Bald sollten uns die anderen entgegenkommen. Halten wir uns rechts.“
Doch da raste plötzlich der weiße Rover der Nordpatrouille um die Kurve.
Rannulf war noch auf der linken Seite, riss das Steuer herum und schoss knapp vorbei.
Von der Rückbank hörte man Katurion kreischen und dann lachen:
„Der Chef fährt einfach weiter! Ich hab Tränen in den Augen!“
„Was? So schlimm?“ fragte Rannulf, trat auf die Bremse und drehte um.
Vom Weiten sah man Rauch aus dem Fluss aufsteigen – und zwei klatschnasse Gestalten am Ufer stehen.
„Wäre ich nicht ausgewichen, wären beide Rover Schrott!“, rief WeizenWarrior.
„Ach was, da war genug Platz – du hattest nur Angst!“, rief Rannulf zurück.
Nici warf ihm diesen typischen Blick zu – halb genervt, halb resigniert.
„Es sollte eine einfache Patrouille werden“, meinte sie trocken.
„Weizen, wir gehen zum Außenposten. Da steht noch ’ne Olga, damit holen wir den Rest hier raus.“
Die beiden stapften davon, während der Rest die Ausrüstung aus dem nassen Rover lud.
Rannulf, JJH und Katurion setzten sich wieder in Bewegung – doch keine hundert Meter später begann der Motor zu qualmen.
„Was ist los, Chef?“
„Wenn ich das wüsste. Sieht aus, als hätte der Bock endgültig genug.“
Sie stiegen aus, betrachteten den rauchenden Motor.
JJH funkte Nici an.
Ihre sarkastische Antwort hallte durch den Funk:
„Wir sind unterwegs. Irgendwas mit hohem Verschleiß und einem Rannulf-Faktor...“
Rannulf grinste, griff zum Funkgerät und meinte nur:
„Die… sind… schlecht.“ Dann schaltete er es aus.
Katurion lachte laut. „Ich glaub, ich bleib hier. Solche Chaoten findet man nicht überall.“
Sie begannen, den kaputten Rover auszuschlachten, während JJH loszog, um ein Ersatzfahrzeug zu suchen.
Kurz darauf traf Nici mit der Olga ein. Alles wurde verstaut, und man fuhr getrennt zurück Richtung Arkadius.
Unterwegs kam über Funk noch eine letzte Meldung: Auch die Olga hatte kurz gestreikt – wurde aber wieder flottgemacht.
Am Ende schafften es beide Patrouillen heil zurück.
Zwei Rover verloren, einige neue Waffen und Materialien gewonnen — und das Gebiet war gesichert.
Fazit:
Eine einfache Patrouille wurde – ganz in 501st-Manier – zu einem klassischen Glorreichen Missgeschick.
Zwei Fahrzeuge weniger, drei Geschichten mehr fürs Lagerfeuer.
Das Oberkommando hat nach gründlicher Sichtung der Ereignisse entschieden, dass künftig eine Führerscheinprüfung für Einsatzfahrer sowie eine Pilotenprüfung für Luftoperationen ausgearbeitet und verpflichtend eingeführt werden soll – zum Schutz von Material, Moral und Maschinen.