💌 Herzensgrüße vom 21.05.2025 – Wenn WG-Träume in Häuser-Kämpfen enden
Der Tag begann wie so viele – mit einem leisen Verdacht und einem lauten Knall im Bauchgefühl.
🐟Vorbereitungen für den Ernstfall
Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 meldete mir auf ihrem Kontrollgang ungewöhnliche Zombiebewegungen rund um die neue BOPS-Basis. Pinky begleitete sie, und auch er fand das Verhalten der Untoten alles andere als normal. Jemand schlich definitiv durch das Wohngebiet. Die beiden zogen sich vorsichtshalber zurück und meldeten die Beobachtungen. Ich begann sofort damit, unsere Auffanglager aufzufüllen – Fisch, Fleisch, alles, was wir da hatten. Außerdem holte ich zahlreiche Bandagen aus unserem Lager. Ein ungutes Gefühl machte sich breit. Und wie so oft, sollte es mich nicht täuschen.
🧨Die zweite Schlacht mit zwischen BOPS und den Balzbubis
Am frühen Abend fiel dann der erste Schuss.
Greeny, Mora, WhiskeyMixer und zwei Verbündete lieferten sich ein Gefecht mit den Balzbubis – oder besser gesagt, mit Ronin und zwei seiner Männer. Und wenn jetzt jemand sagt: Das sei ein ungleicher Kampf, dann gebe ich der Person recht. Auf der einen Seite eine frisch zusammengewürfelte Gruppe, die einfach nur Neulinge unter ihre Fittiche genommen hatte und kaum Kampferfahrung mitbrachte. Auf der anderen Seite die berüchtigten Balzbubis, die mindestens genauso viel Lebenszeit mit Kämpfen in Chernarus verbracht haben, wie ich mit der Versorgung von Bambis und Hilfsbedürftiger. Das will was heißen.
Die Schüsse und Explosionen hallten bis nach Prigorodki. Ich hörte jede Salve, als würde sie mir ins Herz schneiden. Und bei jedem Schuss fragte ich mich: Hatten sie überhaupt eine Chance? Ich möchte sie nicht kleinreden. Im Gegenteil. Allein, wie sie gestern und gegen die beiden von El Patron (die nach eigenen Angaben nur auf der Suche nach etwas "Spaß" gewesen waren...) ihren Mann gestanden hatten, war beeindruckend und ich hatte Respekt vor ihrer Entschlossenheit. Und wie Greeny am Ende die Moral der Gruppe wieder durch eine kleine Rede steigerte, war beachtlich. Natürlich waren auch die Balzbubis keine Übermenschen. Aber die BOPS hatten sich gerade erst von der Bambi-WG voller Neulinge hin zu einer respektablen Gruppe emanzipiert. Sie waren stark geworden – ja. Aber bereit für diesen Gegner?
Ich wusste, wie Ronin und seine Leute kämpften. Ich wusste auch, dass er so etwas wie Prinzipien hatte, zumindest seine eigenen. Aber warum gerade die BOPS? Warum eine Gruppe von Überlebenden, die sich kaum je verteidigen mussten und sich bisher mehr um Neulinge und die Grundlagen des Bauens als um Gefechte gekümmert hatten? Ging es ihm um den Kampf selbst? Um Zerstörung? Oder war es tatsächlich so, wie ich es befürchtete – dass er sich von uns allen eine Herausforderung wünschte und die BOPS nun der Köder waren?
Die Sorge, dass er irgendwann auch die Camps oder die rostige Axt ins Visier nehmen könnte, ließ mich nicht los. Jeder wusste eigentlich, dass sich ein Raid bei uns nicht lohnte – zu wenig Loot, zu viel Gewissen. Aber für Außenstehende wirkte besonders die Axt oft wie eine prall gefüllte Festung. Natürlich hatte Ronin keine Ahnung, dass die Mauern vor den Türen einzig dazu dienten, in der neutralen Zone damals einen Schusswechsel zwischen uns und der CIA-Basis zu verhindern. Ein Schutzwall, kein Bollwerk.
Und dann fiel mir Rob wieder ein. MISA. Damals war er auch auf die Idee gekommen, die Camps und die Axt als Köder zu nutzen – bewusst anzugreifen, damit andere Leute zur hilfe kamen und seine Leute einen Grund gehabt hätten, zu schießen. Ich erinnere mich noch gut an das Gespräch: „My people want to fight. Which leave us with two options we leave or we atack you and hope rest comes to your help. Maybe the chick will return if they hear that your camps are under atack by some evil czechs". Ich schauderte. Ja, ich konnte ihn davon überzeugen, dass das totaler Quatsch ist. Natürlich haben wir Freunde, aber wir sind keine Armee. Am Ende hat er sich dann andere Ziele ausgesucht, um seine Schutzgeldforderungen zu stellen. Mit mäßigem Erfolg. Aber unsere Auffanglager hatte er in Ruhe gelassen. Vielleicht war da noch ein Fünkchen Moral übrig. Aber was, wenn Ronin einen ähnlichen Plan hegte? Nur ohne die Hemmschwelle?
Chernarus war schon immer ein gefährlicher Ort gewesen, aber ich hatte den Eindruck, dass manche inzwischen weniger an Überleben, als an Unterhaltung dachten. Und ich konnte nur hoffen, dass niemand auf die Idee kommen würde, unsere Zufluchtsorte wieder als Bühne zu missbrauchen.
Also war Sueda doppelt wachsam und als sie einen Kopf am Turm der Chickbase hervorschauen sah, meldete sie es sofort. Später entdeckte sie den Überlebenden, wie er gefährlich nahe der Axt mit einer gezogenen Waffe umherlief. Sie feuerte einen Warnschuss und rief ihm hinterher, dass er sich seine Raidpläne sonstwohin stecken könnte. Ich bezweifle, dass das den gewünschten Effekt hatte.
Aber auch Monty Burns war wachsam. Er meldete mir stolz, ein bewaffnetes Bambi gestellt zu haben, das auf ihn schießen wollte. Sueda bestätigte später, dass es eben die Person gewesen war, die sie auf Abstand gehalten hatte. Vermutlich einer der Späher der Balzbubis. Wer genau? Wir wissen es nicht. Aber der Gedanke, dass die Balzbubis sich gezielt an der BOPS-Basis eingenistet hatten, war nun Realität.
Das Gefecht verlagerte sich bald zurück in die bekannte Umgebung – rund um die alte Bambi-WG. Die Balzbubis bezogen Stellung direkt nebenan. Ein taktischer Schachzug, der ihnen sowohl die Vorteile der Verteidiger als auch der Angreifer einbrachte. Die Situation endete in einer Pattsituation, aber mir war klar: Das war nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm.
Bilder aus Suedas Archiv
🚘Neue Hoffnung?
Zwischenzeitlich meldete Whiskey, dass er „Hoffnung“ wiedergefunden habe – den roten Sarka von El Patron. Aber laut unserem Wissen war der Wagen noch immer in der BOPS-Garage eingeschlossen. Ebenso auch Montys roter Sarka namens "DIRK". Ich hatte zunächst befürchtet, dass es ihn erwischt haben könnte. Aber ich lag falsch.
Es war wohl doch ein dritter, noch unbeanspruchter Sarka. Zufall? Glück? Ich wollte mich morgen selbst davon überzeugen und ins namenlose Dorf gegenüber von Skalisty Island laufen.
🌒 Letzte Gedanken:
Und während ich mit Sueda am Lagerfeuer saß, kam dann dieser trockene Kommentar von ihr – ganz typisch:
„Also ich sag's dir, Herz... noch so ein paar Raids und mehr kampfbereite Bambis hier und ich fang an, Begrüßungsteddys direkt mit Grataten zu befüllen und sie an die Leute zu verteilen. Spart Laufwege. Und Fragen.“
Ich schüttelte seufzend den Kopf. Typisch Sueda... Waffen an Bambis waren keine Option. Aber ja, manchmal braucht man nicht mehr als ein sarkastisches Lächeln am Feuer, um den Wahnsinn dieses Landes zu überleben.
Tja... und morgen? Da fängt eben dieser Wahnsinn wieder von vorn an.
In diesem Sinne: Bleibt am Leben und passt auf euch auf!
gez.
Herz-aus-Gold 💛