💌 Herzensgrüße vom 15.07.2025 – Notrufe und Camp-Pflege
Hallo ihr Lieben,
so wie die Narben auf der Haut, formen unsere Taten das, was in uns bleibt.
🌱 Immer wieder Glaube
Ich hatte heute Erzbischof Nickolus ( Nickel) geholfen, die Verhandlungen über Asyl aufzunehmen. Seit seiner Flucht... nein sagen wir besser Neuorientierung aus der überfallenene Enklave versuchte er, für sich und die Seinen eine neue Bleibe zu finden. Ich unterstützte ihn, so gut ich konnte – auch wenn in mir noch immer Zweifel lebten. Zwei Vorfälle hatten uns in der Vergangenheit erschüttert, doch sie waren geklärt worden. Seither hatten wir ein gutes Verhältnis, doch manchmal fragte ich mich: "Was, wenn ich mich irre, wenn ich falsch liege?"
"Herz, darf ich mit dir über Morthana reden?", sagte er auffällig oft. Hielt mich für ein verirrtes Schaf, das noch den Weg ins Licht finden musste und den Wegen Morthanas absichtlich auswich. Und doch... ein Teil von mir glaubte, dass es auch bei ihm um nichts anderes als Hoffnung und die Bewältigung von Trauer und Schmerz ging.
🌻 Camppflege als Zuflucht
Chancen zur Ablenkung waren für mich rar geworden, also widmete ich mich der Gartenarbeit in Prigorodki. Erde umgraben, neue Samen einsetzen, Kürbisse ins Essenszelt räumen – all das half, meine Gedanken zu sortieren. Während ich arbeitete, kamen Pinky, s-tlk, Jammet und Black Lion vorbei. Sie versorgten die Zelte entlang der Küste, planten eine Myshkino-Tour. Es tat gut, zu sehen, dass andere weiter für die Sache lebten – und pflanzten.
Gartenarbeit in Prigorodki
💥 Hoffnung in Berezino
Hochrot im Gesicht und wütend berichtete Bitwanted, dass es erneut zu einem Raidversuch bei den Berezino-Boys gekommen war. Doch ein paar gezielte Schüsse hatten den Angreifer wohl so sehr erschreckt, dass er sich zurückzog. Ersetzbares Crewmitglied Nr. 371 und Bitwanted suchten gemeinsam die Gegend ab, aber wie so oft war der Täter spurlos verschwunden.
🩸 Blut für einen Freund
Bald darauf, nachmittags, erreichte mich ein Hilferuf von Crippsy77. bored.games.geek – Derryl – war nach einem Gasangriff tödlich erkrankt, verstorben und in Three Valleys gestrandet. Eine Verkettung unglücklicher Umstände hatte ihn ohne Vorräte, ohne Blut, ohne Kraft dort stranden lassen. Er war schwach, verwundet – und allein. Zuerst zögerte ich. Mein eigenes Auto war zu weit entfernt, nicht einsatzbereit.
Aber wie hätte ich nein sagen können? Die Art wie crippsy77 fragte... unschuldig, respektvoll und einfach unglaublich höflich. So waren sie, die Briten. Da kam ich mir mit meinem Aushilfsenglisch schon beinahe schroff vor. Was also tun? Ich lieh mir den zweiten Unfallwagen, den gelben Sarka, und machte mich auf den Weg. In Solnichniy hoffte ich, noch ein paar Vorräte aufzutreiben. Doch was ich dort fand, ließ mir das Herz schwer werden: Das Feld abgeerntet, das Essenszelt leer, nur ein paar vergammelte Kürbisse lagen noch darin. Warum? Warum konnten manche nicht einfach ein paar Samen nachpflanzen? In Prigorodki und Berezino klappte das doch auch ganz gut. Viele taten es dort. Und ich freute mich jedes Mal, wenn ich sah, wie in einem Zelt Pflanzen wuchsen, die jemand für andere gepflanzt hatte.
Doch heute, da wir es wirklich brauchten, war nichts da. Ich setzte neue Samen ein, pflückte Äpfel und Birnen vom nächsten Baum, füllte meine Taschen mit dem, was mir die Natur noch an Pilzen gab. Dann fuhr ich weiter. Derryl wartete bereits. Und als ich ihn fand, sah ich sofort: Die Zeit drängte.
Ich gab ihm zu essen, zu trinken – und auch mein Blut: 0-Negativ. Ein kleines Stück Hoffnung, das ich mit ihm teilte.
Und ich sah, wie sein Blick klarer wurde. Wie seine Stimme zurückkam. Das Leben – es wollte zurück.
Doch als wir schließlich zurück zu seiner Scheune fuhren, hielten wir plötzlich inne.
Ein Humvee entfernte sich von der Scheune. Schnell, zu schnell.
Mein Herz schlug heftiger. Waren wir in einen Raid geplatzt? Wurde hier eingebrochen?
Doch zum Glück klärte sich das Missverständnis rasch: Die Banana Ops hatten Crippsys Notruf gehört – und, ohne zu zögern, waren sie losgefahren.
Sie wollten helfen. Allerdings hatten sie nicht verstanden, dass der Notruf kein Hilferuf wegen eines Raids, sondern wegen eines verletzten Kameraden gewesen war.
Sie dachten, es sei ein Überfall.
Sie dachten, Crippsy77 sei in Gefahr.
Ich musste lächeln.
Nicht jeder Einsatz endet mit einem Kampf. Und genau das war schön zu sehen.
Rettungsmision für Derryl
🧃 Nachrichten aus dem Norden
Irgendwann kam ich wieder in Prigorodki an. Silas/Silae blieb verschwunden. Ein weiterer Tag ohne Zeichen. Keine Kiste. Keine Geste. Kein einziger Fisch. Mein Herz wurde schwer. Ich fragte mich wieder, ob er... einfach verschwunden war. So leise, wie er einst gekommen war. Wenn es ihm gut ging, warum kein Zeichen? Ich versuchte, ruhig zu bleiben, aber die Angst wuchs. Bitte, Silas/Silae... bleib nicht einfach fort.
Nun kamen weitere beunruhigende Nachrichten: @Nousen (Tobi) berichtete mir, dass er in Berezino Hilfe anbieten wollte – und am Brunnen erschossen worden war. Ich war schockiert. Hinterrücks, ohne Warnung. Ich konnte seinen Frust spüren, seine Enttäuschung. Warum taten Menschen so etwas? Waren wir wirklich schon wieder an dem Punkt, an dem man nirgends sicher war?
💔 Ohne Vorwarnung
Es ging weiter: Mich erreichte die Nachricht von Crippsy77, dass bei den drei Briten wohl doch auch eingebrochen worden war. Die Fahne – weg. Einige Goodies – ebenfalls. Ich spürte einen Knoten in der Brust. Es war nicht der Verlust an sich, sondern das Symbol. Wieder hatten Menschen genommen, ohne zu fragen. Wieder hatten sie nichts zurückgelassen – außer Fragen.
👣 Mitten im Schmerz – Erinnerung
So schnell ich konnte, fuhr ich zurück nach Prigorodki, das Herz ein wenig schwer vom Tag – und voller Sorge, ob hier alles ruhig geblieben war. Kaum angekommen, sah ich zwei Bambis, die mit bloßen Fäusten auf einen Zombie einschlugen. Ein alltägliches Bild vielleicht, in dieser Welt.
Ich sprahc sie an, dachte sie seien zwei stumme Bambis.
Doch dann sprach eines der beiden – und mein Herz blieb stehen.
Diese Stimme… Ich kannte sie.
Lachend neben ihr die zweite Gestalt: @Olga2667
Die beiden waren zurück. Einfach so. Ohne Ankündigung.
Ohne Gruppe.
Keine Flagge, kein Ziel, kein Lager.
Nur sie. Und das, was sie immer verbunden hatte: Der Spaß. Das Jagen von Bösem.
Die Freiheit.
Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.
Es war kein Geheimnis: Tief im INnern hatte ich sie vermisst – tiefer, als ich es mir selbst eingestehen wollte.
Und doch lag ein Abschied zwischen uns, der wehgetan hatte.
Aber in diesem Moment?
In diesem Moment war davon nichts mehr zu spüren.
Wir standen uns gegenüber, und obwohl kein großes Wort fiel, war alles gesagt.
Ein kleines, müdes Lächeln auf ihren Lippen.
Ein leises Lächeln auf meinen.
Für diesen einen Augenblick – war es gut.
Wiedersehen am Camp
📜 Worte, die bleiben
Ich teilte meinen Bericht vom Vortag und vernahm eine Antwort aus dem Nebel. Ein Satz, der mich tief traf: „Actiones animas nostras formant.“ – Unsere Handlungen formen unsere Seelen.
Und ja... vielleicht ist es genau das. Nicht, wie sehr wir zweifeln, nicht, wie sehr wir hoffen – sondern was wir tun.
Auch wenn es weh tut. Auch wenn es schwer fällt.
Ich treffe oft Entscheidungen, die ich mir nicht ausgesucht habe. Entscheidungen, die Kraft kosten, manchmal sogar Schuld hinterlassen. Aber ich treffe sie – nicht, weil ich es will, sondern weil ich es muss.
Vielleicht ist es das, was er meint. Dass wir durch unser Handeln zu dem werden, was wir sind.
Und ich hoffe, dass ich – trotz allem – am Ende noch in den Spiegel sehen kann.
Aber dieser Spruch gilt nicht nur mir. Er gilt für einen jeden da draußen.
🌅 Zum Schluss...
Der Tag neigte sich dem Ende zu, und ich saß noch immer am Feuer. Es war ruhig geworden um mich. Zu ruhig. Aber irgendwo da draußen bewegte sich das Leben weiter. Ich hoffte, dass diejenigen, die noch zu mir gehörten, es sicher durch die Nacht schafften. Und dass ich morgen wieder Mut fand – für eine neue Runde Gartenarbeit. Für ein weiteres Essen im Zelt. Für einen kleinen, stillen Sieg gegen den Sturm.
Ich weiß nicht, woher ich die Kraft nehme, jeden Tag wieder aufzustehen.
Aber vielleicht ist es genau das, was zählt.
Nicht die Antwort, sondern der Schritt.
In diesem Sinne: Bleibt am Leben und passt auf euch auf!
gez.
Herz-Aus-Gold 💛