Keyser, ich spüre deine Verzweiflung. Sie ist anscheinend einfacher zu ertragen, wenn du deine Schuld verleugnest. Es wird dir nicht gelingen sie wegzuschieben...
Und ja, ich habe das elende Zeugnis deiner Morde gelesen. Ich habe nicht weggeschaut damals, ich habe geholfen. Es war nur nicht ausreichend, das verstehe ich heute. Ich weiß, was ich hätte tun sollen. Aber es war eine Zeit der Ordnung. Heute denke ich anders darüber...
Vielleicht meinst du auch dein apathisches Umfeld, deine Gemeinde, die dich verlassen hat? Ist es nicht zu einfach die Schuld bei anderen zu suchen. Rechtfertigungen zu konstruieren?
Ja, ich selbst habe zu wenig getan, das ist mir klar... Der Schatten des Krieges zeichnete ein düsteres Bild und er war Vorbote für das, was folgte...
Was hätte meine Hilfe sein sollen? Außer die Ansprache, die Nachfragen, die Einladungen zu Gemeindetreffen oder zur Beichte? Hätte ich dich etwa erlösen sollen um deine Familie zu retten? Hätte ich wissen können oder sollen, dass du zu solchen Taten fähig bist. Auch andere Männer waren im Krieg und haben Grausames erlebt.
Darf ich das entscheiden oder muss ich die unergründlichen Wege des goldenen Gurkenschälers akzeptieren? Ich vermute, deswegen erlöste ich dich nicht von deinem Leiden. Heute weiß ich, dass ich es besser getan hätte! Das ist tatsächlich ein großer Fehler gewesen...
Auch ich bin durch die teifsten Täler geschritten, habe den Glauben verloren und wiedergefunden. Ich bin von der CorS exkommuniziert worden, verfolgt von ihr. Menschen, die mir wichtig waren, wurden von ihren Helfershelfern getötet. Ich kenne den Tod! Und ich kenne dich!
Du hörtest meine Stimme, als du dich umbringen wolltest? Gut, du warst anscheinend nicht immer abwesend in meinen Predigten. Wolltest dich nach deinen grausamen Morden an deiner eigenen Frau, deinen eigenen Kindern selbst umbringen? Du hast Angst vor der Verdamnis? Du hast Recht! Selbstmord führt in die Verdamnis, ebenso wie Mord! Du hättest dich selbst richten sollen. Deine Familie hast du mitnichten erlöst... und das plagt dich, weil du es weißt. Es zerfrisst deine Seele...
Mein Gang zur UNOC ist pragmatisch. Ich will dich finden. Heute denke ich anders. Die alten Regeln sind vergangen.
Selbst die Person, die dich anscheinend prägt, hat schließlich den richtigen Weg gefunden. Kannst du es auch? Verschwinde aus Chernarus! Wir werden dich sonst finden und erlösen!
Denke an meine Worte von damals! Und bedenke, auch ich habe mich verändert! Die Jahre sind nicht spurlos an mir vorbei gegangen...
"Ich habe nicht alles getan um zu helfen, um Beistand zu geben, Unterstützung anzubieten. Ich bedauere meine Untätigkeit! Ich war ahnungslos! Gurkenschäler, verzeih mir!"
Wenn Johan Cisar (seine neue Identität nach den Morden) noch am Leben sein sollte, dann übermittele ich ihm diese Gedanken.
"Du hast den Weg der Heimatlosigkeit gewählt. Du hast vier Menschen getötet, dein eigen Fleisch und Blut! Du berufst dich auf einen falschen Glauben.
Nicht der Tod befreit uns von allem Negativen. Nein, das Leben ist der Heilsbringer!
Es bedarf keines äußeren Erlösers, sondern der Mensch ist durch sich selbst befähigt, die absolute Befreiung zu erlangen. Du bist kein Erlöser!
Unser Anteil besteht darin, die Liebe des goldenen Gurkenschälers im eigenen Leben zur Entfaltung kommen zu lassen. Das ist die wahre Erlösung!"
In 8. Buch des GG (43:11) spricht der Apostel Fetelovo:
"Ich, ich bin der goldene Gurkenschäler, und außer mir gibt es keinen Retter."
Und auch das fünfte Gebot mahnt:
"Du sollst nicht töten!"
"Ich werde für deine Familie beten, insbesondere für deinen Sohn, ich werde für dich beten. Ich fordere dich auf, dich den postapokalyptischen Ermittlungsbehörden der UNOC zu stellen. Auch für dich gibt es einen Weg der Erlösung, einen Ausweg aus deinen dämonischen Gedanken, nur du kannst dich befreien! Nur durch die Liebe zum goldenen Gurkenschäler kannst du Erlösung erfahren!"
Ich habe keine Angst, weil mein Glauben standhaft ist!